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Full text of "Sitzungsberichte der Königl. Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften, philos.-hist.-philol. Classe 1885-1888"

Uber dieses Buch 

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Harvard College I 
Library | 




FROM THE BEQUEST OF 

SUSAN GREENE DEXTER 



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SITZUNGSBERICHTE 



DBR KQHIGL. bOHMISCHEN 



GESELLSCHAFT DER WISSENSCHAFTEN. 



PHILOS. - HISTOR. - PH1LOLOG. CLASSE. 



JHHRGANG 1885 



-<3-^i>— 



f 



RAG. 



YERLAG D8R KOH1GL. B5HM. GESBLLSCHAFT DER WISSENSCHAFTEN. ^ ^ 
1886. v 

a , 

j 

\ 



ZPRAVY ZASEDANf 



krAlovsk£ 



CESKfi SPOLECNOSTI NAUK. 



TftlDA ■ FILOS. - HISTOR. - FIL0L06IGRA. 



ROCNfK 1885. 



Y fRAZE. 

RHKLADEM KRJUOVSKfc CESKfe SPOLBfiHOSTl NAUK. 
1886. 



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IV 



HARVMn COUEfit UBtttf 
,DBCTtt FUND ^ 



Verzeichniss der Vortrage, 

welche in den Sitzungen der Classe i Philosophie, Geschiclite und Philologie 

im Jahre 1885 abgehalten wurden. 
S3S 



Am 26. Januar. 

Em. Kovar: tJber die Bedeutung des possessivischen Pronomen fur 
die Ausdrucksweise des substantivischen Attributes. 

Am 9. Februar. 

F. Prusfk: Uber den Ursprung des Wortes Cech. 
W. W. Tomek : Uber das rathselhafte Wort „phisdina" (in der Topo- 
graphie von Prag). 

Am 23. Februar. 
A. Truhlaf : tJber Weleslavin's Politia historica. 
J. Kolaf : Einige Beitrage zur Declination im Polnischen. 

Am 9. Marz. 

J. Truhl&f : Uber einige handschriftliche Denkmaler der bohm. Sprache 
in der konigl. Bibliothek zu Miinchen. 

Am 23. Marz. 

Jar. Celakovsky: Uber die Privilegien der Prager Stadte. 

Am 13. April. 
Jar. Celakovsky: Uber die Privilegien der Prager Stadte. Fortsetzung. 
F. Menclk: Kalendernachrichten uber einige Mahrische Briider. 

Am 27. April. 

E. Glaser: t)ber die arabische Aussprache. 



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Seznam prednasek 
v zasedanich tfidy pro filosofii, dSjepis a filologii 



roku 1885 konanych. 



Due 26. ledna. 

E. Kovar: v^znamu pfisvojovacfho zajmena pro vyznacenf pff- 

vlastku substantivn&io. 

Due 9. linora. 

F. Prasfk: O pfivodu jm6na Cech. 

V. V. Tomek: 0,zahadn6m slove „phisdina tf (z mistopisu Praisk6ho). 

Dne 23. linora. 
A. Truhl^: Veleslavinove Politia historica. 
J. Kolar : nSkterych pf fspevclch k deklinacl polsk6. 

Due 9. bfrezua. 
J. Truhlaf : nSkterych spisovnych pametech ceskych v kralovsk6 
knihovne MnichovskS. 

Dne 23. bfrezna. 
Jar. Celakovsky: privilegiich m6st Praisk^ch. 

Dne 13. dubna. 
Jar. Celakovsky : privilegiich mest Praiskych. Pokracovanf. 
F. Mencfk: Kalendafni zpravy o nekterych Moravskych bratrech. 

Dne 27. dubna. 
E. Glaser- O arabsk6m vyslovovanf. 



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A 

VI 

Am 11. Mai. 

A. Ludwig : tlber die Erwahnung von Sonnenfinsternissen im Rgveda. 

Am 1. Juni. 

Jos. Jirecek: tlber die culturellen Beziehungen der Ungarn und 
Bohmen im 14. u. 15. Jahrhunderte und iiber die ungarischen 
Husiten. 

Am 6. Juli. 

V. E. Mourek: tlber das Verhaltniss des altbohm. Tandarias zu 
seinem mittelhochdeutschen Vorbilde, dem Gedichte Pleiers. 

Am 19. Oktober. 

Konst. Jirecek: Die Beziehungen der Ragusaner zu Serbien unter 
Car Uro& und Konig VlkaSin (1355—1371). 

Am 26. Oktober. 

F. Tadra: tlber den Kanzler des Kaisers Karls IV. Johann von 
Stfeda. 

Am 9. November. 

J. Kalousek: tlber zwei nach Kuttenberg ergangene Bullen in den 
Jahren 1401 und 1403. 

Am 23. November. 
F. Prusik: Etymologic des griechischen ivvea, ivvdxig, ivevyxowcc, 

ivatog. 
A. Ludwig: 1. tlber credere u. ahnlich zusammengesetzte lateinische 

verba; 2. iiber die indoeuropftische Medialbildung. 

Am 7. December. 

J. Durdlk: Uber die Anordnung der philosophischen Doctrinen nach 

dem Complicationsgrade ihres StoflFes. 
J. Emler: Zwei Nekrologien von Krumau. 

Am 21. December. 

A. Zucker : Beitrag zur Lehre von der Entwickelung des franzosischen 
Criminalprocesses. 



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VII 

Due 11. kvetna. 

1. Ludwig: zmfnkdch o zatmenf slunce v Rgved6. 

Due 1. derma. 

Jos. Jirecek : duchovnich stycich Cechfi s Madary za 14. a 15. 
stoletf, zejmSna o madarsk^ch Husitech. 

Dne 6. cervence. 

V. E. Mourek: O pomSru starocesk6ho Tandari£se k stiredo-horno- 
neineck^mu vzora, basni Pleierove. 

Due 19. Hjiia. 

Koost Jirecek : pomerech Dubrovcanu k flsi srbsk6 za cAfe UroSe 
a knile VlkaSina (1355—1371). 

Due 26. rfjna. 

F. Tadra: kancleli cisafe Karla IV. Janovi ze Stfedy. 

Due 9. listopadu. 

J. Kalousek: dvou bull£ch dairfch do Kutn6 Hory v 16tech 1401 
a 1403. 

Dne 23. listopadu. 

F. Prusik : Etymologie f eck6ho Ivvea, iwdnig, ivevyxovrcc, ivccrog. 
A. Ludwig: 1. slovu credere a podobnS sMenych slovesech latin- 
skych; 2. o medialnich tvarech indoevropsk^ch. 

Dne 7. province. 

J. Durdik: pofadf n£uk filosofick^ch die slo2itosti ldtky. 
i- Emler: Dva nekrology Krumlovske\ 

Dne 21. province. 

A. Zucker: PHspevek k nauce o v^voji fizenl trestnlho francouzskSho. 



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PREDNASKY 

TT SEZENICH T^IID-Z- 



PRO 



FILOSOFII, DEJEPIS A FILOLOGII. 



VORTRAGE 

IN DEN 

SITZTTNGEN DEB CLASSE 

FtJR 

PHILOSOPHIE, GESCH1CHTE UND PHIL0L0G1E. 



ft.: FUmoA*, d*jepi» a filoldgte^ 



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Nikladem kral. 6e*k6 spol. nauk. — Tfokem dra. Edf. Grtgca t Pnwe 1886. 



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1. 

fber die Bedeutung des possessivischen Pronomen fttr 
die Ausdracksweise des substantivischen Attributes. 

Vorgetragen Ton En. Kovtf am 26. J&ner 1885. 

Wir wollen von der Wendung „dem Vater sein Garten 8 anstatt 
,dcr Garten des Vaters* vom Standpunkte der Sprachforschung handeln 
nod werden daher ohne Rttcksicht auf den &sthetischen Werth dieser 
Erschemung bios das Verhaltnis derselben zum syntaktischen Cha- 
pter der Spracbe ins Auge fassen. 

L Durch eine Spracherscheinung, wie n dem Vater sein Garten" 
vird eine andere namlich 8 der Garten des Vaters" also genitivus 
idnominalis verdrangt. 

Die Abnahme des gen. adn. nehmen wir in alien indogerma- 
fiischen Sprachen wahr, die Anwendung derselben ist desto haufiger 
je alter die Denkm&bler sind. Im Sanskrt, zum Beisp. wird zwar 
das substantivische Altribut ausser dem Genitiv auch durcb andere 
Rile ausgedrOckt, aber, und dies ist charakteristisch, alle Arten 
teselben konnen mittelst des Genitivs ausgedruckt werden (Vgl. 
MepiUL, CtHTaiCHCt CTaporaflHflCKaro &3Hxa 255 — 275). Im Alt- 
Wgarischen war der gen. adn. in vielerlei Hinsicbt anwendbar, wo 
tr in lebendigen Mondarten unzul&ssig ist (so nizBcboZdenije gory, 
toplenye kr&vi u. a. vgL Miklosich Vgl. Gram. IV. 470). 

In den romanischen Sprachen ist der Genitiv bis auf geringe 
forreste wie Hdtel Dieu u. &. g&nzlich verschwunden, in den ger- 
ttaifthen kommt er nach und nach nur mehr ausnahmsweise vor 
*ie im Englischen der sogen. sSchsische Genitiv. 



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Weil nach den Resultaten der Sprachwissenschaft der Genitiv 
urspriinglich der einzige Adnominalfall war, so war in jener Fasis 
die Genitivform zugleich die Form des substantivischen Attributs. 
Die Abnahme des gen. adnom. gieng vor sich vermoge einer dop- 
pelten Stromung. Wir miissen hiebei die syntaktische Funktion von 
syntaktischem Verhaltnisse unterscheiden ; z. B. wir unterschciden 
nicht formell zwischen „neigen gegen den Freund" und „die Neigung 
gegen den Freund", da wir nur das syntaktische Verhaltnis aus- 
drficken, in manchen Sprachen kann aber sowohl das Verhaltnis als 
die Funktion ausgedruckt werden, so im Magyarischen das Ergan- 
zungswort bardt-hoz, dagegen das Attribut barit-hoz-i (a bardthozi 
vonzalom); das Suffix-hoz driickt das Verhaltnis aus, welches das- 
selbe ist'in jeder Funktion, das adjektive Suff-i (womit die Funktion 
bezeichnet wird) schliest sich an die fertige Form an. Bei der Ab- 
nahme des gen. adn. zeigen sich also in den indogerm. Sprachen 
zwei sprachliche Tendenzen. 

Im Osten strebt die Sprache nach dem Ausdruck der Funktion 
und da die Attributsfunktion am besten durch das Adjektivum aus- 
gedriickt wird, verwandelt sich auch der gen. adn. in das Adjektivum, 
so in den neuindischen Sprachen (ausgen. Bangali und Assami), z. B. 
im hindi raza Konig, Gen. raSaka (mas. sg. n.) raiaki (fern. sg. n.) f 
ra2ake (cas. obi. sg. u. pi.) razaka beta Konigssohn, raiakl bet! Konigs 
Tochter u. s. w. im Marathi haben wir die Endungen da (m.), cl (f.), 
<5a (neut.), de (pi.), im Sindhi io (m.), zl (f.), 2a (pi. m.) zu (pi. f.), im 
Paniabi da (m.), df (f.), de (m. obi. u. pi.), in Guiarati no (m.), ni 
(f.), nu (n.) na (pi. m.), ni (pi. f.), na (pi. n.). (Vergl. Novara lin- 
guirst. Tbeil 141, J. Beames, A comparative grammar of the modern 
aryan languages of India 275—291, Kellogg, Grammar of the hindi 
language 71.) und wie bekannt auch im Zigeunerischen (Vgl. Miklosich 
Vgl. Gram. IV. 450). Dazu konstatieren wir, dass auch in den 
Dravida-Sprachen der cas. adn. wie ein Adjektivum behandelt wird, 
(vgl. Galdvell, A comparative grammar of the dravidian languages 
182—197). In den westlichsten der indogerm. Sprachen (in den rom M 
in der englischen u. a.) verschwand der Genitiv bis auf sparliche 
Reste, weil er anderen resp. Praepositions- Fallen Platz machte. 
Diese drucken das attributive Verhaltnis klarer als der Genitiv aus, 
dagegen ist die Funktion nicht deutlich genug gekenntzeichnet. Es 
nimmt also die Tendenz das Attribut durch das Adjektivum aus- 
zudrttcken gegen Osten, die Tendenz dasselbe durch Praepositions- 
falle auszudrucken gegen Westen zu. Fiir uns ist jedoch die Haupt* 



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sache, dass wir zu kODStatieren im Stande sind, (lass die Abnahme 
des gen. adn. im Geiste der Sprachentwickelung liege, und dies 
wirft auf die Wendung B dem Vater sein Garten", statt „der Garten 
der Vaters" ein neues Licht. 

2. Es handelt sich nun darum, wodurch der schwindende gen. 
adn. ersetzt wird. Im Deutschen eben so wie in den ubrigen euro- 
paischen Sprachen durch indirekte namentlich Praepositionsfalle. Die 
von uns besprochene Erscheinung ist also eine interessante Ausnahme, 
deren Analyse wir jetzt in Angriff nehmen wollen. 

In dem Ausdrucke „dem Vater sein Garten 8 , ist einerseits das 
Possessivpronomen pleonastisch gesetzt, andererseits sondert sich 
dadurch die Bezeichnung des Besitzers vom anderen Theile dps 
Ausdruckes and des Satzes ab, so dass dieselbe eine Art von Selbst- 
stindigkeit erhalt. Dass wir eine solche selbststandige Stellung der 
SatzgHeder vorfinden, ist bekannt, so z. B. im Franzosischen le frfcre 
je Fai vu, im Arabischen timaru mata abu-hu (Omar gestorben ist 
sein Vater) u. a. Namentlich werden in manchen Sprachen diejenigen 
Satzglieder selbststandig gestellt, die das Centrum der Bedeutung 
des Satzes bilden und die wir rait Gabeleutz (Vgl. seine Artikel „zur 
vergleich. Syntax in Zeitschr. fiir VSlkerpsychologie VI1L 129 — 165, 
300 — 338.), „psychologisches Subjekt a nennen konnten. Die Selbst- 
stindigkeit des Attributes ist z. B. im Hottentotischen beliebt : augu 
di tafate (Manner, dieser da Frauen Vgl. Fr. Muller Grundriss der 
Spracbwissensch. L Abt. 14.). Die Selbststandigkeit der Bezeichnung 
des Besitzers in unserem Beispiele, setzt voraus, dass dieselbe etwas 
charakteristisches im Sprachbewusstsein sein muss. 

3. Es liegt in der Natur der Sprache, dass sich das possessive 
Verhaltnis am besten durch ein Pronomen possessivum ausdriicken 
Hast deswegen ist die deutsche Wendung keine isolirte Erscheinung. 
Ancb mittelst des Wortes, das possessio bezeichnet, wird das 
Posses8ivverhftltnis in der westafrikanischen Sprache Ewe umschrieben 
(Vgl. J. B. Schlegel, Schlflssel zur Ewe-Sprache 80.) z. B. mavu ^e 
mo (Gottes Eigenthum Angesicht) eda We ta (der Schlange Eigenthum 
Kopf); im Guarani (eine amerik. Sprache) hat der pos. gen. ein 
besonderes Suffix-mbae, welches res, possessio bezeichnet (Vgl. Fr. 
Mffller Grundriss d. Sprachw. H. 1. Abth. 2 H. 383); endlich bildet 
snch in den Dravidasprachen, wo casus adnominalis regelmassig ein 
Adjectivum ist, der gen. poss. eine Ausnahme und hat ein besonderes 
Saffix-udei, welches possessio bedeutet (Vgl. Caldvell a. a. 0. 197). 
Tiel haufiger wird das possess. Verhaltnis durch ein pronomen possess. 



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umschrieben und zwar in vielen amerikanischen, in manchen malay- 
iscben und uralaltaischen Sprachen, von den afrikanischen (so viel 
ich weiss) im Tumala und im Hottentotischen, von den semitischen 
im Chaldaeischen, von unseren namentlich im Germanischen, spo- 
radisch in anderen Sprachen. 

Yon den amerikanischen Sprachen gehoren hieher die athapaski- 
skischen, algonkinischen, irokesischen, dakotischen, choctavischen und 
matlatsinkischen so zwar dass die Bezeichnung des Besitzers der des 
Bessessenen vorangestellt wird und die letztere ein possessives Praefix 
erhalt (Vgl. Fr. Muller, Grundriss der Sprachwissenscbaft II. 1. Abth. 
dslbe. Der gram. Bau der algonkinsprachen in Sitzungsber. der k. 
Akad. in Wien LVL 142, Riggs Grammar and dictionnary of the 
Dacota language § 69.) z. B.: 

athapask: se-tkha be-bese (mein Vater sein Messer), se-la 
be-tkha be-deze ye-kue (mein Freund, sein Vater, seine Schwester, 
ihr Haus iz meines Freundes, seines Vaters, seiner Schwester, ihr 
Haus zz Haus der Schwester des Vaters meines Freundes), 

algonkin: odzibve: Dzoa o-masinaigan (Johann sein Tuch), 

kri: okimaw o-kosisa (Hauptling sein Sohn), 

essevagov os-tanisa (das Weib seine Tochter), 

Lenni — Lennape: ketanitowit o-tahoaltoagan (Gott seine Liebe); 

irokes: niov ro veha (Gott sein Sohn) raku 5tat-enisteha (die 
Konigin ihre Mutter), 

dakota: tataka woyute-tava (Bttffel sein Futter), widastayatapi 
tipitava (Hafiptling sein Haus), 

choctaw: Cam im-6uka (Johann sein Haus), 

matlatsink: Pedro weri-riwi (Peter sein Sohn). 

Im Lules besteht dieselbe Wortfolge, statt des Praefix wird 
jedoch ein Suffix angehangt (Vgl. Fr. Mailer Grundriss etc. 409), was 
oft auch im Dakota statt findet, z B. 

Lules: Ehuan pe-p (Johann Vater-sein), 

Dakota: David ta-8p8cu (David Tag- sein). 

In anderen amerikanischen Sprachen wird die Bezeichnung des 
Besessenen mit einem posses. Praefix der des Besitzers vorangesetzt; 
so im Nahuatl, Totonak, Huaxteko, Maya, im Caraibischen, in der 
Sprache der Moxos, Chiquitos und anderen (Vgl. Pimentel, Cuadro 
descriptivo y comparativo de las lenguas indigenas de Mexico I. 18, 
H. 255, IH. 208, 232, 309, Steinthal Charakteristik haupts. Typen 
215), z. B. 



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nahuatl: i-tlaSkal okictli (sein Brod Mensch), 

totonak: i§-£ik Pedro (sein Haus Peter), 

may a: u-pok Petto (sein Hut Peter), 

goakhira: nicon mareiva (sein Bock Sohn), 

caraib: ta-bulugu webo (sein Gipfel Berg), 

moxo: ma-muiria ehoiro (sein Kleid Mann), 

chiquito: i-poo-stii tupas (sein Haus Gott). 

Dieselbe Wortfolge aber mit einem possess. Suffix besitzen 
diejenigen malayscben Sprachen, welche mittelst des besitzanwei- 
senden Furwortes das Possessivverhaltnis umschreiben, ' so das Ma- 
layische, Javanische, mankarasische u. s. w. (vgl. Novara ling. Theil 
337) z. B. 

malayisch: anak-Sa rada (Eind-sein Konig), 
javanisch: karsa-uning ratu (Wille-sein Fiirst), 
mankasar: balla na ituvang (sein Haus Herr), 
malagi: trano-ni ni-sakaiza-ko (Haus-sein Freund-mein). 
Von den uralaltaischen Sprachen tritt uns diese Erscbeinung 
hn Finnischen, Jakutischen, Tatarisch-Tfirkischen, Magyarischen etc. 
entgegen. Hier wird die Bezeichnung des Besitzers der des Beses- 
senen vorangestellt, welche letztere ein possess. Suffix hat; doch wird 
oft ausserdem die erstere im Finnischen und Turkischen in den 
Genitiv, im Magyarischen in den Dativ gesetzt z. B. 

jakutisch: Srfis bas-a (Flus, Kopf sein Vgl. Bohtlingk „ttber 
die Sprache der Jakuten a § 617. Seite 243, § 646—650. S. 252—254); 
turkisch: allah bende-si (Gott Diener sein), aber auch allah-yu 
bende-si (Gottes Diener sein), babanyn ew-i (des Vaters Haus sein 
ygl. Allgm. Gram, der ttirkisch - tatarischen Sprache von Mirza A. 
Kassembeg ubersetzt yon J. Th. Zenker § 58—67 Seite 195—199); 
im Magyarischen haben wir z. B. az atya h&z-a (Vater Haus 
sein), az emberek gyarlosdg-a (die Menschen ihre Gebrechlichkeit), 
o viragok szin-e (die Blumen ihre Farbe); ist aber das Besessene 
eine Postposition, so wird das erste Wort mit dem Dativsuffixe als 
RichtuDgsanzeiger behaftet z. B. 

a hlz-nak alatta (dem Hause sein Unteres, unter dem Hause, 
Vgl. Riedel Magyarische Gram. §57 S. 108. § 120 S. 232); dagegen 
h&ogt auch das possess. Suffix-6 mit dem Possessivpronomen ja, je 
zusammen, so vgl. tev6-je (sein Kameel) und P6ter-6 (das Eigenthum 
Petere), ez a h&z atyam-6 (dieses Haus ist das meines Vaters vgl 
Riedel a. a. 0- § 37 S. 90). 



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8 

Was das Semitische, resp. Chaldaeische anbelangt, so sind die 
vorkommenden Fftlle zusammeDgestellt Wiener's Chald&ische Gram. 
III. Aufl. vom B. Fischer 176, z. B. abuhQn dl bene Amm5n (ihr 
Vater der Sobne Ammons). Im Tumala haben wir z. B. d'eti urungra 
(Vater sein Feld, Ygl. Tutschek, Gel. Anzeig. der bayer. Akad. der 
Wissensch. XXV. 729); was das Hottentotische anbelangt, wolle man 
John Appleyard The Kafir language S. 19 ansehen: to express pos- 
session the nouns are simply placed in apposition, as, man book, 
man son; or, when emphasis is required a similar construction tokes 
place to that which was formerly used in Englisch, as, man his book, 
man his son ect. 

In den indogermanischen Sprachen kommt diese Umschreibung, 
das Germanische ausgenommen, nur sporadisch vor. Wegen der Bei- 
spiele aus dem Lateinischen und Griechischen wolle man Miklosich 
Vergl. Gram. IV. 107 ansehen. Im Germanischen (im Deutscheo, 
Englischen, Nordischen) ist der Fall bekannt Im deutschen kommt 
in dieser Wendung die Bezeichnung des Besitzers nicht nur im Dativ 
sondern auch im Genitiv vor (der Dativ ist besonders im Ober- 
deutschen beliebt). Die ersten Beispiele finden sich schon im Mittel- 
hochdeutschen wie auch im Mittelniederdeutschen (Vgl. Grimm Deut- 
sche Gramatik IV. 352). 

4. Die von uns besprochene Erscheinung kommt flberall als 
Ausnahme von der gewflhnlichen Bezeichnung des Attributsverh&lt- 
nisses vor. Im Ewe, in den amerikanischen und malayischen Sprachen 
wird die Kategorie der Adjektiva von der der Substantiva nicht 
formell unterschieden und die Attributivfunktion wird durch blosse 
Nebeneinanderstellung ausgedrtickt. In den Dravidasprachen ist das 
Attribut eine Adjektivform. In den uralaltaischen Sprachen finden 
wir das Genitivsuffix oder es fliesst das Attribut mit seinem folgenden 
Nomen in eine Art von Gompositum zusammen. Dies ist der Fall 
auch im Tumale, im Hottentotischen und im Chaldaeischen, wo sich 
das Nomen regens bekanntlich im status constructus findet. 

In den Sprachen einer geringen Entwickelung begntigt man 
sich anstatt die bestimmten Arten des Attributsverh&ltnisses aus- 
zudrucken mit der blossen Zusammengehorigkeit zweier nomina, es 
mag dies geschehen durch eine besondere Formbildung (ein boson- 
deres Suffix) oder eine Art von Gompositen, Oder wie es in manchen 
Sprachen beliebt ist, dadurch, dass das Attribut durch ein hinwei- 
sendes Fiirwort gekenntzeichnet wird. Selbst in den semitischen 
Sprachen kam eine weitere Fortbildung von stat. constr. nicht zu 



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Stande. In solchen Sprachen weist die Umschreibung durch ein 
possess, pronom. auf die Tendenz hiu das Possessivverhaltnis be- 
stimmter als eine blosse Zusammengehorigkeit zu bezeichnen. Die 
Tendenz beweist, dass dieses Verhaltnis dem Sprachbewusstsein als 
sehr wichtig erscheint, was sodann mit der selbstst&ndigen Stellung 
der Bezeicbnung des Besitzers zusammenhangt. 

5. Da im Deutschen der possess. Dativ als Attribut nicht im 
Gebrauche steht, so besitzen wir auch in dieser Wendung k ein en 

, Dativ possess, sondern einen Dativ des Bezuges. Die Vergleichung 

i mit dem franz. dat. possess, (z. B. la femme au prfitre) ist aus dem 

Grande falsch, weil im Franz, der possess. Dativ in der That beliebt 

ist, nicht aber im Deutschen. Der Dativ des Bezuges kommt in 

vielen Sprachen vor. 

In denjenigen Sprachen, in denen eine bestimmte Form des 
snbstantivischen Attributs (ein Genitivsuffix Oder eine bestimmte 
Form des Compositums) durch das Possessivum nicht ge&ndert wird, 
massen wir alles Gewicht auf den pleonastischen Gebrauch des 
posses. Fiirwortes legen; so im Finnischen, Tttrkischen, Nieder- 
deutschen, wenn der Genitiv gelassen wird, dann im Ghaldaeischen, 
wo das Attribut mit seinem Nomen ein Gompositum von bestimmter 
Form (stat constr.) bildet. Wenn wir schon vom pleonastischen Ge- 
brauche des Possess, sprechen, so wollen wir auf das Slavische hin- 
weisen, wo das Possess, svoj sehr oft pleonastisch neben dem possess. 
Gen. oder Dativ steht urn grossere Deutlichkeit zu gewinnen (Vgl. 
Miklosich VgL Gram. IV. 105). 

6. Aus der vorliegenden Abhandlung konnen wir das Bestreben 
der Sprache bemerken die verschiedenen Attributsverh&ltnisse in 
ener verschiedenen Form auszudrttcken ; namentlich steht hierin das 
possess. Verhaltnis oben an. Dieser Wichtigkeit desselben entspricht 
auch eine besondere Form, welche der Bezeichnung des Besitzers 
eine gewisse Selbstst&ndigkeit verleiht. Diese Form ist die Um- 
schreibung mittelst des Possessivpronomen, welches natttrlich dieses 
Verhaltnis am besten auszudrttcken vermag. Eine Folge dieser Tendenz 
ist auch die bekannte deutsche Wendung „dem Vater sein Garten". 



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2. 
Pfivod jraena „£ech". 

Septal Frant. Prusik a 6etl prof. dr. Tomek dne 9. tinora 1886. 

Hodlaje etymologicky vysvfitliti jmeno „Cech K , r£d bych tfm 
tak6 pfispil k rozfeSenf otAzky, je-li praotec ndS Cech osobou m^- 
thickou fiili nic; nebot bude-li jmeno to jasnS vysvfctleno, zmizf 
v&echny pochyby o skutecn6m bytf mu2e toho. 

Jmeno Cech doznalo uz rfizn^ch, vftbec znfimych v^kladfiv, jez 
nijak neobstojf; k nim nejnovgji pKbyl podobn^ v^klad, jfmz se 
proti zndm6, orby a mini milovn6 povaze Cechftv vyklddd jmeno 
Cech za „bojovnfk tt . 

My se chceme pokusiti o jin^ v^klad, ktetf ui Safaffk tuSil 
(SIoy. Staroi. II, §. 40, 1), ale za nepodobny jej inSI, povazuje jmeno 
Cech pftvodnfc za appellativum. Aby pak vyklad nd§ byl spravn^, 
postavfme jej na pftdu historickou. 

Jak zn&mo, vypravuje stard povfcsi, ze praotec Cech pochov&n 
jest u vsi CtinSvsi pod ftfpem, ba docela udavd se dosud — ac 
neurciti — i mfsto, kde leif, totiz B na tfi hony za kostelem Ctinfe- 
vestym, obrdcen k vychodu slunce* (Podffpan 1880, t. 16.). 

PovSst ta je tak stara a prosta vfif nepodobnosti, ze nenf pH- 
ciny, profi bychom jf upfrali vfru, zvl£8t£ kdy£ i z mfstnfho jmene 
sama lze jf dftkazem pfispSti. 

Jmeno Ctin fives povstalo totii patrnS ze Cstinfives, Cestinfe- 
ves, pftvodnfc Cestiha-ves, odvozeno jsoac v prv6 casti od osobnfho 
jmene Cestin neb splSe Cestina, jei uvadi Erben v Reg. I, 
str. 79. Tato jmena pak zase jsou ovSem adjectiva possessiva — 
Cestina s oblfbenou v ceStinfc koncovkou masculin, srv. sluha, 
pastucha, V£§a, Mdcha, Vdcha, Lacha proti Mach, Vach, Lach 6i 
Lech; Vdvra, VavHna, Franta a p. — utvofend od osobnfho jmene 
Cesta (Erb. Reg. I, 165. 292. 303.; mfstnf jmeno Cestin Pal. Pop. 
Cestin kostel Dacickf I, 294. 311.), pozdSji Csta (Pertz Monum. 
Germ. 11, 116), Cta, odvozen6ho od cest, stsl. YhCTh, honor: srv. 
Mikl. Persn. pg. 327, jen2 srovndvi s jmeny odtud odvozen^mi fee. 
tipiag, rifiai; rovnSi srovnati lze lat. Honorius a p. 

Die toho by byl zakladatel osady CtinSvsi slul Cestin (Gtin) 
neb spfSe Cestina (Ctina), syn muze nazvanfiho Cesta. 



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11 

Led nenf t6z nepodobno — a v^kladu tomu bych dal pfednost 
— , ze Ctinaves (Ctinfcves) vzniklo ze Ctina-ves (Cestina-ves) a sice 

a) bad analogif 6astych jmen osadnfch na -ves odvozen^ch od jmen 
oaobnfch pftponou fern, -ja, jako 6ermia-ves (CermnS-ves: osobnf 
jmeno Cermen), Uhffiia-ves (UhrfnS-ves: UhHn), Zvoleha-ves (Zvo- 
leni-ves: Zvolen), Martina-ves (Martini- ves : Martin) a pod.; nebo 

b) jeSt6 spfSe snad vlivem pfecasto uifvanfiho localu: CtinS-vsi, 
Jicin6-vsi, any se, jak zn&mo, skldnfcly ob6 cdsti jmen tfcch, jako 
Knesi-wsci, Knesiwsi (Erb. Reg. I, 336. 380) = Kn£ii-vsi od Kn&a- 
?es (Kn&zeves). Vliv localu na utvarenf jmen osadnfch jest vflbec 
zo&m, na pf.: Vejvanov z: v Ejvanovi, Vebiany z: ve Bzanech, Erti- 
§o?ice z: ve RtiSovicich Ertfn z: ve RtfnS, Erchoutovice i Vrcholtovice 
z: ve Rchoutovicfch, Ervenice z: ve Rvenicfch, Elstibof z : ve LstiboH, 
Elbandice z : ve Lbanticfch, Vlkin z : v Lkdni, Narva£ov (b^val6 pf ed- 
mfatf Roudnick6) z: na RvacovS; Naliov z: na L2ov£, jak soudfm 
z nfcm. Elischau, jez zase vzniklo z: ve L2ov&; cf. Cichy z nSm. 
ze Aachen. Zvl&tS pak kdyz se osadnf jmena pfevddSjf v jazyky cizf, 
<teje se to zhusta v tvaru localnSm ; tak iinili na pf . NSmci, tvar ten 
n£kdy dosti skrovnfi uchu n£meck6mu pKspftsobujfce : Weg-stadtel 
z: ve Stfitf, 01-hfitte z: ve LhotS, Wetterstein z: ve Trstf, tJbelsass 
z: u Bld&s a p., ba ngkdy t6mSf ani ho nemfcnfce: Turas z Tufas = 
Turanech a pod.; srv. Mikl. Ortsnamen aus Appell. I, 18. J. Jirecek 
? ArchivS fQr slav. Phil. II, 337, k fiemui dodej z Cech: Wurzmes 
(Yrskmany), Teindles (z tvaru Doudlebany, nynf Doudleby), z Mo- 
ra?y: Milbes (Milovany), Ohrnes (Javory), Chiles (Krchleby), Chrises 
(Bizanov, pftv. bezpochyby Kfrfiany). — Mimo to potfebf jen pKpo- 
menonti, ze v lat. listindch pfecasto uvadf se jmeno osadnf v loc, 
cehoz hojn£ doklady nalezneS v Regestech. 

tJkaz ten nenf osamocen: tak povstalo bezpochyby KmetinSves 
tymi zpfisobem z Kmetina-ves (Pal. Pop. 43, patfft kmeto ku jmenftm 
i-OYym); mozni, 2e i Damin£-ves, JevinS-ves, Racinfc-ves, VliuS-ves 
tak vznikla, tvofena jsouce snad od osob jmenem Dama (Erb. Reg. I.), 
Jeva, Raka, Via; avSak beze v§f pochyby tak vzniklo jmeno Ji&nSves 
(Pal. Pop. 120) z Ji(t)6ina-ves. 

Jmeno (Jtina-ves, pftv. Cestina-ves pak poukazuje na zakladatele 
jmenem Cesta, Csta, Cta. 

Nenf pak nezndma slovanstiny a zvl&Stfi destiny z&liba v jmenech 
u. -ctab (pfiv. -re: Mikl. 6r. II, 319.) tvofen^ch z ptavidla od prv6 
slabiky slova; srv. Mikl. Gr. II, 286 a moje PHspgvky I, 21., k cemui 



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12 

pHdej : Proch (dem. Prosek) — Procha, Prficha (Pro-kop) ; Lach, Lech 
(dem. LaSek, LeSek) — Ldcha (La-dislav); *Jach, Jech (dem. Jasek, 
JeSek: Ja-n; Dal. 97, 21, srv. ib. 15.), Slach (Sla-vibor?) f Vlach 
(Vla-dislav), Pfech (Pfe-mysl, srv. Pfechovice Pal. Pop.), Ipocta, 
Ypoch (H-ippo-lyt: Erb. Reg. I, 376, 378 a j.), MSch (dem. M«ek, 
druhotvar: MSSka jako Maska, PeSka, £iika a p.: MScislav; die po- 
vahy SeStiny vzniklo z Mecislav: Mecb, Mesck, Meska, ne Mezka 
Dal.) a pod. 

Die toho tvoHlo se tH od zmfn£n6ho Ce-sta jmeno Ce-ch, 
jsouc jeho oblfben^m druhotYarem, jen2 konecnS vytlacil pftvodnf 
jmeno jako na pK hoch, vedle nbhoi se u2 holek, holec ani neuifvi ; 
to se pfi takov^chto jmenech na -chi (pftv. -8%) tfm spfse sUti 
mohlo, jeito se do nich kladl vyraz dftvfirnosti, l&sky, oddanosti, srv. 
bracb, kmocb, Vach (VaSek), jako se jich nezftdka i nynf jeStS hypo- 
koristicky uifvd, na pK v pol. GrzeS (Grzegorz), kochag (kochanek), 
srv. Mikl. Gr. II, 319. 

tJkaz ten i za naSich dob nenf neobycejn^, ie jmeno, je2 vznikne 
z pftvodnfho at skr&cenfm at jinak, vytlacf pftvodnf jmeno na tisto : 
srv. hojnfi vlastnfch jmen jako: Vach, Vlach, Mach, Mdcha, Pech, 
Stach a p. i v^Se zmfngnS hoch. V jmenech na -chi nesmf se pak 
spatfovati jen jmena, jichz se snad toliko v rodinach dftvfirnS uifvalo, 
nfbri jmena ta nabyla nezHdka obecn6ho rozSftenf, jak patrno z jmen 
v^Se uveden^ch a z toho, ze se jich na pf. uzfva i v listindch; viz 
Beg. I: Boch, BoSek (Bohuta nebo Bohuslav), Drch (Dritfslav), Ipoch 
(Hippolyt), Lacb, LaSek, Mdcha, Vach, Vlach (Vladislav), Zbich 
(Zbislav); Reg. II. JeSek, LeSek, Pach (Pakoslav), PeSek, PfeSek; 
v I. i II.: HoSek, Mach, MeSek. 

K&yZ tedy praotec n&s CestaciCech pfitahl do t£to vlasti 
naSf s druiinou svou, usadil se s nf die povfisti v krajinS kolem 
ftfpu; tu pak si zajist6 s&m tak6 zalozil osadu, jez dostala jmeno 
po n£m; a ponSvadS v celem okolf nenf osady, jez by jen trochu 
upomfnala jmenem na Cestu ci Cecha kromfe Ctingvsi, nenf tedy lze 
mysliti na jinou od n£ho zalozenou osadu ne2 pr4v6 na zmfnfcnou 
CtinSves, jei se, jak jsme uk&zali, tiplnfi hodf k jmeni Cesta 
(Cech). 

S tfm se tak6 v^bornS shoduje star* povist, — a o jejf pravdi- 
vosti nenf proi pochybovati — die nil jest Ctinives nejstarSf osadou 
lidu CeskSho. Nal6z£me pak na PodHpStS vfce snad, nez jinde, 
osadnfch jmen na -ves a sice 11 (vyjmeme-li MartinSves a Daminfives, 



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13 

je2 poch&zejf patrnS z d6by Mestenskfi), toti2: Ctin&ves, Jevingves, 
Kmetin&ves, Kn£2eves, Lichuceves, Nelahozeves, RaiinSves, UhHn&ves, 
Ylineves; Cermn&ves, Zvolen&ves. 

Jmeno Costa, jak vjse vyliceno, skracov&no v Cech, jez 
pozdgji se tak ustAlilo, ie se po slovansk&n zpfisobu kaidy fid celedi 
tohoto starosty nenaz^val jinak nei zase Cech a vSichni dohromady 
Ce£i, CeSi. 

Ac pak, detni jsouce, neusadili se v jedin6 osadg, jei by byla 
jmeno po nich dostala, nfbri roz&fili se po cel6m kraji kolem ftfpu 
a i dite, pfece nepf estavali pocifovati telednf pHbuznosti a stile se 
naz^vali deii (CeSi), v kter6m2to kmeni zahrnut byl i kraj, jeji za- 
njfmali (srv. Mild. Gr. HP, 341: lat. Sabini; lit Lenkai, Prusai; 
Mikl. Lex. stsl. ton = Bohemia; asi do polovice 13. stoletf srv. 
i osadnf jmena na -ici, v Mikl. On. aus Pers. 2., s tfm srv. i ndzvy 
jako Lemuzi, Doudlebi a pod. a ndzvy ielednf u Cernoborcftv), jeito 
se ne&inil jefctfi presnf rozdfl mezi obfvateli a mfstem £i krajem od 
nich obfvan^m; a kdyz koneing doSlo k rozdflu tomu, vzal ndzev 
ten na se tvar jmen nefivotn^ch: Cechy. Srv. Mikl. Ortsnam. aus 
Pers. pg. 7, kde se uvddf hojnS dokladfiv, ze osobnf jmeno, z pra- 
vidla v plur., znacilo tii mfsto teledf ob^van6, jeji osadu, berouc 
na se pozdSji tvar jmen neiivototfch: Vaclavy ist der von den „Vac- 
lavi" genannten Personen bewohnte Ort Uvedeme zde nfckterfi pH- 
klady: £es. Berky, Boholiby, Boliumily, V&emily, Vfcemily, Vdclavy; 
pol. Adamusy, Bartoszuny, Bogusy, Borzymy, Bojany, Witki, Woj- 
tieszaki, Wszebory, Wi§cki, Wi^ctawy; malorus. Bo2yki; — dodej: 
ces. Mikuly, Doksy (Doksa = Eudoxius, jako Leksa = Alexius, odtud 
Doksany); pol. Trojany; malorus. Adamy a pod. 

Z toho jasng vysvftd, ie na oznacenf Celedi nebo mista jf ob^- 
van6ho nebylo v2dy tfeba patronymik, Urn se \£l vyvraci namftka 
Safaffkova v §. 40, 1., 2e by se byl narod, kdyby byl dostal jmeno 
od vftdce Cecha, naz^val otecnou formou na -ici, -ovici (CeSici, Cecho- 
vici); nebot ne vidy chtSl se vyznafiiti pojem potomstva, k £emu se 
ovsem hodf patronymica takovi, nybrz toliko pffslusnosf nebo pri- 
buznost celednf, k cemu posta&ilo jmeno otcovo ii starostovo, jak 
privS ukizdno na jmenech uvedenych. 

Je-li pak, jak SafaHk proti mfnfcnf v^se uvedenfimu die mfstnfch 
a osobnfch jmen v jin^ch krajin&ch slovanskych soudf, jmeno Cech 
stars i neJli pHchod lidu do Cech, sv£d£f to prdvS o pflvodu jmena 
Cech jak jsme ho tuto vyvodili, jezto zajistg i u ostatnfch Slovanftv 



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14 

jmeno Cesta nebo podobnfi nebylo neobj£qne, mohouc bfti, jak v^se 
uk&z&no, skracovano v Cech. 

Co pak do jmena Cach (Cachy, Cachovice a pod.), nesnrf se, 
jak mnozf dinf, splfitati s jmenem Cech, s nfini nikterak nesouvisf, 
jsouc odvozeno od jmen tvofen^ch na z&kladi korene d^st (MikL 
Person. 449), jako Ca-sta a pod. toui pftponou -chx. 

Podafilo-li se n&m tuto na z&kladS osadnfho jmena Ctinfivsi 
spravnS vysvfitliti pflvod jmena Cech, nebude zajistG pff&ny, profi 
by se praotec n48 povaioval za osobu mythickou, jeito mfngnf to 
neopfr& se o i&dnf z&v&inf dftvod. Namftne-li pak kdo, ie pov&st 
o Cechu mohla vzniknouti teprve die osadnfho jmene CtinSves, tomu 
odpovfd&me, jednak ie nikde ni v starych kronik&ch ni v povtetech 
nenal6z&me, aby se jmeno to uv&d£lo ye spojenf s Cechem, kromg 
kdyi se mluvf o jeho pohfrebiSti, co2 se vaak srovndvi upln6 s uznanym 
usazenfm Cechfi? kolem fifpu; jednak ie by se povfcst takov& byla 
spfSe pripjala ku jmeni osady jemu podobn&ji znfcf, asi Cechy ; kdezto 
naopak, jak ukdzano, ndzev zemfi, Cechy, toliko z osobnfho jmene 
Cech vysvStliti lze. 



Pozn&mka. 

W rozprawS o tomto pojednanf podotklo se jednak, ie nelze 
mnoho w&hy pfiklddati mfstnf powgsti o pohfebisti CechowS we Cti- 
nSwsi, kterd se dflem zaklidd na zpr&w$ HijkowS, dflem tak6 jest 
w odporu s nfm. 

Mimo to pouk&z&no k tomu, ie kdy2 Cech nenaz^wal se s&m 
jii Cesta, nfbri jmeno toto jiz se wztahem k jeho osobfi bylo po- 
zmfinfcno, nelze dobfe pochopiti, pro6 by wes od nSho zalo2en& byla 
"wzala jm6no ze stars! formy Cesta a ne z nowfijSf 9 Cech". 

W. W. Tomek, 
tajemnik tftdnt 



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15 

3. 
Posvitnd pisefl polskd, s obzvldStnf m zf etelem k pogy&tn6 

pisni £esk& 
Sepsal K. KonrAd. 

Nemalou mgrou zajfm& £eskou mysl studium o posv&tn£ pfsni 
polskg, o jejfm vzniku a v^vinu, jakoi i a jejf literdrnf a hudebng 
cenfi. Vedet n&s toto studium k tomu pfekvapujfcfmu vysledku, zet 
bez mala veskeren zp8v polsky od samlho prvopo&tku bral se tymii 
cestami, jako n& iesk^, ano ie z Cech do Polsky byl zaveden sou- 
£asn£ s kfestanskou bohosluibou, a to slovansty (cyrilo-method6jsky), 
latinsky i polsky. NenfC jinSho zpfivu posv4tn6ho, jeni by vznikem 
a vyvinem svym tak blfzko, tak uzce se byl spojil, ano srostl s cesk^m 
jako polsky. Ta p&vodnf slovanski sourodnost a dlouhovSkd vz&jem- 
nost ceskopolskd v tasich dobr^ch a zlych, v Sttstf a nest^stl jevila 
se i na torn to poli plodem nejednfm ceny nikoliv nepatrng, oybrz 
vzacn6 a trvate. Nebude tedy od mfsta, obr&tfme-li tak6 k t6to slo- 
vansk6 roli, jei dlouho uhorem lezela, zJetel svfij a uvazfme-li vznik 
a v^vin posvatnS pfsnS polsk6, jakoi i liter&rnfi-hudebnou cenu jejf, 
prihlftejfce pfi torn stile k pisni 5esk6. 

L Vyvin a vznik. 

1. Po&tky kfesfanstvf u Polanft co nejuieji srotly byly s po£&tky 
jeho n n&roda ceskoslovanskSho. Vyrostly jako dvS ratolesti na jednom 
drodnem st6pu, jej2 do ifrnych krajin naSich a jejich zasadili svatf 
apostolovG slovanfitf, Cyril a MethodSj. Start, nepodezfelfi sprdvy 
dtjepiscfi polsk^ch dosv6d£ujf, ze jii d&vno pfed MSSkem a Dubrav- 
kou konala se v Krakovg bohosluiba slovanskd. Dlugos ye sv6 kronice 
polskl v^slovng df, ie „je§t6 za jeho ml&df konal slovansty kn£z 
nasi sv. v jazyce slovansk&n (v KrakovS), ale zamftnuty jazyk ten 
Ie ustoupil latinsk§mu. B 

M. Kromer 1 ) sto let po DlugoSovi, jenz f 1480., svfcdif, ze do 
dasu DlugoSova Benediktini KrakovStf bohosluzbu slovansky konali 
t kostele sv. Ktiie. A kriticky NaruSevic (f 1796.) df k r. 1046. 
vyslovnS, ie na pfedmSstf Klepafsk&n (v Krakovg) byl kostel slo- 
vansky, a ze s feck^m obtadem do Polsky pfineseno i slovansk6 
pfsmo.*) Tato bohosluiba musela zajist6 jii d&vno tarn zakofenSna 

*) Lib. XV. de or. et reb. gest. Polon. 

») Tom. II. — Srom. tak6 Aug. Bielowski I., 88. a j. — SafaHk, Slov. staroi 
H. 394. 



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■1 



16 



b^ti pfed sy. VojtSctaem, jeSto v Krakovg vedle n£ho a dlouho po 
n£m zfistala, ac sv. VojtSch, jenj i v KrakovS hltaal Polan&m evan- 
gelium, vedle nadacnf listiny prazsk6ho biskupstvf vdzin byl na 
liturgii latinskou, tedy zajist6 ani v Polstfi jinak nez latinsky boho- 
sluzbu nekonal. Proto zajistS platnou v6hu majf svfcdectvf t£ch dfcje- 
piscfi polstych, kteH odvozujf tuto feckoslovanskou bohosluzbu od 
svatych apoStolfl slovanskych, neb aspofi od jejich ZikiL Viznoga 
a Oslava. 1 ) YSak i M&islava pokftil cesky knSz Bohovid r. 965. 
a prvnfm arcibiskupem Hngzdenskym byl Cech Radim, bratr svat6ho 
VojtScha. 

Zdrovefi pak s kfesfanstvfm Cectaoslovan6 polsk^m bratHm dali 
tak6 po&tky posvdtnSho zpevu polsk6ho, jakoz dosvSdduje nejstargf 
pamdtkajeho „ Bogarodzica." Apodivno! jako nase nejstarif pam&tka 
posvatn6 pfsne „Hospodine pomiluj ny", ac, ji od apostolft slovan- 
skych pfivodem odvozujeme, pfece od sv. Vojtdcha byla upravena 
a rozSffena, 1 ) tak tfz velik^ apostol Polanfi i tomuto ndrodu dal 
jeho nejstarSf pfsefi Bogarodzica", jak atard tradice o ni 8v6dcf. 
Pravft o nf ucen^ Jan Lasltf (Lascus) v pfedmluvS sv^ch .Statuta 
regni Poloniae", (Cracoviae 1505.): n Prima omnium devotissima et 
tamquam vates regni Poloniae cantio, seu canticum, Bogarodzica, ma- 
nibus et oraculo s. Adalberti scripta, et primo dicta ad 
conferenda cum hostibus certamiea dedicata, primum in isto registro 
ordine locum vendicat. . . . Quod canticum olim regibus quoque et 
universis regni proceribus (ex praecepto et consuetudine laudabili) 
approbantibus initiis bellorum in regno Poloniae praoponi consuevit" 3 ). 
M61a tedy tato pfsen pro Polany tyz vyznam, touz dftle&tost, jako 
nase svatovojt6£skd. A jako ubenj Lasky, mluvf o torn hymnu i vsickni 
staff dgjepisci pol&tf. Ano uten^ jesuita Wujek nazval tento hyranus 
n&roda polskgbo dokonce i katechismem polskym. 4 ) Proto i pr&vg 
citovany biograf Sowifiski (1. c.)pravi: ,S. Adalbert est auteur 
de Thymne de Bogarodzica, paroles etmusique. Ge Plainchant, 
grav6 sur le tombeau du Saint, est en langue slavonne, mfere de la 
langue polonaise". 5 ) Sv. VojtSch jest tedy pflvodcem textu i nipSvu 



') Viz „Sbornfk Velehr." h 115. 

2 ) Viz me* „Dejiny posvAt. zpe>u starocesk." I. str. 85 si. 

3 ) Viz dilo Alb. Sovinsk6ho: „Les musiciens polonais et slaves" etc. Paris 
1857. na st 61. 

4 ) L. c. 61. 

5 ) Coznamend „Langue slavonne"? Zdai Cyrillo-Methodejsky jazyk? <3i sloiil 
sv. VojtSch pftvodne' ten hymn po Sesku? Po staroslovansku solva. 



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t 



17 

tafao hymnu. AvSak bfihem vSkfi pozm&rila se ta pfsefi v textu i v nd- 
pSvu, jako nase svatovojt£§sk&. Text byl pozdSji jefitg jinfmi slohami 
rozsffen a stal se n&rodnfm, ano i statnfm hymnem polsk^m. Tak6 
pftvodni jeho nfipgv doricty znacng byl bfchem vSkfi poruSen, tak ze 
jak podnes zpfva se ve hngzdensk6 katedrdle a jak SowiAski l ) jej 
pod&v&, lisf se znacnfi od nejstarsfho zn&m6ho napevu rukopisn6ho, 
jenz pochazf z r. 1407. S tfmto ndpfcvem podstatnS souhlasf ruko- 
pisny napSv Sastochovskf z konce vSku XV.*); ale ode vfiech lisf se 
zase nap6v, jej2 poddvA MioduSevsk^ ve svSm „ZpSvnfku a z r. 1838, 
Odkarajfce zevrubnfijSf ocenSnf ndpSvu do cfati II., doklddame zde 
jeste o textu t6 pfsng, ie bliz&f rozebrdnf jeho podal J. Jirefiek v Cas, 
Musea kral. cesk. 1872, 335 si. PozdSji o n&n psali dr. Vladislav 
Nehring v JagidovS B Archivu fQr slav. Philologie" I, 81, Dr. Ant. 
Kalina ve spise: ,Rozbior kryticzny pie£ni Bogarodzica" (Lvov 1880), 
dr. Roman Pilat ve IV. Pami§tniku akad. urn. w Krakowie, wydzial 
filolog. etc. (Krak. 1880) a nejnovSji Dr. Mikol. Bobowski v broiurce : 
.Polska poezja koScielna &c u (Warszawa 1885) 8 ). 

l ) L. c, Bl. 64. si. 

*) Viz jej v Dejin. posy. zp. stc. na str. 36. 

*) Dr. Bobowski snazf se tu yyvratiti stare podani, 2e by. Vojtech jest p&- 
Todcem t£to pisnS, tvrdS o nem, ze „braknie wszelkiej podstawy" (str. 83); 
Vsak tomu neni tak. Ta tradice „podtrzymywana bezspornie przez dlugi 
ci^g wiek6w a , ma dobr£ zaklad historick^, zcela verohoditf. Sam Dr. Bob. 
veoe (L c), ze „spotykami ja. po raz pierwszy w statucie Laskiego tf z r. 
1506. A do sbfrky zakonfi bajky zajistS se nepfijfmaji. Proto£ jen libovoln$ 
dlDr. Bob. dale: „Prawdopodobnie nie znal jej jeszcze Dlagosz, bo „Boga- 
rodzicf a zowie tylko „patrium carmen u , nic nie wspominajac o aotorstwie 
s. Wojciecha." (L. c.) Nejeden staroceskj spisovatel nazyal take nasi pisen 
„Hospodine pomiluj ny a toliko ,,patrium carmen" nebo podobnS, nezpo- 
minaje tei autorstvi sy. Vojtecha a pfece jest autorem jejim (y zachovan6 
formS jejl). A jestliie ta piseii je „p atrium carmen", pak zajistS neni 
ledajakehos p&yodu, nebrz yzactneho. Tim tedy Dlugosz pravS naopak 
spise potvrzuje nepfimo udani Laskeho ; nebot byla-li ta pisen za DJugosze 
t poloYici XV. stoleti jiz pisni vlasteneckou, tedy byla zajiste ji£ obecnS 
znama tudi£ i stara, ano die tehdejSich pome>ft, kde polska piseii kostelni 
tak nesnadno zobecndla, i yelmi stara. Sam Dr. Bob. pfiznavA po kritickem 
rozboru tt pisng : „Starozytno6c jezyka kilku zwrotek „Bogarodzicy a kaze 
nam przypuscic, ze takowe powstac musiaty przed w. XV. 44 — Vsak 
Dr. Bob. soudi jestS dale, byt i ona tradice byla i za DJugosze ji£ existo- 
▼ala, ze by tim neziskala vStsi ceny historickS, pon6vad2 od sv. Vojtecha 
pochizeti pry ani nemflie. Davod teto nemo^nosti nejslabsi je strankou 
argumentace Dra Bob., ac na pohled snad nejsilnejsi. PraviC: „Czy£-bo 
jest jakie prawdiepodobienstwo , aieby s. Wojciech, zapatruj^cy si^ we 
wszystkiem na ko^cioly zachodnie, gdzie si§ wychowal, podj^t byt zapro- 

Tfc: FUoMfia, d^jepU • filologle. 2 



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18 

Takov6 pfetvofov&nf i pozdSji poznAme v pfsni polsk6; neb ac- 
koliv zrodila se i pozd£j§f pfsen polska od XV. vfcku v kol£bce ceskfi, 
prece zdhy pocala se brati cestami svymi, odkojila a vychovala se 
duchem polsk^m. 

2. Od 6asu pfsnfc svatovojt6§sk6 az do XIV. veku nenf o nejak6 
polsk6 pfsni posv&tnG nic znamo, 1 ) leda, 2e ve XIV. v6ku opat Wi- 
towski, nerozlucny druh krale Vladislava IV. Lokytka na vsech jeho 
vypravdch, slozil pfsen o umucenf Pane, jez pak pry se dlouho zpfvala 
po kostelfch polskych v poste. V t6m2 vSku pry tak6 poznansk^ biskup 
Stan. Ciolek skladal posvatn6 pfsne. 2 ) — J. Juszynski 3 ), tak6 do- 

wadzenie narodowego spiewu koscielnego?" atd. (str. 34.) Vzdytpfece vfme, 
a p. autor vl s£m, ze sv. Vojtech pr&v6 naopak skutecne slozil a dal n&m 
Cecham hymnus „Hospodine pomiluj ny a v nynejsi formS jeho, ano on 
pr&Y& vymohl u stolice apostolske i odpustky na zbozne zpivani tehoz 
hymnu a dovoleni, by sm61 dokonce zpivan b^ti tei „ inter missaram solem- 
nia". (Viz me dejiny posvatn. zpevu etc. str. 38. a j., pak BoleJuckSho 
„Rosa bohemica", Pragae 1668.) Z toko znamen&me, ze duvody Dra Bob. 
autorstvi by. VojtScba nevyvracuji, tudiz nem&me priciny od ni upustiti. 
V torn zajiste i bohemismy siawena, zwolena prave te" nejstarsi casti „Boga- 
rodzicy" (I. a II. sloha) nas jen utvrzuji, kdeito Dr. Bob. nevSdSl si jin£ 
rady s nimi, nez-li, „£e sie takowa za przeklad z czeskiego poczyta" (str. 
48). Yiak tato domnenka jest nepruvodna, jezto nebylo takove pisnd cesk6, 
pokad znamo. Tudii oviem, ze od polsk6bo poety, jak dobfe mysli Dr. 
Bob., pochazeti nemuze, nezbyva nez autorstvf Cecba. Proto pfisvedcfme 
krakovsk. biskupu Mart. §i§kovsk6mu, jenz v „Reformationes gene- 
rales" (ad clerum etc. anno 1621.) take ustanovil: „Ordinamus, ut Binguli 
in parochiis curati locorum inducant consuetudinem (quatenus non repe- 
ritur), ut pauperes ante summum sacrum .... concinne canant, quantum 
possunt, veterem s. Adalberti patroni et regni istius primi 
apostoli cantilenam ff Bogarodzica tf nuncupatam." etc. (Dr. Bobowski, 
1. c. str. 21.) — Nemftzeme nedodati, ze v t6to jinak velmi kriticke a du- 
kladn6 bro2ufe o ceskych pisnich t6z nejedno udaui nespravn6 se obsahuje, 
jak jevi se, porovname-li ta udani s onemi, je2 y mych „Dejinach posv- 
zpevu 8t5. a se podaraji. 
T ) NekteM spisovatel6 polsti domnivaji se, zo lecktera pisen koledova, jicbz 
maji Polaci hojnost, pochazi z nejstarsi, ano jiz i z pohanske* doby. Tak 
na pf. L. Goiebiowski (v Kolbergove' velk6m dile : s Lud", Serya V. Erak. 
1. str. 228. Sowinski (404.) di, ze ff pluisieurs de ces airs datent des XIII 
und XIV. siecles". A j. 

2 ) Tak df M. J. Juszynski v pfedmluve' sveho dila „Dykcionarz poet6w 
polskich", 1819. Viak Dr. Bobowski (1. c. str. 16) doklada, ie se nerl, 
zdali Witowski latinske* ci polske" pisng skladal. — Sowinski (I. c.) di 
o Witowskem, ie vice naboznych pisni polskych sloiil, a o te postni do- 
klada, ie pfipomina starou Polsku, easy ialtdre kral. Mark^ty. 

3 ) L. c. 



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19 

klada, ie na poc&tku XV. v6ku konaly se v PolStS i hry o umucenf 
Pane, ovsem se zpfcvy, z nichzto pak vyvinula se tak zvani postnf 
divadla, jez v Polsku dlouho se udrzela. Tomu snadno pHsvfcdcfme 
pamatujfce, ie tyto hry, jakoz i velikonofcnf a »pl4ce Mariiny" 
konavaly se u n&s jiz v XIV., ano cdstefinS jiz i v XHI. stoletf, 1 ) 
a vzajemnost ceskopolskd v II. polovici XIV. stoletf velice se zmohla- 
Vsak na nejak^ sbornfk polskych pfsnf nedoslo, lee az v XV. stol. 
Roka 1435. sestavil Jan PfevorSdfk, mfiStan a uiitel v Pfrevorsku 
(v Halici), sbfrku polskych pfsnf posvatotfeh pode jm6nem: „Can- 
tionale, labore Aingenio honesti Joannis, olim ludi- 
magistri in Pfrevorsk. in IV." 2 ) Tento sbornfk .Encyklopedija 
powsz." zjevne nazyvd „najdawniejszym zbiorem", doklidaje, ze v n$m 
byly pfsnS pflvodn6 i pteloienfi z latiny, nekter6 i z ieStiny. A pr&vfi 
tento sbornfk jest to, jenz dosvSdcuje nam vznik hymnologie polskfi 
z cesk6, jakoz k tomu ukazujf i ty skrovn6 zbytky, jez nam z nfcho za- 
choTal Jasinsky^, jenz m61 jej poslednf v nice, nacez se ztratil. 3 ) jZndmot, 
ze hymnologie staroceska vznikla jiz ve XIV. stoletf, ano n£kter£ 
pi'sne jejf jestS starsfho jsou pfivodu. Ze pak pr&vfi za XTV. a XV. 
stoletf obcovanf Poldkfi s Cechy bylo hojn6 a Jazyk cesky, tehdy 
jiz vytrfbeny a ustdleny, mil znacn^ vliv na tvoHcf se teprve spi- 
sovny jazyk polsk^" 4 ): na snadS jest, ie tfm vfee i posv&tny zp£v 
polsky vzdelaval se podle vzoru t6 zem6 a Hse, jez byla mu kol6b- 
kou i kresfanstvf. Ze skutecnS tak se d61o, dosv^dcujf uryvky, je2 
Jusifisky z Pfevorscfka nam uchranil. Gituje z n6ho nejprve anti- 
fonu „ Salve Regina". — Na dftkaz ceskGho pfivodu jej (ho stafcf 
citat teto v£ty polskeho pfekladu: „A Gezissye pozehnan6ho plod 
ziwota tweho nam po tomto pusczy wkaz." A Dr. Bobowski pravf 
zfejme (str. 56.): n Tekst Przeworszczyka nakoniec jest przewainie 
czeskim. Na pi§tnascie wyraz6w czystoczeskich bowiem, 
znajdujq si§ w nim tylko cztery wyrazy czystopolskie. a Jin^ 
dftkaz vizme na tomto polsk6m pfetlumocenf nafif starofieskfi pfsnS 
.O p*eslavn4 Matko Bo2f a (DSj. posv. zp. st<5. na str. [12.]): 

poUky (Jus. z Pfevor.): staro&sky (XIV. stol.): 

S. 3 Tys wszech pragnych swiatla sprawcze, „Tys pracznych z nuzye wyprawczye, 

Tys wszech chudych szczedra darcze, Tys wssyech chadych ssczedra darczye, 

Tys namacua 6ci§szka blgduych, Tys nematna czyesta bludnych, 



■) D#j. posv. zp. st£. 181. 

*) Tak ud&no y „Encyklopedyja powszechna", Warszawa, 1862. na str. 691. 

*) Enc. pow. 1. c. 

«) Slovnik naudnf, VL (Polsko) 601. 

2* 



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20 

y. 46. Tys zdrawye wssyech lydy trudnych, Tys zdrawye wssyech lydy trudnych, 
Tys vstalych mocz y syla, Tys vstalych mocz y syla, 

Tys wszech grzesznych mylost rnyla." Tys zuffalych mylost myla." Aid. 
V polsk6m textu pak je§t§ stojf ps&no: 
y. 49. „Tys prawey czystoty korzen, 

Tobu nam nebesky ray otworzon, 
Tys mylostywa matka, 
Ty thwe tyessys nieboza&a." 
Ddle JusziAski Przeworszcyka necituje. 1 ) 
Tot jest patrne pouh^ prepis ceske pisnS, pH cemz opisovatel 
ani hrubS price si mnoho nevzal, by text popolgtil 2 ). A i o tomto 
pfepise doklddd citator Juszynski, ie jiz ponSkud pravopis pozm&iil 
na nov^ „dla latwieyszego czytania". Snad byl kdy original Pfevors- 
iikftv cety ie&kf. 

KromS t6to pfsnS cituje Juszynski z Przeworszczyka \&l velko- 

noCnf pfsen 

„Chrystus z martwych wstal yest, 

nam na przykJad dan yest, 

U mamy z martwych powsta6, 

s Panem Bogiem kr61ewac. HaUeluja." 

Do slova tak podavaji tuto pfsen tak6 nase star6 kancionaly. — 
Vsak obsahuje Przeworszczyk v sob$ i pfeklad latinske pisnfc „Surrexit 
Christus hodie*, 8 ) a jin^ch. 

Do druh6 polovice XV. v6ku klade Dr. Bobowski (str. 6(X) tak6 
staropolsky preklad latinsk6 pisnS „Ave pulcherrima regina". I tato 
pisefi jest doslovne pfelozena z ceske a Bobowski doklada: „Staro- 
polski ten pomnik j§zykowy jest wymownem swiadectwem, jak dalece 
si§ poezja polska XV. wieku u czeskiej zapoiyczala, przyswajajac 
sobie nawet najmierniejsze jej ptody." E tSmto pfsnfm tak6 n&lezf 
pfsen: „Stalac si§ rzecz wielrai dziwna", jei jest tak6 prekladera fci 
radSji transskripcf cesk6 pfsng „Stalat se jest vSc divna." (L. c. 
str. 92. si. Viz ceskou v D6j. posv. zp. stc. na str. 150. a 158.); 
pak pfsefc „Witaj mtty Jezu Chryste" (str. 108. si.) a j. 

Z polsk^ch origin&lfi on6 doby zvl&StS dfllezita jest pfsen 
„Przez twoie swi§te z martwych wstanie"; doklad&l o ni 
Juszynski 4 ): „Nast§pujaea zas pieSti wielkonoczna pozostala w pier- 

f ) J. Jirecek cituje z t6 pisne" ve sve* „hymnologii cesk6 u na st. 93. verie 29—42. 
Viz o ni vice u Dr. Bobowskiho, str. 66. a si. 

*) Tak6 Dr. Bobowski vece (1. c. str. 136): „T16maczono (v XV. vSku) zas 
najchetaiej z czeskiego poniewaz . . . bylo to procederem nadzwyczaj latwym 
Przepisywano boioiem raczej tekst czeski na polski, nii tl6maczono. 

*) Dr. Bobowski 1. c. str. 106. 

4 j Juszynski, 1. c. 



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21 

wiastkowosci swoiey, i t§z sam$ przez 400 lat bez najmnieyszey 
odmiany spiewa pospfflstwo w naszych koldottch". Tato pfsei mfila 
pro lid polsty jiz od XV. stoletf asi takovy v^znam, jako nase 
staroceski „Vstall jest t£to chvfle" ; tu jii slavn^ arcibiskup hn£z- 
densk^, Mikulis Traba, kter£ zemfel r. 1422. pojal do sv6 agendy, 
a odtud presla pak do processiondlft polsk^ch. 1 ) VSak dokl&dd SowMski 
o tomto v^teinfim knfzeti cfrkevnfm jeStS vice, ze totiz i aim sebral 
staropolskg zpgvy ndboznfi z prvych stoletf kfesfanskych. 2 ) Proto 
i vece: „On voit par lJt, que les Polonais chantaient d6j& dans leur 
langae avant la Reformation". 

3. V XVL a XVII. stoletf vliv ceStiny na v^vin polskfi pfsnfc po- 
sv£tn6 dale a stile potrval, ano i vzrostl, jeito uSfvdnf jazyka £e- 
skeho bylo tehdy v Polsce nemalo oblfbeno a rozSff eno, a to zvl&Stfc 
v bohoslovf.*) Tudf2 nebude n&m divno, Ze tak6 hymnologovfi polStf 
▼ one dobfi pocali vedle pffkladu Cechfl skladati kanciondly, prev&dS- 
jfce do nich vedle pftvodnfch tez nemalo pfsnf z ceStiny a Demciny. 
Prekladali pak na vzAjem i Cechov6 XVII. stol. pfsnS polsk6 do 
destiny, jako Amos Komensky 4 ) a j. Hlavnfm dftkazem fecen^ho jest 
kancion&l, jejz vydal protestantsky kazatel Walenty z Brzozowa, 
(konsenior bratrskS Jednoty na Krakovsku), r. 1554, v Kr&lovci. Tento 
kancional nenf nic jin6ho, lee pfeklad kancionalu 6esk6ho, jeji vydal 
Pavel Severfn z Kapf hory v Praze r. 1541. Tak zjevnS svfcdSf Efr. 
Oloff. 5 ) 

S II. vyd&nfm tohoto kancion&lu z r. 1569. srovn&vd se z d&sti 
tez polsk^ kancionil, jeji vydali cestf bratff v Toruni roku 1611. 6 ) 
V ndpise L vydanf jest vyslovne udino, ie tyto „pie6ni duchowne 
kosciota swi§tego" jsou z cesk6ho jazyka na polsky pfelo^eny, vSak 
v EL vydinf toto udanf jest vynech&no, ac porfzeno jest t6z podle 
ceskgho. Zavfrajft se v n£m pfsnfi: „Ciesz si§ Gorko syonskd" 
(s notou „osoblivou a ), stard to pfsen bratrskd; „Bog nasz wszech- 
raogacy wstal z martwych w swey mocy V) naSe prastard to pfsefi 
ze XIV. vfcku; ,Krystus przyklad pokory, Bog nasz milosciwy" (s notou 
,osoblivou u ), pfsefi to naseho Klim. Bosaka; „B$d2 Bogu chwala 



*) Juszynski, L c Vice o nf y H S4sti. 

*) L. c 644. 

*) Viz o torn ▼ 6as. 5. Mas. 1830. str. 29. a j. 

4 ) Vizme Rejstftk pisnf v jeho amsterod£msk6m kancionAle. 

*) „Polnische Liedergeschichte". Danzig, 1744. 8t. 37. — JireSek hymnol. 

st. 93. a RtikovSi k d$j. lit. cesk6 I. 104. — Sowinski, 1. c. 106|7. 
•) E. 01o$ 1. c. 420. 
*) D^jiny L c. 71. 



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22 

cze&, b$d2 iego imie po2egnano a , jizto sloiil n^jaky kalisnfk fcesty 
]ii v L polovinS XV, stoletf; 1 ) B Gdy czas przyidzie dni s$dnemu a ; 
„Jezu Kryste Wykupicielu, wstaleS z martwych rano w niedzieto*; 
nafie prastari pfsefi s obecnou notou: „Ach, ach, auwech, na ma 
cieszko^" (»nota osobliwa"), a mnoho jin^ch. V§ak kromS nich ob- 
sahuje tento kanciondl v sob£ i mnoho pfsnf z cfrkevnfch hymnft 
latinsk^ch, a n&co i z nSmciny pfelozen^ch. 

Hned po Valentinu z Brzozowa vydal tak6 Jan Seklucyan 
kancional tki v Krdlovci r. 1556. Sowiftski pravf o n&n podle E. 
Oloffa, 2 ) ie mfize povazovati se za nejiiplnSjsf v^bfir melodif. Exempl&f 
toho zpfivnfku m& knihovna kn. Czartoryjskich (sign. 777/3.) ; na lists 
916. pHpsdno jest: ,J. Seklucyana piesnie chrzescianskie". Ze tak6 
Seklucyan sbfral pfsne i po ceskych luzfch, sv6dc( k. ph bohemismy 
v jeho pfsni: B Juz wyszlo swiatlo sluneczne mi przez modlitwy 
spoleczne". Seklucyan vydal kromS toho jeStS jinou sbfrku zpSvii 
n&bozn^ch od rozlicn^ch autorfi, z nichito dvS pfelofil Jan Zariba 
z fieStiny, jak df Sowifiski (I. c). V jeho kancion&lu (torunsk6ho vy- 
danf) obsahujf se tak6 dv6 ctyrhlasn6 pfsnS od slavnSho polskGho 
skladatele Vdcl. Samotulsk6ho, jeni byl freditelem hudby u krdle 
Zikmunda Augusta, a slozil takg melodie k lamentacfm Jeremi&Sov^m 
a mnoho jin^ch skladeb, obecnS zpfvanych a obdivovan^ch. 3 ) Seklu- 
cyanfly kancional obsahuje jeho ctyHil. pfsefi (pro smfSen6 hlasy) „Ach 
moj niebieski Panie tt , pak vecernf modlitbu rovn&2 pro 4 smfsene 
hlasy. slovesn6 strince pfsnf Seklucyanov^ch pravf se v Slovnfku 
nau£n6m, ie Seklucyan pfekladal je z latiny a nSmciny, nemaje ducha 
b&snick£ho a . 

Tak6 protestant Petr Artoraius (Krzesichleb) pHjal nemalo 
(Seskych pfsnf do sv6ho zpSvnfku ^Kancional, t. j. PieSni Krze- 
Sciafiskie", jeji po prv6 vydal v Toruni r. 1568., a jenz pozdSji 
casto vyddn byl. 4 ) Upraven jest t^mz poMdkem a zpfisobem, textem 
i n&pSvy, jako cesk6, zvldstfi bratrsk6 kancion&ly t podle roku cir- 
kevnfho 8 pfsnSnii pflvodnimi, z latiny, ce&tiny a n&nciny pfelozenymi. 
Z ceskych kanciondlfl pfijalpfsnfi: „Narodil se Kristus Pan" (lydicky), 
jez jevf se tu do slova jako nase, jen ze rozsirena jest na 16 sloh ; 



*) DSjiny 1. c. 174. 

') n Les rousiciens tt etc. 492. 

•) A. Sowinski L. c. 530. a b1., kdei o n£m i doklddd: „Toub lea historieus 

de ce pays (Pologne) sont d'accord sur le mgrite de Szamotulski". 
4 ) Viz o n6m Encyklop. powsz. t. II. 231. 



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23 

„Anio!owie, aniolowie zaspiewali" s sirSfm nipSvem bratrstym; 1 ) B Jest 
psano dawnym rokem, Jeremiaszem prorokem" ; „Umuczenie naszeho 
Pana JezuKrysta waz°; w Jesus Krystus nasz Zbawiciel" ; 2 ) *Krystus 
z martwych wstal gest, nam na przyklad dan gest B ; ..Rozpomien 
czlowiecze na to, ze£ gest popiol y tei Wato B ; „Gdy czas przyjdzie 
dnia sadnego' (v pndatku); pak pfsen naSeho Klim. Bosdka: n Kto 
tu chce Bogu sluzid zywi^c w poboinoSci", a hojnS jin^ch. VSak jako 
jini skladatelg kancion&ft, pottnal si ttt Artomius. Mnoh6 pisne t. 
prelozil, nebo sdfclal tak6 z latinsk^ch stfedovStych hymnfi, pros 
a sekvencf, je2 hojnS cituje, n&kter6 i z nSmciny, vedle origindlfl 
polskych, jako: a Kol§da na boiie narodzienie dla D2iatek a , (dv6); 
jina vinocnf dvouhlas& B dla Diiatek* je na str. 48. „Bogarodzica a 
tu neni, n6brz jina marianska pfsen, cfslo 218., jiz oznacuje Artomius 
bezdSky sv6 protestantsk6 vyznanf. Kladet ve versi 6. Bohorodicce 
v dsta slova: „Ni ted Bohem jsem se nestala, ani£ tki krdlovstvi 
syeta mela, jak mne ti zovou, kteH mi pochlebujf svou mluvou". 
Ave v. 8.: „Nie jestem tei nadzieja iadnego, giji Krystus 
sam odkupil kaidego, a kto w tym niedufa, niech ten we mnie na- 
dzieje nie szuka". Tak iteme ve vydanf z r. 1640. Tak mocnfc byl tedy 
kult nejsv£t. Panny Marie zakofenfcn v srdcich polskych, ze ani v torn to 
case, protestantismu pf(zniv6m, neodvazili se vydavatele pominouti jej 
mlienfm. Ale jak okrojili a upravili, Ci vlastnS, jak obnazili jej ! — 
Ke konci vlastnfho zpSvnfku pfiddn jest i protestantsky katechism, 
pak B past erst wo domove a a „modlitwy pospolite". 

Roku 1609. vydal tak6 Kr. Era in ski, jeni byl superin ten- 
den tern v Malopolsce (f 1618), zpSvnfk nadepsany „Piesni naboine" 
czy ,Kantyczki B . JuszyAski pravf o n6m (ke konci sv6 pfedmluvy 
,Dykcionarze" 1. c), ze pojal do toho zpfcvniku mnoho velmi ddvn^ch 
pfsni z kanciondlfi r. 1435. (PfevorScika?) a 1521., na pf. „Kiedy krol 
Herod krolowal, na iy&y zalowal" Pfsei „Bogoradzica tt pfisuzuje tak6 
sv. Vojtfichu. 3 ) 

4. Jako Ce§i, NSmci a FrancouzovS, tak si tki Polici die z&padnfch 
vzorft oblfbili v XVI. a XVII. stol. obzvldstS ialmy hojnS zpfvati a za 
tfm ucelem pocali v t6 dobg i oni vydavati tak6 zvlastnf Jaltdfe. 
Jiz P. Artomius pHbral do sv6ho kanciondlu od str. 235. tak6 zalmy, 
a to s dvojfra textem, jednak die obecn6ho pfekladu, jednak die pfe- 



») DSjiny 1. c. 123. 
*) L. c. 168. Hnsova. 
a ) Sowiriski, 1. c. 340. 



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24 

kladu Kochanovskgho, pHdav k nim t6z dvoje ndpSvy, obecnfe cho- 
rilnf a zvl&tnf. 

Prvnf pfekladatelfi Zelt&ie byli Seklucijan, Rej, Trzyciecki 
a Lubelczyk. Tento polsky basnfk a hudebnfk XVI. v£ku vydal 
r. 1558 u Mat Wierzbi^ty v KrakovS B Psalterz Davida, onego Swi§- 
tego kr6Ia i proroka, teraz na nowo na piosneczki przeloiony. Lu- 
belcfk vSnoval jej hrabfcti G6rkovi, palatinovi Mestsk6mu, jenz byl 
pHznivcem iesk^ch bratff v Polsce. SowiAski pravf o tomto SaltAH, 1 ) 
ze jej Lubelfilk sloSil podle vzoru onoho, jeji Bratff yydali v Praze, 1 ) 
a jinde doklddd k slovesn6 skladbfc jeho, ze jest jazyka iisttho, r^mu 
vybranGho a vyddnf jeho 2e jest velmi pefilivS poffzeno. Lubelcfk 
podepsal se na n&n z pokory Jakub Slu2ebnf6ek. Rej z Naglowic 
pfeloftl jii celf zalt&f. 

AvSak nad n£ nade vsecky vysoko vynikl w polsk^ Virgil" Jan 
Kochanowski svym klasickym pfekladem vsech 150 zalmft, jejz 
vydal po prv6 v KrakovS r. 1578. S&m protestant Ef. Oloff 3 ) napsal 
o nera: „So viel Aufsehen aber auch Rey mit seinem Psalter machte, 
so iiberging ihn docb bald der trefflich, gut lutherisch gesinnte, 4 ) 
polniscbe Poet, Johann Kochanovius, der fast ein allgemeines Wohl- 
gefallen in alien polnischen Kirchen erhielt: denn aus Eochanovii 
t)bersetzung werden nicht nur in den lutherischen Eirchen, sondern 
auch in der romischen (ovsem) und reformirten noch jetzt viele 
seiner polnischen Psalmen gesungen. 8 I jest jednomyslny soud v&ech, 
ze tento pfeklad Kochanovsk6ho n m& velkou cenu bisnickou a lite- 
rirnf, 5 ) pro£e2 doloiil o nSm A. Sowinski 6 ) : „Cette admirable tradu- 
ction faisait les d&ices de la Pologne.* Od prv6ho vydanf tohoto 
„arcidfla jazyka, slohu a nadSenf" T ) uplynula sotva dve leta, a ji£ 
nadchnulo soucasnSho mistra hudebnSho, Mikol&se Gom6tku ke 
£tyfhlasn6mu spracovdnf vsech 150 ialmfl, je2 dedikoval krakov- 
sk&nu biskupovi, Petru My§kovsk6inu. Nadepsal cel6 dflo: .Melodia 
na Psalterz polski, przes Mikolaia Gomolke uczynione." V „Ency- 



l ) „Les muBiciens" Ac. pg. 246. 
*) Kterf jest to? 
») L. c. 224. 6. 

4 ) Tot nespravn6; Kochanowski byl katolfk, jemuz nabfzeno bylo i probosstvf 
poznanskS a opatstvf Set$chovsk6. Viz Slovn. nauS. IV. 741. a srovn. VI. 612. 

5 ) Slovn. nauc. VI. 642. 3. 
«) L. c. 316. 

') Na at. 183. 



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25 

klopaedii pov§echn6" df se, 1 ) ze Gomotka jest jediny skladatel XVI. 
y&u, jehoz ti§t£n6 dflo dochovalo se do nasich casfl. BibliotGka 
jagellonski a knizat Cartoryjsk^ch majf po jednom exempldfi toho 
dfla. Gom&ka poch&zel z Krakova a uiil se hudbfc ve VlaSfch, kde2 
byl soucasnfkem velkych mistrft klasickfi hudby kostelnf, Palaestriny, 
Yittoria, Nanini a j., jichzto slohu ovsem i on se pfidrSel. 2 ) Zemfel 
r. 1609. jako freditel kapely a pochovdn byl v Jaglovci (y Halici), 
kdei hl&s& jeho slavu potomkflm tento ndhrobnf nfipis: 

„Gomolcam hie lapis indicat sepultum, 
Quern cum devorat atra mors choraylae 3 ) 
Omnes ingemuere, musicique 
Magnatumque domus stetere mutae. 
At recte cineres tui quiescant 
Gomolca hoc tumulo a tuis parato, 
Urbem nee patriam Craci requirani." 

Pon&vad2 pak tento n&pis jest£ ud&vd, ie zemfel Gom61ka, maje 
toliko 45 let, zda se, ze slavn6 dflo sv6 slofcil u vfcku jeSt6 mladistv6m, 
ac nepodoba se pravdS, ie ji2 u vSku pouh^ch 16 let, jak by z Jece- 
neho slo na jevo. Gomflka s&m toto dilo sv6 v dedikacf naz^vd prvo- 
tinou frka: 

a Ja te£ snopek pierworodny 

Niosec Panie, acz niegodny 
Twoieh rak wielkiey zabawy. 
Niegard£ proszq : . . . a Atd. 

O sv^ch ctyfhiasnych melodifch pravf pak tu skromnS, ze jsou 

„laczniuchno uczynione 

nie dla Wloch, dla Polak6w 

dla naszych prostych dumakow." 4 ) 

Tyto znamenitS fityfhlasnS melodie neobsahujf v sobS obvykte 
francouzsk6 zalmov6 ndpSvy, jez jevf se ndm v jinych zaltdrfch £eskych 
i polsk^ch z t6 a pozd£jSi doby, 5 ) alebrJ majf napfivy nov6, jak v^- 
slovng df s&m Gom6tka v dedikaci. hudebng cene tSchto pftvodnfch 

*) Na str. 183. 

*) Sowinski 1. c. 222. Encykl. powsz. 1. c. 

*) Choraala = hudebnik neb feditel hudby. 

*) Encykl. powsz. t X. st. 182. 

*) Efr. Oloff, L c. str. 421. di zfejmS: „Es hal aber Rybinski (viz o nta niie) 
solche ffbersetzung auch nach der franzdsischen Melodey einznrichten 
gesucht." Kdyz pak nahledl jsem do n*pevu ceskSho zaltafe Jif. Streyce, 
shledal jsem, ie jsou to veskrz tyt£2 napSvy, jako u Rybinsk6ho, ale 
i u ceskych BratH, tedy francouzske melodie, jei slozll na text Theod. Bezy 
reformovany Klim. Marotti, jak di E. Oloff. 



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26 



melodif Gomolkovych pravf A. Sowinski: l ) aL'harmonie en est re- 
marcable par l'616gance et la sonority ; une habile disposition des 
parties prouve, que Gomolka possedait parfaitement l'art difficile 
d'ecrire pour les voix. Rien n'est beau, comme le debut de son pre- 
mier psaume &c. ..." I otiskuje pak Sowinski ve sv6m dfle tuto 
prvotinu zalmovou, jakoi i nfekolik jin^cb, vybranych zalmil. N&s 
Cecby budou pak zvl&stg ty zalmy zajfmati, jez tak6 n&s slavny 
protogrammatik, Slovak Vavi 1 . Benedikt Nudozersk^ ttz ctyftilasne 
slozil 2 ). Srovnejme z nicb 2almy 75. a 79. 

Gomolkflv zalm 75. B Confitebor tibi Deus tf znf, ze ctyf- 
lfnov^ch systGmfi, z 3 C a barytonov6ho F klfce z origin&lu pfepsany, 
takto : 
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*) L. C. 223. 

2 ) Viz m6 zvlastnf pojednanf o n§m v caa. „Cyrill a 1883. 8t. 82. si. Text ialmfiv 
Nudo£ersk6ho vydal J. Jirecek v „6asomgrnycb pfekladech ialmftv Br. Jana 
Komenskelio, Blahoslava, kn. Matouie Benesovskeho a br. Vavf. Benedikta 
NudoZerskSho 44 (ve Vidni 1861). 



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27 



<5esk6 spracovinf NudozerskSho znf: 



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t pa -m£- tech nasich; sta-lou ma-me pa-mat-ku jich. 



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Mezi ob&ma ski ad b ami jevf se zna£ny rozdfl ten, 2e Nudozersky 
sepjal svfij ctverohlas jednoduchym kontrapunktem v pHsn6, plasticky 
odmfcren6 roucho starSho klasick6ho metra chorjambick6bo podle textu, 
avsak Gom6Ika pfiodSl preklad Kochanovskeho zcela svobodnfc volnym 
a dflmyslng sestrojen^m kontrapunktem ozdobnym. Rovn£z tak ma se 
vec i se zalmem 79. a vsemi ostatnfmi. 



Z. 79. n Deus venerunt gentes" znf u Gom61ky takto: 




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Nudozersk^ poddvi jej takto : 



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Kr&li yg-dny ach, po-pa-tHS, jak se pft - so - bf ny - ni, 

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*) Y originalu stojf noty dc jako v pfedesl6m akkorda. 



Srovname-li nynf skladby obou mistrfl, znamen&me, ze 2almy 
Gomotkovy majf vStfif cenu hudebnou, nei ialmy Nudo£ersk6ho, jehoz 
melodie, sevfen6 rytmem antickych rozm§r& basnick^ch pogtr&dajf 
prav6 plynnosti melodick6, jak zevrubneji oznaiili jsme v fe6en6m 



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29 

pojedn&nf. Skoda, ie nelze n&m porovnati tak6 jin6 6tyfhlasn6 me- 
lodic Cecha Daniela Karla z Karlsperka, jenz vydal r. 1618. 
svou pracf a vlastnfm nikladem takfi v&ech 150 ialmft, jak uddvd 
Em. Bohn ve sv6m spise „Bibliografie der Musikdruckwerke bis 
1700., welcbe in der Stadtbibliothek &c. . . . zuBreslau aufbewahrt 
werden." 1 ) Bohn dokladd, ie jsou to „franconzsk6 melodic". 

Tak slavn6 dflo, jako byly zalmy Kochanovsklho, rozsfKlo se 
pak takovou mgrou, ie dockalo se mnobych a rozlifinych vyddnl. 
Vsak pravf-li se v Slovufku nancn&n (1. c 613.), ie proto po Ko- 
chanovsk6m nedal se jiz nikdo do pf ekliddnf 2almft, neni to spr&vn6 ; 
Deb jiz na po&tku XVII. stol. pfelozil je znova Mat. Ry bin ski, 
reforraovan^ senior ve Velkopolsce, jenz zemfel 1612. 2 ) Bezpochyby 
udnil tak proto, ie pfeklad KochanovskSho nehodil se ma k fran- 
couzskym, obecng zndmym melodifm, k nimzto svfij pfeklad pHlfcil. 
Nazev toho dfla, jei vydal r. 1607. v Toruni pro polsk6 protestanty, 
jest: „Psalmy Monarchy y Proroka £w. Dawida; przekladania X. Ma- 
cieja Ry bin ski ego." I ten to ialtii dockal se kolikera vyddnf, 8 ) ano 
SowiAski dokonce df 4 ): n Ces psaumes eurent un grand nombre 
d'editions k Dantzik." Text sdSlal Ryb. podle francouzsk6ho pfeklad u 
refonnov. Theod. Bezy a rovn&2 tak pfijal k nfimu i francouzskfi 
melodie, kter6 Bezovi slofcil Kl. Marotti. textu Rybi&sk6ho pravf 
Jan Turnowski ve vyddnf z r. 1619. na rubu titulnfho listu: 

Rey zaczai Sauromatom wykrzykad psalm Boski, 

Etdry v tak foremni rym ojal Kochanowski, 

i% go jeszcze do tych dob nikt w tym nie celuje: 

A przelie y Rybinski prac nie zaiuje: Atd. 
I Sobotka v Slovnfku nau£n6in doklddi o Rybifisk6m, ie Jeho 
pfeklad ialmfl vyrovnd se na mnoha mfstech pfekladu Kochanov- 
skeho." 5 ) 



l ) Berlin, 1883. J in A zpr^va o isMAH torn cte se v Dr. B. Dudika rozpravd 
.Karl's yon Zerotfn bOhm. Bibliothek iu Breslau", (Prag, 1877. v zased. 
zpr&vich kr. c. sp. nauk, na sir. 207.). V Jungman. n Historii u a Dodatcich 
k ni schazi. Dflo to nadepsano: „2almove, aneb zpgvove gvat6ho kr&le 
Davida . . . . v cesk6 rytmy slozeni a v zpasob zplvani na 4 hlasy sformo- 
vanl." Pol. — Jbou tarn dokonce dva exempl&re. — V starfch metrech pfe- 
klftdal take Eomensky zalmy na francouzskS melodie. Viz „Cyrill u 1883 
str. 91. 

*) Slom. nauc. dokl&da o nem, ze „byl syn ceskeho yygtSbovalce Jana, jeni 
ve ylaati slul Ryba." D. VI. st. 612. 

*) Yiz jich nSkolik y knihov. knfzat fiartoryjskycb. 

«) L. c. 483. 

•) VI. 612. 



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30 

5. KonednS doloJiti jest ndm, ie jako Cechovfi, tak i Poldci od 
XVI. stoleti sestavovali tak6 hymny a prozy cfrkevnf ve zvltetnf 
8bfrky. 1 ) Bohatd knibovna kn. Cartoryjskich v Krakovfi chovfi dvfi 
takov6 sbfrky, pfiv£zan6 ke Gom61kov^m melodifm „na psalterz 
polski". Prvnf pHdavek obsahuje „Hymny kogcielne", druh^ „Prozy 
ko6cieln6. a Obfi slozil kn. Stanisl. Gro chow ski, jen2 byl kanov- 
nikem v KaliSi a tajemnfkem krdle Zikmunda III. (r. 1620). Sowinski 
o n£m napsal, ze byl v^born^ bSsnfk a slozil mnoho zpSvfi, jez pri- 
jala pak katolickd cfrkev v Polsce.*) „ Hymny cfrkevnf" vSnoval zvl£§tnf, 
vzletnou bfisnf krakovsk6mu biskupu Tylickiemu. V ndsledujfcf na to 
pfedmluvS df „autor czytelnikowi", ze kazdy vers polskGho pfekladu 
s latinskym versem poctem slabik se srovn&vd, aby se mohly i polsk6 
hymny zpfvati die nipSvfi origindlfi latinskych. VSech hymnfi obsa- 
huje se tu 107. Pfi zn£m6m hymnu kv£tn6 nedSle „ Gloria, laus, 
honor (6. 46.) vypravuje autor i o vzniku jeho skladby. 

Druh^ pHdavek obsahuje 17 „proz koficielnych ze msza?u rtfym- 
skiego 41 , jez dedikoval MatSji z Buzenfna, biskupu pfemy&lsk&nu. 

Leta PanS 1799. vydal tak6 Vdclav z B oh u si a vie, hrabS 
Sierakowski, kanovnfk a probost katedr&ly krakovskS, „hymny 
kpScielne" podle brevi&re Hmsk6ho versem polsk^m. Tento veliky 
ctitel a znalec hudby, jenz byl tak6 hudebnym skladatelem, zaloHl 
pfi katedrdle krakovsk6 i Skolu zp&vdckou, do nfz povolal za u&tele 
zpSvu Cecha Holoubka. 3 ) 

6. V naSem stoletf kone£n£ vy§ly zvld§tS dva polski zpfcvnfky 
pozoruhodnS, z nichz jeden vydal X. Mazurowski, feditel kflru v Pel- 
plfnS r. 1879 (?), druhf slozil a vydal X. M. Mioduszewski v Kra- 
kov8. Oba jsou katolickS, oba vyborn6. Starsi z nich, „Spiewnik 
ko£cielny z melodyami i z dodatkem a vysel r. 1838., jedno vyddni 
s notami, jedno bez not, roku pak 1853. pfidal k nSmu Mioduszewski 
jestS II. a III. dodatek. Obsahuje celkem na pftl p&ta sta pfsnf na 
vsecky svdtky a poboznosti cel6ho roku cfrkevnfho, start i nov6, 
a v§e peclive zredigovan6, tak ze proto df Sowinski 4 ) o torn dfle, ie 
jest „trfcs complet et trfes estim6 a . Bylt Mioduszewski profesorem 
bohoslovf v KrakovS a v letech 1830/31. prov£zel krakovskGho bi- 



') Cc8k6 viz k. p. v pfidavku „Zalta?e Jana Vorlicneho". 

*) „Les musiciens" &c. pg. 254. E nekolika basnim jeho slozil slavny Diomedes 

Caton i zpSvy s hudbou, nadepsav: „Rytmy St. Grochowskiego z notami 

i tablatura, na lutnia.." Cracoviae, 1606. 
•) A. Sowinski 1. c. 446. 9. 
4 ) L. c. 402. 



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31 

skupa na jeho visitacnfch cest&ch. Tu prdvfi vznikl v n£m umysl 
sebrati a vydati n£bozn6 pfsnfi polsk6, a za tfmto uCelem za osm 
rokft nasbiral mnoho materialu po archivech, kostelfch a kfirech 
start Polsky, v rukopisech a tiscfch, obzvlaStfi kanciondlech. 1 ) 

Vsak jest 6 bohatsf na melodie zpSvnfk slozil s ndramnou pflf 
X. Mazurowski. Nasbfralt pfes tisfc pfsnf do n§bo a upravil je do- 
konce i na ctyri hlasy. Ndzev knihy jest: „Melodyje do zbi6ra 
piesni naboznych katolickych dla ugytku koscielnego i ulotfone do 
grania na organach i spiewania na cztery glosy." Mazurowski poddvd 
v tomto pfevzdcnem dile nemal6 ceny nejvStsf snfisku polskych pfsnf 
posvatnych. Pfidany ctverohlas jest veskrz vyborny a sprdvn^ i v t£ch 
melodifch, kter£ slozeny jsou ve starych toninach cfrkevnfch. Pravft 
o nich kriticky referent L. Heinze: 2 ) „Die Harmonisirung ist bei 
dem uberwiegend grossten Theile eine durchaus korrekte, die Eigen- 
thumlichkeiten der alten Tonarten sind in den entsprechenden Liedern 
gewahrt und nur bie und da ware vielleicht eine Melodie besser unauf- 
genommen geblieben." cel£ sbfrce pak doklada, ie obsabuje n einen 
reichen Schatz meist guter und edler Kirchenlieder." I poddvi v nf 
Mazurowski chordln6 melodie tak6 rytmicky spravnfi, tak ze tato 
sbirka pfsnf nejen nejv&tsf, ale i nejdokonalejsf jest. Pro tu prfdinu 
i toboto velk6ho sbornfku poffzeny byly jiz t£z men§f sbfrky £i vy- 
bory. Dr. Surzynski naz^vd ve svfem casopise „Muzyka koscielna" 8 ) 
tento zpfivnfk vyslovnS „najlepszym a . 

n. OcenSni posvatn<§ pisn& polsk6. 

Seznavse dejepisoy vznik a vyvin polskS pfsnfi posv&tnG, pH- 
hledneme nynf, jak6ho r&zu a jak6 ceny jsou napSvy pfsnf polskych. 
Pridrzfme se pri torn hlavnfi zpgvnfku MioduSevsk6ho, jejz povolany 
znalec a kritik polsky Dr. Surzynski ve svem casopise „Muzyka kos- 
cielna a „uvaza razem z Yincentym Polem za jedynie autentyczny 
kodeks piesni naszych poboznych." Kde treba bude rozsouditi 
o pravem, pfivodnfm napSvu ze dvou, neb vfce jich, pKhl6dneme 
i k nap&vfim ze starych zpevnfkA. 

Probrav a prostudovav cely zpSvnfk Miodusevsk6ho i nSkolik 
starych kancionalfl, dospSl jsem k poznanf, ze polska pfsen posvdtna 
zrodila se sice na luhu cesk&n, ale vsak zahy pocala se t6z vlastnfmi 



l ) Sowinski 1. c. 

*) Cecilien8-VereinBkatalog S. 117. 

•) Roku 1884. na str. 106. v korrespond. redak. 



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32 



cestami brdti, tak ze si Polaci bihem vikft jako my Cechovi vy- 
pfetovali samostatny strom posv&tni pfsni. Tuto pfsei prodechli 
zvla&tnfm r&zem melodick^m a je&ti vfce rytmick^m, jfmi lisf se od 
pfsni naSf i od pfsnf vsech ostatnfch n&rodfi krestanskych. Radost 
i ialost zboznou vyjadfuje Polak ve svych pfsnfch take svym 
zvl&gtnfm zpfisobem, svym razem a ducbem nfirodnfm, polskfm. 
Tudfz postrehnouti a uznamenati lze i v teto pfsni neposlednf, po- 
zorubodnou zuamku nirodnfho r&zu a ducha polskiho. 

Vsak co do hudebni krdsy, ceny a zpfisobilosti techto 
pfsnf k bohosluzbS nejsou vsecky stejny, ano jevf se mezi nimi a£ 
i nejkrajnij&f rozdfl od pfekrasnych napivii ceny nehynoucf az do 
lehk^ch, ano i trividlnych. Odstrasujfcfm pfikladem nipivfi ned&- 
stojnych a bohosluzby nehodnych jest ku pf. nipiv pfsni o sv. Sta- 
nislavu, 1 ) jenz se pocfna touto zndmou trividlnf frasou: 



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Idearum associatio zajisti jinam tdhne mysl, jei tento nipiv 
slySf, nez-li k v£2ni a dftstojni oslavi velkiho muiennfka, sv. Sta- 
nislava. Taki pri III. m&i*) (t. j. mesnf pfsni) ud&vfi vSednl, pfsnic- 
b&hkf ndpiv zn&mi pfsni Mich. Haydena „Hier liegt vor deiner 
Majestat". Tikav^ a hrav^ jest i ndpiv pfsni v ias moru, je2 se 
poifnd takto: 3 ) 



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„0 petna li - to§ - ci, ) 
Matko la-ska-wos - ci ! ) 



Syn tw6j karze nas a atd. 



Avsak tich a podobnych napivft jest celkem po skrovnu, a ty 
kteri jsou, vzaty jsou z cizf pfldy, a nikoliv z ducha polskiho. Tak 
bylo a jest bohu2el je&ti na mnoze i a n&s, koukol to v psenici. 

Pravili jsme, ie zvlaStnosti polskiho typu naboinych pfsnf jevi 
se jednak rytmem, jednak melodiemi, zvlaSti nikter^mi postupy ryt- 
mickymi a fr&sami melodickymi. 

a) Vzhledem k rytmu znamen&me, ze se ninohi pfsni berou 
trfdobym taktem polsk^ch mazurkA. Skoro polovina ndpivfl ve zpiv- 
nfku Miodusevskeho ma tndoby takt, a to ku podivu i nejviinijsf 



l ) V dodatku III. str. 968. 
') na str. 313. 
a ) Btr. 487. 



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33 



a nejbolngjSf. Zazpfvejme si takovou pfsefi a pozorujme uiinek jejf, 
kn pf. t6to vdnocnf: 1 ) 



fcj. e fn-^^rhrcB^ ^ 



£ 



Wiwat dsisaj Bo2skie Istno - §ci ! ) 
Gdy stf - pu-je z niebios wnizkosci:) 



Juz* sie ono 
Co pod figu- 



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tEE^L 



:£ 



^=5C 



£ 



spet-nHo, 
r% by-io, 

-> 1 1 1 j 



We - se 
Gdy Bo 



lo na zie-mi, 
ga wi-dzi-my; 



Krzykny &wiecie 



T M-tl 



z wielkiej ra-do - scil 

Jak slavnS, jak radostnS znf tento nfipSv! Avsak i ten *U takt 
a stHd&nf pfilnot se ctvrtecn^mi a osminami dod&vajf mu zvl£§tnf 
zivosti a pohyblivosti. Postavme a srovnejme k t6to veleradostn6 
pfsni zaluplnou marianskou pfsen Czastochovskou, kterou zpivaji 
poutnfci, lou&ce se s Czastochovou: 2 ) 



%-- ^=Prr-n>rr^ m 



3=£ 



&=m 



■0*- 



s 



-i/-V- 

Ach jak smutne jest rozstanie 
kro-lo-wa nieba ziemi, 



odchodz%ci miej 
od o-bra-zu 



sea tego ! 
two-je-go : 



# 



£g 



m 



m 



-tr--i- 



=2=* 



=£=£ 



^ 



*3t 



o Panienko je-dy-na ! Matko Boiskie - go Sy-na. 

Jak krisn^ jest tento napSv, pln^ 2iv6ho, opravdivSho zalu 
a Mubok6 resignace kfestanskG! A prece i v n&n jest ten tHdoby 
takt ttkav^. Tento podivuhodn^ n&pfiv jest patrnS hypodoricty, jak 
sYgdii nota h na poiatku, kvinta e— a v slovS „kocbamy a a obrdcena 
reperkuse /— d. PfedznamenanS hes jest proto zbytecno, jeSto )? pH 
pit£ notfe a j. rozumf se die pravidel starych tonin samo. Die tohoto 
rfzu sv6ho jest tato pfsefi patrnfc stara, jak svSdci tak6 vyraz „pqt- 
niki u y 3. sloze, o n&ni df Mioduszewski v pozn&mce-, ze jest to 
t v^raz d&wnf* (t. j. ceskf), ktery znacf „pielgrzym a . 



*) str. 43. 
») str. 818. 
Tf. : Pllowfie, d^jepU • fllologie. 



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34 



V ttonz taktu sloSena jest i tato boluplna pfsefi postnf: 1 ) 



^m 



mm 



m 



-Jm: 



„2al dusze 
Gdy siodki 



sciska, 
Jezus 



serce bolesd czu-je, 
na smierc si§ go - tu-je, 



kle.czac y o- 



:fc£ 



S^ 



=C 



grojcu, gdy krwawy pot le - je, 



me serce 



mdleje.' 



Jak podstatnS li§f se tento jonick^ n£p£v *) polsk^ho ducha od 
n&pSvu ndsledujfcf pfsnfi postnf, jejfi melodickfi frdzy vzaty jsou ze 
VI. 2almov6ho tonu r&zu elegickGho! Znamen&me tody na tomto na- 
pfevu zejmena zvl&Stnf viz pfsnS polsk6, jenz jevf se ostatnfi rovnfii 
tak i v narodnfyh pfsnfch polskych. Druhd pfsefi YI. ho tonu zalmo- 
v6ho znf takto: 

„Lament duszy u atd. 



i^g^^fi^ ^ 



4— J— 4— j- 



± 



Je - zu, na za-bi-cie o-krut-ne ci - chy Baran- 



9 s=j=£3=q=t^^&=t=3=TF3 = 3=^ 



ku od zy-d6w szu - ka - ny, Je-zu moj ko - cha-nyl a 

Jina rytmick£ zvlastnost zracf se v n^kterych melodick^ch 
fr&z&ch, postupech a zdvSrcfch, jez iasto se opakujf. Jsou to zej- 
m6na frdzy: J J J | I Ji jako v pfsni ,£al dusze"; pak tyto rytmick6 
postupy: J J | J J, jako v pfsni n Wiwat dzisaj", neb naopak: J I 
pak use6n6 z£v6ry: J I, I J, nebo J # f\ jei tak6 v ndrodnfch 
pfsnfch polskych a slovackych casto znamen&me. 

E tomu dodati jest n&m, ze ry tmus melodick£ nezftdka pfre- 
r^vi rytmus taktovy, aneb ie takovyto rytmus kHiovany tytyz tak6 
stffda se s pravidelnym na stejnou frazu melodickou. V tomto obledu 
zvl&st6 mi napadly dvg pfsnS velmi rflzn^ch dob, jedna postnf, jedna 
velikonocnf. Postnf znf: 3 ) 



l ) Btr. 60. 

*) Proto jeBt posiivka pH 3. notS (v B dusze tt ) zbytefaa. 

3 ) Btr. 104. 5. 



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35 



r. r. f f r r Hl>5P^-^ Wf3 



se 



„Ogrodzie oliwny, 
Widzf Pana mego 



widok w tobie dziwny. 
na twarz upadlego : 



T^sknosc smutek, 
Krwawy pot z nie- 



i 



* f 



ztz 



,"» « N 






■track go sciska, 
go wyciaka. 



Ach Jezu mdlejacy! prawiea ko-na-j$-cy. a 



Jak vhodnS v t6to zvl&tnf melodii pferyvan^ rytmus melo- 
dickych b&z vyjadhije. se zvldstS v slovS .smutek" hluboty bol, 
jeni dufii Spasitelovu na bote 01ivsk6 protykall A pfece prfivS 
y torn taktu, jimi tento bol nejvfce vyr&zf se ( B T§sknosc, smutek u 
atd.), obracf skladatel zase na tHdoby takt Jak velkft to pohyblivost 
mysli polsk6! Druh& velkonocni pfsen jest jeStfi vyznain^jfif a ori- 
ginaln£j§f, jeito v jejfm neoby£ejn£m napSvu bezmala vsecky zvla&t- 
nosti polske pfsnS se jevf. Zazpfvejme si ji: 1 ) 



f*T77^ J 'r 1 ^bfeM ^ ^=M=g^ 



„Przez twoje swifte z martwych powstanie 
w niebo wstajpienie 
Dacha zeslanie 



Bo 



Sy - nu! 



^ 



is 



P=pc 



m 



^=fc 



odpuicii nam nasze zgrzetzenie : wierzymy, zes zmartwych powstaJ, 



E^E^l 



3a 



£ 



zy - wo - tea nasz na - pra - wil, smierci wiecnej nas zbawit. 

* — ^ 



if j . i / ;~^ ^ 



awoja, swigta, moc zja-wit u 

V jak formittnS pWsnGm, dokonalfem a pfece i bohat6m havu me- 
lodicklm pfedstavuje se ndm tato neobycejna pfsen t Jest velikonocnf> 
slarnostnf a pfece sloiena jest upln6 a pffsnS ye frygickfi toning, jejiz 
melodickg frdzy hodf se vice k vyjadfenf zadumfivych, boln^ch 
dojmft a Citfl, nez-li radostn^cb. AvSak v t6to pfsni vyjadhije j( 
skladatel vfibec velik6, neobycejn6 pohnutf a v torn uhodil na pravy 



•) 8tr. 128. 



3* 



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36 



rdz t6 toniny ; neb radost ze vzkffsenf (resp. nanebevstoupenf, sesldnf 
Ducha sv.) v duSi kfrestanovS roznScuje opravdu velikS, neoby£ejn6 
pohnuti my8li, a ze volil skladatel k vyjadfeni tohoto neobycejnfeho 
vzrusenf a pohnuti mysli pravS frygickou toninu, sv£d£f tomu, ie se 
tato pfsei vyfinula v dob£ vazn6 a pohnute z hloubi duSe jeho. 
Pocfnalt si rovnez tak, jako autor nasi prastarS velikonocnf pfsnS 
„Vstall jest t6to chvfle a , je2 m£ tak6 frygick^ ndpiv, a£ docela roz- 
iiluf. 1 ) Tuto nazval Dr. Witt „das herrliche Auferstehungslied". 
Zajfmav6 jest porovn&ni obou. Kdezto nase ceska podle vysok6ho 
stiff sv6ho vyznamendvd se vznesenou jadrnostf a prostotou, polskd, 
jak feceno, vynikd bohatostf melodie a rytmick6 rozma- 
nitosti, coz v§e v pfekrdsny celek slouceno. A jak pHsnS prov&df 
v nf autor frygickou toninu! Ac reperkuse jejf jest e— c, nevyhybd 
se ani prav6, ale tvrd6 dominants e—h a jakoby zurayslnS toto h 
devStkrdte nar&fcf, kdezto c toliko tfikrate, tak ze prdvem mftzeme 
Mci, ie autor pKjal mimofrddnS, ale zumysla tuto tvrdou dominantu 
za reperkusi sv6ho frygick6ho napSvu. Radosti velikonocnf pak ne- 
ddvd jin6ho vyrazu, lee toliko mocn^m postupem od t6to dominanty 
az k pln6 oktavS toniny. — Tento rozbor nap6vu svSddf o torn, ie 
tato melodie jest velmi stard, a skladatel jejf ze byl mistr. A sku- 
tecnS jest to t&z pfseii, jejiz text cituje Juszyfiski ve sv6m Dykcio- 
ndri z nejstarsfho sborniku Pfevorscikova (z r. 1435.), jak v I. Wsti 
jsme poznali. 

Prestaneme na tSchto rytmickych zvl&stnostech posv4tn6 pfsnfi 
polske. Dflkazem, ze skutecng z ducba polsk6ho se vyfinuly, jsou 
n£m naroduf pfsnS polskG, v nichz tak6 shled&vame ve&ker6 charak- 
teristicke zndmky vytfienk Zazpfvejme si ku ph tuto zvl&stS vy- 
zn^nou pisen z Kolbergova velk6ho dfla „Lud B (t. polsk^): 2 ) 




4U- 



„Po oczepinach." 

„Od Erzeszowic, Nowej G6ry.* 



m 



SSE 



^ 



^=5=3= 



EE3E 



Wa4 si§ wye podrzewi - nie, 



o pani 



i 



be 



£= 



■ft— fr— t- 



EE 



3=£ 



matko, 



3=*= 



i 



m$z mnie bi - je. Przyjedz, przyjedz matko moja, po-za-luj mnie, 



£ 



ii=it 



po-za 



luj mnie. 



1 ) Viz o oi y mych „Dejin&ch posy. zp. stc." na str. 61. si. 

2 ) Ser. VI. cz. 11. Krak. na str. 26. 6. 250. 



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37 



I tato pfsen musf byti velmi starfi, jezto slozena je pHsn6 dia- 
tonicky v star6 cfrkevnf toninfi aeolickfe, tak pHsnS, ie se ani tobo 
satanaSe y hudbfi („diabolus in musica B ), tritonu / (g a c) h neStftf. 
Rytmus ma tyz jako pfsei „2al dusze ficiska". Tyz rytmus je&tS 
napadnSji znamen&me v t6to pfsni: 1 ) 



(Zesbfrky: Pie$ni dziadowskie".) Cfs. 431. 



Krak6w. 



1 



ER^F? 



2 



HF^ 



-*— «- 



K-H4 



?S3 



=fc=t 



i 



B Dawnij kr61 dziada miaJ przy swojira boku, co gomialprzy 






3= 



£ 



g 



-*—* 



£ 



^ 



sobie, jak irenicq w oka. 



3= 



S 



g^g 



Dawnij kr6 - lo-wa 



niezjadla o- 



bieda 



przez dzia 



da.' 



Rytmus pfsnS „Ogrodzie oliwny" jevf se nfim v t6to pfsni: 2 ) 
RoBzesa. 



i 



4 



5&t 



T~r~r 



£ 



£=M=a^ 



„Pojedzesz? Pojadg. Vezze mnie ze sob^, 



b§- de pod- 




ci - na - la 



ko-ni 



pod to - bay 



b) Co melodii zvl£3t& se t^ce, doznati jest n&m po piln6m 
uv&zenf : 

a) OriginAluf nfipSvy polskych pfsnf (neohlfzfme-H se po t£ch, 
jei odjinud byly vypfijceny) vyznamen&vajf se celkem zvl&§tnf lahodou, 
jemnostf a uhlazenostf, ale i zivostf, a piece zarovefi i dfistojnostf. 
A tfm prdvfi jevf se n&m b^ti tak6 vfirn^m odleskem ndrodnfho typu 
dacha polsk6ho, o nSmzto dobfe pravf znatel: 3 ) „Poldci v&bec jsou 

t£Ia silnfiho a &li£n6ho, pohybft iitych a lehk^ch Z t6to vlast- 

nosti a z vyborn6 znamosti zpflsobfl a mravfi. francouzsk^ch vyvinula 
se u slechty polsk6 (t6z a jin^ch) znamd jej( salonnf ublazenost. Jako 



*) Lad. 1. c. Bt. 227. 

*) L. c. Bt 147. L 347. 

•) SIot. nau&tf. Dll VI. Bt. 693. 



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38 



t61o, jest i duch pohybliv^ a proto povahy nejvfce sankvinickd; 
zahoHt Pol&k snadno pro vSe velk6 a vzneSen& tt Toiik n&2n6 lahody, 
sdruzen6 s uctivou vdznostf neshledal jaem v jin^ch pfsiifch. Vybeftne 
na dflkaz ze zpSvnfku Miodusevsk6ho z mnoh^ch jednu z nejpgk- 
n£j§fcb. Jest to pfsefi o Bozfm Tfile: 1 ) 



^ 



a^E3EiE 



Si£ 



„Witam cie, witam przenajswietszie cia-lol Za naeze 

Ktore& na krzyzu sromotnie wi - sia-Jo. Oj-ca wiecz- 



IE 



* ( i 



S^l 



=f=*= 



=t=t 



wi - ny Synu je - dy - ny. 

ne - go, Boga pra - we - go. 



Zba -wi - cie - Ju 



swiata." 



Zazpfvejme si prvnf melodickou frfizu na slova „vftdm t&, vftdm 8 
dva- neb tHkrat, prodlgvajfce na pfilnotovSm c (sforz. a decrescendo), 
a vizme pak, zda mAze byti n&Snfcjsfho vftAnf Spasitele ve svatostinku 
nad toto? A pouh£ objem tercie c—a—c jak milfm v^razem jest 
zbozn6 pokoryl ZavfrA se pak ta pfsefi tercif a, nikoliv toninou /, 
k nii ani vftbec nesestupuje; to svSdcf op§t o n^zne pfftulnosti srdce 
k milovan&nu Spasiteli ve svatost&nku. Kratka to pfsefi a prostd, 
vsak co n62n6 lahody kryje se pr4v6 v tomto prost6m rouSe! 

Ze pak kontt a prodl6va na tercii mfsto na tonice, tuto zvla&tnost 
melodickou znaraename i v jin^ch pfsnfch tvrd6 toniny a rflzn6ho 
obsahu dosti hojnou mfcrou a to nejen v naboin^ch pfsnfch, alebrz 
i y n&rodnfch, coz dodavd temto pfsnfm raz obzvl&tnf ra£kkosti. 

Ku pf.: 



$ 



=F 



-k 



* 1 1- 



=*=£ 



=*=*= 



*sfc 



+ * 



% 



£ 



„Krakowiacy 



SE*> 



jad$ z tatarczana 



kasz%, co u-ja-da 



s 



mi - 1§, to ko - ni - ki 



pasa..' 



Eolberg „Lud tt L c. Bt 195. ft. 375. 



Proti torou se naSe staroSeskS pfsnfi vyznafcijf milou prostotou a jadr- 
nostf, n&kdy a£ i plastickou a vyjaditovdnf ve&ker^ch citftv. Tercif 
konCf se v fecen6m zpgvnfku zejmGna maridnsk6 pfsnS £fs. 10., 13., 



*) Na sir. 158. 



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39 



14. a 17./) pfsei o andSlfch, o sv. Vavftnci, o sv. Barbofe, pfsei 
t cas utrpenf (str. 267.), jedna za zenrfelS (str. 282.), chelmskA 
(onitskA) pfsei o poslednfch vicech a j. Ano pfseii o sv. VinceBtiu 
fererskSm sklAdA se ponejvfce toliko z ttch tfi tonft c A** a. E pfsni 
,Witam ci§" dotceno budiz, ie nese se tak6 znAntfm ji2 rytmem 
a taktem. 

/J) Vsak umf PolAk tak6 mohutn^ v^raz dAti hlubokSmu po- 
hnatf, radostnGmu i zalostn^mu vzruSenf mysli. I takov^ch pfsnf 
hojnfc se jevf ve skladu polskfi pfsn§. Na dflkaz poddm pfredev&fm 
to, je£ mne nejhlubsfm bolem dojala. Jest to mariAnskA pfsei na 
latinskou antifonu „Sub tuum praesidium' sd&lana, alevsak s tfmto 
zvlistnfm dorick^m nApfivem: 



f§3E 



3=n 



lFtt=7=3F3=i& 



\ i i 



abac 



t£ 



-gr- 



ip 



-*— r 



Pod twoja. o - bro - n§ u-cie-ka-my &\§ 6wi§ta Bozy Rodzicietko I 



*E 



3e 



J J J g ± ee 



± 



^ 



-<^- 



=^= 



naszemi prosbami 



nieracz zgardzic w potrzebach naszych; 



g^p^a ^ 



3=3=3= 



2 



rf * * ¥ +—CT 



ale od waelakich przyg6d racz nas za wsze wybawiac Panno chwa- 



m 



s 



se 



4= 



s 



£ 



=P 



lebna 



i blo-go - sJa-wio-na, 



Pa-ni! 



Pa-ni! 



E§3E 



S 



3E 



333E 



:=£ 



T= 



3E 



-g- 



^=£ 



2=3 



--*=& 



O pani naszal 0-r§-do-wnicz-ko naszal Po§redniczko nasza!" 

Aj }skf to nApfcv! V xAm nejhlubsi, nejzAdum&vijSf bol hypo- 
frygick6 sekundy e— / a reperkuse e — a, iasto opakovan^, pojf se 
se silou dorickg hlaviif toniny v jeden mohutn^ celek a napSv. A jak 
hluboko pronikA do duse nejvys truchlivA, jednotvAniA frAza eeeefa, 
stAle se opakujfcf! Tot v^raz nejhlubgfho ialu a bolu du§e, jei ne- 
miluje a nenalezA ani mnoho slov, atii mnoho totifl, aniz je s to 
z hloubky vyse povzh6str se povzdechem o pomoc, lee na kvartu 
e — a. A tak duSe touif, lkA, bplestf a vzdychA stile az do konce. 
T pravdS v torn jevf se t6z hlubokA resignace. Tot jest modlitba 



■) O marian. pisnfch soudf Sowingki (1. c. 408.) takto: „Les chants a Marie 
jFiesni" sont trta-beaux, empreints d'an noble et touchante expression. * 



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40 



zajatcft, vyhnancftl... Tot v pravdi, bez obrazu ?e£eno, chordl 
polsk^, choril n&roda polsk^ho. 1 ) 

PodobnS spocM i prodl6v& t&fc v^raznS jdsavd pfseii veBko- 
noSnf *) 5. V. na jedinfi melodick6 fraze: g'cdedc. Znf takto: 



g 



*=*z 



£EF 



=t 



-* — 1»- 



^^=s 



£ 



„Chrystu8 Pan z mart - wych wstat, Zwycieistwo o - trzy - mal; 



bo zburzyi smierd 



sro - ga. 



se=e 



S33E5E 



Sworn smiercia 



drog%, 



A -lie -lu-ja, 



a - lie - lu 



ja. 



Mysl pivce vzletnuvSi ze spod plagdlnfi kvarty g—c na tercii 
(zdkladnfho tonu) e % stile k nf se vracf a na tomto nejvy§sfm stupni 
radosti nejradSji prodl6v£. Cfm srdce navfelo, tfm tista pfet6kaj(. 

Mohutnfi a razovit6 vyjadhije zbo£n6 city ucty a nadSje i tato 
mari&nski pfsei: 3 ) 



3E 



sm 



m 



-0 — ^- 



©E 



.wim 



kr61owa 



nieba 



i ma - tko li 



to - Sci! 



=t 



^ 



-+- 



Witaj nadziejo 



iiasza w smutku i £a 



lo - ScL" 



Pozoruhodno jest tak6, jaky melodickf vyraz polsk6 pfsnS velmi 
ph'padnym, ale zvl£§tnfm zpfisobem davajf jednotlivym v^krik&m 
bolestn^m. 

V 18. pfsni postal jevf se tento v^raz : 



# * 



na Jcho smierc smutna. ach, ach, achl 
i meke; u - krnt-na. ach, ach, achl 



l ) Sowinski (1. c. 408.) doklada o nf: „paralt appartenir a one epoque plus 
recuse. Simple et touchante, cette melodie exprime bien le respect et la 
devotion, que les Polonais portaient a la s. Vierge de tout temps." 

*) Str. 133. 4. 

*) Str. 186. Srovnej k tomu tei marianskou pfsen „Salve regina u na str. 198. 



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41 



V&ak nejvgtSimu bolu zcela opatay vfraz dava jina pfsefi 
postal *) tfmto refr&iem: 



-*>- 



k 



E 



T 



r r f r 



^ 



Ach, ach! na krzyzu a 



mie 



rat" 



Tot vybuch bolu nejmocnSjSf, kdeSto onen nejhlub&f. 

y) PKhl6dn£me dile k tomu, jak Pol&ci cizf nipfcvy, pri- 
jimajfce je za sv6 premfciovali, at latinskS cfrkevnf, at £esk6, neb 
n£meck6. I v t6 pH£in& doloiiti jest n&m, ie upravovali si tH tyto 
nip&vy podle sveho ducha a sv6 povahy, jako sv6 pfivodnf pfsnS. 
To zracf 8e zvl&&t& nfipadnfc v t£to velikonotnf pfsni:*) 



m 



i> r fr H^j^p^bz g 



E 



*EEQ 



„Chrystus z martwych wBtan jest, Nam na przyklad dan jest, 



f*^ J J J J 1 — J J r I J ~^ "' J f J J 



Is mamy z mart - ifych powstac, Z Panem Bogiem kr6-lo-wac. 



m 






A-Ue-lu-jal a 

DHve ne2-li tento nipSv posoudfme, tfeba jest, bychom jej 
opravilL V prv6 cdsti poznali jsme, ie tuto pfsefi pojal jii Prze- 
worszczyk do sv6ho nejstarifho kancion&lu. Z toho jest n&m nepo- 
chybng souditi, ie nfipfiv t6to pfsnfi jest dorick^ tudfz diatonicky, 
nikoli y modern* d-mol toning slo£en£, jak dosvSdfoije i odr&ka pH 
h note ve slovfi B Nam tt a jestfi vfce kotebka t6to melodie. Proto 
slnM pocatecn6 f? i vsecky posfivky odstraniti. SdSWn jest tento n£p6v 
podle nasi prastarG pfsnS B Bfih vsemohouci" a tato zase z latinskg. 
Vsak polsky skladatel neopsal prostg ceskf nfipSv, alebri jej sv^ra 
zp&sobem pfetvoHl. Na d&kaz toho srovnejme obS a staronSmeckou. 
Nase staroceska ze XIV. stol. znf takto: 3 ) 



*) Str. 74. 

») Str. 129. 

*) Viz o nf vice ▼ ntfch Dfijin. 1. c. str. 71. a si. 



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42 



rg^ m *» =t — : =\ 


-*ME — <* — ^ — <* &- 


I » » -» cr- 






*i* ■ ■ r * i ^ ^w _ 


„Buoh vse- mo - hu - cf 


ystal z mrty^ch 24 - 


dn - 


ct 


-a- = — 




-w — 9 — » & rj * 


* » ** <x> ^ 






■ *> 9 ' 






-<^S 1 



Chvalmesfc Bo - ha y ve- se - 11; tot nam viem pi.- amo . ye - 11 



m 



» W ^ B>" 

Ky-rie e - lej - son." 

Latinsky pramen tohoto n£p£vu jest zn£m& latinski sekvence 
„VictiiBaB paschali". Staron£meck& upravena takto: 1 ) 



m^$ 



=E 



„*rifl ifl er # pan * ben 



*on btr matter 



al'te, 



i 



=^=sH4-d-* 



t 



5 



=e 



2 



±Z3t: 



b«« fttUn mtt afle 



fr<ty fin, Jtift ttifl mtfer $roft fin. 



i 



Jty*rie c * lei » fon." 

Ve vsech znamendme steji.6 melodick£ frizy, ale kaJdA je jinak 
upravila, kaidi podle dacha sv6ho jazyka i n&roda. E polskfrnu nd- 
pfivu srovnejme pak jefit6 pfivodnf polsty nip&v t£ie velikonoinf 
pfsn£, kterd z t6ze doby poch&zf: „Przes twoje gwi$te% jeji nahore 
jsme poznali, a shleddme z&rovefi, jak velky melodicty a rytmicky 
rozdfl jevf se mezi p&vodnfm a vypfijien^m ndp6vem polstynh 

ZvlAStS nfipadnfi jest pfetvofreni latinsk6ho n&p&vu hymnu .Pange 
lingua jeni v originAle psdn jest v dorickS toning Srovnejme k nfinau 
tuto polskou kopii:*) 
Z lacinskiego. 



itt3-j ; iTTff r i r r r c> 



^S 



-#=F 



Slaw j^zyku chwalebne -. go Ciala i krwie dwig 



^3 



^ 



tojd,_ 



£?E 



1 



f*-f r i :r^B 



*=& 



^=3t 



kt6re 



na o - kup ca-le-go swia-ta zwielkiej ' mi - loa-ci . 



3 



^ 



^ 



£ 



^ 



tat 



£S 



=#=P= 



^t*: 



:& 



:*=* 



wydal o - woe 



l ) Ve spise Hoffmannov£ 

t mych Dejinach 1. c. 76 
*) 8tr. 161. 2. 



plo - du kro* wiel - mo£ - nos - ci. u 
Qeschichte des deuischen Kirchenliedee". Vis ji 



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43 

V tomto pretvoren6m n£p£va vidfme sice plynn^, nhlazen^ tok 
melodie, ale postradame vzneseu6 dftstojnosti a jadrnosti latinsk&io 
originalu dorickgho, jejito zmfckcil polsk^ autor a to ku podivu opSt 
y te nezvyklg toning frygick6. — JestS vfce zmSkfcen a jii i nehezky 
obmezen tfmto zpftsobem nap6v velebnfe sekvence n Lauda 6ion a 1 .) — 
Tak jest i ▼ jin^ch vypftjfien^ch ndp&vfch; proto spokojfme se s timito 
nkazkami podan^mi Ba dfikaz, ie polStf skladatelg i v takov^chto n&- 
perfch vedli si svym zpftsobem a vytvofili si svftj choral polsty 

*) V5ak jmenovan^ n&pgv pfsnS A Lauda Sion" jii n&s npomfni 

na obecn^ upadek posv£tn6 pfsn&, jenz nastal v XVIII. a XIX. 

stoletf nisledkem netecnosti a chladnosti n&boiensk£, jez ariosnfm, 

sritickym, bezcenn^m a nedftstojn^m, ano si i triviiln^m nip&vftm 

davala vznikati a do chr&mft i k tikonfim nejsv£t6j§fm vnikati. — 

I pelskt pfsni nastal upadek, a nedfastn^ p&d file zajist6 ho nezadrzel. 

Arsak pfece slnfcf vyznati, alespob pokud souditi lze z vydanfch 

zptaifkfi, ze vlastnf, polskd pfsen pftvodnf neklesla v t6to dote az 

k take?€ trivi&lnosti, jako pfsefi £esk&, jfi duch neblahlha jozefinisma 

Dad mfni mrazivS se dotknul a starf pel jejf tak seiehl, ie tfeba 

mnobo price a boje, bychom ji opSt ozivili, 08v£2ili a o&stili. Nevfm, 

dcy jak6 mfry toho v Polsce tfeba jest; ale tolik vfme, ie onen 

mrazivf dech, kter^ v41 v sadu naSf pfsni, pHstupu a vMWy nemftl 

? Polsce. Tim zpftsobem vysvitluji si, proi polskd pfseii tak hluboko 

neklesla, jako na&e, (let v pfsnfch ci n&p&vech cizfch, od se2ehnut£ho 

lipariu vzatych), oybrz i v t6 dobft vzdy jeSti jistou mfru u§lechtiI6bo 

Tyrara sote zachovala. To zejmena pozornjeme na pfsnfch, sloSen^ch 

ke cti ST. Jana Nepom. po jebo kanonisaci, jei, jak zn&mo, stala se 

r. 1729. Ye zp&rnfku Miodusevsk6ho zavfrd se tak6 tr6 pfsnf o tomto 

hlavnfm patronu zemfc £esk6, ale i&inf z jejich n&p&vfl nenf tak 

vsednf a pfsnitk&faty, jako ndpSv iesk6 pfsnfi o nim: ,Kdyi mile 

mij zavf?d% nebo : „VroncnS vftdm t6. a 2 ) Do kategorie t£chto pfsnf 

huMm t&i n£p&v tak zvan6 mSe V. od E. Kurpifiskfeho, jinak n slav- 

neho" hudebnfho akladatele die Sowinskfiho. 8 ) Ten to n&pgv jest 

vsednf, ad ne trividln^. Chceme-li poznati velik^ a podstatn^ rozdfl 

takovfehoto druhu sklAdinf od skladeb dftstojn^ch, bohosluzby hod- 

nych, porovnejme toliko ndp6v I. m§e s M. Haydenov^m nipivem 

na str. 679. s n&p&vem ndsledujfcf mse II. na str. 683., jenz znf 

tak to: 



Str. 126. 

*) Yiz je Te avatojanskSm kancion&le. 

*) ,Lee musiciens & c* pg. 408. 



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44 



„Na Confiteor." 



^ 



3 



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3^ 



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„U podn6£ - ka twych of - ta - rzy Panie £ebrzemy 



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E£ 



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z zalem o prze - Ma - ga - nie.- Wy - zna - jac grzechy 



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3=£ 



nasze w po - korze wo -la -my: bqdi nam milosciw 



Bofe. 4 



Jaty to rozdfl v napSvu tomto proti onomu zn&m&nu. V onom 
lehkA mysl svStskd, v tomto zracf se prava, zbozni pokora a lftost, 
prav6 to „confiteor a , jez proto prodl6v4 na / not6, nesm&e stoupd 
toliko na g a a, a teprv6 na prosbu 9 o slitovfinf" vySinuje se ai na 
dominantu c. Tot jest pHra6feny melodicty vyraz pokory a Utosti, 
na n£m£ je zndti, ie jest vizen z hloubi prav6 zboznosti. *) — Za to 
dva ii&pSvy pfsnf o sv. Stanislavu v III. dodatku jsou vsednf, druh£ 
a£ i triviilny. Jeden z nApfcvfi t6to poslednf doby vzat jest beze 
vselik6 zminy od nagf mari&nsk6 pfsnS „Tisickr6t pozdravujem tebe 
o Maticko Er. J." Shled&vdme jej pK introitu mSe mari&nskg „Przy 
obcbodzie narodzienia twego". 2 ) 

e) Mioduezewski do sv6ho zpgvnfku pojal tak6 n£kter6 pfsnfi 
y kostelfch diec6se chelmskfi „obrz§dka grecko-katoli- 
ckiego 03 ) uftvang, pokud se jich dopdtrali mohl. E nfikter^m po- 
divd \&l nfipSvy. Jezto majf n£kter6 zvlAStnosti rytmick6 a melo- 
dick6 do sebe, vytknerae i tyto. ZvlAStS ndpadn^m dftkazem tgchto 
zvldStnostf, jimiz Iigf se od polsk^ch i od nasich nip&vft, jest tato 
pfsefi o vzkfffienf PanS : 4 ) 



SS^^^^S 



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£ 



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,Te s$ cnda, kt6re byly z martwych wstanie poprzedzi - Jy : 



2 



£ 



^r=r- 



4: 



£ 



r * * 



£ 



£ 



Za modlitwa. E-li - ja-sza mfodziaii n-mar - Jy se wznasza: 



l ) Podobne" deje se v 1. msi za zemrel6 na str. 690. a to vanoSnf pfsni III. 

dodatku na str. 776. 
») Na str. 932. 
») Od str. 579. 
♦) Str. 606-7. 



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45 



±=t=fc 



- *— r 



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£ 



^1 J J J:-Jz 



To<5 Elijasz cud u - czy-nil, Kiedy smierc wzy - cie za-mie-uif. 



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* 



^ 



1 



=*=* 



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a^r^^HbJr 



Al-le-lu-ja 



al-le-lu-ja, al-le-lu-ja, al-le-lu-ja, al-le-lu-ja, 



= te — J J J J I J J^^ 



^3=J-J-niKH 



Se 



al-le-lu-ja, al-le-lu-ja, Niech jsawsze brzmi al-le-lu-ja." 

Jak podivn^ to, v&znf a klidnf raz a vyraz nejvitSf radosti 
jevf se v tomto jednoducbim napgvu, jeni s\kdti o neoby£ejn6m 
klidu a prostl, pHm6 mysli unitfi f edenych ! Vsak oproti tomu jak 
Urdou raznost a hlubokou citlivost projevuje tento napgv pfsnS 
,o Duchu przenajswi§t8zym a : l ) 



4= 



&=?=1=± 



^ 



^ 



2 



F 



„0 -zy- wia-j% - cy 
Z dw6ch pochodza. - cy 



Duchu swiety 
z Ojca tchnifty, 



nie - po - j§ - ty 
z Syna wzifty 



do - bros - ci mo - rze : 



t fe ^U.Ub^ 



^S 



3S 



*t 



B6 - stwo, B6 - stwo z Ojca i Sj - na; Neznjierne ko - chanie 



lEt 



r ' 1 1 ■ 1 J} g y u^u ^^i 



w Bo8kym o - ce - a-nie. 



Oj - ciec Syn je - dno : Z nich si§ Duch nie- 



1 



35=E 



3 



£ 



= ??-*rr 



f 



rod-zi 



lecz zobu po - chodzi, bo jed - no zr6 - dto. a 

Jak va2na i duraava jest tato melodie, jako ta unitska mysl 
stradajicf. A ten rytmicky originalnf vykfik na slovo Jedna" znf 
jako mocnd obrana prav6, pfresnG vfry unitske o vychdzenf Ducha 
sv. z Otce i ze Syna, vsak jako z „jedine priciny", z jedin6ho pra- 
mene dchnutf ci dycbinf. Ty£ vyznam m& t6z neobycejny vykHk 
nonovym intervallem 2 ) ve slovech „lecz zobu tf ; tot jest nejdflraznSj&f 



") 8tr. 611. 

*) Tento nonovy interval jevi se i v XV. pfsni na „Boze Cialo", kde$ Tyz^ra 
k pHchodu na hody BozX 



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46 



vyzn&nf vfry, ze „Duch sv. z obou, z Otce i Syna jako jedin&o 
zHdla" vych&zf. Z toho znamename, ze ma tudfi tato pfaefi i zvl&tnf 
dogmatickou dfllezitost do sebe, jsouc vSntfm v^razem a odleskem 
unitskeho vyzn&ni. 

Dotyk&m jeSt6 t6 zvWstnosti rytmickS, ze n6kter6 z tSchto 
unitstych pfsnf majf zvonivy rytmus, jakoby utkan^ z tich melo- 
dictych dojmfi, jez hojn6 vyzvanSnf slavnostnf do ucba skladatelova 
zanesla a v duSi jebo trvale zflstavila. Takov^ jest ku ph tento 
n£p6v pfsnfi o Boifm Tdle: 1 ) 



l*» tt r £-M =^ 



=£ 



A_ 



3=1 



S 



£ 



»Glos, glos, glos, diii we - se - ly, 



Nie - bo 



zie 






niebe ziemia brzmia z Anio - ty; a a t. d. 

PH tomto ndpgvu jest nim, jako bychpm zdaleka ptes stepi 
sly&eli ty zvony bfti a „blas* jejich slavn6 a viinfi znftL Takovd 
jest i pfseft IK. o „najswi§tszy p. Marii tf : ,Ty, cos nieba jest ozdota}", 
a jin& 

t) Koneinfi n&m jeStfi ztyvi z bohatSho skladu polsk6 pfsnfc 
posv£tn6 vytknouti n&kter£ nfip£vy, starobytym r&zem a rouchem 
zvlAStnf m6rou ctihodn6. NSkolik jsme jicb jii prve poznali, v&ak 
nikoli vSecky. Dr. SiirzyAski pravf sice, Ze vyjma ndkolik pfsnf 8 po- 
chodz^ aasze piesni ludowe z przesztego i z poczatku tego wieku. 
Daleko tedy zr6dei ich szukal nie trzeba" *). Av&ak sbfiratel jich 
Mioduszewski, jeboito zpgvnfk Dr. Surzyfiski sara za jedinfi au- 
tenticky kodex n&boinfch pfsnf polsk^ch vyblaiuje, pfi vice pi- 
snfch klade nipis, Ze jest .starodawna", v§ak nikoli pfi v&ech. 
Napotttal jsem jich jen povrchnS 12, a mezi nimi nenf ta podivu- 
hodnd prastard velikonocnf „Przez twoje swi§te z martwych wstanie", 
anii Kraiusk6ho v&nofinf »Kiedy kr61 Herodes kr6towal a a j. Kromfe 
toho poznali jsme, Ze Krainsty (f 1618) do sv&io zpgvnfku ,Kan- 
tyczki" pojal t62 mnoho velmi d&vn^ch pfsnf. Bohuiel ho neznam 
a tudli uifti nemohu. Mioduszewski s&m df v pfedmluvfi sv6ho 
zpfivnfku: ff Mamy w prawdzie w niekt6rych ksi^kach dochowane 
piesni dawne, ale ztrudna natrafiamy, ktoby ich prawdziwe i pier- 



') Str. 6U. 

s ) Muzyka kosc. 1884 str. 79. 



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47 

wotne zaal metodye". Proto pr£v£ probudila se v n$m chut ,wy- 
wiadywaaia si$ o melodyacb . . piesni dawnych.* I bude tudte tfeba, 
jestS d&le p&trati po nich netoliko v tradici lidu, alebrz i po archi- 
tect a koBtelfch a bibliotekich. A nic nepochybuji, £e tak, jako 
Dr. Surzynski vloni v katedraln6m arcbivu Krakovsk6m nalezl ngkolik 
starfch pramenfi jich a ned&vno p&vodnf ndpfiv pfsnS „Omni die die 
Mariae" v rukopise Hn£zdensk6ho kHStera Klarisek ze XVI. vSku, 
jakoz i jinou postnf z fflioi vfcku: podaH se i jin6 jinde nal6zti. 
Vzdyt nenf tomu je§tfc mnobo let, ~co ztratil se ku p*. nejstarSf kan- 
cionil PfevorSdikfty, z nShoz JuszyAski zachoval n£kter6 pfonS cit&tem. 

PKhtednftme nynf k tfcm, kter6 zname, a i z tficb vytkneme 
a ocenfme ty, jei n&m zdajf se b^ti nejdftlezitSjSfmi. — Nejpfed- 
otjtf mfsto diif arcit 1) pam&tna pfseft svatovojt6Ssk&, 
jez celym skladem sv^m ukazuje na dobu vziiku sv6ho. N&p&v 
jejf liS£ se slohem, rytmem, melodickymi frisemi, zvl&t& sv^mi 
melismy tak podstatng od polskych pftvodnfch n&p&yft, naopak pftl6h& 
tak tten£ k star6mu chor&lu fohofskgmu, 2e jej sloiiti mobl toliko 
NepolAk zbo£n£ a onobo chor&lu dobfre znaty. To vSe bodf se v^- 
borni na by. Vojtfoha. Vsak bylo o tomto nejpam&tngj&fm chor&lu 
jii dosti napsfoo, zvl&tg v monografii hrab. Alex. Przezdzieck6ho, 
o nf jednajfcf 1 ). N&m pak zde nezb^vi, ne2 podati nejstarsf zn&my 
rakopisny nip£v, jeji objevil v loni red. Dr. Surzyftski v rukopise 
jageUonskl knihovny v KrakovS cfs. 1619. Rukopis i tato pfeen na 
zadnf desce, vse psdno rukou Mat&je de Grochovo r. 1407'). Do 
tohoto roku kladu tedy tak6 tento opis nafcf pfsnS. Dr. SurzyAski 
ifefejnil y krakovsk6m .Przewodniku bibliograficznlm* r. 1884 na 
str. 68 opis tohoto rukopisn6ho n&pgyn cel£ho. Pod&rae zde prvnl 
polovinu jeho podle ylastniho snfmku sv6ho, jejz jsme virnft die 
originAlu vlaBtnorucnS shotovili. Z poloneumatick^ch not opsan^ na 
modern* noty znf takto: 



i 



r-F^-^-r-.J=^ff^=^=^m 



„Bo-gu*) ro - dzi - cza dze-wi - cza bogem sla - we - na 
*) Original m4: Bog?. 



*) Tak6 Sowinski 1. c. obiirn^ji o ni jedna. — Via ji tfi v mych w D^jinich a 1. o. 

SloTesnd ji nejnoveji kriticky rozebrai a ooenil Dr. Bobowski (L c) a j . 
*) Nas nejstarsl Bvatovojt^ssky napfiv datuje se a r. 1397, tedy jsou blfzko sebe. 



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48 



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Njfj j±„ t ^ ^jj-^^r-f-r-^ 



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a, U twe - go 



sy - na go-spo-dzi - na 



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ma- tko 



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le - na ma - ri - a, Ziszczi nam 



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ZSL 



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i & & & 



spu-czi nam Ky - ri - e 



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son." 



Tak se i koncf. 

Tento napSv ma plnejsi ci bohatsf neumy nez n&p&v pozdejsf 
z konce XV. v6ku, vzaty z rukopisu castocbovsklho, i nez onen, 
jejz podnes, jak df Mioduszewski ve sv£m zpevnfku, „X. X. wikaryusze 
koScioia metropolitalnego Gniezdnienskiego" kazdou ned&li a kazd^ 
svatek pfi jeho hrobg zplvaji. 2 ) Bobuzel nelze nam porovnati zevrubng 
tyto tfi varianty ani die textu, ani die n&p&vu, coz by samo o sobe 
tvorilo nikoliv kr&tkou monografii. Vzhledem k textu vytknouti jest 
nim, ze poukazuje sAm na fiesky pfivod sv^mi bohemismy. Vice 
o torn docfsti se lze v pojedndnf JireckovS v Cas. Ces. Mus. 1872. 
str. 335. si. Vzhledem k n&pgvu a sice nejstarfifmu, zde podan&nu, 
znamename, ze presnS slozen jest v dorick6 toninS slohem ci fcpfi- 
sobem stfedov^kych sekvencf. Cely n&pgv jest velmi dlouh^; vSak 
opakujf se v nem stale stejn6 melodickg frazy, die textu rfiznS 
upravenS. Srovndme-li tyto fr&zy s tSmi, jez y dorickS toninfc z pra- 
vidla a nejcastSji objevujf se, shled&ydme, ie si sv. VojtSch saino- 
statnfi pocinal, neopsav proste friz tSchto. I znamename na n&pgvu 
sv. vojt6ssk6m, ie, ac dflstojny a vdzny jest, jako dorick6 bjvajf, 
pfece vznasf se k vyggfmu vzletu hned v 1. a 2. verfci, vystupuje 
radostn^m plesem a£ k oktdvg toniky, coz svSdcf o mocnfrn vzru&enf 
mysli skladatelovy, ale i o vznesen^ a niin6 uctS jebo k nejsv. 
Rodicce Bozf ; neb jemni, niin& jsou neumy v okolku not c— / slo2en6. 

Jak polsky duch to vse pozdfiji predfelal, vidfme na modernfm 
hnSzdensk6ni ndpSvu, jenz toninu dorickou vymSnil za jonickou £i tvrdou, 
neumy originalu naseho zkratil, nfckteri pozmfinil a mfsto vainych, 
dfistojn^ch postupft intervallovych klade mfikcf tok plynn^ch friz, 
jak vid6ti z tohoto pocdtku: 3 ) 



*) Original ma fpu?czi, ostatek jest podan praropisem originalu. 
s ) Jako u nas „Hospodine pomiluj uy" v kapli st. Vaclava. 
s ) Miodusz. zpev. str. 491. 



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49 



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„Boga Ko - dzi - ca Dzie - wi - ca, Bogem wsla - wio 



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Ma 



ja, U twego Sy - na 



Hospo - dy 



na*) 



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^g^Eg^ 



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Matko zwoto-na*) Ma-ry 



ja, zjsci nam spust* vi - nom. 



■j-tr-f* 



-fr— »t 



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H 



=£=£ 



Ky - ri - e e - lej - son. 14 atd. Konec: „Kde kr6hi-ja. A 

* Tady doklada M., ze je to vfraz jii davn^. T6z jinde. 



nie - li. tf 



VelebnSji a slavnSji nez tento znf zajistg pfivodnf n£p§v, jeni 
ve svem melismatickgm hdvu v pravd& vypadd jako stredov^ky 
Jubilus - . 

2) Kter^ Potek neznal by d&le starod&vnfi pfsnfi, nazvan6 „Hejnat 
roratny - ? aHeinal lub Eynal*, di Mioduszewski 1 ), ,wyraz dawny, 
oznaczajacy piesn budz^cfy ktor^ str6iowi§ po miastach rano spie- 
wali a . A Sowi&ski vece 2 ): „Heinal ou Eynal, nom d'un vieil air po- 
lonais, que les gardiens de nuit chantaint le matin, du hant des tours 
de Cracovie pour r6veiler les habitants" 3 ). Mioduszewski a Sowinski 
pod&yaji (1. c.) dva „hejnaly ror£tn6 tt , docela stejn6, z nich2 prvnf 
mi doricky, slavn^ ndp6v, drohy bolny, zddumciv^ n&pSv hypofry- 
gicky. Oba jsou patrnS star6. Prvnf jest: 



3e$ 



■«h 



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^ 



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„Hejnai wszyscy za-spie - waj-my, cz§bc* i cbwale. 



Bogu dajmy, 



£ 



na - bo* - nie k nie - ma wo - laj - my. 
* Tady mi Sowin. cbybnd e-a misto d-a. Diesis pfi g jest cbybna, zbytecna. 



*) L c pH 1. pfsni. 
*) L. c 260. 

*) Nemalo byl jsem pfekrapen, kdyi me v KrakovS jednou tH krasn6 trou- 
benf nasi „Kde domov rnAj" jako „Hejnal poranny" probudilo. 

B.: FUesofie, dtjepi* a illologle. 4 



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50 



Druhy znf takto: 



^ 



3e 



^ 



2 



* 



^ 



„Bo2e wieczny, Boze zywy, Od - ku - pi - cie - In prawdziwy 



2: 



^^ 



wy-slu-chaj nasz g*os piaczliwy." 

VSecky tyto tH pfsnfc jsou, jak patrno, vznikem i n&p&vem, cho- 
raln6, nikoliv ovoce ducha polskeho. nich a jest£ o nSkter^ch 
jinych platf, co napsal Mioduszewski v pfedmluvS: „Wiele piesni 
pierwiastkowo choralem uloion^ch bylo. Widziec si§ to daje w daw- 
nych melodyjach adwentowych, w kt6rych pr6cz cboralu jeden nawet 
ton panuje, nie jako t^skliwy i wywoluj^cy". Teskliv^ a vzyvajfcf 
jest zajist6 n&pfcv pfsnfi „Boze vficny al ). — Je§t6 zajfmav&jsf, nez ty 
dva „hejnaly roratne* jest pro n&s ten, jej2 pod&va J. Seklucian ve 
sv6m kanciondlku *). Znf: 

„Heynal na ranne powstanie. Na t§ albo na stara, note, Mikol. Reia. u 



*t 



* v~" . 



tt 



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2UZ 



„Heynat 6wi-ta iusz dzien bia-ly, 



JH^ 



-w- 



z&z 



-8^ 



ka£ - dy czlowiek w wie- 

i 



.J^L-Je^gr-jgp: 



rze staly po-wsta-ni do pan - skiej chwaly." 

Kdoz by slyfie tuto pfsefi, nezpomnfil na§f prastar6 lidov6 pfsnS 
„Hyna svfta", kterd stejneho jest pfivodu a obsahu a v naSich sta- 
nch kanciondlech casto za pramen n&pSvfi se cituje? Jiz Jungman 
o nf domnfval se, ze jest to „ pfsefi sv^tska ba Mje£n&* '). Jako 
u Sekluciana, jest i v ceskych kanciondlech pfsefi „na svit&nf", 
a k takovym se obytejnS tak6 cituje za pramen. Sama pfsefi „Hyna 
svfti" obsabuje se v utrakvistick6m kancionale c. k. univers. knihovny 
pra2sk6 sign. 54. F. 169. na lists N. XVIII. 4 ). V jin6m kanciondle 
(sig. 54, F. 73.) cituje se za pramen n&pSvu takto: »Hyna, hyna na 



') Vsecky posuvky jsou chybne* pHdany od modernfch opisovacft. 
2 ) Viz jej v knihov. kn. Oartoryjsk^ch (1. c.) sign. 1 t f 1 na li. 91b. 
*) Dodavky IL str. 6. 
4 ) Viz Dodavky 1. c. Plane ceske, ktere se zacfnajf slovem Hyna (Hyna, hyna 

na svitani, Hyna svita), naznaceny jsou mezi Zbytky ceskych pisni z XI V. 

do XVIII. vSku v 6. C. M. 1879. str. 49. 



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srfttaf". A J. Musofil Sob&slavsk^ m& ve sv6m kancionale pod obojf 
pod £fsL 101. 162 pfsei: „Jiz hldsn^ void k svitinf". Dfilo se tedy 
i a nas, co u Polikfi, ze totiz nocni strdz ci ^hlasnf" oznacovali 
zp§vem po&tek rozedngnf, vftajfce tak pocatek rannf zafe (= hyna) *), 
ci dne. Z toho ovSem domysliti se mftzeme, ze tato pfsen n&lezf 
asi vysok6mu §ed6mu davnoveku slovansk6mu. Tomu nasv6dcuje 
i nip&v docela zvldStnf a neobycejny. Sloien je v star6 mixolydickfi 
toning melodif velmi lahodnou a plynnou, jei nejvyssfm tonem ra- 
dostofe potind, vftajfc prvy zdblesk „hyny u ; ale nemaje na prv6m 
Tzrusenl radostnlm dosti, opakuje po nejvySSf kvartg i a celou kvintu, 
raduje se z toho, ze jiz 8 nastal den bfly". To< docela pHrozend 
a pHm&end melodie, jei pak rovnSi tak s lahodnym klidem vybfzf 
ke konci spodnf kvintovou frdzou ke chvdle Boif, prodlevajfcf pfi 
torn nikoliv na tonice g, alebrz na vyssf, jasnfcjSf dominants d % aby 
.vsbudila vsecky a vsichni by vstali ke chvdle Bo2f a . 

3) Z vdnocnfch vytknouti slusf castfiji jmenovanou pfsefi tuto *) : 



m 



i iii j j- 



i 



^ 



=t 



=P 



„Kiedy kr6i Herod 
I nad zj - damy 



kr6lo - waf, 
pa-no - wal 



Wten czaa si§ Chrystus 



*= 



r-t-N-^-tp 



^ 



* — *- 



na-ro 



dzif, 



By swoje wy - bra - ne zba - wit.' 



Tot jest ona pfsen, jiz Erainski jiz roku 1609 nazval „Yelmi 
divnoa* ; nalezf tedy k nejstarsfm, pfivodnS polskym, jak vid6ti jest 
i na jejf rytmice a melodice. Jonickd tonina jeji jevf na sobe raz 
prosteho, vft>rayn6ho slohu. 

4) ,Staroddvn6 a jsou dale die nadpisu MioduszewskGko : vanocnf 
.Pasterze pasli trzody na przylogu* 3 ), jez nese se docela 
znam^m jiz rytmem polskym ve 3 / 4 taktu; pak dv$ postnf „Daj 
nam Chryste wspomo4enie B4 ) s origindlnfm ndpSvem v 6 /s 
takta, a „PIacz-2e dzisiaj duszo wszelka, Lzy wylewej ob- 
fitie* 5 ). T6z elegicky ndpSv jin6 postni B Placzmy wszyscy naj- 
milejszy" jevf na sob6 roucho „staroddvn6 a 6 ). E nejstarsfm radi 
Dr. Bobowski (st 51.) pfsefi j.Maria, csysta dziewico" (1. polo- 

*) „Hajnal a je slovo madarskg a znamend „ranni z&fi a . 
*) Mioduazewski str. 36. 
*) V U. a III. dodatku na str. 787. 
«) I. dod. 443. 
*) L. c. 449. 
*) II. a III dod. str. 800. 



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52 



vice XV. vSku), pak pfsnfi spisovatele „Andrzeja ze Slupia (i Slopu- 
chowskiego) a (str. 61. si.) z nichzto p6t o nejsv. Rodicce a jedna o 
Kristu jednajf. Nejcennej&f z nich jest „ Salve Regina s gloss ami," 
o nemz df Bobowski (str. 79.), ze jest n niew^tpliwie najkunsztowniej- 
szym ze wszystkich polskich utwortfw poetycznych XV. wieku". Knej- 
lepSfm plodflm posvatn6ko basnictvf XV. v6ku n&leieji tak6 pfsn6 
„0 przenajslawniejsza Panno czysta" (str. 83.), „Skarga Matki Boskiej 
pod krzyiem," „Hymn o Ducku sw.*, ,Pomo4 mi sw. Dusze" (str. 
84, 98, a 107) a konecnfc pfseii o sv. Stanislavu „ChwaIa Tobie Go- 
spodynie," z nii zachovaly se v kopii XV. v. tfi prvnf slohy. (Bo- 
bowski str. 124.) 

Velikono6nf p(se& „Wstal Pan Ckrystus" jevf na sob£ svfxn 
pfesD^m a prostym l ), ale jadrnym n&pgvem dorickym, Ze jest „staro- 
ddvnd a2 ). Znf takto: 



m 



^ 



-49- 



dE 



^ 



t 



„Wstat Pan Chrystus z martwych ni 

w & — ^ 



me. 



al - le - lu - ja. 



^ 



Pochwal - my Bo - ga, al - le - lu - ja. tf 

5) ZvldStS pamfitikodnd jest tez mari&nska pfseii, n ji2 y Casto- 
chovS ode d&vna zpfvajf", jak df Mioduszewski 3 ). 



TT-& 



±±a=L 



± 



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=*££ 



„0 Go-spo - dze* u-wiel - bo - na! nad nie - bio - sa 



5^^=g ^ 



=t=t 



& 



wy - wy - szo - na; 



6tw6rcq8 swego po - ro - dzi - Ja, 

. i < i — ■ i jj 



Mle-kie-mes go swym kar - mi - ta. a 
* Tu doklada Mioduszewski: „Wyraz dawny, znaczy PanL 

Jest-li tato pfsen velmi stara, pak soudfm, ze tento ndpfcy nenf 
pftvodnf, je2to ma do sebe jiz hravy, lehfif raz, nikoliv dftstojny, 
velebny r&z doby stark Sowiftski pravf 4 ): B La mfilodie pour le 



*) Tak6 Sowinski pravf (1. c. 403): „Cette melodie * . . . est remarquable par 

sa Bimplicite". 
f ) L. c. melod. dodatkowe si 757. 
*) na str. 186—7. 
*) L. c. 



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53 



chant de „Gloriosa Domina" (0 Gosp. uwielb.) est ancienne; elle 
rapelle certaines phrases de l'hymn de Bogarodziga de s. Adalbert." 
Skatecng pftpomfn* hlavnf melodickd fraza jednu frazu „Bogarodzice B , 
j2 podobna, ac ne stejna jest; av§ak tato reminiscence platf toliko 
o nyn&j&m hn£zdensk6m, porusengm ndpgvu, nikoliv o starfim, jak 
jii i z naSich uk&zek na jevo jde. 

6. Kone£n& vytknouti sluSf tak6 maridnsk^ hymnus sv. Kazi- 
mfra ,Omni die die Mariae"; o jehoi n£p6vu df SowiAski 1 ), ie „po- 
chari z po&tku XVL stol. a sloven byl od Kristofa Klabona v dob£ 
kanonisace tohoto by. patrona polsk6ho. tt Kanonisovdn byl r. 1521. 

Nemfnfme zde poustSti se do d&kazu, zda skutecnS sv. Kazimfr 
jest autorem toho hymnu latinskSho 2 ), nfbri poddrae zde nejstarSf 
nipiv jeho, jeji Dr. Surzytiski objevil v loni ye hnfadensk6m kl&Stefe 
Klarysek a s ndmi laskavg sd£lil. Znf: 



j) i J J J^H-f . 



g^F^ 



£ 



.Omni die die Ma-ri - ae 



me - a laudes 



a - ni - ma. 



fan r r \ fTT^ 



££ 



ejus festa t ejus gesta cole de-vo - tis-si-ma." 

Rakopis Klarisek, v n^mz n&p&v se obsahuje, n&ieii do XVI. 

Yiku a v skutku i tento n&pSv jevf na sobi t62 riz on6 doby. 

Hymnus ten byl pozdSji Xki do pol§tiny pfeloien a imhf n£p6v, 

jeji pod&va Mioduszewski k nSmu*), jevf na sob8 patrn^ pfivod 

z tohoto star£ho nipfcvu. Znft takto: 



f3E| 



t-H-t+PG 



££ 



=P=5= 



m 



IE£ 



=£=*= 



„Dnia kaz - de-go Boga me - go Matke 



duszo 



wysia- 



£ 



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H 



fe^ 



£ 



g=S 



£ 



=C 



wiaj; jej dni swiete, sprawy wzie-te z nabo - zenstwem 



') L. c. 

*) §. Lomnicky podavA tuto plsefi cesky re svem kancion. .Plane histo- 
ricke" z r. 1695., kdei se pocina: „Kazdeho doe chvaly hodne vzdej Marii 
dose mi". Nad ni pak nadepsal: „Plsen o bl. P. Marii .... pred mnoha 
lety od slavne a svate pameti Do. Eazimfra Jagella Velkeho .... 
v jazykulatinskemslozena, kaidodenne zpivani, nedavno vbrobe 
jeho nalezena". Viz t rukop. c. k. oniTers. knih. praz. sig. L. IV. C. 
81 ; t IL dile Sipafova »dekachordu", v kancion. Hlohovskeho a j. 

») Str. 807. 



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54 



od-pra - wiaj. tf 

Modernf ndpfiv, obecnS zn&m^, jevf svou melodikou znacne 
pozdejsf pflvod, tak ze mflieme d&vodng povazovati (ecengho Klabona 
za pfivodce onoho star6ho ndpSvu v 8 / 2 taktu slo2en6ho. N$s Hlo- 
hovsky poddva tuto pfsefi ye sv6m Kan ci on ale z r. 1622. na str. 507. 
ctyrhlasng, pHzpfisobiv svflj cantus firmus v sopranu patrnS tomuto 
star6mu nipSvu tfmto zpfisobem: 



^ 



- e i * e t- 



3=3^ 



3&^fr 



~ ^ ?~?~ ?r : £ = * 



i r ~ r r r i H*~ i i 

„Kaz-d6-ho dne jestit hodne chv&-li - ti Ma-ri - e 

i i * * J j i * i „ J j 



-TOr 



cnosti, 



i 



* 



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-<9-- 



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^ p-g-^ i- g-^ 



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f ~ f 



I I 



Je-jf svatky a pa-ma-tky cti dale s jo - boi-no - Btf." 



3^ 



i 



£ 



:& 



1 



i 



H»- 



7. Dodatkem zminujeme se i o pfevzdcnfim postnfm nip&vu, 
jej4 objevil Dr. Surzynski v t6mze rukopise a o nSmi prdvem pfSe, 
ze „przewyzsa wznioslosciq. i bole^ci§ swojq, wszystkie nasze postne 
pie3ni a . Znf pfepsdn takto die dopisu: 



iH 



^^: 



Jl}£3=32l=<© — ^ 



* 



T=t=t= 



„Wszystkie mie - szkancy dworu Niebie - skiego. Dzis* na po- 
Lejcie Izy gorzkie, placzcie kr6Ja swego, 



^=r i r-f^a 



iQT-gS^ 



H*— 4>-fc 



p<9— <9- 



* 



wietrzu wi - si pod-nie - sio - ny Bog sam wcie - lo - ny. a 

Tot n&pSv, pfed nfmzto se v§emi resultaty sv6ho baddnf z4st4- 
vdme plni ficty a obdivu stati. Tot ndpfev, pH nfimzto skladatel pustil 
zcela volnou uzdu p!irozen6mu ci vlastnfi nadprirozen&nu bolu nej- 
hofcejsimu nad ukrizovdnfm Pan6. Tot bol velk6ho pdtku. Proto 



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55 

ten nepatrny objem pouh6 kvarty; odtud to c lomen6 na cis, pri- 
rozeny to vyraz nsedav6ho pl££e; odtud to velepokorn6 sestupovdnf 
na hes a privS na slova „wisi podniesony" ; a jako by nechtSl vfeKti, 
ze to mo£n6 jest, by Bfih byl ukfiiovdn, vystupuje udiven a mocnS 
pohnut zas na kvartu a toniku. Takov^ ndpfiv nemflSe poch&zeti leC 
od hudebnfbo mistra, pln£ho ziv6 vfry a ldsky krestanskd. Tot v pravdS 
d&stojn6 zakoncenf naseho pojedn&nf. 

Z&v6rek. 

Kon&me, ac dobfe jsme si v6domi, 2e nepovSdfili jsme ani toho 
riebo, co n4m zn&mo jest o posvdtn6 pfsni polsk6. Vsak nenf licelera 
nadfm, ani2 jfm byti mflze tiptop, dokonaty a vSestranny rozbor t6to 
pfsng. Na to by ani prameny, ani sfly na&e nesta&ly, a naplnil by 
rozbor takovy zajist6 knihu nemateho objemu, jeSto k nfimu n&leii 
t&2 literirnf a sestheticky posudek. Mat zajist6 nejedna pfsefi t£2 
jazykoyou a bfonickoa cenu; jazykovoa cenu m& zvl&StS nejstarfcf 
pisefi, jak jsme vid&li, a ze tak£ bdsnickou, dosvSdcuje, bychom aspon 
jeden dflkaz podali, ku pf. tato maridnskd pfseft 1 ): 

.Perlo droga, 

Matko Boga, 
od v6kft ukochana! 

Go poczgta, 

zaraz swi§ta, 
za wsze niepokalana; 

S*y6 ludzkiemi 

Anielskiemi, 
niegdys Asty wielbona." 

A jako tato sloha, zvonf celd dlouhd pfsen krdsn^m, bohatym 
rymem a rytmem a vybranou dikcf. hymnu pak „Pom64 mi Swi^fy 
Dusze Twoja chwal? mnoiyd" vece kritik Dr. Bobowski (str. 106.), 
ie ,hymnn tego niepotrzebowalby si§ powstydzil iaden ze znakomit- 
gzych poet6w XVI wieku. Autor tej pieshii zloiyl w niej dow6d nie- 
pospolitych zdolnosci poetickych*. Atd. Zbylo tak6 jestS vfce star^ch 
pfsnf, jichzto rozboru ani hudebnfbo jsme nepodali a nepoznali. 
E tomu sluSf tisi vytknouti latinsk6 hymny, od Poldkft sklddan6, jako: 
JProsteraimur credentes, coram te Trinitas B , „Inclytum regni columen 
Poloni, Magne doctorum Pater alme Canti a , neznd vanocnf proza 
.Infinite bonitatis et immense majestatfa" a j. I to udati treba, jak 



*) Miodotzewftki na str. 196. 



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56 

hojnfi pfsnf maji Poldci ke v§em pfflezitostem a poboznostem, ob- 
zvldStS maridnskym, a o Bo2fm TSle. 

Vsak jiste jiz i z toho strufin6ho d£jepisn6ho pfehledu a rozboru, 
kter^ jsme ucinili, jde na jevo, ze take polskd pfsefi posvdtnd dilezite 
mfsto dr2f ve svStS kfestansk6m vedle cesk6 sestry sv6, s nfz uzce 
souvisf ode ddvn^ch vfelrfL Prdvem tedy pravil o nf Dr. Surzyfiski 
pH „kursu pro dirigenty kostelnf", jen2 r. 1883. konal se v Poznanif 
takto : „Na£e pisn6 kostelnf tot nds nejdraifil poklad ndrodnf, dSdictv 
po predcfcb, jehoz ndm i NSmci zavidf. Jest tedy ukol ka2d6ho 
katolfka-Poldka, by piln6 dbal toho pokladu, by pistil ten drahy 
odkaz a pecoval vsemi silami, by neztratila se nota z t£ch vznesenych 
melodif, by nezapomnSlo se ni jedno slovo z t6ch p^knych bdsnf . . . 
kterfi jsou jednfm z nej trvalej sfch pomnfkfi nasi nd- 
rodnf 08vSty. tfl ) Prdvem tak6 napsal Sowifiski o zpSvniku 
Mioduszewskeho 2 ) : „I1 renferme plusieurs anciennes melodies, qui 
ont un grand int6rfet historiques." V§ak netoliko dSjepisnS jsou zaji- 
mav6, alebrz i praktickou cenu a kr&su majf nemalou, pro ni£to slu§f 
v pravdfc, by „nez4stavovali Poldci", jak df Mioduszewski (L c ) » Z P*- 
vanf t6ch pfsnf a hlasitd velebenf Pdna Boha toliko zebrdkfim", za- 
pomfnajfce „oby£ej&v bohabojnych pfedkft", alebrii pamatovali slov 
bdsnfka sv6ho, Vincenta Pola: 

„Wszechmocna siowa nad sercem potgga; 
Lecz gdy spiew serca skrzydta ma przyprawi, 
To pow6dz ton6w nieba jui dosiega, 
A duch si§ ludzki w tej powodzi piawi." 

A takovou ze moc md do sebe i posvdtnd pfsen polskd, z cel£ho 
pojedndnf s dostatek pozndvdme. Proto i toho zasluhuje, by pfesn6, 
prav6 ndpfcvy starych pfsnf byly vyhledany, sebrdny, kriticky ohleddoy 
a na vefejnost poddny. 

„Ty Boie, ty naturo! dajcie poshichanie ; 
Godna to was muzyka i godnie spiewanie." 

A. MtfkbwU*. 



l ) „Cyrill a 1885. Btr. 7. 
*) L. c. 403. 



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57 



4. 
Udeni Petra Cheltick£ho o bytu odistce. 

Pfedn&el dr. Ant. Lent, kanovnfk Vysehradsky dne 15. proaince 1884. 

Chelcicky zamftal pffmluvy za vfirnfi du§e, jako : modlitby, posty, 
ahnuiny, zaltAJe, mse zddusnf, avsak zdali zavrhnuv pffmluvy zavrhl 
take ocistec, jako ValdenStf a T£borov6? 

Na tuto otizku dluzno d&ti odpov&h 

1. CheKick^ nepHjfmal ocistce podle rozumu vfry 
obecng, neboli mistrfi Praisk^ch. 

2, Zavrhnuv ale ocistec ve smyslu vfry obecn6 ne- 
zamftal v&eho o£istov&nf vSrn^ch duSf na onom svfitfi. 

L Odpory Chel6ick6ho naproti odistci ve BmyBlu viry obecn6. 

Chelcicky odpfrd, by byl otistec v torn rozumu, aby duSe v6rna 
snedostatky na onen svfit odeSld ihned do otistce sestoupila, 
aby tarn byla citeln^mi tresty pokutovana. 

Dfivody, za nimi2 nechce Chel&cty, by byl ofiistec ve smyslu 
dotcen&n jsou tyto: 

1. Ocistec nemd pro sebe dfikazfi z pfsma. MistH prf se do- 
klidajf slov sv. Pavla I. Cor. 3, 11 — 15, aby dovedli bytu ocSstce 
?e smyslu vfry obecnS, 1 ) a v&ak v^klad jejich je bludn^, nebot v textu 
Pa?lov6 nenf ani jedin6ko pr^ slova, je2by tvrdilo o&stec „le£ kdo 
chce z kamen tociti vodu, a z sudu oheii, ten pr£ m62e 
mlaviti co chce o apoStolovi KristovS,*) amfsta jin6ho pr£ 
nenf v pfsmS, jeStoby ukazovalo k ocistci. Spffie pr£ iteme v pfsm6, 
ze jsou na onom sv£t& jen dv8 mfsta: peklo a nebe, ocistec pry nenf. 
Sljsme jenom, co df pfsmo: „Nebudete-li pokdnie iiniti, 
Tsickni zahynete." Mluvf pr^ pfsmo o pok&nf zde £inSn6m, 
.kohoz tedy nemohii zde ku pokdnie pHvfisti, ten do 
pekla sestiipf. Oni pr^ sii jii do pekla odsuzeni usty 
Pin a Je2f§e, protoZe nechtie pokinie prav6ho ciniti . .. 
Pakli se obr&tie kteff, f ekl jim Pan JeifS, ie jest blfzko 



■) Sec o zakladu zAkon6v lidsk^ch. Kap. 15. 

*) Psani Mistru Janoyi (Rokycanovi) Rukopis Paftisky. L. 85. 



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58 

od nich kralovstvf Bo2ie, a ze and£16 v nebi majie ra- 
dost nad nimi." 1 ) 

Dovolivajf-li se mistfi slov Pavlov^ch I. Cor. 3, 11—15. pro- 
hlSdajfce k tomu, ze nSkteH stavf na z&kladg, jeni je Kristus, dffvf, 
seno, strni&tfi, aseslovy: dHvf, seno, BtrnifitS: ie majf byti rozumfini 
bHchovfi vSedni, a dflo takov6 ze bude paleno y den soudny, a tak 
zeby byl ocistec: pordzi jich Chel^icky tfm: „2e majf 1 i d 6 iiniti 
pokdnie zhHchft vfetsfch imenSfch, a kdyi pr^ se mohu 
kati ze hffchft vfitSfch, tfm snaze ze vSednfch.*) Tou cestou 
pr^ se nedok&ie otistec. 

Ano v pfsmu netoliko 2e nenf d6vod6v pro ofistec, ale ono od- 
poruje ocistci naprosto. Pfsmo nepfiklidd zajist6 oiistfcnf duSf tretfmu 
peklu, ale krvi P&n6: r Blahoslaveni sii ti, kteff um^vajf 
rticha sv4 v krvi BerinkovS". A opfct pry .die Jan: Tito 
jezto sii obleteni v rucho bfl6, kdo su odkud sii pfiSli? 
Die kemne: To su ti, je2to su pHSli z velik6ho zamucenie 
aumylisu rucho sv6 a zbfileli sd je v krvi BerdnkovS". 1 ) 

9 Ta vfra, dokl&dd CheUick^, jest s nebes pHSH, 
a svfidectvf vyd4v& o cistotS mnoh^ch z4stup6v nebe- 
sk^ch, ze sii pfisli tarn z velikGho zamucenie, zmyli sii 
je v krvi Ber&nka. 4 ) 

Odtud zavfri Chel&cty, 2e jest otistec Ml Antikristovou »A po- 
n6vad2 v Eristovi a jeho krvi jest ocistSnie duSf i t6l 
lidsk^ch, tebdy Antikrist skrze lei pfinesl jest to 
o6ist6nie do pekla, a v torn potupil jest Pina Krista, 5 ) 
a jeho smrt tiikn v8t§f cist^nie na n&m zakl&daje, 
neili v smrti tS4k6 a bolestnfi P&na Krista, aby lid 
mysle ocist£nie dusf s tf m odstdpil odJesu Krista, ale 



») Rukopis biblioteky arcib. v Praze. L. 24. Rukopiau Pafftskeho L. 138. 

*) L. c. L. 26. Rukopis PaHisltf L. 139. 

») L. c. 

*) L. c. Texty dotcen6 yykladajf by. otcove a theologove scbolastikove orient 
o tSch, kdoi zde pokanf cinili a krvi PanS o&steni byli, a vsak texty ty 
nevadi vife o ofcistci, nebot i verne dude jsou ocisteny krvi Berankovoo, 
a proto i ony budou naleieti k svatym zastupftm, ai vytrpf, v cem se ne- 
dokaly. A tak, jak se zda tocf Chel6ick^ spiie z kamen vodu, nei mist? i 
▼ykladajfce I. Cor. 3. o ocistci. 

*) Tento rfrok Chelcick6ho, zeby ucenim o bytu ocistce byl potupen Kristua 
Pan, podoba se onomu reformatory, jakoby ucenim o potf ebS zadostu£ineni 
se strany hftinfka bylo potupeno zadostucinenf PanS. Oboje trrzeni jest 
bez zakladu. 



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59 

do pekla se obratil s tfm, v2dy jest najimal Antikrista, 
aby pomahal sv^mi m§emi, vigiljemi, a Antikrist aby 
iral hojng, a penieze tiezal na peklo, a lidu mnoho- 
tv£rn6 lhal skrze peklo, a zltipil jest knieiata, piny, 
panose, mieStany skrze peklo na zbozfch i na du§i, 
klada jim pod oci, aby za dude, kter6 s u vpekle sluzba 
se dalaV) 

Na zdkladfi ttchto ieii tvrdf Chelttcty, ie vyklady mistrdv 
a doktorfv o textu sv. Pavla nemajf pry ceny niz&dnfi. 2 ) Tvrditi pry 
tak, jak oni cinf, mobliby pr^ i bez pfsma.*) 

2. Chelcick^ bojnje naproti oSistci i theologicky mi 
dftvody. On zajistG tvrdf: 

a) ie toho nenf, ano ani b^ti nem6z, aby byla vSrna duSe ihned 
po 3mrti v ocistci trfpena, nebot se provinila netoliko duSe, ale 
i t&o zArovefi. M4-H tedy se dfti ofiistfinie na onom svStS, musf se 
stiti i podle duSe i podle tela, nenf tudfi pravdou, by du§e byla 
cist£na ihned po smrti t£lesn6. n Hlediece k rozumu viery, 
nikak£2 nemoz ten ocistec tak projfti, jakoz o nSm 
drzie mistfi, nebot oni driie, ze £lovdk umra jde 
▼ ocistec, a tarn trpf muky, nfikter^ deset, neb dvacet 
let . . . Ale to nemoi b^ti, by duse jsiicf skrze tielo 
uvedena y ty hfiechy um&la se sama odisti ti bez tiela. 
Protoi kter6 cistfinie tarn pHjde, anebo p6jde v den 
PinS, tot p6jde na cel6m tlovSkn tfcla s duSf v tielo 
uyalena, kdyz z mrtv^ch vstane a dude sva tfela pHjmti, 
a coz sta spolu iila jsiice shfeSila, neotistalali sta se 
zde, musfte spolu na ohefi, ktery ma spdliti seno 
a strnistfe, nebo tak m6H spravedlnost boiskd, aby, 
kdez jesti stal hHch, byla pomsta a . 4 ) Ano podle spravedl- 
oosti bude prft jak df Chelcicky, kazdy tr&pen, v torn, v ceraz zhfeSil, 
kdo jazykem, na jazyku. 5 ) 

b) Cheltickf rozumuje d&le, ze bytbychom i ptfjfiili, ie mtie 
byti ocistena du&e bez tfela, kterakby budouc spojena s tSlem ne- 



*) O textech jiitfch k ocistci hledfcich Mat 5, 29. Mat. 5, 25. Luk. 12, 65. 
Mat 12, 32. se nefifH Chelcick^, a£ snad znal odpory TAborft naproti nim. 
*) Paani M. Janovi. R. PaHigkf L. 31. 

*) flee o z&kladu z*konov lidBkych. Eap. 15. Rukopis 01. L. 146*. 
*) Tamtfl 



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60 

oiist&tfm ve&la do nebe? B Jestli£eby se (duse) a pekle sama 
o£istila, kterakby ne£ist6 t6 lo na se pHjala a s nfm do 
nebe Sla? A proto^, ad mistfi toto odsudie a n&s s tiem 
potupie, ale nechat toho vieru odvedii, co jesti tuto 
poviedgno, necht uk&£f, kdet se tiela ocistie tiech du§f, 
kter6 s6 se v pekelnfim ocistci odistily". 1 ) takovftm ale 
mfstS, kdyby ttlo obzvldfctS bylo SistSno nenf ani v pfsmS, ani v tra- 
dici ni£eho£, a tak b6fe po rozumu Chelcick6ho udenf o ocistci 
za sv6. 

e) A pfes to pry pfese vSechno jest t61o vice pottebno o£i§to- 
vAnf, neili duSe, nebot tato byla jest skrze tielo po&kvrnSna. 2 ) 

d) Tyto dftvody theologickfi majf pro sebe, jak df Cheliicky, 
takfi pfsmo, a to Luk. 16. 19 seq., nebot tarn £teme, ie se bohatec 
mucil v plameni. Trp&l pr£ na jazyku, jezto mluvil pySnfe. 1 ) 

e) Kone£n& df CheKick^ na zikladS svrchu dot£en6m: ie i t£lo 
musf b^ti 5ist£no i tidy jeho, a na zdkladfc pravdy, ze nenf na onom 
svfitS mfsta zvliStnfho pro ofciitovAnf tfcla, ieby se muselo takov6 
mfsto na onom sv£t& upraviti, nebo jak df Chelticty zvlfiStnf peklo 
potvrditi, 4 ) pakliby bylo uienf mistrfi o o&stci na pravdS 5 ). 

3. Tvrdf Chelttcty, it nelze doMzati ottstce ani ze souhlasu 
otcfi, ani theologfi, nebo, jak on df, mistrft. Mistfi pr£ tvrdf ov&em, 
ieby zde byla svornost, zejmfina mistr Jan, jeni df, ieby doktofi 
text sv. Pavla I. Cor. 3, 11—13 sice vyklddali rozdflnS, ale nikoliv 
odporng, ant pry niz&dny nedf, by nebylo ocistce. Toho ovSem zapfra 
Chelficty. Sv. Augustin pry sdm vykladd den P&nS v textu L Cor. 
3, 11—13 o soudn6m dnu, a ohei o ohni pK skoninf 6 ), tedy nikoliv 



l ) fie6 o zakladu zakon6v lidskych. Kap. 15. 

*) Psani M. Janovi. R. Pafiiskf L. 33. 

') Tamtei. L. 85. Chelcick^ zde oviem pfehtedl, ie ani bohatec nebyl v pekle 
podle t£la, ale pouze podle dude. 

4 ) Tamtti. L. 86. 

*) Tak rozumuje Chel6icky, a duvody jeho majf do sebe nSco opravn&nosti. 
Vsechen 61ov6k nenf duse pouze, ani t£lo pouze, alebri duse i tSlo v jednu 
pfirozenost spojen6. A vsak pfes to jest jisto, ie duvody Chelcick6ho ne- 
maji pravdy y sob£. Sidlo dobr^ho skutku i zlSho jest zajistf duse. Hfeii-li 
ttovgk, formalna pH&na hftchu ye vuli je, byt by to byl i hftch viedni, 
a nikoliv y tfile, a proto jest pHm&eno, aby se hffch tarn distil, kde se 
shledava. Nad to Chelcicky beze vieho y&ft, ie duse svata jde ihned do 
nebe, a du§e hftsna do pekla, kterak tedy je nedflsledn^, kdyi nechce, 
aby i verna duse ihned za nedostatky sv6 odtyvala! 

•) Sv. Augustin mluvi In ps. 37. netoliko o odistci po smrti, ale i o ohni 
ocisftyfcim. 



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61 

o ocistci po smrti. 1 ) Podobng pr^ smyslel by. Jarolfm, jakz jde na 
jevo z jeho vykladu proroka Nahuma, 2 ) a RemigiuB.') 

Tak pr^ se v6ci mfcly az do TomdSe mnicha Aquina : „Tom&§ 
mnich z Akvina, jefito jest nevelmi d&vno byl, ten jest 
najprv6 vnesl v cfrkev fUmsku, zm^fiv peklo i die: ze 
sti tfi pekla, jedno zatracenc6v, druhg diti nekftSn^ch 
a tretf ocistec, a jinych mnoho skodnych vfcci napsal 
jest 4 ) 

Pred nlm pr^ mfsta rozlicni k cistSnf sd drzeli, a d6vod na 
to mill v ukazoY&nf mrtvych ? tech anebo onfcch mfstech, 5 ) jak pr^ 
die by. Augustin. Tento pntf doktor nev£d&l miesta o&stce, ale 
Tomis na vieru netbaje v pekle je vymyslil. 6 ) 

Podobng pry i jinf doktorov6 byli v nesvoru stran ocistce. ftehor 
pry shledal ocistec v teplicfch. „Die ve svych knihich dialo- 
gornm, ie jest slychal od svych starsfch o Paschasiovi 
jahnu ftfmskgho kostela, ze byl takov6 svatosti, ze 
kdyi 8ii poloiili po jeho smrti dalmatiku jeho na pAry 
(m&ry?), jfz se cP&belnfk dotekl, ihned uzdraven byl. Po 
mnoha let pr^ uzfel biskup German t6ho£ Paschasia, 
kdyi se v teplici myl v horkosti. German se ulekl, 
a t&zal se, coby tu takov^ muz c i n i 1 ? I odvStil, ie 
Strang VavHncovS proti Symmachovi pfivolil a proto 
jest y torn sidle, ftekl pr^ mn: Prosfm tebe, aby se za 
mi Pinu Bohu modlil. Muz Bozf se dal na modlitbu 
a ne po mnohych dnech se vr&til, ale Paschasia viece 
na tiech miestech nenalezl. Byl pr^ o&ist&n, jak fekl. 7 ) 

K teto legends pridavd Chelcicky : Yizte, kfesfang, jak^mji 
d6vody kffz Krist6v vyprazdnSn jest od muzov hlava- 
tych, jimz se pfid&vi plnost Ducha svatfiho.*) 

») O zaklada aakono? lidsk^ch Kap. 9. 

2 ) Tamtei. Kap. 10. Nei ale ve slovech Jarolimovych neni ani Btlnu, ieby byl 

▼ykladaje dotcenlho proroka a mluve' o ohni pfi skonani zapiral, by byl 

ocistec po smrti. 
*) Tamte2. I Remigius vykladaje (I. Cor. 3.) den PanS o soudne*m dnu a oheu 

o poiarn gy^tovem nezaplra ocistce po smrti, nebot v^klad takoyy neni na 

tihonn ocistce po smrti. 
*) Tamtez. 
*) TamteL 
«) Tamtei. 
*) Tamtei. Eap. 11. 
*) Tamtei. Chelcicty zelaje na muie hlayate zapomfna, ze vira obecna, a cfrkev 

katolicka nikdy a nikde se nedokladala legend mluvfc o o6istci, nebot mela 

uceni toto z tradice apostolske, a t$ se pfede ysim dovolarala. 



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62 

Aby Chelcicky uk&zal, ie v dot£en6 legends nenf ani stfnu 
dflkazu pro ocistec, df 9 ie tak jako Paschasius mohl i 6ert V postavg 
nahdce mluviti na okldmdnie lidi nemudrych. B6sn£ takovfi jsii pry 
na okldmdnie tomu lidu, Jesu Kristu nevd6£n6mu, jeni pr^ nech&v& 
ciet^nie duSf v krvi KristovS a hledd ho podle nauSenie ToraiSe 
mniecha v tretiem pekle a ted po sv. ftehoN v teplici mezi nabSci 1 ). 

Na doklad: ie jsu byli otcov6 svatf v nesvoru stran ocistce 
vypravuje Chelcicky legendu druhou o udalosti, kter4zto se sbghla 
za Eusebia. Bylo pr^ Sibalstvf, jez nepoklddalo ocistce. Tu pry sv. 
Jeron^m se zjevil Eusebiovi a kizal jemu, aby tfi t61a t6 noci ze- 
mtetych k&zal pKn6sti a k jeho hrobu pfilozili. Utinili tak, a hie 
mrtvf obzivli a fekli: kterak pr^ sv. Jeronym je pHvedl k raji, 
k ocistci i ku peklu, a jira pftkAzal, aby povSd&li, co Be na onom 
sv£t6 d6je. a ) 

Maje takov&o zpr&vy na zfeteli odpomje Chelcicky Janovi, 
ieby byla mezi doktory svornost stran ucenf o ocistci. „Tomds 
mnich pr^ (klade) oCistec v pekle, sv. ftehof v teplicf ch, 
jinf v ledu, jinf pod podlahu, jinf v hofe n£kak£ jako 
ve v&penici se p416, ano i sv. Augustin pr^ mluvf s po- 
chybenfm o torn, kdeby byl ocistec. 1 ) 

Chelcicky chtSje tuto ukAzati neBvor mezi doktory stran ocistce 
mate patrng dva pojmy: byt ocistce, a mfsto, kdyby se nal£zal. 
bytu ocistce jsou svatf otcov6 ve shodg, ale jinak jest tomu 
ohlednS mfsta, kdeby vlastnfi byl otistec. Zde nenf svornoBti, avSak 
neshoda tato nenf na lihonu vfry obytu ocistce, ac se scholastikov6 
v torn sn£§ejf, zeby byl ocistec v fitrobdch na§f zem6. 

Kdyby byl Chelcicky nfico vice byl znal o ufienf sv. TomaSe, 
neili ze zmSHl peklo a rozdfclil do tff mfst, bylby byl shledal ve 
velik&n tomto mysliteli, ze spojuje rfizn6 soudy o mfstfc, kdeby byl 
ocistec, jako v jednotu, kdyz rozezndvd mfsto ocistcove secundum 
legem communem, a to klade do utrob zemsk^ch; a secundum dis- 
pensationem, a to mfiie b^ti na mfstech rfizn^ch. 

4. Pfes to vsak to zle dopadd s ucenim mistrov o ocistci, tak 
ze se Chelcicky domnfvA, zeby byly dftvody jeho naproti ocistci 
naprosto pfesv6d£iv6. MistH a kn&5f by prf opustili oiistec, by ne- 
bylo svatokupeck6ho zisku. n Edyby se cfrkev) tohocflespustila 



') Tamtti. 

") Psani M. Janovi. R. S. L. 36., tec o zakladu zakon6v lidakych. Eap. 11. 

') Psani mistru Janovi. R. P. L. 35. a 36. 



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63 

otistov&nf y pekle, tak jejf trhovfi a ziskov6 padli by 
jako EfezBk^m zlatnik6m zkazenfm bohynfi DianyV) 

n. Kladn6 u6eni Cheldick^ho o odiatcL 

Zn&me-li jen ponfekud spisy Chel£ick6ho, jeho rozumnost a dft- 
slednost, musfme se diviti ctouce, ie zamftd ocistec. On zajist6 pH- 
jfmi vsecky cl&nky vfry, na nichz spol6h& jako na sv6m z&kladu 
ocistec. Zd& se tedy nepodobng, by tento rozumny mui tak milo 
byl dftsledn^. 

VSHt on, ze m& clovfik villi svobodnou, neztrativ jl hh'chem 
t Adamovi u£in$n6m, 2 ) v8H, ze jest rozdfl mezi hHchem smrtelnym 
oetoliko stnpfiov^, ale jakostn^;*) vSH, ze ufiinil Kristus Pin ovSem 
zadost za vsecky hHchy nase a za vsecky tresty, ale tfm ze nikolivSk 
neosvobodil hrtenfkfi, by i oni za hHchy, jich2 se po kftu dopustili, 
sed jsou zadost cinili; 4 ) vSH, ze je moino, aby se odebrala vfcrnd 
duse na onen sv&t, anizby se byla dok&la; 5 ) vSH, ze jest mozna, 
byti v milosti Bozf pft odchodu na onen svfct, a pfece stfienu byti 
hHchy vsednfmi; 6 ) koneinfi ddvd Chelcicky na mfstech cetn^ch na 
je?o, ie vfra bez skutkft je mrtvi, a 2e jenom vfra Siva ospravedliiuje. 

Chelcicky tak6, a to b\xd\i i na ospravedlnSnf jeho fedeno, 
zapfra by byl ocistec pouze v rozumu vfry obecn6, a nikoliv neodmftd 
vseho o£istov£nf du&f na onom svgtfi. 

Vyznanf vfry jeho jest v krdtkosti toto: VSrn6 duSe, Sili 
duse v milosti Bozf jsoucf, avSak s nedostatky na 
onen svgt ode§16, nevejdou do nebe jako duse svat6, 
ale budou bydleti az do soudn6ho dne vutSSenych kra- 
jin&ch. Tripeny vsak nebudou nijakz. Edyz nastane 
t poslednf den poz&r svfctov^, pfljdou v£rn6 duSe tou 
dobou )ii se svymi t61y, kterdz za 2iva mfcly, spojenfi 
tfmto plamenem, a tfmto zpfisobem budou ocist&ny. 
Ucenf toto jest ovSem ponSkud odpornfi v^roku Chel- 
cick6ho, podle nShoz nenf ocist&nf lee jen v krvi Be- 



■) Paani mifltru Janovi. L. SI. 

*) Kniha V^kladuov. Neddie XEQ. po sv. Trojici. 

») Kniha Vfkladuov. Neddie IX. po narozenie PAn«. 

*) fce6 ww. Pavla o starlm cloveku. R. 01. Fol. 88. seq. 

*) fiec o z&ladn z&kon6v lidstych. Kap. 16. 

•) Kniha vykladuov. Neddie Y. po sv. Trojici. 



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64 

rdnkovS, a nikoliv jinde, a vSak pfes to zfistAvd by t i 
u6enfm jeho. 

Nei ale jak je as odfivodnil? 

1. Pfednfc a prede vsfm pfsmem, zejm6na slovy sv. Pavla I. Cor. 
3, 11—15, v ktergmzto textu pf§e sv. apostol o dm P£n£, a o ohni 
y n£m2to se zjevf skutkov6 jednoho ka2d6ho. Den Pdnfi vyklddUL Chel- 
cickf o poslednfm dnu soudngm, a ohei, jenz uchv&tf v posledni den 
vsecko, neboli vsechnu tvdfi zemS, o ohni, jenz bude cistiti vSrn6 
duSe, 1 ) a to veikery najednou. „Ty vficiseted pravf, df Chel- 
cick^ aby zn&mo bylo, cfm mistrovg a vsecka rota Anti- 
kristova n pekle ocistec tvrdie. Ne2 ten rozom prv6 
povfcdSn^, kterak seno, strniSt& spaleno b^ti mavohni 
ocistujfcfm tvAff svfita, psal jsem mistr6m, ani sutoho 
nepHjeli, ale viece k nevSf e sti mi to pHStli, a n&kte- 
rych v.Scf sii mi zapfeli, a ty doktory, ktere jsem jim 
postavil, jefcto tvrdie vy6i§t6nie sena a strniStfi v den 
PAnS posledni.*) tSch pr^ doktorech fekli: n ie su to vykla- 
dali o tSch lidech, ie na nich seno ma paleno byti vden 
PAnfi, kter6z den Bozf 2iv6 zastihne. A takby byl dal 
sv. Pavel Korintanfim zprdvuotfcch lidech, jez zastihne 
2iv6 den PAnfi, ale jin^mby se sv. TomASem ukazal 
ofcistec v pekle as ). 

Naproti tfcm doktor6m a mistr6m, kteHby tvrdili, 2eby v po- 
sledni den pouze na t£ch m61o seno (v&ednf hfichy, nedostatky) pa- 
leno b^ti, jez ziv6 zastihne den Bo£i, tvrdf Chelcicky, ie budou 
vsechny v6rn6 du§e najednou oci§fov£ny pozdrem svetovym. „Ktery 
clovSk umieri v hfiesfch smrtelny ch, ten ka2dy hned 
jde na zatracenie. Pak jinf, kteiii tak6 stojf na z&klad& 
Kristovfi, a majf zlato, stHbro a drahfi kameni (dobr6 



*) I Bohoslovci katoli6ti vykladali „den Pan$" ihusta o poslednfm floudu, 
a ohen o iaru sv&toyem aniiby melo z toho urazu ucenf o ocistci, kdyi 
se pffjme, ie bude ohen ten i „ignis porgatorius ohledne' tScb, kdoi v t^ to 
posledni dobe" sejdou z tohoto sveta aniiby se byli do kali. ° Sv. Tom 4s 
Aqainas dotykaje textu recen£ho df: „Dies ergo Domini, quoad universale 
judicium in igne revelabitur, qui fadem judicis praecedet, quo reprobi ad 
judicandum trahentnr, et justi qui vivi reperientur, purgabuntur; Bed et 
dies Domini, quo unamquemque in sua morte judicat, in ipso revelatur, que 
purgat bonos et impios condemnat Sic ergo patet, purgatorium esse post 
mortem. 1 * Opusc. Contra graecos Gap. 9. 

') fte6 o zakladu zakond? lidskfch. Kap. 12. 
•) Tamtfi. 



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65 

skutky), ale pHmfesuji dHvf, seno strniStS, tak^m moi 
se priboditi, 2eby v den P&nft pdleni by 1 i, a spaseni 
skrze ohen byli... kdyby vSak s potupu m61i na sobfe 
ty najmensf v6ci zl6, tiem vsecko tiibb na nich bude, 
aniz snadng 8 vSednfmi hfiechy to ostane na lidecb, 
kteri s potupu a nedb&nfm ciniV) 

2. Chelcicty nechce, jakoz dotceno bylo, aby v£rn6 du§e na 
onen svSt s nedostatky odeslfi ihned byly tr&peny v ocistci, zdroveii 
vsak nedopoustf, aby ihned do nebe se dostaly a patfily na Boha 
tvdri v tv£f, jakoz nedf: zeby s ddbly podfl mfily. Ony tedy nejsou 
ani v tfetiem pekle, ani v pekle zatracencfiv, ani v nebi, kde trvajf ? 
Na tuto ot&zku mi Chelcicky tuto odpov&I: Kdyi byl totiz dotekl: 
kterak vyklddajf mistfi o dusech, jei na onen sv£t jdii s senem, 
strnistgm atd. ... Do nebe pry nemohii, se zlatem do pekla nejdii, 
a protoz ze musf byti pojceno, ie je o&stec, do n£hoz oni jdii: 
B tSch duSech se tazal Element sv. Petra. Sv. Petr pr^ 
rekl: Dude tficb, kteff neiiplnS mohli su vyplniti s pra- 
vii spravedlnostf, ale nfikterfi na svfim tiele ostatky 
zlosti mfili su, tfila t£ch zajistfi se zrusie: ale dude aby 
byly chov&ny v dobr^ch a utfiSen^ch krajindch, aby 
i vzkHsenie mrtvych, kdyby tiela sv£ pHjeli jfz zruse- 
Dim o£ist£n£ za ty v£ci kterfi 8iidobr6 fiinili, abyuvSfr- 
n6m dSdictvi posazeni byli*. 2 ) Na to di Chelcick^: Ty v6ci 
pravil jest sv. Petr o tiech dusech, kterfiito snfikak^rai 
nedostatky sch&zejf, ale tarn v utieSen^ch miest-ech za- 
chov&ny su do budiicieho vzkfiSenie. Ale toto vsecko 
a mistrov jest smiech a blud\ 3 ) 

Jinde tvrdi Chelcicky, ze du§e sii chov&ny v r&ji a v ut6§enych 
krajfch. On df, kterak sv, Petr pfse (a to m& snad byti dfikazem, 
ze se vSrnym dusem na onom svfitfi zle nedafl)- Nechce me, bratH, 
abyste se nemutili, jakozto jinf, jeSto nadgje nemajf, 4 ) 
coz pr^ nenf ve shodS s tfm, ze se mrtvf tfczce mufiie v pekle 
a ze volajf k 2iv^m, aby se nad nimi snylovali" 5 ). Odpo- 



*) Psani M. Janovi. R. P. L. 37. et 38. fte5 o zakladu zakondv lidskfch. 

Eap. 16. 
*) 6ec o z&kladu z&kon6? lidskych. Eap. 13. 
») Tainted 
*) Dotcenf text se ne6te u bv. Petra, ale u sv. Pavla I. Thess. 4, 12. Sv. 

apostol ale nemlavf tamt6£ o pfedm^tu, o nemi jedna Chelcicty 
*) Psani M. Janovi. R. P. L. 69. 

Tr.: PUosofie, dfjepto a filologle. 6 



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66 

v&d&lt pry sv. Petr na otdzku Klementovu, kdeby duse po smrti byly 
n ie v r&ji s u, o jinych, kterfi sii nedplnfi mohly vyplniti 
feholi spravedlnosti, n6kter6 ostatky zlosti na sv6m 
t61 e m61y su, pravi, ze tiela zajist6 rusie se, ale duSe 
aby byly choviny v dobr^ch a utSSen^ch krajindch az 
k YzkfiSenie. Tot pf§e Klementovi v pocestn^ch kni- 
h&ch. Protoz jestli to ucenie sv. Petra, kterakby nutil 
za ty du§e prositi na kazdy den, auo se jim dobfe 
dSje". 1 ) 

To jsou tedy ndhledy Chelflckfiho o ociBtci. DuSe v£rn6 trvajf 
a£ do soudn6ho dne v utSsenych krajinich, v den &oudny se spojf 
s t61y a pftjdou ohn&n a tak budou ocfstSni, kdoi se nedokdli na 
svfctfi i podle t£la i podle duSe. Ovsem ze v textn Elementovn se 
df, ze se tfilo ocisfuje jiz smrtf, a nifiehoi tain nenf, by mfili sprave- 
dlivf ohn&m jfti, nez t6to malifikosti nepozoroval Chelcicky, snad 
o ni nevSdSl neznaje textn pJesnSho. 

Pfsma sv. nem& tedy pro sebe ndhled Chelcick6ho, ani ne textu 
Klementova, ani otcfiv; coz divu tedy, ze se as mdlo libil mistrora 
katolickym, a ze byl a mistrft kalisnickych smfch a blud. Nad to 
jest nduka jeho prese vSechny ut&ten6 krajiny daleko drsn6j5f, neili 
ufienf obecnG cfrkve. Du§e odeSld na onen sv6t nemd kromg Boha 
nicehoz, ut6sen6 krajiny j( nenahradf byt i jen docasn6 ztrAty vec- 
n6ho Dobra. Odkladati dusem vernym dosazenf die az ku skonanC 
jest trest daleko ukrutnSjsi neili tresty citeln6 v ocistci na pomerncS 
kratk^ cas, jakoZ o torn u£f vfra obecnd a mistfi kaliSnifctf. Nez 
toto jest feceno na z&kladi vfry: ze jest Bflh neskonaty cfl n£s 
vSech, jakoz v6fil Chelcicky, vfifili kali§nfci a v6H a vzdy v6Hti 
bude cfrkev obecnd. 



l ) Psani M. Janovi. R. P. L. 49. Zpra>a o dotcen^ch krajin&ch uteienych se 
cte ye spisu 8?. Klementovi na licho pHpsangm. Lib. L Recognitionum 
divi dementis ad Jacobum, Fratrem Domini. Pac. 394. Lit. D. Edit Sugd. 
1677. Taborsti knSSf cituji k vflli tomu: Ze pry Be nezjednavajf otcove 
v uceni o ocistci prvou knihu „Itinerarii Clementis" vypravujl tyt64 veci 
o ociitovani dusf jako Chelcicky. Joannis de Lukavecz et Nicolai Chronicon 
Thaboritarum. P. I. C. 24. n. 15. 



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67 

5. 
Kalenddrni zprdvy o nSkter^ch moravsk^ch bratrech. 

Sepsal Ferd. Mendik, pfedlozeno dne 13. dubna 1885. 

Do kalendaffl zuamendvali sobS predkovfi nasi mnohS pHhody, 
jez tykali se nejen zivota soukrom6ho, ale mnohdy i vefejn6ho. 
Ovsem vfitsina podobnych zdpiskfi pKchAzf jako a£ dosud, na zmar; 
nahodou nfckdy pfece zacbovalo se nfico. Takovfi poudnfi pozndmky 
veps&ny jsou do jednoho exempldru dvornf knihovny vfdensk6: Ca- 
lendarium historicum conscriptum a Paulo Ebero Kithingensi. Viten- 
bergae. 1559. 8°. Na jeho litulov6m listu napsdna jsou slova, ktera 
nam majitele knihy uddvajf: „Tato kniha jest mnfi TobidSovi Titovi 
jinak Cervenkovi Tfebitsk6mu dana od b(ratra) Vavfince Justina po 
Tobidsovi Makariovi na pamdtku 16ta 1622. a 

V&ickni tfi byli knfiifmi jednoty bratrskfi. TobidS Makarius 
semrel r. 1621. v Tfebfci. Tarn narodil se r. 1600. z otce TobiASe 
vlastnfk knihy TobiAS Titus, jen2 v zApiskAch vypofcftAvA sv6 osudy ; 
r. 1614. pHjat byl ve Skolu Vavfince Justina v Tfebfci a tam meSkal 
az do r. 1617., kdy odeSel do Ivancic. V roce nAsledujfcfm stal se 
kazatelem v Kadosticfcb, pobyl nfiktery cas u pana Karla ze ^erotfna, 
od nShoz se v kvStnu 16ta 1620. do TtebicSe vrAtil. Byv ve StrAznici 
ordinovAn dostal se do sv6ho rodiStS na mfsto zerafel6ho Makaria. 
R. 1628. vystShoval se s jinyini bratry do Toning, a oZenil se ve 
vyhnanstvf. Tolik dovfdAme se o osudech jinak neznAm6ho bratra. 

PoznAmky starSf pochAzeji od jin^ch dvou majitelfi knihy. A sice 
pfsafem t£ch, jez sahajf a2 do r. 1574., nebyl nikdo jiny nez zna- 
menit^ bratr a tiskat VAclav Solin. Dftkaz nAs plyne z toho, ze 27. 
ledna ndAvA: B ten den (1564.) sem se do Tfebfce stShoval. Vdclav 
Solin a , jakoi i z okolnostf, ze u 5. linora zprava o smrti Jana Cern6ho 
psana jest touie rukou a hned po nf nAsleduje poznAmka rukou 
Samuela BeneSe, jenz z pocAtku do knihy psAval rumSlkou, coz i tuto 
lezatym pfsmem jest vyznaceno. Oba mu2ov6 pobyli stejn^m casern 
v Ivandicfch, a kniha dostala se z rukou Solinovych v majetek dotce- 
n£ho Samuela. 

DovfdAme se z poznAmek, ze br. Vdclav Solin narodil se v cha- 
loupce rybAfskfi nedaleko mfcstedka DrahotouSe dne 24. iervence 
r. 1527. Dosud o dobS narozenf jeho nic nebylo znAmo, jakoz ani 
o torn, 2e ticastnil se s tiskafem Alexandrem pfi vydAvAni kancionalu 
▼ Samotulech a r. 1564. kancionalu Ivan£ick6ho. Na slovo mu uvSriti 



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68 

mfizeme, ie br. Jan Blahoslav byl hlavnfm korrektorem kancionalu 
poslednfbo, takt6z ie br. Jiff Izrael se due 12. ziii r. 1500. narodil. 
I tento udaj jest nov^. Po n£m, jak bylo praveno, dostala se kuiha 
do rukou Samuela Benedykta nebo Benese, jehoz jm£no znamo jest 
z Fiedleroya spisu: Todtenbuch der Geistlichkeit der bohmischen 
Bruder str. 302. On narodil se 16ta 1546. v Morkovicich, byl r. 1574. 
ve Mlad6 Boleslavi za knSze ordinovdn, nacez pHsluhoval v cfrkvi 
od r. 1577. v Nechanicfch, v Praze od r. 1581., od r. 1584. v Bran- 
d^se nad Orlici, v Kostelci a RabStejnku, kde se o2enil 16ta 1585. 
Jeho zpr&vy pocfnajf se r. 1574. a tykajf se pozdfcji rodinn^ch pom6r&. 
Ziv byl jeSt6 r. 1597. PH sedmGm tinoru Steme z doby XVII. stoletf 
pochodicf pffpis: Haec libentissime in signum bonae amicitiae erga 
egregie doctum et humanissimum, civilissimum, generosum nobilem 
virum Rev. dom. Samuelem Benedictum ecclesiae Nebitiensis pastorem 
scribebat Alfonsus ex comitibus de Montodolio. 

Od ngho presla kniha na bratra TobidSe Makaria, od tohoto 
na TobidSe Tita Tfeb(6sk6ho. R. 1672. nflezela nfijakS osobfi, jeni 
nekolik pozn&mek o hospod&rstvf do nf zapsala; koho by se tykaly 
nevfrae. Potom nalezela nfcjak6mu MatSjovi, jenz si do nf napsal 
nekolik modlitbicek a zazebnivanf; konednS dostala se do n£kter6 
kolleje, odkudz na nyngjSf mfsto byla dod&na. 

Zajfmavost v6cf, jako2 i to, ie pHch&zejf zde nSkterS zprdvy 
rodopisn6 a mistopisnG, ano i jedna n&boSnd pfsei, nevfme, k^m se- 
psana (ne-li snad Tobiasem Makariem, jehoz ruka v knize jinak ne- 
prichazf), vedla nds k tomu, ie o drobtech tfich malou podavAme 
zprdvu, yypustfce vSci docela nepatrnS, jako ku pf. meteorologickd 
pozorovanf bratra Samuela BeneSe. 

3. leden. B. JiHk Duban umfel, zprdvce Nechanshy. ') 

4. leden. L6ta 1624. tohoto dne vandrem sem §el z Tfebifce na 
Rudolec ku panu RoinoYskdmu ; k jeho detem za preceptora sem d&n byl 
od B(ratra) W. J. K. 

10. ledna. L6ta 1622. toho dne pHt&hli do TfebiSe voj&ci vlastf, 
Spaneld Don Baltazara a leieli tu vice neili tfi £trrt£ ldta. 

22. ledna. Samnel Vrchoslavsty z Elenova 2ivot svftj v ten den 
dokonal majc veku Bvdho 17 Whodnl a dva dni okolo 18 hodiny. Pochovdn 
na Rabstejnku v kostele podl6 Y&clava bratra svSho ldta P&ne 1597. 

25. ledna. Zafcato jest dllo imprimov&ni kancionalu Seskdho na 
Samotuldch u pana vejvody LaniickGho od Alexandra Impresora a Vftclava 
Solina ldta 1560. 



*) 1677. 



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69 

26. ledna. Anno D. 1577. ptistShoyal jsem se toho dne do Ne- 
chanic. 

27. ledna. 1564. ten den sem se do Tfebice pfistShoval. Y&clav Solin. 

28. ledna. Do BoleslavS sem iel s Svarcem. 

2. Unora. Obetov&ni P&na Jezu Erista do chr4mu. Pfyf ti ra6, 6 otce 
nebesk^, pro JeziSe syna sv6ho nejvz&ctnSjsi obfiti jeho i manzelky m6 
obet chaternau, u6in§ny naklad na stavenl Rabstejnka dnes tak£ odvedeny 
a odevzdany lidem dnchovnfm knSzim jednoty bratrskd starsfm ldta P&n£ 
1595. v Brandejse. Na predloseni a radu jich odkvitoval sem se ho ph 
pritomnosti osob v fddu 14, oni mi darovali z l&sky 120 H? k zaplacenf 
dluhu. 

5. Unora. Anno 1565. T6ho2 dne bratr Jan Cerny, mui nemal6 
vxicnosti, y Boleslavi nad Jizerou umfel v z&pad slunce a pochov&n 
t kl&stere tajne pro nebezpeSenstvf, kterdS tehd^z jestd trvalo od kr&e 
zboru zastaveni bratfim. RozdSlil sem povinnosti v Nechanicich 77 leta. 

17. unora. 1564. ten den dokon&no jest dilo kancionalu ceskSho 
Btrany tist£nf jebo v Etfvancicich od V(&clava) S(olina) a pomocnfkfi jeho 
pod zpravoY&nim B. Jana Blahoslava, kteryi byl nejvfitslm correctorem 
toho kancionalu i prv ne2 do impresf d4n byl i potom v impresf. 

18. Unora. L6ta 1595 stala se hroznA vSc. 

Y Bacharachn, mSste pH Rejng fece leiici(m), dva oZralci masopust 
kvasiti chtice, 2£dali hospoddfe za dovolenf hry, jimz aS odepfrel pro 
iApov£d sobS od vrchnosti pod pokutou vydanou. Vsak vydali se ve hru 
predce proti z&pov£di i proti odporu hospod&fovu. V torn prohr&l jeden 
z nich penize vsecky a zacal velmi ldti a rouhati se p&nu bohu proklfnaje 
se, aby jej radce hrom zabil. Pfisla k tomu rovne jeho manielka tShotna 
byvsi na samgm slezenf; domlouvala se, ze nic o dltky ani o zenu svou 
dbiti nechce a ze tarn doma div hladem nezemrou knsa chleba nemajfce. 
Coz on slyie pral nebohou a po zemi ji za vlasy smejkal fka : pro6 doma 
nesedfs, tfeba-li jest tobS za mnou choditi? Nacez nemohsi se hospodyne 
doma toho divati, domlouvala lotrasovi fktic: co jf chces zabiti, ze se 
Bona nebojfs, sannjz proslci tebe proBoha; aspon pro to, co pod srdcem 
nosi, rozpomen se. Na to on fekl bezboznik: Nosf certa ft^lenyho, d& jf 
ctvrtka zelen^ho od£nf, prase d&bel jf tudiz pomftie, vsak jf jiz pfistrojil luie, 
porodl Antikrista, draka nebo hada. Jemuz 2ena fekla smutne: 6 by to 
p4n boh dal cbutne. On na ni i kord pochytil zamordovati chte obe, 
procei ma sotva ntekla a do domn svdho pfijdouc porodila postavy hrozne 
dite do pasu k lidem podobn6, od spodku mfsto noh dra&ho ocasn prasi- 
vdho podobnost tff loktft dlouhosti ztoSen^ jako had. E cemuZ ten ne- 
? iiuf taktf otec s zlofecenfm a l&nfm pfiSed omofen ihned od toho zldho 
a proklatlho plodo, nebo na hrdlo jemu vsko&vsi jako ztoceny^ had ditd 
to hrozn6 prysk^Hl a vfedu pln$ jej bidnS v rychlosti nakazilo a skrtilo, 
kter^i on kordem bfti chtel, ale nemoha s^m jest od nebo to umofen. 
Matka t^z zivot skonala a dite rozpdlen^ v zlobivosti metalo sebou jako 
had az do ndjak^ lon2e s hfmotera upadlo a tarn zmizelo. 

20. unora. 1600. bylo v ned&i prvnf postni na pondelek j& Tobias 
Titos narodil sem se na tento bidnej sv§t. Kmotrovd byli moji : Pavel 
Krtd, Jan Sotllk, a jeho manielka kmotrou. 



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70 

26. Mora. 1625 vzal sem odpustdni od pana RoinovskSho a sel 
Bern domfi do Tfebl6e k otci. 

27. tlnora v tfi den vyhofelo velmi hrub£ mSsto LitomySle v bodinu 
nesporni ldta 1560. po prvnim vyhofeni ve 6trn4cti letech. 

^.fino 1575 A. 8. S(enior) cum Q. V. et Es. Cae(pola) in Bo- 
hemiam ad Prageneem synodum discessit, kdei confesrio note ttena, 
schvdlena i pHjata a potom zborovi v Cechdch zotvirdni i v nSkterych 
kostelich kdzati b(ratH) potali. Suchij dm 1577 na Libotovi driel 
sem modliiby. Anno 77 druhij suchy den 1. pdtek t; 2zs%sqT%. 

3. bfezna A. 1621 £ post Q Invocavit discessit ex mortalibus Z. 

6. bfezna 1577. v Nechanicich v kostde modliiby a pohfeb tiro- 
zeniho pana JiHka Zachate z Pa&inSvsi. 

13. bfezna 16ta P&n& 1589. v pondSli mezi 13 a 14 hodinou, kdyS 
slunce stAlo na znameni ryb a mgsic na vodn&H Q^j 1 18 v tu hodinu 
panstvl bylo 9* Narodil mi se syn, jemu2 d&no jme*uo V&clav a pffjmf 
sobS s&m pHnesl Lazar; neb cele milgmu Bohn Ygftm, 2e jest ma v den 
narozeni jebo dal v Btar&n rodu nmflti, aby k nov6mu Sivotu milosti 
i sl&vy od nejmilejSfho spasitele Je2iie byl vzkftsen, cob 2e se po£&te£n€ 
pH svaWm kftu stalo 18. dne t£ho2 mSsice a dokonale stane se. Syna 
Boifho hlasem zde i ? den soudn^ k v£6nd nebeskS slAvS nepochybnd 
v^flm. Amen. 

Knez Martin Mach Troubecty kftil. 
Kmotrovd: Pan Jan Apsolon z Ledske* a na Ledske* 
„ V&clav z Ottrsfeldu 
„ V&clav Placzelius z Elbingku. 
„ Jan Eonc z Bite hory 
Jan Cenvic z Libina 
Jifrk Rakes z Slemena. 
Emotry: JM. pani KateHna Hrz&nova z Elinstejna a z Rostok na 
PottnstejnS 
Paul Anna Jestfebska, z Lipan na Bohaficfch 
Panna Lida Peczingkarova z Byd2ina 
Pani Anna FlaSarova z Lubkova. 
Dorota Ratiboftk& z Kostelce. 

14. bfezna. L6ta PAnS 1596. 22 Angasti dokonal ma P&n JeiiS 
fcivot jeho mlad^ a nslechtily ke viemu ctnlmn schopny, pft hoding polednf . 

15. bfezna. Leta 1629. tfi slnnce patrnS byly vidlny na nebi o 15. 
boding na celf orloj. 

29. bfezna. Ldta 1628 Tobi&§ Titus konpil tatik mflj 2 Mebce za 
33 IF tim dumyslem, bylo-li by potfebi, aby neco mobl na vfiz 8 sebon 
vziti a sim jsa stary se i s matkon pfev^zti, ponSvadi JMC Ferdinand 
druhf 2&dn6bo ? zemicb sv^ch, kdoiby katolik ftmsky nebyl, necbtel 
trpgti a patenty na to vydal. 

L6ta P. 1598. v ned&li provodnl, kdyi slnnce bylo na znamenf 
skopce a meslc na kozoroice o jedn&fc byl ustoupil ? hodinu 8. v noci 
na nedeli svrcbu psanoa, kdyi toui bodinu slunce panaje, narodilase mi 
dcera KateHna Lida ; dvou matek i dvou babek i otce svdho den narozeni 
pfednim jme*nem pHporolnft a ob^ma jmdny ku pobo^uosti babek i matek 



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71 

se rede, Ctvrt^ den po sv$m narozeni ve Stvrtek kftgna od kneze Jana 
Kopedn^ho, Rychnovsk6ho zpr&vce, kmotra sv^ho. Kmotrovl byli: Pan 
Pavel Dohalsky z Dohalic a Henrich Hirs, mestfinin Kostelecky; Item: 
Matfj krej6l. 

Kmotry: UrozenA pani pan! Anna Mtfanka z Smiric rozen&, Item: 
Pan! pan! Kateftna Hrzanka rozenA Mifanka z Klinstejna a Rostok na 
PotenstejnS a Kostelci, dcera JM. 

Pani Mariana Domousicka z Chlumu, Anna Zelinkovl 

Zazana Barbora v Kostelci a Anna Kabsova z Slemena. 

Touz noc a v touz hodinu milosrdn^ Buh navr&titi r&til cisaH Rudol- 
foYi uherskdmu skrze pana z Svarczenberku R&b pevnosC v Uhftch velmi 
dobfe od Turka provianty opatfenou. 

V outer^ 31. dne bfezna mSsfce 13ta P. 1586 kdyz slunce bylo na 
znameni skopce a mesic na lvn 24 stupng, v pondgli po nedeli kv£tnd 
t noci na titery mezi 6 a 7 hodinon narodila se mi dcera Anna, pfijmim 
Sabina, neb na den Sabiny narozena. Po osmi dnech t6z v outer^ v touz 
hodinu nmfeia. Dejz Hospodine, i mng potSIeni a tiie z sveta toho bidndho 
i jeji rodi3e vyjiti, amen. 

Ten den pokftgna, kdyi se narodila od knSze &imona Kflfcka 
% Rycbnova. 

Kmotrovd: Pavel Ber&nek, Kristof Krys. 

Kmotry: Pani Marianna Huburkova z Dolan, Marianna z Cblumu 
SluzskA, Anna Dnchovcova. 

4. dubna 1574. v Kounicich zbor posvScen. 

19. dubna. Tobo dne blahoslaven^ Pbilip Melancton, jehoi dobrft 
& mnoh& pr&ce i poboiny zivot chv&liti bode, urafel maje let veku Bvdho 
63 a pochov&n n Vitemberce, kdez 42 16ta pft koleji praci pobo2nou 
a uiitecnou vedl 13ta Kristova 1560. Obiit anno climacterico ultimo 63 
aet&tis, inter 6 et 7 boram vespertinam. 

23. dubna. Ldta 1629 na sv. Jiff T(ob) T(itus) vandrem sem sel 
z Evancic do Slavkova na byt. 

23. dubna. W Pam£tkov6, ve vsi pAnS OstrorogovS, od zap&leni 
hromov^ho vyhofrely 4 dvory Anno 1560 v hodinu po poledni fitvrtou. 

25. dubna. Bratr Johannes Augusta, stars! toho Casu zpr&vce jednoty 
bratrskS, od Sejnocha Sebestiana jat a podobnS jako Kristus od Jid4§e 
nemilostiv^m nepf&telum ze mzdy pen£2it6 vyd&u Anno 1548. 

29. dubna. Anno 1620 toho dne vzal jsem vyhost od J. M. p. p. 
Karla z Zerotlna a propuSten jsem z praecepto. 

2. kvStna. A. 1620 dostal sem se podruhd do Tfebifie na byt 
k 0. W(avftncovi) Justinovi. 

3. kv&na 1575 v Evanticich voda nemald vrata porazila do 
zdhrady zadni. 

4. kvStna. A. 1621 Tobias MccxaQiSg untfel v TrebfSi. T4hoz 
casu J& Tobias Titus na misto Makaria zustal jsem v Selednosti u b. Wa- 
vrince az do skon&ni ldta 1623. 

5. kvStna. L. 1618. Stala se boufrka v Praze, tak 2e z hradu 
pimzskdho vyhozeni byli pftni katolickgho n&bozenstvi p. Slavata, z 6eboz 
velikA vojna pofila a mnoho let trvala. 



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12 

7. hvetna 16ta 1624 s panem Pavlem Roznovsk^m st&hovali sme 
se na Vranov. 

11. kvStna. T6ho£ dne z boiibo dopuStSni mSsto Litomysle hrozne 
a k vife nepodobng vyhofelo ohngm yyilfm od jednoho meiCana, jemnz 
Alkali tbelant, 13ta 1546. A ten takov^ ohen neb vyhofeni byla pred 
kolikasi nemnoho dny pfedpov8d£la ngjak* baba v&tice; t£2kd jest hadati 
jakym duchem, nei vSdyt pravdu povSdSla, &mi byla nemaW n&v£stf dala 
mSitan6m, tak ie pH jarmarce itvrtf a p&tf den pfedtlm byli mnoho 
strfcznych na zdech mSstsltfcb i v domfch naftdili majfce na to pfedpo- 
v&d£nl pamgt. Ale kdyi ptt jarmarce nic takov6ho se nenahodilo, oni 
str&z rozpastili, a v torn ten host nenadAty v tfetl hodinu na noc nahle 
pHpadl. ikodS, jakft se tu stala, nenf potfeba praviti, sain kaidy 
rozumi, Jet nemal& byla, pon€vad2 tak hroznS shofelo, ze ve viem m5st€ 
neziistalo s jeden vuoz dfivi a lidu vice nei 100 osob shofelo. 

30. kvStna. Anno 1575. D. M. Esromus Rudingerus cum uxore 
et filio Witteberga venit Euacicium et exit. 

31. kvltna. A. 1621 v Str&znici synod byl; uCedlnici zftzeni a ja- 
hnovS. Ego etiam pro discipulum T(ob.) T(itns). Seniores: J. Lanecias. 
G. Erastu8. 

3. dervna 1563. Y ten den pHpadla na Prostejov voda velmi 
velika rano v svltaal, kdyi jestS lid$ spali, a velmi velikou Skodu utinila, 
po predmSstl viecky ulice, domy naplnila a mnoh6 poborila i pobrala, 
lidl nemalo ztopila. Jakou pak u&inila skodu na polich, na zabradach, 
na stepnicfch, na lak&ch, kdo to vse vy&sti by mobl. 

18, dervna. Lita 1574 v Boleslavi Mlade 15 kn$Li (a jd mezi 
nimi) erizeno bylo. 

27. iervna 1574 na hradi pra£sk4m leccos sem videl cam D. 
Andrea Stephano pie memorie a potom 81. den mistra Jana Hasa d&n 
sem PrazanAm za zpr&vce a2 do 84 Wta. S. Benedictns. 

29. tervna. Ldta 1620. T(ob). T(itas) na sv. Petra a Pavla van- 
droval sem z Slavkova na byt do Evantic. 

30. iervna. An. 1617. T. T(ob) T(itns) usel sem z TfebfSe na 
byt do Evancic na sv. Petra a Pavla. 

9. tervence. A. 1622. ten den a noc hrubS prielo, ze byla pfisla 
shfiry voda velika hi v TfebiSi kus mosta vzala a hrozn^ ikody zvlaste 
n Evan&c vzdSlala a trvala do 16. dne toho mSsice. 

11. dervence. Magister Vinterus ad nos carens locum. 

26. dervence. A. 1624. T. T. bac die pro domesticum receptus sum 
a fratre Lanrentio Justino Trebicii, nbi fere 3 annos manebam. 

1. srpna 1575. B. BlaZej v Dunajovicich zemfel. 

20. srpna 75. Pa(rilus) L. z L. obiit. 

22. srpna. V ten den vytrhl P&n JeJfs V&clava Lazara syna mSho 
z bfdy zdejsf skrze smrt. bndii veleben vidycky, boie pfedobrotiv^. 

24. srpna. Nascitur W. Solin in tuguriolo piscatorum prope oppi- 
dulam Drabotouse An. 1527. 

26. srpna. L6ta 1626 Pan Pavel Roinovsty zenrfel. 

1. zdH. LSta 1628 vyjel jsem ja T, T. T. 8 ujci sv^mi na cesta 
do Prus do Turyni na konfch k bledani byta, protoie J. M. C. patenty 
vypovedel vsecky pod oboji lidf z krajin £eskyck, z moravskych, z Trebide. 



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73 



5. zdH 1574 
v BozkovZ dobre. 



v Vidni sem byl: kdzani bylo u pani Boiiny 



Ach, hflsnj', co m&m Siniti, 
musfm na sebe tauziti, 
co sem iinil od mladosti, 
proti ty£ Bvate* milosti. 
R4£ils mne na svet stvoriti 
a roznmem obdafiti, 
jak bych se v svetg spravoval, 
pKkfczani jsi mi vydal. 
Yzrost' sem jako polni kviti, 
na kter62 milo patfiti, 
kterdz kdyz v le"t£ prokvitd, 
tak byly m& mlad& I6ta. 
Uilval jsem jich y rozkosi 
nepamatnjfc na dusi, 
ni na tebe, boha mdho, 
ze's pracoval pro mne mnoho: 
Hned od narozenl svdho, 
yylils krve pro mne mnoho, 
kdyzto z tgla tve*ho tekla, 
pobled m& duse pfehfisnA. 
Ach, kdo by pro mne hftsnSho 
vydal na smrt syna sv6ho, 
jako buh otec nebesk^ 
dokazuje k n&m Bve* l&sky. 
6 14sko k n4m prevelika, 
co's u&nil pro £lov£ka, 
hledals sv^ ovce stracen£, 
kryf drahau yyktipene\ 
6 dnsitko m& pfemila, 
chces-li byti bohu milk, 
popatir na rdny Jeiise, 
pfestan a nehres jiz vice. 
Ted jiz prisly start le*ta, 
ji£ se m& dusiSka leka, 
fidanc smrt st&ti za sebau 
majice stfelu ukrntnau: 
kter&Z k me*mu srdci m£fi, 
jedovatym Sipem strili, 
z tohoto svSta jit musim, 
nevlm, jak dusi opatfim. 
pane Kriste Jezlsi, 
kterak jA buda patfiti 
na tvau tvdf, kdyz mne povol&s, 
ode mne pofitft pozid&s. 



Tu me* srdce smutne* bade, 

kdy2 mi duse na soud pftjde, 

nesauc sve* hfichy sv&zane* 

a na hrdlo povSsene*. 

Go bndu odpovidati 

sv^ch register kde hledati, 

v nichz bnde vseckno zapsane*, 

co jsem 6inil t zle* neb dobre*. 

Co tebdy budem 6initi, 

kdyi Eri8tus r4& seddii 

na saudu svatSm, pfehrozngm, 

ale dobr^m preradostne*m. 

Race, nohy proboden^, 

svftj svatf bok otevreny, 

bnde nam ukazovati 

a pffsag nam domlauvati. 

PohlecT, ClovSSe zaufety 

a o svan dusi nedbaty, 

jak sem jA pro t&pracoval, 

bycb ti k sobg z pekla pojal. 

PonSvadS byls tak nevdgcn^, 

musii jiti v obefi v££n£, 

kdez musi vsickni hfisnlci 

vSky vSkuv se tr&piti. 

Tu uzffm dftbly pfed sebau, 

jenz na mne Salovat budau, 

co z sv6 mladosti jsem tinil, 

villi jejich ve vsem plnil. 

Nevim, co hHSnym odpovlm, 

anebo 61m se vymluvim, 

tf&sti bndn se pfed tebau 

tv&f tvau vidance horlivan: 

Cekajice vejpovSdi, 

kterfci bnde v den posledni 

od tebe, p&na maudreho, 

ale v§ak milostivdho. 

6 pane Kriste Jezisi, 

pokud jest§ tdlo s dusi 

duchem svatym naplniS mne, 

na tu cestu pfivedii mne: 

Abych odfekuauc se zl$ho 

v kr&lovstvi otco v£6n6ho 

moh's tebau se radovati, 

tobe cest, chvAlu vzd&vati, amen. 



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74 

12. zdH t£ho2 llta 1500 b. Jiri Izrahel se narodil. Ondfej Parmen 
a Sen(iore) D(omino) Johanne K(alef) do Nechanic ponejprvl k bratftm mne 
posldn a d&n 1577. 

18. zdH ldta 1628 do Turyng sme so dostali a 20. dno pfed ourad 
na rathouz. 

23. zdH. L$ta P&nS 1596 v pond&lf po pamatce by. Matouse v bo- 
dinu 21., kdyz stance na v&ze bSzelo a meslc t&l na y&ze st41, Man v tu 
bodinu panstvi drzel, narodil so mi syn Samnel pfijmira V&clav, pro pa- 
m&tku vysltibo z svfcta veselou smrti pfed tfmi nedelmi bratfifcka sv6ho 
a mdho milSbo syna V&clava a pficbAzejicl pam&tku po pSti dnecb, Va- 
clava svat^ho. Pokften na zejtfi od kneze Jana Svatose z Brandejsa. 
EmotrovS: Pan Nataniel Domousicty z Harasova na rukou jej driel ; 
pan Adam SCastn^ Hrzan z Harasova na Potnstejng a Kostelci nad Vor- 
lici; mlsto jebo zastoupila v jeho nepfttomnosti J. M. panl p. Eatefina 
Hrzaiiov& z Klinstejna a z Rostok Mifianka, panl manzelka jeho a panna 
Johanka. Pfi pani toho 5asu sluzebnice. Item: pan Baltazar Makovi5ka 
a p. Nikodem StrejSek, radni pisa* mSsta Eostelce nad Yorlici. 

Emotry : J. M. panl Mandalena OpprStorfska, pnrkrabinka z Donlna 
a na Castolovicicb ; item: pani Dorota Henrychova a p. Zuzana, pekafka 
Babova a Llda Silvestrova ze Spitala, babka panna 63 16ta majici. 

27. zdH 1629. J. M. pan Karel StarSi z Serotina ra5il z Tfebifie 
vyjeti do Pferova a odtud potom do VratislavS, jsa rovnS jako i jinf 
v£rni kfestanG od J. M. C. patenty vypov£den, protoze nechtSl naboienstvf 
katolicklbo b^ti, i b J.M. pani svou, pani Katefinou z Valdstejna. 

28. zdH 1618. T. T. v nedSli po sv. Trojici concionavi Radosticii. 
Erat D. Sylvan. 

1. Hjna 16ta 1628 Tomfts Fledl umfel, pocbov&n. 

3. Hjna 16ta 1628. J& Tobias Titus Tfebitsty dostal jsem se domfi 
do TfebiSe z Turyng stastnS s ujci sv^mi. 

6. Hjna 1. 1618. Ja Tob. Tytas s pomoci boil incepi eoncionatoris 
officium egere Radosticii in vespertina concione. Byl sem s Danielem 
Sylvanem. 

9. Hjna 1. 1628. J& Tob. Titus vyjel sem na formanskycb z Tfe- 
bi5e do Eralic. Stehoval jsem B. Jifika Erasta Seniora do Allavy do 
Sllzska 2 mile od VratislavS t. 30 mil. Tdz J. M. p. pana Earla Star, 
z Zerotlna statek vezen do Vratislave; jelo n&s 48 vozfi. 

13. Hjna 1622. Vojdci, ktefi byli kvartyrem v Tfeblfii od 10. Ja- 
nuari, t&bli z TfeblSe do Cecb. 

28. Hjna. Dne mgsice fljna, den v. a p. Simona Judy 1. po N. S. 
B. 1587, kdyz stance bSzelo na znameni v&by a m£slc na znameni panny 
v bodinu nesporni dvac&tou, kdyi planeta stance v ten den t. ve stfedu 
v touz bodinu panstvi drzi, narodil mi se syn Jan Benes pfrjmim. Stalo 
se vse na Nov3m Itabstejnku nad Vorlici. Pokrten jest od kn€ze Jana 
Festa z Rycbnova. 

Emotrovd: Pan MikuMs z Bubna. 

„ Adam SCastn^ Hrzan z Harasova. 

n Nataniel z Harasova. 

„ Eristof VAclav Eapoun. 



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75 

Emotrovd: Pan Jan FlaSar z Dolan. 
„ Jan z Bnbna. 
„ Kriitof Rejznar. 
Kmotry: pani Manda Sluska z Prostibofe y Tuchoraicfch. 

„ EateHna Pecinkova z Harasova na Vamberce. 
„ Johanka KiSlova z Bnbna na ChotSi. 
„ Anna Ber&nkova, Manda Skopka. 
28. Hjna 1. 1628. Vr&tili sme se z Allavy do TfebfSe z formanstych. 
30. Hjna 1. 1629 a2 posavad chv&la p&nu Bohu zdrzoval se b. Va- 
Ttinec Justin, zprfvce zboru Tfebitskdho, v Tfebtfi. Tento pak den vyjel 
takS na pout zarmoucenou za J. M. panem Earlem St. z Zerotfna do 
Slezska do Allavy, odkudz mnS se vr&til pacholek 14. Novembris. 

7. listopadu A. 1574 novou m#i praesentibus 15 clevis v EvanJi- 
tich sem mSL. 

11. listopadu 1. 1620 Praha vzata, zradou pfemozeni byli od clsaf- 
sk£ho lidu na Bil6 hofe Cechov6 a Moravci. 

25. listopadu. Rok narozenl mdho rok Luterovy smrti jest, tak na- 
cbizlm. Die die natus sum Anno D. 1546 S. B(enes) v Morkovicich, 
Tjebov&n sem v Vrchoslaviclch, do Eojetina do skoly d&n sem v 8 letech 
(k dev4t£mu slo) 1. 1555; u bratfl b^ti zatal sem lSta 1556. u b. Jana 
Charv4ta y Eojetfne, ten vzat ; b. Jan Noztf d&n, toho sem smrti doblidal, 
tlhoz l£ta umfel. B. Jan Bendcky tu din, u nghoz sem byl do jeho smrti, 
unfel 1. 1570 v Slezanlch; jediny rok 63. mezitlm v Fulnece na n&nSinS 
din byy od n£ho, ztr&vil sem. Z Slezan do Pferova ddn sem ; odtud do 
Etantie, z Evandic za zpr&vce din sem do Nechanic v CechAch 77. ldta, 
odtnd do Prahy 81. llta, odtud do Brandejsa 84., odtud do Eostelce na 
Rabitejnek; tu sem se ozenil 85. 16ta. LSta 1631 j& Tobias Podolsk^ 
T. m€l sem svatebni vesell s Lidmilou pannou, dceroa neboztika Jifika 
Rementfe, souseda nSkdy Tfebick^ho. JA byl v Ietecb 31 a 3/4 a ona 
t 19 letech. 

30. listopadu I. 1570 ddn sem k b. Ondfejovi Stef(anovi) do 
Pferova. 

2. prosinee* T6ho2 dne zadalo jest dllo imprimov&ni kancionalu 
kratrsk^ho v Etfvanttcich od VAclava Solina 1. P. 1562. 

3. prosinee hoc die vitam commutayit clarissimus vir Georgius Sa- 
binus J. V. doctor Francfordensis ad Oderam professor A. 1560 bora 
septima matutina anno aetatis 52. 

12. prosinee. T6hoz dne urozen^ pin p. Joachim z Hradce, kancl^r 
kriloystvl cesk6ho, u VldnS v Dunaji s&m p&t utonul a to tfmto zpflsobem : 
Jel % Vidne r&no, kdyz se rozednivalo, na voze vlaskdm tazen&n 6 konmi 
t sedeli s nim na vozi 4 osoby, dva sluzebnfci stavu ryttfsk^ho a dv6 
pacbolat. Vfiz jeden jeho kuchafsk^ jel pfed nfm a druh^ spfzni za nfm 
t mnoho y ten cas jinych vozfi bylo prejelo; a kdyz on pfijel jako na 
prostfed Dunaje, pod nim se zbofil most a on se vsim do Dunaje krozng 
apadl. Pachole jedno zftstalo na nSjakdm dfeve a uchytilo pdna za fetSz 
a za bradu, ale fetSa se utrhl i brady mnoho pacholeti v ruce zfistalo. 



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76 

P&n pfece utonul a dva ti sMebnfci, jedno pacbole, jeden vozka a dtyfi 
konfi vyplynuli a jeden vozka. A v ten 6as bylo velmi 6istd ticho a na 
Dnnaji tak maU voda, ie nikdA mens! neb^vA a led i&dny nesel, ne£ 
zhola bylo zvl&itni boil dopoitSnl na toho dloveka. 1565. 

23. prosince 1. 1620. celd armada clsarsk4 t&hla do Uber z Cech. 



6. 
Uber die erwahnung von sonnenflnsternissen im Rgveda. 

Vorgetragen von A. Ludwig am 11. Mai 1885. 

Es gibt wol kein volk, dessen litterarische producte in beziehuug 
auf ihr alter so verschieden beurteilt worden sind, wie die der Inder, 
seit dieselben der civilisierte westen kennen gelernt hat. Wenn 
auch das beispiel von Aegypten and Babylon zeigt, dasz analoge 
verhaltnisse zu ganz verschiedenen entwicklungen fttren konnen, so 
ist docb zu zugeben, dasz die geographische abgeschloszenheit In- 
diens dem westen gegeniiber, und die innere organisation der Arya 
in nicht geringem grade daran schuld gewesen sind, dasz eine eigent- 
liche geschichtschreibung sich unter ihnen nicbt entwicklet hat. 
Charakteristisch in dieser beziehung ist, dasz sowol die wenigstens 
zum groszen teile durch den Buddhismus erfolgte sociale auflosung 
der alten kastenorganisation Indiens, als auch die gewaltsame durch- 
brechung der geographischen granzscheiden des landes die auszgangs- 
punkte sind, an welche sich geschichtliche daten und geschicht- 
schreibung oder doch etwas derselben analoges (wie die Buddhistischeu 
Chroniken) gekniipft haben. Das alteste datum fur Indische geschichte, 
welches nach der durch europaische gelerte (Cunningham, Max Mailer, 
Lassen) angebrachten correctur einigermaszen verlaszlich ist, ist Budd- 
has tod 478. An Alexanders einbruch knttpft sich das alteste absolut 
sichere datum, Candragupta's alleinherrschaft 316; an die kampfe 
mit dem westen mit Seleukos Nikator und die schlfiszliche auszsonung 
knupft sich ein lang dauernder diplomatischer verker, dessen friichte 
Megasthenes in seiner schrift nidergelegt hat, die uns leider nicht 
erhalten gebliben ist. Noch unter Candragupta's enkel A(joka Pri- 
yadanji sehen wir disen verker bestehen, und der nennung von funf 
westlichen konigen in verschiedenen edicten Priyadarcjf s (Antiochos II 
Theos v. Chr. 263—46, Ptolemaios II Philadelphos 285—46, Anti- 
gonos Gonnatas 276 — 43, Magas v. Kyrene gest. 258, Alexaudros von 
Epeiros 272—54) verdanken wir die moglichkeit die chronologie dieses 



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77 

konigs vollkomen sicher zu stellen. Ebenso liefern die nachrichten 
griechischer schrif tsteller fiber die herrschaft von fQrsten griechischer 
abstammung in Baktrien und im westlichen und mittleren Indien 
(Henandros — Milinda) verbunden mit den sparlichen daten, die ausz 
Indischen quellen entnomen sind, eine anzal freilich nicht immcr mit 
tier gleichen genauigkeit zu praecisirender daten. So wie jedoch 
Indien sich selbst iiberlaszen ist, trit wider das alte dunkel ein, 
welches erst mit dem auftreten der Moslim durch eine fortlaufende 
reihe geschichtlicher tiberlieferungen dauernd beseitigt wird. 

Erst in verhaltnismaszig spater zeit wird die chronologie durch 
feste aeren unterstfttzt, da die alteste brauchbare aere die samvat- 
aera offenbar urn merere jarhunderte zuriick datiert ist. In neuerer 
zeit haben sich dise ungCinstigen verhaltnisse nicht wenig gebeszert 
Anszer einer reihe von chroniken und lebensbeschreibungen aller- 
dings vilfach von problematischem werte, namentlich wenn es sich 
um altere geschichte handelt, hat vorzfiglich die grosze menge von 
inschriftlichem material, schenkungsurkunden u. s. w. und manche 
litterargeschichtliche nachrichten dazu beigetragen namentlich die 
spatere vorislamitische geschichte Indiens aufzuhellen. Die Indische 
epigraphik ist jetzt eine machtige wiszenschaft, die sich was ihre 
leistnngen betrifft, der des klassischen altertums kfln an die seite 
stellen darf, ganz besonders wenn man bedenkt, dasz die schwirig- 
keiten, die der griindung und auszbildung diser disciplin im wege 
standen, ganz unvergleichlich groszer waren, als die, welche ihre 
schwester wiszenschaft je zu bewaltigen hatte. 

Allein alle dise glanzenden erfolge der modernen Sanskftar- 
chaeologie helfen uns in einem wichtigen fragepunkte gar nicht, in 
der beantwortung der frage, in welche zeit die altesten litteratur- 
werke der Arya Indiens, die Vedischen texte, also vor all em andern 
der Rigveda zurQckreichen. Fflr die beantwortung dieser frage haben 
wir nor als untere granze den tod, oder wenn man sein iiberliefertcs 
alter von achtzig jaren acceptiert, die zeit Buddha's iiberhaupt 
558 — 478 v. Chr. Da mit der socialen und religiosphilosophischen 
bewegung die Buddha und seine gesinnungsgenoszen (er war ja nur 
einer von vilen reformatoren) einleiteten, die alte ordnung der dinge 
allmahlich in jarhundert langem kampfe erschtittert endlich zuriick- 
gedrangt, wenn auch nie ganz fiber den haufen geworfen wurde, da 
wir ferner in denjenigen br&hmanischen schriften, die offenbar der 
jtogsten periode angehdren, die anfange buddhistischer doctrinen 
bereits finden, so ist klar, dasz alles dasjenige, was die grundlage 



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78 

der br&hmanischen ordnung bildet, ausz alterer zeit stammen musz. 
Mit einem worte, der Veda ist essentiell vor-buddhistiscb, und je 
wichtiger je autoritativer ein litteraturwerk fQr den br&hmaoismua 
ist, desto sicherer und in desto groszerm masze ist dasselbe als vor- 
buddhistisch anzuerkennen. Gilt disz fiir die br&hmana's, so muss 
es in noch grftszerm masze fur die texte gelten, auf welche die br&h- 
mana's sich beziehn, welche in diesen werken citiert werden namlich 
fiir mantra's yajussprttche sukta's. 

Dise ganze umfangreiche litteratur, welche in sich wider manche 
wandlungen aufweist, setzt naturlich eine entwicklung vorausz, die 
sich nach jarhunderten nur schatzen lasst. Far die dauer diser ent- 
wicklung haben wir kein irgend wie verlaszliches kriterion; wir sind 
nur vorderhand gezwungen anzuerkennen: vor 550 vor Chr. musz 
disz alles im wesentlichen (abgesehn villeicht von schluwredactionen 
und sp&ten einschiebseln, welche die zeitbestimmung nicht beein- 
fluszen diirfen, da sie nichts wesentliches repraesentieren) alles disz 
wie gesagt musz etwa urn 550 vor Chr. fertig gewesen sein. Es kann 
nicht verhehlt werden, dasz diser hohe ansatz etwas verlegenheit 
bereitet. Man wftrde unzweifelhaft ser zufrieden sein, wenn man um 
etwa hundert jare herabgehn diirfte. Und so haben denn auch bedeu- 
tende gelerte (Westergaard, Kern, Jacobi) dise datierung Buddha's 
angegriffen, und bedeutend nidrere ansatze versucht Wir konnen hier 
auf diese streitfrage nicht eingehn, und wollen nur sovil sagen, dasz 
das raisonnement, auf welchem der ansatz 478 v. Chr. fiir das ein- 
gehn Buddha's in das nirv&na beruht, in sich hinlangliche consistenz 
besitzt, dasz man dabei vor der hand verbleiben kann. Es laszt sich 
nicht direct ein auszschlaggebender grund anfiiren, der uns zwingen 
wurde denselben aufzugeben, wenn man auch zugeben musz, dasz 
er nicht auf absolute gewisheit anspruch erheben kann. 

Das alter der Yedischen litteratur ist von hervorragenden ken- 
nern derselben schatzungsweise merfach bestimmt worden ; dise scha- 
tzungen gehn natlirlich ser weit auszeinander und haben keinen 
effectiven wert. Will man das alter eines umfangreichen denkmals, 
wie der {tgveda ist, einigermaszen mit sicherheit bestimmen, so musz 
man zunachst die frage aufstellen : ist in den einzelnen stticken diser 
sammlung eine gewisse continuierliche zeitdauer nachweislich bezeugt, 
so dasz wir sagen konnen, dise Oder jene gruppe ist innerhalb einer 
entweder direct durch zalen oder indirect bestimmbaren zeitdauer 
verfa8st worden, und die betreffenden stlicke laszen sich mit mer 
oder minder ann&hernder genauigkeit chronologisch ordnen? Erst 



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79 

dann kann sich did frage erheben : ist ein er&ugnis, auf das in den 
texten bezug genomen ist, chronologisch bestimmbar? Was die erste 
frage betrift, so haben wir widerbolt (ohne widerspruch zu erfaren) 
nacbgewiesen, dasz im Rigveda zwei konigsfamilien erscheinen, von 
deren einer sechs von der andern siben continuierliche generationen 
nachweisbar sind. Auszerdem finden sich kleinere geschlechtsreiben 
drei zu vier, etwa sechs zu drei generationen. Da dise ganz gewis 
(es laszt sich disz erweisen) nicht alle innerhalb der siben genera- 
tionen der langern konigsreihe anzusetzen sind, so kann man ohne 
sich dem vorwurfe einer iibertreibung auszzusetzen zwolf generationen 
ansetzen, deren zeit in dem Rigveda durch dichterische producte 
(wenn auch wie sich von selbst versteht nicht in ununterbrochen 
gleichm&sziger folge) vertreten ist; es laszen sich lttcken in diser 
vertretung unzweifelhaft nachweisen, aber sie fallen innerhalb der- 
selben, nnd die geistigen producte diser zeitabschnitte wiirden sich 
in nichts von denen der angrenzenden unterscheiden. Rechnet man 
20 jare auf eine generation, so wttrde disz beilaufig dritthalb jar- 
hunderte repraesentieren. Setzen wir, indem wir unterdessen die 
daranffolgende periode bis znm ende der br&hmanischen entwicklung 
tor der hand auszer acht laszen, dise 250 jare an die 550 v. Chr., 
so ergabe sich mit einiger sicherheit, dasz das zeitalter des Rigveda 
auf jeden fall fiber 800 v. Chr. hinauszreicht. WQrde nun auch 
Buddha's alter urn hundert jare zu weit zurftck versetzt worden sein, 
so ware immerhin die grenze des hochsten alterthums fur den altesten 
teil des Rgveda jenseits 700 v. Chr. 

Es ist disz kein verachtenswertes resultat, insofern die sicher- 
beit, dasz der Rigveda mindestens auf 700 jare vor Chr. zu setzen 
ist, mer wert hat, als die meinung des groszten gelerten, dasz der- 
selbe zum beispil auch auf 2400 v. Chr. angesetzt werden konnte. 
Etwas anders steht es mit der beantwortung der zweiten frage, da 
die alteste zeit der Arya in Indien eine chronologie nicht kennt. Wol 
tatte man ein sonnenjar von zwolf monaten zu dreiszig tagen ; man 
hatte ein schaltsystem, da der schaltmonat erwahnt wird; man 
hatte auch, wie disz sich von selbst versteht einen schaltcyclus, 
Tilleicht in altester zeit einen dreijarigen, der auch in der liturgie 
eine rolle spilt (tr&ih&yanam), gewis einen fuufjarigen, mit welchem 
das paSca^aradiyam vratam in verbindung stand; jedes jar in disem 
cytlus hatte seinen besondem namen: samvatsara parivatsara id&- 
vatsara anuvatsara vatsara; das sonnenjar war ein eigentum schon 
to Indogermanen in ftltester zeit, wie ausz dem glauben an die be- 



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80 

sondere bedeutung der zwolf tage des wintersolstitiums hervorgeht, 
der alien Indogermanen gemeinsam ist. Die reise des Zeus z. b. zu 
den Aethiopen II. I. 425. bat offenbar denselben sinn; das jar soil 
mit der riickker des Zeus ausz dem tiefen suden wider beginnen. 
Die sonne geht urn die erde, wie ausz X. 37, 2. 3. hervorgeht, wo 
es heiszt, die sonne gehe in einem fort auf (vgl. auch L 35, 7.). Die 
conjunction des mondes mit der sonne zur zeit des neumondes wird 
VIII. 96, 13. 14. 15. in eigentumlicher weise beschriben. Auch im 
Mah&bh. IV. 51, 4. komt der funQarige schaltcyclus vor. Bei der 
berechnung der dreizehn jare, welcbe die P&ndava in verbannung 
leben miiszen, heiszt es : zu den (eben berechneten monaten flir 13 jare 
komen aber, weil ein rest von zeit noch ubrig ist (d. i. mit der mensch- 
lichen bezeichnung des jares das himlische noch nicht erschOpft ist) 
und wegen der nicht - fibereinstimmung der himelskorper far jedes 
fiinfte jar (ein, also fttr zehn jare) zwei schaltmonate hinzu (upajft- 
yatah der auszdruck, der auch im Rgveda flir das hinzukomen des 
schaltmonates gebraucht wird I. 25, 8.); zu den monaten diser drei- 
zehn jare komen aber noch sibzehn tage hinzu : 5*5 X 3 165 tage 
in runder zal sibzehn; der schaltmonat hat also nicht 30 sondern 
28 tage. Wiirde man annemen, dasz die Inder damals das jar mit 
365*6 tagen berechneten, so wiirde die rechnung vollkomen stimmen : 
5-6X3 = 16-8; 28 + 28+16-8 = 72-8 rund 73.— 360X13 + 73 = 
4753; 365 6X13 = 47528 rund 4753. Allein der ansatz 3656 hat 
keine warscheinlichkeit Der schaltmonat heiszt spater adhim&sa. 
Aber es felte fur die Inder ein fester auszgangspunkt, an den sie 
ihre chronologie h&tten knupfen konnen. Was wir davon in sp&terer 
zeit finden zuriickbezogen auf altvedische zeit, beruht hdchst war- 
scheinlich auf zuriickrechnung. 

Es bleiben also zwei mittel die absolute chronologie eines im 
Rigveda erw&hnten er&ugnisses zu finden; der fall, dasz ein solches 
eraugnis auch anderswo unter umst&nden erwahnt wtirde, die eine 
zeitliche bestimmung ausz der chronologie anderer vdlker erm5glichte ; 
dahin wtirde die erwahnung von einfallen Persischer heere (zum teil 
mit nennung der fttrer Duhg&suh, Tirindira) gehoren. Aber mit den 
einfallen der Perser unter Darius' regierung laszen sich dise nicht 
in verbindung bringen. Und von einfallen der Perser in Indien unter 
medischer suprematie wiszen wir nichts. Ein mittel bleibt aber noch, 
das man wie uns scheint, in seiner bedeutung flir dise frage unter- 
sch&tzt hat; die sonnenfinsternisse. Untersucht man namlich sammt- 
liche texte, die auf eine finsternis hinweisen, so findet man, dasz sie 



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81 

rich auf Yier sonnenfinsternisse beziehn, welche nach den schilde- 
rangen B&mmtlich total gewesen' sein miiszen. Dasz keine von disen 
Tier fin8terniBsen mit einer andern identisch gewesen sein kann, geht 
daraus liervor, dasz fQr zwei derselben, die offenbar einer ser alten 
zeit angehoren und einander zeitlich n&her stehn, als der dritten, ver- 
schiedene tageszeiten angegeben werden; weiter wird jede der drei 
ersten mit einem andern gleicbzeitigen eraugnisse in verbindung ge- 
bracht, and musz auch der geographische schauplatz diser finster- 
nisse ausz eben disem grunde verschieden gewesen sein. Weiterhin 
musz bemerkt werden, dasz obwol oft in den hymnen yon der bilfe 
die rede ist, welcbe die gotter (speciell Indra Oder Agni) ihren schiitz- 
lingen in der schlacht angedeihen laszen, dennocb mit auszname 
diser zwei falle die bier gebrauchten auszdriicke und bilder nirgends 
widerkeren. Man bat es also hier mit besondern umstanden zu tun. 
Und endlich, wenn man blosz mythische kampfe dargestellt hatte, so 
hatte man eine sonnenfinsternis wol nicht zum vergleiche herbei- 
gezogen. 

Die vierte finsternis musz vil spftter gefallen sein, da sie in 
einem texte erwahnt wird, der als nicht zugehoriges stack einem 
indern angeflickt ist; auszerdem hat sich das andenken gerade diser 
finsternis durch die ganze liturgische litteratur erhalten s. meinen 
com. zum Rgv. V. pag. 608. Sie kann recht gut als der &ltesten 
br&bmanazeit angehftrig gelten, da sie gleich im altesten im T&nd- 
yabr. erwahnt wird. Auch im Mah&bh. III. 11, 437. heiszt es in 
einem vergleich Svarbh&nu habe mit seinen armen die stralen der 
sonne beseitigt 

Der text, der auf dise spateste unter den vier finsternissen 
bezng nimt lautet folgendermaszen V. 40, 5. — 

yat tvft sfirya svarbh&nus tamas&vidhyad &surah | 

aksetravid yath& mugdho bhuvan&ni adidhayuh 1 1 5 

srarbh&nor adha yad indra mftyft avo divo vartam&nft av&han | 
gudham sAryam tamas&pavratena turiyena brahmanivindad atrih || 6 
ma m&m imam tava santam atra irasy& drugdho bhiyasft ni g&rtt | 
t?am mitro asi satyarftdbfts t4u mehavatam varunaQ ca r&j& || 7 

gravno brahmi yuyuj^nah saparyan kirinU dev&n namasopa<jik§an | 
atrih sfiryasya divi caksur &dh&t svarbh&nor apa m&y& aghukgat || 8 
jam Y&i sflryam svarbhanus tamas&vidhyad&surah | 
atrayafltam anvavindan nahy anye aQaknuvan || 9 

B.: FUotofie, dSjepia a fllologle. 6 



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82 

Als dich SvarbhAnus, o Sftrya, der Asuriscbe, mit finsternis durch- 
borte | wie ein ortsunkundiger verwirrter, so schauten da die wesen 1 1 5 

als du, Indra, des Svarbhftnu zauber, die sich vom hirael herab- 
senkten, vertriben hattest | da fand Atri die im pfadlosen dunkel 
versteckte sonne durch das vierte brahma || 6 

Sfirya spricbt: nicht soil er mich da, der ich dein bin, jetzt mit 
grimm der bose mit schrecken verschlingen | 

du bist Mitra (freund), der warhaft ist in seiner gewahrung; ibr zwei, 
da und Varuna der konig, ibr sollt mir jetzt helfen || 7 

als der brahman die presssteine zusammen gestellt hatte, dienend, 
bereit zu helfen mit den gottern durch demutige anbetung (oder: 
Viinschend den gottern zu helfen durch demutige anbetung 9 es ist 
schwer zu sagen, welche ubersetzung die richtigere ist) | hat Atri 
des Surya auge an den himel gesetzt, und schwinden gemacht des 
Svarbh&nu zauber || 8 

den Sfirya, den Svarbh&nu, der Asurische, mit finsternis durchbort 
hatte | den haben die Atri aufgefunden, andere haben es nicht ver- 
mocht || 9 

Es ist bemerkenswert, dasz der erklarer S&yana unter dem 
'vierten brahma' die achte strophe versteht, also das vorligende stuck 
anerkennt als von dem vorausz gehnden texte unabhftngig. Es geht 
hierausz hervor, dasz dem gebete Atri's (eines priesters ausz dem 
geschlechte der Atreya) es zugeschriben wurde, dasz die sonne wider 
leuchtete, nachdem sie lange verfinstert gewesen. Die zeit war laDg 
genug fur vier gebete. Warscheinlich wuszten die andern priester 
nur drei oder weniger sprfiche; Atri aber wuszte einen vierten, so 
dasz er die zeit der finsternis mit seinem gebete auszfiillen konnte. 
Vgl. Prof. A. Weber Zwei vedische texte fiber omina und portenta 
(abh. der Kon. Ak. d. W. Berlin 1858 pg. 361. § 99. atha yatr&itad 
ftdityam tamo grhn&ti: im index ^dityopaplave'). Dasz nun ein ge- 
schichtliches eraugnis (eine verhaltnism&szig lang dauernde sonnen- 
finsternis) wirklich zu grunde liegt, ist bewiesen dadurch, dass sich 
an dise geschichte das recht der Atreya kniipft bei jedem soma- 
opfer die erste opfergabe in gold zu beanspruchen. Der veranstalter 
des opfers musz vor allem rufen: ist ein Atreya hier? eh er an an- 
dere priester den versprochenen opferlon auszfolgt. 1st ein Atreya 
gegenwartig unter den priestern, so empf&ngt er eine goldgabe. Siehe 
unsern comm. Wir wollen nun zun&chst ohne specificierung der bei- 



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83 

den altera finsternisse, die texte angeben, ausz denen mit bestimmt- 
heit hervorgeht, dasz von sonnenfinsternissen im Rgveda fiberhaupt 
die rede ist: 

X, 138, 3 — 4. vi sfiryo madhye amucad ratham divo vidad dfoftya 
pratim&nam &ryah | dfdhani pipror asurasya m&yinah indro vi asyac 
eakfvan jj*<jvan& || 

anadhp^tAni dhrSito vi &syan nidhfnr adev&n amrnid ay4syah | mftseva 
s&ryo vasu puryam ftdade grnftnah (atrdn ag{*n&d virukmatA || 

mitten am himel gab die sonne (Sftrya) ihren (seinen) wagen preis, 
es fand der Arya einen, der dem D&sa gewacbsen war (einen bundes- 
genoszen in Indra) | die festen Pipru's des d&monischen zauber- 
kundigen bat Indra mit £ji<jvan sich anstrengend zerstort || 

an die keiner sich gewagt, die hat er unerschrocken gesprengt, der 
unermftdliche vernichtete die aufbewarungsorte der gottlosen | 

wie von dem monde die sonne, so ward das gut der burgen genomen ; 
besungen zerschmetterte er die feinde mit der goldlosen (scheibe) | 
Das rad der sonne gilt als das glanz verbreitende; wenn die 
sonne (S&rya) es aufgibt, wenn es ihr geraubt wird (s. sp&ter), so 
heiszt disz, die sonne verfinstert sich. Wie das geschieht, ist deutlich 
gesagt in der nachsten strophe: die feindlichen burgen wurden so 
erobert und ihre schatze (man denke vorziiglich an das gold) hinweg- 
genommen, wie die sonne gleichsam vom monde eingenommen und 
ihres glanzes beraubt wurde. Offenbar ist gemeint, dasz Indra die 
feinde mit der ihres glanzes beraubten sonnenscheibe zerschmetterte. 
Das wird weiterhin klar werden. Auch dasz Sftrya gewissermaszen 
hier den D&sa exemplificiert, darf uns, wie das folgende klar machen 
wird, nicht befremden. Wir gehn zur nachsten stelle liber IV. 28, 2. 
Ua yuj& ni khidat sdryasya indrag cakram sahasa sadya indo | adhi 
snand. bfhat& vartam&nain mahodruho apa vi$v&yu dh&yi || 

ahann indro adahad agnir indo purft dasyftn madhyamdin&d abhike | 
durge durone kratuft niy&tAm purti sahasrft $aru& nibarhit || 

mit dir (o soma, o mond) als bundesgenoszen risz hernider Indra 
des Sfcrya rad gewaltsam unvenoeilt | [das rad] das rollte auf der 
groszen hochflache, das allera lebendigen gemeinsame ward dem 
machtgen bosen entzogen || 

es schlug Indra, niderbrannte Agni die Dasyu im nahkampf noch eh 
& mittag war; | die klugen rates in ihr unzuganglich haus geflttchtet 
hatten, von denen hat er vil tausend mit dem pfeil nidergeworfen | | 

6* 



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84 

Wenn Indra mit dem monde die sonne bekampft, so ist disz 
nur so zu verstehn, dasz der mond (der repraesentant des dem Indra 
vorztiglich als opfertrank gebttrenden soma) die sonne verfinstert ; sie 
verschwindet vom himel, Indra bem&chtigt sich derselben und mit 
diser bat er den sig gewonnen, dessen seine scbutzlinge sich rfilimen. 
Wenn es beiszt 'unverweilt' so ist damit offenbar gemeint, dasz die 
sonne frilh beim aufgange verfiDstert wnrde, und die (am morgen wie 
disz oft bezeugt wird) beginnende schlacht vor mittag beendigt war 
Die wirkung trat also nicht gleichzeitig mit der vermeintlichen 
ursacbe ein; das erttugnis ist ein anderes als X. 138. 

Eine reminiscenz an eine sonnenfinsternis haben wir auch V. 
33, 4. purft yat ta indra santi uktha gave cakartha urvarasu yud- 
hyan | tatikse sdry&ya cid okasi sve vf§4 samatsu dasasya n&ma cit 1 1 
dasz deiner preislieder o Indra vil sind, [das ist weil] da tatig waist 
im kampf um rinder und urn acker; | hat doch der stierstarke in 
den schlachten sogar im eigenen hause dem Sftrya den namen eines 
D&sa zustande gebracht || 

Die Dasa, die auch Dasyu genannt werden, repraesentiren die 
schwarzen ureinwoner, mit denen die weiszen Arya in bestandiger 
fehde sich befanden. In der strophe ist also gesagt, dasz Indra den 
Sftrya hat schwarz werden lasseu, d. h. dasz durch Indra's zutun die 
sonne verfinstert wurde. Und zwar in S&rya's eigenem hause, an der 
stelle wo er am meisten liecht und hitze gibt (was ganz besonders 
gut durch okas gegeben ist) also im mittagstande ; doch ist nicht 
dieselbe finsternis gemeint, von der X. 138. die rede ist Wir ver- 
weisen noch auf IV. 16, 14. welche stelle wir spater bringen werden. 
Ganz besonders haufig wird der kampf Kutsa's gegen Qusna erwahnt, 
auf den sich (ohne dasz er genannt ist) IV. 28, 2. bezieht, ebenso 
I. 130, 9. sftra$ cakram pra vfhaj j&ta ojas& prapitve v&cam aruno 
musayati ig4na & musayati | uganA yat par&vato ajagann dtaye kave | 
sumn^ni vigvft m&nu§eva turvanir ahft, vi^veva turvanih || 

des Svar (Sftrya der Sonne) rad risz er ab (oder c schleuderte er fort') 
in kraft sich zeigend | am morgen es zu schleudern raubt der rote 
es, die macht dazu besitzend raubt er es | als du, o weiser, kamst 
ausz der feme mit U$anas zu hilfe | erobernd alien segen der men- 
schen alle tage gleichsam sigend | 

Es wftre mfiglich, dasz statt i^&na iSn&na zu lesen ist 

Der rote ist Indra, wol von der roten farbe des mondes bei 
sonnenfinsternis; die macht besitzt er als gott des himels u. der zeit 



N 



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85 



So I. 175, 4. mu§&ya sftryam kave cakram igana (ignftna?) ojasa | 
vaha cusnaya vadham kutsam v&tasya agv&ih || 

da raubteBt die sonne, o weiser, das rad, die macht dazu besitzend | 
dem Qusna furtest du als seinen tod den Kutsa zu mit des windes 
rossen || 

so I. 174, 5. vaha Kutsam, Indra, yasmiu c&kan syflmanyft rjra v&ta- 
sya a<jv& | pra sfirai; cakram vfbatad abbtke abhi sppdho yasisad 
vajraMhuh || 

du furtest Kutsa, Indra, an dem du deine freude hattest, dem zugel 
gehorchten des windes zwei braune rosse. | er schleuderte in den 
nahkampf der sonne rad, mit dem donnerkeil im arm gieng er auf 
die scharen los || 

Die form vrhatat erscbeint hier als 3. si. indie, und entspricbt 
offenbar der regelrechten 2. si. thas. Dasz die scbeinbaren imperativ- 
formen nicbt als solche zu betrachten sind, lebrt I. 121, 13. Fiir 
tat vgl. AthV. &itat IJgveda canistat janiStat. 

tvam suro harito ramayo nm bharaccakram eta<jo nayam indra | prasya 
param navatim navyan&m api kartam avartayo ayajyftn || 

du unter den helden bast des Svar falbe rosse zum stillstand ge- 
bracbt, es brachte dieser Etaga nicht mer [vorwarts] das rad | es 
schleudernd hinflber iiber die neunzig strome (die luft hindurch) bast 
du die nicbt vererenden in die- grube gebracht | 

An zwei stellen ist das eraugnis deutlicher beschrieben 
V. 29, 9. 10. Ugana yat sahasyair ayatam grham indra jftjuv&nebhir 
a^vaih | vanvano atra saratbam yayatha kutsena devoir avanor ha 
fusnam || 

pr&nyaccakram avfhah sftryasya kutsay&nyad varivo y&tave 'kah ; 
anaso dasyfin ammo vadhena ni duryone avrnan mrdhrav&cah || 

als ihr zwei, U<janas und du, Indra, zum hause (Kutsa's, wie ausz 
einem andem texte hervorgeht) kamt mit sigenden sturmenden rossen | 
da bist du als kampfer bieher gegangen mit Kutsa und den gottern; 
du besigtest den Qusna || 

das eine rad der sonne schieudertest du fort (vorwarts), dem Kutsa 
schenktest du das andere vorwarts zu komen | 

die nasenlosen (plattnasigen) Dasyu hast du mit deinem schlage ge- 
totet, ins haus eingeschloszen die verworren sprechenden (der letzte 
satz liesze nocb eine andere wol beszere tibersetzung zu). 



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86 

Hier sehen wir, dasz der dichter realistischer ist; da jeder 
wagen wenigstens zwei rader besitzt, so musz wol auch der der 
sonne zwei haben. Der symbolisch gemeinte raub des sonnenrades 
ist also erst dann vollstandig und erfolgreich, wenn beide rader ge- 
raubt sind. Natflrlich miiszen die rader dann auch verscbiedene ver- 
wendung finden. 

In der folgenden strophe wird nun nach diser reminiscenz des 
siges des ?ji$van Vaidathina fiber Pipru Mpgaya gedacht; Rji?van 
hatte durch das opfer Indra gewonnen; disen sig zu preisen ist der 
betreffende hymnus verfaszt. Die stelle, die wir zuerst gebracht haben, 
X. 138. beweist, dasz auch in disem falle eine sonnenfinsternis im 
spile war, und wir begreifen, warum Kutsa's so auszfurlich erwahnung 
geschieht 

Ahnlich IV. 16, 11. 12. 13. 14 y&si kutsena saratham avasyus 
todo v&tasya haryor iQ&nah | rjr& v&jam na gadhyam yuyftsan kavir 
yad ahan pary&ya bhftSat || 11 

kutsaya $usnam aguSam nibarhih prapitve ahnah kuyavam sahasrfi, | 
sadyo dasyun pra mrna kutsyena pra s&ragcakram vfhati\d abhike || 12 

tvam piprum mrgayam Qftfjuvansam fjigvane v&idathin&ya randhih | 
pafica^at krsnS, ni vapah sahasri atkam na puro jarimft vidardah || 13 

sfira up^ke tanvam dadh&no vi yat te cety amptasya varpah | mj-go 
na hasti tavisim ui&nah sifiho na bhima ayudh&ni bibhrat || 14 

du giengst (gehst praes. hist.) mit Kutsa zusammen als heifer, als 
antreiber beherschend die zwei falben des windgottes | die beiden 
braunen eine nicht zu bewaltigende (?) kraft heran zu lenken bestrebt, 
dasz der weise riistig ware zum entscheidenden tage (zur schlacht) 1 1 

dem Kutsa hast du (oder 'hat er' beszer) den gefraszigen Qusna nider- 
geworfen bei tagesanbruch den Kuyaya mit tausend | unverweilt 
mordete er die Dasyu's mit Kutsya (wol = Kutsa, da etwas anderes 
sich nicht denken laszt); des Svar rad schleuderte er vorwarts in 
den nahkampf (in das handgemenge) || 

den stark gewordenen Pipru Mfgaya gabst du preis dem Rjigvan 
Vaidathina | funfzig tausend schwarze warfst du nider, sprengtest 
die burgen wie kleider das alter || 

in Svar's nahe bringend (als du brachtest) deinen leib, ward erkannt 
deine des unsterblichen gestalt, wie sie sich auszbreitete | wie das 
handversehne ungetiim (der elephant) gekleidet im kraft [der mond] 
wie ein schrecklicher lowe waflfen tragend [die sonne] | 



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87 

Also die sonnenfinstemis verglichen mit dem kampf eines ele- 
pbanten mit einem lowen. 

£8 ist klar, dasz zu sinho na bhima ayudh&ni bibhrat | Svar 
oder sdrya erganzt werden musz; denn der dunkle mond wird zwar 
treffend mit einem elephanten nicht aber mit einem lowen verglichen. 
Auszerdem ist klar, dasz mit den waffen, die bei dem monde gegen- 
standslos waren, an der sonne die stralen gemeint sind. Die situation 
wird kurz gemalt; der gegensatz der kampfenden im vergleich, der 
einer genauern specificierung nicht bedarf, da ja auch vom elepbanten 
nicht gesagt ist, dasz er den mond repraesentiert 

Wir sehen also wider beide erftugnisse zusammen erwahnt, und 
zwar in derselben ordnung, ausz der erhellt, dasz der Eampf Kutsa's 
einer ftltern zeit angehort als der ftjigvans. Nur I. 51, 5. 6. ist die 
ordnung umgekert; aber diser hymnus kann nicht als alt angesehn 
werden weil in demselben ganz heterogenes durcheinander gemischt 
erscheint 

Wir geben der deutlichkeit halber noch IV. 30, 4. 
yatrota badhitebhyah cakram kuts&ya yudhyate | musaya indra sft- 
ryam || 

dort wo du auch fur die bedrangten als rad (oder: wurfscheibe) far 
den kampfenden Eutsa | raubtest o Indra die sonne || 

str. 6. heiszt es: f o Indra du hast liber den sterblichen die sonne 
gebracht' in dem sinne der str. 4. gemeint ist 

Hier nun ist die sonne selber das rad; VI. 31, 3. heiszt es, 
dasz Indra im kampfe gegen Qusna mit Eutsa das rad der sonne 
raubte, und so den nachteil, in welchem Eutsa oftenbar im beginne 
der schlacht sich befand, aufhob. 

Auch hier heiszt es 'am tagesanbruch'. 

Am schwirigsten ist IV. 17, 14. ay am cakram isanat sAryasya 
ni etagam riramat sasrm&nam | ft krsna (krsnah pada; kr§ne?) im 

juhurftno jigharti tvaco budhne rajaso asya yon&u || asikny&m ya- 
jamano na hotft || 

diser schleuderte das rad der sonne; er machte stille stehn den er- 
kmten Eta?a | auf den schwarzen schleuderte er sich krummend 
(oder passiv: iniuria affectus?) an des raumes boden nach der statte 
der rage desselben (des schwarzen) || wie im schwarzen felle der 
botar als opferer (oder: der opferer als hotar?) || 



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88 

Der auszdruck rajaso asya yonaft ist sinnlos und komt sonst 
uicht vor; dagegen wird budhno rajasah oft von der sonne gesagt. 
Und asya bezieht sich dann ganz gut auf kjsnah. Mit kfSnah liesze 
sich nur schwer ein ahnlicher sinn gewinnen. 

Unklar bleiben V. 29, 5. u. 31, 11. wo wie es scheint, vera 
vortiberziehn des mondes Oder Indra's an der verfinsterten sonne die 
rede ist. Da die verfinsterung der sonne von der westseite beginnt, 
so wiirde es sich verstehn, wenn es beiszt: sogar vor die sonne vor- 
ausz (pdrvam doppelsinnig: Vorausz' und 'ostticIT) brachte er im 
wettlauf seinen wagen, der westlich eilte (eigentlich: hinten eilte) | 

das rad bringt Eta<ja (bier offenbar Indra's pferd) zusammen (so dasz 
es das der sonne deckt) ; ostwarts (an der sonne vorbei) es bringend, 
wird er unsern beifall gewinnen || 

Und ahnlich V. 29, 5. als du macbtest, dasz des Sfirya flie- 
gende falben, die doch vorausz (ostlich) waren, hinter den Eta^a 
kamen | 

VI. 48, 17. handelt von sonnenfinsternis durch zauberei. 

Eine vortreffliche bescbreibung einer sonnenfinsternis baben wir 
Mahlbb. III. 224, 11. flg. die am morgen bei aufgang der sonne statt 
gefunden hat (udaye) 'er sab wie der hoch herrliche soma (mond) 
in das tagesgestirn eindrang, da neumond eingetreten war, der schreck- 
liche augenblick'. Man glaubte, dasz warend des neumondes der 
mond von d&monen scharen verfolgt in den strom Angumati sich 
stiirze (die stralenreiche), und darausz mit neuem liechte versehn 
wider hervor kome Rgv. VIII. 96, 13, 14, 15. 

Die bauptsacbe nunmer, da das factum selbst dasz bier er- 
wahnungen von sonnenfinsternissen vorliegen, wol von niemand durfte 
bestritten werden, ware die begranzung derselben auf ort und zeit. 
Fur die erst genannte (zeitlich spateste) von den vier finsternissen 
ware in betracht zu Ziehen der streifen, der sich vom meridian des 
77° oestl. 1. von Greenwich vom 28° bisz 30° 2W nordl. br. nach 
nordwesten zieht bisz 74° oestl. 1. v. Gr. zwischen den parallelen von 
30° bisz 31° nordl. br. Doch ware auch das gebiet, das man fur die 
drei alteren finsternisse anweisen musz in seinem nordlichen teile 
zwischen 30°— 34° nordl. br. wenn auch mit geringer warscheinlich- 
keit schliiszlich doch nicht unmdglich. Im ganzen ist ein ostlicher 
und mer sudlicher ort warscheinlich. 



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89 



Das gebiet der iibrigen finsternisse ist der Penj&b im weite- 
sten sinne begrenzt im westen durch den meridian v. 70° 20' oestl. 
1. v. Gr. zwischen 29°— 34° nordl. br. im osten begrenzt durch den 
meridian v. 76° zwischen 29°— 31° nordl. br. 

Schwiriger ist die zeitliche begr&nzung, weil eine unglQckliche 
bestimmung den ganzen versuch illusorisch machen kann. Einiger 
maszen wird die gefar gemindert dadurch, dasz wir von drei finster- 
nissen die tageszeit mit genauigkeit wiszen, und von der vierten 
annemen muszen, dasz sie die langste dauer gehabt bat, die iiber- 
haupt mOglich, und im frtlhjahre nach den Monsoonregen stattgefunden 
baben musz. 

Anlaszlich der in den vorhergehnden zeilen angeregten frage 
wandte sich der schreiber dises durch gtitige vermittlung Prof. Dr. 
Weinek's an den herrn Regierungsrat Prof. Ritter von Oppolzer in 
Wien, da diser gelehrte sich unter alien lebenden astronomen am 
meisten mit der berechnung von finsternissen beschaftigt hat. Herr 
Regierungsrath Ritter von Oppolzer gab uns ausz dem von ihm ausz- 
gearbeiteten canon, der die finsternisse von 1200 vor Chr. bisz 2100 
nach Chr. berechnet fur die erde im allgemeinen enthalt, mit hochst 
dankenswerter bereitwilligkeit auszkunft. Nach langerer correspon- 
denz, und merfach versuchten combinationen ergab sich mir folgendes 
resoltat: 



no. 436. total 



no. 501. total 



Jul. Datum 



1029. IV. 29. 



1001. IV. 20. 



Stunden- 

winkel 

OrzMittag 

10 = h. 40 m 

20 = 1 h. 20 m. 



nordl. Gr. 

I 9 

67° 8' + 27° 
73°3'-f31°4' 
79°3' + 35°2' 



sudl. Gr. 

I 9 

68° +25 , 7' 
73 o 5' + 30 o 2' 
79° 4' +34° 



Dauer 



3 m. 2 s. 



. — 20 = 10h.40m. 68°7' + 27°4' 69°2' + 24°6' 
—10 = 11 h. 20m. 74° 6' + 30° 6' 75° + 27° 9' 6 m. 6 s. 
+ = Mittag 80° 5' + 33° 6' 80° 9' + 30° 9' 

Also die finsternis des Svarbh&nu ftllt auf 1001 vor Chr. 20. 
April Jul. datums; sie hatte die ungewonliche dauer von fiber sechs 
minuten vollstandiger verfinsterung. Keine von den iibrigen finster- 
nissen, wie sie im Prof, von Oppolzer's canon vorligen, laszt sich 
auf die finsternis des Svarbh&nu beziehen. 

Die finsternis vom 29. April 1029 vor Chr. ist offenbar die 
V. 33, 4 erwahnte, und f&llt in die zeit Hiranin's des sohnes Tra- 
sadasyu's (Tryaruna's) ; sie ist natiirlich sowol von der Rjigvan's, wie 
von der Kutsa's ganzlich verschieden, und hochst wichtig, da sie die 
zeit der haupthelden der Pftru's Tryaruna's, Purukutsa's, annfthernd 
bestimmt. 



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90 

Aber von alien (61) finsternissen, deren bauptztige Prof, von 
Oppolzer una mitzuteilen so gutig war, passt keine weder auf did 
Rjigvan's noch auf die Kutsa's. Es ergibt sich hierausz, so wie ausz 
andern momenten, die in unserer abhandlung angefurt sind, dasz die 
beiden finsternisse vor 1200 vor Chr. geb. vorgefallen sind. Yon den 
kampfen der Bharata mit den Pftru's konnen wir aber mit gewisheit 
sagen, dasz sie zwischen 1200 und etwa 1050 statt fanden. 

Es bleibt uns nur noch iibrig herrn regierungsrath prof, ritter 
von Oppolzer unsern dank auszzusprechen far die bereitwilligkeit, 
mit der er unseren anfragen entgegen gekomen ist Wir konnen auch 
nicht umhin hier offentlich an ihn die bitte zu richten, er moge 
das jarhundert vor 1200 einer musterung unterwerfen, da zwischen 
1300—1200 unzweifelhaft die finsternisse vorgefallen sind, die uns die 
obere sicher bestimmbare zeitgrenze fiir den Rgveda liefern wiirden. 



7. 
Die arabische Aussprache. 

Studie von Eduard Glaser, vorgelegt and einbegleitet von Prof. Ludwig 
am 11. Mai 1885. 

Die in der vorliegenden abhandlung behandelten laute komen 
im alphabet der arabischen Sprache in folgender ordnung und unter 
folgenden benennungen vor: 

bfe, tS, t6 (= th ts), g'im (d2im), h&, ha (od. hha), dal, dal, rfe, 
ze, sio, sin, sad, dad, t&, z&, f ain, ghai'n, ft, q&f, kfif, lam, mim, nun, 
hfe, waft, yfe. " 

Die gewonliche arabische schrift (Neskhi etc.) ist bekanntlich 
ausz der kufischen abgeleitet, welche die secund&ren laute ebenso 
durch diakritische punkte unterscheidet. Wie das Neskhi hat auch 
die kufische schrift nur ein urspriingliches zeichen fflr did und dal, 
fiir Vrn und ghai'n, fur sad und z&d, far tt und tfe, fur ta und za, 
fiir sin und gin. Ebenso faszt es hk und h& (hhi) mit g'im zusammen, 
obwol letzteres mit den beiden erstern nicht verwandt ist. Es ist 
eben ein alphabet der lautarmen nordsemitischen sprachen an das 
lautreiche Arabisch angepasst worden. Auch die himyarische schrift 
weist einen ahnlichen process auf; auch an dise ser lautreiche siid- 
arabische sprache wurde ein phoenikisches alphabet angepasst (in 
vil frtiherer zeit), und es muszten die laute, die man instinctmaszig 
als secuudar Biiffaszte, durch variation der buchstaben fiir die mer 
primaren laute dargestellt werden. Die himyarischen formen fiir g'im, 



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91 

dal, h&, wau, ta, y6, J&m, mim, ntin, sin, f afn, f6, q&f, r6, tfi weisen 
deutlich auf phoenikische originale. Es ist nun merkwiirdig, dasz 
die erganzung des lautstandes im himyarischen zum teil in anderer 
weise als im kufischen alphabet durchgefiirt ist Warend das kufische 
alphabet das allgemein semitische elif beibehalt, und ftir g (g'im) eine 
form wait, die mit h& und hk (hh&) zusammenfallt, behalt das himya- 
rische das zeichen ftir g far g'im, und wait fur elif eine (vgl. auch 
das sinaitische elif) variation von hk hk (hh&); verwandt sind im 
himyarischen die zeichen ftir tfe und tfi (thfi tsfi) und noch einen 
dritten t-laut, (abgesehn von dem emphatischen ta), fur sfn und dad, 
fur sad und zL fur ta und d&d, und wol auch die zeichen ftir Viu 
und gaf, far z6 und dal; hingegen zeigen die zeichen fur aia und 
ghain keine verwandtschaft. Da gha'in unzweifelhaft ein secundarer 
laut ist, so musz man auch das zeichen dafur als secundar als ab- 
geleitet von einem andern betrachten, und zwar entweder von dem 
zeichen fur g'im oder von dem ftir elif hfe h& hk (hh&). 

Vergleicht man nun die derivation der secundftren zeichen im 
himyarischen mit dem was dr. Glaser als das verhaltnis der ausz- 
sprache von ta und dad, und von slid za und dM im Arabischen 
schildert, so findet man etwas ganz fthniiches: fur dad existieren 
zwei zeichen, von denen das eine auf sin, das andere auf ta zuruck- 
furt, warend die zeichen fHv sad und zk nur schwach von einander 
differenziert sind. Es ist also offenbar, dasz die fixierung diser vier 
laute zu verschiedenen zeiten versucht immer schwierigkeiten ver- 
ursacht hat, und widerspriiche bestehnd bliben, die nie iiberwunden 
sondern nur durch einen machtspruch der theorie, der grammatik, 
zum schweigen gebracht worden sind. 

(Folgt die Abhandlung Dr. Ed. Glasers.) 



Ein beinahe vierjahriger Aufenthalt in den verschiedensten ara- 
bischen Landern (Tunesien, Tripolis, Malta, Unter- und Ober&gypten, 
Suez isthmus, HidjAz und Jemen) und der ununterbrochene Verkehr 
auch mit Bewohnern der meisten iibrigen arabischen, jedoch von mir 
nicht bereisten Gegenden (Algerien, Marokko, Syrien, Mesopotamien, 
Nedjd und Hadhramaut), durfte mich berechtigen, meine Erfahrungen 
in Bezug auf die Aussprache des Arabischen mitzutheilen, zumal ich 
vor meiner Abreise nach dem Orient nicht nur ausserst grundlichen 
Unterricht in arabischer Vulgargrammatik bei Herrn Professor Wahr- 
mund genossen, sondern auch das fiir die vorliegende Studie geradezu 
nnschatzbare Gltick hatte, mich an der Hand des unter Philologen 
merkwurdiger Weise wenig bekannten Biichleins des beriihmten Wie- 



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92 

ner Physiologen Dr. Briicke : t)ber die menschliche Stimme und Spra- 
che mit der wissenschaftlichen Behandlung des Lautsy stems vertraut 
zu machen. 

Diesem ausgezeichneten Systeme Brticke's schliesse ich raich 
im Grossen und Ganzen an und werde nur jene Specialbemerkungen 
machen, welche der grosse Physiologe gewiss auch selbst nicht unter- 
lassen haben wfirde, falls er Gelegenheit gehabt h&tte, lange Zeit 
unter Arabern zu leben. 

So bemerke ich zuvorderst, dass es nicht ganz zweckniassig ist, 
die einzelnen Articulationsstellen streng zu unterscheiden, weil man 
dadurch sofort eine ganze Reihe von Zwischenconsonanten, die in 
der That beobachtet werden und auch im Laufe dieser Abhandlung 
zur Sprache kommen sollen, von der Erklarung und Betrachtung aus- 
schliesst. Ein frappantes Beispiel mag diess erharten, namlich die 
Gonsonantenreihe der arabischen Laute t, t und k; — t und t wer- 
den beide mit der Zungenspitze erzeugt, indem man dieselben an 
den untersten Theil des Zahnfleisches der oberen Zahnreihe (so das t) 
oder an den obern Theil desselben Alveolare, eventuell an die erste 
Gaumenpartie anlegt (t). — Allein nichts hindert uns, mit der Zungen- 
spitze immer we iter langs des Gaumens nach riickwarts zu wandern, 
bis wir genau zur Articulationsstelle des k gelangen und beispiels- 
halber auch hier den Zungenspitzenlaut, also das t erzeugen. Hier 
muss der Laut selbstverstandlich ein Bastard werden und die Eigen- 
schaften des k und des t in sich vereinigen. Das Wort T&l (Thai) 
wird hier dem aufmerksamsten Beobachter bald wie kahl, bald wie 
Thai oder richtiger wie beides erscheinen. Dasselbe z. B. auch mit 
dem Worte n Ton, tt das „Ton a und B Kohn a in sich vereinigen wird. 
— Wir haben also zwischen dem einfachen t und dem an dem Arti- 
culationspunkte des k erzeugten t eine beliebige Mannigfaltigkeit von 
Bastarden, von denen sich in der That einige, wenngleich vielleicht 
nicht das Extrfeme, in den verschiedensten Sprachen vorfinden. So 
schwankt das arabische t innerhalb eines nicht unbedeutenden Zwi- 
schenraumes hin und her, wenn man seine Aussprache in den ver- 
schiedenen Landern belauscht, und mit dem englischen t mag's wol 
auch ein ahnliches Bewandtnis haben. Analoges wird im Laufe dieser 
Abhandlung ganz besonders auch fur den arabischen Laut des g' 
(djim) betont werden. 

Nach dieser Vorbemerkung und unter der Voraussetzung, dass 
der Leser mit der Bnicke'schen Terminologie einigermassen vertraut 
sei, will ich nun zun&chst constatiren, dass ich eine verhaltnismassig 



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93 

reine und scharfe Aussprache der Buchstaben (nicht der Worte), 
den Vorechriften der uralten arabischen Lautlehre, dem Tadjwid ge- 
mass, in Tunis und Qairu&n fand. 

Die beste Aussprache auch gepaart mit richtiger Betonung und 
correcter Aussprache des Gesammtwortes, so dass sie eigentlich die 
erste Stelle beanspruchen kOnnten, besitzen die Bent Qaht&n, einige 
weiter nordliche, bis in die Nahe von Mekka wohnende 'Assyr- und 
Hidjiz-Stamme, ferner die J&miten (Nedjr&n) und die Bewohner des 
Ostabhanges des Ser&t, also ostlich und nordlich von San'l Hierauf 
folgt in Bezug auf Reinheit der Buchstabenaussprache Mekka, Me- 
dina, Djedda; die anstossende arabische KQste nach Nord bis etwa 
gegen £1 Wedj, nach Sftden bis Abu 'Arfsch und das ostlich von 
Mekka und Medina gelegene Nedjd. Erst dann kann Ober&gypten, 
Djebl Schammar, Hadhramaut, Siidjemen und der afrikanische Kiisten- 
strich des rothen Meeres aufgez&hlt werden ; als letzte, verdorbenste 
Aussprache mttsste die in Syrien, Marokko, Unterftgypten und Malta 
bezeichnet werden, wenngleich besonders Syrien und Unteragypten 
in Europa geradezu als Musterlander gelten. Ich muss jedoch aus- 
drucklich betonen, dass es sich bier nur urn die Aussprache der ein- 
zelnen Buchstaben und nicht um die Schonheit der Sprache handelt; 
denn in dieser Beziehung verdienen allerdings Agypten und Syrien 
ror alien andern Landern die Palme, besonders die gebildeteren Ein- 
wohner, wenngleich auch hier im gewShnlichen Verkehre eine 
strafliche Nonchalance herrscht, besonders bezuglich der einfachsten 
grammatischen Grundregeln. 

Selbstverst&ndlich halte ich mich bei der Charakterisirung der 
Latrtwerte besonders an jene Lander, in welchen ich l&ngere Zeit 
ununterbrochen lebte : Tunesien, Agypten und Stidarabien und werde 
die Aussprache der Buchstaben in den tibrigen Landern so weit thun- 
lich und nothig berucksichtigen. 

b6: Dieser Buchstabe entspricht vollkommen dem deutschen b 
und scheint, gerade wie in Europa auch im Orient weicher oder 
barter ausgesprochen zu werden; je nachdem die Hdhenlage der 
Gegend geringer oder grSsser ist. In den Tiefl&ndern wird es sehr 
weich und, wie ftberhaupt die Worte, mit tiefer Stimmlage hervor- 
gebracht Im jemenischen Gebirge (2800 Meter Seehohe) beinahe 
wie p und mit weit hoherer Stimmlage. — Der tonlose Verschluss- 
lwt p existirt im Arabischen nicht. 

d&] und tfe: Articulationsstelle bei etwas geoffneten Zahnreihen 
«n untern Theil des Zahnfleisches der oberen Zahnreihe; wie deut- 



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94 

sches d und t mit der Zungenspitze erzeugt In San& wird d etwas 
barter ausgesprochen, so dass der Fremde gerade so wie die Schul- 
kinder in Deutschosterreich unwillkiirlich zu fragen geneigt ware: 
hartes t oder weiches t? — Sonst uberall correct, mit Ausnahme 
Marokko's, wo das t sehr haufig wie ts ausgesprochen wird. 

t&: Articulationsstelle zwischen dem obern Theil des Alveolare 
und dem Beginne des Gaumens. — Tonloser mit der Zungenspitze 
erzeugter Laut. So im Maghrab. In Agypten naher am t articulirt, 
in San ft weich, also getont, daher wie ein nach ruckwarts verscho- 
benes d ausgesprochen. Im jemenischen Gebirge wird im Allgemeinen 
der Unterschied zwischen D hart a und , weich, tt oder nach Brucke, 
.tonlos" und „tonend," mehr oder weniger verwischt; nur in den 
tiefern Partien des Gebirges werden alle Unterschiede streng beob- 
achtet, so in J&m, QahtAn u. s. w. Das San'&ner t entspricht beinahe 
dem agyptischen und syrischen d. — Es ist geradezu unbegreiflicb, 
dass gerade dieser einfache Buchstabe alien Europaern unaussprech- 
lich klingt und dass man in der That an diesem Laut jeden Fremden 
sofort erkennt; der Continentaleuropaer kann sich eben von seinem t 
nicht trennen und der Englander verrath sich sofort durch eine zu 
weit ruckwarts liegende Articulation seines t, bei der er Gberdiess 
nicht den obern Theil der Zungenspitze, sondern den untern an die 
vorderste Gaumenpartie anlegt, wobei er also die Zungenspitze ge- 
wissermassen nach aufwarts umbiegen muss, so dass sich ein leiser 
Anklang an s oder sch mit einschleicht. Selbstverstandlich spricht 
er so auch das t aus. — Das t&, dieser ureigentliche semitische 
Laut wird von alien Arabern beinahe in gleicher Weise ausgespro- 
chen und nie und nirgend mit dem tfe verwechselt. Es ist bemerkens- 
wert, dass der entsprechende weiche (tonende) Laut des t im Ara- 
bischen als solcher nicht vorkommt, man miisste denn die corrum- 
pirte Aussprache das dad in Syrien und Agypten oder das jemenische 
t als den tonenden Reprasentanten dieses Buchstaben auffassen. 

dk\ und tfi verhalten sich zu einander genau wie b zu p, g zu 
k, d zu t, w zu f, s zu ss, i (franzdsisches j) zu sch u. s. w. Das 
eine ist eben der tonende, und tfe der tonlose (harte) Laut, welcher 
erzeugt wird, indem man die Zungenspitze etwa 2 Millimeter weit 
zwischen den beiden Zahnreihen heraussteckt und beim d_ohne Kraft- 
anstrengung (tonend, weich), hingegen beim _t6 mit Energie die Luft 
herauspresst Diese Buchstaben werden nur in sehr wenigen Gegenden 
(in den gebirgigen Theilen Jemens, 'Asyrs und dem diesen Landern 
zugehorigen Ostabhang des Ser&t bis in die Nfihe von Mekka, ferner 



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95 

in einzelnen Distrikten Nordafrikas, wie speziell Tunesien) correct 
ausgesprochen und selbst hier mit einigen bemerkenswerten Varianten : 
In San'fc z. B. wird die Zungenspitze mit den beiden geoffneten Zahn- 
reihen in eine Linie gebracht, jedoch nicht (besonders beim t) an 
dieselben angepresst, so dass zwar der Zischlaut des t^ entsteht, aber 
formlich in der Luft schwebend erhalten wird und wie ein Gemisch 
von t und h klingt. In Tunis wird das t^ haufig mit f verwechselt 
wie besonders in der Phrase m& fam m&sch an Stelle des richtigen 
ma tham m&sch (es gibt nicht). Die tunesischen Juden, die sich 
uberhaupt durch eine der verdorbensten Aussprachen des Arabischen 
kennzeichnen, setzen d fur d und einfaches t fflr t, gerade so wie 
die Bialteser, Agypter und Syrier, welch beide letzteren nicht einmal 
hierin consequent bleiben, indem sie das d manchmal auch wie z6 
(z Oder s) aussprechen. Die arabische Tih&ma und Nedjd verwechseln 
diese Laute ebenfalls mit d und t. 

z&, sin, ski, d&d und zl 

zfe und sin, dem tonenden und dem tonlosen (weichen und 
scharfen) s vollkommen entsprechend, also an der Articulationsstelle 
Ton d und t erzeugt, werden von alien Arabern und orientalischen 
Juden mit Ausnahme der tunesischen Juden, die z mit g' und s mit 
i (sch) ineinanderfliessen lassen, correct ausgesprochen. Diese merk- 
wurdige Ausnahme der tunesischen Juden lasst wol mit Recht darauf 
schliessen, dass wir es hier mit den Nachkommen jenes Stammes 
zu thun haben, der an seiner Unfahigkeit, das Wort Schibolet aus- 
zusprechen — er verwechselte es stets mit Sibolet) bei der Flucht 
nach einer Schlacht erkannt und zum grossten Theile niedergemetzclt 
vurde, die Griechen haben Gbrigens dieselbe EigeDheit. 

slid verhalt sich zu sin genau wie $ zu tfe. Es ist ein s, das 
an dem obersten Theile des Zahnfleisches u. z. tonlos (also hart) 
erzeugt wird. In San'fc wird es bisweilen erweicht. Der eigentliche 
tonende Laut existirt nicht im Arabischen ; nur in Tunis wird das d 
wie ein sehr weiches s ausgesprochen. 

ik ist ein weich'er s-Laut, an der Articulationsstelle des \k 
(also zwischen dem z6 und dem weichen tunesischen d) erzeugt. In 
Tunis nahert es sich mehr dem d&d, in Agypten, Syrien, der ara- 
bischen Tih&ma wird es wie z ausgesprochen, manchmal sogar wie t, 
in San'4 correct. 

d&d wird in jedem Lande anders ausgesprochen. In Tunis wie 
ein weiches s an der Articulationsstelle des s, also wie dieses mit 
der ao die Grftnzkante von Zahnfleisch und Gaumen angelegter Zun- 



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96 

genspitze erzeugt; im Jemen in folgender Weise: Die Zungenspitze 
wird wie beim d ein wenig zwischen den geOffheten Zahnreihen her- 
vorgestreckt , dabei aber der der Spitze zun&chstliegende vordere 
Theil des Zungenriickens der ganzen Breite nach an das Alveolare 
leise angelegt. In Agypten und Syrien, alles angeblich des soge- 
nannten Wohlklangs wegen wird aus dem d ein einfaches d, das an 
der Articulationsstelle des t erzeugt wird. Wir werden weiter unten 
sehen, ob diess bloss dem Wohlklang oder aber ganz andern Ursachen 
zuzuschreiben ist. 

g'tm: Anch dieser Buchstabe wird sehr verschieden ausgespro- 
chen. Meiner Ansicht nach ist das g nichts weiter als ein g, fast so 
wie es in Agypten ausgesprochen wird. Allerdings diirfte es ursprung- 
lich ein g gewesen sein, dessen Articulationsstelle ein klein wenig 
nach vorne, also gegen das j verruckt war, so dass man es also als 
ein erweichtes g bezeichnen konnte. Allein in dieser Aussprache 
stand es dem eigentlichen in alien und auch im arabischen Idiom 
vorhandenen wirklichen g (q&f) so nahe, dass man seine Articulation, 
um Verwechslungen zu vermeiden, allmahlich etwas nach vorne ver- 
schob. In der That spricht man n&mlich in ganz Arabien und unter 
den die urspriingliche Sprache am intactesten bewahrenden Eabylen 
und Beduinen aller andern Lander das q&f wie deutsches g aus. 
Selbst im Maghrab, wo die Lehre vom Tadjwid (von der correcten 
Aussprache) offenbar erst spater gegrtindet wurde, sprechen nur die 
Stadter und Gelehrten das q an einer ganz riickwarts am letzten 
Theile des Gaumens liegender Articulationsstelle aus. Die Beduinen, 
Tunesier, haben fur q nur ein g. — Das nach vorne geschobene g 
(gim) musste dann natiirlich zun&chst die Charaktere von j (deutsches 
j wie in ja), an dessen Articulationsstelle es trat und von g, mit 
dem es den zur Bildung dieses Buchstabens in Aktion tretenden 
Zungentheil gemein hat, in sich vereinigen. In der That ist diess 
die Aussprache des g in Djedda, Mekka, Nedjd, Kaht&n, Jim und 
Ober&gypten. Es muss als ein Irrthum bezeichnet werden, in diesem 
Laute ein d zu suchen, und demgemass ist auch die Transscription 
mit dj eine verwerfliche. Ein schlagendes Analogon dazu besitzen wir 
im tiirkischen kfef, das auch wegen seiner Nachbarschaft mit dem 
wirklichen k (dem q&f, das die Turken beinahe wie unser k aus- 
sprechen) ein wenig nach vorne verlegt worden ist. Es fallt 
aber deswegen niemandem ein^ Tjfttib fiir Kfttib zu schreiben, 
wol aber Ki&tib Oder Kjfttib, was richtiger ist, da das tiirkische k 
in der That an der Articulationsstelle des j erzeugt wird. Ungefibte 



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97 

Ohren horen beim arabischen g' gerade so ein d, wie die stidslavischen 
Lloydkapitane im turkischen k ein t, so dass sie ganz ruhig tsch&tib 
oder tj&tib aussprechen. — Eine annfthernd richtige Transscription 
des g'im ware also gj, analog dem ungarischen gy, in dem in der 
That auch das arabische g'tm zu stecken scheint. 

Aber gerade wie die Gelehrten Europa's sind auch die meisten, 
Tom Stammlande entfernten Araber in den Fehler verfallen, im g 
ein d zn erblicken und haben aus dem j ein i gemacht, so dass sie 
das g wie Ai aussprechen; so in vielen Theilen des Jemen und an 
zahlreichen Punkten der arabischen Kiiste des Rothen Meeres. — 
In letzter Instanz endlich liess man auch noch das d fallen und 
spricht das g' einfach wie z (franzosisches j) aus. So in Syrien und 
im Maghrab. — Ahnliches liesse sich auch fiir das tiirkische g nach- 
weisen. Die Agypter haben es als reines g bewahrt. Dadurch waren 
sie selbstverstandlich gezwungen, das q in Gemassheit der maghre- 
binischen Tedjwidregeln nach rtickwarts zu verlegen oder, da ihnen 
das zu schwer fiel, einfach ganz auszumarzen und durch ein soge- 
nanntes Hamza zu ersetzen. 

c am und ha: 

Ich stelle diese beiden Laute zusammen, weil sie sich in der 
That zu einander so verhalten wie d zu t, oder b zu p, also wie ein 
tdnender Laut zu dem ihm entsprechenden tonlosen (harten). Es sind 
diess die beiden am weitesten rtickwarts gebildeten Laute u. z. wer- 
den sie beide in der Bachenhohle erzeugt. f aia ist der tonende, ht 
der tonlose Laut. Sie werden in alien L&ndern correct ausgesprochen 
und machen den Europaern anfangs die grosste Schwierigkeit. 

ghaln und hk sind der tdnende und der tonlose Laut (Reibungs- 
gerauseh), mit der Uvula erzeugt. — ghai'n jedoch entspricht nicht 
ToUkommen dem franzosischen r grasseyg, welches eine leichtere 
Vibration des Ziingelchens voraussetzt. Am allerwenigsten aber hat 
es mit dem g gemein, als welches es die Tflrken aussprechen. 

& wird uberall wie f ausgesprochen. Der entsprechende tdnende 
(weiche) Laut, also unser deutsches w fehlt im Arabischen. 

q&f ist nach dem maghrebinischen Tadjwid ein k, welches an 
dem hintersten, der Uvula benachbarten Gaumentheile erzeugt wird. 
— Es wird nur im Maghreb so ausgesprochen, aber selbst hier nur 
tod St&dtern und Gelehrten. Sonst dberall wie reines g, nur in 
Agypten und Syrien wird es nicht ausgesprochen, sondern durch ein 
Hamza ersetzt. 

Tl; FUosoBe, d^JepU ft fllologle. 7 



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98 

t)ber k6f ist schon das Nothige gesagt worden. Es ist diess 
das dem q&f (gewohnKcher Ausspracbe als g) entsprechende tonlose 
Reibungsgerausch. — 

wau wird mit den beiden Lippen u. z. als tonendes Reibungs- 
gerausch erzeugt Der entsprechende scharfe (tonlose) Laut fehlt. In 
manchen Gegenden, besonders in Maghrab wird es in vielen Worten 
geradezu wie das iibrigens mit ihm sehr verwandte u ausgesprochen. 

t)ber re, gin, l&m, mim, nftn, hfe, y6 ist nichts zu sagen, da sie 
vollstandig unseren deutschen Buchstaben r, scb, 1, m, n, h und j 
entsprechen. 

Nur im Worte Allah wird das l&m nicht an der Articulationa- 
stelle des d, sondern an der des d&d erzeugt. — Der entsprechende 
tOnende laut von Sin existirt im Arabischen nicht, oder hochstens 
als unrichtige Aussprache des g' in Tunis und Syrien. Die Vokale 
und der Accent sollen in einer Spezialabhandlung besprochen werden t 
so dass mir nur noch einige allgemeine Bemerkungen tibrig bleiben: 

Die heutige arabische Schrift hat ihren Ursprung jedenfalls in 
Mittelarabien gehabt, u. z. in der Nahe von Mekka und in den sttd- 
ostlich an die heilige Stadt anstossenden Districten. Diess scheiot 
mit Sicherheit aus dem Umstande hervorzugehen, dass man sowol 
in Nord- als auch in Stidarabien zahlreiche Inschriften gefunden hat 
(im Norden altaramaische und in Sfidarabien sabaisch-himjarische), 
welche uns das Vorhandensein anderer semitischer Sprachen und 
Schriftarten in der vorislamischen Zeit beweisen. Speziell scheinen 
die Sab&er, wol das bedeutendste Culturvolk Arabiens, in alter Zeit 
eine Handelsstrasse im Innern der Halbinsel von Saba liber Nedjr4n 
und langs des Gebirges nordwarts bis Syrien gehabt zu haben. Die 
an verschiedenen Punkten dieser Strasse bereits jetzt gefundenen 
und andere von mir bei gelehrten Arabern erkundete Himjarsche 
Inschriften weisen darauf hin. Nicht minder scheinen Handelsstrassen 
der Sab&er mit Golonien in der Richtung nach dem nordlichen Djauf 
und Mesopotamien und von Nedjr&n durch das Wadi Dew&sir nach 
dem Golf von Bahrein angelegt worden zu sein, was gleichfalls aus 
meinen Erkundigungen erhellt Es ist daher begreiflich, dass schon 
in vormohammedanischer Zeit besonders das Sabaische von bedeu- 
tendem Einflusse gewesen sein muss auf das Arabische. In der That 
finden wir jeden einzelnen der heutigen arabischen Laute auch im 
Sabaischen, hier jedoch mit ganz eigenen selbststandigen Buchsatben 
bezeichnet, die uns ihre Ursprunglichkeit erkennen lassen. Hetero- 
gene Laute haben im Sabaischen auch grundverschiedene Zeichen. 



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99 

Wenn wir nun auch noch in Gemassheit unserer obigen Aus- 
tinandersetzungen berticksichtigen, dass gerade im Stammgebiete des 
Arabischen auch trotz des sabftischen Einflusses nicht die reinste 
Aussprache sich erhalten hat, wahrend gerade Sudarabien und spe- 
ziell die ehemals sabaischen oder himjarischen Gegenden sich in 
dieser Richtung auszeichnen, ist dann nicht die Frage gerechtfertigt, 
ob denu tiberhaupt im Arabischen urspriinglich alle punktirten Buch- 
st&ben nnd die ihnen entsprechenden Laute vorhanden waren oder 
ob nicht manche von ihnen erst aus dem Sabaischen hertibergenommen 
wurden? Diese Frage scheint wichtig genug zu sein, um die Arabisten 
und orientalischen Arch&ologen, also die Semitisten, anzuspornen, 
ihre Aufmerksamkeit auf dieses Gebiet zu lenken. Vielleicht wird 
sich dann herausstellen, dass die Verderbtheit der arabischen Sprache 
in Agypten nnd Syrien nicht eine Folge des Wohlklangs ist, sondern 
der Beibehaltnng einer beschrankteren Anzahl von Latiten aus altera 
Sprachen, vielleicht auch der urarabischen zuzuschreiben ist, die eben 
gewisse Laute, fur die man erst kurze Zeit vor dem Islam, die sa- 
baischen Lautwerte nachbildend, Zeichen einfuhrte, urspriinglich nicht 
besassen. — Es ware also in diesem Falle erst ein in Mode gekom- 
mener buchstaben- und lautarmerer arabischer Dialekt nach Nord- 
trabien, Syrien und Agypten nnd erst spftter die noch tibrigen sabai- 
schen Lautwerte dahin verpflanzt worden, so dass es erklarlich ware, 
dass wir noch heute diese alte (lautarmere) Aussprache vorfinden, 
die fur die Zeichen des dal, tfi, d&d, zA u. s. w. keine entsprechenden 
Lautwerte besitzt 

Andererseits wfirde man den Giiinden nachzusptiren haben, 
welchen die Conservirung der correkten Aussprache in gewissen 
Theilen des so weit entfernten Maghreb, wo die Araber kein dem 
Arabischen nabe verwandtes Idiom vorfanden, zur Folge hatten. Viel- 
leicht wird sich auch hier herausstellen, dass die Conservatoren der 
sammtlichen Lautwerte im Maghreb nichts weiter als siidarabische, 
also von den Sabaern abstammende Krieger waren, die Schrift und 
Aussprache mitbrachten und ihren Nachkommen vererbten. In meinem 
Besitze befindet sich eine Abstammungsliste der vornehmsten Araber- 
iunilien von Eairuan, die ich dort anfertigte, aus der in der That 
bervorgeht, dass ihre Ahnen, die im ersten Jahrhundert der Hidjra 
nach dem Maghreb kamen, gute siidarabische Stammesaraber waren. 
Auch wurde sich in dieser Richtung empfehlen, das maltesische Idiom 
hinsichtlich seiner Aussprache genau zu untersuchen; denn auch 
diese Insel hat die Aussprache ihrer Eroberer angenommen und bis 

7* 



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100 

heute bewahrt. Die Colonisatoren Malta's scheinen jedoch keine Stid- 
araber gewesen zu sein. — 

Constantinopel, 23. Dzbr. 1884. 



Nachtrag zum g'lm, 

Es ist auch era ahnliches Verhaitnis in den modernen Spracben 
zu erinnern, die aus der lateinischen hervorgegangen sind. Generatio 
(sprich Generazio) wird italienisch zu generazione (sprich gyenerazione 
oder schon corrumpirt dzenerazione) und franzosisch g£n£ration (spr. 
feneration). 

Auch das deutsche g macht eine ahnliche Umwandlung durcb, 
jedoch in etwas weniger corrumpirter Form. Es tlbergeht namlich 
das g in ein j. — Dieses j nimmt die Stelle des schon corrumpirteren 
i der andern Sprachen ein. Die Ersetzung des deutschen g am Ende 
mancher Worter (z. B. richtig, vernilnftig u. s. w.) durch ein ch bildet 
nur eine scheinbare Anomalie, denn das deutsche ch in diesen Wflrtern 
hat dieselbe Articulationsstelle wie das j und ist der dem j entspre- 
chende tonlose (harte) Laut. Es ist nicht zu verwechseln mit dem 
etwas weiter rfickwarts articulirten ch zahlreicher anderer deutscher 
Worter. — Auch das neugriechische y ist schon etwas erweicht. 

Beim k ist genau dasselbe wahrzunehmen. Italienisch capello 
heisst auf franzosich chapeau (spr. Sap6), cantare (singen) iibergeht 
franzOsisch in chanter u. s. w. 

MerkwQrdig ist die Umwandlung des k im Nedjd, wo es wie 
ts (deutsches c) ausgesprochen wird. Hier trat also an die Stelle des 
§ ein s, was an die Metamorphose des Wortes Caesar (ursprunglich 
wahrscheinlich Eaesar ausgesprochen) in Gesare (sprich tS6sare) und 
endlich franzfisisch C6sar (sprich Sfesar) erinnert. — Die Slaven haben 
daraus Tsfisftr (bohmisch Cfsaf, russisch C&r, sprich Ts&r) gemacht. 
Diess sind jedoch seltene, wenngleich nicht unerklarbare Ausnahmen. 

Nachtrag zum j6. 

Das entsprechende tonlose (harte) Reibungsgerausch (das deut- 
sche ch in »ich, a n richten a ) hat das Arabische nicht 



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101 



8. 

fiber die culturellen Beziehungen der Ungarn and 

B5hmen im XIV. and XV. Jahrhunderte and fiber 

die angarischen Husiten. 

Vorgetragen yon Jos. Jlredek, am 1. Juni 1885. 

An der Prager Universitat bew&hrte sich von allem Anfang an 
die hochsinnige Yoraussicht ihres Griinders. Von Norden und Sftden, 
von Osten und Westen zogen Lernbegierige zu dem neuen Centrum 
der Wisseuschaft in Mitteleuropa. Nicht nur aus den ummittelbaren 
Nachbarlandern, sondern auch aus denen tfernteren Theilen des deut- 
schen Reicbes, aus Scandinavien, aus Estland, Lievland, Polen und 
Ungarn, ja einzelnweise selbst aus Italien und Spanien, fanden sich 
Studenten in Prag ein. 

Ungarn lieferte dazu ein verhaltnissmassig bedeutendes Con- 
tingent. Leider besitzen wir regelrechte Ausweise nur von zwei 
Fakultaten, nemlich von der juristischen, aus den Jahren 1372, wo 
sich diese Fakultat als selbstandige Universitat constituirte, bis 
1418, und von der artistischen (philosophischen) aus den Jahren 
1367 bis 1585. Die Matrikel der iibrigen zwei Fakultaten sind un- 
wiederbringlich verloren. Aber wahrend die Ausweise der juristischen 
Universitat alle intitulirten (inscribirten) Studenten, nach den Nationen 
gereiht, ersichtlich machen, erscheinen in dem Liber decanorum fa- 
caltatis artium nur jene Mitglieder verzeichnet, welche eines akade- 
mischen Grades theilhaft wurden, nemlich Baccalaureen und Magister 
(Licentiaten) , was allerdings nur bei einem kleineren Theile der 
Studenten der Fall war.*) Gleichwohl reichen die vorhandenen Daten 
aus, urn die Betheiligung der Angehorigen verschiedener Lander 
Uarznstellen. 

Bekanntlich theilten sich die Mitglieder der Prager Univer- 
sitaten in vier akademische Nationen. Die Ungarn zahlten 
zur bohmischen Nation, welche die Landeskinder der zwei Reiche, 
Bohmen und Ungarn, umfasste. 



*) Album sea matricula facultatis juridicae Univ. Prag. Pragae 1834. Liber 
decanorum facultatis philosophicae Uniy. Prag. Pragae I. 1830. Der zweite, 
1832 herausgegebene Band (1419—1585) wurde fur diese Abhandlung nicht 
benutzt. 



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102 

Am anschaulichstcn diirfte sich die Betheiligung der Uogar- 
lander durch eine individuelle Zusammenstellung ihrer Namen, so 
wie sie in den Matrikeln vorkommen, ergeben. Die Namen der Ma- 
gister sind mit gesperrter Schrift gedruckt. 

a) Juristische Facult&t (Universit&t). Wenn kem 
weiterer Zusatz vorkommt, bedeutet die Jahreszahl die Zeit ihrer 
Intitulation: 

1372. Stanislaus de Pannonia. Nicolaus de UDgaria. 
1375^ Nicolaus, canonicas Colocensis, de UDgaria. Petrus Georgii 
de Septem Castris ). 

1376. Dionysius, archidiaconus Jauriensis. Andreas, canonicas ec- 
clesiae Colocensis. 

1377. Nicolaos de Bnda, Hungarus. 

1379. Bartoldus, archidiaconus Trincziniensis in ecclesia Nitriensi. 

1381. Ladislaus, filius Lncae de Berzencze, canonicas Yafadiensis. 

1382. Abel de Monte Petri de Ungaria. 

1383. Joannes de Bnda. Laarentius, praepositns Pozoniensis. 
Nicolaus, archidiaconus de Pankotha in ecclesia Agriensi. 

1395. Thomas de Pesczeen, (Piei&ny, PosWny). 

1397. Bartholomaeus Ungarns de Strigonio (1397 baccal. in artibns). 
Yalentinn8 de Qoinque Ecclesiis, Ungarns, scolaris praedicti domini (i. e. 
Bartholomaei). 

1398. Martinus de Septem Castris. 

1399. Angustinus de Bartfa (Bartfeld), der 1392 Baccalaurens and 
1397 Magister in artibns geworden war. Emericns de Strigonio. Jo- 
hannes de Nadastd. 



Unter dem Namen „ Septem Castra" wurde im XIV. and XV. Jahrbanderte 
nicht das ganze Siebenburgen in seinem jetzigen Bestande, sondern nur 
der yon den Sachsen bewohnte Theil yerstanden. Am klarsten geht dies 
aas der Einschreibungdes Stadenten Ladislaaa 1369 herror, der als B Un- 
garus de partibus Transilyanis" and nicht „de Septem Castris" ange- 
mhrt wird. Wo der Bezeichnong „de Septem Castris" noch eine weitere 
Angabe des Gebortsortes beigefttgt ist, gehOrt der letztere gemeiniglkh dem 
Sachsenboden an. So bei Conradus de S. C. et de Tatarlak 1373 ; ahnliches 
kommt nach Karajan (Quellen nnd Forschimgen, Wien 1649, bei dem In- 
haltsverzeicbnisse) im Chronicon Mellicense zum J. 1474 vor, wo ein „Fra- 
ter de Megies (d. i. Medgyes, Mediasch im gleicbnamigen Stuhlbezirke), 
alias de Septem Castris* 1 angefuhrt wird. Man hatte bis ins XV. Jahrb. 
das Land der Ungarn, das Land der Szekler nnd das Land der Sachsen 
genau von einander unterschieden, so wie denn das Wappen Siebenburgens 
noch heutzutage ans den Wappen der drei Lande zusammengesetzt ist, 
nemlich dem schwarzen Adler der Ungarn, der Sonne mit dem Monde der 
Szekler und den sieben Burgen der Sachsen. Veigleiche damit die Dar- 
Btellung, mit welcher Pesty Frigyes den zweiten Theil seines Yortrefflichen 
Werkes fiber die eingegangenen alten Comitate „Az eltunt regi y£nnegyek - 

S Budapest 1880) beginot, wo nor die Gatheissung yon Roszlers Ableitung 
es'Namens „Siebenburgen* yon „Cibinium tt zu beanst&nden wftre, weil 
dieBelbe jedes orknndlichen Grundes ermangelt and angesichte der hi 8 to - 
risch fest erwiesenen „ Septem Castra" an and fur sich eine* Zweckes ent- 
behrt. 



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103 

1400. Martinus de Zagrauia (Agram). 

1402. Mathias de Tytulio (Titel), in demselben Jahre Baccalaureus 
m artibus. Petrus de Strigonio, der 1399 Baccalaureus in artibus and 
1406 Baccalaureus in decretis wnrde. 

1407. Joannes Sator, canonicus Agriensis. Emericus de Stri- 
gonio, dictus Cicz, licentiatus in decretis. 

1410. Nicolaus de Strigonio, canonicus ecclesiae Calocensis. Petrus 
Stepbani de Strigonio, baccaleureus in decretis. Gregorius Palmestborf de 
Crips (Pftlmesdorf = Harikovce, Hariktfcz). 

6)Artistische Facultat. Die Jahreszabl bezieht sich, wenn 
nichts anderes beigefiigt ist, auf die Ertheilung des Baccalaureats. 

1367. Emericus, praepositus de Ungaria, fait magistratus. 

1369. Ladislaus Ungarus de partibus Transilyanis. 

1370. Joannes Tarlacb de Septem Castris, baccalarius Yiennensis, 
receptus fait ad facultatem. 

1371. Thomas de Ungaria (Ungarus). 

1373. Joannes Ungarus. Conradus de Septem Castris et 
de Tatarlak (Tatarlocb im Eockelburger Comitate) erhielt in diesem Jahre 
die Magisterwurde. Nicolaus de Septem Castris. Michael Ungarus 
(wurde 1375 Magister). 

1374. Joannes de Buda, baccalarius alterius uniyersitatis, qui re- 
ceptus erat ad facultatem. 

1375. Lucas de Ungaria. 

1376. Nicolaus de Czypcz (Czypsensis). 

1377. Hennannus Czips. Bernardus Buffi de Ungaria. 
1378. Stephanus de Jaurino (Jaurinti, Baab). 

1380. Stephanus Ungarus (wurde 1382 Magister). Nicolaus 
Ungarus de Strigonio. 

1381. Joannes de Strigonio. Oeorgius Ungarus. Franciscus 
Ungarus de Strigonio (wurde 1384 Magister). 

1382. Ladislaus Ungarus. Thomas de Zaswar (Sasv&r, Schossberg, 
Sastin). Gallos Ungarus. Demetrius Ungarus. Joannes de Septem Castris. 
Petrus de Strigonio. 

1383. Laurentius Ungarus. Petrus Ungarus (wurde 1387 Ma- 
giBter). Dionysius Ungarus. Nicolaus de Septem Castris. 

1384. Ladislaus de Cyps wnrde Magister. Joannes Unga- 
rns de Ward in o wurde Magister. Joannes de Strigonio. Joannes de 
Septem Castris. Joannes Conradi de Strigonio (wurde im selben 
Jahre Magister). Stephanus Laurentii de Ungaria. Benedictus Un- 
garus, de Ungaria (wurde 1387 Magister). Emericus de Perin 
(wurde im selben Jahre Magister). 

1385. Joannes de Buda wurde Magister. Andreas de Quinquo 
Ecclesiis. Michael de Septem Castris. Stephanus de Seremia (Sirmien, 
Szer&n). Petrus de Wydera, baccalarius Quinque Ecclesiarum, est assum- 
tu8 ad facultatem. 

1386. Jacobus de Buda. Gregorius de Kanisa. 



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104 

1389. Caspar de Cybinio (Hermannstadt). Andreas de Pankota. 
Nicolaus de Quinque Ecclesiis. 

1392. Augustinus de Bartfa (wurde 1397 Magister, 1399 
Jurist). 

1395. Joannes Caschaw. Panlus de Baradino (Varadin). 

1396. Petrns de Quinque Ecclesiis. 

1397. Bartholomaeus de Strigonio (1397 Jurist). Andreas Nyar- 
hid, de Nyarheyd*) (wurde 1404 Magister). Ladislaus Hatwan. 

1398. Andreas de Gyps (wurde 1404 Magister). Gregorius 
de Buda (wurde 1401 Magister). 

1399. Thomas de Quinque Ecclesiis. Petrus de Strigonio (Jurist 
1402). Stephanus de Vorodino (Varadin). 

1400. Ladislaus de Buda. Georgius de Pozega. 

1401. Joannes de Kesemargt (Kftsmarkt). Leonardus de Clawzenborg. 

1402. Mathias de Tytulio (irrig de Tyrulio, Jurist im selben Jahre). 

1404. Andreas de Czips. 

1405. Martinus de Zylina (fcilina, Zsolna, Sillein). 

1407. Andreas de Vylak, Wylak (Ujlak, Illok**), wurde Ma- 
gister 1410. Emericus de Septem Gastris. BartholomaeuB Czende (Csente, 
bodrog.***). Joannes de Necpal (neutr. oder thur6cz) baccalarius 
Viennensis, hie assumptus (wurde 1410 Magister). 

1408. Blasius de Buda. Michael de Buda. Bricciusde Bud 
(wurde 1414 Magister). 

1409. Nicolaus de Zalemkamen, Zelenkamen (Slankamen) 
wurde 1412 Magister. Andreas de Zatmar. Demetrius de Czerod (Cse- 
red, neogr.). Georgius de Gassovia. Joannes deAgria wurde 1412 
Magister. Fabianus de Trnawia wurde 1410 Magister. 

1410. Gerardus de Czanadino (Csanad). Martinus de Zagrauia 
(Agram). Antonius de Slavonia. Thomas de Trnavia, Turnavia. Joannes 
de Clausenburg. Mathias de Zolio (Zdlyom, Alt-Sohl) wurde 1415 
Magister. 

1411. Michael de Toplica (in Croatien G. Varasd. und Agram.). 
Jacobus Wylak (Ujlak). Demetrius de Wasarhel (Vfo&rhely, wahrscheinlich 
in Valk6er oder Vukovarer Com.f). Valentinus de Vylak (Ujlak**), 
wurde 1412 Magister. 

1413. Benedictus de Serenio wurde Magisterff). Diony- 
sius Emerici de Royczaftt) wurde im selben Jahre Magister. 

1414. Nicolaus de Thamassida (wahrscheinlich Tam&shida, des 
Thomas Brticke, zu lesen, ein Ort, dessen Name ungarisch, die Lage je- 
doch nicht konstatirbar ist). 



*) Nyarhid lag dort, wo sp&ter die Festung Neuhftusel erbaut wurde. 
**) Fr. Pesty I. 351 sq. 
***) Fr. Pesty I. 231, 234. 
t) Fr. Pesty I. 355. 
f+) -De Serenio" kommt zwar zweimal vor (I. 422 und 423), scheint aber 

doch „de Seremio" zu lesen zu sein. 
fft; Roycza scheint mit Rdcze, Rdcza (so bei Bartholomaeides), Revuca, Rauschen- 
bach (gdmdr.) identisch zu sein. 



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105 

1415. Joannes de Zilina wurde im selben Jahre Magister. 

1417, Michael de Thordas (Thorendorf im Karlsburger Comitat). 

1418. Jacobus de Salenkamen. Joannes de Hermanni Civitate. 
Stephanas de Roycza. 

1420. Nicolans de Zilina. 

Es gab sonach im Ganzen wahrend der angegebenen Jahre 
28 Juristen und 98 Artisten, unter den lezteren 27 Magister. 

Einige der ungarischen Magister begannen an der Universitat 

zu fungieren, aber nur einer von ihnen verharrte dabei langer und 

gelangte zu einem akademischen Amte. Es war dies Mr. Briccius 

de Bud a, der im J. 1415, ein Jahr nach seiner Magister- Promotion, 

zum Rectorate berufen ward. Diese Berufung hing wohl mit seiner 

Anhangerschaft an Husens-Lehre zusammen, wie sie sich denn auch un- 

zweideutig klar in dem Beschwerdebriefe wiedergibt, den unter seiner 

Unterschrift die Universitat, anlasslich der von den Olmutzern voll- 

zogenen Verbrennung des ,verus zelator legis Dei" Joannes und 

seines Gefahrten, am 8/ Juli 1415 an den mahrischen Landeshauptmann 

Lacek yon Kravaf gerichtet hat (Abgedruckt in Palacky's „Documenta 

Mag. Joannis Hus vitam, doctrinam et causam illustrantia." Pragae 

1869, p. 561 sq.). Gleiche Gesinnungen beseelten wohl alle Ungarn, 

welche das J. 1409 in Prag tiberdauerten. Viele von ihnen nahmen 

thatigen Antheil an husitischer Aktion. Nur in dieser Weise ISsst 

sich das erklaren, was sich gleich nach der Schlacht am £izkaberge 

(14. Juli 1420) ereignete. 

Yor der Schlacht hatten sich die Magister und Priester in Prag 
mit der Tdborer Partei iiber die so genannten vier Prager Artikel 
geeinigt und es wurden diese Artikel sammt Begriindung am 3. Juli 
1420 von der Gemeinde in einer lateinisch, b&hmisch und deutsch 
verfassten Schrift verlautbart. Als der Erfolg der| Schlacht wieder 
eine friedliche Unterhandlung ermoglichte, begehrten die Prager von 
dem Konige eine offentliche Audienz flir ihre Magister und Priester, 
damit diese in die Lage gesetzt wtirden, in vier Sprachen, bohmisch, 
deutsch, ungarisch und lateinisch die Wahrheit der vier Artikel, 
urn deren willen die Prager mit ihren Genossen dem Konige Wider- 
stand leisten, aus der h. Schrift klar und offen dem ganzen Heere 
darzulegen, ihre Schuldlosigkeit zu erweisen, die iiber das gesammte 
Konigreich gebrachte schwere und boswillige schmachvolle Nachrede 
aus dem Herzen der Feinde auszurotten, und wenn erforderlich, auf 
alle Einwfirfe der Schriftgelehrten des Konigs zu antworten.*) Dieses 

*) Laurentins de Bfezovd in Hdflers „Geschichtschreiber der hasitischen 
Bewegung in B61imen tt (Wien I. 1856, p. 380): w Supplicant, quatenus . . . 



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106 

Anerbieten setzt voraus, dass die Prager unter ihren Magistern und 
Geistlichen Manner hatten, die sich in einen gelehrten Disput nicht 
bios lateinisch, bohmisch und deutsch, sondern auch ungarisch 
einzulassen vermochten, und dass sie auf die Wirkung der Bered- 
samkeit derselben grosse Hoffnungen setzten. Es bedarf wohl keiner 
weitwendigen Auseinandersetzung urn darzuthun, dass solcbe unga- 
rische Redner nur unten den ungarischen Literaten der Prager Uni- 
versity zu finden waren. Kdnig Sigmund war klug genug, zu einer 
solchen Disputation nicbt die Hand zu bieten; war ja daroit die 
Gefahr verbunden, dass der Zundstoff der Lehre, zu deren Bekampfung 
er mit aller Macht ausgezogen war, mitten in sein Heer geworfen 
wfirde. 

Nach diesem Zwiscbenfalle kehrten wohl viele der ungarischen 
Magister und Baccalaureen in ihre Heimath zuriick, urn der liebge- 
wordenen Neuerung unter ihren Landsleuten Anhang zu verscbaffen, 
aber einzelne mochten doch auch fortan in Bdhmen geblieben sein. 
Wenigstens weisen die Vorkommnisse der J. 1436 und 1437 nicht 
undeutlich darauf hin. 

Als nach langwierigen Verhandlungen die Publicirung der Com- 
paktaten auf dem Landtage zu Iglau am 5. Juli 1436 erfolgen sollte, 
stellten die utraquistischen Bohmen die Forderung, es habe dies 
nach Voranschickung einer biindigen Erlauterung in lateinischer, 
deutscher, bohmischer und ungarisch er Sprache zu geschehen. 
Viele der Anwesendeu, bemerkten sie, verstehen nicht Latein, darum 
sei gleich nach Yerlesung der Urkunden auf bohmiscb, deutsch und 
ungarisch kundzuthun, wie so die Bohmen Einigkeit, Frieden und 
Gehorsam geschlossen und die Legaten des Baseler Concils ihnen 
die Communion unter beiden Gestalten zugestanden haben. Allein 
die Legaten und die Rathgeber des Kaisers witterten auch hinter 
diesem Begehren eine Hinterlist und bewirkten, dass die vierspra- 
chige Verlautbarung unterblieb*). 



apud regem publicam magiBtris et presbyteris obtineant audientiam, at 
quatuor Unguis, Boemico, Theutonico, Hungarico et Latino, valeant 
aperte veritates quatuor articolorum, pro quibus se Pragenses cum sibi ad- 
haerentibus regi opponunt, lucide et aperte scripturis toti exercitui declarare, 
innocentiam suam ostendere ac totius regni gravem et sinistram infamiam 
de cordibus hostium evellere, et si opus fuerit, doctoribus regis ad cuncta 
eorum objecta respondere". 
*) Per quosdam ex eis (Boemis) affectabant, ut latino sermone, alemanico, 
boemico et ungarico proclamaretur populo, quod fieret. In quo cam 
dolos perciperemus latere, ut post claruit, diximus: n Nequaquam hoc lin- 



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107 

Endlich im nachsten Jahre gelang die viersprachjge Publication 
der Compaktaten. Es geschah dies an dem sogenannten Feste der 
Reliquien (den svAtostf, reliquiarum dies), welches im J. 1350 von 
Kaiser Karl IV. gestiftet, seither alljahrig gefeiert wurde. Dabei 
warden die Heiligthtimer des romischen Reiches am Neuen Markte 
(dem jetzigen Karlsplatze) der Prager Neustadt dem Volke feierlich 
vorgev?iesen und erl&utert ; an der Stelle, wo dies stattfand, entstand 
spater (1382) die Frohnleichnamskirche. Hier wurde am 12. April 
1437 das Reliquienfest im Beisein Kaiser Sigmunds, seiner Gemalin, 
des Legaten, Bischofs Philibert von Constanz, und des gesammten Hof- 
staats unter dem Zusammenstromen einer ungeheueren Volksmenge 
zom letzten Male abgehalten. Die iibliche Erklarung geschah lateinisch, 
bohmisch, deutsch und ungarisch.*) Zu den althergebrachten Heilig- 
thamern wurde diesmal gewissermassen ein neues, nemlich die Com- 
paktaten, hinzugefiigt, in dem der Kaiser und die Baseler Legaten 
dieselben in bohmischer, lateinischer, deutscher und ungarisch er 
Sprache kundzuthun befahlen. Es scbreibt daruber nicht bios Ma- 
gister Wenzel Koranda in seinem Berichte fiber die Bothschaftsreise, 
die er 1462 im Auftrage Konig Georgs mit Zdenek Kostka, Johann 
Malovec, Prokop von Rabstein und dem Magister Wenzel von Vrbno, 
um die Best&tigung der Compaktaten vom Papste Pius II. zu erwirken, 
nach Rom unternahm**), sondern die Prager hielten das Ereigniss fur 
80 wichtig, dass sie dasselbe durch zwei Inschriften in' der Frohn- 
leichnamskirche beglaubigten. Beide Inschriften, in Sandstein mit 
hervorstehenden, urspriinglich schon vergoldeten Buchstaben aus- 
gefuhrt, befinden sich jetzt im Stiegenbause des bdhmischen Museums. 
Die bohmische Inschrift lautet mit voller Genauigkeit: 



goae committeremus". So erz&hlt den Vorgang Thomas Ebendorfer von 
Haselbach in seinem Diarium (ConcUinm Basileense. Scriptorum tomua I, 
Vindobonae 1857, p. 774). Und ein zweiter Augenzeuge, Johannes de 
Tnronis (ibidem, p. 819) berichtet dartiber folgendes: Insuper dixerunt 
Boemi, quod cnm plores essent, qui non intelligebant latinum, quod lectia 
Uteris statim exponeretur in boemico, theotonico et hnngarico auccincte, 
quomodo fecissent unitatem, pacem et obedientiam, dominique legati con- 
ceaserant eis usum communionis etc. 
*) Johannes de Turonis beschreibt dies mit folgenden Worten: Veneris (die) 
XII celebravit dominus Constanciensis in capella Novae Civitatis in foro 
consneta pro ostensione reliquiarum, et interfuerunt imperator et imperatrix ; 
ostensaeque fuerunt reliquiae et publicatae latine, boemice, theotonice et 
ban gtt rice, affuitque populi multitudo in devotione (ibidem p. 860). 
**) Bahmisch abgedruckt im zweiten Bande des n Yfbot z literatury cesk6. a 
(Prag 1868, p. 679). 



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108 

Ceta M°CCCC°XXXVII Sroataaamc Egtcfarge 3i8tnuba a (egatuoto 
Saftfetyffytty rotomto loftctc ljfaffetto Sjcffij Sattnic Uljcrffy a SWcmeqfij, 
$e £jedf)ouic a SDioraroanc STicto bogie a Srero pob btoogt jpuofobu prjtflt* 
magic gfu roiemt frjeftiane a pranri fonotoe cterfme. 

Der lateiiiische Text enth&lt folgendes: 

Sltmo bril M°CCCC XXXVn° f VI on gfturcff <5efari8 officio cum 
(egatis ©tgtfmunbt SmgtmS l)ic_qtuor finccra fibcd facramcti S3ma fub fpecie 
mubo claruit fat apcrtc (St jut fat^olict Sfytftt caticc pottenteS.*) 

Das Streben, die Compaktaten auch im ungarischen Texte 
officiell publicirt zu sehen, entsprang nicht etwa einer Liebhaberei, 
sondern einem fiir die Utraquisten recht praktischen Interesse. 
Husens Lehre hatte durch die ungarischen Mitgiieder der Prager 
Universit&t in Ungarn bei den stammverwandten Slovaken und, allem 
Anscheine nach, auch unter den siebenblirger Sachsen, insbesondere 
aber unter den Magyaren selbst zahlreiche Anhftnger gefunden. Es 
ist durch unzweifelhafte Zeugnisse festgestellt, dass es einerseits im 
Presburger und Oedenburger Comitate, andererseits unter den Be- 
wohnern der Gegend am Zusammenflusse der Donau, Theis, Drave 
und Save, in der Bacska, Baranya, in Syrmien und in dem einstigen 
Valkover (Vukovarer) Comitate, magyarische Husiten gab. Im XIV. 
und XV. Jahrhunderte zahlte namentlich die letztere Gegend einen 
nicht unbedeutenden Theil Einwohner ungarischer Zunge ; die gegen- 
wartigen ethnographischen Verhaltnisse sind erst durch die Verwii- 
stungen der tiirkischen Gewaltherrschaft herbeigefuhrt worden**). 

Unter den Slovaken erhielt der Utraquismus eine nachhaltige 
Starkung ausserlich auch durch die wiederholten Husitenziige nach 
Nordungarn, noch mehr aber durch die kriegerische Niederlassung 
Johann Jiskra von Brandys. Die Congregation des Pester Comitats 
beklagte sich bitterlich daruber in einem Schreiben vom 24. Juni 1449 
an den ungarischen Orator in Bom, Nicolaus von Erakau. „Die 



*) Uber die Schicksale der beiden Inschriften berichtet in den Abhandlungen 
der k. b6hm. Gesellschaft der Wissenschaften Dobrovsltf: „Beitr&ge zur 
Gescbichte des Kelches" (Prag 1817), wo jedoch der Abdruck in einigen 
Punkten uogenau ist Die bohm. Inschrift lautet deutsch: „Im J. 1437 
wurde auf Geheiss des Kaiser Sigmund und der Baseler Legaten in dieser 
Kirche bOhmisch, lateinisch, nngarisch und deutsch verkiindet, dass die 
Bohmen und Mfthrer, indem sie den Leib und das Blut Gottea unter beiden 
Gestalten empfangen, treue Christen uud wahre Sohne der Kirche sind." 
**) Reichliche urkundliche Belege fur diese Thatsache findet man in dem 
bereits wiederholt angezogenen Werke von Fr. Pesty. 



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109 

Bohmeii brachten und bringen die Husitische Eetzerei in's Land, 
so dass es in den Comitaten von Zips und S&ros eine grosse Zahl 
Pfarren gibt, wo faktisch das Abendmahl schon unter beiden Ge- 
stalten gereicht wird. tt *) Von da aus verbreitete sich der Utraquismus 
nach Osten nnd Westen, insbesondere in die Comitate von Zemplin, 
Uoghvdr, Szabolcs, Szathm&r, Bihar, Borsod u. s. w. 

Die nngarische Regierung nahm diesen Verhaltnissen gegenuber 
eine entschiedene Stellung ein. Schon zu Kaiser Sigmunds Lebzeiten 
traf man an der nnteren Donau energische Massregeln gegen die 
Neuerer. Merkwurdiger Weise hat gerade in den dortigen Gegenden 
der Utraquismus starke Wurzeln gefasst Die Ursache ist wohl 
zun&chst in der yerhaltnissmftssig grossen Anzahl von Literaten zu 
suchen, die von dorther in den ersten 20 Jahren des XV. Jahr- 
hunderts an der Prager Universitat ihre Studien gemacht hatten. 
Es genflgt auf Mathias von Titel (1402), Andreas, Jakob und Va- 
lentin von Ujlak-Illok (1407 und 1411), Demetrius von VdsSrhely 
(1411), Nicolaus und Jakob von Slankamen (1409 u. 1418), Benedikt 
von Synnien (1413) hinzuweisen, welche unter den 34 ungarischen Bac- 
calanreen, die in Prag w&hrend der J. 1401—1420 promovirt wurden, 
nahezu ein Viertheil ausmachen. Zur Ausrottung der dortigen Utra- 
quisten wurde der Minorit, Frater Jacobus de March i a, welcher, 
wie nach seinem Namen zu schliessen ist, selbst dem westlichen Syrmien 
entstammte und das Jahr vorher als Guardian im Eloster zu Canal e 
(Konavlje) bei Ragusa gewirkt hatte,**) im J. 1436 als General inqui- 
sitor bestellt, Frater Jacobus traf in Kamenic bei Petervardein, dann 
in den Stadten und Dorfern an den beiden Ufern der Donau zahl- 
reiche Eetzer an, gegen die er, wie die „Chronika seu origo fratrum 
mioorum de observantia, in provinces Bosnae et Hungariae Christo 
Deo militantium" (in der Earlsburger Bibliothek) erzahlt, mit aller 
Strenge seines Amtes waltete. Zu Eamenic selbst lebten damals zwei 
Literaten, Thomas und Valentin, die mit ihren Gesinnungsgenossen, 
Mannern nnd Weibern, sich der Verfolgung dadurch entzogen, dass 



♦) Schwandtner, Scripteres rerum hungaricarum (Vindobonae 1746, folio) II. 
Thefl p. 63. 

**) Nach Fr. Pesty bildete die Marchia, einst das Grftnzland gegen das Byzan- 
tinerreicli, im XIII. and XIV. Jahrh. den Bezirk einer zur Fonikirchener 
Di6cese gehorigen Erzpriesterschaft mit den Orten Erd6v6g, Lezsimir, Szu- 
Biek, Ujlak (Illok) u. anderen, die s&mmtlich in dem westlichen Theile 
Syrmieng langst der Donau liegen. Jakobs Wirksamkeit in Canale fur 1435 
ist dorch die Ragusaner Libri conailii rogatarum sichergeatellt (Dr. Konst. 
Jirecek.) 



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no 

sie nachtlicher Zeit ihre Heimath verliessen und nach der Moldau 
auswanderten. In der Moldau fuhren sie in ihrem religiOsen Eifer 
fort, insbesondere aber Qbersetzten sie die heil. Schrift bei- 
der Testamente in das Ungarische.*) 

Wer waren diese zwei literati und clerici? Was Valentin 
betrifft, so spricht wohl ein hoher Grad von Wabrscheinlichkeit 
dafur, dass derselbe mit dem Magister Yalentinus de Ujlak 
(Illok) identisch ist, der erwiesener Massen vom J. 1410 bis 1412 
inmitten der Hochfluth der husitischen Bewegung in Prag verweilt 
batte und unzweifelhaft zn Husens Anhangern; zahlte. Eine gleiche 
Identit&t mit einem der Prager Graduaten lasst sich bezuglich seines 
Genossen Tbomas nicht behaupten, es ware denn, dass man an 
Thomas von Funfkirchen (1399) denken wollte, eine Annahme, die 
wohl nicht ausgeschlossen, aber wenig plausibel ist. 

Dass Husens ungarische Anh&nger an die Herstellung einer 
Bibeliibersetzung in ihre Muttersprache zu schreiten sich veranlasst 
fanden, ist wohl so natfirlich, dass es iiberflussig ware, dafiir noch 
weitere Beweise zu suchen. 

Eine Bibeliibersetzung, die uber das XV. Jahrhundert zuriick- 
reichen wtirde, besitzt die ungarische Literatur nicht. Die altesten 
zwei Codices, die Theile eines ungarischen Bibeltextes en thai ten, 
befinden sich in der Wiener kais. Hofbibliothek (R6vay-Codex) und 
in der konigl. Bibliothek in Miinchen (J&szay-Codex). Der erstere 
enthalt die BUcher Ruth, Judith, Esther, zwei Gapitel Machabaeer, 
dann einige Propheten, der leztere umfasst ein Calendarium und die 
vier Evangelien. Eine Angabe fiber die Zeit der Abschrift und den 
Schreiber enthalt nur der Mfinchner Codex in seinen Schlussworten, 
die in moderner ungarischer Orthographie lauten: „E konyv meg- 
v£geztetett N6meti GySrgynek, Hensel Imre fiinak, keze miatt Mol- 
dovdban Tatros vdrosdban, tJr szttletet6nek ezer n6gyszdsz hatvan- 
hatod esztendejgben," d. i. Dieses Buch ist durch die Hand des 
Georg N6meti, eines Sohnes des Emerich Hensel, in der Moldauischen 
Stadt Tatros im Jahre der Geburt des Herrn 1466 beendet worden. 



*) Tunc etiam duo literati de eadem Kamenest, videlicet Thomas et Yalen- 
tinus, cum quibusdam hominibus insanis et mulierculis, consilio inito, 
nocte recidentes ad regnum Mold?ae intraverunt, ubi iidem duo clerici 
haeresim praedictam seminantes, utriusque testamenti scripta in 
Hungaricum idioma transtulerunt. Die genaue Abschrift dieser 
Nachricht haben wir dem ungarischen Akademiker und Bibliothekar, Herrn 
Dr. Paul Hunfalry, zu verdanken. 




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Ill 

Dass die beiden Codices Theile des von den Utraquisten Thomas 
and Valentin verfassten Bibeltextes enthalten mogen, ist schon darum 
wahrscheinlich, weil yon der Existenz eines anderen alteren oder 
gleichzeitigen ungarischen Textes nichts bekannt ist. Jeder der 
Codices rfihrt von einer anderen Hand, aber nach dem Erachten 
competenter Eenner der ungarischen Literargeschichte hat die 
Sprache in beiden denselben Charakter. t)ber Georg N6meti 
sind keine naheren Nachrichten vorhanden, als jene, die uns seine 
Handschrift selbst biethet. Wenn eine Yermuthung statthaft ist, so 
konnte man seinen Yater, Emerich Hensel, der offenbar ein Sachse 
war, mit dem Prager Baccalar Emericus de Septem Castris 
(1407) fur identisch halten. Interessanter ist der Ort, wo N6meti 
1466 weilte. Der Marktflecken TotruS (auch TatroS und Trotus) 
liegt an dem gleichnamigen Flusse, welcher, am Nordabhange des 
SzollShegy enspringend, zunachst nordwarts stromt, aber bei Gyimes 
in die Moldau eintretend eine stldostliche Richtung nimmt und an 
den Stadten Okna und TotruS vorbei dem Seret zueilt. Laugst des 
TotruSflusses fiihrt der geraumigste Weg aus Siebenburgen in die 
Moldau, den auch 1467 Konig Mathias bei seinem Zuge gegen den 
Wojwoden Stephan einschlug. TotruS hatte eine sachsische Golonie, 
die sich spater romanisirte, aber noch 1591 die sachsische Ein- 
richtung mit einem Schultheis und zwolf Burgern (Schoffen) als Vor- 
stand bewahrte.*) Es ist naheliegend, dass ein Sachse, wie es der 
Abstammung nach N&neti wohl war, sammt seinen ungarischen 
Glaubensgenossen in einem Sachsenorte eine freundliche Aufnahme 
gefunden haben mochte. 

Eine ungarische Colonie auf moldauischem Boden befand sich 
schon firuher, im J. 1459, zu Lukacesti in der Nahe von Bakeu. 
Die Einwohner dieses Dorfes wies damals der Wojwode Stefan als 
zinspflichtig dem Kloster Bystrica zu.**) Ob die Lukafiester Ungarn 
(oyrpoBe) alte Ansiedler oder Exulanten waren, dariiber liesse sich 
streiten ; nach dem Wortlaute der Urkunde Stefans scheint eher das 
letztere der Fall gewesen zu sein. Wichtiger ist H u §, eine Stadt, die 



*) jjAdek-L noi Tamas sultuzul ku 12 pirgari . . din trxg din TotruS" heisst 
es in der von A. Hajdeu (Hxideu) im Archiva istorica a Romaniei (Buka- 
rest 1865, I. 1. p. 105) abgedruckten Urkunde. Aehnlich liest man in der 
slavischen Banier Urkunde vom 26. Janner 1458 (ib. p. 102) »c HOiieio 
UI0ATV3U n npirapy ot KaMH u , wo von Sachsen (cacoae) als Ein- 
wohnern ausdrUcklich und mehrmal die Rede ist. 

**) Hajdeu, Archiva I. 1. p. 114. 



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112 

von verbannten ungarischen Husiten aus dem Pressburger und Oeden- 
burger Comitate in der Gegend zwischen dem Prutflusse und der 
Stadt Vasluj im J. 1460 gegrttndet wurde. Ihr Name ist nichts anderes 
als Husi, das heisst Husen, wie man im XV. Jahrh. ausserhalb 
Bohmens die Utraquisten vielfach benannte. Zwei slavische Urkunden, 
welche dort der Wojwode Alexander am 4. April 1552 und am 9. Mai 
1555 ausgestellt hat, sind geradezu „o^ po^c®*" (in Husi) datirt.*) 
Aus Husi wurde unter dem Einflusse des rumanischen Lautgesetzes 
die Namensform HuSi, welche als Plurale (gen. HuSilor) seit dem 
XVII. Jahrhunderte im Rumanischen gebrauchlich ist.* 5 *) In ganz 
gleicher Weise wurde die urspriingliche Form Jasi (Jassy) zu Ja§i 
(gen. JaSilor) umgelautet***). In Georgs Reichersdorfer „Chorographia 
Moldaviae", welche der Autor Kaiser Ferdinand I. widmete, wird unter 
den bedeutenderen Orten der Moldau Husztwaras genannt; es 
dlirfte jedoch Huszivfiros zu lesen sein.f) Die Stadt HuSi ist seit 
dem XVH. Jahrhunderte der Sitz eines gr. orientalischen Bis th urns, 
dessen Bestand seit 1635 urkundlich beglaubigt ist. 

Der Erzbischof von Martianopolis, Marcus Ban din, der zu 
Bakeu residirte und vom J. 1643—1650 den Eatholiken der Moldau 
vorstand,ft) fand auf seiner Visitationsreise (1647) zu Hu§ noch die 
Nachkommen der Begriinder dieser Stadt, welche auch damals die 
Messe und Litanei in ihrer Muttersprache sangen, was Bandin unter 
Zustimmung der Glaubigen dahin einschrankte, dass die Messe und 
was dazu gehort, fortan in lateinischer, die Gesange vor und nach 
der Messe aber in magyarischer Sprache abgehalten wurden.ftt) 

Aus dieser Notiz geht die weitere Thatsache hervor, dass die 
Nachkommen der ungarischen Utraquisten in der Moldau sich in 



*) Hajdeu Archiva L 1. p. 110, 125. 
**) „Episcop Hu8ilor u in der Urktmde 1752 (Pamnul, Lepturariu ruminesc, 

IV. 1. Vieanna 1864, p. 7). 
***) Slavische Urkunden des XVI. und XVII. Jahrh., die in Jassy ausgestellt 
warden, werden gewdhnlich „0f '*«" (Hajdeu 1. c 94, 96, ill, 117, 140 
etc.) oder auch „0f lac©*" (ib. 112, 127), polnische „w Jasiech a (ib. 173) 
datirt Erst in einer Urkunde vom J. 1610 kommt „0^f lam" vor (ib. I. 2. 
p. 21). Die rumanische Urkunde vom J. 1611 hat das Datum „in Ia§i tt (ib. 
I. 1, p. 24), und diese Namensform ist jetzt die einzig ubliche. 
+) Schwandtner, Scriptores Hungaricarum (Vindobonae, II. 1768, fol. p. 108). 
ft) NahereB uber Bandin in Julian Grafen Pejacsevich's Werke „Peter Freiherr 
von Parchevich, Erzb. v. Martianopel" (Wien 1880, Archiv fur 6sterreich. 
Geschichte). 
fff) Paul Hunfalvy, Ethnographie von Ungarn, deutsch von Prof. I. H. Schwicker 
(Budapest 1877, p. 266). 



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113 

geistlicher Beziehung nicht dem griechisch-orientalischen, sondern 
dem romisch-katholischen Biscbofe unterordneten. In Hus gab es 
im XVII. Jahrb. eine katholische Pfarre. Von Interesse ware es zu 
eruiren, ob die ubrigen ungarischen Pfarrorte, die sich damals auf 
moldauischem Gebiete befanden und deren magyarischen Charakter 
die Namen zweifellos bekunden : Bogdanfalva, Domafalva, Farkofalva, 
Gerzdafalva, Herlo, Hidegkut, Lokosfalva, Lukacsfalva (ob mit dem 
oben genannten Lukacesti identisch?), Marfalva, Paskan, Szabofalva, 
Saloncz, Szteczfalva, Sztanfalva, Tamarfalva, Terebes, Ujfalu, Vfllcsflk, 
Zsidafalva*), irgendwie mit der Auswanderung der ungarischen Utra- 
quisten zusammenhangen. 

Erzbischof BandinsVisitationsbericht ist dieletzte sichereKunde 
von den ungarischen Utraquisten in der Moldau. 

Zum Schlusse sei noch bemerkt, dass der Weg, den die Kame- 
nicer Literaten im J. 1436 den husitischen Exulanten Ungarns ge- 
wiesen haben, noch unter Mathias Corvinus von den Anhangem der 
bohmischen Bruder-Unitat eingeschlagen wurde, als diese im J. 1488 
aus Mfthren ausgewiesen wurden. Mit Br. Nicolaus Slansky zogen 
ae einige Hundert Kopf stark nach der Moldau, aber verweilten dort 
nor bis zum Tode des Konigs (1490), worauf sie unter seinem Nach- 
folger mit ihrem zweiten geistlichen Flihrer, Br. Elias Chfenovsky, 
in kleinen Hauflein nach der Heimath zuriickkehrten. Es durfte die 
Annahme wohl gestattet sein, dass die Bruderexulanten bei den ihnen 
dem Ursprunge nach verwandten ungarischen Utraquisten der Moldau 
gastfreundliche Aufnahme fanden oder dass diese ihnen wenigsten 
mit gutem Rathe beisprangen; anders liesse sich die Wahl der 
Moldau als Zufluchtstatte wohl nicht leicht erklaren**). 



*) Pejacsevich's Peter Freih. v. Parchevich p. 354. 

**) Historia persecution urn ecclesiae Bohemicae (s. 1. 1648) cap. 22. Die da- 
selbst angegebene Jahreszahl 1488 hat Palacky (D^jiny V. 1. pag: 277) 
als richtig erkannt. Vergleiche Todtenbuch der Geistlichkeit der bohm. 
Brader, in den Fontes rerum Austr. von J. Fiedler veroffentlicbt (I. Abth., 
Band V, 1863, p. 221 u. 231), ferner A. Gindely, Gescbicbte der bohmischen 
Brfider I. (Prag 1867, p. 61) und J. Goll, Quellen u. Untersuchungen zur 
GeBchichte der bOhm. Brttder (Prag 1878 I. p. 123). 



Tr. : FUoaofie, ddjopls a filolo^le . 



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114 



9. 

Die Beziehungen der Ragusaner zu Serbien unter Car 
UroS uad KOaig VlkaSia (1355—1371). 

Vorgetragen yon Dr. Constantin Jlredek am 19. October 1885. 

In der gesammten neueren Literatur uber die Geschichte Ser- 
biens im Mittelalter *) gait es allgemein als eine ausgemachte That- 
sache, dass der letzte Herrscher aus dem Hause Nemanja's, der 
junge Car Uros, im J. 1367 von dem raachtigen Edelmann VlkaSin **) 
auf einer Jagd hinterlistig getodtet wurde und dass Vlkasin, der nach 
dieser blutigen That den serbischen Konigstitel sich angemasst hatte, 
bald darauf im J. 1371 bei einem Zug gegen die Tiirken in der 
Schlacht an der Marica bei Adrianopel den Tod gefunden hat. 

Erst in den letzten Jahren begann man den Quellen der iiblichen 
Auffassung mit mehr Kritik nachzugehen. Zuerst that es der scharf- 
sinnige Archimandrit Ilarion Ruvarac in der serbischen Zeit- 
schrift „Matica u 1868, aber seine Bemerkung entging, schon wegen 
der geringen Verbreitung dieser periodischen Publication, der all- 
gemeinen Aufmerksamkeit. Im J. 1879 erschienen in der Belgrader 
n Godi§njica a Bd. Ill zwei Aufsfitze, von Ruvarac (Chronologische 
Fragen tiber das Datum der Schlacht an der Marica, des Todes Konig 
VukaSin's und des Todes des Caren Uros, S. 214 — 221) und von Prof. 
Ljubomir Kovacevic (Konig Vukasin ist nicht der Morder des 
Caren UroS, S. 404 — 416). Das Resultat der kritischen Analyse der 
beiden serbischen Forscher war, dass Uros nicht nur von VlkaSin 
nicht ermordet wurde, sondern seinen sogenannten Morder sogar 
iiberlebt hat, und dass die ganze Mordgeschichte erst spater aus 
Sagen und Liedern in die historische tlberlieferung Eingang getunden 
hat. Zum Schutz der dadurch erschutterten bisherigen Anschauung 
traten auf der Belgrader Professor Panta Sredkovid mit einer 
Broschure „K6nig Vuka§in hat den Caren Uros ermordet 44 (Belgrad 



*) Die ausfuhrliche, dieser Yorlesung zu Grunde liegende Abhandluog er- 

scheint mit alien Belegen im „Casopis deskeho musea" 1886, I. und II. 
**) Der mittelalterlichen Aussprache (VJbkasin, in lat. und ital. Acten Volca- 
Binus, Volchassino) gemass schreibe ich iiberall Vlkasin; die moderne 
Form Vukasin gehort einer neueren Periode der Sprachgeschichte an 
(1400 sq.). 



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115 

1881) und der russische Forscher Vladimir Kacanovski mit 
einer kroatisch geschriebenen Abhandlung „Die Frage tiber das / 
Todesjahr des Caren Uros V. und des Konigs Vukasin" im „Rad a 
der sudslawischen Akademie Bd. 58 (1881) S. 199—213. In Folge 
(lessen verdffentlichte Kovacevic 1884 eine zweite Abhandlung: 
,Konig Vukasin hat den Caren Uro§ dennoch nicht ermordet a (Godi- 
snjica VI. 190 — 262), in welcher das ganze Material der Streitfrage 
ausfuhrlich von Neuem analysirt wird. Ob die Duplik von Sredkovid 
,Vukasin hat den Uro§ getodtet," von welcher im „Glasnik u der serb. 
gelehrten Gesellschaft im Mai 1884 (Bd. 59 S. 85) die Rede ist, die 
Presse schon verlassen hat, ist mir nicht bekannt. 

Die Analyse der Frage bewegt sich in alien genannten Abhand- 
lungen in einem Kreise, n&mlich auf Grundlage eines und desselben 
Qoellenmaterials, das pro und contra interpretirt wird. Es sind 
zumeist die Nachrichten der serbischen Annalen, um deren Kritik 
sich die Streitfrage dreht. Die altesten, aus dem Ende des 14. Jahr- 
hunderts stammenden Texte (Safaffk, Pamdtky jihoslovansk6ho pisem- 
nictvl p. 54, Jagic im Archiv f. slaw. Philologie II p. 108) erzahlen, 
dass sich der junge Car Uro§, die Rathschlage alter Manner fliehend, 
Junglingen anviertraute, bis er, ahnlich wie der biblische Konig Ro- 
boam oder der von Basilios entthronte griechische Kaiser Michael III, 
von seinen eigenen Dienern Boses erfuhr, niimlich von Vlkasin, dem 
er den Despotentitel verliehen hatte, und von dessen Bruder UgljeSa. 
YlkaSin vertrieb namlich den jungen Caren vom Throne und setzte 
sich selbst die serbische Krone auf, wobei er Ugljesa die Despoten- 
wftrde mit den griechischen Landern iiberliess. Sodann seien VlkaSin 
and Ugljesa in der Schlacht an der Marica im September 1371 ge- 
fallen, worauf der entthronte Uros im December desselben Jahres \ 
aus dem Leben schied. Der Fortsetzer von Daniel's Biographien, 
sowie der Verfasser der altesten Lebensbeschreibung des Furaten 
Lazar, beide gleichfalls aus dem Ausgang des 14. Jahrhunderts, be- 
richten, Uro§ sei nach vielem von seinen Grossen erlittenen Un- 
gemach gestorben, ohne einen gewaltsamen Tod zu erwahnen; dess- 
gleichen weiss der Monch Isaias, ein sehr gewichtiger Zeitgenosse, 
in seiner Notiz liber die Schlacht an der Marica nichts von einer 
solchen Katastrophe. Die Ermordung des Uro§ ist erst spateren 
Queljen bekannt und je weiter man sich von den Zeitgenossen ent- 
fernt, desto mehr Einzelnheiten erfahrt man iiber die angebliche Blut- 
that Dieselbe ist beschrieben in den spateren serb. Annalentexten, 
bei den Ragusanern aus dem Ende des 16. Jahrhunderts Mauro Orbini 



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116 

(Regno degli Slavi, Pesaro 1601) und Giacomo Luccari (Annali di 
Rausa, Venezia 1605) und besonders bei Paysij, Patriarch von Pec 
\ (1614 — 1647), in seiner Biographie des Caren Uro§. 

Urkunden wurden fiir die Controverse wenig beniitzt, eigentlich 
nur zwei venetianische von 1368 und 1369 und eine ragusanische 
von 1371, aber dieselben nennen nicht den Namen des serbischen 
Herrschers, sondern nur den Titel und zwar bald imperator, bald 
rex, was ihren Werth fiir die Entscheidung der Frage wieder fraglich 
machte. 

Wahrend meiner Studien in den Archiven von Ragusa 1878 und 
1879 sammelte ich ein umfangreiches Material nicht nur uber diesen 
verdachtigen Punct dcr bisherigen historischen Tradition, sondern 
liber die ganze Periode vom Tod des machtigen Caren Stephan Dusan 
(1355) bis zur bosnischen Occupation des eheraals serbischen Kiisten- 
gebietes bei Ragusa (1378), eine Zeit bedeutender Umwalzungen, 
welche in der nachsten Umgebung der kleinen adriatischen Handels- 
republik vor sich gingen. Dass ich die Resultate meiner Studien, 
obwohl die Streitfrage um den Tod des Uros inzwischen heftig ent- 
brannt war, so lange fiir mich behalten habe, verschuldete mein fiinf- 
jahriger Aufenthalt in Bulgarien, wo es mir zur Ausarbeitung einer 
solchen Aufgabe an der nothigen Musse ganz und gar fehlte. 



Aus den J. 1355—1378 sind in den Archiven von Ragusa nur 
fragmentarische Nachrichten erhalten. Die Libri Reformationum, 
in welchen man die Beschlusse der Sitzungen des Consilium maius, 
consilium rogatorum und consilium minus verzeichnete, wurden ur- 
sprttnglich auf einzelnen Quaternionen niedergeschrieben und diese 
erst nach einer gewissen Zeit mit einem Pergamentumschlag versehen, 
der aber bald zerfiel. Die zerfallenen Codices hat man dann spater, 
zum Theil erst im 18. und 19. Jahrhundert, mit einem festeren Ein- 
band versehen, aber ohne den Zusammenhang zu studiren, so dass 
zum B. das Buch „LRef. 1350 a gegenw&rtig ausser den Stucken aus 
den J. 1350—1352 auch Fragmente von 1367—1368 und 1375 enthalt. 

Die erhaltenen Bucher der Rathsprotocolle aus dieser Zeit sind 
die folgenden: 1. LRef. 1356 reicht vom 20. Mai 1356 bis 7. Juni 
1359 und ist neuerdings publicirt worden in den Monumenta Ragu- 
sina der siidslawischen Akademie (Zagrabiae 1882) II, S. 149 t bis 
275. 2. LRef. 1359 ist seit dem vorigen Jahrhundert verloren; 



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117 

die Excerpte des Ragusaner Gelehrten Gian Maria Mattei (f 1788), 
vom 1. Juli 1359 bis Ende 1360, sind in denselben Monumenta II. 
275-297 abgedruckt 3. LRef. 1361 reicht vom 26. Juli 1361 bis 
19. Mai 1363 (gut erhalten). 4. LRef. 1362 verdient nicht diese 
Bezeichnung, denn es enthalt nur einige Protocolle aus dem Sommer 
1364 und allerlei notarielle Aufzeichnungen von 1363 und 1364. 
5. LRef. 1363 schliesst sich unmittelbar an LRef. 1361 an: inc. 
?0. madii 1363 ind. I., explicit 16. apr. 1364. Daran schliessen 
sich Bemerkungen iiber Begrenzung von Feldern und Weingarten 
1362 sq., die sich meist in dem gleichzeitigen Pergamentcodex des 
Ragusaner Archivs, dem „Liber rubeus" oder „Libro rosso" (eine 
Art Eataster 1362 sq.) wiederholen. 6. LRef. 1364 beginnt mit 
der jahrlichen Wahl der Gemeindeamter Sept. 1364 und reicht bis 
Marz 1366. Angebunden sind gerichtliche Citationen an ragusanische 
Kaufleute im Auslande 1364-1374. 7. LRef. 1367 ist arg be- 
schadigt, beginnt mit vergilbten Fragmenten tiber Grundstticke und 
Feldmarken (offenbar einst ein Ganzes mit jenen im LRef. 1363), 
und enthalt drei Gruppen von durch einander geworfenen Fragmenten. 
Mit HOlfe der Namen der alle Monate wechselnden Rectores, die 
auch in anderen datirten Documenten vorkommen, sowie mit einigen 
anderen Behelfen constatirte ich, nicht ohne viele Miihe, dass alle 
diese Stiicke zusammengehoren und die Protocolle des J. 1366 und 
des Anfangs von 1367 bilden. 8. Aus dem Rest des J. 1367 ist nur 
ein Fragment erhalten, 10 unter einander zusammenhangende Blatter 
vom 17. Juli 1367 Ind. V. bis 18. Janner (1368), jetzt eingenaht im 
LRef. 1350. 

Aus den 10 folgenden Jahren ist nur ein einziges loses Blatt 
ubrig, ebenfalls im LRef. 1350, mit den Protocollen von 2. bis 11. 
August 1375; die darin erwahnte Gesandtschaft des Giue Longo nach 
Trebinje kennen wir namlich aus seiner Commissio von ultiulii 1375 
im Buche Lettere e Commissioni 1359—1380 f. 92', womit das Datum 
des Fragmentes sicher gestellt ist. Die Reihenfolge der erhaltenen 
Libri Reformationum beginnt sodann erst mit dem Buche LRef. 1378 
(inc. 6. aug. 1378, explicit dec. 1381). 

Diese Lucke wird einiger Massen ausgefiillt durch das erste 
Bach der sogenannten Libri oder Registra commissionum 
(so lautete der alte Name), jetzt „Lettere e Commissioni di Levante* 
genannt, wiewohl die Trennung der Briefe und Instructionen fur 
Orient und Occident (Levante und Ponente) in dieser Biicherserie 



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118 

erst 1566 beginnt. Der erste Band reicht vom 23. Juli 1359 bis 
1380, ist aber sehr liickenhaft und wahrscheinlich auch erst spater 
zusammengebunden. 

Daneben sind noch die Diuersa Cancellarie mit nota- 
riellen Aufzeichnungen Yorhanden (jetzt beim k. k. Kreisgericht 
in Ragusa), von welchen die Biinde 1354, 1564, 1369, 1371, 1376 
dieser Periode angehoren. 



Als der Car Stephan Du§an, imperator Sclauonie oder 
Rassie (so lautet der Titel in ragusanischen und venetianischen 
Acten) am 24. December 1355 starb und das durch zahlreiche make- 
donische, thessalische, albanische und epirotische Landschaften ver- 
grosserte Reich seinem einzigen 18jahrigen Sohn Stephan Uro§ hinter- 
liess, stand die kleine „ci vitas Ragusii" noch unter venetianischer 
Oberhoheit. Die Verwaltung fiihrte ein venetianischer Comes (si. knez) 
mit drei Consilien, die aus den einheimischen Nobiles (si. vlastelin) 
gebildet waren. Das Territorium der Stadt war sehr klein, denn von 
den Thoren kam man uberall bereits in 1V 2 St. an die „confinia 
Sclauorum." Das unmittelbare Territorium, die sogenannte As tare a 
(vom lat. aestuarium), umfasste die winzigen Thaler Brennum, Jun- 
chetum, Umbula, Malfum und Grauossium, und reichte nicht einmal 
bis an den Kamm des Eiistengebirges, wo sich oberhalb der ragusa- 
nischen Weinberge noch ein Streifen armlicher slawischer Ansiede- 
lungen befand, welche die Stadt vergeblich durch Kauf von den be- 
nachbarten Serbenkonigen an sich zu bringen suchte. Daneben be- 
sassen die Ragusaner noch die drei insulae, die alten Elaphiten 
des Plinius (Juppana, Dalafota — jetzt Isola di Mezzo genannt, Cala- 
mota), das isolirte Eiland Lagusta und die lange Halbinsel Pun eta 
Stagni, si. Stonski Rat (j. Sabioncello), die sie vor 22 Jahren 
(1333) durch geschickte Benutzung eines Conflictes zwischen den 
Serben und den Bosniern durch Kauf und Jahrgelder in ihren Besitz 
gebracht hatten. Dazwischen lag die Insel Meleda mit einem alten 
Benedictinerkloster, welche zwar mitunter zeitweilig von den Vene- 
tianern und Ragusanern besetzt war, aber noch von Car Stephan 
1349 und Car Uro§ 1362 in den an Ragusa verliehenen Privilegien 
ausdrttcklich als Besitz der serbischen Krone bezeichnet wurde. 

Das Hauptbestreben der Ragusaner in dieser Zeit war die Arron- 
dirung der Astarea „ usque ad summitatem montanearum" und die 



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119 

Erwerbung des langen Kiistenstriches von der Astarea bis zur Festung 
Stagno (si. Ston); die Insel Meleda konnte ilmen friiher oder spater 
nicht entgehen. 

In Bezug auf die Grenznachbarschaft ist es hervorzuheben, dass 
Kagusa an der Grenze zweier slawischer Stamme lag, die nicht 
immer unter einer Regierung vereinigt waren. Diese Situation war 
eine der Grundlagen der politischen Unabhangigkeit der Stadt. Auf 
der einer Seite, jenseits Malfum und Umbla, lag das Land Chlm 
(Chelmum), mit deni Primorje (Kustenland) von Ragusa bis Stagno, 
mit dem Lande Popovo (lat. Papoa) oberhalb im Innern und mit dem 
unteren Narentathal; die Halbinsel von Stagno gehorte urspriinglich 
auch dazu. Auf der anderen Seite, oberhalb des Brennothales, be- 
gannen die Gaue von Tribunia oder Travunia mit der Burg 
Trebinje und zahlreichen felsigen Gebirgslandschaften, nebst dem dazu 
gehorigen fruchtbaren Kustenland Canal e, si. Konavlje, das sich 
von den Muhlen von Brenno an der ragusanischen Grenze bis zum 
Eingang in den Golf von Cattaro erstreckte, auch die Ruinen von 
Epidanrum, die sogenannte „Ciuitas Uetus", si. Captat (j. Ragusa 
vecchia), umfassend. In dieser Zeit gehorte das Land von Chlm dem 
bosnischen Ban Tvrdko und wurde von dessen £upan Sanko, Sohn 
des Milten Draiivojevid, verwaltet, der zeitweilig in Slano amMeere 
weilte und mit den Ragusanern mitunter sich] an den Grenzhohen 
oberhalb Umbla und Malfum personlich besprach. Trebinje und Ca- 
nale waren noch serbisch ; die oft wechselnden Landesverwalter (z. B. 
in den letzten Jahren DuSan's der Vojvode oder Zupan Nenada 
Strachinic) wohnten theils in der Burg von Trebinje, theils in 
den Schlossern von Canale am Meere, auf den Burgen von Obod oder 
Sokol, in dem Schlosschen an der Ljuta oder auch in Vitaljina an 
der Seekuste. 

Die Ragusaner zahlten ihren Nachbaren verschiedene Jahr- 
gelder oder „tributa a , und zwar den Serben: 1. 2000 Perper*) 
am St Demetriustage (26. October), das sogenannte „tributum S. 
Demetrii" (si. dochodbk na Dmitrov dbn); 2. 500 Perper als w tribu- 
tum Stagni" oder w tributum Pasche" zu Ostern, ein Jahrgeld flir die 
Abtretung von Stagno, 1348 von Car Stephan dem Erzengelkloster 



*) Der Perper oder Hyperpyr {yni^nvQov) sank im 14. Jahrhundert fortwahrend 
im Werthe. Eine libra argenti gait in Ragusa 1370 18 Perper, 1372 schon 
19, 1383 20, 1422 sogar 22. Der Dacatns de auro gait 1337 2 Perper, zu 
Ende des 14. und Anfang des 15. J. 8 Perper (1399 7 1 /, ducati = l libra 
argenti = 21 Perper), spater sogar 4 Perper. 



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120 

in Jerusalem abgetreten, worauf die Summe j&hrlich einem Abge- 
sandten der Monche gegen Vorweisung eines vom Caren von Serbien 
ausgestellten Beglaubigungsbriefes ausgezahlt wurde. Die bosnischen 
Tribute waren : 1. 500 Perper als „tributum S. Blasii" (3. Februar) gleich- 
falls fur die Abtretung von Stagno, 2. das sogenannte Margarisium, 
Magarisium, si. mogoris, 60 Perper am St. Michaelstage, eigentlich ein 
Pachtgeld fur die ragusanischen Weinberge in den urspriinglich chel- 
mischen Gauen von Malfum und Umbla, schon von Constantin Por- 
phyrogennetes im 10. Jahrhundert erwahnt. Ein ahnliches Magarisium 
fur die eigentlich travunischcn Weinberge in Brennum und Junchetum 
war bei der vollstandigen Abtretung dieser serbischen Gebiete im 
13. Jahrhundert durch jenen grossen St. Demetriustribut ersetzt 
worden (cf. meine Handelsstrassen und Bergwerke von Serbien und 
Bosnien S. 12). 

Die Stadt lebte grosstentheils vom Handel mit dem Binnenlande. 
tlber die Narentamiindung gingen die Waaren nach Bosnien, aus den 
Stadtthoren fiber Trebinje und Prepolje nach Rudnik und nach S. 
Demetrio (Mitrovica) in Sud-Ungarn, und zur See in die damals 
dem serbischen Reich angehorenden, von Lateinern bewohnten Kttsten- 
stadte Cattaro, Antibarum, Dulcinium oder in den Hafen des hi. Sergius 
an der Bojana, von wo die Karawanen vorziiglich in den damaligen 
Hauptstapelplatz Prizren und die neu aufbluhende Bergstadt Novo 
Brdo zogen. In Ragusa selbst sammelte sich viel Reichthum, aber 
die wiederholten Epidemien hatten die Bevolkerung arg decimirt: 
der Comes Nicold Barbarigo schrieb 1355 nach Venedig, „la flor di 
boni homeni" sei weggerafFt (Ljubic, Monum. Ill, 270) und 1363 er- 
wahlten die Ragusaner eine Commission „ad inueniendum modum 
populandi ciuitatem Ragusii" und baten dabei den Papst „pro dis- 
pensatione contrahendi matrimonia in quarto gradu consanguineitatis 
et affinitatis", besonders um die alten damals rasch aussterbenden 
Familien der Nobiles zu retten. Jetzt zitterte die Kaufmannschaft 
bei der nach Car Stephan's Tod sich offnenden Aussicht auf innere 
Fehden und Kampfe im benachbarten Serbenreiche, die den Handel 
ganz lahmen konnten. 

tlber die Vorfalle in Serbien nach dem Ableben Car Stephan's 
besitzen wir das Zeugniss eines wohl unterrichteten Zeitgenossen, 
des byzantinischen Kaisers Joannes Kantukuzenos, welcher eben kurz 
zuvor (1354) der Regierung entsagt hatte und in's Kloster gegangen 
war. Zu Ende seiner Memoiren (1. IV. cap. 43) beschreibt er die 
Sturme nach dem Tode des miichtigen Serbenherrschers. Du§an's Bruder 



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121 

Symeon, der Statthalter von Epirus und Thessalien, strebte nach 
dem Throne und bekampfte den jungen Uros ; Dusan's Wittwe Helena 
blieb neutral und suchte eine eigene Hausmacht zu grQnden; die 
grossen Edelleute bekriegten die kleinen, schlossen sich einer der 
beiden streitenden Parteien an oder hielten als Neutrale ihre Macht 
beisammen, den Ausgang der Krise schlau abwartend. Auch der gleich- 
zeitige Nikephoros.Gregoras nennt Symeon als Hauptperson in diesen 
Win-en, ebenso die urn 1400 verfasste epirotische Chronik. 

Die Ragusaner beeilten sich sonst nach dem Ableben eines 
jeden Herrschers seinen Nachfolger mit einer Gesandtschaft zu be- 
grussen und ihm die alten Handelsprivilegien zur Bestatigung vor- 
zulegen. Diesmal dauerte es 16 Monate, ehe die erwahlte Gesandt- 
schaft von Ragusa abging. Achtmal wurde tiber den Tag der Abreise 
debattirt und dieselbe immer wieder verschoben (Mon. Rag. II. 
159 — 176). Endlich im Janner 1357 langten zwei Schreiben des 
jungen Caren an mit der Versicherung, der Handel nach Prizren und 
clem ganzen Reiche sei den Venetianern, Ragusanern und anderen 
Kaufleuten ganz frei und mit dem Versprechen, der Edelmann £arko 
(Siarcus), der sich in der Zeta am St. Sergiushafen erlaubt hatte, 
ragusanische Waaren zu confisciren, werde den Schaden siebenfach 
ersetzen miissen. Die Ragusaner hatten namlich (Beschluss vom 
22. Nov. 1356) mit diesem £arko direct durch ihren Gesandten Baye 
de Baiaga unterhandelt, aber, wie es scheint, ohne Erfolg. Dabei be- 
merkte Uro§, dass die Zolle von Zeta seiner Mutter Helena gehoren 
(Mon. serb. 175), die auch von den Dulcignoten in einer Urkunde 
von 1357 (dominatio nostra, domina imperatrix Sclauonie) als dortige 
Obrigkeit erwahnt wird (Ljubid, Monum. III. 343). 

Am 10. April 1357 finden wir den jungen Uro§ mit seiner 
Mutter in Skopje, wo er auf einem Reichstage (sbor srbski) die 
Chrysobullen seines Vaters bestatigte und mit neuen Schenkungen 
vermehrte (Mon. serb. 155). Von dort zog er nach Prizren, traf dort 
die ragusanischen Gesandten Marin de Bona, Giue (Giovanni, si. 
Zive) de Gondola und Giue de Qereua, welche ihm die Geschenke 
ubergaben und ihre Bitten und Beschwerden vortrugen. Bereits am 
24. und 25. April wurden ihnen unter der Leitung des Logotheten 
(Kanzlers) Dragoslav funf Urkunden ausgestellt, die Car Uro§ theils 
in Prizren, theils in dem benachbarten Schlosse Rybnik unterzeichnete 
(Mon. serb. 157 — 165): 1. Bestatigung des Privilegiums des Caren 
Stephan vom J. 1349, 2. allgemeiner Schutz fur die Kaufleute, 3. Be- 
statigung der Schenkung des „tributum Stagni" an die Monche des 



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122 

hi. Landes, 4. Aufforderung die Edelleute Basil Bivolicic (lat Buua- 
liga, Bolizza) und Triphon Bucic (Bucchia) aus Cattaro *) bei der Besitz- 
ergreifiing der ihnen geschenkten Insel Meleda zu unterstiitzen (die 
aber hochstwahrscheinlich gar nicht erfolgt ist), 5. die Schenkung des 
engen serbischen Landstreifens oberhalb der i agusanischen Weinberge 
von dem Giessbache Ljuta in Brenno bis zur bosnischen Grenze bei 
dem Dorf Kurilo (j. Petrovoselo) oberhalb der Umbla. Ein *frater 
de lacte" des Caren, dessen Name nicht verzeichnet ist, reiste nach 
Ragusa, um das geschenkte Territorium zu tibergeben. 

Dieses freundschaftliche Verhaltniss der Ragusaner zu Uros 
wollte sich dessen Oheim Symeon (dominus Syrage) zu Nutzen machen 
und versuchte durch seinen Gesandten Vasil Qenosi (aus Valona) die 
Mediation der Stadt zu gewinnen. Die Ragusaner antworteten ihm 
am 5. September 1357, sie wunschen den Frieden zwischen ihm uud 
seinem Neffen (nepotem uestrum) und stunden bereit zu jedem Dienst 
„pro paciffico statu ambarum partium". Jedoch hatte dies keine 
weiteren Folgen. Symeon, der sich ebenfalls Car nannte, gab den 
Kampf um Serbien auf und schlug seine Residenz im thessalischen 
Trikala auf, ohne mit Ragusa mehr in Beriihrung zu kommen. 

Das folgende Jahr 1358 brachte eine vollstandige Veranderung 
in der Lage der Stadt Ragusa. Am 18. Februar wurde der damalige 
venetianisch-ungarische Krieg durch den Frieden von Zara abge- 
schlossen und sammtliche dalmatinische Stadte und Inseln, darunter 
auch Ragusa, unter ungarische Oberhoheit gestellt Die Serben, welche 
an der Seite der Venetianer gestanden, waren in dem Frieden nicht 
einbegriffen und blieben im Kriegszustand. Der letzte venetianische 
Comes Marco Superancio verliess Ragusa und die Ragusaner, erfreut 
fiber den Abzug der Venetianer, organisirten eine eigene Verwaltung, 
mit einem allmonatlich gewahlten Rector (si. knez, wie fruher der 
Comes) an der Spitze. Ende Juli brachte der Bischof Peter von Dja- 



*) Hopf, Gesch. Griechenlands im Mittelaltcr, Ersch-Gruber's Encycl. Bd. 86 
p. 37 hat diese Mitglieder der altbekannten Cattaronser Familien Bucchia 
und Bolizza irrthumlich mit den albanesischen Baa's und den serbischen 
Balsa's identificirt. Die albanesischen Genealogien sind bei ihm leider durch 
Vermengung des kritisch sicheren Urkundenmaterials mit den unrerlass- 
lichen Daten der spateren Musachi und Orbini mitunter sehr verwirrt. Sein 
Alexander Gioritsch, der Herr von Valona im 1368, entstand zum B. 
durch ein Missverstandniss. In der Urkunde Mon. serb. 179 heisst es: 
„pisa logofet gospodina Alexandra Gjurica", d. h. „scrip8it domini Alexandri 
logothetes Gjurica 41 und keineswegs Logothet eines Horrn ff Alexander 
GjuricaV.wie es Hopf auffasste. 



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123 

koYO oder von Bosnien ein Privilegium von Konig Ludwig I., gegeben 
am 27. Mai in ViSegrad, das von nun an fur 168 Jahre (bis 1526) 
die Grandlage der internationalen Stellung von Ragusa bildete. Ftir 
ein Jahrgeld von 500 Ducaten behielten die Kagusaner unter unga- 
risehem Schutz ihre innere Autonomic, mit der werthvollen Erlaubniss, 
in Serbien zu jeder Zeit, selbst auch wenn die Serben mit dem Konig 
?on Ungarn Krieg fiihren, ungehindert Handel treiben zu diirfen. Konig 
Ludwig schenkte den Ragusanern iiberdies auch das bosnische Kiisten- 
land von der Astarea bis Stagno, aber diese Schenkung hatte keinen 
Erfolg; erst nach 40 Jahren (1399) gelang es, diese „Terre nove a 
dnrch einen Vertrag mit den bosnischen Konigen wirklich in Besitz 
za nehmen. 

Der Wechsel der Oberherrschaft hatte ftir Ragusa yerhingniss- 
volle Folgen. Die Serben begannen von da an ihre alten Ragusaner 
Preunde mit Misstrauen zu betrachten. Ausserdem erschien an der 
Grenze ein neuer Dynast, £upan Vojslav, Sohn des Vojno, dessen 
Statthalterei nicht nur Trebinje und Konavlje, sondern auch die fernen 
Gebirgslander mit Einschluss von Gacko, mit den Schlossern an der 
Drina ond mit Sjenice umfasste.*) Als „nobilis vir Vislauus a wird 
er sehon 1343, in Ragusa auf der Durchreise befindlich, erwahnt 
(Mon. Rag. 1, 135) und ist wahrscheinlich identisch mit dem Conte 
(Zupan) Vojslav, der um 1358 in dem Bergst&dtchen ^eljeznik in der 
Landschaft Kucevo (im heutigen Kreis von Poiarevac) eine Ragusaner 
K&nfleuten gehorige Ladung Blei wegnahm (cf. meine Handelsstrassen 
und Bergwerke von Serbien und Bosnien S. 57, Anm. 186; in den 
Mon. Rag. der Agramer Akademie fehlt dieser Brief). 

Wenige Wochen nach dem Friedensschluss (am 17. Marz) be- 
schloss der grosse Rath, an dem alle erwachsenen Nobiles theilnahmen, 



•) Der Vater Vojslav's Voyno wird 1325 erwahnt (Mon. Rag. II. 317) und ist 
keineswegs identisch mit dem Kesar Voichna, der nach Eantukuzenos 
auch nach 1365 (in Drama in Makedonien) lebte, wahrend Voyno schon 
1347 als todt erwahnt wird: Altomanus filius quondam Voyni 1347, Mon. 
Rag. L 279, 280. Die quellenmassige Genealogie der Familie ist folgende: 
Voyno urn 1325 

£upan, spater knez ^upan Altoman 

Vojslav um 1347—1351 

1343—1363 (cf. Mon. serb. 152.) 
t 1363 



2upan Nikola Altmanovi6 
erwahnt 1366—1374 



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124 

unverziiglich eine Gesandtschaft an den „imperator Sclauonie" zu 
senden, der sich ganz nahe in der Zeta oder gar in den herzegovi- 
nischen Gebirgen (in Qenta aut a Qenta citra) befand; die Gesandten 
Marin de Menge und Clime de Dersa, am 27. Marz erwahlt, er- 
hielten den Auftrag zur See in die Hafen von Zeta zu reisen und 
dem Caren ein Geschenk im Werthe von 1000 Perper zu uberreichen. 
Gleichzeitig (23. Mai) reiste auch ein Gesandter zu Vojslav mit einem 
Geschenk von 500 Perper und mit der Einladung zu einem Besurh 
nach Ragusa. Da indessen Konig Ludwig von Ungarn seine Feindselig- 
keiten gegen die Serben fortsetzte (im October verlangte er durch 
den Banus von Croatien und Dalmatien von Venedig Schiffe zu einem 
Zug in das serb. Kustenland, Ljubic IV. 6), kam es noch im Herbst 
zu einer Spannung zwischen Ragusa und Vojslav, die aber fur diesmal 
ohne Folgen verlief, ja als der serbische Statthalter im Janner 1359 
nach Canale kam, wurde er durch eine ragusanische Gesandtschaft 
wieder freundlichst begrusst uud bescheukt. 

Im Mai 1359 unternahm Konig Ludwig einen Einfall nach Serbien, 
von welchem sich bei dem zeitgenossischen Florentiner Chronisten 
Matteo Villani eine interessante Schilderung erhalten hat. Ein serbi- 
scher Edelmann an der Donau, der wahrend der inneren Wirren von 
einem benachbarten machtigeren Grossen arg bedrangt wurde und 
bei seinem serbischen Herrscher keine Hulfe und kein Recht finden 
konnte, wendete sich an den Konig von Ungarn um Unterstutzung, 
besiegte mit ungarischen Hulfstruppen seinen Nebenbuhler und musste 
sich dann allerdings an Kg. Ludwig anschliessen, der auf diese Ait 
einen guten t)bergaug liber die Donau in das Serbenland erwarb. Im 
Friihling des genannten Jahres riickte nun ein starkes ungarisches 
Heer ilber die „Danoja u (so nennt Villani die Donau), occupirte die 
Ebenen, schlug am Fusse der grossen Gebirge Serbiens (le grandi 
montagne di Rascia) nach langem Kampfe die Heeresmacht des serbi- 
schen Herrschers und drang acht Tageinarsche weit in die Berglander 
ein, wohl in den jetzigen Kreisen von Rudnik und Uzica. Der „re 
di Rascia" hatte sich mit seinen Streitkraften nach der Landessitte 
(secondo loco costume) in die Festen der Walder (alle fortezze delle 
boscaglie) zuriickgezogen, wohin ihm Niemand ohne grossen Nach- 
theil folgen konnte. Beute fand man wenig, da die Serben alles in 
die Walder (alle selve) gebracht hatten, und dem Konig von Ungarn, 
der mit einem zweiten Heere den Seinigen nachgefolgt war, erlaubten 
seine Grossen nicht sich personlich in die Berge zu begeben, da 
kleine serlti|fjtf^^uuu:en das Heer fortwahrend beunruhigten. Ungefahr 




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125 

nach einem Monat zog der Konig wieder nach Hause (Muratori, 
Script XIV. 554, 562). 

Die Folgen dieses Zuges hatten die Ragusaner zu tragen. Gegen 
Ende Juli liess Vojslav alle durch Prepolje ziehenden ragusanischen 
Karavanen festhalten, confiscirte alle ragusanischen Heerden und Feld- 
fruchte in Canale und verlangte die Auslieferung seines Feindes Ruja, 
wohl eines kleinen Edelmannes, der mit seiner ganzen Verwandtschaft 
yor ihm nach Ragusa geflohen war. Als sich ihm in Gacko der 
ragusanische Gesandte Johann Pauli de Gondola vorstellte, herrschte 
ihn Vojslav erzurnt an: „Sogleich ziehe ich mit meinem Heere bis 
auf die Zeljezna Ploca (die „Eiserne Platte" bei Bergatto, eine Hohe, 
welche die Thaler von Zonchetto und Brenno und Ragusa selbst do- 
minirt) nnd dort werde ich mich aufstellen, das ganze Ragusaner 
Gebiet ausplundern und auch die Kirchen nicht verschonen. Ausser- 
dem werde ich euch den Stonski Rat nehmen, denn er gehort mir: 
ich bin Zupan von Chlin und der Stonski Rat ist der Sitz der 
Zapane von Chlm, also gehort er mir tt . Dabei berief er sich auf 
den Befehl des Caren UroS und erklarte seine Feindseligkeiten als 
Revanche fiir die Invasion des Konigs von Ungarn. Am 6. August 
drangen die Truppen Vojslav's in Ombla und Zonchetto ein und ver- 
wusteten die ragusanischen Obst- und Weingarten. Zugleich suchten 
serbische Piraten aus Budua die Stadt zur See zu beunruhigen, verloren 
aber ein Schiff ; drei gefangene Buduaner wurden in Ragusa als See- 
rauber offentlich geblendet. Zum Widerstand war aber Ragusa zu 
schwach, denn auch die Hulfe des Bans von Bosnien, sowie des 
nachsten ungarischen Statthalters, des Bans von Croatien und Dalma- 
tien, dessen Gebiet bis zur Narentamundung reichte, war fern und 
die Gefahr wuchs von Tag zu Tag. Ein Geschenk von 4000 Perper 
an Vojslav stellte den Frieden schon Mitte August wieder her. 

Als Car Uro§ im folgenden Jahre seine Hochzeit feierte (wohl 
mit der „Ancha regina Seruie", Tochter des Fursten Alexander von 
Ugrovlachien, die 1370 erwahnt wird, Theiner Mon. Hung. II. 95, 
98), beauftragten die Ragusaner am 30. Juli 1360 die Gesandten 
Michael de Dersa und Jacob de Men^e, sich zu Uros zu begeben 
*ad gaudendum de nuptiis eius, pro conlirmatione pacis et pro bono 
mercatorum*, natiirlich nicht ohne Geschenke. Die Gesandtschaft fand 
den Caren in Sjenice (na Senicach, Plur.) auf Vojslav's Gebiet und 
erhielt von ihm ein daselbst am 29. September 1 360 datirtes Chryso- 
bull (Mon. serb. 168) mit Aufhebung aller Zolle, die nicht bereits 
1 »ter seinem Vater und Grossvater bestanden haben. Die Urkunde 



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126 

hat ein grosses Interesse, denn sie erwahnt neben dem Land des 
Caren ausdrticklich das Gebiet (drzava) des Knez (also nicht mehr 
£upan) Vojslav und das Land der BalSici in der Zeta, die 
friiher nirgends erwahnt werden ; die Zolle der Zeta gehorten also 
1360 nicht mehr der Mutter des Caren, wie 1357, und das Reich 
begann sich bereits so aufzulosen, dass man die einzelnen Theile 
in Handelsprivilegien schon eia;ens anftihrte. Ausser diesen zwei Ge- 
bieten gab es wohl noch andere, aber die Urkunde erwahnt nttr 
diejenigen, welche von den Ragusanern Kaufleuten vorzugsweise be- 
sucht wurden. 

Der Friede war jedoch nicht von Dauer. Car UroS und seine 
Mutter verlangten 1360 und noch 1361 die Ruckgabe eines von Car 
Stephan dem ragusanischen Edelmann Marin de Go$e anvertrauten 
Deposites, welches dieser angeblich bei sich behalten habe; diese 
wiederholte Forderung war um so auffalliger, als die Ragusaner iiber 
die Rflckgabe der Deposita des Go$e ausser anderen Documenten 
auch ein specielles Argyrobull des Caren Stephan vom 5. December 
1355, datirt bei Berrhoea in Makedonien, besassen. 

Im Juni 1361 entbrannte der Kampf von Neuem. Dros liess 
alle ragusanischen Kaufleute in Serbien verhaften, worauf die Truppen 
Vojslav's unter der Fuhrung seines Kefalia (Capitans) Milman am 
St. Peterstage in die Astarea einbrachen und unter Raub und Mord 
die Umgebung der Stadt auspliinderten. Zugleich traten die sonst 
mit den Ragusanern gut befreundeten und durch zahlreiche Verwandt- 
schaftsverh&ltnisse mit ihnen verbiindeten Btirger von Cattaro, als 
Vasallen Vojslav's, mit einer wahrscheinlich auch von Handelscon- 
currenz veranlassten erbitterten Feindseligkeit gegen Ragusa auf. Die 
Ragusaner setzten sich energisch zur Wehr. Sie verhafteten alle 
serbischen Kaufleute aus Prizren und alle Cattarenser in ihrer Stadt, 
blokirten mit ihren Kriegsschiffen den Golf von Cattaro, sperrten zur 
See alle Salzzufuhr in das Binnenland von der Narenta bis zur Zeta 
ab und setzten grosse Belohnungen auf die Niederbrennung der Heu- 
und Getreidemagazine Vojslav's in Gacko und Sjenice. Dabei fanden 
sie einen guten Bundesgenossen an den Briidern Jura und Sra- 
cimir (der jiingste Balsa erscheint erst 1363), den Sohnen des 
Bal§a, Herren von Antivari, Budua und, wie es scheint, schon 
damals auch von Scutari; dieselben wurden (Juli 1361) Ehrenbttrger 
der Stadt und schlossen mit Ragusa einen Bund gegen Vojslav und 
die Cattarenser. Ein treuer Freund von Ragusa war dabei der neue 
Castellan der BalSici in Budua, Namens PovrSko (Pourescus, er- 



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127 

wahni 1361 — 1364); befreundet waren auch die Dulcignoten, damals 
n*ch nicht den BalSa's unterthan. 

Der Widerstand der Ragusaner musste den Caren auf andere 
Gedanken bringen. Ein Gesandter des Uro§ kam in die Stadt, urn 
Unterhandlungen einzuleiten. Das Consilium maius gab am 20. Juli 
1361 dem Rector nebst seinem engeren Rath (dem Consilium minus) 
die Vollmacht, mundlich und schriftlich dem „imperatori Sclauonie 
ad ambaxiatam, quam misit, per pulcriorem modum" zu antworten, 
sodann B imperatori et Volcasino" und Anderen nach Bedarf zu 
schreiben und dem „Marco ambaxiatori tt sein eigenes in Ragusa 
deponirtes Silber sowie „libras XV argenti uxoris Volcasinj* \ 
ohne Anstand auszuliefern. Hier horen wir zum ersten Mai die Namen 
von Mannern, die in den folgenden Jahren zu einer solchen Bedeutung 
gelangten. Der nachmalige Konig VlkaSin erscheint bereits als eine - 
hochst einflussreiche Personlichkeit am serbischen Hofe, und sein 
Sohn, der spatere Konig Marko, kommt (wahrscheinlich noch sehr 
jung) als Gesandter nach Ragusa und erhalt sein eigenes Deposit in 
ungemunztem Silber sowie das seiner Mutter, der „uxor Volcasini a , 
durch Courtoisie der Ragusaner zuriick. Anderen serbischen Grossen, 
wie dem ehemaligen Logofet Dusan's Georg, confiscate man damals 
dieDeposite ganz einfach „pro seruiciis guerre". Erwahnenswerth ist 
es noch, dass zugleich mit Marko, wahrscheinlich als sein Begleiter, 
ein gewisser Bogdan Chirisma aus Prizren in Ragusa eintraf, 
dem wir nach zehn Jahren wieder als des Konigs VlkaSin Protovestiar 
(Finanzminister) begegnen. 

Der Ursprung dieser von nun an so oft genannten Familie ist 
dunkel. Vlkafiin erscheint urkundlich zuerst in einem Stadtprivilegium 
von Cattaro, gegeben von Car Uro§ „sotto la fiumara de Scutari" 
angeblich 1355, jeden&lls zu Anfang seiner Regierung, und nur in 
einen italienischer tJbersetzung erhalten; unter den Grossen des Hofes 
tritt als Zeuge auch ein Celnik Vlkasin auf.*) VlkaSin's Bruder 
DgljeSa scheint schon in DuSan's Zeit zu einer grosseren Bedeutung 
gelangt zu sein ; im Juli 1346 finden wir ihn als Statthalter des Ge- 
bietes an der ragusanischen Grenze, „Vglessa baronus huius contrate 
nouiter missus a domino imperatore" (Mon. Rag. I. 235), aber nur 



*) Rad jugosl. akademije I. 148. In dem Privilegium, das Car Stephan Duian 
in Pristina 1351 der Stadt Cattaro verliehen hatte und das nur aus einer 
spatern Copie bekannt ist (Mon. serb. 151), heisst der Schreiber Vlkasin, 
aber in der genannten Bestatigung von Uros liest man n io Yucossau 
Bcrisse - , was mir richtiger zu sein scheint. 



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128 

fur kurze Zeit, urn dem Zupan Nenada Strachinic Platz zu machen. 
Spatere Nachrichten kennen die beiden Briider als Mrnjavcevici; 
bei Orbini (1601) sind sie die Sohne eines Edelmanns von Chlm 
Namens Margnaua, den Luccari (1605) Margna schreibt. Urkund- 
lich lasst sich dies nicht nachweisen, ausser dass in den J. 1280 — 
1289 em Kazntc (camerarius) Mrnjan (lat Mergnanus) als Beamter 
der Konigin Helena in Trebinje sass (Cod. Geno des Rag. Arch. f. 
71, 81, Mon. serb. 56). 

Die Mission Marko's hatte nur den E.folg, dass man die in Ra- 
gusa verhafteten Kaufleute aus Prizren mit ihren Waaren freiliess und 
dass der Handel mit dem inneren Serbien, dem Gebiete des Uros, 
wieder aufgenommen wurde. Der Friede mit Vojslav und Cattaro 
blieb aber noch fern. Vergeblich war der Mediationsversuch des bos- 
nischen benachbarten 2upans Sanko (im September), ebenso wie 
spater der des bosnischen Bans Tvrdko. Endlich legten sich die 
Venetianer in's Mittel, auf Bitten der von Ragusa und von den Balsici 
arg bedrangten Cattarenser, und beauftragten Paolo Quirini den Frieden 
zwischen Cattaro, Ragusa und Vojslav zu vermitteln. Die Ragusaner 
nahmen am 8. Janner 1362 die Vermittelung an, aber die in Cattaro 
in Gegenwart Quirini's und eines ungarischen Gesandten Bieliach 
Andrispan begonnenen Unterhandlungen zerschlugen sich bald ohne 
Resultat. 

Die Ragusaner strebten nun eine directe Verstandigung mit dem 
serbischen Hofe an. Ende April 1362 schrieben sie dem Caren, seiner 
Mutter, dem serbischen Patriarchen und einigen Baronen des Hofes und 
sandten, wohl in Folge einer gunstigen Antwort, am 19. Mai ihren 
Burger Radoslav 6imbic „ad Volchasinum et ad imperatricem 
ueterem", um mit deren Hiilfe die Unterhandlungen in's Werk zu 
setzen. Schon am 6. Juni erschien in der Ciuitas uetus (dem alten 
Epidaurum) in Canale Ivan Golubic als Gesandter des Uros, 
wurde von dort zur See in die Stadt geleitet und hatte in einer 
Sitzung des Consilium minus eine Besprechung mit Philipp von 
Zara, dem eben angekommenen Abgesandten des croatischen Banus, 
der dann gleich mit dem ragusanischen Gesandten Clemens de 
Dersa nach Cattaro „ad tentandam pacem" weiterreiste. Golubic 
vermittelte rasch einen Waffenstillstand mit den Trebinjern und Ca- 
nalesen, wurde Ehrenburger von Ragusa, und kehrte mit dem ragusa- 
nischen Gesandten Domanja Iskrica zurtick an das serbische Hoflager, 
das sich eben in den Gebirgen der Hercegovina befand. Dort kam 
Iskrica bald in eine unangenehme Lage: Uro§ liess nichts merken, 



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129 

ob er noch eine Gesandtschaft nach Ragusa senden wolle oder nicht 
and traf sogar Anstalten wieder in das Innere des Reiches aufzu- 
brechen. Die Ragusaner befahlen ihrem Gesandten (3. Juli) gegebenen 
Falles audi mit dem Caren mitzugehen, jedenfalls aber sich an die 
.dominam imperatricem ueterem et omnes baronos, videlicet illos, 
qai erant in curia" urn Unterstiltzung zu wenden. Aber schon am 
8. Juli borte man in Ragusa, der Car habe sich der Stadt auf eine 
Tagereise genahert, und liess in Befiirchtung eines Handstreiches die 
Festung Stagno stark besetzen. Jedoch bereits am folgenden Tage 
schwanden die Befurchtungen. Eine neue Gesandtschaft, Joannes de 
Bona und Joannes de Gondola, ging mit einem grossem Gefolge auf 
16 Kerden unter dem Schutze einer serbischen Escorte zum Caren 
ab und kehrte nach zehn Tagen mit den Bevollmachtigten des Caren, 
dem Logotheten Dejan und dem Bruder des vorigen Gesandten 
Gregorius Golubitf (schon 1346 am Hofe DuSan's, Theiner Mon. 
Hung. I. 734) zu definitiven Unterhandlungen in die Stadt zuriick. 
Im Laufe aller dieser Versuche fanden die Ragusaner eine wirksame 
Unterstiitzung bei einem jungen Edelmanne desHofes, Namens Lazar, 
der nach Jahren Fiirst von Serbien wurde und 1389 in der Schlacht 
auf dem Amselfelde fiel.*) Endlich nach Eintreffen des noch erhalte- 
nen Geleitsbriefes von Car UroS (Mon. serb. 173, Nro. 156.) ging am 
15. August die letzte ragusanische Gesandtschaft, Nicola de Sorgo und 
Joannes Nic. de Gondola, mit dem Stadtkanzler fur slavische Corres- 
ponded Qiue Parmesano (wie man sieht, dem slavisirten Nachkommen 
eines Italieners aus Parma) an den Hof ab. Am 22. August 1362 
wurde auf der Burg OnogoSt, dem heutigen Niksid, die Friedens- 
urkunde (Mon. serb. 169) von Car UroS unterzeichnet. Der Frieden 
zwischen Ragusa und dessen Verbundeten einerseits und Vojslav mit 
Cattaro andererseits wurde beschworen, die Handelsprivilegien neu be- 
statigt, die in Ragusa confiscirten Deposita und Guter der Cattarenser 
and Serben zuriickgegeben und fur kiinftige Falle bestimmt, dass 
jeder Streit zwischen Ragusa und den Grossen des serbischen Reiches 
Hicht durch Waffengewalt, sondern vor dem Richterstuhle des Caren 
nach Recht (po pravdS i po zakonu) entschieden werden solle. 

Mit Vojslav wurde 1363 die erneuerte „cara amicicia tt fleissig 
gepflegt, er selbst auf dem Schlosse Obod in Canale mit Wein, Orangen, 



*) Geschenk in Tuchern Lagaro, cons. rog. 4. aug. 1362. Lazar'„da Bua 
zonentnde appresso li imperadori di Rassia fa protectore della citta di 
Ragusa", liest man in der Commission der rag. Gesandten zu dessen Sohn 
Despot Stefan Lazarevic 9. Nov. 1417. 

Tr.: ItlMofie, d^Jepit a filologle. 9 



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130 

Seefischen etc. beschenkt und nach Ragusa eingeladen, was er aber, 
wie immer, ausschlug. Aber schon im December d. J. finden wir 
Vojslav todt; er starb vielleicht an der damals in dem adriatischen 
Kustengebiete verbreiteten Pest. Sein Gebiet erbte seine Wittwe, 
„domina comitissa, relicta quondam comitis Voyslaui", welche dann 
drei Jahre lang in jedem Herbst als Bevollmachtigte des Caren Uro§ 
den ublichen St. Deuietriustribut fur ihn iibernahm (urkundlich fest- 
gestellt fur 1364 und 1366). 

Die Autoritat des Caren erstreckte sich damals noch iiber Alba- 
nien: in den ragusanischen Acten lesen wir 1361 von „flumina et 
terre subiecte regi Rascie" bei Valona und Durazzo, und nach einem 
Schreiben von 1363 „tien e possede l'imperador de Sclauonia" die 
Flussmiindungen in der Nachbarschaft von Durazzo. Aber diese Herr- 
schaft war doch nur nominell. Um den factischen Besitz theilten sich 
dort die Bal&a's im Norden in der Zeta, der 1358— '- 1367 alsFreund 
der Ragusaner oft erwahnte Albanese Vlasio de Matarango, 
Herr der Mtindungen der Flusse Vrego und D&vol und Nachbar von 
Durazzo, und der kriegerische Karlo Topia (1363 sq.), der Neben- 
buhler der BalSa's, welcher einmal (1364) den Jura selbst gefangen 
nahm, 1366 unter Vermittlung des ragusanischen Gesandten Matteo 
de Bodaga mit den Herren der Zeta Frieden schloss, aber schon 
Anfang 1368 wieder gegen die drei am Matflusse gelagerten Brftder 
(Mon. serb. 177) in's Feld zog. Den Ragusanern lag zumeist an der 
Sicherheit des Handelsweges von den Hafen der Zeta iiber die Ge- 
birge nach Prizren. Am 20. Jiinner 1364 beschloss das Consilium 
maius eiligst eine Gesandtschaft „ad Volchasinum et ad illos de 
Balsa" zu senden, „quod caminum mercatorum sit apertum in eundo 
et redeundo". Man sieht daraus, an wen man sich in Serbien in 
solchen Fragen wenden musste. Im Februar 1364 kam ein Gesandter 
mit einem Brief des „imperator Sclauonie", Namens Dragoslav 
(wahrscheinlich derselbe, der 1357 und 1360 als Logothet des Uros 
genannt wird), dem schriftlich „per meliorem modum et pulcriorem* 
geantwortet wurde, ohne dass uns von dem Inhalt der Antwort etwas* 
bekannt ware. Im Marz lesen wir von einem Geschenk von 30 Perper 
an den Protovestiar des Caren Johannes Stechato, dem Namen 
nach wohl einem Lateiner aus Cattaro oder Antivari. Im October 
empfing, wie gesagt, die „ Comitissa" (Wittwe Vojslav's) den ublichen 
Tribut, „ secundum quod scribit dominus imperator". Im folgenden 
Jahre finden wir den Caren Uros am 11. Marz 1365 in PriStina, wo 
er eine Schenkung an das Kloster Chilandar auf dem Berge Athos 
bestatigte (Mon. serb. 171). 



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131 

Gegen Ende des folgenden Jahres (1366) gingen im serbischen 
Reiche grosse Veranderungen vor sich, von denen wir aus einigen 
ganz lakonischen Bemerkungen der ragusanischen Protocolle eine 
etwas nahere Kunde erhalten. Im October wurden die iiblichen Tri- 
bute ausgezahlt : am 4. d. M. iibernahm der Monch Serafim das zu 
Ostein fallige „tributum Stagni a fflr das Jerusalemer Kloster „se- 
cundum literas imperatoris Sclauonie" und am 26. (am St. Demetrius- 
tage) wurden die iiblichen 2000 Perper der Wittwe Vojslav's ausge- 
zahlt, nachdem sie durch ihren Boten die Vollmacht dazu, eine 
.littera imperatoris cum bulla leonis", eingesandt hatte. Wenige Tage 
darauf hatten die Ragusaner wegen desselben Tributs viel zu thun 
und zwar erkundigten sich nach ihm neben einander ein rex Scla- 
uonie und ein imperator Sclauonie. Am 13. November be- 
schloss das Consilium rogatorum dem rex Sclauonie nach dem (nicht 
verzeiehneten) Vorschlage „super facto tributi" zu antworten. Am 23. 
wurde einem Gesandten des „imperator Sclauonie" die Auszahlung 
des letzten Tributes an die Comitissa mitgetheilt, ihm der von ihr 
eingesandte Vollmachtsbrief mit der „bulla leonis" gezeigt und das 
von dem Gesandten gebrachte Schreiben des Caren „uerbis pulcriori- 
bus'schriftlich beantwortet. Am 27. November beschloss das Consilium 
rogatorum, mit Tags vorher eingeholter Erlaubniss des Consilium 
mains, dem „imperator Sclauonie" in Folge eines Schreibens von 
ihm „super facto doni" ein Geschenk von 200 Ducaten durch den 
Burger Maroe de Smalatiga zu ubermitteln. An demselben Tage 
wurde auch den Gesandten „domini imperatoris et domini regis" 
ein Geschenk von 10 Perper gemacht. Und wie der neue Rex neben 
dem Imperator hiess, erfahren wir aus einer Sitzung vom 3. Juni 1367, 
wo dem „domino Regi Rassie Volchassino" eine schriftliche 
Antwort gegeben wurde. 

Aus der Vergleichung dieser fragmentarischen Angaben mit an- 
deren aus der folgenden Zeit erhellt: 1. dass in Serbien im November 
1366 neben dem imperator Uros ein rex Volchassinus auftrat; 2. dass 
der neue Konig VlkaSin von den Ragusanern gleich den iiblichen St. 
Demetriustribut fur sich verlangte, was ihm jedoch verweigert wurde ; 
3. dass Car Uros, nach dem Auftreten VlkaSin's seiner Macht und seiner 
Einkunfte beraubt, bei den Ragusanern gleich seine legitimen Rechte 
auf den letzten Tribut geltend machte, worauf ihn die Ragusaner 
beruhigten, indem sie auf die letzte an die Comitissa vor wenigen 
Tagen erfolgte Auszahlung laut seines eigenen Vollmachtsbriefes, den 
sie in den Handen hatten, hinwiesen; 4. dass der entthronte Uros selbst 

9* 



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132 

die Ragusaner urn ein Gescbeuk bat und dass die Stadt seine Bitte 
erfiillte. Dass in den folgenden Jahren nicht nur der St. Demetriustribut 
stets an Uro§ gezahlt, ^sondern selbst das tributum Stagni an die 
Monche von Jerusalem immer nur gegen Vorweisung einer Vollmacht 
von dem „iniperator Sclauonie" ausgefolgt wurde, ist, wie ich noch zeigen 
werde, durch die ragusanischen „Diuersa Notarie" dieser Zeit sicher- 
gestellt und ausserdem durch zwei Zeugnisse aus dem Jahre 1403 
bestatigt. 

Diese Veranderungen hatten bald einen Wechsel in den serbi- 
schen Gebieten an der Grenze von Ragusa zur Folge. Im Sommer 
1367 befehdeten einander nahe der Stadt, in den Gebieten von Chlm, 
der bosnische Ban Tvrdko und sein Bruder Stephan oder Vlk, wobei 
die Ragusaner die Rolle der Friedensvermittler tibernahmen; Tvrdko 
kam personlich in die Stadt und unterzeichnete hier am 1. Juni ein 
neues Privilegium (Mon. serb. 176). Gegen Ende October ging ein 
Sturm auf der serbischen Seite los. Ein Neffe Vojslav's, der Zupan 
Nikola Altomanovid, welcher bisher in dem fernen Gebiet von 
Rudnik geherrscht hatte, eroberte das Land der Comitissa. Dieselbe 
wird am 5. October zum letzten Mai erw&hnt; ob sie, wie Orbini 
(p. 282) erziihlt, mit ihren beiden Sohnen ein trauriges Ende im 
Kerker Nikola's fand, sei es durch Gift, sei es durch lange Haft, ist 
aus den gleichzeitigen Urkunden nicht ersichtlich. Vom 31. October 
an sammelten die Ragusaner ihre Streitkrafte im Brennothale und 
in Stagno, meldeten aber schon am 11. November dem Banus von 
Dalmatien, die Gefahr sei gewichen, wie denn audi gleichzeitig mit 
dem neuen Grenznachbarn friedlich unterhandelt wurde. Die Sturme 
waren aber nicht zu Ende. Noch vor Anfang December fiel Zupan 
Sanko, in Popovo weilend, vom Ban von Bosnien ab, um sich dem 
siegreichen Nikola Altomanovic anzuschliessen ; drei ragusanische 
Gesandtschaften nach einander mahnten Freund Sanko, er moge dieses 
Beginnen aufgeben, denn der „triumphus istius Nicolai" sei nur »ad 
tempus et nullo modo est diu duraturus", dagegen „ dominium ba- 
natus Bosne est perpetualis", und bemuhten sich, wegen der Storung 
des Handels sehr besorgt, ihn mit Tvrdko wieder zu versohnen. 

Zu gleicher Zeit, am 12. Janner 1368 wurde dem „imperator 
Sclauonie" der zuletzt fallige St. Demetriustribut (fur 1367) ausge- 
zahlt; ein halbes Jahr zuvor, am 6. Juli 1367, hatten die Monche 
das „ tributum Stagni" nach Vorweisung eines Briefes „a domino 
imperatore Sclauonie" erhalten (L. Ref. 1367, Fragmente im L. Ref. 
1350). 



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133 

Im Janner 1368 beginnt die lOjahrige Lucke in den Protocollen 
der Ragusaner Consilia, fur welche uns aber die erhaltenen notariellen 
Biicher und Correspondenzen einen, allerdings nur fragmentarischen, 
Ersatz bieten. 

Im Juni 1368 schrieb Car UroS den Venetianern, Jura de Balsa 
sei sein „rebellis B , was die Republik bewog dem Jura zu verbieten, 
Rriegsschiffe auf dem Meere zu halten, da Venedig auf Grund der 
Freundschaftsvertrage mit dem serbischen Herrscher keinen Feind 
desselben unterstiitzen dtirfe (Ljubid, Mon. IV. 93). In demselben 
Jahre kam 2upan Nikola Altomanovic nach Trebinje und Canale. Als 
ihn die Ragusaner als Nachbarn in gewohnter Weise mit einer Ge- 
sandtschaft und Geschenken willkommen hiessen, verlangte er den 
serbischen St Demetriustribut fur sich, was ihm aber rundweg als 
eine ungerechte Forderung verweigert wurde, da dieser Tribut seit 
jeher stets nur dem Caren von Serbien und keinem Grossen des 
Reiches gezahlt worden sei. Nikola war sehr bose dariiber und die 
Ragusaner, welche seine Stimmung kannten, stellten gleich Wachen 
an ihrer Grenze auf. 

Im J. 1369 wurde am 3. August in Ragusa dem Jerusalemer 
Monch Methodius der gewohnte Tribut von Stagno eingehandigt, 
als er einen Brief vom „imperator Sclauonie" vorzeigte. Im September 
sandte der „dominus imperator Raxie* einen Gesandten nach Venedig, 
•rogando nos (die Venetianer), ut sua civitas Catari, obsessa per 
mare et per terram a Jura de Balsce rebelle suo, sit nobis commen- 
data, ne veniat ad manus dicti Jure 8 , worauf die Venetianer durch 
ihren Gesandten einen Friedensvertrag zwischen Cattaro und den 
Bal&idi zu Stande brachten (Ljubid Mon. IV. 95, 98). Im November 
weilte Zupan Nikola in Vitaljina an der Kiiste von Canale, ordnete 
allerlei Geschafte mit den Ragusanern (Div. Cane. 1369, cf. Pucic, 
Spomenici II. 24, 25), forderte dabei von Neuem den Tribut, erhielt 
aber dieselbe Antwort, wie im vorigen Jahre. Den St. Demetrius- 
tribut fftr dieses Jahr iibernahm sodann am 5. Februar 1370 in 
Ragusa Gregorius Stechat (wohl ein Verwandter jenes Johannes 
Stechat, der 1364 als Protovestiar des Caren UroS erwahnt wird) als 
„nuntius et procurator ad infrascripta domini Orossii impera- 
toris Rassie (Div. Cane. 1369). 

tber die gleichzeitigen Verhaltnisse von Ragusa zu Konig Vlkasin 
ist uns leider wenig bekannt. Erst 1370 entschloss sich die Stadt 
ihn um ein Handelsprivilegium zu ersuchen, und zwar um die Be- 
stStigung des ausfiihrlichen Chrysobulls des Caren Stephan vom Jahre 



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134 

1349, das auch Uro§ 1357 bestatigt hatte. Konig VlkaSin empfing 
die ragusanischen Gesandten Michael de Babalio und Jacob de Sorgo 
auf seinem Schlosse Brod in der Landschaft Porec, sudwestlich von 
Skopje im Thale der Treska, und erfullte deren Wunsch durch einen 
sehr freundschaftlich stylisirten Freibrief, der vom 5. April 1370 
datirt ist (Mon. serb. 179). 

Im Herbste 1370 reclamirte 2upan Nikola die Tributzahlungen 
fur sich mit noch grosserem Nachdruck und als die Ragusaner sich 
abermals weigerten seinem Wunsch nachzukommen, brach sein „ve- 
xillifer" Radin Dubravcid mit einem zahlreichen Heere gerade zur 
Zeit der Weinlese in die Astarea ein und verwustete das Stadtgebiet 
in einer so schrecklichen Weise, wie es bei alien friiheren Fehden 
zwischen Ragusa und den benachbarten Slaven nie vorgekommen war. 
Die Ragusaner mussten ihre Gefangenen urn 4000 Ducaten loskaufen 
und schatzten ihren Schaden auf 30.000 Ducaten; noch nach 16 
Jahren (1386) wird in den Stadtbiichern eine Commission erw&hnt 
„ad satisfactionem dampnificatorum tempore Nicolai de Altimano". 
Die Ragusaner beschwerten sich bei dem Konig Ludwig von UngarnJ; 
dieser befahl seinem Ban von Ma6va (an der serbischen Seite der 
unteren Save) Nicolaus de Gara zu interveniren, doch der Abgesandte 
desselben Rozdi Miklos richtete nichts aus, denn der Ban selbst 
war, wie die Ragusaner schrieben, „grandissimo amigo de zuppan 
Nicola". Eine umstandliche Schilderung aller dieser Vorfalle findet 
sich in der Commissio der ragusanischen Gesandten nach Ungarn 
vom 24. Marz 1371 (herausg. von Matkovid, Starine der sudsl. Aka- 
demie I. 174 — 178), voll von Klagen uber die Ungerechtigkeit, Treu- 
losigkeit und den Hochmuth Nikola's und iiber den Verfall des Handels 
in Serbien „per la division degli baroni", bei den dortigen Fehden 
und anarchischen Zustanden. 

Im J. 1371 wurde der Kampf fortgesetzt. Die Ragusaner, zu 
schwach zum Landkrieg, blokirten zur See die Kiiste des Landes 
Nikola's von Brenno bei Ragusa bis Risano. Im Sommer folgten die 
Ereignisse rasch nach einander. In Folge der tJbergriffe des Bogdan, 
Sohn des Rajko Chirismich, Protovestiar Konig Vlka&n's, und seiner 
Beamten auf dem Markte von Prizren, erhielten am 10. Juni Pasquale 
de Ragnina und der am koniglichen Hofe schon bekannte Jacob de 
Sorgo den Auftrag zu VlkaSin zu reisen, „alla Scopia et dalla ingu 
inver Prisren ad alguna delle sue corte a , und sich gegen die Ver- 
letzung des jungst erhaltenen Privilegiums zu beschweren. Ob die 
Gesandtschaft wirklich abgereist ist, bleibt dunkel. Nach einigen Tagen 



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135 

traf namlich in Ragusa ein Schreiben ein, gegeben in dem St. Michael- 
kloster in dem aussersten Sudwinkel des mittleren Bassins der Bocca 
di Cattaro (j. Prevlaka), in welchem Andrea Pastrovid, Edeluiann der 
Balsa's, eine wichtige Nachricht meldete. Jura de Bal§a mit Konig 
Ylkasin und dessen Sohn Marko seien mit ihrem Heere unter den 
Mauern von Scutari gelagert, um von dort iiber OnogoSt (Niksi<5), 
also durch das heutige Montenegro, oder in einer anderen Richtung 
den Zupan Nikola anzugreifen*): die Ragusaner sollten ihre Schiffe 
bereitstellen, um das Kriegsvolk Jura's in die Lander Nikola's hin- 
uberzusetzen, wohl von St. Michael iiber den Golf nach Dracevica 
(die Umgebung des j. Castelnuovo) und nach Canale. Sogleich (zwischen 
dem 10. und 26. Juni 1371) ging Paul de Georgi als Abgesandter der 
Ragusaner nach St Michael zu Andrea Pastrovi6 und zu dem zweiten 
Befehlshaber Jura's, dem Kefalia Radic, um die Einzelheiten in 
Bezug auf die Uberfuhrung des Kriegsvolkes zu besprechen, dabei 
vor jeder Feindschaft gegen die Cattarenser zu warnen und ausserdem 
zu erkunden, welche „signori et chaporali a sich bei Jura befinden, 
wie gross das Heer sei, das oben durch das Gebirge (la via di sd) 
ziehen soil und wann es ausriicken werde. 

Kam der Zug zu Stande? Die wenigen erhaltenen Briefe der 
„Lettere e Commissioni" aus dieser Zeit lassen uns daniber ganz 
im Dunkeln: wir lesen von einer Sendung an den croatischen Comes 
Ivan Neliepcid um Kriegsvolk nach Stagno vom 5. Juli, von der Fort- 
setzung der Blokade des Gebietes Nikola's mit Instruction vom 
22. Juli, dann eine Commissio fur den Capitan der Streitkrafte in 
Stagno vom 29. September u. s. w., aber von Vlkasin und Jura kein 
Wort mehr. 

VlkaSin musste sich bald nach Osten wenden. Die Tiirken nahmen 
nach der Eroberung von Kallipolis eine Stadt Thrakiens nach der 
andern und schoben sich wie ein Keil zwischen die Byzantiner, die 
Bulgaren und die in Makedonien gebietenden Serben. Die Wieder- 
eroberung von Kallipolis durch die Expedition des Grafen Ama- 
deos von Savoyen 1366 brachte den bedrangten Byzantinern nur 
eine kurze Erleichterung, denn die Turken setzten nach dem Abzug 
des Amadeus ihre Feindseligkeiten fort und verlangten die Riickgabe 
von Kallipolis. In diese Zeit gehort die Rede des Demetrios Kydonios, 



*) Jura con Misser lo Re Volchassin et con Marco suo fio con le lor 
hoste son suta Scutari et va soura cupan Nicola o in Anagast ouero doue 
lo porra trouar. Lett, e Commissioni di Lev. 1359—1380 f. 7J. 



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136 

in welcher derselbe seine byzantinischen Landsleute beschwort das 
von dem Grafen (rf x6(itig) kaum eroberte Kallipolis, den Schliissel 
von Byzanz, nicht so leichtfertig aus den Handen zu lassen, und den 
Antrag der eben anwesenden serbischen (naQcc tcSv Tgificcltiv) Ge- 
sandtschaft anempfiehlt, welche einen Bund gegen die Turken anbot 
(xoivjj vovq xoivadg note(iiovQ diivvaafrai) und zu diesem Zwecke 
auch Subsidien in Aussicht stellte (Dem. Ctydonii Oratio de non red- 
denda Callipoli, Migne, Patrologia vol. 154 p. 1034). Diese serbischen 
Unterhandlungen mit den Byzantinern fQhrte VlkaSin's Bruder, der 
Despot Uglje§a, der in Seres residirte; er hatte im Mai 1371 eine 
kirchliche Versohnung zwischen den Griechen und Serben zu Wege 
gebracht (Acta patr. I. 553) und wird von dem gleichzeitigen Monch 
Isaias (Miklosich, Chrest. palaeoslov. 74) geradezu als Urheber des 
folgenden Zuges bezeichnet. Es scheint, dass die tfirkische Eroberung 
von Adrianopel, die wahrscheinlich viel spater fallt, als man ge- 
wohnlich annimmt, das Eingreifen der damals liber ganz Makedonien 
herrschenden Serben beschleunigte. VlkaSin und UgljeSa unternahmen 
im Herbst einen Feldzug gegen die Turken, welcher keineswegs aus 
dem Gebiete Ugjje&a's l&ngs der See nach Dimotika (tiirkisch seit 
Nov. 1361, Villani X. 78) und Sttd-Thrakien, sondern fiber Philip- 
popel gerade nach Adrianopel fuhrte. Einen Tagemarsch vor dieser 
Stadt wurden sie bei CrnomSn (ItsQvoptavov der Byz., jetzt Cirmen) 
am rechten Ufer der Marica geschlagen und fanden beide den Tod 
auf dem Schlachtfelde. Das genaue Datum der Schlacht in den ser- 
bischen Annalen, Freitag den 26. September 1371, scheint verlasslich 
zu sein. 

Uro§ iiberlebte den Konig VlkaSin, allerdings nur fur kurze 
Zeit. Zwei Wochen nach der Schlacht kam ein Jerusalemer Monch 
nach Ragusa, um mit ausdriicklicher Bewilligung des „imperator 
Rassie" (dem noch kein quondam beigesetzt ist) das tributum Stagni 
zu empfangen, das ihm in zwei Raten, am 15. October und 3. No- 
vember 1371 ausgezahlt wurde. Die Notiz im Buche „Diuersa Can- 
cellarie 1371" lautet, wie folgt: w Die XV dicti mensis (October) 
frater Romanus Pricossa, caloyarus Jerosolimitanus, facit manifestum, 
quod ipse tanquam nuncius et procurator Jerosolimitanorum cum 
expresso consensu et voluntate Imperatoris Rassie 
fuit confexus (sic) et contentus habuisse et recepisse a Luxa de Ba- 
raba, camerario communis Ragusii, soluente nomine dicti communis 
pro tributo Stagni perperos ducentos L presentibus Ser Lodoyco 
Cornario et Johanne Bono Rinbaldo de Venetiis et magistro Michaele 



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137 

cyrnyco, testibus ad premissa vocatis et rogatis. — Die in mensis 
nouembris Vinie indictionis frater Romanus predictus fuit confexus 
babuisse et recepisse a camerario communis perperos ducentos quin- 
quaginta pro integra solutione tributi de Pasca anni domini mille- 
simo m c LXX presentibus magistro Christoforo, magistro Michaele 
medicis et Nicoletto Meliorate. a Zur Erklarung der chronologischen 
Daten bemerke ich, dass die ragusanische Kanzlei ihr Jabr „a nati- 
yitate domini a (25. December) rechnete und dass ihre indictio 
nona (wie aus den Lett e Commissioni 1359 — 1380 zu ersehen ist) 
von Weihnachten 1370 bis Weihnachten 1371 reichte. Dass der dem 
Kalngjer Roman iibergebene Tribut dem J. 1370 und nicht 1371 ge- 
horte, erkl&rt sich daraus, dass der letzte nach den Div. Cone, aus- 
gezahlte dem J. 1369 angehort hatte und die Ragusaner in ihrer 
Bedrangniss durch Zupan Nikola lieber eine Jahresrate statt zwei 
zahlten. 

UroS starb im December 1371. Die von Jagid (Archiv far slav. 
Philol. II. 108) herausgegebene Handschrift des altesten serbischen 
Annalentextes erzahlt, wie UroS, „obwohl er durch die Vertreibung 
von der Carenwurde seines Vaterlandes gelitten hatte, dennoch in- 
mitten seines Landes in seinem Lande und in der Carenwiirde sich 
zu Gott begab, im Jahre 6880 am 4. December (ware also 1371), 
eine grosse Trauer dem Serbenlande hinterlassend ; in demselben 
Jahre vor dessen Tode (v tozde prSzde togo prfestavlenia 16to) 
wurden Konig VlkaSin und Despot UgljeSa, die ihn vom Carenthum 
vertrieben hatten, von den Sohnen Ismails mit einer sehr grossen 
Menge ihrer Heere erschlagen, an dem Marica genannten Flusse." 
Andere" Annalentexte verlegen den Todestag des UroS auf den 2. 
oder 9. December, aber stets auf einen Donnerstag (vgl. Sto- 
janovid, Sammlung serb. Annalen, Glasnik Bd. 53 p. 66). Diese Tages- 
angabe bestatigt das Datum des genannten Annalentextes bei Jagic: 
der 4. December 1371 war in der That ein Donnerstag. 

Das folgende Jahr 1372 brachte grosse Sturme. Am 14. Mai 1372 
schrieb Papst Gregor XI. an Konig Ludwig von Ungarn, die Tiirken 
seien in einige ^partes Grecie" (d. h. des byz. Reiches) eingedrungen, 
und hatten sich „subactis quibusdam magnatibus Rascie" 
den Grenzen Serbiens, Ungarns und Albaniens, ja dem Adriatischen 
Meer genahert (Theiner Mon. Hung. II. 115). Damit war die Unter- 
werfung der serbischen Herren Makedoniens gemeint, besonders des 
Sohnes VlkaSin's, des Konigs Marko, der von nun an bis zu 
seinem Tode (1394) als Herr von Skopje und Prilep Vasall des 



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138 

Sultans blieb. In Serbien selbst sollen damals nach Orbini (p. 278) 
Lazar, Nikola Altomanovid und die BalSici das Ungluck VlkaSin's aus- 
gebeutet und viele seiner Lander an sich gerissen haben, die Bal- 
§i<5i vor Allem Prizren. Diese Angabe des um 200 Jahre spateren 
Ragusaners wird bestatigt durch eine Notiz der „Diversa Cancellarie a 
vom 10. September 1372, wornach die ragusanischen Kaufleute „in 
Prisreno", als „Jura cepit castrum dicti loci" dem Jura de Balsa 
vier Panzer (coracias) im Werth von je 5 Pfund Silber als Geschenk 
dargebracht hatten, eine Auslage, die auf die „ capita domorum mer- 
catorum, qui tunc habitabant in Prisreno" vertheilt wurde. 

Mit Nikola AltomanovicS hatten die Ragusaner inzwischen einen 
Waffenstillstand geschlossen, der im Frubjahr oder Sommer 1372 zu 
einem Friedensvertrage fuhrte, in welchem sich die Stadt verpflichtete 
den St. Demetriustribut nun nach des Caren Uros Tode ihra zu 
zahlen. Wenigstens wurden die 2000 Perper am 27. October 1372 
(Div. Cane.) den Bevollmachtigten des 2upan Nikola, St£po§ Masnovic 
und Dobrovoj Zubec aus Dracevica iibergeben. 

Nikola blieb nicht lange in dem Besitz von Trebinje und Canale, 
die damals sein Kefalia Obrad Zorka (Sorcha, Siorcha) verwaltete. 
Noch am 16. Mai 1373 (in den Lett, e Commiss. di Levante 1359-80 
f. 80' und 81 zwei Concepte, aber nur der kiirzer gefasste datirt) 
klagten die Ragusaner dem Konig Ludwig von Ungarn, dass die Ve- 
netianer bei Jura de BalSa und Nicolaus de Altomano um Hulfe- 
truppen gegen den Konig und gegen den Herrn von Padua ansuchen 
und dabei dem Nikola das ragusanische Stagno, dem Jura die Stadte 
Cattaro und Durazzo versprechen, nebst der Aufforderung an Beide, 
mit Hulfe einer venetianischen Flotille, Ragusa selbst zu Lande zu 
belagern. Aber dazu kam es nicht. 

Im Sommer darauf scheint Nikola die Gebiete von Trebinje und 
Canale dem Jura de BalSa freiwillig abgetreten zu haben. Am 30. No- 
vember 1373 kam Jura personlich nach Ragusa und beschwor in der 
ecclesia S. Mariae Maioris einen Freundschaftsvertrag (Mon. serb. 183), 
dem zu Folge- die Ragusaner den St Demetriustribut ihm zahlen 
sollten, so lange er „Herr dieses Kiistenlandes um Ragusa herum" 
sein und so lange es keinen Caren in Serbien geben werde. In den 
„Diversa Cancellaria erscheint Jura de Bal§al374 — 1377 thatsachlich 
als Landesherr des benachbarten Gebietes, lasst durch seinen Kefalia 
in Canale Radic Jurjevid sich den Tribut auszahlen, kommt personlich 
nach Canale, schlichtet allerlei Grenzhandel usw. Inzwischen wurde 
2upan Nikola 1374 von Knez Lazar in Uiice besiegt, gefangen und 



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139 

geblendet (serb. Annalen, Glasnik 53 p. 71) — die „destructio 
Nicola zupani", deren in spateren ragusanischen Acten gedacht wird. 
Der Verbiindete Lazars, der bosnische Ban Tvrdko, tritt dann seit 
Nenjahr 1375 auch gegen Nikola's Freund Jura de BalSa feindlich 
anf und die Ragusaner baben vollauf zu thun, um es rait keinem der 
beiden benachbarten Herren zu verderben. Um ihre Neutralist zu 
wahren, schrieben sie (25. Janner 1375) ihren Gesandten bei Tvrdko, 
Jura sei ein „homo furioso et chi non possede rason," mit dem 
man sehr vorsichtig sein mtisse, und befahlen (23. Febr. 1377) ihrem 
Gesandten bei Jura, er soil ihm sagen, sie hielten sowohl ihn als 
Tvrdko fur Freunde und wollten „niente inpagar de questi seruiQii", 
insbesondere in die geheimnissvollen Unterhandlungen eines bosnischen 
Beamten des Tvrdko, Namens Crassoe, mit den Trebinjern, die den 
Jura offenbar sehr aufgebracht hatten. 

Im J. 1378 sehen wir das ganze Kiistenland bis zum Golf von 
Cattaro in den Handen des Stephan Tvrdko, aber nicht mehr als Ban 
von Bosnien, sondern als Konig von Serbien und Bosnien. 
Im Lager von „2rnovnica (Brenno) vor der Stadt Ragusa" schloss er 
am 10. April einen Vertrag mit den Ragusanern, dem zu Folge der 
.serbische Tribut" (dochodBk srbski) von 2000 Perper am St. Deme- 
triustage von nun an ihm gebuhrte, aber nur so lange als er Herr 
.dieses Kustenlandes, von Trebinje, Canale und Dracevica" sein werde 
i Mon. serb. 188). Und so blieb es bis zum Fall des bosnischen Reiches ; 
den „serbischen Tribut" von 2000 Perper bezogen die Konige von 
Bosnien, und noch der letzte von ihnen erneuerte 1461 (Mon. serb. 
487) die Vertrage mit Ragusa sammt der Bestimmung uber die jahr- 
liche Entrichtung des iiblichen St. Demetriustributs. 

In den nachsten Jahrzehnten finden wir in den Denkmalern von 
Ragusa noch einige verlassliche Nachrichten iiber VlkaSin und UroS. 
Konig YlkaSin hatte bei Lebzeiten in Ragusa einen Schatz deponirt. ^ 
Sach seinem Tode meldete sich fast 24 Jahre Niemand um dessen 
Ausfolgung, so dass die „denarii quondam regis Vulcha- 
sini" zeitweilig in schweren Zeiten zur Stadtbefestigung, Schiflfbau ( 
usw. in Anspruch genommen wurden. Endlich, nach des Konig Marko 
Tod (f 1394), kamen zwei Sohne VlkaSin's nach Ragusa, DimitraS, 
Dymitrius oder slawisch Dmitar Kraljevid und ein zweiter, 
dessen Name nicht verzeichnet ist, wohl der in der Urkunde 1370 
(Mon. serb. 180) genannte Andreas. Dieselben waren in ihrer 
Nothlage sehr erfreut, als ihnen in Ragusa zwei Drittel des von 
ihnen, wie es scheint, vergessenen vaterlichen Deposits ausgezahlt 



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140 

wurden, trad reisten nach Ungarn, wo sie (wie eine Commissio vom 
19. Febr. 1423 sagt) B Brod fanden" (trovaron pane) DimitraS kam 
1399 als Gesandter des Konigs Sigmund nach Ragusa, um den ublichen 
ungarischen Tribut abzuholen, und erscheint (Glasnik Bd. 49 p. 38) 
1404 und 1407 als Comes des Zarander Comitats und koniglicher Ca- 
stellan auf der Burg Vilagos. Im J. 1399 erhielt er in Ragusa 
„ partem depositi, quod posuit ipse dominus rex Volchassin, que 
spectabat Marcho eius fratri, probando ipso Dymitras nobis, 
quod ipse Marchus non dimisit heredes legitimos" (cons, 
rog. 6. aug., cons, minus 2. sept. 1399, L. Ref. 1397—1399). 

Interessante historische Beispiele aus jftngst vergangener Zeit 
enthalten zwei ragusanische Instructionen aus dem J. 1403, wo die 
Republik ihre Gesandten in Bosnien anwies, im Laufe der Verhand- 
lungen mit den benachbarten slawischen Herren bei denselben die Er- 
innerung an allerlei Sltere Vorkommnisse wachzurufen. Paul de Gon- 
dola hatte laut seiner Commissio vom 10. Juli 1403 dem bosnischen 
Konig Ostoja eine Menge Vorfalle aus der Geschichte des alten Ban 
Stephan, Konig Tvrdko, Konig Dabifia, Car Stephan (Du&an), Georg 
Bal&id, Zupan Sanko, Vojslav, Nikola Altomanovid usw. zu citiren, 
darunter auch „come lo imperator Urosso perdi tutto 
et Ragusa li remaxe et lo tributo infin in vita sua, 
lo qual demo mo al Re a und wie die Sohne Ylka§in's nach 
dessen Tode durch das von Ragusa treu bewahrte Deposit gefordert 
wurden. Desgleichen hatten die Gesandten Michael de Resti und 
Francho de Baseglio laut ihrer Commissio vom 16. November 1403 
demVojvoden Hrvoja einen solchen historischen Spiegel vorzuhalten, 
darunter auch folgendes : „Et quello so fio (d. h. des Caren Stephan) 
Uros perde la signoria et niente non li remaxe, sollamente 
Ragusa fo chaxa soa, saluandoge lo tributto et reQeuando infi- 
niti danni dal conte Voyslauo et zupan Nicola, li qual vo- 
lean tuor al. ditto Uros quello poco, che li era remaso 
in nuy; et nuy considerando lo grande amor, che porto lo so 
padre a questa nostra cita, nuy non volessemo consentir de 
darlo, saluo al ditto Uros so fiol, soffrando inanci de molti 
danni, come podesti sauer. Ancora lo Re Volcassin tolse Ragusa 
per caxa sua et li soi fiolli non remaxe cum altro, saluo cum quello, 
che habe in Ragusa, et cum quello se mantene et insi doi deli ditti 
fioli cum honor de Ragusa" (Lett, e Comm. 1403—1410). 

Diese Erinnerungen sind niedergeschrieben 33 Jahre nach dem 
Tode des Konigs VlkaSin und des Caren Urofi, als noch zwei Sohne 



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141 

Vlkasin's und unter den Nobiles von Ragusa und dem Adel von Bos- 
nien noch gar viele alte Gewahrsmanner lebten, welche diese Zeiten 
aus eigener Erinnerung sehr wohl kannten. Nirgends findet man 
darin eine Andeutung liber ein gewaltsames Ende des letzten Neman- 
jiden, und kein Schatten fallt auf das Andenken des Konigs VlkaSin. 
Ein oben angefuhrtes gleicbzeitiges Document zeigt iiberdies klar, 
dass Uros seinen angeblichen Morder wirklich noch iiberlebt hat. 
Das Ende der Dynastie des Stephan Nemanja haben erst spatere 
Lieder und Sagen ausgeschmlickt mit der Erzahlung von dem tra- 
gischen Tode des letzten serbischen Caren durch die Hand seines 
Hoflings, des Usurpators Konig VlkaSin. 



10. 
Dv£ bally dan* do Kutn6 Hory r. 1401 a 1403. 

Cetl dr. J. Kalousek dne 9. listopadu 1885. 

Ve tfidnlch schfizkdch dne 23. kvStna i 27. cervna 1881 m£l 
jsem cest cfeti svoji rozpravu „0 historii kalicha v dobdch predhu- 
sitskych," kter£2 vySla tiskem v programe obecnfho realn6ho gymnasia 
Malostransk6ho 1881. V Zasedacich Zpr£v£ch 1881 str. 235 — 238 
uvefejnen z nl strafing v^tah jazykem nSmeckym. Ukizal jsem tam, 
na jakych klamnych z&kladech spocfvd minenf dosti roz§fren6, jakoby 
pfijfm£ni pod obojf zpftsobou, ktevGZ a2 do dvan&ct6ho v£ku b^valo 
vgude obycejem v obecn6 clrkvi, bylo v Cechdch se zachovalo bez pfe- 
ruienl ai do sklonku XIV. veku. KaliSnicky kn£ z Bohuslav Bilejovsky» 
jeni ve sv6 Kronice Cesk6 Cfrkevnf r. 1532 sepsan6 tento n&zor 
poprv6 vyslovil, hledfel jej znamenitS podepfiti bullou papeZskou, kterou 
pry m6stan6 KutnohorStf „pfi letech 1390" obdiieli od papeie Boni- 
fecia IX., aby mohli pfijfmati pod zpflsobou chleba i vlna. Bllejovsky 
ovedl cel6 zngnl t6 bully cesk^m pfrekladem, av§ak bez datum. 
V dotceng rozpravS sv6 dal jsem otisknouti tento text Bflejovsk6ho, 
a vedle neho poloiil jsem starf, ponfekud chatnrf ceskf pfeklad bully, 
kterou pape2 Bonifacius IX. dne 16. dubna 1401 dal Kutnohorskym, 
a jejlz obsah srovnivd se s textem Bilejovsk6ho, av§ak o pHjfm£nf 
pod obojl zpftsobou ani se nezminuje. Prvopis bully, o kterou jde, 
ztratil se, jak se zdd, v Kutn6 Hof e ji2 ddvno, a r. 1881 nemohl 



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142 

sem se tam dopfditi ani latinskGho opisu, pro£e2 vzal jsem tehdd£ 
za vd&k dot£enym cesk^m pfekladem. 

Od t6 doby nalezl p. Jan J. ftehdk, professor realnych §kol 
v Praze, ve sblrce nejvzdcnej§fch listin archivu Kutnohorsk6ho vidimus 
krdle Vladislava ze dne 13. bfezna 1479, ve kter6m jest opsdna bulla 
zde mfnSnd z r. 1401 i jind dand 16. dubna 1403. P. prof, ftehdk 
zapftjcil mnS svftj opis tohoto vidimusu k opsdnf, zace2 jemu vzddvdm 
povinn6 diky. Opis m61 na jednom mfstfi patrnou mezeru, proceS 
zajel jsem si schvdlne do Kutn6 Hory, abych jej srovnal s originalnym 
vidimusem Vladislavovym ; shledal jsem, ie ona mezera nachdzf se 
tak6 ve vidimuse, a 2e tak6 nekolika jin^ch chyb, kter6£ ostatnS smyslu 
neruSf, dopustil se plsaf v kanceldH krdlovskS, kteryi, jak souditi lze 
z livodu i ze zdvSrku, nebyl tuze vybornym latindfem. 

Bflejovsk^ dovolil sobe zfalSovati prvejSf bullu, vsuv do sv6ho 
pf ekladu nekterS prfdavky, kterych ke sv&nu licelu potfeboval. Poda- 
ftlo se mu podv6sti nemaly pocet historikfi, kteffz vytvofili sobe na 
torn klamn6m zdkladS zvldstnf, ovsem mylny ndzor o pfivodu a pff- 
cindch hnutl husitskSho. Bdjenot, 2e jako v Cechdch zachovalo se prf 
prijfmdnf pod obojl zpftsobou ai do casft Husovych, tak zflstaly zde 
v oblibS tak6 jin6 m6ne dflle2it6 rozdfly, jimiz konservativnd cfrkev 
v^chodni v2dy vice lisila se od pokracujfcfho katolicismu zdpadnfho, 
a zvldStnosti tyto jako2 i pamSt na apostolovdnf ss. Cyrilla a Metho- 
d6je ponoukaly pry Cechy ke stdl&nu odporu proti ftlmu. V feteze 
mylnych o torn domnenek a usudkfi* je2 jsem objasnil v rozpravS 
svrchu uvedenS, dfilezitG mlsto zaujfind bulla od Bflejovsk6ho inter- 
polo vand, kterouS on sdm poklddal za „pecef znamenitou zave§enou a 
ku klamn6 t6 soustave. Authenticky text bully z r. 1401 nabyvd tudy 
dftlezitosti, jeito jfm se dokazuje podvod BflejovskSho a lichost kisto- 
rick6ho ndzoru, jehoi on jest pftvodcem. Druhd bulla, dand r. 1403, 
jest t6i zajfmavd, nebot objasnuje neobycejn6 ano podivn6 pomSry 
sprdvy duchovnf, jakd frfvala v Kutn6 Hofe za doby pfed vypuknutlm 
vdlky husitsk^. Pro6e2 predkldddm zde cely vidimus Vladislavftv 
s obema bullami do n£ho vepsanymi, a pficinlm k tomu nekterS po- 
zndmky. Pod cdrou uvedeno je vSech sest v^cn^ch odchylek textu 
BllejovskSho, v n§m4 krom toho schdzf datum. 

Vidimus krdle Vladislava, dany v Praze 13. bfezna 1479, na dve bully 
papeze Bonifacia IX., vydanS Kutnohorskym v RimS 16. dubna 1401 

a 16. dubna 1403. 

Wladislaus dei gracia Bohemie rex, Moravie marchio, Lucemburgensis 
et Slesie dux ac Lusacie marchio oc. Notum facimus tenore presencium 



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143 



tmiversis, quod pro parte prouidorum magistrorom ciuium, juratorum et 
tocius commanitatis cioitatis nostre Moncium Cuthn., fideliura nostrorum 
dflectorum, exibite sunt nobis duo (sic) bulle apostolice olim sanctissimi 
pains domini Bonifacii, summi Romani pontificis, concesse eidem commu- 
nitati snper erreccione capelle Corporis Christi et sancte Barbare in Ec- 
elesiam parocbialem, ac super certas gracias apostolicas ibidem concessas. 
Que quidem bulle, quia casu quodam furto ablate, rupte sunt et corrupte, 
ac sigilla plumbea ab ipsis sunt abstrata (sic), ideo pro parte eorundem 
magistri ciuium, juratorum et commanitatis iam dicte ciuitatis Moncium 
Cuthn. est nobis bumiliter supplicatum, quatenus ipsas bullas pro maiori 
finnitate in formam vidimus redigere dignaremur; que sequitur in hec verba: 

Bonifacius episcopus, seruus seruoruin Dei, ad perpetuam rei 
memoriam.*) Inmensa divine largitatis beneficia, que dominus noster 
Ihesus Christus de hoc mundo transiturus ad patrem, in passionis 
et mortis sue memoriam, carnem suani scilicet in cibum et sanguinem 
suum in poculum tribuens, reliquit et exhibuit populo christiano, 
decet Christi fideles pie deuocionis reminiscencia venerari, et panem 
angelorum celestem,**) quo nos spiritualiter reficit, veluti nostre 
peregrinacionis, qua redimus ad patriam, viaticum deuocionis men- 
tibas ex intimis pectoris precordiis adorare. 

Hinc est, quod nos dilectorum filiorum opidanorum, indige- 
narum et incolarum universitatis opidi Montis Cuthn., Pragensis dio- 
cesis, in quo, sicut accepimus, maxima hominum multitudo, qui in 
argentifodinis proximis et aliis diuersis et necessariis laboribus diurno 
tempore occupantur, continue conuersatur, in hac parte supplicaci- 
onibus inclinati, ***) ut in ecclesia Corporis Christi in eodem opido 
eanonice de nouo fundata et constructa, Sacra Eucaristia seu eiusdem 
Corporis Christi venerabile sacramentum supra altare maius ipsius 
Ecclesie, in vase prelucido ad id congruo et apto, singulis septimanis 
a vesperis quarte usque in vesperas quinte ferie ita, quod quilibet 



*) Misto obvykle* v bullach formule : ad perpetuam rei memoriam, Bflejovsky 
polozil slova: „vsem v&rnfm kfestanftm zdravi spasitedlne vEristu Jezisi 
Tzkazujem." 

**) Panem angelorum coelestem vylozll Bflejovsk^ takto : „chlebem andelsk^m 
totiz cblebem a krvf pfedrahSho Pana naseho Jeftse Krista." 

***) Zde Bflejovsk^ vlozil tuto vsuvku : „chram Tela Bo2fho jim stavgti jsme 
dopustili, abp tu slovo PanS od Y$rn6ho kneistva lidu obecngmu kazano 
bylo, a na kazdy den t§lo a krev Pana Krista pod oboji zpiisobou, tak 
jakoz vydati jest radii, k tomu zpftsobnym aby rozdavano bylo." TSmito 
podyiienymi slovy zjednal sobS Bflejovsky dflkaz, ze v Hofe podivalo se 
pod oboji zpfisobou. 



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volens huiu8modi sacramentum videre possit, licite teneri valeat in 
patenti, auctoritate apostolica tenore presencium indulgemus. *) 

Et nichilominus de omnipotentis Dei misericordia, et beatorum 
Petri et Pauli, apostolorum eius, auctoritate confisi, omnibus vere 
penitentibus et confessis, qui sacramentum predictum **) ad huius- 
modi vesperas quarte usque in vesperas quinte ferie predicte deuote 
visitauerint, septem annos et totidem quadragenas de iniunctis ei s 
penitenciis misericorditei relaxamus presentibus perpetuis temporibus 
duraturis. 

Nulli ergo omnino hominum liceat banc paginam nostre conces- 
sionis et relaxacionis infringere vel ei ausu temerario contraire. **) 
Si quis autem hoc attemptare presumpserit, indignacionem omnipo- 
tentis Dei et beatorum Petri et Pauli appostolorum eius se nouerit 
incursurum. 

Datum Rome apud sanctum Petrum XVI. Kl. Maii, pontificatus 
nostri anno duodecimo. 

Secunde bulle apostolice tenor talis est: 

Bonifacius episcopus semis servorum Dei. Ad futuram rei 
memoriam. Humilibus et honestis supplicum votis, illis presertim, 
que diuini cultus augmentum et animarum salutem respiciunt, libenter 
annuimus eaque fauoribus prosequimur oportunis. 

Dudum siquidem pro parte dilectorum filiorum, decani et capi- 
tuli ecclesie Pragensis, ac rectoris parochialis ecclesie sancti Wenceslai 
in Pniewicz, nee non opidanorum fraternitatis dicte de Czecha opidi 
Montis Cuthnis Pragensis diocesis nobis exposito, quod olim dicti 
opidani, zelo deuocionis accensi et cupientes terrena in celestia, et 
transitoria in eterna felici commercio commutare, de bonis eis a Deo 
collatis quandam capellam in honorem et sub vocabulo Corporis Do- 



*) Sem Bilejovsky vlozil tuto vsuvku: n A take pH tem2 kostele Tela Bozflio 
aby d£kanstvi bylo a trvalo, pokudz by slovo bozi vernym v nSm kazano 
bylo. tt Bflejovsky sam byvalfar&rem kostela Tela Boziho dili sv. Barbory. &e by 
spravci toho kostela nalezel titul dekansky, po torn neni nikde ani stopy> 
a staly takovy titul u kostela, kde nebyla kapitula, nesnasel by se s oby- 
cejem, jaky panoval v Cechach okolo r. 1400. V Kutne" Hofe far£f vysokdho 
kostela sv. Jakuba od r. 1490 mel titul dekansky, pozdeji arcidekansky. 
**) Mi'sto slova sacramentum Bilejovsky polozil sem: n sv£tosti tela a krve 

Pana Krista. 44 
***) Sem do ustalene* formule Bilejovsky vloiil slova: „a zvlaste proti vystavovani 
t&a Pana Krista v stfedu az do ctvrtka." 



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145 

mini nostri Ihesu Christi et beate Barbare virginis, opere nonmodicum 
snmptuoso, prope dictum opiduni in fundo ac dominio Pragensi ac 
infra limites parochialis ecclesie predicte, ordinarii loci ad hoc acce- 
dente consensu, fundauerant et construi fecerant ; ac cimiterium circa 
eandem capellam pro sepultura Christi fidelium ibidem sepeliri eli- 
gencium, ac scolas pro scolaribus ibidem fieri et construi ordinarant ; 
ipsamque capellam, in qua eciam quamplura altaria erigi fecerant, 
sufficientibus annuis redditibus pro perpetuo rectore per huiusmodi 
ordinarium, qui esset pro tempore, ad eorundem opidanorum presen- 
tacionem instituendo dotarant, — prout in autenticis litteris super 
huiusmodi erreccione confectis, quarum .tenorem nostris litteris haberi 
Yoluimus pre expressis, dicebatur plenius contineri; — quodque pre- 
£ata capella post ipsius errectionem et dotacionem huiusmodi rectore 
tunc caruerat et carebat, et debitis propterea iu diuinis destituebatur 
obsequiis, fidelium ad eandem capellam confluencium tepescebat de- 
uocio, et alia exinde incomoda fuerant consecuta et consequi posse 
formidabatur; quodque apud eandem capellam, longe a dicta paro- 
chiali ecclesia distantem, quamplures utriusque sexus homines habi- 
tabant et residebant ac in futurum auctore domino plures residere et 
habitare verisimiliter sperabantur, quorum pueri pro baptismate susci- 
piendo, et decedencium ibidem pro tempore corpora ecclesiastice 
sepulture tradenda, propter huiusmodi distanciam et inundacionem 
aquarum, presentim hiemali tempore plus solito excrescencium, ad 
ipsam parochialem ecclesiam commode deferri nequibant. 

Et pro parte dictorum decani, capituli rectoris et opidanorum 
nobis tunc humiliter supplicato, ut fundacioni, construction!, erectioni 
et dotacioni huiusmodi robur appostolice confirmacionis adiicere, 
ipsisque, quod in dicta capella fontes erigere baptismales et in illis 
pueros huiusmodi et aliorum prope ipsam capellam commorancium 
pro tempore nascentes baptisari facere, ac predictum cimiterium pro 
huiusmodi sepultura hominum predictorum et aliorum ibidem sepeliri 
eligencium deputare libere et licite valerent, licenciam concedere, 
ipsamque capellam dicte parochiali ecclesie perpetuo unire, annectere 
et incorporare dignaremur. 

Nos tunc fundacionem, constructionem, errectionem et dotaci- 
onem predictas, et quecunque inde secuta, rata habentes et grata, 
ilia auctoritate appostolica ex certa sciencia confirmauimus, et earum- 
iem litterarum nostrarum patrocinio communiuimus, supplentes omnes 
defectus, si qui forsan interuenissent in eisdem ; ipsisque decano, 
capitulo. rectori et opidanis, ut in ipsa capella fontes baptismales pro 

I?.: Pllooofle, d2Jepl« a llologle. 10 



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146 

huiusmodi pueris baptizandis erigi, et pueros ipsos inibi baptisari 
facere, et cimiterium predictum pro huiusmodi corporibus sepeliendis 
deputare, ipsanique capellam aliis parochialibus insigniis decorare 
libere et licite valerent, auctoritate predicta duximus indulgendum, 
ac uichilominus capellam ipsam, cuius decern*) cum omnibus iuribus 
et pertinenciis suis prefate parrochiali ecclesie, cuius similiter decern 
marcharum argenti puri fructus, redditus et prouentus secundum com- 
munem extimacionem valorem annuum, ut asserebatur, non excedebant, 
— etiam si super ipsa capella inter aliquos lis, cuius statum eisdem 
litteris haberi voluimus pro expresso, in palacio appostolico vel alibi 
penderet vel remansisset indecisa, — auctorita prefata in perpetuum 
univimus, anneximus et incorporauimus ita, quod extunc in antea 
parrochialis ecclesia et capella predicte unum corpus censerentur, 
quodque cedente vel decedente rectore parrochialis ecclesie, qui tunc 
erat, vel ipsam ecclesiam alias quomodolibet dimittente, deinceps 
perpetuis temporibus futuris prefati opidani ad ipsam parrochialem 
ecclesiam, quocienscunque earn vacare contingeret, duos presbyteros 
per eos eligendos dictis decano et capitulo presentare, idemque de- 
canus et capitulum unum ex huiusmodi presbyteris magis idoneum, 
per eos loci ordinario presentandum et per eundem ordinarium in 
perpetuum rectorem dicte ecclesie parochialis instituendum, eligere 
possent et deberent; quodque liceret prefato rectori corporalem ca- 
pelle, iuriumque et pertinenciarum predictorum possessionem aucto- 
ritate propria apprehendere libere et perpetuo licite retinere, diocesani 
loci vel cuiuscumque alterius licencia super hoc minime requisita, 
prout in ipsis litteris plenius continetur. 

Cum autem, sicut exhibita nobis nuper pro parte dictorum opi- 
danorum fraternitatis dicte de Czecha peticio continebat, ipsi ex 
singularis deuocionis feruore desiderent, quod in eadem capella 
rectori ipsius confiteri et ecclesiastica ab eodem sacramenta percipere 
possint, ut per hoc alii Christi fideles ad similia pietatis exercenda 
opera ibidem pro tempore peramplius prouocentur, pro parte opida- 
norum eorumdem dicte fraternitatis nobis fuit humiliter supplicatum, 
ut eis predicta indulgere ex certa sciencia de speciali gracia dignaremur. 

Nos itaque huiusmodi supplicacionibus inclinati, eisdem opidanis 
de fraternitate predicta, omnibus et singulis utriusque sexus, qui 



*) Zde ve vidimuse Vladislavove' jest patrne" vypusteno n§kolik slov, jejichi 
smyslu vsak die nasledujfcfho kontextu muieme se domysliti; muselC b^ti 
tento: cujus fructus annuum valorem decern marcarum argenti puri non 
excedebat. 



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sunt et erunt pro tempore, quod ipsi seu illi ex eis, qui ad id pia 
deuocione moti fuerint, rectori ipsius capelle, qui nunc est et pro 
tempore fuerit, confiteri et huiusmodi sacramenta ab eodem percipere, 
ae cidem rectori, quod ipse huiusmodi confessiones audire et eisdem 
opidanis de ipsa fraternitate existentibus pro tempore dicta sacramenta 
in ipsa capella ministrare libere et licite valeant, generalis concilii 
et aliis constitucionibus appostolicis et ordinacionibus contrariis 
quibuscunque nequaquam obstantibus, auctoritate appostolica de spe- 
cials dono gracie tenore presencium indulgemus. 

Nulli ergo omnino hominum liceat hanc paginam nostre conces- 
sionis infringere vel ei ausu temerario contraire. Si quis autem hoc 
attemptare presumpserit, indignacionem omnipotentis Dei et beatorum 
Petri et Pauli appostolorum eius se nouerit incursurum. 

Datum Rome apud sanctum Petrum XVI Kl. Maii, pontificatus 
oostri anno quartodecimo. 

Nos itaqae nominatas Wladislaus rex iam dictas bullas appostolicas 
olim Bonifacii pape hie insertas, una et bullas plumbeas distractas, animo 
deliberato ex certa nostra sciencia in carta pargameni conscriptas, omni 
procol defectu semoto, duntaxat sigillis seu bullis abstractis, ut premisimus, 
violencia quadam, vidimus, legimus et tractauimus, easdem quoque in 
fonnam litterarum vidimus redigi fecimus et transumi. In quorum fidem 
presents litteras nostras fieri et Sigilli nostri regalis appensione iussinus 
common iri. 

Datum Prage die tredecima mensis Marcii anno domini millesimo 
qoadringentesimo septuagesimo nono, regni nostri anno octavo. 

Ad mandatum domini regis magister Nicolaus de 
Ledecz, prothonotarius et canonicus Wyssegradensis. 

V prvSjsf bulle, jak2 videti, nenl 2ddn6 zmfnky o pHjfmdnf pod 
oboji zpftsobou ; ona vztahuje se toliko k vystavovdnf velebn6 svdtosti 
a k odpustkftm, jichi veHcf mohli dosahovati v kostele Tela Bo2fho 
Hi sv. Barbory na Hordch Kutndch. Cokoli z t6 bully odvozovalo se 
na dftkaz nepfetriiteho trvdni kalicha v Cechdch, nespoefvd na nf, 
nybri na klamnych vsuvkdeh, kter6 se nachdzejf v cesk&n pfeklade 
jejim u Bflejovskfcho. 

Bulla druhd, dand r. 1403, ukazuje, kterak Hornfci pracnS a po 
konsku dobfvali prdv fardrsk^ch sprdveovi kostela sv. Barbory. ki 
do vdlky husitsk6 Hornlci nemSli sv6 vlastni fary ve sv6m m§st£. 
Ten podivn^ a mezi krdlovskymi mSsty zajiste jediny ukaz po§el ne- 
P°chybne odtud, ie Kutnd Hora nevznikla najednou a nebyla zalozena 

10* 



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jednim skutkem vftle krdlovy, jakz povstdvala z pravidla jind mesta 
krdlovskd, nybr2 vzala pocdtek znendhla a rostla pfi dolich samou 
mocl okolnostl, tak sice, 2e podnikatelfe a 2ivnostnf ci pfi dolich ob- 
2ivu hledajlcf stavfeli sob6 nejprve toliko chatrfie, jak kde komu se 
Ubilo, kter62 teprva pozdfeji, kdyi doly nab^valy stdlosti, mfcnily se 
v domy \f stavn&jsf ; z t6 pf Iciny pftdorys Kutn6 Hory jest dosud zcela 
nepravideln^. Ceho bylo potfebl, aby chumdc domkft prom&nil se 
v mesto krdlovskd, to vSechno opatfovali si Hornfci ndpotomne pfi 
rftzirfch pfllefttostech. Tak6 tato osada nevznikla na pfldfi zem6pansk6, 
jako jind mfata krdlovskd, nybr2 na pftde jinych vrchnostf, totiz 
vfetSlm dllem na p4d6 dstercidckSho kldstera Sedleckfeho, a mensfm 
dflem na pozemclch kapituly Pra2sk& Podle toho tak6 vetSl dll mfesta 
sprdvou duchovnl ndleZel k fafe Mallnskfe, kterdz byla s kldSterem 
Sedleck^m tak spojena, ie kldSter netoliko m61 k nl podacl prdvo, 
ale bral z nl takd cdstku dftchodfi ke svfe potrebe, mens! pak dll 
Kutn6 Hory pffsluSel k fafe PnevickS, pfi nii prdvo podacl provo- 
zovala kapitula Praiskd. Zanikld tato ves Pnevice stdvala na planine 
nad pravym bfehem potoka Kutnohorskfeho, v stranu jihov^chodni od 
mfesta. Bfehem XIV. v6ku staveno bylo n&kolik kostelfi v Kutn6 Hof e, 
ale ty zftstdvaly v liplnfe zdvislosti na pflslu§nych fardffch Pn&vick&n 
a Mallnsk&n, i sluly proto pouze kaplemi; prvotnfe byly toliko dfe- 
v6n6. Ve druh6 polovici XIV. stoletl stavfela se tak zvand kaple Bo- 
21ho T61a a sv. Barbory, to jest prosluly chrdm sv. Barbory, zaloien^ 
u velik^ch rozmferech ve slohu kathedralov&n. Stdl na pftdfe kapituly 
Prazskfe a v obvodfe faraosti Pn6vick6. S kldSterem Sedleck^ni mlvali 
Horalci mnohd rozepfe, ku kter^m byla stdld pffleSitost, kdyi kld§ter 
tdhl se k rozinanit^m prdvfim nad mfestem, kterd jinde bezesporne 
vyptyvala z moci vrchnostenskfe, kteito Hornlci, jsouce skute£n6 nej- 
bohatSlm a nejvzdcnejSfm mfestem po Praze, a vymohse sobfi i zna- 
menit^ch privilegil od krdlfl, t£2ce nesli kaidy pozftstatek nadvlddi 
kldSterskfeho. V dorozumfeni s kapitulou PraJskou i s fardfem Pn6- 
vickym pokouSeli se o to, aby kostelu Svatobarborsk6mu znendhla 
vymohli prdv kostela farskfeho. torn nds poucuje bulla z r. 1403. 
Nekterou dobu pfed r. 1403, ale ji£ po nastoupenl Bonifacia IX. 
r. 1389, m6§fan6 Hor&tf obdriieli od tohoto papeie dovolenl, ie ktefl 
pfeb^vajl na bllzku kostela Svatobarborsk^ho (nepochybnfe v obvodu 
farnosti Pn6vick6), mohou jeho uilvati jako kostela farsk6ho, nemuslce 
dochdzeti doPnfevic; zejmena mohli tam ddvati sv6 d6ti kftfti, mrtv6 
pochovdvati, a ucinivSe naddnl k v$5iv6 sprdvce toho kostela, obdrieli 
i podll v jeho ustanovovdnl. Kostel Svatobarborsk^ zflstal spojen 



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149 

s farskym kostelem Pn6vick]fm pod spolecn^m duchovnfin spr&vcem, 
toho v§ak jil pHSt6 nemSla pod&vati kapitula Pra2sk£ sama, nybr2 
mestang mfcli navrhnouti dva kn£ze, ze kterjfch si kapitula jednoho 
nela vybrati a tifadu arcibiskupsk&nu ku potvrzenf podati *). Novou 
SdostI vymohli si Hornfci od tehoi pape2e r. 1403. dalSf prdvo, Ze 
mohli spr&vci kostela Svatobarborsk6ho se zpovidati a svdtost olt&hif 
od neho pHjfmati. Tot strucn^ obsah druh6 na§f bully. 

Pr&vo zpovidati ndlezelo za starfch casfi far&f&m. Pon6vad2 
sprtvcem kostela Barborsk6ho byl farif PnSvickft ndleitelo jemu samo 
sebou prtvo zpovidati ty osadniky Horsk6, ktefr pfeb^vali v obvodS 
farnosti Pn6vick6, v n£m2 i kostel sv. Barbory se nach&zel. Die toho 
dluino souditi, Ze pr&vo zpovidati, jeZ spr&vce t6ho2 kostela obdrie* 
teprva zvl&§tnl bullou, muselo se vztahovati tak6 na jin6 obyvatele 
mesta Kutn6 Hory, ktef 1 pf eb^vali v obvodfi farnosti Malinsk6. AvSak 
na vsechny obyvatele mSsta nevztahovalo se to prdvo; bulla sama 
vyslovne je obmezuje na cleny bratrstva Cechovsk6ho neboli v Cechu. 
Od tohoto bratrstva vychdzely ob6 iddosti, o kterych bulla r. 1403 
se zmiftuje. Nynl v Kutn6 Hofe je zndma ulice Ceskd, vedoucf z m6sta 
od Kamenn£ho domu ke brinS Kolinsky na stranS severozdpadnl, 
a pfedmestf Cech, jeito se tdhne vn6 star^ch valft a zdl ni&stsk^ch 
od briny KolinskG po zdpadnl stranS mesta ke br&nS Kouffinsk6 
i d&le k jihu; fortna Cechovskd slove mlsto skoro uprostfed mezi 
branou Kouffmskou a kostelem Barborsk^m, kde2 st&vala Skola Sva- 



*) Plebana do PnSvic podaval die knih konfirmacnlch Vicslav z Radce, ka- 
novnfk kostela Pra£sk6ho, &. fjjna 1394, op£t 14. ledna 1400 a jestS 20. ffjna 
1403. Po dvou letech jmenuje se jiz kostel Svatobarborsk^ jakoi&to filialka 
Pnevick6ho zaroveii s nim pri osazovanf fary, neb tu 23. listopadu 1405 do- 
sazen byl novy faraf ad ecclesiam S. Wenceslai in Pnyewicz matricem et 
eius filialem Corporis Christi et S. Barbarae prope Montes Chuttnis, per 
resignationem . . vacantes; coz" se atalo de consensu fratrum Czeche, vide- 
licet M. Nicolai, M. Wenceslai Kauffmann, Urbani Polner et Jacobi notarii 
monetae, civium ibidem in Montibus Chuttnis. Tu mame vyjmenovano n&- 
kolik pfednfch clenu bratrstva Cechovskeho. Faraf Pnfcvicky za tech let 
pfebyval nepochybng jii u sv6ho novejsfho a vStsfho kostela v Kutne" Hofe, 
kde£ bylo vice prace i duchodu nez ve vsi; tou domncnkou vysvStli se, 2e 
v knihach konfirmacnlch z let 1400—1409 vyskytuje se pojmenovanf ple- 
banus snperioris ecclesiae in Montibus Chutnis, ecclesia parochialis supe- 
rior in Montibus, plebanus Corporis Christi et S. Barbarae in Montibus ; 
ie kostelem hofejsfm a kostelem Bo2iho Tela rozumi se tyz chram, vysvita 
z konnrmace 5. r(jna 1403, kde2 oba ndzvy vyskytaji se vedle sebe: in ec- 
clesia superior! Corporis Christi in Montibus, plebanus superioris ecclesiae 
Corporis Christi. 



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150 

tobarborskd. Slovem Czecha r. 1403 rozumf se, tusfm, z&padnf dfl 
mSsta, za kter^m vzniklo pfedmfistf Cech. Je5t6 pfed 200 lety vy- 
slovovali nSkteff v hofe Cech, co2 Koflnek mfil za §patn6 na mlsto 
Cech, ale podobi se, ie Cech je v^slovnost stard a pravd, toti2 ze je 
to slovo n&neck6, Zeche. Bratrstvo CechovskS mfilo nepochybne ucely 
pfedkem n&bo2ensk6, pecujfc zejmena o stavbu chr&mu sv. Barbory. 
Ten naz^val se tehd&2 obycejnS kaplf BoiUho T61a. UpomfnA to dosti 
na soucasng Pra2sk6 bratrstvo se znamenlm obruce a kladivem upro- 
stfed vislcfm; toto bratrstvo, ku kter&nui n&leM i kr&l VAcslav, 
vystavfilo kaplf Bozlho T61a na nyn6j§fm KarlovS ndmfistf na Nov6m 
M6st6 Pra2sk6m, v minul&n pak stoletf bylo od Ungara z pfili5n6 
horlivosti zednick6 pokl&dino ?a starocesk^ spolek svobodn^ch zednlkfl. 
Tak6 pH kostele sv. Ftlippa a Jakuba pfed branou kl&Stera Sedleck6ho 
trvalo od r. 1389 bratrstvo T61a Boilho a hrobu P£n6 ; licel jeho z&- 
leiel v nSkter^ch poboSnostech ; viz o torn regesta Sedlecki v Rieg- 
gerovfi Archive III. str. 361 a 368. 



11. 

Etymologie des grieeh. hvia, iwd-xig (ion. slvd-\ ivsvqxovta, 
evatog (hoill. eivazo$). 

Vorgetragen von Franz Prusfk am 23. November 1885. 

Diese Zahlformen erfuhren verschiedenartige Deutungen, die 
fast alle darauf hinauslaufen, dass das anlautende J ein Vorschlag 
und das w im Inlaute eine Gemination des Nasals ist. 

Wir wollen jedoch auf natiirlicherem Wege eine neue Erkl&rung 
versuchen. 

Der Ausdruck fur 9, navan, lautete ursprunglich navani, 
denn es ist, wie alle Cardinalia von 3—10, eigentlich ein t- Stamm. 
Dies gilt beziiglich 3 und 4 (cf. meine PHspSvky 19. ff.) fiir ausge- 
macht, aber bei den ubrigen wird es h&ufig bezweifelt : dies jedoch 
mit um so weniger Recht, als ausserdem Litauischen (penki, szeszl, 
septynl, aszt&nl, devynl) auch das slavische sedmB (fur sedBmB oder 
sedimt) und osmt (f. osbmB oder osimB) deutlich dafiir spricht 

Aus diesem navan i entwickelte sich nun im Grieeh. veFtvi, 
das nattirlich auch der Deklination ursprunglich fahig war, wobei es 
vom Strome der a-Declination ergriffen in dieselbe umschlug; und 



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151 

je nachdem nun das t am Ende sich erhielt oder abgestreift wurde, 
so entstand daraus im neutrum: 

a) veFwi-a oder b) vtFev-cc; damit vgl. 6ata, -xovra, -gintfc, 
wo gegenuber Sati das i ebenfalls abgestreift wurde. 

So yerblieben aber die beiden Formen nicht, sondern es ge- 
schah in ihnen etwas, was allgemein ausser Acht gelassen wird und 
durch dessen Annahme alle Schwierigkeiten in der Erklarung der 
betreffenden Zahlformen beseitigt werden: es wurde namlich das an- 
lautende v und das F unter einander versetzt, was wol unter Be- 
gunstigung des benachbarten v vor sich gieng. 

Infolge dessen entstand daher: 

a) Fevsvl-a, mit Schwachung des i zu s: Fevevi-a und nach 
Ausstossung des mittleren e: Fsvviu^ ivvicc, lokr. hvicc^ wobei F 
durch ' ersetzt wurde (cf. Sxc&v Wz. vak, dUg, oqcHco, dUa Wz. var, 
$i£<o Wz, varg, ^axdvr\, |aiol. pQardva Wz. vart, £<r- {ivvv^i\ Savog, 
fozla, rjpdQa, i&g Wz. vas); 

b) Fsvev-d, nach Ausstossung das mittleren *: Fevvd, iwd in 
hvd-xtg (cf. noXXd-xig, oad-xig), ivvcc-hrig, ivva-xoaioi; falsch also 
hd mit einem v\ das ion. slvd in alvd-xig, -wx*g, -forjg (Horn.) 
und stvd~g (Hes. eine Anzahl von Neun) kann aus fsvwd auf dop- 
pelte Art entstanden sein : entweder wie Iwd durch Ausstossung des 
mittleren s: Fevvd, worauf F durch s ersetzt wird (Ludwig -4-Decl. 
§. 31.): iswd, dwd % wobei also ein vv zu schreiben ware; oder 
eher wird in Fsvevd das mittlere v ausgestossen (cf. pskttova — 
PsXtud): Fesvd, woraus elvd, substantivisch dvd-g wird. 

Erhalt sich jedoch im neutrum das urspriingliche lange d (Corssen 
krit Beitr. 508 ff.), so lautet die Form navan& (lat. novenft, novn&, 
nonfi-gintA) und im Griech., da # = *?, ganz regelrecht vsFsvrj, mit 
Metathesis Fwsvy-, ivwq- } homerisch mit Ausstossung des mittleren 
*: hnrf, in ivsvr r (iwtj-) xovta (= navan&'-katA, russ. deveno-sto, 
falsch devjan6-sto, aus neven6-s%to : Sitzungsber. der kais. Akad. d. 
Wiss. in Petersburg ph.-hist. CI. 1878). 

Und um auch das Ordinate nicht unbeachtet zu lassen, navatas 
wurde zu viFaxog, Fivatog, Zvatog, unrichtig also ifvvatog, welches 
das doppelte v wol nur dem Umstande zu verdanken hat, dass man 
hiebei an das Cardinale Ivvia (oder auch an ivvd-xig) dachte, worin 
jedoch das w, wie aus dem obigen hervorgeht, vollkommen be- 
^rundet ist. Das horn, etvazog ist aus Fivaxog auf die oben ange- 
deutete Weise {F = s : Uvatog) entstanden. 

Was nun die Metathese betrifft, durch deren Annahme die 



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152 

angefuhrten Zahlworter sich von selbst erklaren, die findet sich be- 
kanntlich in jeder Sprache nicht selten: so ist z. B. yvpvog auf die- 
selbe Art aus (ivyvog entstanden (Kuhn's Zeitschrift XXIV, 437. cf. 
zend. maghna, skr. nagna, asl. nagx, lit. nfigas, goth. nagathas, lat. 
nugdus, nudus), a%inxo\iKi aus spak (Fick. I, 251), lat. cancer aus 
carceno- (gr. xccQxivog, skr. karkin, asl. rakx aus kraki : Fick. I. 
46); vgl. auch IIvv£ aus IJvxv-g (cf. xvxvog), (iavfrdva> aus ?&&- 
vccvco u. a. 



12. 
Ueber -do -dere in den lateinischen verbis compositis. 

Vorgetragen yon Prof. Dr. A. Ludwig am 23. November 1885. 

Die urspriingliche gestalt der verbalwurzeln in den Indoeuro- 
paischen sprachen ist bisz jetzt noch so gut wie unbekannt. Von 
zeit zu zeit tauchen wohl neue ansichten auf, aber irrliechtern gleich 
sind dise mer geeignet die finsternis zu zeigen als zu erhellen. So 
stellte einst Schleicher die ansicht auf, man mUsze alle wurzeln als 
urspriinglich mit kurzem vocal behaftet aufstellen; die willktir und 
untiberlegtheit diser behauptung, die rohheit der auszfiirung war 
allerdings zu offenbar, als dasz dieselbe groszen anklang hatte finden 
kolinen. In seiner letzten schrift (das Indogermanische vocalsystem) 
komt Prof. Hubschmann zu dem schlusze, dasz keine wurzel ur- 
spriinglich auf einen vocal auszgieng; allerdings schlieszt er i u 
ausz der reihe der vocale ausz; seine motivierung dieser neuen an- 
schauung, die zur folge hatte, dasz man den unterschied zwischen 
ton und ger&usch aufgeben miiszte, wiirde am ende auch hinreichen, 
filr a dasselbe zu erzwingen, da zu diesem h in demselben verhfclt- 
nisse steht wie y w zu i und m, und es konnten auch e und o auf 
ahnliche weise als vocale beseitigt werden (die offenen e o konnten zu 
a, die geschloszenen zu i u geschlagen werden), so dasz schlilszlich 
wir nur mer vocalische und consonantische consonanten hfttten. 

Unter dem vilen, was Prof. Htibschmann in seinem neuen buche 
gesagt hat, hat uns jedoch kaum etwas so ser frappiert, als die be- 
hauptung creditus stehe fur credatus. Wir hatten bisz dahin die 
ttberzeugung gehegt, creditus stehe einfach suo iure, und stehe so 
ganz gut; wollte man aber, unzufrieden damit, nach anderem suchen, 
so konnte man nur von creduo auszgehn, und ein credutus postu- 



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153 

lieren. Mit wie wenig recht, werden wir spater zeigen; aber hiezu 
ware wenigstens ein auszerlicher anlasz vorhanden. Fttr ein credatus 
spricht gar nichts ; es scheint aber wirklich, als ob Prof. Hiibschmann 
das i von creditus mit dem o von credo in einen causalnexus bringen 
wolle, der wie leicht zu zeigen, nicht existiert. 

Sehen wir uns urn, so finden wir neben den verbalformen, welche 
als zweites glid -do -didi -dere -ditum zeigen, zwei andere; neben 
reddo ein fat reddibo (setzt ein praes. reddio vorausz), neben condo 
ein condio (beide verhalten sich zu einander, abgesehen von der 
differenzierung der bedeutung wie griech. fo&ca zu ioblm vgl. fririiii 
za rlfrrjiH, wo das i doch wol nicht eingeschoben, noch auch ausz a 
verkurzt sein kann!); audio (ausi-dio vgl. p5no posino), orior ordior 
(ordo zusammengesetzt mit einem -do = Ssk. dhi in vidhi samdhi, 
mit -an wie asthan ak§an saktban naktan ausz asthi ak§i sakthi nakti 
nord. eyran ausian ausi in oycepirt; cfido vgl. si. kov-ati kuj% rudo 
rudivi (einf. w. ku u. ru); dag. concreduo creduam; adduim addues; 
perduim etc.; produit; neben r dem' c duim\ Im altesten Ssk. haben 
wir grudhiyati = iafrlm, gurdhaya = audio, obwol die 4. conj. des 
Lat sich mit der 10. des Ssk. bekanntlich nicht deckt 

Im A vesta: yaozda- pazda- qabda- gizda neben fradh- (jnad- 
$nud- hazdyat 

Wir finden also neben neutralem -do ein di-o und ein du-o. 
Wir finden di verwendet, wo ein geben (reddi- einmal), du wo ein 
f setzen d. i. machen' (credu perdu iteQ&siv) zu verstehn ist. Es zeigt 
sich also, sofern die composita in betracht komen, eine unsicherheit, 
wenn auch verhaltnismaszig in geringem grade, da auszerdem die 
zugehorigkeit von duim zu dare ^geben* sicher ist. Auszerdem steht 
ja fest, dasz die verwandten sprachen jeden der beiden begriffe in 
besondern verbalwurzeln verkorpert haben, fest allerdings auch, dasz 
dise zwei wurzeln hie und da ihre form — und bedeutungsgebiete 
nicht streng gesondert erhalten haben. 

Nun ist im Latein das simplex fur f setzen-machen' verloren 
gegangen, und so ist es begreiflich, dasz in den compositis noch um 
so leichter die begriffe r geben' und c setzen' so mit einander ver- 
sehmolzen, dasz fur das sprachgefiil auch die formelle scheidung 
schwer oder unmoglich wurde, wozu das zusammenfallen von d und 
(ft noch entscheidend hinzukam, ahnlich wie im Griech. vah und 
fah zu ununterschiedenem y e% '*% geworden sind. 

Dasz nun r du* mit recht auf das ^geben' und 'di' auf das c setzen- 
machen' zu beziehen, ergibt sich zwingend ausz griech. &<s&i(o-frlrnii 



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154 

Ssk. §rudhiyati ausz dem inf. dhiyadhyai [dhiyat-dhyai (frued-ai 
freia&ai &s<f&ai (ygl. }<sbt(o iad'co SXsaxe f. olseaxs, xd%a mxa f. 
ra%€cc cixscc, ddeX<pog fQr ddefopsog, xsvog f. xsvsog, c&v f. i<6v, og f. 
S6g, do(ft f. doQBi etc. dhiyat inf. wie Qrat-]; dhiye, suff. dhyai, wo 
dhi ganz evident dasselbe element ist, wie -dhi 2. s. imperat. das 
doch wol nicht eines der unzaligen zersetzungsproducte von tvam 
sein kann; Lit. dedu; dftdu (daudu daudam a-praes.*) for verlorenes 
daudami, da -mi im SI. Lett sein i nicht verliert), Slav, deidq d. i. 
dedjam, dessen ; ganz so zu beurteileu, wie c in testa-, danu ist 
wie dad^tB zeigt, ausz dadamB und dadamB, wie Lit. zeigt ausz 
davdamt entstanden, d. i. dem Griech. und Lat. (sisto gigno bibo) 
gegeniiber haben Letto-Sl. £r. Ind. die praesensreduplication mit 
einer intensivreduplication vertauscht Nur die wurzeln mit r ^nd 
die medialen formen mime jihe etc. zeigen noch im Ssk. praesens- 
reduplication. 

Nun zeigt Slav. 3. pi. aa^atk; disz ist nicht dadjjtb mit sonan- 
tischem w, denn 1. mtiszte das durchgehnds one a flectirte jesmB 
dann citk zeigen; 2. wiszen wir, dasz -itk (kbamtk ropiTK) ausz ianti 
entstanden ist, und dise erklarung reicht vollkomen auch far b^itii 
ausz und fur i*A*Tk, da wenigstens ersteres im Lit ein i zeigt, letz- 
teres ebenso erklart, oder mindestens ebensogut von einem i*a*yh 
(roptTH) hergeleitet werden kann; 3. laszt sich nach den regeln un- 
vermeidlicher consequenz mit apodiktischer sicherheit vorauszsetzen, 
dasz wenn der schwache stamm dadhi lautete, diser ursprunglich 
auch in der 3. pi. zur anwendung gekomen sein musz also dadhianti 
die 3. pi. gewesen sein musz. So finden wir denn im Taitt-br. drei- 
mal ganz sicher mimite als 3. pi. fiir alteres mimiate d. h. die 3. 
pi. hat erst auf specifisch sanskrtischem boden das i fallen laszen ; 
die alte form war also mimiate mimlante; allerdings vill. ausz mi- 
maiante. 

Anders freilich Prof. Htibschmann. Er glaubt, dasz von dadhmas 
der schwache stamm wirklich von ewigkeit her dadh hiesz, oder dock 
auf jeden fall dadh das prius gegeniiber von dadhmas war, d. h. dasz 



*) Die praes. 1. si. ind. griech. a> lat. o altkelt. u got a and. u fftren wir jetzt 
auf eine form zurilck, die sich deutlich blosz im slavol. als nrspr. am er- 
halten hat. Ein langer fi-laut hatte im Got. u. Ahd. gleichmaszig a geben 
miiszen; got a u. ahd. u miiszen gerade vie kelt. u auf ein am, konnen 
vill. auf ein altgerm. au (vgl. got. nemjau nimau (= nimai-am nimam) zu- 
rllckgehn. In nach-slavol. zeit fiel das m ganz ab, und wurde spater durch 
mi ersetzt, auf welches slavol. au am * nicht zuruck gefurt werden darf. 



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155 

die 1. pi. etc. exclusive und direct von disem vermeintlichen stamme 
gebildet wnrde. Disz ist nichts weiter als eine (unzulaszige) ausz- 
nutzung des zufalls, dasz wir eben kein dadhimas haben, obwol wir 
dadhidhve haben, und die auf dem gebiete der bereits selbstandigen 
entwicklung des Ssk. fortschreitende synkope z. b. beim desiderativ 
offenbar vorligt didhiSami dhitsami. Darum musz tlfrsiuv dem chro- 
nologisch vil spatern dadhmas zu liebe aus Tfopsv entstanden sein (I), 
damit nur die verlangte zal der vocalabstufungen herauszkomt. Es 
komt schluszlich darauf hinausz, dasz die wurzeln die von Prof. 
Hubschmann postulierten abgestuften formen anticipando vor 
aller flexion und derivation erhalten h&tten, urn in vor- 
hinein dem einflusze des suffixes entgegen zu komen. 

Also die formen dadh u. a. haben keinen selbstandigen wert, 
keine selbstandige bedeutung. Die formen, die wir mit c dadhi-' und 
die, die wir mit dadh- haben, verdanken wir dem zufalle, dasz un- 
sere denkmaler ausz der zeit herrfiren, in welcher der synkopierungs- 
process so weit vorgeriickt war, wie wir denselben im Veda sehen. 
Hatten wir blosz spate quellen, so hatten wir kein dadhidhve kein 
didhiSami; und hatten wir altere quellen, so wGrden wir eine vil 
groszere anzal nicht synkopierter formen, auch ein dadhimas auf- 
weisen, wie Prof Hilbschmann sich gewis des Avest. dademahi da- 
demaide erinnern wird. 

Ebenso unzulaszig ist es natiirlich, wenn Prof. Hubschmann um 
seine nullstufe des vocals herausz zu bringen, bei verbalw. 6ha chita 
auf chi, aber chyami auf 6h- zuruckfurt; auch hier praesuppo- 
niert er eine wurzelform &h, um von diser das praesens nach der 
4. d. entstehn zu laszen. Denn wenn er nicht annemen wttrde, dasz 
die wurzel die gestalt th vor der bildung hatte, so mtiszte er ja 
eine uber der nullstufe stehnde vocalform derselben ansetzen, von 
welcher chyati nur eine weitere spatere (also fiir ihn gleichgiltige) 
abschwachung ware. 

Dasz formen wie chyati dyati scheinbar ebenso wie si. de2d$ 
der 4 cl. beigezalt werden konnen, ist gewis; wiszenschaftlich haben 
wir kein recht, wir konnen uns dafiir auf keine evidenz berufen, 
wenn wir das y anders auffaszen wollen, als das i in chita. Es ist 
disz nichts als ein mechanisches operieren mit terminis, wodurch das 
wesen der objecte einfach weg escamotiert wird. Hieher gehort vil- 
leicht auch ujjhati, fur ud hyati von ha; vgl. Av. zyani (= hani), 
das nicht zu ji jya* sigen bewaltigen gehoren kann. Wir sehen also, 



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156 

dasz im Slav. aaaiyk die reduplication zwar die form du vorausz 
setzt, die wurzel aber die vocalisation von dha angenomen hat 

Die bildung creduo ist nun eine offenbar unrichtige, wie die 
form reddlbo, indem dieselbe eine wurzelform zeigt, die den vorausz- 
setzungen der bildung nicht entspricht. Denn credo entspricht einem 
Ssk. §rat-dadhami, dessen erstes glid ein alter infinitiv der verbalw. 
$ru ist,*) den wir in unserm commentar zum Rgveda in einer anzal 
von fallen bisz ins Brahmana verfolgt haben, und der das griech. 
-sa-frcu so vertreflich erklart. Aber ausz einem einfachen, ursprung- 
lichen credo laszt sich creduo nicht erklaren; disem gegentiber 
ware das hineinbringen von etwas fremden nicht begreiflich. Nur da- 
durch dasz die formen c -dio-duo' allm&hlich gleichwertig geworden 
waren, konnte der glaube sich festsetzen, dasz man berechtigt wire, 
das eine fur das andere zu setzen. Die entstehung eines creduo 
setzt ein credio vorausz ; ein solches musz es gegeben haben, beweis 
Irish cretim, welches einem lat. credio entspricht. Ebenso bret kridi. 
Griech. wiirde es xteo&ko lauten. 

Dem u von du (do) analog ist das u in imbuo (bibo) vinibua 
etc- Altpr. pouton puton (griech. ithtmxa IxTKopa n6vq§ wie did&xct 
dotris). Moglich, dasz wir in dem vilbesprochenen dedoFa (idsdoFs; 
mit merkwtirdiger consequenz wird immer idydoFe citiert). C. J. 15. 
ein prf. von dv haben vgl. boeot. dedoav&i. So Consus ausz Consuos 
(Consualia, von suere sutela suo sibi capiti suere). Nun fragt sich 
weiter: sind die formen *ty dca dha da ausz der i und u-form in 
gleicher oder in verschiedener weise entstanden? wir glauben auf 
verschiedene weise. Die form &tj dha ist ausz &ux #«? dhi-a, da da 
ausz dav zu erklaren; so begreift man, dasz das i in dha fester 
haften muszte, als das u in da. So steht also dare fur davere davre 
wie natare von na (snu snav sna Gael, snamh swimming snaois 
schiffsvorderteil) ausz navtare (ital. tutto aus tiivto touto); so Utex 
neben latrina, scatere zu Ssk. §cyut ^cut. Wie die bedeutungen 
'setzen' und c geben' zusammenflieszen konnen, zeigt unter andern Kymr. 
dawd a giving, dawn a gift; dodi to put, to lay, to set, to appoint, 
to give; dodwi to deposit; dodw that hasbeen laid; (dede a statute; 
deddf ebenso ; erstere worter von da geben, letztere zwei von da 
setzen). Altir. denim dha. Die scharfe scheidung beider wurzeln im 
Griech. ist mit ein beweis fur die ursprtinglichkeit der harten aspi- 
rata, da wir sehen, dasz die blosze vocalverschiedenheit weder im 



*) Dahin wol clemens far clovemens cloemens; gewis nicht von kram!! 



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157 

Latein noch im Slavolett noch im Ir. Ind. auszgereicht hat ein in- 
einanderflieszen der selben g&nzlich zu verhindern. 

Wenn wir nun auch als urspriingliche form der wurzel des 
gebens 'da* du (vgl. das Avestische) ansetzen, so konnen wir nicht 
laugnen, dasz schon in vor Eran. Ind. zeit der i vocal in dieselbe, 
offenbar der analogie der wurzel des 'setzens-machens' zu liebe, ein- 
gedrungen ist, wie witi* uns gezeigt hat. Daher beharren wir auch 
bei unserer erklarung von datta ausz dadita (jahita), obwol die- 
selbe widerspruch erfaren hat. Sicher ist atta pratta anutta etc. 
ausz -dita und nicht ausz datta entstanden. So -tti maghatti etc. ausz 
diti (sthiti hiti atdais ist accomodierung). Wie hita (ha) so war dita 
zweideutig, und so halfen sich die leute, die durch keine gramma- 
tische studien beengt waren, in der einfachsten weise. Als entschul- 
digung kann man anfiiren, dasz die reduplication keine praesens- 
sondern intensiv reduplication ist (vgl. jagr). Wenn dadmahe dadmas 
daddhi ausz dadimahe dadimas dadidhi entstanden sind, so bleibt fur 
datta nur dadita. Weit Srger ist doch Griech. d*da><7off$v, ch<Fa£a?, 
didaexijoccifu, dedida%a. 

Wie wir nun ein tibergreifen des i vocals der einen wurzel 
bemerken, so zeigt sich auch ein solches des u der wurzel du in 
das gebiet der wurzel dha. Neben dem inf. dhyai finden wir namlich 
einraal in der Vaj. S. 3, 13. dhvai (Avest. merengeduye) ; accent, zu- 
sammenhang und erklarung des commentars stimmen iiberein. Im 
Rgveda VI, 60, 13. hat die gewonliche form dhyai dieselbe an diser 
stelle verdringt. Aber in offenbarem zusammenhange damit stehn die 
suffixe, dhve dhvam, dvai selber als 2. pi. conj. medii. Dises dhvai 
ist vollkomen identisch mit dhyai und unterscheidet sich von dem* 
selben offenbar nicht mer als ein lat. creduo von einem altir. cretim 
credio. Es musz also der vocal von dem doppelganger der wurzel 
dha, von da entlehnt sein. Hierausz ergibt sich weiter, dasz Griech. 
(a)&ov nicht Ssk. dhvam und (um so vil mer) Griech. (<s)fts nicht 
Ssk. dhve sein kann, da im Griech. ein fibergreifen der vocale ausz- 
geschloszen ist. Auszerdem steht nun sicher, dasz Griech. (ff)#«t 
wirklich Ssk. dhyai ist (vgl. Av. voiidyai vaedyai viduye ved. ira- 
dhyai). So beschrankt sich die anzal der medialen verbalformen, 
welche im ind. praes. med. dem Griech. und dem Ssk. gemeinsam 
waren, auf vier: 

1 2 3 4 5 6 7 

1. {xsv&ai) nsv&oficu -fiai -fiat, -fiai -fiat, -fiat, 

2. xtv&t(a)ai ► (a)ai •(a)cti -{a)cti -(<r)at -y-n 

3. ntv&sxai, ► xcu. -tat -xai -tat -rat 



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158 



1. nsv&oiua&a 

2. (ittv&at,?) 

3. nsv&ortcu 

1. nsv&opsad'ct 

2. (ittv&ai?) 

3. nsv&ovxai 



? 
vxai 


-pso&a 

•ad-ov 

-vxai 


-lieo&a 

-a&ov 

-o&ov 


-pea&ov 
o&ov 
-a&ov 


• • • 


<J&6 


-fteo&a 

•O&B 


-peo&a 

-O&S 


-fisa&ct 
-o&e 


-fitod-a 
-a&e 


vxai 


-vxai 


-vxai 


-rtcw 


-vxai 



Warura konnte der dual 2. nicht bodhadhyam gelautet haben 
und so nsv&sa&ov auf nsvfoa&tov (statt auf -a&Fov) zuriick zufuren 
sein ? weil (&)&£ auf keinen fall sich von einem dhy6 herleiten laszt, 
und die zweite dualis doch der zweiten plur. nachgebildet wurde, 
(daher die dritten dualis durchausz selbst&ndige entwicklungen der 
einzelsprachen sind, und im Got. und Lit. ganz felen, was ser na- 
tiirlich ist, da 3. si. und 3. plur. von der 2. si. 2. plur. zu scharf 
getrennt waren, als dasz es damals hatte nattirlich erscheinen konnen, 
beide im dual zu identificieren, einem doppelten beispile des gegen- 
teiles gegeniiber). Auch hat das Gotische keinen dual medii, obwol 
dasselbe keine zu verachtende entwicklung des mediums aufweist. 
Es hat also ganz gewis vor der nachkeltischen zeit noch keinen 
dual medii gegeben. 

Die entwicklung des Sanskrt.-mediums ist weniger einfach; es 
geht offenbar von der allgemeinen medialform ai e ausz (wir setzen 
der einfachheit wegen 6) 



1. bodhe bodhase 

2. (bodhe) bodhase 

3. bodhe bodhase bodhate 



bodhe bodhase 
bodhase 
bodhe bodhate 



bodhe 
bodhase 
bodhe bodhate 



1. bodhe bodhavahe 

2. bodhe 

3. bodhe 

1. bodhe bodhamahe 

2. bodhe bodhe 

3. bodhe bodhante 



bodhavahe 

bodhe 

bodhe bodhete 

bodhamahe 
bodhadhve 
bodhante 



bodhavahe 

bodhe 

bodhete 



bodhavahe 

bodhete 

bodhete 



bodhe 

bodhase 

bodhate 

bodhavahe 

bodhethe 

bodhete 



Das v, welches wir dem m gegeniiber im dual finden, konnte 
erst in einer zeit entstehn, in welcher das pron. der 1. prs. in plur. 
du. m und v zeigte d. i. in der germ.-slav. periode, nach der kel- 
tischen; daher kein ksyoFsv moglich. Vrgl. dovvai doptvai got. -os 
-u, welche falle beweisen, dasz fur eine griech. 1. dual, die voile 
moglichkeit bestand sich zu halten; aber die moglichkeit des ent- 
stehns felt. 



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159 



Man kann sich also nur wundern, wenn Prof. Friedr. Muller die 
fabel von der entstehung der personalsuffixe aus den personalprono- 
minibus seinen lesern von neuem auftischt 

Die endung -p^v ist offenbar mit \iai engverwandt; ein altes 
mai spaltete sich in fiat (iiji pri, und an pri wurde das v der 1. si. 
act der histor. z. angefiigt. Dasz (iai specifisch Griechisch ist, wird 
durch das Gotische bewiesen, welches sonst findama (findamai) wie 
findada zeigen miiszte. Aber weil alt findai zu finda wurde, welches 
mit 1. si. act. identisch ware, so walte man die form der 3. si. 





1 
"5 «*3 


It. 
prf. 


i 1 

® 2 


prf. 




Pi 


81av. 
prs. prf. 


3 5 


pr£ 


Sandskrt 


>1 «s p, 

>>1 


praes. 


pr£ 


1. 


1. • 




[aizua 
ersetzt 




ai 




M« 


[ai]6 


& 




e 


2. 






durch 


[i-ai] i 


ai 


ai 








ft 


6 


3. 




i- ver- 
setzt. 


-ada 




ai 


ai 






§ 






1. 
























I 2 ' 
3. 
















14 


a 
a 


Hi* 


a 
a 


1. 
2. 
























3. 










ai 















Wir haben hiemit zeigen wollen, wie die neuste sprachwiszen- 
schaftliche methode vorgeht, wie sie dinge behandelt und erklart, 
ohne den wirklichen zusammenhang und die wirkliche bedeutung 
derselben zu ahnen. Weil an ein und derselben stelle -do und -di dha 
und dhi vorkomt, werden die beiden direct zu einander in beziehung 
gesetzt, und wird alles, was dagegen spricht vollstandig ignoriert. 
So werden in Prof. Hiibschmanns neustem buche die wurzeln p& 
f sich auflenen' und py& 'schwellen' getrennt, wiewol ihre identitat 
offenbar ist, nur urn die vermeintliche schwachung von k zu i scheinbar 
durchfuren zu konnen. 

tJberhaupt operiert die neueste sprachforschung mit terminis, 
die sie auf objecte oft anwendet, fur welche dieselben keineswegs 
gemeint waren, und keineswegs gemeint sein konnten. Gewis ware 
man nie auf ein vocalisches (sonantisches) m n gekomen, wenn es 
kein sonantisches r 1 gegeben hatte. Nun beruht aber die (ohnehin 
blosz scheinbare) vocalitat des r 1 auf einer bedingung, die bei m 



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160 

n durchausz felt, n&mlich darauf, dasz nach r 1 em vocalischer nach- 
laut (was man svarabhakti nennt), vorhanden war, und somit die 
continuitat in der auszsprache mit dem folgenden consonanten felte, 
die sich beider nasalis schon durch die assimilierung derselben an 
den folgenden consonanten kenntlich macht. Ganz abgesehen davon, 
dasz r 1 nicht verschluszlaute sind, wie m n. Aber freilich, wenn 
man schon so weit gekomen ist, dasz man den physiologischen unter- 
scbied zwischen ton und gerausch aufgibt, dann ist eigentlieh eine 
discussion tiberfltiszig. Prof. Friedrich Miiller scheint disz gemerkt 
zu haben, als er in seiner darstellung statt der nasalis sonans die 
vocalis nasalis an die stelle setzte. Aber dadurch wird das object, 
um das es sich handelt, wesentlich ein anderes. 

Auch die art, wie die processe in beiden fallen vor sich gehn 
sollen, ist verschieden; warum wird ausz r im Griech. nicht a wie 
ausz m n? oder ausz m n nicht ua va: entweder ausz idv&ov ida&ov 

o o o o r e 

(ygl. (icctp ippaitieg zu ihxqutoo) duQdunta ausz daQdaQiitm) oder 
ausz efind-ov i%f\dov ipva&ov B%vadovl Wenn wir von $rambh vi<j- 
rabdha und nicjrmbha haben, so ist doch klar, dasz im ersten falle 
m ausz gelassen wurde. Und in fallen wie Aa^tpaxog Acctyaxog sollen 
wir letzteres ausz Apipaxog erklaren? auch Ilayog kann ausz einem 
IJa^Kpog entstanden sein; kccpipavy und Xatpavr], Xccppda und Xctflda 
worausz Aafidaxog f der hinkende' (hinweis auf schrift; vgl. Acuog 
der linkshandige, Oldlnovg der klumpfuszige). Dagegen erklart es 
sich in ser naturlicher weise, dasz r 1 in den verbindungen u r w w V 
durch das schwinden der vocale bisz auf ein minimum, mit dem 
reste diser vocale zu einer einzigen silbe wurden, in der nun der 
zitterlaut das iibergewicht bekam, und den vocalischen laut vertrat, 
warend der verschluszlaut hochstens denjenigen teil seiner articu- 
lation behalten konnte, der tonend war, also mit dem vorausz gehnden 
vocal zu einer vocalis nasalis verschmelzen muszte, d. i. man konnte 
einen teil des luftstromes durch die nase gehn laszen, das verschlusz- 
element muszte zum mindesten fallen. Es ist disz besonders desshalb 
natilrlich, weil schon der nasalis vorausz gehnde vocal in seinem 
letzten teile durch die nase gesprochen wird. Wird nun der ausz- 
fall des voraus gehnden vocals angenomen, so bleibt nur der ver- 
schluszlaut iibrig, der zur silbenbildung untauglich ist. Auch dvijvo&av 
(vgl. dyqo%a) ist zu erklaren ausz dvav& avccd wie hrjyo%a ausz 
hex ftir iveyx, vgl. dkakx. 

Ist nun schon die physiologische natur von r 1 m n so ver- 
schieden, dasz die identificierung derselben nichts anderes als eine 



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161 

verbalbehauptung zu sein beanspruchen kann, so inusz disz noch in 

vil hoherm grade gelten von der identificierung diser laute in ihrer 

Yermeintlicli vocalischen gestalt mit i u, die in hochst gedanken- 

loser weise so weit getriben wird, dasz man ein entstehn diser ihrer 

vocalischen form r 1 in n vor andern vocalen behauptet, und ihnen 

die fahigkeit zuschreibt wie i u ein y v, so ein halbvocalisches r 1 

m n zu erzeugen. Da verbindungen it 11 mm nn sind verbale be- 

hauptungen, denen der reale boden felt; denn man musz bedenken, 

dasz es sich nicht um y und v iiberhaupt handelt, sondern um ein 

ausz i u bei folgendem vocale zur vermeidung des hiatus entstan- 

denes iy uv. Weisz man genau, dasz es ein solches iy uv gegeben 

hat zu der zeit, in welche das vermeintliche rr u. s. w. gesetzt 

werden miiszte ? Dise producte sind uberall spat, manchmal felen sie 

ganz. Und doch ist die zumutung iy uv zu bilden eine vil geringere 

als die anstrengung, die ein it mm erfordert. Und rr etc. sind nur 

copien von iy uv. Durch die vorausz setzung derselben beweist aber 

die neueste methode, dasz sie r 1 m n vor vocalen nicht fur moglich 

' o o o o ^ 

halt Da nun sogar iy uv ganz gewis das alter nicht haben (es 
muszte denn der hiatus fur die ursprache durch einen neuen ukaz 
verpont werden), das denselben zukomen muszte, damit sie die proto- 
type fur rr etc. abgeben konnen, so erhellt deutlich genug die 
ganzliche unwahrscheinlichkeit solcher monstroser combinationen. Es 
blibe also nur noch ubrig dise als die prototype jener zu 
empfehlen! Dasz wir aber recht haben, wenn wir behaupten, die vo- 
calis nasalis von Prof. Friedr. Muller sei etwas anderes, als die na- 
salis sonans der neuesten sprachforschung, dflrfte ausz den von diser 
postulierten lautcombinationen mm nn mit sicherheit hervorgehn. 

So ist auch die nasalis sonans in yeygatpatai yeyQucpato wider- 
legt durch Boeotisch latQotsvaftri (oft); dessen # nur von eineni 
vorhergehnden v herriiren kann. Andererseits ist die (nicht voll- 
standig durchgedrungene) aspiration vil zu jung um von einem vor- 
dialectischen sonantischen n herriiren zu konnen. Es hiesz 
also iGTQccrevavrcu und um so mer ysyQcupavTai. Bei der natiirlichen 
schwirigkeit, welche der gleichen in vorhinein berechnete construc- 
tionen demjenigen bieten, der sie widerlegen will, ist anderseits jede 
tatsachlich durchgefiirte widerlegung von um so groszerem gewichte 
und um so entscheidender. Die moderne methode musz immer an 
dem uberlieferten meistern : doki%6s ist dok%os obwol daregha dirgha 
draghiyan (diriz) one anname der zweisilbigkeit nicht zu begreifen 

Tr.: FUo»ofie, d#j«pl» » filologie. 11 



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162 

sind. Aber eigentlich ist es das i, welches a tout prix beseitigt 
werden musz; so wiszen die gelehrten, dasz das i des Sanskrt (das 
sogen. bindevocalische) & gesprochen wurde, u. a. lappische erfin- 
dungen, die nur deshalb nicht lappisch sind, weil sie producte einer 
berechnenden unaufrichtigkeit sind, die ihre behauptungen mit schein- 
barer unbefangenheit schon von weitem so einrichtet, dasz sie sich 
dadurch der notwendigkeit entzieht, zu schluszen zu komen, die ihr 
unangenem sind, wie direct auch die tatsachen darauf hinweisen 
mogen. Daher wiszen die gelerten alles beszer; jede tatsache wird 
umgedeutet, corrumpiert, und das corrumpierte ist nunmer die tat- 
sache. So mit bezug auf das i wird ganz vergeszen, dasz die form 
hunairy&Sc doch sicher alter ist als hunare, u. a. f&lle mer. Sollte 
doch schon die ubereinstimmung zweier so weit von einander ab- 
stehnden sprachgebiete wie Griech. und Er. Ind. die echtheit der 
form doki%6g auszer zweifel setzen. 



5>Si<P — 



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INHALT. OBSAH. 



Verzeichniss der im Jahre 1885 Seznam pfednasek roku 1885 ko- 
abgehaltenen Vortrage . . . . S. IV. nanych str. V 



1. Kovdf E., Uber die Bedeutung der possesaivischen Pronomen fur die Aus- 

druckaweise des substantivischen Attributes 3 

2. Pmrik F, Pftvod jmena „Cech" 10 

3. Konrdd K., Pos?4tn< pfsen polska, s obzvlastnim zfetelem k posv&tne* 

pisni geske* 15 

4. Lem A., Uceni Petra ChelcickSho o bytu ofiiatce 57 

5. MenKk F„ Kalendarnf zpravy o nfckterych Moravskych bratrech .... 67 

6. Lndwig A., Uber die Erwahnung von Sonnenfinsternissen im Rgveda . 76 

7. Glater E., Die arabische Aussprache 90 

8. Jirecek J., fiber die culturellen Beziehungen der Ungarn und Btihmen im 

14. and 15. Jahrhunderte und uber die ungarischen Husiten 101 

9. Jvre&ek K., Die Beziehungen der Ragusaner zu Serbien unter Car Urol 

und K6nig Vlkasin (1355—1371) 114 

10. Kalousek J., Dy6 bully dane do Kutn£ Hory r. 1401 a 1403 141 

11. PmM: F., Etymologie des griech. hvict, twdmg, ivevfjuovta, hang . .150 

12. Ludwig A., Uber -do -dere in den lateinischen compositis 152 



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List. 12.1 o>t 




A **^ 




3* 



[38 



Sitzungsberichte 



der konigl. bohmischen 








PHI'LOS. - HISTOR. - PHILOLOG. CLASSE. 






>=^MB 



~m 1886. 



(§&*- 






VESTNIK 



kralovsk6 



• > 



i 



CESKfi SPOLECNOSTI MUK. 



TRIDA FIL0S.-HIST0R.-FIL0L0G1CKA. 



I 




RfcP 




y^C2L 







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VESTNIK 

krAlovsk£ 

CESKfi SPOLECNOSTI NAUK. 



TRIDA FILOS. - HISTOR. - FIL0L0G1CKA. 



KIK'NIK M 



S 1 tabulkou. 



-^«>- 



Y ^RAZE. 

UKLADBM KRiUOYSKE CESKfc spolbCnosti haul 

1887. 



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SITZUNGSBERICHTE 



DBR lOHIGL. bOHMISCHEH 



GESELLSCHAFT DEB WISSENSCHAFTEN. 



PHILOS. - H1STOR. - PHILOLOG. CLASSE. 

J- 

JAHRGANG 1886. 



Mit 1 Tafel. 



-<J^>- 



Y R A G. 

TBRLAG DBR KOnIGL. bOHM. GBSBLLSCHAFT DBR W1SSBHSCHAFTBM. 
1887, 



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IV 



HARVARD C0LII6E LIBRARY 
^DEXTER FUND 



Seznam prednasek 
o zased&nich tfidy pro filosofli, ddjepis a filologii 

roku 1886 konan^ch. 



— K3E2- 



Dne 11. ledna. 

Dr. A. Zucker: PHspSvek k nauce o v^voji Hzenl trestniho francouz- 

sk6ho. (Pokracov&nl.) 
Ant. Rybicka: 2ivotopis humanisty ze XVII. stoletl M. Faberia. 

Dne 25. ledna. 

M. Hattala: V^klad hrozby Pfemysla Otakara II. u Dalimila kap. 92. 
Dr. J. Goll: jednotS bratrsk6 na konci XV. stoletl. 

Dne 8. tinora. 

Dr. J. Goll: stavu jednoty bratrskS na konci XV. stoletl. (Po- 
kracov&nl.) 

Dne 22. tinora. 

V. V. Tomek: Z mlstopisu Star^ho mesta Pra2sk6ho „o zdech Sta- 

r6ho m£sta a rynku i jeho okoll tt . 
Dr. J. Kalousek : Nekolik pozn&mek o pochybnostech prof. Gebauera 

v pricing pravosti rukopisu Kr&lodvorskSho a Zelenohorsk6ho. 

Dne 8. brezna. 

Aug. Sedhicek: 1. prvotnfm sidle a znaku rodu LobkovickSho. 



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Verzeichniss der Vortrage, 

welche in den Sitzungen der Classe Br Ptiilosophie, (esdiicHe nod Philologie 

im Jahre 1880 abgehalten wurden. 
38 



Den U. Januar. 

Dr. A. Zucker: Zur Geschichte des franzosischen Processverfahrens. 

(Fortsetzung.) 
Ant Rybicka: Biographie des Humanisten des XIII. Jahrhundertes 

M. Faberius. 

Den 25. Januar. 
If. Hattala: Erklarung der Drohung Pfemysl Otakars II. bei Da- 

limil. Kap. 92. 
Dr. J. Goll: tJber die Bruder-Unitat am Ende des XV. Jahrhundertes. 

Den 8. Februar. 
Dr. J. Goll: Ober den Zustand der Bruder-Unitat am Ende des XV. 
Jahrhundertes. (Fortsetzung.) 

Den 22. Februar. 

W. W. Tomek: Aus der Topographic der Altstadt Prags „iiber die 
Mauern der Altstadt, des Ringes und seiner Umgebung." 

Dr. J. Kalousek: Einige Bemerkungen iiber die Zweifel des Prof. 
Gebauer betreffend die Echtheit der Koniginhofer u. Griinberger 
Handschrift. 

Den 8. Mftrz. 
Aug. Sedlicek: 1. Uber den urspriinglichen Sitz und das Wappen 
des Lobkowitzschen Geschlechtes. 



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VI 

2. PdnS Jindfichovo z Riesenberka pojedn&nf o rod6 pdnfiv 
Svihovsk^ch. 

Dnc 22. b*ezna. 

Jos. Truhiaf : bohosluZebn^ch pfsnlch k pocte HusovS v XV. a XVI. 

stoletf slo2enych. 
P. K. Konrdd: psalmodii starocesk6. 

Due 5. dubna. 

V. V. Toraek: Z mlstopisu Star6ho mesta Pra2sk6ho. (Pokracovdnf.) 

Dnc 3. kvetna. 
Alfr. Ludwig: 1. tak zvan6m imperativu medii v jazyku gotsk6m. 
2. nov6in vykladu casu ininuteho v latinS na ui. 

Dnc 17. kvetna. 
Dr. J. Pr&sek: pocdtcfch nez&vislosti medsk& 

Dne 31. kvetna. 

Alfr. Ludwig: nov&n vykladS latinsk^ho perfekta na ui. 

Due 11. Hjna. 

Rud. Kreutz : spojenf Horn! a Dolnf Lu2ice se zememi koruny 
CeskS. 

Dne 8. listopadu. 
Dr. Pic; prdvu rumunsk&n a pomiru jeho k pr&vu byzantsk6mu 
a slovansk^mu. 

Dne 22. listopadu. 
V. V. Tomek: 2idovsk6m hfbitove v Piaze. 

F. Tadra: dvou rukopisfch byvate knihovny 01e§nick6, totii „Zal- 
WH Podebradsk6m a a „Kronice Cesk6 a . 

Dne 6* province. 
Dr. J. J. Loewe: John Bramhall, biskup Derry'sk^ a jeho pomer 
k Tom&si Hobbes-ovi. 



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VII 

2. Des Herrn Heiurich von Riesenjjerg Abhan dlungen iiber 
das Geschlecht der Herren von Svihov. 

Den 22. Mftrz. 

Jos. Truhl&r: tJber die gottesdienstlichen Huslieder aus dem XV. u. 

XVI. Jahrhunderte. 
P. K. Konrdd : tJber die altbohmische Psalmodie. 

Den 5. April. 

W. W. Tomek : Aus der Topographie der Altstadt Prags, (Fortsetzung.) 

Den 3. Mai 

Alfr. Ludwig: 1. Uber den sog. Imperativus Medii des Gothischen. 
2. (Jber eine neue Erkliirung des latein. Perfectums auf ui. 

Den 17. Mai. 
Dr. J. Pr&sek : t)ber die Anfange der Unabhangigkeit der Meder. 

Den 31. Mai 

Alfr. Ludwig : Uber eine neue Erklarung des lateinischen Perfectums 
auf ui. 

Den 11. October. 

Rud. Kreutz: tJber die Vereinigung der Ober- und Nieder-Lausitz 
mit den Landern der Krone Bohmens. 

Den 8. November. 
Dr. Pic: t)ber die runianischen Gesetze und deren Nexus mit dem 
byzantinischen und slawischen Rechte. 

Den 22. November. 

W. W. Tomek: tlber den alten Judenkirchhof in Prag. 

F. Tadra : tJber zwei Handschriften der ehemaligen Oelser Bibliothek. 

Den 6. Dezember. 

Dr. J. H. Loewe: John Bramhall, Bischof von Derry und sein Ver- 
haltniss zu Thomas Hobbes. 



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PREDNASKY 

~V SEZENICH T^ID 



PRO 



F1L0S0FII, DfiJEPIS A F1L0L0GII. 



VORTRAGE 

IN DEN 

SITZITNGEN DEB C L ^. S S 

fOr 

PH1L0S0PHIE, GESCHICHTE UND PHILOLOGIE. 



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NAkUdem kril. 6esk6 spol. nauk. — Tfckem dra. Bdr. Urtgm t Praia 1886. 



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1. 

M. Martin Faberius Rakovniclrf. 

Pod*?* Alii RyblSka dne 11. ledna 1886. 

K mu2fim, kteft v prodleni stoleti XVI. d&kladnou znalostf 
jazykft klassick^ch ve vlasti naSi se proslavili a jmenovitfi tehd&2 
y m. Chrudimi usedll byli, v§fm pr&vem po&tati n&leii tolik62 M 
Martina Faberia Rakovnick6ho. Jako2 aJS po tu chvili jenom 
skrovn^ch dat o n&n u vefejnost se dostalo, *) vyhledali jsme nSkolik 
arsfch zpriv k iivotu a p&sobenl tohoto nevSedniho humanisty se 
Yztahujlclch i poddvtoe je tuto u vefejnost — a to zdrovefi dodatkem 
k nasemu vypsfol: erbovnich a patricijsk^ch rodin&ch 
y XV. — XVH. stoleti v m. Chrudimi usedl^ch, kter&5 bylo 
vytdSttno r. 1883 v zpr&v&ch o zased&nl kr. £eskg spole£nosti nauk. 

Martin Faberius narodil se v druh6 Stvrti stoleti XVI. v m. 
Rakovnfku, odkudi se tak6 jmenoval a psdval Rakovnick^, Ra- 
coneus. Nabyv v Skole rodi§t£ sv6ho potfebn^ch vSdomostl z&klad- 
nicta, odebral se na vysok6 uSenl praiskG, kde2 r. 1577 stal se ba- 
kalafem svob. um&nl a hned na to jmenov&n jest sprfivcem tehd&z 
kvetouci Skoly v m. Chrudimi, maje sobS za pomocnika (kolegu) pfi- 
dan6ho Jana Nejedl6ho DvorskSho. Pobyv tu celf rok M. Faberius 
Yritil se do Prahy a podniknuv zkouSku pfedepsanou, pov^Sen jest 
dne 30. z&ti r. 1579 — za rektora university M. MatSje Dvorsk6ho 
z H&jku — na hodnost mistrovskou. O Havle r. 1580 M. Martin R. 
QYizal se podruhG v sprdvu Skoly chrudimskS, pH Semi pofilnal sob6 
s takovou horlivostl, ie se mu dostalo obecng dftv&y a viinosti ; 



♦) SloYnfk NauC m. st 2. 



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proceiJ tak6 mestskd rada chrudiinskd po projitf urcit6 lhftty spr&vnl 
rektora university praisk6 dfttklivS za to 2£dala, aby M. Martin Fa- 
berius na dale je§te pri spr£v6 Skoly tamni zftstayen byl. AvSak 
k velik6 nelibosti rady chrudimsk6 nevyhovel rektor universitnf pfani 
a Jddosti t£to, jmenovav M. Martina R. na rok 1581 sprdvcem skoly 
jin& Jakmile v§ak rok ten proSel, M. Martin R. vr&til se ihned do 
m. Chrudimi, usadil se tarn na dobro, vzal tamt62 pr&vo m£stsk6 
a o^enil se s Ludmilou, poz&stalou dcerou vdienSho nekdy tamniho 
souseda Gideona Sperata (f 1577.), nabyv s nl domu v ctvrti bohate 
i jin^ch gruntft Sosovnfch. Jak6 v£2nosti M. Martin R. j\Z tenkrdte 
v cel6 obci chrudimsk6 poifval, k tomu ukazuje mimo jin6 predkem 
to, ie hnedle r. 1583 vzat byl do rady mestskS, v nii napotom a2 
do sv6 smrti seddval. Pfi torn spravoval jin6 je§t& dftle2ite utady ve- 
fejn6, jsa starSfm latin, sboru literdtsk6ho, inspektorem skoly Chru- 
dimsk6, r. 1597 bernfkem krajsk^m a j. v. Bohuiel — jsa privS 
v nejlepsfm v6ku a nejvfitSi cinnosti obcansk6 — zachv&cen jest pa- 
nujfci tehddi bolestf moral, kter6 casu toho tolik mu2ft vzicn^ch za 
ob6t padlo, a zemfel ve stfedu po sv. KrySpfnu 1. 1599 k velik6mu 
zdrmutku sv^ch spolusousedft, jako2 i cetnjfch pfdtel prazsk^ch i ven- 
kovsk^ch. Smrt jeho opSv&na jest tehdej&fmi b&sniky dom&cimi, J. 
Kamp&nem, M. Kristofem Bohdaneck^m, J. Karolidem a jin^mi, anobri 
ztr&ty jeho Zeleno je§t6 po drahnS let v Chrudimi, v Praze i jinde. 

NeboC M. Martin Rakovnick^ prohliM po celf cas sv6ho v m. 
Chrudimi pfebyv&ni co nejbedlivSji a nejsvSdomiteji k platn6mu vy- 
zdviieni a vzdel&ni dobr6ho obce tamni; nad to byl on — jakoi ji2 
vy§e ps&no — mu2 tak ucen^, vzd&an^ a spanilomysln^, ie m61 
tehd&2 m&lo sobe rovnych mezi spolusousedy sv^mi. — Co se pak 
tyce literirnlch, jmenovitS b&snickych pracf M. Mart. Rakovnick6ho, 
tyt nejen u vrstevnikft jeho, alebri i u pozdejsich naSich humanistft : 
Boh. Balbfna, Ad. Voigta, Faust. Proch&zky a j. byly na slovo brtoy 
a chvileny. Zvl&$t6 vychvaluji se dv6 v6t§i bdsn6 Faberiovy, totiz : 
B&seh o bohatci a Lazarovi (de epulone et Lazaro), verSi latin- 
skfmi a reck^mi sepsand a vypsdni dSjin knfzat a kr&lfi ce- 
sk^ch, verSi lat. zdelan6. *) Mimo ne sepsal M. Martin R. je§t6 
mnoho Msnf pfilezitostnfch, vetsich j. meusfch, pak nemdlo n&pis& 



*) Boh. Balbfn pise v sve* Bohemia docta II. st. 294 o M. Mart. Faberiovi 

takto : „M. Faberius vir magnae literaturae, cujus historia de 

Epulone et Lazaro, graeco et latino carmine eleganter expressa, multum 
mini placuit." 



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(epigramft), epitafif a t. p. *) JmenovitS zftstavil n&m vStsf sbfrku 
epitafif, r. 1581 v Praze u Jiffho Nigrina vyti§t£nou, dosavide ne- 
znimou a ndleiitfi neocenSnou, k nI2 tuto ukazujeme a ji sireji vy- 
piseme, jeSto v ni spatfujeme velmi platnou pomficku ke kulturnim 
dgjindm vlasti na§i vfibec a m. Chrudimi zvl&§t6. 

Zajfmavd bro2urka tato m& tento ndpis: Epitaphia aliquot 
honestorum virorum et de ecclesia atque republ. chru- 
dimena optime meritorum, qui intra plus minus decern et 
septem annos, perfuncto fideliter suae vocationis munere, in aeternam 
pie commigrarunt patriam. Scripta pietatis et observantiae ergo a M. 
Martino Faberio Raconensi. Anno ultimi teinporis MDXXCI. 
Dignum laude virum Musa vetat uiori. Pragae excusum in 
officina Georgii Nigrini. — Ctemef v knfSce t6 tyto kusy: 

In manes pios doctissimorum virorum M. Jacobi 
Codic illi Tulechovii Ludimoderatoris et Venceslai 
Przeluceni Cantoris, quorum auspiciis schola Chrudimensis recens 
extructa est. Anno Domini 1550. Scholaloquitur. (Bisen latinskd). 

Amplissimis et humanissimis viris D. Iudici caesareo, Coss. 
et senatoribus atque adeo omnibus & singulis civibus inclytae 
respubl. Chrudimenae, amicis & fautoribus suis observandis S. P. D. 
(UtinskS promluvenl M. Martina Rakovnick6ho k spr&vc&m obce 
chrudimsk6.) 

Epitaphium in amplissimos et praestantes viros D. Joannem 
Corbarz, Primatem, dominum Joannem Franc z, Regium Judicem, 
D. Yenceslaum Vulcznuvek & D. Georgium Hanykyrz, 
Senatores chrudimenses, quorum posteriores duo pro extruenda schola 
non parum pecuniae donarunt. Anno 1550. (Bdsen lat.) 

Honestis et integris viris judicibus olim caesareae majestatis 
D.Thobiae Kochanek a Ko chankov a 26 Februarii Anno 1566, 
D« Johanni Pieczek a Radosticz 6 Januarii 1576 &D. Johanni 
Pacha I. Martii Anno 1580 placide ex hac vita migrantibus. (Epita- 
fiam lat). 

Viris matura aetate et rerum usu Claris D. Simeoni Francz 
aLyblicz, Philosofiae baccalaureo. Anno 1566. Martii 8. D. Georgio 
Rosa, Anno 1572 20. February. D. Georgio Hniliczka, Anno 1573, 



*) Za naseho t letech £tyfrdc£tych v Chrudimi pfeb^vanf viddti bylo v chr£- 
mich tamnfch gv. Michala a sv. Kiiie jeSt6 nfckolik tabul s latinskymi 
a feckymi epitafiemi, M. Mart. Faberiem zd&lanymi. 



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6 

10 Maji, pie & sancte obdormientibus, civibus et senatoribus de patria 
sua optime meritis. (Epitafium lat.). 

Prudentissimis viris D. VenceslaoLauka, anno 1562 Septem- 
bris21. D. Georgio Hanykyrz, eodem anno 5. Octobris D. Mar- 
ti no Hostowsky. Anno 1572. Aprilis 28. Civibus et primatibus pie 
ex hac aerumnosa vita decedentibus. (Epitafium lat). 

Piis manibus optimi et doctissimi viri D. Petri Falconis 
Pisceni, artium Philosophiae Baccalaurei, civis et primatis dignissimi, 
qui ante paucos dies a Naeniis Divi Caesaris Maximiliani n. Roman. 
Imperatoris & domum reversus in gravem morbum incidit. Ex quo 
non convaluit, donee ad coelestem patriam emigravit. 4. Aprilis 
Anno 1577. (Epitafium feck6 s lat chronografem). 

Reverendis viris ministris olim ecclesiae Christi in eadem re- 
publica fidelibus D. Thobiae Borotino & D. Georgio Mode- 
stino Thaborino: quorum ille anno 1567.23. Novembris, hie 1573. 
10. Maji vita pie functus est. (Epitafium lat). 

Honestis viris D. Martino Rubero Piseczeno, anno 1571. 
Aprilis 7. D. Georgio Pivniczka a Radosticz, Anno 1575. 
Februario 14., D. Georgio Slamae, Anno 1578 Aprilis 1. & D. 
Danieli Rosino anno eodem Aprilis 14., Civibus & Senatoribus 
pie demortuis. Vita breve bonum. (Epitafium lat). 

Johanni Cutilio Curio, artium philosophiae baccalaureo 
ludimoderatori, atq. diserto viro Gedeoni Sperato Civi, quorum 
ille anno 1570, ultima Novembris, hie vero Anno 1577. 4. octobris 
ad aeternam emigravit patriam. (Latin, a freck6 epitafium). 

Alliud eidem Cutilio Duchoslaus. *) 

Clementi Albino, viro honesto, qui ultimam vitae clausulam 
pie obsignavit 10. Januarii Anno 1580. (Latin, epitafium). 

Johanni Negedlio Curio, civi et scribae, collegae olim suo 
fideli qui discessit ex hac vita 24. Aprilis Anno 1580. (Epitafium feck6 
a lat.). 

Aliud eidem Duchoslaus. (Epitafium *eck6 a latin.). 

Clarissimis viris domino Venceslao Hulricho, D. Valen- 
tino Brzesovsk^, D. Georgio Rychnovino, coronae literatorum 
apud Chrudimios, Officiariis & senatoribus : totique adeo D. N. litera- 
torum societati, amicis suis observandis oc felicis concordiae ergo 



*) Jest to Duchoslav T agar in, mtatsty pfsaf a Housed chrudimaky i ne- 
vsednf humanista. (Slov. Nauc. IX. st. 626 a 627). 



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hanc Psalmi 133 paraphrasim ofFert et dedicat. (0b§frn6 bdsen feckd 
a latinskd). 

Koncice toto vyps&nf, pnpomfn&me jeStfe, ie z kn6h chrud. ne- 
Tychdzf, ie by byl M. Martin R. zftstavil nSjalrfch dfidicft pfiroze- 
nych, a tudii se podob*, ze zenrfel bezdStek. 



2. 

bohosluiebn^ch pisnfch k poctg Husovg v XV. a XVI. 

v£ku sloien^ch 

Cetl Jos. TruhlaF dne 22. bfezna 1886. 

Majice na zfreteli pravdu obecnS uzn&vanou, ie mnohondsob vice 
pftsobf pftklady nei slova, Bndze pochopfme zajiste velkf vliv osob- 
itosti Husovy, kter^ za obecn6 pokleslosti mravft sv6 doby kouzlem 
osobni bezuhonnosti vfetSinu n&roda cesk^ho nefku k nov^m n&uk&m 
s?ym, je£ ostatnS s katolickymi nehrubS se rozch&zely, ale ku tragi- 
ck&nu osudu vlastnimu tolik pHpoutal, ie na gigantsty odpor proti 
resker&nn z&padnfmu kfestanstvu se vzchopila. Bylt n&rodu sv6inu 
mistr Jan z Husince pro t bezuhonn6 mravy mu2em svatym, po hroznS 
pak smrti stal se mu dokonce mucenfkem. Tomuto smysleni sv6mn 
dali stonpenci jeho zihy hlucny v^raz ftidfce napfed jej potom n&- 
sledniky jeho, pfede v§emi Jeronyma Praiskgho, kone£n£ vSechny, 
kteh v boirfich vdlefinych rukama nepr&tel nAsilnfe zahynuli, mezi 
domacf mucenlky a „d£dice u i slavfce pam&tku jeho a jejich jako 
zasvfcceny sv&tek nArodni. J£ v n&sledujfcfm cteni jen jedn6 strdnky 
acteni tohoto-Tnlnlm se ponfikud fiffe dotknouti, totii hyinnodie, pokud 
v pfsemnych pam&tk£ch XV. a XVI. v6ku k osot>6 HusovS se tdhne, 
ostatnfch pak strdnek pf edmStu tohoto jen, pokud k ucelu m6mu po- 
neknd aspon se hodf.*) 

Ze vSech posud zndm^ch pisni o Husovi nejstarSl zajiste jest, 
kterou Palack^ v Archive cesk&n VI, 33 ze souv6k6ho rukopisu 
Tfeboftskgho vydal, jei takto se po&nd: 

srolanie KonstanskS, 
Jeni s6 nazyv&S avat6, 
Kak si bez opatrnosti 
Zhladilo bez milosti 
ClovSka svateho t 

*) Kterak Has a stonpenci jeho v XV. veku ctSni byli vflbec, o torn jest za- 
jimave' yyps&ni v Pam. arch. VI, 180. 



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8 

Ackoli j\i v pfsni ttto Hus slove mu£em svat^m a sbor cfrkevnf 
z usmrcenl jeho trpce se k4r£, pfec zmirnfena invektiva ta konecnou 
slokou, v n!4 sbor je§t6 shrom&Sd&rf k pok&nf se vyzyvl I kdyby 
osloveni tohoto nebylo, cely r&z skladby sv&lci, ie povstala pfsen ta 
z prvnlho dojmu po neblahS katastroife KonstantskS; jest to jaksi 
v^kHk vzbuzen6ho soucitu s mu2em pro beziihonnost mravnl v ndrod6 
obllben^m. A5 plsen ta do cirkevnlch zpSvnfkft i kaliSnick^ch i bratr- 
sk^ch pozdfeji se dostala,*) pfec od ostatnlch skladeb sv6ho zpflsobu 
touto povahou bezprostfednlho v^razu citov6ho a nedostatkem vSeli- 
kfch ucelft vedlejSlch a strannick^ch (na pf\ dogmatick^ch a polemi- 
ck^ch) valnfi se liSi. Kdybychom tudfi ani nemSli ji v zdpise skoro 
soufesnSm, lehko uhodli bychom podle povahy teto, ie sloiena byla 
z4hy po smrti HusovS. 

ZvldStni skladbu latinskou pojal Frind mezi pMohy III. dilu 
svych dfejin (Kirchengesch. Bohmens in, 344) z kanciondlu LitomSH- 
ck6ho,**) kde pod obrazem up&lenf Husova pr^ se nal6z£, i myslf, ie 
povstala hned po katastrofS. Kterak mylno domnfeni toto, dokazujf ctyri 
prvnl verSe, humanisticki to disticha: 

En primum vatem divisa Boemia sacris 

Edidit in Latios, concita terra, viros. 
Ordinis antiqui non nescius ipse superbnm 

Dixit pontificem, maxima Roma, tuum. 

Tak6 n&ledujicf u Frinda verge, ac jsou-li to verSe, jei nacM- 
zeji pr^ se nad tfmi obrazem Litom6ficlrfm, jsou pozd6jSIho pftvodu, 
jelikoi majl do sebe zfejmy r&z po katolicku obarven6 liturgie kalis- 
nickg, kter£2to barveni, jak zn&mo, jen znen&hla se d&lo. Zn£nf jejich 
jest toto: 

Laetetor in domino mater ecclesia, 
Quae tempore concilii in Constantia 
Parturiens per ignem Johannem 
Hus cum Jeronyme transmisit ad coelestia. 

Ale nei v problrfinl plsni o m. Janu Husovi sloien^ch buderae 
pokra£ovati, naskytuje se n&m otdzka, kterak k nov6mu svStci tomu 
rozlicnS strany ndbo4ensk6 v Cechdch v rozlicn^ch dobdch se chovaly, 
jin^mi slovy pokud uctfenf jeho v bohosluibdch doch&zelo v^razu. 
Odpovidajlce k oUzce teto nem44eme mlti zfetel k menSim odrfld&m 



*) Podl6 Jireckovy Hymnologie nal6za se v kancionale z r. 1522 ; v kancionale 
Miftnskelio z r. 1531 jest melodie takto naznacena: „m& svu nothu"; ko- 
nednd neschazf ani jeltfl v bratrskSm kancionale SamotulskSm z r. 1561. 
**) Kancional tento klade Vocel (Pam. arch. HI, 243) pfed rok 1617. 



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9 

niboienskyin hnutf reformacSnfho, ponevadi v^stirednl sekty tyto chylily 
se spfse k dogmatick^mu i ritualnlmu nihilismu, ktery ovsein ani 
s Husem v^minku delati nemohl, n&m postacf hledeti pouze ke kali§- 
nikfim, k jednote bratrskS, naposled k luter&nftm XVI. veku. Utrak- 
viste zajiste pocali sv&tek Husfiv svStiti velmi zdhy po smrti mistrovfi 
a mnohem drive, nei clrkevnl historik Frind se domnfv&. Tyi toti2 
(Kirchengeschichte IV, 23) pravl, ie kn&fcstvo strany Rokycanovy na 
synodfi Kutnohorsk6 roku 1441 shrom&M6n6 vzpouru proti mirafrjSfm 
administrator&m pod obojl Praisk^m, kteh na kompaktatech pfrestd- 
vali, prohld§enlm sv&tku „svat6ho inucenika Husa" korunovalo. Sne- 
senf sjezdu KutnohorskSho vydal nejprve v podvr2en&n znenl Theobald 
(Hu8sitenkrieg II, 86), potom spr&vnS ProcMzka (Miscellaneen I, 
354), ale ani jeden ani druh^ ani konefinS Tomek v d&jindch univer- 
sity Pra2sk6, k nim2 Frind na onom mfstS pfimo a nepHmo poukazuje, 
o prohl&Seni torn niceho nemaji. Pf es to v§ak pfese v§echno nesmfme 
o torn pochybovati, ie ji2 pfed tlmto rokem a dlouho po n6m pa- 
m£tka up&leni Husova 6. Servence kaid6ho roku ctSna byvala s ob- 
dobnymi jin^m sv&tkum katoliclrfm obfady kostelnfmi v chrdmech 
strany pod obojl. Pfede vSlm svSdci o torn cetnd datov&ni v listech 
verejnych XV.| stoletf. Ale v^slovn6 ustanoveni svdtku tohoto na- 
chizlme teprv pft roce 1524*), ackoli „Stafi letopisovS ce§ti" jii 
k letfim 1503, 1517, 1521 o n&n pfipominajf **). Tak<§ n6kter6 
zbytky bohoslu2ebn6 se n£m zachovaly. V H6flerov6 publikacl „ Scrip- 
tores rerum Hussiticarum" II, 836 nach&zf se latinsk6 k&zdni v den 
sv. mucenlkft Husa a Jeronyma, vydan6 z rukopisu kapituly Pra2sk6, 
kter^m kdz&nfm jedna str&nka bohosluZby utrakvistickG v pamdtn^ 
den tento dolifiena jest.***) Tak6 v latinsk^m vyd&nf spisft Husovych 
(v Norimberce 1558, II, 360) vytiStSny „Sermo habitus in Bethlehem 
a quodam pio in memoriam novorum martyrum", k&zdnf postrddajlci 
ohn§, kter^ po smrti jejich vzplanuv po tolik let v myslech ceskych 



*) Bartosova kronika, vyd. Erben, str. 29. 

**) O torn, co slavnost tuto v svatvecer r. 1517 pFedchazelo, vypravuje leto- 
pisec takto : „V ned&li u vigilii M. Jana Husi a M. Jeronyma Prazskeho, 
kdyz bylo po jitrnf, a potom i v pondeli na tyz svatek konsele Prafcsti 
palili ohen pod mostem na malem ostrftvku bll£ krucifixa, a na ve£i mostske 
trubaci slavne troubili, na bubny bubnovali, z bakovnic s mostu stfileli 
a z tarasnic take" stfileli od mlynfiv k Petfinu; a pan purkmistr Sigmund 
od TviH b panem Janem Hlavsou a n£kteK jini z panflv byli na vezi na 
most& dfvajfce se na ten ohen doluv, kdez lidu bylo velike mnozstvf na 
moste* i po bfezfch. A p£ni kanovnici z hradu nelibe to nesli." 

***) Jelikoz na konci pfichdzi vytka Bratffm, jest kaz£nf toto z pozdejsf doby. 



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10 

HvS pldpolal, nezdd se byti k&z&no brzy po katastrofe a sotva za 
trv&nf bouft husitsk^ch. Tolik o kdzdnich. Mne ud&lo se najiti pfi 
ti&ttn&n katolick&n brevteri kostela Pra2sk6ho z r. 1492, o nem2 
n!2e povlm vice, tfi tak zvan6 ine§nf kollekty, jei patrn£ odfikivAny 
byvaly pfi m§i v den pamdtky Husovy. Jsou tarn prips&ny rukou od 
zmfn6n6ho tisku jen o m&lo mladSf na pr&zdn^ch nekolika listech pft- 
viizanych k brevi&i jinak katolick6mu ale k potfeb&m nejak^ho kneze 
utrakvistick6ho takto upraven&nu.*) Znfenf jich jest toto: 

I. Quesumus, 0. D., ut nos geminata leticia hodierne festivi- 
tatis excipiat, que de beatorum martyrum tuorum Johannis Hus et 
Jeronymi glorificacione procedit, quos eadem fides et passio flammi- 
voma vere fecit ecclesie germanos. Per d. n. J. Chr. etc. 

II. 0. S. D., qui in sanctorum martyrum tuorum Johannis Hus 
et Jeronymi cordibus flammam tue dileccionis ardere fecisti, da cor- 
dibus nostris eandem (sic) fidei et caritatis augmentum, ut quorum 
gaudemus triumfis, proficiamus et exemplis. Per d. n etc. 

III. 0. S. D., fortitudo amancium et martyrum palma, solemni- 
tatem huius diei propicius respice et ecclesiam tuam continua fac 
celebritate letari, ut intercessione beatorum martyrum Johannis Hus, 
Jeronymi sociorumque eorum omnium in te credencium vota perficias. 
Per d. n. etc. 

K temto zbytkfim bohosluiebnych modliteb latinsk^ch starSich 
kalisnikft dru2f se snad te2 hymnus vydan^ od Hoflera (Scriptores 
II, 230) z rukopisu dvorni knihovny Vfdensk6 4902. NApis jeho jest 
„ hymnus de M. Johanne Hus", zac&tek pak a konec zngji takto: 

Plaudat chorus fidelium 
Laudes solvendo debitas 
Cuncta regenti**) domino, 
Per quem victores triumphant; 
Qui de gente Bohemiae (sic H.) 
Mundi vergente termino 
Zelatorem suae legis 
Johannem Hus dedit populo. 



*) Utrakvist6 uznavajfce z&vaznost usneseni synody Praiske* z r. 1421 (XXII: 
Item quod quilibet Christi sacerdos, cui tempos et locus facultatem dant, 
ad horas canonicas sit obligatus — Prochazka, Misc. 1, 30S) ufcfvali katoli- 
ck6ho breviafe kostela Praiskeho (secundum rubricam Pragensem) pfede- 
psanSho synodou r. 1412 (Hafler, Concilia Prag. 71). 

**) Htifler £te „regente a . 



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11 



Cuius spiritum dominus, 
Pro quo pugnavit strenue, 
Ornans*) coronis coelicis 
Sanctorum iunxit agmini. 



st&H rukopisu, z nehoi kus tento vynat, vydavatel niceho 
oepodotkl,**) ani konecne strofickgho rozcl&nkov&nf nepostihl, nybr2 
vse vydal, jakoby prosa bylo. Jsme tudii odk£z&ni sou dice o skiadbe 
t&o pouze k slovtim krom6 toho zajiste jeStfe zmatene zapsanym 
a ctenym. Prede vSlm vnucuje se n£m oUzka, m&me-li tu pred sebou 
jednolitou pftvodni pfeefi o Husovi ci padelek z jinSho hymnu cirkev- 
nlho k ucelfim bohosluzby husitsk6 pozm^n^ny a upraveny. Jd klonim 
se rozhodng k druh6 alternative maje na zfeteli nezHzenost prostf ednl 
tudli zm£nen£ cdsti pfsnS naproti metricky a prosodicky dosti spr£v- 
n6mu poc&tku a konci; coi jiz z ukazky svrchu podanG jest tuSfm 
patmo. Majit to bfti nerfmovanS ctyrf£dkov6 sloky z jambick^ch 
dimetrfl,***) i dala by se prvnl a poslednl sloka nepatrnymi zm£nami 
sprarne sestaviti. Cfrkevni b&snictvl tahovShoto druhu a zpftsobu pfi- 
nalefcf star&fm dobim stfedovfcku, nikoli prvnf polovici XV. stoletf, 
i mohla v t6to dobS plsei na§e ze star6 b^ti pfedSldna, nikoli p4- 
Todne slozena. Teprv v XVI. stoletf za pfisobenf studif humanistickych 
byly takov6to skladby op£t inoiny. Kdybychom k tomuto rdzu hymnu 
naSeho nepHhlfZeli, musili bychom vzniknutf jeho za pflcinou verge 
s vergente mundi termino a , v n£m6 by se stopy chiliastick&io ucenf 
jevily, poloZiti na samy pocitek bouH husitsk^ch. Ale toho neucinfrae, 
nfbri latinsk^ hymnus ten tu§im spr£vn6ji tak ozna&me, 2e byl on 
od ngjakgho kn&e husitskgho k bohoslu2b6 v den sv&tku Husova 
z nejak6ho starSfho cfrkevnfho tak pfedeldn a upraven, aby mohl 
zejmena v brevi&fi zastupovati mlsto obvyktych hymnft, je2 se tu 
s modlitbami, £almy a lekcemi stffdajf. VSak i takto jest to zajfmav^ 
zbytek liturgie utrakvistickS z on6 starSf jeStS doby, kdy latinsk^ 
jazyk v bohosluflbe pfevWdal.f) Ve stoletf XVI, jak uhlid&me, bylo 
jinak. 



*) H6fler £te B orans a . 
**) Katalog rukopisu (Tabulae codicum III) uddva XV. stoletf vftbec, ale podle 

ryctenych kusu druh^ch h&dame na cas okolo 1450. 
***) NaleSite* k takov&o sloce, ktera* v latinsk6 hymnologii velmi zhusta se vy- 
skyta, rozmanite" melodie nazyv&ny jsou v kancionAlech „obecnf notou* 
(T&borsky v predmluvg k Pisnim Starelio zikona 1577). 
t) Velmi diviti bychom se musili, ie tak zvany latinsky missal Tynsk^ (Pam. 
arch. IX, 397), kterj na desce mi rok 1521, o Husovi niceho nema, kdy- 
bychom smeli s pisatelem clanku missal ten pokla^dati za utrakvisticky. 



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12 

ZvUStnf zmlnky hodno, ie z vy§e podan^ch trf kollekt jen tifetf 
obsahuje prosbu za pffmluvu tohoto svateho, ie tudfi, ponSvadi v teto 
v6ci reformatofi ce§tf se rozchfizeli jedni v pomoc svat^ch vSrfce, druzf 
nic, utrakvistick^ knfiz mfil tuto na vybranou. Tdborsk^ knfiz zajiste 
nebyl by modlitby posteze zapsan6 ftkal. Vidyt Chelcicky sdm v replice 
proti Rokycanovi*) vyt^kd Husovi u2fvaje mluvy apokalyptick6, ie 
„tak6 se napil vfna velik6 kurvy", ponSvadS pr^ nesprdvnS sm^slel 
o zabfjenf, pffsah&nf a obrazech. Z vyroku tohoto, ktery vyjadfuje 
smySlenf knSzf Tdborsk^ch velini doMe, slu§ne moin& odvoditi, ie 
radik£lov6 ti ani o novSho svateho hrubS nedbali. S n&hledem tfmto 
srovn&v£ se ponfekud t64, ie do kancion&lu Jistebnick6ho, sd£lan6ho 
pfred r. 1450, Mdnd pfsen o Husovi nenl pojata,**) afikoli kancion&l 
ten nevyjadfuje ucenf kneif T&borsk^ch, nfbri splSe od mfrnSjsfho 
n£kter6ho husity ale v prvnf dob8 nad&enf ndboiensko-revolucnfho po- 
Jfzen jest. 

Tak6 Bratff, jak zn&mo, v pHmluvu svat^ch nevefili, i byly 
u nich sv&tky svat^ch, pokud o nich dbali v&bec, pouhymi „pam&t- 
kami tt , \ei pffpadnymi pfsnSmi oslavovali v§eho v nich bedlivfc se 
stfehouce, co by za vzyvdnf o pffmluvu mohlo se vyklddati. X kan- 
cion&lech svych pozdejSfch nesmSli se ovSem pamdtce Husovfc vyhnouti, 
ac necht&i-li vftbec postaviti se mimo spolecnost ceskou, jei k prv- 
nimu inucenfku nov6ho hnutf ndbo2ensk6ho s uctou pohlfiela: ale 
opravdu dbali oni o Husa mnohem in6n6 nei o v5elijak6 „patriarchy a 
a biskupy sv6. 

Proto zajist6 nepoSla z kruhfi tfichto latinskd pfsen o Husovi, 
kterou nynf uvedeme, a£ ona v pfrekladS £esk6m objevuje se v kan- 
cion&le SamotulskSm z r. 1561 a v nov6 uprave op6t v bratrsk&n 
zpevnfku z r. 1598. Pfsen tato latinskd nach&zf se prips&na v teie 
inkunabuli, ze kter6 jsine svrchu podanS kollekty vyhali. Oznacfme 
ji tuto §ffe. Stojf v knihovnfi Klementinsk6 (sign. 42. G. 28.) s tfmto 
titulein v explicitu : Breviarius horarum canonicarum secundum veras 
rubricas archiepiscopatus Pragensis ecclesiae ordinatus .... impensis 
ac sollerti cura ingeniosi viri Georgii Stuchs de Sultzpach quam 
nitidissime (vytistSno : nitide) in inclyto Nureinbergensium opido (sic) 
impressus anno 1492. V pffvazku jest zaps&n jinou od zuiinen^ch 
kollekt rukou okolo r. 1500 tento 



*) Goll, Quellen zur Gesch. der Brttder II, 89. 
**) Srovnej M. Kolarftv 61anek v Pam. arch. IX, 826. 



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13 



*) Rkp: leges. 
**) Rkp: termino. 



Johannis Hus ympnus. 

Pange lingwa gloriosi 

Prelium certaminis, 
Quo bellantur studiosi 

Serui diui numinis 
Contra dolos criminosi 

Et peruersi agminis. 

Yirum gignit virtuosum 

Bohemorum regio, 
Ca8tum, pium, fructuosum 

Sao fouet gremio; 
Viua fide animosum 

Transmittit concilio. 

Ibi legis*) ueritatem 
Forti mente promittens, 

Tectam cleri uanitatem 
Clara voce detegens, 

Ac uiuendi paritatem 
Per scripturas astruens 

Tanquam prauus condempnatur, 

Verus a fallacibus, 
Vinclis diris mancipatur, 

Iustas a sceleribus, 
Sanctus igne concrematur 

Seuis a tortoribus. 

Hie fidelis coronatur 

Seruus vite laurea, 
Et honore sublimatur 

In celorum patria, 
Qui triumphat, dam luctatur 

Mundi cam malicia. 

Patri summo atque nato 
Laus sit et imperiam 

Spiritai ac beato 
Vltra eoi terminum,**) 

Qoi fideli tribolato 
Saum dedit gaudium. Amen. 



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14 

Jak kazdy ihned pozndvd, jest to parodie zndm6 clrkevnf pisne 
„Pange lingua", ale parodie smyslu vd2n6ho a opravdov&io, skl4dan& 
dosti dovedne. V kanciondle Samotulskgm, potom v kancion&le r. 1598 
(oba jsou bratrsti) nal&za se pisne teto cesk^ pfreklad, pohfichu velmi 
nepovedeny co do b&snick6 hodnoty jako nejvfetSi pocet cel6 t6 spousty 
clrkevnlch plsni refonnafinlch. K vflli melodii*) ponechina ovSem 
strofickd kostra hymnu latinsk^ho, ale celek zneSvafen rymov&nfm 
aabbcc (na miste ababab), cimZ povstAvi nesnesitehrf r^m verSft 
osmislabicnych se sedmislabifatfmi. Proto podivim tuto na ukAzku 
jen prvnl sloku. 

Zpfvej jazyk o pfeslavn6m 

Boji rytflrsk6m snaingm, 
Kter^fc vedau osviceni 

Bozskan mod odeni 
Proti Istem pfevr&cengho 

Haufd ziosti pln6ho. 

V musejnfra v^tisku kanciondlu bratrsk6ho z r. 1598 oznaiena 
pisen ta spr&vnS takto: „Pra2skd z latinsk6 a . Ze to pfeklad, dokdzdno 
nynl nalezenym latinsk^m origindlem: zbyvi n&m jeStt objasniti pH- 
znak „Praisk& a . Hymnus tento neobsahuje sic niceho, co by ucenf 
bratrsk6mu pfirao odporovalo, ale oslavuje tak nevSednS Jana Husa 
(parodujfc jej s Kristem), Ze podle toho, co jsme o BratHch svrchu 
pfipomenuli, nemoZni dom^Sleti se, Ze by byl nSjaty £len jednoty 
toho se odvdzil. „Pra2sk£ u znamen* tedy „utraquistick£ a , a sice 
v XV. v£ku zcela spr&vnfe, ponSvadi hlavnlm sldlem a oporou mfrnfcj- 
§fho utrakvismu byla Praha.**) M4me-li v§ak povstdnf hymnu toho po- 
lofcti v ony doby bouflivS, kdy sttli aPraiand" proti Taborfim, nebo 
na konec stoletl XV, kdy vyvinula se ji2 jednota bratrskd, neni zatlm 
moZn& rozhodovati. 

V kanciondle Mtfinsk6ho z r. 1531 jsou tH plsnfe o Husovi,***) 
z nich2 jednu (0 svol&ni Konstansk6) jiz svrchu jsme uvedli. Druh& 
zpfvand „obecnf notou" zacin* takto: 



*) Pozoruhodno oznaSeni melodie t6to ▼ kancion&lu Samotulskem, kde stoji 
zpivd se jako : „Boze, jen2 si na vysosti*. VyhlediU-li tu, stoji tarn teprv : 
zpiva* se jako „Pange lingua 11 . 
**) Jestd r. 1494 pise Bohuslav z Lobkoyic, ie do lftna cirkve vratiti se chtejf 

„Pra£an6" = utrakviste* (Nova epist. appendix, ed. Th. Mitis, 27.). 
***) Predch&zi sic jeste" jedna nadepBana „na den svatych mucedlnikav z n£- 
roda £esk6ho mistra Jana Hasi a mistra Jeronyma", ale povsechn^mi fra- 
semi druii se ona k detn^m pisnim, jez v kancionalech nadich pod z&hlaYim 
„o obnoveni cirkve" se nachizeji. 



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15 

Y milosti bozf mistr Hus Jan 
Z <Sesk6 zem6 svaty yydan, 
Jenz jest upalen 

Pro pravdu boii 

V Konstancf od roty biskupske* 
Letha bozfho tisfcfho StyHsteho 

Patnacteho. 

Ten jest kazal svate* cieni, 
To ceska zeme doMe vi, 

Ale rota mniiska\ 

Kanovnicka, nemecka, 
Vydali svfidectvi kHve* do Konstancf 
Na mistra Jana ze zlosti 
Bez milosti. 

Tyto dvS sloky, je2 ani nevlme, dobfe-li jsme na verSe rozfilin- 
kovali, na uk&zku postacl. Podivn^m zpftsobem konecnd sloka s me- 
trickou kostrou slok pfedcMzejfclch nikterak neshoduje se, i zd£ se, 
le z jin6 pfsnS, mnohem onacejsf, zde mane ulpela. Znf takto: 

A ty mila husi, 
Vzdycky k tobe mnsi 
6echo?e lasku mfti; 
Nebt nevedl kde vziti 
Kazatele tak ctneno. 

NejstarSf zmlnka o pfsni teto, jen ie s odchyln^m poc&tkem 
,V nadeji Boil mistr Jan Hus a , jest ve Star^ch letopisech na r. 1521, 
kdy zpfy&na pfi process!, kter6 pofadali utrakvisW v Praze v ned&i 
po m. Janovi Husovi. 

Tfetf plsen nacMzf se \6i v kancionile RosaciovS z 1. 1583 a2 
1585 s pozn&mkou, ie „tlacena b^vala ptt Sivotu Husa a Jeronyma". 
Zpfv& pak se podle Miffnsk6ho jako „V§emohucf boie cos na mne u , 
podle Bosacia jako „Ave rubens rosa tf . Prvnl sloka znf takto: 

Mnozi su skladali, 
Smrt mistra popsali*) 
Jana Husi ctneho, 
V povSsti dobrSho. 
R° Kak**) jest se na smrt chystal, 
Neb jest z hfichov trestal . 
Tak sv6tsk6 i duchoyni. 
Dosel jest od nich hanenf 
I na smrt vydanf. 



*) Mir. pospali, Rot. sepsali. 
**) Mi*, i Ros. majf: tak. 



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16 

Mimo tuto pisen md utrakvisticky kanciondl Rosacifiv jestfe tH 
pisnS o Husovi, jichi ndm zdroven uddvd skladatele. Jest pr^ to 
„mistr Vdcslav Vodnansk^, nekdy plsaf radni mfista Zatce." M&2eme 
mu veriti, jen ie zftstdvd pochybno, jsou-li 6esk6 tyto pisne origin&ly 
nebo pfeklady pfsnf latinsk^ch od t6ho2 mistra sloien^ch. Ty totii 
natezaji se ve zpevniku latinskSm ve Wittenberce r. 1554 vydan^m, 
jehoi titul jest: Venceslai Nicolaidis Vodniani Cantiones evangelicae 
ad usitatas harmonias, quae in ecclesiis Boemicis canuntur, accom- 
modatae. Zde jsou ovSem jen dv6 latinskS pisnS o Husovi, av§ak 
dr21 v sobe vSe to, co ve tfech cesk^ch u Rosacia obsaieno. Prv6 
sloky jejich znSji : 

I. Martyres Bohemici 
Festum dederunt genti, 
Qaod hodie celebrat 
Bohemus quisque ac dat 

Laudes creatori. 

II. Laudandus in secula Deus! 
Is voluit, at Bohemas 
Inclytus populus et armis clarus 
Etiam illi esset charus 

Per veram doctrinam ei traditam 
A docto atque sancto. 

K prvnl t6sn£ pKl6hd obsahem i formou tato ceskd (v kancio- 
ndle cis. 112), je2 zpivd se jako: svoldni Konstansk6: 

Nuze mill CechovS, 
Den slavny pamatujme 
Nasich milych krajanftv. 
Ktefiz pro Boif pravdu 
Zbaveni iivotuv. 

Druh6 ponekud se bliii cis. Ill s timto pocdtkem: 

Bud z toho vScny Bah pochydlen, 
Kteryi jest s Ceskym Nirodem 
Sve* milosrdenstvi z hojn6 milosti 
Ucinil, kdyz jest jemu vzbudil 
Mistra Jana Husi, jenz odkryl 
Bludy skodlive* cfrkve scestne\ 

Tfetf plseii Nikolaidova md v RosaciovS kanciondle pod cis. 110 
tento poddtek:*) 

*) Kterak ji moznd bylo zpivat jafco : „Putovali pautnfci k syatSmu Jakubu* 
tgiko vyzpytovati. 



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17 

Kratce vam oznamim 

To, co2 v pravd& vim 
mistru Janovi 

PHjmlm Husovi, 
Co4 jsem o nem slejchal 

Anebo Sftal. 

Skladatel osvfedcuje na konci, 2e vypravuje n6kter6 v£ci o Husovi, 
jichz jinde nepfipomfndno, ale kter6 pr^ on jsa jeho krajan stychal 
o n&n y PrachensWra krqji od stared. Tak o chud6 jeho matce, jei 
nesouc pecen chleba budouclmu preceptorovi mateho Jana do Pra- 
chatic na ucenf vedla. Ta pry cestou tHkr&t poklekla k modlitbe. 
V 16. roce pHSel pr^ Hus na universitu Prafekou. Pozasmtti se muslme 
tomn, co v pisni ddle stoji, ie toti2 skladatel kaliSnlk (ale jii spf§e 
luter&n) odporu£uje tomu, kdo by chtgl vice o Husovi se dovMSti, 
dflo EneiSe Sylvia! T42 legenda o mlddi Husove natezd se v latinsk6 
skladbe NikolaidovS, kterou jsme els. II. ozna&li, po torn takd v jedng 
prose kancion&lu £&slavsk6ho z r. 1557, nynl ve dvornl knihovne 
Vldensk6 (Pam. arch. VI, 52). 

V kancion&le Jana T&borskSho z r. 1590 jsou tfi pfsnS o Husovi, 
z nichi prvnl oznacuje vydavatel jako n velmi starou", o cemi sluSnS 
moin& pochybovati. Po5f n& se takto : 

Hnsi mild, 

Y Konstanci odsauzena" i zbaven* 

tftadu kn&sklho 

I raucha meineho, 

Tot jest jm&m6, 

ie jsi pftjal to pravo apostotekS, 

Umfel jsi na pravde slaupu cirkve svate. 

R° NynSjif pak kn&f, 
Jen* tifady td^f, 
Na to jsau se vydali, 
Aby z&kon bo&i potupovali. 

Podle pfenfi teto slo2il T&borslrf r. 1556 ndsledujfcf: 
Mistfe slavn^, 

Jene Husi, uciteli pHkladny, 
Tebe potupil sbor knb&skf nepfikladny. 
By byl nynl, 

Bez tveho na snfim Konstansty jeidenf 
Doma od sv^ch tak6z vzal by pohan&nf. 

Tteti koneenfi plsen v terni kancionile poefnd se takto: 
Vfcrni Cechov6, Pana Boha chvalme, 
Radujic se v tento den jemu podekujme, 
iet prvotne nad jine viecky vokolni zeme 
Dal nam z hojn6 milosti svau pravdu poznati. etc 

If.: Fllmfe, dtjepls a llologio. 2 



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18 

Ne2 v XVI. stoletl pocal lesk pamdtky Husovy ponendhlu bled- 
nouti tak6 v kruzich utrakvistick]fch. Ddlo se to p&sobenfm nov6ho 
uceni Lutherova, ktery zejmena s Bratffmi v torn se shodoval, ie 
vzfy&ai pomoci svat^ch jest bez uzitku, ano jako modlosluiba ani 
pfipou§t6ti se nemd. Ucenfm tlmto oslavovdnf svatych pozb^valo 
lesku a svdtky jejich star6ho sv6ho rdzu, kter^ jevival se hlufinymi 
processfmi: tak6 svdtku Husova reakce tato nemohla nedotykati se 
tlm vice, ilm neodolateln&ji nov6 radikdlnSjSi ndzory protikatolick6 
do zemS se hrnuly. Luterdnstvf uchvdtilo za nedlouho vetSinu pH- 
vritencfi utrakvismu, kter^ nem£l nikdy pevn6 pfidy pod nohama po- 
tdceje se mezi odporem proti femu a vyhleddvdnim smfru s nim. 
Nyni ovSem vetSina utrakvistfi, vlastnS jii luterdnft, na smlr nepo- 
mySlela, ale tak6 tradiclm svym, ano t6m nejobllbenejSim v ndrodS, 
pomdlu proneveHla se. Tak ji2 r. 1543 usneslo se Prazsk6 knSMvo 
pod obojl neodb^vati process! v den pamdtky Husovy, kter$5 b^valo 
zvldstS hlucn6, i musilo bfti rozkazem krdlovsk^m k obvyklym ob- 
fradftm t6m6r pfinuceno.*) Konservativnejsi v t6to v6ci byla ovSem 
utrakvistickd konsistoh Kdy2 r. 1548 pocalo se jednati opravdoveji 
o arcibiskupa pro obe velkS strany ndbo2ensk6 v Cechdch, kaliSnfci 
v mnoh]fch jinych kusech povolujlce pfec jeStfi vyslovnS si vymino- 
vali, ie svdtek m. Jana Husi svdtiti chtejf.**) Ale t6hoi roku musila 
t&z konsistof k dotazu o svficenl svdtkfi dopsati Kadafiskym, aby 
svStili, jestli oby6ej v m6st6 pamdtku ciniti".***) Tato podmfnka mluvi 
zfetelnS dosti. Ne2 svdtek Husflv aspon v Praze a mSstech ceskych 
slaven — ov§em jii m6n£ hlucne — ddle, a je§tS r. 1584 brali velmi 
za zl6 m. Petrovi Kodicillovi, ie v kalenddfi t. zv. pranostice na 
r. 1585 svdtek ten vynechal. Tot62 vynechdni stalo se potom je&t6 
ve dvou po sob6 jdoucfch pranostikdch ; v minucf na rok 1588 vy- 
nechdn sic svdtek ten op6t, ale v pfidanG pranostice pravl se: „ve 
ctvrtek po pamdtce m. Jana Husi". Tak6 z jinych kalenddM te doby 
vychdzl na jevo, jak6 bylo v t6 veci tenkrdt v Cechdch kolfsdni. 
V kalenddfi Hubera z Rysenpachu (nekatollka) na r. 1590 nachizi 
se pH 6. cervenci prdzdnG mlsto, snad aby si je vyplnil kdo jak 
chce; ale tfi pranostikdf v rocnlku ndsledujlcfm jii op6t klade svdtek 
Husfiv cervenS. Kalenddf vydany od M. Ondfreje Mityska, sprdvce 
Skoly Kutnohorsk6, k letu 1593 md pfi 5. cervenci, n ie Cechov£ 



*) Tomek, cfrkevnf spraVS utrakvistfi, Mas. 1848. I, 463. 
**) Jedndnf konsistofe utrakvistickd, vyd. Borovy. I, 264. 
***) Tamie I, 230. 



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19 

pod obojl pHjfmajice sii prav^ aud cfrkve", ale 6. 6ervence vynechal 
Husa pfrec*) Takovd, nejistota zavl£dla tenkrit mezi Cechy, kdyz 
s?£ho 86 zbavujice kazd^m rokem vice pod&vali se cizote; i zdd se, 
ie sv&tek tento slaveny jestS po rftznu a ob cas jedinym skoro zfistal 
pomnlkem star6ho utrakvismu nyni jii zcela polutfen6ho. 

Vedle toho uddla se v liturgii utrakvistickG ve stoletf XVI. je§t£ 
ta zmena, ie naproti jazyku latinsk&nu, jehoZ bohoslu2ebn6 zbytky 
n6kter6 o svitku Husovu svrchu pf ipomenuli jsme, opanoval r. 1524 **) 
jazyk n&rodni bohosluzbu liplnfe. Tak nach&ziine v rukopisn6m gra- 
du&lo, kter^ r. 1572 obec men§fko mSsta Pra2sk6ko znamenit^m n£- 
kladem si pofldila, kter^ pak nynl v knihovnfe KlementinskS se nal6zd, 
jii cel6 B officium o svat&n mistru Janu Husovi" v jazyku £esk6m. 
Jest to introitus, dve rozlicnd tak zvani aleluja, jedna antifona „ mis to 
offertore" a konecnS zn&my hymnus „Zpivaj jazyk" (pisen tak na- 
zran* „Pra2sk4 z latinsk6 a ). Ve stoletf XVII. jiz vsechna bohoslu2ba 
pftvritencft tak zvanS konfesse ceskS kroniS BratH jest luter&nskd — 
oySem v jazyku ceskSm. Kterak Cechov6 jen ponendhlu obfady kato- 
lick6 menfce k t&nto koncfim dospivali, a jak£ nejistota, rflznost, ano 
zmatek v tfickto vScech je§t6 na poc&tku teko2 osudn6ho v6ku pano- 
valy, dovfd&ne se z pfedmluvy Z&vorkovy ke knize „Pravidlo slu2eb- 
nostf cfrkeynlch", vydan6 r. 1607. Zmatky ty zameziti bylo prdvfi 
dcelem tohoto dfla Zivorkova, jez stoji jii uplnfe na pftde luter£nsk& 
Zajimavo, kterak tu pochodil Hus. Sv&tek jeho dfive tak hlucnjfc 
a slavn^ uveden jii jen mezi sv&tky mensinii, o nichiJ se takto pfi- 
pomfnd: „Na ty dni tak6 sluzby Bozi kondny se v§iin n£bo2enstvim 
byti maji. Ale lid po slu4b£ch Boifch k pr&cem svym obrdtiti se 
mohau". Jakozto officium k paindtce jeho uvddejl se na listfi 249 
dre kr£tk6 modlitby, potom ftec z knih uioudrosti (3. kap.) a evan- 
gelium sv. Jana (15. kap.). Vsak ani dedici zemS CeskS sv. Vdclavu 
nevedlo se 16pe, nebo tak<5 jeho pam&tka uvedena zde mezi sv&tky 
mensimi. 

O jednotfi BratrskS napovSdel jsem jii dfive, ie po pffkladu 
Taborskych a Chelcick6ho o Husa pflli§ nedbala. SkutecnS nenachd- 
zime v kanciondle jejich z r. 1505, do kter6ho jsme nahledli, 2ddn6 



*) Hanus, PisemnktYO deskg hvezdoslovnS, Cas. Mus. 1862. 
**) 29. ledna t r. usneseno od stavfi svStsk^ch i duchovnfch, aby sluzby Boii 
t jazyku rozumnSm (=6esk6m) odbyv£ny byly (BartoS 29). Usneseni toto 
srSdci o torn, ie snahy tfmto smSrem Rokycanovy, o nichi v>praviye Frind 
(IV, 22), nenabyly tenkrit platnosti obecn^, aspoii pokud se cel6 mse 
dot^ce. 



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20 

pisne o Husovi. Pozdeji nejspfi pftsobenfm lidf u£enSj§fch, ktef 1 v ni 
zavUdli a nejostfejsi hrany exklusitivy obroasili, prijala nekter£ do 
zpfevnikfi sv^ch ov§em pod zihlavi „o obnovenf cfrkve", pod kterym 
z&hlavfm jeSte mnohS jin6 pisne jsou umist&ny harcujfcl skoro vesm&s 
proti a Antykristu a a „Babylonu a . Tento hare, jak pozorovati, byl 
Bratfim pamdtky Husovy dftle£it&j§fm. Z ukAzek pfsnf nlie poloien^ch 
objevf se to makavk 

Y kancion&le §amotulsk6m z r. 1561 jsou ctyH pfsnS o M. Janu 
Husovi „svat6 pamfeti". Dv6 poznali jsme jii v^Se, dvou druhych 
prvnl sloky nAsledujf tuto (ve znSnf kancion&u bratrsk6ho z r. 1598) : 

I. Narode 5esty> chvalii Boha, 

Neb tobe" obzylastnd dobrodinl mnoha 
Y torn uCinil, 

iet mistra Husa k sluibS vzbudil, 

Aby skrze jeho kazani 

Obnovil y Cechach clrkev svau pro epasenf. 

Budme vd&Sni, 

Kdofc sme toho nynf ucastni. 
R° Vzezfelt Boh na hrozne* zavedeni 

Od pfsma svat6ho, 

Vzpomenul na verae zaslfbenf 

Krysta syna sv6ho, 

£e tech dni ukratf, 

Antykrista zkazi 

Duchem ust sv^ch 

Skrze posly sy6 kazanfm jich .*) 
n. Jiit Babylon velmi klesa 

Rany Boif hodne" nesa. 

Z toho radujte se, vfirni, 

ie Boh zprostuje v&zeni 
R° Antykrysta, svudce svfcta, 

Jehoi jest ukrutnost Hta. 

Husovi je v druh6 pisni zmfnka jen tato: 

JiZl jest sto let pominulo, 
Proroctvl se vyplnilo: 
Mistr Jan Hus odpovfda, 
V pravGm uceni ozfva. 

Skladatelem prvnl pisnS uv&di se (v musejnfm v^tisku kancio- 
nilu r. 1598) Augusta, druh6 Havel Dfevlnek. Bratrsk^ kancion&l 
z r. 1597 m& jen tfi pisnS o Husovi, vynechalt ji2 plsen nejstargf 
„0 svol&nf Konstansk6 u , kterd do SamotulskSho beztoho jen nedo- 



*) Nevfm, povedlo-li se mi trojdlennou sloku tuto naleiite* rozfaditj. 



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21 

patfenfm se dostala obsahujfc n&zory prfsnS katolick6, lee krut6 jed- 
ndni sn6mu KonstanskSho k&rajfc. 

L&tka itenf m6ho, pokud se tfk& stoletf XV a XVI, jest vyier- 
pdna. Ze jsem nepodal tuto celych plsnf, nfbri omezil se pouhfmi 
jich poc&tky, nebude tuSlm horSiti nikoho, kdo zpomene na bdsnickou 
nedo8tatecnost vSech tSchto plodft vzru§en6 mysli n&bo4ensk6. Jen 
latinsfcf hymnus mnou nalezen^ pod&n jest upln, ponfevadi jednak 
prozrazuje skladatele opravdu vtipnGho, jednak vytiStSn posud nebyl. 
Na z&v&rek uvedu tuto slova Nikolaida Vodnansk^ho v pfredmluvS 
k latinsk6mu zpfivnlku svrchu dot£en6mu, nikoli Ze bych s nihledy 
jeho o tehdejSfch pfsnfch kostelnich souhlasil, n^br2 aby zfetelno 
bylo, kterak lid6 uienf a opravdu vtipnf za poetick6ho suchoparu, 
ktetf tenkrdt byl takfka ve vzduchu, o bdsnick^ch plodech soudili. 
Pozndmky k slovfim t6m pod&v&m parentheticky v z&vork&ch. 

„Apud nos infinitae sunt cantiones, quibus ecclesiae prorsus 
sine fructu utuntur. Quaedam enim sunt impiae et in nomen Jesu 
Christi contumeliosae (mysli tu snad pisnfi sekt menSfch nim hrubS 
nezn&m6), aliquae sunt barbarae et ab hominibus securis ea tempe- 
state, qua Romanus sermo vix agnoscebatur, compositae Qsou to za- 
jiste velebnd hymny latinskg starSlho stfedovfiku, jei obmezen&nu 
humanistovi se nelfbily). Nonnulae vero sic satis tollerabiles, sed 
lingua nobis vernacula scriptae (zndti tu je§t6 stfedov6k6ho hrdop^Ska) : 
exceptis his, quae ante annos plus minus quindecim a quibusdam 
eruditis et piis fuerant in ordinem redactae, neque tamen hae numero 
admodum multae (chvill tuto kancion&l, kter^ vydali Bratft r. 1541 
ktery nach&zf se jen jeStfi v moravsk6m archivu zemsk^m (srovn. 
Fejfallk, Untersuchungen iiber altbohmische Vers- und Reimkunst I. 
str. 315); Jireiek Hymnologie 15 zn4 jej pouze z Ozvdni Sturmova 
r. 1584). Tak cenil cirkevnl pfsnS v6ku sv6ho Vodnansk]^. My majfee 
v pamSti, ie podstatnou tisti pfsnfe jest n&pev, o n£m2 hudebni 
historikov6 na§i m£lo n&m povfidSli, jen k slovesnS hodnotS, kteri 
jest nepatrna, hledfti m&£eme, j& pak ve cteni tomto jen k liter&rno- 
historickS str&nce plsnf o Husovi sloien^ch zfeni jsem m£l mezi 
jinfmi ucely hlavnfmi tak6 za tfm vedlejSim, aby domnSni o ucte, 
jakou v XVI. vfcku Husovi v Cech&ch prokazovali, uvedeno bylo v n&- 
lezitou mini. 



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22 



3. 
O staro&esk6 psalmodii. 

Pojednftrt K. Konriuf, pfedloftl prof. dr. J. Emler dne 22. bfezna 1886. 

V bohat^m skladS staro£esk£ hymnologie (v nejSirSfm . smyslu) 
nikoliv poslednf mlsto diil psalmodie. Jako cfrkev Kristova jii od 
pofidtku sv6ho vMy hojnS uifvala ialmft pft ve§ker6 bohosluibfc, tak 
iinili ovSem i pfedkov6 naSi a zdhy jali se tak6 pfeklddati ialmy 
a pfelo2en§ upravovati pro zp6v. 

Po&najfce od nejstar§fho, pfsemne zachovanGho pfekladu v ko- 
dexu klementinsk&n z pocdtku XIV. stoletl a£ do poslednfho vyddnf 
ialmfi Strejcovych r. 1827. znamendme v dSjindch literatury £esk6, 
ie pfeklady, v^klady a parafrase ialmft s ndpSvy i bez nich fcasto 
psdny a ti§t£ny bfwaly bud o sob6, nebo drahnSji pHdavkem ke kan- 
ciondlfim od katolfkfi, utrakvistfi, bratrf a protestantfl, nej£ast£ji od 
bratfl fieskych, kteW je do v§ech sv^ch pozd6j§fch kanciondia poloiili 
a na slovesnS i hudebnS jich upravfi rovn62 tak jako na typografickd 
nemdlo dali si z&leZeti, ie poklddali posvdtny zp6v za hlavnf pramen 
k ndbo2ensk6mu poufienf a povzbuzenf sv^ch pffvriSencft a k zfskdnf 
novych. 

V pfedmluvdch k tfnito Zalmov^m sbornfkftm shleddvdme, ie 
vychvalujl pofadatete 4altdf& p6nf 2almft a velikou jich v^bornost 
a u&tecnost prdvS tak, jako vychvalujf je i svatf otcov6 cfrkevnl. Tak 
fiinili zejra&ia Vorlicn^, Strejc a Daniel Karel z Earlsperka. Pfed- 
mluvy kanciondlft tSchto mu2& poskytuji ndm yz&cnf material i ku 
pozndnf, jak vzdSldna byla starofieskd psalmodie, jak velikou mSrou 
pfedkov6 na§i v&iili jf sobS a jak hojnS ji proto v lidu sv6m i Sffili. 
Chceme-li tedy ndle2it6 poznati a oceniti staroceskou hymnologii, 
pfihl&lnouti jest ndm i k t<5to fidsti jejf, s obzvldStnf ldskou pfesto- 
van6. Za tfinto licelera vizme, jak psalmodie staroceskd vznikla 
i vzrostla; pak uvaime, jakou md cenu literdrnf a hudebnf. 

L Vznik a vzr&st staro&eskd psalmodie. 

a) Zaltdf byval v cfrkvi Kristov6 od poc&tku vidy nejhojn&j§fm 
a nejsv£2ej§fm pramenem modlitby pro vSecky pomSry a potfeby sou- 



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23 

kromgho zivota i vesker^ bohosiuSby. Zalt&f odkdzala cfrkev star6ho 
z&kona jako nejvzdcn6j§f dSdictvi cirkvi novSho zdkona, jei hned do 
kotebky mu vloSila. Toto dSdictvi nepominulo jako v§e ostatnl boho- 
sluzba, pouze symbolickd, nybri je§t6 mocn6ji oiSilo v cirkvi Kristove, 
je2to bylo plno ducha a iivota. „$Me ^fofaten unb Santifcn be$ alien 
©unbeS fiitb bic 2ttorgeugabe bcr Sraut Sljrifti getoefen unb lljnen cntnimmt 
btc 1>L &ir$e uod> ljeute unb bid jum jungften Jagc fcorjiigtid) iljrc Sieber." 
Tak proto napsal o tointo dedictvi v^tecny jeho znalec Dom Pothier, 
jak cteme v nemeck&n pfrekladS P. Ambr. Kienle. 1 ) Pro tu pficinu 
stala se kniha zalmft duchovnim majetkem netoliko duchovnlch sbonl 
mnichft a poustevnlkfi, alebri; cete clrkve, v§ech vSficich, ktefr dennS 
se jf cvicili, vzd&dvali a silili k obrovskSmu zdpasu duchovnimu za 
vlru k svatemu mucennictvi. Plnila se tak na pr&hu clrkve vzletnd 
slova, kterd cteme v „©ertrubenbudj" : „£)ic gonjc Sitdje, tiid^t uur bod 
$riefttrtl)uin, gtid) ciner getooltigen 5Dat>tbdl)arfc, beren gotbenc ©aiten ber 
finger ®ottcd, ber fjeitigc ®etft, munberfam friette jum fufcen $retd bed 
tflcd}8d)ften unb bed Cammed." *) Tak asi soudil o 2almech t62 n&§ otec 
vlasti Karel, ze, nemaje dosti na hodinkdeh kanovniku a mansion&M 
u sv. Vita, ustanovil r. 1360. kromS nich jeStS zvlaStni sbor Zalt&i- 
nlkfi (^clerici psalteristae"), by po hodink&ch kanovnikfi. a mansiondfft, 
co zb^valo casu dennlho a nofcniho, vyplfiovali iik&oSm Salmfi. 3 ) 

I nebude n&m tudii divno, ie shleddvdme ji£ ternS* na pr&hu 
clrkve £esk6 pokusy o pfetlumocenl pfedevSlm pr&v6 t6to 6dsti plsma 
ST. na jazyk cesk^. Sv6d£i o nich nejstarSl pam&tky jazyka £esk6ho, 
v nichi tak6 zavlrd se dvojl pfeklad Zaltafe, z nich2 jeden zachoval 
se v kodexu klementinsk&n z poc&tku XIV. v£ku, druhf ve vitem- 
bersk&n z polou t6ho2 vSku. 4 ) Text vitembersk^ jevil se pak i v nej- 
starslch pfrevodech bibll cesk6 5 ) a jinde ; text klementinsk]f vzd&dn 
pak uSIechtil^m zpfisobem ddle v rukopise kapituly mikulovskS 
z r. 1406. a pozdSji casto i jinde. 6ase, kdy asi zd61£n byl pft- 
Todnl pteklad „£alt&fe vitembersk6ho, a jen2 jest toliko opisem, dl 
Dr. J. Gebauer (1. c. XXII.) : „Pf eloienf samo dluino poloiiti do doby 
velmi star6. a Tomu svSdfii tak6 „4altAf glossovan^" ze sklonku XIII. 



l ) „2>er gregor. <S$oral." Tournay 1881. ©. 230. 

*) „<S$oxal n. 8iturgte" a. e. ©ettebtftinemtbn^, 8^aff^aufen 1865. €>. 6. 

*) Viz m€ B D6jiny posvfitn. zp6vu Btaro5esk. a I. st. 85. 

*) Jireek. B Ruko?6t u st. 365., kdefc poddno i dalsich zprdv litertlrnlch o psal- 

modii starocesk^. 
5 ) Jirecek v (3as. cesk. Mus. 1864. 290. R. 1880. vydal jej Dr. J. Gebauer; 

pri nSm viz i snlmek. Jest to latinsky text s mezifcldkovym pfekladem. 



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24 

stoletf, jeho2 glossy v6t§fm dflem se 2alt£fem vitemb. se shodujl, ale 
p&vodnf pfedlohou jeho pfece nejsou. 1 ) 

Nelze pochybovati o torn, ie tyto prv6 pfeklady nemfely jinSho 
licelu, lee pouciti o obsahu 4alm& a snad i pHuciti latine duchovni 
Mkovstvo a jin6 osoby, zejm6na feholni. V&ak z toho, ie prameny 
tSchto pfekladft jii tak z&hy a hojnS se pr^Stily v nejstarSf dob6 
clrkve cesk6, znamen&me, iet i z&liba tehdejSlch pfredkft na§ich v zalmo- 
p6ni nemaU b^ti musila. Otevfreme-li knihu iivota jejich, shled4v&me 
z cetn]fch dokladft, iet vskutku tak bylo, iet i velmoiov6 a knizata 
obcov&vali liturgick6mu 2almop£nf. Zn&mof o mucenniclrfch prvotindch 
cfrkve cesk6, ie tak cinfvali. KHStan sv&lci v 2ivotopise sv. Ludmily, 
ie tato kne^na „toho dne, kdy zardousena byti m61a, posilnivSi se 
tSlem a krvi P4n6, jala se pak neunavnou du5l Salmy p6ti.*) slu- 
Zebnlku sv. VAclava Podivfnovi pak vypravuje, ie ustanoven byv 
spr&vcem v domfi Vdclavovfe nade v§emi bydliteli, „v§ecky skoro slu- 
2ebnfky a£ do poslednlho kuchafe tak navedl, ie nebylo ternS* dvo- 
fana, jenifc by nebyl um61 2almy zpfvati.*) A jak horlivS sv. Vdclav 
s&m hodink&m cirkevnlm obcov&val, obecnS zn&mo. Ba zplvati zalmy 
pH sluibk Boii pokl&d&io tehdy tak obecn6 za povinnost vSecb, 
i rodem nejvz&cnSjSfch, ie 2almop£nf ufiiti bylo zvlAStnlm pfredmStem 
vyucovinl na tehdejsfch Skoldch. 4 ) Nejmenovan^ autor zlvotopisu sv. 
VojtScha svSdcf, ie VojtSch nevySel z otcovskGho domu v Libici prve, 
dokud nenaucil se zplvati zalmy. 5 ) Tak6 kronik&fr Kosmas dl o sob§, 
ie jii jako chlapec flkdval ialmy. 6 ) A o JuditS, potomnl manielce 
knlzete Bfretislava I. df, ie dali ji starostlivi rodicov6 do kWStera na 
vychov&nf, aby se tarn pfiufiila tak6 iait&f i. Je§t6 z konce XV. stoleti 
mime svSdectvl na kr&li Vladislavovi. PlSef o n6m J. Vorlicn^ v de- 
dikaci sv6ho 2alt&fe, kterak „ knihu zalinft svatych skrze caste pfed- 
kUddni a £Mni dobfe v pamSti zdritovati rdcil a jich netoliko pfi 
sluZbdch Bo2ich v chr4m$ P&n6 zpfvaje uftvati r&6il, ale tak6 z nich 
skrze viru Duchem svat^m tak byl vyucen, ie v kazd6m nebezpe£enstvf, 
zvU§t6 proti nepf&tel&m skrze modlitbu a pen! 2almfi k P4nu Bohu 
se utlkal." 



1 ) Dr. Gebauer, 1. c. XXIII. 

2 ) Fontea rer. bohem. I, 207. — Dejiny posv. zpSvu stdesk. I, 24. 
») Fontea r. b. I., 223. Dejiny &c. I, 39. 

4 ) Dejiny &c. st. 41. 

5 ) Ve FreherovS sbfrce desk, dejep. str. 74. 
•) Ad ann. 1074. str. 161.; st. 81. 



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25 

b) To-li na mysli v&Slme, pochopime, proc v n&rodS cesk&n 
objevila se tak zdhy potfeba pfekladu a v^kladu ialt&fre, jak jsme 
svrchu poznali; pochopime, profi jii od XIV. veku nebylo 2&dn6ho 
stoletf, v n&ni by pfedkov6 na§i nebyli nSkolikr&te, ba i castokr&te 
vydali preklad 2alt&re. Ano nemajlce na prostem vyd&ni ialmft dosti, 
zihy pKhl6dali po pHkladg jinfch ndrodft i k tomu, by upravili pfe- 
loien6 2almy v ladn6 a lahodn6 verSe voln^m pfekladem, a kromfi 
obecn^ch nipfivft by sloiili k nim t6Z um616 nipSvy. Tak u&nil 
zejm6na xxienf Slovak Vavf\ Benedikt NudoZersk^ se svjfaii para- 
frfisemi na 10 ialmfi. A zn&mot jest, Ze v roucho iasomfernych b&snf 
odeli 2almy zvl48t6 Blahoslav, Strejc, Vorlicn^, BeneSovsky a Ko- 
mensk^. 1 ) A privS tato vyddnf 2almft dostoupila v tomto zp&sobu 
tvorenl vrchole, jehoi podnes ni dostiieno neni, nato4 pfestiiieno. 
Privem proto usoudil J. Jirecek ve sv6m souboru onSch casomSrn^ch 
pfekladfi ialmov^ch fka: „Nebude tedy bohd& ni nevhod, ni nevdSk, 
jestlize prosodie t6 prvotiny, tak divno v nepamSti utonute, op6t vy- 
nofujeme a na sv&tlo vyndSfme. Jsout zajist6 tak dokonalS 
a mysll b&snickou prodechlS, ze se v nich i podnes co 
ve vzorech vz&cn^ch shledati a z nich se pfiucovati 
mftieme." *) A pro tuto pHfinu, jako4 i pro vzorn6 melodie hudebn6, 
jez priddny byly k t&mto pfekladftm ialmfi, stalo se, Ze pozdSji t6Z 
katolicti skladatete kancion&lft brali odtud t64 n£kter6 ialmy do svych 
kancion&fi, 3 ) zejm6na ze 2almfi Strejcov^ch, o nichito i Jungmann 
dotknul ve sv6 „Historii literatury c., a Ze »jSou tak jadrnG 
a vznesen£, Zet v torn druhu vyjmouc m&lo plsnl duchovnfch, nic 
so be rovn^ho nemajf." Tak ucinil t6z ucen^ jesuita Steyer, jenz 
do sv6ho valnfe rozSlfen6ho kancion&lu pfijal tak6 42 zalmfi Strej- 
cov^ch 4 ). A ze sv.-V&cl. kancion&lu pfejal pak i nejnov6jSf velky kan- 

*) Zevrubn& o nich pojednal J. Jirecek v knize: „6asomern6 pfeklady £almu 
Br. J. A. Komensk6ho &c tt Ve Vfdni vyd. u L. Grunda r. 1861. — Vedle* 
tff BratH znamename tu jednoho kneze katolick. (Benesovsky) a jednoho 
utrakvistu (Vorlicn^). 

*) „Casom. prekl. i. u na str. XXIV. — Jak umejf Pol&ci vaziti si podobnSho 
dila, klasick^ho pfekladu zalmfi od J. Kochanovskgho! A my? — 2e zve- 
lebfl M. Adam z Veleslavfna ceskou prosu klaaickou m6rou, jest obecnS 
zn&mo; viak ceskou mlnvu bisnickou ie toui m^rou zvelebili 
nasi klasi6tl pfekladatele ialmfl, komu znamo? A kolik jest tdch ba^nffa 
5eskych, kteff klasick6 dikci u6f se od nich? 

*) Podobnd i sv. Cyprian, velky biskup a otec cirkevnl, vzdelaval se spisy 
Tertollianov^mi Hkaje: w Admiramur ingenium, damnamus heresin." (S. 
Hieronymus.) 

*) Jiz do I. vydanl z r. 1683. 



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26 

cion&l, jej2 vydalo dSdictvf svatojansk6, nekolik 2almft Strejcov^ch, 
ku pf. 5., 8., 12., jin6 od jinud. VSak nejsou to proste pfreklady, 
n6bri volnd spracovdni 2almft, parafrase & „plsn6 na 2almy. tf Z toho 
vysvStlfme si tak6, prod 2almy Strejcovy od r. 1587. az do r. 1827., 
pokud zndmo, dvan&ctekr&t vyd&iy byly. Casom6rn6 upraven6 pfe- 
klady ialmft, totii zbytek 64 Salmfi Komensk6ho x ) , ialmy Blaho- 
slavovy, Bene§ovsk6ho a Nudo2ersk6ho pod&v& J. Jirecek v fecen^m 
spise. — Vizme alespon n6co z nich na ukdzku: 

£alm LXIV. (KomenskSho) : 
(Saficke* metrum.) 

Sly§ Boze hlas mftj, upe" kdyi naftkam! 
kdyi se pfed hrfizou protivnika svfram! 
skryj mne pfed zlostn^ch bufigfi, prosim sam, 
auklady zlymi. 

Na mne jen£ brousf jako me5 jazyk svfij, 
jak stfely z sv6ho luku pauStejfc. Mftj 
znas timysl pHntf, Boie mflj, nedaveji 

y moc mne vrahfim tem. 

Z Blahoslavov^ch Salmfi v kancion&le §amotulsk6m vizme aspon 
tyto dv6 slohy ialrnu 130: 

„Z hlubokosti sve* auzkosti, 
tebet vz^vam, k tobS yolam, 

pane vieho stvofeni! 
a£ daleko, pfehluboko 
jii jsem zasel, s tv^ch cest sesel 

cole v sv6m pfirozenf; 
pro£e2 hodn& obklfcil mne 
zarmutek a truchlenf; 
nebt pomoci ve dne v noci 

v niz'&dne'm tvoru nenf. 

A z sebe sam, to dobfe znam, 
nic nemohu, tak jsem mnohd 
ysecken prosly bidnostf: 
bazni seyftn, y jamS zavftn 



') ie skuteonft jsou od nfcho, jak Jirecek se domnfval, viz Komensk6ho list 
k Montanovi Amstell. 1662. pg. 79. a poznamku Zonbkoyu v „CyriUu" 
1883. st 91. — Obsahujf se y male* kniice c. k. univ. knih. pra£ske\ sub 
sign. L. IV. E. 130. („Unicum! a Cteme na desce.) 



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27 

nepravosti, hrichftv zlosti, 

hrozon, Boil pffsnostf: 
jestit k ztemu, ne k dobremu(?) 
moc duse obracena, 
i duch svazan, hHchy zmazan, 

nevinnost potracena." A d. 

I znamen&ne takto od prvych nesm&tych pokusfi ceskych glos 
v latinsk£m 2alt*H ze sklonku XIII. stoletf l ), k jadrn&nu pfekladu 
klementinsk6mu, od toho k u&lechtil&nu textu kapitolnfmu a ddle a,i 
ke klasickym pfekladim XVI. a XVII. stoletl neust&ly v^vin a pokrok 
pfekladu ZalUfe a z&roven i jazyka cesk^ho, tak ie staroceski psal- 
modie poskytuje n&m sama o sobfi jii velezajimav^ obraz dejepisn^bo 
v^vinu jazyka ceskSho. 

c) ProS tito klasikov6 naSi tolik pile a price v6novali na upra- 
venl ialmft v rouSe £esk6m tak dokonate, o torn v pfedmluv&ch sv^ch 
pracl sami pod&vajf zpr&vu, tytyi tei nemdlo obsihlou. SlHf se v nich 
o vzne§en£ dfile4itosti knihy ialmft prdvfc tak, jako sama cfrkev Kri- 
stova, jakoi i velcl otcov6 cfrkevnf. Jak vysoce v&iili knihu 2almft, 
svedcf ku p*. utrakvista J. Vorlifin^, „J. M. kr41ovsk6 vrchnl sprivce 
tokft vod a v dedikaci sv6ho Saltdfe z r. 1572.*) Pravit, ie w pfsn6 
2almov6 nad jin£ prorockd u£enf od cfrkve svat6 proto jsou zv^§en6, 
ie jest v nich Duch svat^ kratifikou sumou zaviel vSechno ucenf 
MojiiSe a jinfch prorokfl. Pamatujme, ie jii velik^ patriarcha ale- 
xandrijsk^ Athanasius nazval knihu ialmft summou pfsina svateho. 3 ) 
A klasick^ otec Basilius dl, ie kniha ialmfi zavir& v sob6 v§e u2itecn6 
z ostatnfch knih (t. pisma sv.) 4 ) Vorlifin^ vece ddle, ie „jest vSechno 
(t a vfry naSf naucenl a modlitby i Mdosti k Pdnu Bohu u ) plnfiji, 
jako v hojn6 Ducha svateho studnici v 2almlch svatych k posilnSnf 
a k potvrzenf u vtfe a pozn&ni Bo2fmu dostatecnfi se nach&zeje." 
Podobnfe di tak6 zmfnSny otec Basilius, „2e v knize Salmfi. vSe je 
slofeno jako v jak&i velik6 a spolecn6 Spi2frn6. tf (L. c.) A jii na 
pocdtku prv6 homilie na 2almy naz^vi knihu ialmft rovn62 tak „Spi- 
iirnou dobrych naucenf, ]ei pefilivfi skyt& ka2d&nu clovfcku, co mu 



') Viz o nich pojednani p. Paterovo v Cas. desk. Musea 1879. na str. 898. 

a 481. 
*) Na toto dflo jeho pozorny cinil Msnfky a hudebnfky ceske Ant. RybiSka, 

zaslouzity nil veteran literdrnf, jii r. 1873. v 6. 6. M. str. 343 ssl. 
*) Ve spise: „«Jg trjv ignore lav tcov tyaXpa>v. u 
*) Ye spise: „<$fitl('at tig i/>a'Apovg, tt v nvod6 k prv6 homilii. 



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28 

svedti." A jako tento otec cirkevni zevrubne a nadSenS pak vykl&d&, 
co obsahuje a co komu skytd, tak cinf tak6 Vorlifin^. VyklAdi, kterak 
se v Zalmech „o velikych skutcfch Bo2fch, o jeho moci a dobrodinf ch 
vyucuje," jaki naudenf d&vajf n o Synu Boifm, P&nu a Spasiteli na§em," 
jakoi i o Duchu sv., df, ie „obsahujf pozn&nf podstaty a vftle Pina 
Boha," „d£vajf sflu k pfemah&nf nepfatel," a j. v. 

Rovn62 tak mluvf a soudl tak6 utenf knShtiskaf pra£sty Da- 
niel Karel z Karlsperka ve sv6m ctyrhlasn&n £alt£H z r. 1618. 1 ) 
Tento utrakvista cituje v pfedmluvfe sv6ho typograficky vzorn6ho 2al- 
tdfe zjevnS sv. Basilia, frka o nfim, ie „ne bez pffciny 4almy Davi- 
dovy 1 ) ^Commune promptuarium," obecnf Spizfrnou naz^vd, 
do n!2 jsou vSecky du§e i t£la potfeby, totii hojnd, naucenf a spa- 
sitelni potSSenf slo4en£. Nebo 4almov6 svatf jsou jako raalou bib 11, 
v n!2 vSe Tfborn6 kr£tce a summovnS, co sice ve v5l bibll a na mnoha 
mfstech obSlrnS poloSeno jest, se nach&zf. tt Pak vypisuje i D. K. z K. 
obSfrne a pHpadnfe mnoh6 ufttky, jei plynou ze 4almop£nf fka: „Jak4 
se jen do rozjlminl Zalmfi svat^ch vyddme, nepochybnS nebesk6 a du§i 
neju4itedn6j§f v6ci, kter6£to kaid&nu Slovfcku z potfeby spasenf jeho 
vMSti ndleii, i vSecka dobrodinf, kter& P&n a spasitel n&§ Je2i§ 
Kristus cfrkvi sv6 svate a jejlm iivfm udfim od pocitku svSta pro- 
k&zati ri&l, obsaiend v nich nalezdme." Vypsav pak dobrodinf tato, 
koncl: „Naposledy jsou k tomu clli 4almov6 svatl sloieni a seps&ni, 
ie kdo4 jich sobfi vysoce a draze v&2iti a podle nich iivot svflj v k*f2i 
a protivenstvl ftditi, v nemoci i pfi smrti k ufttku spasitelnSmu obra- 
ceti bude, ten podle zaslibenf Bo2fho v tomto 4ivot6 jako strom pft 
voddch tekiicfch Stipend, kter^S ovoce zd&rn6 casern svym vyd&v&, 
kvlsti a rftsti bude, listl jeho nikdy neuvadne, a cokoliv ciniti zacne, 

l ) „2almov6 aneb zp£vov6 svat6ho Davida, proroka Bofcfho, judskeho 
a israelsk6ho krale, v 6esk6 rytmy slozenf a na Styfi hlasy k zpfvanf zfor- 
movanf. Pracf a ndkladem vlastnfm vytisknutf od Daniele Karla z Karls- 
perka. L6ta 1618." — Na poslednf strane poslednfho listu cte se: „S po- 
volenfm pana administratora vytiSt&ni v Novem MSstS Prazskdm 
u D. K. z K . . . 1. P. 1618." T6to knihy necituje ni Jungman ve sve „Hi- 
storii, 11 ni Hanus v „Dodatcfch u k ni, ani Jirecek v „Rukoveti k dej. lit 6." ; 
vsak rndstsk* knihovna ve Vratislavi chov& dva exempltfe tohoto 
krasngho tisku z n6kdejsi 2erotlnske knihovny. Jeden z nick (signat 2. 
N. 348.) jest po vsi strince tak skvostn^, ie bychom u nas 
rovn^ho marnS hledali z on6 doby. Viz popis v Dudikove: ,^arl« 
bon Serotfn biJ^mtf^e ©ibliot^et in Breslau." <pwg; ©crtag bet f. B'^m. ®e* 
fettf*. ber ©iff. 1877. @. 54. ib. 

*>Sv. Basilius nedi ovsem »4almy Davidovy/ jeito nejsou vaeckyialmy od 
Davida sloieny. 



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29 

v5e se mu &astng provede a podaff Neb jak jsme porozum£ti 

mohli, ne od nejak£ho prosteho doktora neb ucen6ho filosofa, nei od 
Dacha svateho skrze Davida, proroka BoZiho, vyneSeni, slo2eni a se- 
psdni jsou." — Z toho vyloiime si, proc i vodhansky mistr Jan Cam- 
panus v uvodnf b&sni tohoto 2alt&re B ad lectorem* ialmy nazval 
.sacri flores" a ,biblia parva." 

KonecnS i J. A. Komensk^ plSe o d&leiitosti ialmfi v pfed- 
mluvg sv6ho amsterod&msk6ho kancion&lku z r. 1659. Pravf, ie nej- 
pfednej&i sklad moudrosti Boil, ve zpevich obsa2en6, jsou 2almov£ 
Davidovi, pfredrah^ clrkve klenot, proto ie nejprednejSi v clrkvi (star6 
i novS) 1 ) zp&v&k byl David, jakofto duchem Boftm nejpfredneji (v te 
cfetce n. Sam. 28, 1. 2.) proto napln&tf, aby nejen cel6 clrkvi pH- 
kladem byl, ale takS zpfivfi svat^ch . . . k vefejn&nu a v£cn6mu v clrkvi 
u2iv&ni pKhotovil. Coi on v duchu vida a cite plesal nad tlm, ie 
dsty vSech n^rodft Boha oslavovati m& a bude (jako v 2almu 18, 50: 
Xhv&liti te budu Hospodine mezi n&rody*). Proto stary uiitel Theo- 
doret napsal : „Po vSech m&tech, vslch, pollch, hor&ch a udolich, po 
zemi i po moil, v krajlch osazenych a pustych podnes David jazykem 
lidl poboZnych Boha chv&ll." Pro tak vzdcnou d&leiitost 2alm& Ko- 
mensk^ jich uZivdni tak6 Wjil proti „t&n n&kterym, kteti daremne 
mudruji, 2almfi Davidov^ch u2ivati nechtlce proto pr^, ie ti zp6vov6 
star6ho z&kona jsou k n&m nepatfici." „Jakt nemajl k ndm patfiti," 
jim odpovidd, B pon6vad2 slovo Bo2i z&stAvajici na v£ky jsou?" 

Tato-li a jind vyjddreni skladatelft staroceskych 2alt4Ht na mysli 
mime, pochoplme, proc na caste vyd&nl 2almfi tolik vynikajlci pile 
a price v§estrann6 vynakl&dali po vSechna stoletl. 

n. Vznik & oena n&piv&. 

Takov6-li dUeiitosti 2almy bfti usoudili pfedkov6 po privu, 
nebode n£m pak ani to divno, ie i na hudebn&n jich spracov&ni me- 
lodick&n, ano i harmonickGm dali sob6 z£le2eti. Nebylat sice tato 
hudebni liprava z vfitSiny pftvodni, je2to pHdriSovala se bud zpftsobu 
£ahnop£ni v clrkvi ode ddvna zaveden6ho a u2ivan6ho, neb od fran- 
couzsk^ch skladatelfi v XVI. stoletl novS slo2en6ho. V§ak vedl6 toho 
znamen&me i v cesk6 literature on6 doby pokusy o samostatnou skladbu 
zalmft po zpftsobu n&neck^ch a jin^ch humanistfi toho 6asu, jich2to 
ovocem byly „rytmo-metrick6 melodie" Vavh Ben. Nudo2ersk6ho. 



') To jest: starelio i noveho z&kona. — Pozn. spisov. 



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30 

I pfthl&lnSme nynf k tomu, kdo z naSich Zalmopevcft jakou cestou 
se bral pfi hudebn6 lipravfe sv6ho &dtdfe. 

a) Obecn^ch Salmovych melodii ci tonfi pfidriel se 
utrakvista Jan VorliSn^ ve sv&n Zalt&H z r. 1572. ! ) Tento w m6- 
§t6nin Nov6ho Mesta Prazsk6ho, 8 jak se sdm podepsal, zastdval za 
Ferdinanda I. a Maxmiliana II. ufad nejvySSiho B feditele a sprdvce 
„aquarum ductus," toti2 tokfiv yody pft vSech panstvich jeho v krd- 
lovstvf cesk6m, a jak2 dl sdm o sobe. zaltdfi sv6m di na titalnim 
lists, Ze jsou v n6m „2almy sv. Davida . . . z latinsk6 feci podle textu, 
ktery jest v bibli polozen vedle textu sv. Jeronyma." Doklddd tei, 
ze srovnal jej „podle jinych star^ch exerapldrfi" a sloftl a na verse 
hendekasyllabou" t. j. na verse jedendctisyllabnG. — I poddvd k nim 
pak po pfredmluvfi a hymnu k Duchu sv. metrem saffickyra nejprve 
osm 2almovych tonfi, jak se v cirkvi katolickg ode ddvna zpivajf 
a devdty francouzsky ton, jeji die latinskGho v^razu aperegrinus" na- 
zf\& w ho8tinsk^m. a V§e piSe cernymi notami chordlnymi, veskrze 
stejn^mi. Na konci pak doklddd o svych 2almech vyslovnS: „I to 
zndti se ddvd, Ze ke v§em tonfim podle rubriky praisk6 i s differen- 
c^mi*) mohou se zacfnati a zpivati." 

VSak kromS techto obecnych ialmovych tonfi pfiddvd Vorlicn^ 
jeste jinou melodii, kterou k jedendctislabicn6mu ver§i zvldstS slozil 
a trojhlasnou harmonil pro Discant, Tenor a Bas opatHl. Touto me- 
lodii zpivajf se v§ecky ialmy. Vorlicn^ sdm uddvd, Ze ji sloiil „pro 
prostsi lid, d6ti a starce." TGhoZ ndpevu uiil teZ ke svym pfrekladftm 
hymnft cirkevnich, tym2 versem „hendekasyllabou a sloSenym. Psdn 
jest ndpSv tento na tfech lfnov/ch systemech mensurovanyini notami 

„breves a a „semibreves, a veskrz bflymi ve klfcfch: 



Pfe 


pf£eme-li 


v§e nynejsf notacf, jevl se ten 

\ i i 


ndpfiv tfi 


ikto: 


Discant. 
Tenor. 


1. „Bla 

—3±i <0tf9- 


-u ' ^ J~^ v * * a- 

- ho - sla - ve - ny ten clo - v$k a 

— ~ -A — J — <* — * — w — -A- 

— g— w — g — * —&- 


itastny, 
v 


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Bass. 


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« 1 f >J +~ 

1 

ne - sto - jf na ce - ste li - dl 
■ le vzfi-ko-nS Pd-n6 pfe-my 


hfianych, 
- slu-je, 


a - nii 
snim ve 



l ) Uiil j8em exemplafe kapitolni knih. u sv. Vita sub signat. DB/? 35. 
*) t. j. s ruzn^mi za>erky („finales u ). 



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31 



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jest vsi ra-dy bez-boi-nych prazdny; 

J , 



B> g * 



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se - di na gto - li - ci po - smeinych, 
dne i v no-ci ae o - bi - ra-je. tf Atd. 

Cantus finnus polo2en jest podle tehdejSlho zvyku ovSem t tenoru, 
jen2 pravfc proto tak slul. 

Tato transponovand, aeolicka, homofonova melodie nese se docela 
prostym krokem razu vice vft>ravn6ho, nepfesahujfc dominantnfho ob- 
jemu tonov6ho a pfidavajfc die zvyku jeden ton c pod finalu. VSak 
harmonie jeji, ac jinak spravne vytvofena, pfrecenaslova „vsi rady a 
v basu zle se zapoinn§la kvintov^mi parallelami, jei by leda Huc- 
baldove (f 930. r.) „organum a byly svfedcily. OstatnS napisem udava 
Vorlicny o napSvu jeSte i to, Ze zpivd se jako : „ Vitam, quae faciunt 
beatiorem." 

Na konci 2almft pfidal autor tak6 „spravu na ialmy, kteft se 
zalmovg v kostellch pfi slavnostech vejrocnicb, tak6 pH apoStolsk^ch 
a jinych svat^ch podle rubriky pra2sk6 casu nesporaiho zpivajf." 
Pak rozdfcluje ialmy na jednotlivS svatky a slavnosti podle breviafe 
ftmsk^ho. Tak zafidil svftj zalt&f i k praktickS potfebk 

b) V§ak docela jin6 melodie shleddvame pH 2almech v kancio- 
naleeh bratrskych, odkudS pakijinam pfeSly. BratHpHjalivII. 
polovici XVI. stoletl 1 ) veskrze francouzsk6 ndpgvy 2al- 
mov£ ze 2altaftl kalvlncft Theodora Bezy a Elimenta Marota. Tyto 
napevy jevl se nam ve vSech tehdejsich a pozdejSich vydanlch kan- 
ciondlfi bratrskfch, obsahuji se i v 2almech Jih Strejce a ve vSech 

") DHve ze zpivavali zalmy obecn^mi nap6vy cirkve katolick6, vidno z Blaho- 
slavovy w Mnzyky. u Podavat v nf Blahoslav v X. kapitole „o tonich" naucenf 
o zpfvani ialmu podle osmera tonu di naperu obecne cirkve, pHpojuje 
k nemu tez notovane vzorky. Ku pf. 1. ton udava takto: 



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J4 J J J j-}-* 



S 



-49 g>- 



PoSatek. 



Prostfedek. 



t*-a «' .' j j— N^N^ a 



Konec. „Veky veMv A - men." 



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32 

jeho vyd&nich, jakoz i ve ctyfhlasn&n ZaltAfi Earla Daniela z Earls- 
perka. T62 Komensk^ pfrijal do sv6ho amsterodamsk6ho kancionilku 
Strejcovy ialmy s francouzsk^mi nipSvy. Od bratfi pHjal je konecne 
i svatov&clavsk^ kanciondl Steyerfiv a nSkolik jich nejnovSji tak6 svato- 
jansky kanciondl. 

Tento francouzsk^ pfivod bratrsk^ch n&pSvft 2almov^ch jest n&m 
nynf dok&zati. 

BratH nejmenujf ve sv^ch kancion&lech p&vodce tSchto ialmo- 
vych ndpSvfi; vSak nejmenujl ani katolick^ch autorfl starSfch a nej- 
starSfch pisnf, naz^vajice tyto pfsne vftbec toliko „starymi a neb n staro- 
ddvn^mi." Pilne zaznamendvali jm6na toliko sv^ch a duchem pflbuznych 
skladatelft pisnf do sv^ch kancion&lft, byt i tento bratrskf autor byl 
ngkdy tu kterou pfsei toliko pozm&nil. Tou pHcinou jsa sveden, mfel 
jsem prve i jd za to, iet Bratfi jsou autorov6 tohoto zvUStnfho 2almo- 
p$nf, jeho2 v clrkvi katolick6 nebylo. VSak konefinfi shledal jsem 
v polsk&n 2alUH Rybinsk6ho pri Zalmech v^slovnS pHpsAno, ie jsou 
ty 4almy od Rybinsk6ho „na melodye francuskie uczynione." VSak 
melodie J. Strejce aBratH uplnS srovndvajl se stfemito 
francouzskymi n&pfivy. Nahtednuv pak do Douenova dlla „C1. 
Marot & le Psautier hug." (viz o n&n n!2e) a do francouzsk^ch ori- 
gin&lfi, shledal jsem, ie vskutku tak jest. 

Tyto nipSvy francouzsk6 jsou velmi lahodnG, plynn6 a umelecky 
vytvofen& Zap&jme si na d&kaz a na pftklad prvnl dva ze Strejcova 
2alt&fe, nadepsan6ho: „Zalmy Davida krdle od Jif. Strejce. 1 ) Prvnl 
2alm znl takto: 

Zalm I. „Beatus vir, qui non." 



v mA 7 \ * v -* * r 



& * *H 



„Kdo2 ne-od-ch£-zf v ra-du bez-bo£-n^ch a ne-kr4-& ce-stou 



=2 



-e* g g el & ■ 



ne - sle - chetnych, jeni se ne - s& - zi spo - lu s po-smfi-va -Si, ▼ za- 



BM ^ 



1 a. — & — _3 — ■ — & 1— 



■e* & ■ g» 



ko - ne P£ - ne* ma- je chut nej - vel - si, v nemi se cvi - <Si po ve • ske- 



J g „ b[— H 



ren svuj v£k, tent jest ji - st6 pfe - bla - ze - n^ Slo - v$k.' 



*) Rukopis c k. univ. knih. praiskS sub signat. XVII.; F. 43. Obsahuje ysech 
150 zalmu i s notovanymi napdvy. 



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33 



Druh^ 2alm znf: 



Zalra II. „Quare fremuerunt." 



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1. 


,0c se to spou-ze-jf 


n£ - ro - do - ve\ bl&-zno - v6 

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vS - ci pfed se- 








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be be - rou - ce ? Na£ to jen my - slf vsickni sta - vo - v6, pfi - lis 



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mar-n& se za - m£stkn& - va - jf - ce ? Kr£ - lo - v6 zemstf , kni-za- 



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pa-ni zbi-ha-jf se pro-ti Ho-spo-di - nu, sv^ch'rad lsti- 



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=22: 



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vych k n£-hl6-mu vy - ko - ni - ni k po - tu - p6 je - ho po-ma-za-ne - mu." 

N£p£vy obou 2alm& tSchto, ale i v§ech ostatnich li§f se od re- 
citativn6 deklamace obecn^ch „tonfi tt 2almov^ch bohatou melodicnosti, 
veskrz plynne tekouci, je2 ale, porovntoe-li je s n&pSvy hymnft, ba 
i sekvencnich melodii, jevl na sobfi pfece je§t6 rdz vice recitativni, 
t£ kter6 tonine pfimSfeny, prv^ 2alm v duchu jonickS, druh^ v duchu 
dorick6 toniny, prvy 4alm lahodnym tokem, druhy Y&Znfm a slavnym 
krokem melodicfrfm. Tak se m£ i s ostatnimi 2almy. Pfi 2almu V. 
pfid&v& na konci jestS druhou melodii sopr&novou , „aliud Har- 
<monia) a nadepsanou, jei tvofl s prvnf altovou melodii dvojzpev. Z&- 
kladni melodii i s textem shleddvdme tak6 ve SteyrovS i ve svato* 
jansk^m kanciondle. Zni takto: 



-g-~ y 



-^— **- 



-& 49 &- 



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13= 



,K tobSt Pa-ne truchliv jsa vo-l£m, po-zo-ruj slov me* zd-do- 



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Z * & w 



z&zzzr. 



r-f— r 



- w — e>— <»■ 



* 



sti,*) viz kfik mflj 8 mnohou yrouc-no-stf ; neb jsi ty mfij kral, mftj Bah, 



y ■ 



^ 



■»ir 



niftj Pan, ty mne vy-slys s£m. u 



*) §teyer mi zalosti. 

Tr.: Flloaofie, dSjopis a ftlologle. 



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34 

K teto uielodii dorick6 pfid£v& sv.-jansky kancion&l chybnS 
na pocdtku t'; proto sdm se vidf nucena opravovati se, klada pri 
A-not6 odr&2ky. 

c) L6ta P&n6 1618. pokrocil konecnS uceny „impresor a pra2sky 
Daniel Karel z Karlsperka v upravS ialmft je§te o krok d£le. 
Vytiski je, jak dl v pfedmluve, „na 2&dost a vyhleddvdnl vz&cnych 
a poboJnych pdnfi. a pfdtel svych" ve vlastnl tiskdrnS, jii r. 1G13. 
zaftdil sobe na Nov6m Meste prafekSin. KromS skvostnS lipravy 
tiskafok6, o vdi ji2 bylo zminSno, pokrocil v tomto ialtdfi t62 hudebnl 
lipravou, vytisknuv zalmy n se star^mi melodiemi na ctyfi hlasy" 
k zvucnejSfmu, jak doklddd, prozp6vov£nf v cirkvich nasich kfestan- 
skych. 1 ) BohuZel teto skvostnS upravenS knihy v ceskych zemlch neni, 
a toliko vratislavskd m£stsk& knihovna bohate, obsahuje z byvate pfe- 
vz&cn6 knihovny moravskych pdnft ze Zerotfna dva exempldfe, z nichz 
jeden mflie m6Hti se s nejkr&sn6j§fmi knihami zahranicn^mi on6 doby 
kr&sou tiskaJrsk6 a knihvazacskS pr&ce. Bylt Daniel K. z Karlsperka 
mu2 vysoce vzdelan^, jeni „po pffklade Veleslavfnovfi pecoval nejen 
o zevnitfni, nybri tak6 o vnitfni lipravnost spisftv, kter6 se pod jeho 
firmou tiskly . w Za tlmto licelem i cestami po cizine se zdokonalil.*) 
textu svyck 2alm4 dl v pfedmluvS, ze v nem nic nezmSnil, ne- 
pridal, ani neujal, nybr2 jak jsou po nejprv6 v jazyk n&s cesky na 
svetlo vyd&ni a vytisknuti byli (t. 2almov6), tak je ve vSech punktlch 
pozftstavil." Tfmto nejprvn6j§fm vyddnfm 2almft na jazyk 6esky nelze 
rozumeti, lee pfeklad Jif. Strejce, pon6vad2 text Karlsperkftv do slova 
s nlm se srovn&v&, nikoliv ale pfeklad VorlicnSho, jen2 docela jiny 
jest. 1 ) — A co vece Karlsperk o textu, platl \&i o uielodii ci n£- 
pevfeh a harmonii jeho ialmfl. Ani tech neslo2il; neb ty „star6 
melodie na ctyH hlasy," k nimito se Uhne, nejsou nei starg 
melodie, jei pred p&l vfekem byly ve Francouzsku vznikly a od velk^ho 
hudebn6ho mistra on6 doby, Claude Goudimela, mistrovsky harmoni- 
sov&ny. Zavl&dlat tehd&S po Francii a v jinych zemlch kfestanskych 
zvl&stnf zdliba zpfvati 4almy. „£)amat$ fang in granfreid) atlc SBclt 
'Pfatmeit/ dl dr. Ambros 4 ); „bie &afotaiftcn fanben barta cincn $aitpt» 



l ) Mlnil patrnd utrakvisticke\ iel byl utrakvistou (oviem tehdejifho valn£ 

zprotestantst616ho razu), souditi lze z jeho vyroku, ie tito zalmove vytistSni 

jsou s povolenim pana administratora." 
*) Viz JireSkovu „Rukov6t a na str. 338. 
*) CJo znamena udani v JireckovS „RukovSti u (L c): „Jmenovit6 opravil (t. D. 

K. z Karlsperka) J. VorliSnt&o zaltaf (1618.)"? Nas 6tyfhlasny zaltaf byti 

to nemuze, jak patrnd jevf se z reden^ho. 
4 ) ©cf^i^te b. Wln\il 1. 3(ufl. HI. $. 6. 578. f. 



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35 

pnnft iljrer ©ottc^crc^ruitg" (jako Cestf Bratrf). Ji2 roku 1548. vydal 
Clement Marot pades&t zalmft Davidovych, je2 na jazyk francouzsk^ 
metricky pfeloiil, v Lyone tiskem, jej2 nadepsal: „Pseaulmes cin- 
quante de David mis en vers francois par CI. Marot." *) Prid&ny jsou 
k nim t6z jednohlasnS notovan6 melodie. Roku 1562. vydal tento 
CI. Marot, .poet de cour et poet de la r6forme, a jak jej naz^vd Douen, 
spolecne s n&celnikem francouzskych kalvinistfi, Th. Bezou, pfeklad 
vsech 150 Salmfl v knize : „Les Pseaumes mis en rime francoise, par 
CL Marot et Theodore de Beze." A tento pfeklad rozSffil se z&hy 
po cete Francii tou merou, ie i katollci obecnd ho uZfvali, je4to pa- 
rizsk£ Sorborina prozkoumavsi jej, vydala r. 1551. n&lez 2 ): „Nous 
n'avons rien trouv6 contraire a notre foi catholique, ains conforme 
a icelle et a la v&ite hSbraique; en temoignage de quoi nous avons 
sign6 la prfeente certification 3 )*. Tou pffcinou dovolil kr&l Karel IX., 
by znovn se tiskly tyto ialmy, a tak asi vylo2fme si, proc od t£ doby 
byl tento sbornfk ialmov^ Sastokrdte ti§t&n, 4 ) ba i vlcehlasne spra- 
covdn a mnohon&sobnS pfrekUd&n. Sblrka prv^ch 30 zalinft od CI. 
Marota pfreloZen^ch, byla t6i na dvofe kr&lovsk&n dobf e zndma i ob- 
lfbena- 

O pftvodu nov^ch n&pevft k teinto francouzskym zalmflm 
dl sice dr. Ambros, 5 ) ie je slo2il Vil. Frank; vsak Frank byl toliko 
jednlm z techto skladatelft a to nikoliv prvnfm. Krome neho sklddali 
je tak6 L. Bourgois a „maitre Pierre," jak obsfrne dovozuje 0. 
Douen ve sv6m obsirn&n spise: n Cl&nent Marot et le Psautier hu- 
guenot,* etude historique, literaire, musiquale &c... u Tom. I. & II., 
Paris, 1878. 6 ) Pod&v&t Douen v tomto dile tak6 pftvodni melodie 



*) Dr. Ambros (1. c.) udav£, po prv6 ie vydan byl ten preklad ji2 r. 1545. ve 
Strasburce a jednohlasn6 melodie ze k nim slozil Vil. Frank. Jisto jest, 
ie ni CI. Marot, ni pozdeji Beza napevu tech neslozili a proto slusf opra- 
viti die nasledujiciho, co jsine vloni udali v pojednanf: „0. posvatue pisui 
polske" o CI. Marotovi na str. 13. 

*) Baeumker: „$>a« tatyoliffy, beutfd^e £ir$enlieb," II. 8b. 1883. 6. 48. 

*) Podobne stalo se v Polsku se zaltdfem Kochanovskeho, ze, a£ byl od ka- 
tolika slozen, pfece naopak i protestantd ho uzivali pro klasickou jeho 
dokonalost. A tak delo se pak i u nas se zalniy Streycovymi, jak jiz bylo 
reSeno. 

*) Vratislavskd knihovna jich mi celou fadu ze XVI. a XVIL stoleti. 

*) ®ef#. b. SKuf. 1. c. 

c ) Ve Vratisl. knihovng mistake. — CI. Marot nesloiil tedy techto napevft; 
viak dl o nem Baeumker (1. c): „9Wgcmein trnrb angcnommen, bag Marot 
feineu erftcn 30 $falmcn 33ott«ttebermetobien ajtylicirt fyibe." Ty pak ustoupily 
naiim naperam znam^m. 

3* 



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36 

i ecenyeh ialmfi, zevrubny popis o jejich vzniku a pak i bohatd i roz- 
manitA harmonickd spracov&nf t&chto melodif. A z toho popisu pr&ve 
dovid&me se i tu zajimavou zpr&vu, ze k temto melodiim lahodnou 
homofonni harmonii, jei obsahuje se ve vyddnf Karls- 
perkovS, pfidelal nemenSf mistr, uei Goudimel, proslaveny ucitel 
Palaestriny, knlzete hudby. 1 ) Sest let pfed Karlsperkem ucinil 
tak i Lobwasser, vydav r. 1612. n&meckf pfeklad t6chto francouzskych 
zalnii s touz harmonisacf ctyrhlasnou, jako Earlsperk, nadepsav : 
^fatmcu SDauibS nad) franjofifdjer 5Ketobet) u. SRcnmcnart in Sxutfdje 
dteimeit artig gcbrad&t burd) Ambros. Lobwasser J. U. D. . . . Cassel . . . 
1612." *) 

Porovn£me-li vyddnf toto s Earlsperkovym a Goudimelov^rin 
u Douena, shled&me, ie melodie i harmonie vsech jsou stejny, lislce 
se pouze tfm, 2e Lobwasser a Karlsperk poloiili „Cantus firmus* do 
Tenoru, kdezto Goudimel jej m& v Soprdnu. Vizme na pfiklad prvni 
a posledni zalm die Earlsperka a Goudimela. Pnnf 2alm pod&vd 
Earlsperk takto: 



^=^nrY-0^-j-^ f^=^^ 



=^ 



Kdoi ne-od-ch£-zf v ra-du bez - boil - n^ch . a ne-kni-di 



-&- 



=f= 



*) Tak vyslovnS ud&va" vydani toto: „Les pseaumes mis en rime franco! se, 
par Gl. Marot et Theodore de Beze. Mis en musique a quatre parties par 
Claude Goudimel. Par les heritiers de Francois Jaqui. 1565." (Univers. 
knih. Vratisl. — Dr. Emil Bohn, Bibliogr. d. Breslauer Musikdruckwerke 
Berlin, 1883. S. 189.) — K tomu dokla^d ». ©aumfer (1. c.) : „CL Gou- 
dimel, .... ba$te nid)t baran, bur<$ feine tnetyrfttmmtgcn ^falmenbearbcttungat 
(r. 1662. a 1565. vydan. Viz nize) ben ^ugcnottcn einen me^rfttmmtgnn &ir<$en* 
gefanft gu gcbcn. (5r bemerft biefj auSbrMftdj in ber S3orrebc \vx fefctercn 3lu£gafce : 
„Nous avons adjoust6 au chant de psaumes . . . : non pas pour indouire h les 
chanter en l'eglise, mais pour s'enjouir en Dieu particulierement en maisons." 
A d. — A byl-li tak6 Goudimel zabit v pov§stn6 noci bartolomejske (r. 1572.), 
dosvgdcuje samo protestantske „martyrologium, M ze zavinili to jeho zavist- 
nici, aS hugenotem nebyl. (Viz o torn take* v Ambrosovg: ($ef$. b. 3Jhif- 
IU. 579. 

*) Exempl. ve Vratisl. knih. m£stsk6. (Bohn, Breslauer Druckwerke N. 1612 b.) 



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37 



Original Karlsperkfiv nenl ovsem takto notov&n, alebr2 ka2d^ 
Has na sv6in zvldStnfin systeinu lfnovSm s klfci : 6r, 6 Y , C (oba altovS), 
a barytonov^m i^-kllcem, v§e pe£live a krAsnS provedeno. Douen pak 
pod4y& tfi 2alm l ) s touto harmonil Goudiinelovou v poloze, opfil 
druh£ho tonu snf2en6: 



BaUti dTun tan it dmd. 



wp^ns 



3 



:& 



3C 



32: 



& 



3= 



Heureux ce - loui. qui fait des vi-ce eux, 

'J- 



-oar 



Et etc. 



Sis 



^ 



=£ 



Pfi tomto a pri n&sledujfcich Salinech aiS do 86. uddvd Douen 
za autora melodie L. Bourgois. M&f nadeps&no: „Ps. I. Traduit par 
Marot. Melodie de L. Bourgois, 1542." I pozd&ji klade jej Douen 
jeste nSkolikrdt za autora melodie. 



>) V II. d. na stt. 419. 



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38 



2alui 150. podava Karisperk od listu 227. b takto: 



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"«-»- 


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„Chvalte£ nej-moc-nej- 

yar-**- 8 ' ^ " % 


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■ sf - ho ; chvaltei nej-sv$ - tej - §f - ho, 

1 l I 
-f > <Pg> _g._a^_J- f-f 


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Original je psdn jako 1. 2alin, v§ak v G, mezzo8opr£nov6m, 
altov^m a baiytonov^m klici. Cantus film, jest opfet tenoru pHdfelen. 
Douen podAv^L Goudimelovu harmonii tohoto ialmu na str. 483. tfmto 
zpfisobem bez transposice. 



*) Tady raa Karisperk chybn6 hes, Douen spr^Lvnd a notu. 



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39 



Psaume CL. 
Tradoit par Beze. Melodie de mattre Pierre (Dubuigson?), 1562. 
Ton original. 



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side en son saient lien; Lni qui d'un mot 

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Tlmto zpfisobem poddvajf Karlsperk aDouen t62 ostatni Jalray. 
— VSak nebyl to jedinS mistr Goudimel, jeni £alinov6 melodie fece- 
nycb skladatelfi harmonisoval. Cinilit tak i jinf slavnl mistri, zvl^ste 
Claudin de Jeune, a to netoliko homofonnd die podan^ch uk&zek 
alebrz i polyfonnS, netoliko pro ctyfi hlasy, alebrz i pro p6t a Sest, 
avsak i pro m6n6 hlasfi. Nejbohat&ji a nejznameniteji tak ucinil s£m 
Goudimel, jen2 ku pr. 2alm 104. spracoval „en forme de motet" pro tfi 
ctjfi, p6t a Sest hlasfi. *) K 2alrau 24. slo£il jednu ctyfhlasnou harmonii 
homofonovon a dokonce Sesteru harmonii polyfonovou, po ka2d6 jin^m 
kontrapunktick^m zpfisobem na tyi cantus firmus, jej2 ale v homofo- 



') Donen n. od str. 120. 



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40 

nov6 skladbe a po v6t§in6 i v ostatnich klade tak6 do tenoru, jako 
Karlsperk. Tak6 prvy 2alra, jej2 citovali jsme, poddvd tain (I. c.) „en 
contrepoint double, k 4 parties". — Druh^ jmenovairf mistr Clau- 
din leJeune (2il 1564.— 1627.) sloiil zalin 138. tak6 „en forme 
de motet" pro p6t hlasft kontrapunktem velmi sloiitym a dokonce 
ctyfdilne; jin6 iialmy slozil fugovan^m slohem, n6kter6 pouze homo- 
fonne. PodobnS pocfnali si t6i jinf francouzSti skladatete hudebnl 
v on6 dob&, zejmena: Jean Louys, Jean Servin ad. 

A tak, jako jini n&rodov6 pHjfraali od francouzsk^ch skladatelft 
nov6 melodie 2alinov6, pfijfmali od nidi tei tato harmonickd spraco- 
v£nf a podle techto vzorft i samostatnfe pracovali. Nizozemcan J. P. 
Sweelinck (1612.— 1621.) slozil dva 2almy (65. a 134.) slohem mote- 
tovym pro sest hlasft, l ) Ulr. Sulzberger dva 2almy (1. a 25.) homo- 
fonnS pro ctyri hlasy, J. Mich. Muller 1 2alm s clslovanym basem 
(r. 1735.). A kromS tSchto skl&dali t6i jini neraectf mistfi k fcilmfim 
4—6 hlasn6 harmonie homofonnS i bohatym umSnfm polyfonovym, 
jakz dokazujf origindly nekterych skladeb takov^ch v soukromn6 
knihovne Dra. M. Bohna ve Vratislavi 2 ) a homofonov6 ukdzky spisu 
Baeumkrova: „ba$ fat^olifc^e beutfctye ftird&enlieb." Plul tedy tez nd§ cesky 
Karlsperk toliko proudem toho casu obecnym, ie i on vydal soubor 
v§ech ialmu s novymi ndpevy, jez podstatnS liSily se od starych n&pevfi 
cfrkevnfcb, a s novou harmonif, je2 i s ndpSvy vyfrnula se z lahodn6 
mysli francouzskS. 8 ) I nepochybuji o torn, ie by tehdejsf pfedkov6 na§i, 



1 ) Douen, II; 273. 

2 ) „5tontor in bet tfreittfirctye gu ©reSfau." Jest mi zde vd£Sn6 zpomenouti pfe- 
laskavG pomoci a rady jeho. 

s ) Na dfikaz, jak hojnd rozsffily se zejmena ty nov6 francouzsk6 n&pSvy 
zalmovS, vizmez tato vydfinf jejich s pfeklady jjnonarodnimi. 1) Vlassk£ 
„ Salmi di David, tradotti in lingua volgare Italiana e accomodati al canto 
de i Francesi. Per Messer Franc. Perotto, 1603. Perotto klade tu nej- 
prve dlouhou dedikaci apglicke kr&lovne (1) A12bSt£, jii ale napsal ji£ 
r. 1584. — Jiny vlassky p'feklad pofidil Pineroli jiz r. 1678., vsak napevy 
jsou jen z cdsti francouzske, jin6 jsou samostatne. — 2) Anglicke* „The 
Whole booke of Psalmes . .. London 1G02. Obsahuje 150 zalmu s 38 (franc.) 
napevy, 21 anglickych pisni a modlitby. — KromS 3) nfimeck^ch a 4) 
Seskych vyddnf 2almu s franc, napSvy pfijali ty n£pevy 5) t6& pols ti 
„dissidenti u , jimito poprve upravil polsky text zalmfi k tern to napevftm 
Rybinski v knize: „Psalmy Monarchy y Proroka S. Dawida, przekladan. X. 
Mac. Rybiiiskiego. Y Toruni, r. 1617. a pak casto. — Z Lobwassera vzali 
ty n&pSvy tez polstf Sociniani (r. 1605.), vsak pofidili sob£ k nim jin^ pfe- 
klad „do uzycia Socynian6w a . Rybiiiskem di E. Oloflf ve spise: „$ofmfc$e 
2iebcrgef^tc u na str. 421. vyslovnS: „Der Ryb... ^at tm ^falter na^ bcr 



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41 

hudebne pfevnfmavf, byli zajiste i v tomto zpfisobu skl&d&nf tez d&le 
pokrocili k dokonalej§imu a bohat&jsfmu skl&d&nf motetov£mu, kdyby 
nebyla ne§tastn& litice v&le£n& po druhS zarazila tento utSsen^ roz- 
kvet um£ni hudebn^ho. O torn svSdcf pokus a pocdtek, jejz v t6 
pricing podnikl slavn^ humanista i protogrammatik cesky M. Vavfinec 
Benedikt Nudoiersky. 

d) Vydalt 1. P. 160G. u J. Nigrina deset parafr&sf na zalmy, 
pridav k nim teZ Styfrhlasnou harmonii. f ) Pr&ci tu vSnoval finely tae 
academiae pragensi, pietatis & bonarum literarum nutrici". By If sdra 
od r. 1604. profesorem university pra2sk6, o jejI2 zvelebenf uprfmne 
se zasazoval, 2 ) proto psal tu dedikaci, jak s&m dl, n e collegio Carolino, 
alias Magno." Nadepsal to dilo: „Ziahnov6 nSkteH v pfsnS cesk6 na 
zpfisob >ver§fiv latinsk^ch v nov6 uvedeni a vyd&ni". Nadeslal t&l 
ob£(rn£j§l latinskf n&pis: „Aliquorum psalmorum Davidicorum para- 



fran^f. tfontyofijion (CI. Marota a Th. Bezy) m« $o(mf($e flberfetjt . . . (5$ Ijat 
aUt Ryb. fof($e flberfetjg. auc$ na<$ berftanjBf. SRelobei? emjurifyen gc 
fiii^t. • 6) NizozemskS: „W>t ben granco^f^en in 9f?ebertantf^cn 3>i$te 
ofcergefet... t'Amstelredam. ©ebt. b$ M. de Groot, 1671. — Vsak nizozemsti 
Luterand porfdili si ji2 r. 1612. (t'Amstelredam by Nikol. Leye) svftj pfeklad 
b napgvy docela jinymi, ktere" jsou rozmanitejsi a zivejsi, net francouzske\ 
(Vsecky tyto pfeklady jsou protestantskd). — Tou ph'cinou di Douen v pfed- 
mluve" svdho dfla na III. str.: „Cette histoire (du Psautier), absolument 
ignored jusqu' a ces dernieres ann^cs, est fort glorieuse pour la France. 
On sait, depuis la publication du beau livre de M. Bovet, que, grace a ses 
admirables melodies et aux harmonies, qu'y ont mises Goudimel et 
Claudin le Jeune, le Psautier huguenot, traduit en vint-deux 
langues (trente fois a hollandais et presque autant de fois en allemand) 
a fait le tour du monde et regne deux siecles au sein de toutes les Eglises 
reformers." V cizojazyfcnych vydanfch tfcch 22 pfekladft cituje Douen (v II. sv- 
Bt. 612.) i toto: „Psaumes avec musique et liturgie en langue esclavonne. 
A. 1618. 4° Bibliot. de Geneve." Neni to snad ceske vydani Karlsperkovo ? 
— Vsak techto cetnych pfekladfi dotyka* i Komensk^ ▼ pfedmluvS svdho 
amsterodamsk. kancionalku, kdei (v oddfle 0. II.) df: „Francouzske obno- 
vene (t. j. kalvinskS) cfrkve ne tak nov^ch pfsni hledaly, jako stareho 
pokladu zalmu Davidovych : ktere" pod nove* melodie uvedse, p§kn^m rytmem 
(t. j. rymem) ozdobili Theodor Beza a Element Marott. Kterez melodie, 
kdy£ se i jinym nirodfim libily, pfevedli je do vlasskeho jazyka Jan Deodatus 
do anglick£ho Tom&s Sternhold, do holandskeho Datenus a pan z Aide- 
guodu Fil. Marnix, do nemeck6ho Ambros Lobwasser (a po nem jeste 
mistrovsteji Martin Opitus), do cesk6ho nds k. JiH Stryc, konBenior; do 
polskgho k. Mat. Eybioski, senior; do uhersk6ho Albertus Molnar" atd. 

») C. k. Univers. knih. prai. 6. sign. L. II. G. 12. 

*) Viz o nem v JireckovS „Rukov£ti" na str. 57. a si. 



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42 



phrasis rhytmometrica, lyrico carmine ad imitationem Latinorum nunc 
primum attentata". 

VyloJili jsme ji2 jindy ve zvl£§tnfm pojedn&ni o tSchto para- 
frasfch, l ) ie snaiil se n£3 slov&cky mistr z Nudo2er proklestiti jimi 
hudbe cesk6 novou cestu zpftsobein a duchem humanist* XVI. v6ku. 2 ) 
Die vzoru jejich pridSlal ke svym parafrasovan^m pfekladftm 2 aim ft 
takovou melodii ctyfhlasnou, by uplnS srovn&vala se sv^m hudebn^m 
rytraein se staroklasick^m metrein ialmov^ch textfi. PfeUad pofridil 
die vzorft latinsk^ch Zahnovych parafr&sf Buchanana Skota, slavn6ho 
tehdy b&snfka a dSjepisce anglickSho, v antick^ch metrech. A jako 
Chytraeus pfidSlal Buchananovi k tSinto parafrasfm ctyfhlasnS melodie, 
v tato metra spoutand: slozil tak6 NudoZersty nSkolik ctyfhlasn^ch 
melodii vedle vzoru Chytraeova a nSkolik jich vzal od Chytraea beze 
zmeny. Nezm£n6n6 vzal N. od Chytraea n&pgvy 2almfi 80. 90. 96. 97. 
a 113. Vlastni metrum vzal a vlastnf n£p6v sloiil k &. 79., jiny n&p£v 
k stejnSmu metru slozil pH i. 75. a 82., tfi nApSv podrM, vsak 
rytmus v nekolika notech zm£nil v i. 94. a 113. — PMhl6dn6me 
nynf mfstn&ji k tfim Jalmftm, k nim2to NudoZersk^ zvldStnf n&pevy 
slo2il, pokud jsme jich ji2 nepodali ve zmfn6n6m pojedndnf, jez timto 
pfridavkem doplnlme. Docela saniostatnS pocfnd si v 2. 79. PodavA 
jej takto : ■) 



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*) V casop. „ Cyril" z r. 1883. na st. 82. a si. 

2 ) Tou pfi<3inou napsal o nem jeho chvalofecnik, M. J. Campanus v z&v£recn£ 

b£sni toho spisu: „Arte nova numeros Bojemum carmen ad aptos posse 

venire, prior nos Benedicte doces tt . 
a ) V original e na 4 systemech lfnovych v G, dvou C klicich (mezosopr&n 

a tenor) a v bas. F klfcl 



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43 



b&snick&n metru tohoto zaluiu df Nudoiersky: „Est mono- 
colon. Versus trochaicus catalectus". I doklddd k tomuto trochejskSmu 
jednakoverSf s£m tento obrazec: 



Kdeito Chytraeus m& k torau 2almu dorickou melodii, slo2il k n£mu 
Nud. jak vidime, velmi vyznacmf ndpev hypooeolicky, v neinz dftvd 
melodii nejvySe vystupovati na slova spravedlivSho rozhorlenf ; na jeho 
dotaz pHpadnS klade jediny pftlton gis, a to polovicn^m z&v&rem. 
Tak£ vykf ik bolesti ach ! v^znacnS projadf uje dvojfm /, v cel6 melodii 
jedinym. V§ak tichy bol jest monotonnf ; proto i mistr nd§ koncf Sest- 
krat na to opakovanym plagdlnyra e a toliko dvouakordovou kadencf 
plagalnou. Aj jak jevf se ndm Nudozersk^ v tomto malitk&n skvostu 
byti jemn^m mistrem delik&tn6ho vkusul 

PodobnS pocfnd si Nud. v samostatnSm jonickSm mipSvu, ktery 
sloiil die stejnGho rytmu k 2almu 82. ! ) takto : 



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PH viech snSmfch Bflh pHtomen aim ae - df, 



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') Original udava carminara (sc. Buchan.) genus 6. a C. A. T. a B. klfde. 
Yzorec teto casomfry (c. g. 6.) udava Nudofc. takto: „Estque tricolon tetra- 
strophon. Vers. 1. 2. dactylicus Alcaicus acatalectus, 3. jambicua Archi- 
lochus dimeter hypercatalecticus, 4. dactylicus Alcaicus acatalectus: 

W ^ W — w — i. 2. 

_ — ~ — _ — w 3. 

( ) 

— — — — — — — — — 4. 

Die tohoto vzorce srovnali jsme take men sum notovou. 

*) V tomto verSi opravil jsem die metrickSho vzorce, jak jej Nud. uda>£ 

nekolik chybnS vytiStenych pulnot a cetych die vlastnfho pfipomenutf Nu- 

doierskelio: „(Exratura) facile corrigetur, praesertim in melodii s, de 

Buchanano desumtis". 



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44 



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pfisn& na jich se ne • f acl o - zy - vL 



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Pecliv6 vybranyuii akkordy vyr&2f Nud. tak6 v tomto ialmu, co 
zvl&Stnfho vyrazu vyZaduje, jako 6b6 slovo „sdm a a tifetf ver§. 

Stavba melodie i harmonie v obou 2almech jest bezvadnd a ve- 
skrz vybrand, i uSlechtild. Na dftkaz porovnejme tyto skladby Nudo- 
2ersk£ho s rytraometrickou skladbou kontrapunktick6ho mistra n&ne- 
ckeho, jeni ji u2 tehdy zapel, kdy huinanismus stfedoveky pocal u n&s 
teprve rozvijeti se zvl£§t6 p6cl Bohuslava Hasi§tejnsk6ho z Lobkovic. 
Byl to Pavel Hofheimer, varhanicky raistr cfsafe Maxuiiliana I. Zil 
v letech 1449.— 1537. Z jeho, tehdy proslaven£ho dfla „Hannonia 
poetica", l ) jei vy§lo tiskem r. 1539. vizme na porovn£nf tento „hyra- 
nus in Epiphania", ktery sloiil jeden z nejlepsfch kfestanskych bds- 
nfkft starolatinskych, A. Prudentius: 




„Quicunque Christum quaeritis 



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£ 



o - cu - los in al-tum tol-li-te. D- 



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lie li - ce - bit vi - se - re signum pe-ren-nis glo - ri - ae. a *) 



i — r- 



1 — I — 



-49 *- 



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*) Znova je vydal In Achleitner v Solnohrade" r. 1868. 

f ) V citovanem vydani AchleitnerovS jest to cfslo 30. Zavirat se v nem 25 od 
Horatiovych, pak 8 cSfsel „aliorum poetarura carmina". V techto se obsahuje 
t££ nas hymnus a nSkolik jinych. — Exempli toho dfla m& tei c. k. univ. 

knih. olomuck* sub sign. Coll. 4° XXIII. — ^- ■ Z n6ho vyiiat nil pHklad: 



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45 

Na prvnl pohled znamendme zvldStni r&z techto skladeb hudeb- 
nych, ale i to, ie na jedno brdo utk&ny jsou. A chceme-li si je za- 
zpfvati, nevime, jak do nich. Taktu nemaji a ten metrick^ rytmus 
jest uchu i jazyku naSemu cizf. Proto nezdaHl se tento pokus uvSsti 
hudbu na novou dr&hu ani u n&s, ani jinde, a brzy zanikl jako 
tropickd kvetina v cizf pfidS. Vyplnilot se na nl slovo Ambrosovo: 
,3m fcfjmungo ollen 23ortrage bed anttfen 5Did)terfangerd bctebte bad 
Serdmaad, geiftreidj, fret nnb bod) ftreng gefetjmfifjig beftamirt, ben ®efang, 
gob iljm geben, SEBfirme, ©d)8nl)ett 3n ienea 2Jtoftfen aber ttopft bet Xaft, 
bem @tnfl (hudebn^ mistr) nic^t etnmal fcin 3ct^en gSnnen tooflte, tote 
tin Don mec^anif^en ftrfiften betoegter, gtei^mfifjig (odfdtfagenbev S3ted}< 
jammer Ijinein, unb an bie neben einanber ljingepflanjten StRorbpfa^tc an* 
gebunben ocrlicrt bad antife flJtetmm fein Ceben unb fetne freie ©etpegung. ! ) 

Zachrdniti by se daly tedy tyto skladby zpSvu jedin6 tfui pra- 
vidlem, jei udal s&m NudoZerskjf. Jako by byl cftil nazna6en6 vytky, 
ustanovil, abychom, jak vyslovujeme jakoukoli slabiku miino zpev, 
takovym t6i casern ji tak6 ve zpSvu vyj&dHli, *) tedy volnym 
pfirozenym rytmem cesk6 mluvy. Tim ale „rytmometrick6 a trv&ni 
a B skandov£nf tf not valne se poSinuje a metrick^ zpfv&ni promenuje se 
na ono pfirozen6 zpfv&nf s grammatickym pffzvukein slovnym, jeho2 
pak po Nudozersk6m jinf opr&vee cesk6ho zpSvu, J. Am. Komensky 
skutecne se pfidritel. 

e) Komensky totii pfeklddal sice tak£ zalmy casomernS po- 
vzbuzen jsa k tomu prdv6 pracf Nudo2ersk6ho mistra. Napsalt o torn 
s&n v liste k Montanovi r. 1611. takto; „Vavf. Benedikt Nudo2ersky, 
profesor pra&ty, sna2e se §£astn6 zvelebiti cesk6 bdsnictvi, sp&sobil 
zalmy Davldovy rozlicnymi druhy metrick^mi, ndpodobiv v torn Bu- 
cbanana. Sotva dlla dokonal, 3 ) odeSel k otcftin (1. 1614.), odk&zav 
je zdvetf nekomu, jeni, jsa v p6ci o vyddnl trochu nedbaly, od- 
loiil je az do t6 doby, kdy v pleneni pra2sk&n (1. 1620.) za sv6 
vzalo. Dov6d6v se j& o torn, 2e o takovy poklad vlast jest 



«) L. c. m. 379. 

*) . . . „Ut quaemadmodum quamlibet syllabam extra cantum pronuntiamus, 
pari tempore earn in cautu exprimamus. Erit id quidem insuetis primum 
difficile, sed ubi usus ex assuetudine uon diuturna accesserit, res erit non 
tantum expedita, sed etiam mirum in modum jucunda". Ejhle! tut Nud. 
zjevne" hlaaa volny rytmus chor&lnf. 

*> Tedy spracoval N. cely zalt£f me tricky, nikoliv pouze udanych 10, jez vydal 
dttve, aby, jak pravil, „slysel ex occulto soudy ucenych muiii tf . Na domluvu 
M. J. Campana vydal je pak nikoliv ex occulto, nebrfc i podepsal se. (Viz 
take* Jire^ek. Rukov. st. 59.) 



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46 

oloupena, velice jsem toho zelel, a dychtfi ztr&tu nahraditi, 8 dm 
jsem ruku pfiloiSil, zpfisobiv n^kolik Salinfi casomSr- 
nych. a Jest to on£ch 64 Zalmfi, o ktenpch fee byla jii v I. c£sti 
tohoto pojedndnf. Zachovaly se v mal6m, necel&n rukopisn&n sesitu 
c. k. univers. knihovny prazskS (sign. L. IV. E. 130.) o 64 strandch, 
jehoz text Jirecek znovu otiskl (1. a), a z n&hoZ kusf poedtek 64. 
(die Vulgaty 63.) 2almu, jfm2 tento rukopis konci, jsme v I. cAsti 
otiskli. Z dopisu k Montanovi videti lze, jakou dulezitosf pfisoudil 
Kora. tomutu casom6rn6mu pfekldddnf. I ud£v& Kom. v fecenGm 
dopise d&le sdm, kjak^m metrftm kter6 2almy sklddal, fka: „Na pf. 
skldddnfm heroickyin zalm 1. 2. 8. 16. a 28.; elegiack^m 3. 6. 11. 
12. 15. 19. 20.24. 27.; jambickym trojverSem 4. 10. 13.; jambickyni 
ctveroversfm 9.; phaleciem 7.; saphickym 5. 17. 51. 94.; trochaick^ni 
10. 117. 150. Z poslednfch ctyfr filsel pozn&vdme, ie jich pfece bylo 
jestS o liodnS vice nei onSch 64 zachovanych, a£ doklddd Komensky : 
„Nedokoncil jsem v&eho, vol&n byv k jin^m pracfm: dflo tedy 
zflstdvd nedokonan6. u l ) 

Notovan^ch n&p6v& Komensky v torn rukopise nepodAvd, n6bri 
pouze n&pisy v zdhlavf verSfi: „2. 1. metrem heroick^m, i. 3. metrem 
elegiack^m a d. Jimi patrn6 nar&Si jii tak6 na metrick6 ndpevy Bu- 
chananovy nebo podobn6. N6kdy tak6 uddvd, ie zpivati se mfi£e ten 
ktery zalm podle n&pevu nekterS pisnS, k. pf\ i. 4. jako: „Kdy2 
AlzbSta matku Pdn6 a . PH torn cituje cfslo t6 pisnS z kancion&lu 
bratrsk6ho A. VII. 

Av§ak ackoliv Komensky tomuto casomern&nu pfevddSnf 2almft 
nemalou ptikl&dal cenu, ac toho velice 2elel, ie o takovy poklad (ca- 
somern^ pf evod zalmfl, od Nudo2ersk6ho poHzeny) vlast bylrf oloupena, 
i ackoliv na nov6 poflzenf takov6ho pokladu i sdm znovu nemdlo 
pile i prdce vSnoval: pfece touto pracf necftil se koneenfi uspokoje- 
nym. Podniklf pozdeji 2 ) jeSte jiny pfevod iSalmfi, o „rytmy pod gallick£ 
zalmft melodie tak kladenS, aby dostalo se ka2d6 dlouhS note slabiky 
dlouh6, kr£tk6 krdtk6 s podivuhodnou lahodou," jak di o torn sdin 
ve zminen^m dopise. Jakyin zp&sobem poclnal si v tomto nov6m 
pfekladu, dobfe znamendme na jeho vlastn'in prfklade, jej2 poddvd 
na konci pfedmluvy sv6ho amsteroddmsk6ho kanciondlku. Tam di : 
„Sic jak by i pfsnS vSecky i ialmy vSecky prdve dokonale (podle 
dokonale poezy) pfeformovati se mohly, pHklad jedin^ na 2almu 130. 



*) Viz Zoubkuv citat v n CyrUlu a r. 1883. str. 91. 
2 ) Tak df sam v dopise k Montanovi. 



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47 

ukift, jeho2 by prvni verS (= sloha), (aby se vSecky syllaby ke vSech'- 
nem notem pine trefovaly), takto zpfv£n byti mobl : „Z bid hlubiny 
ialostn6 a a d. Ted klade toliko text t6to prv6 slohy, jak jej s&m 
upravil. B GaHickymi melodiemi 2almfi tf rozumiti sluSi prdvi ty fran- 
couzskS ndpSvy, kter6 jsme obSfrnS jiz pozaali. Tyto n&pSvy pfevzal 
od Strejce a poloiil do sv6ho kanciondlku i 8 textem Strejcovym. 
Av&k ie s metrickou lipravou textu Strejcova nebyl spokojen, po- 
fidil die udanych pravidel novou zp&sobem udanym. Na pozndnf teto 
qoy£ upravy jeho a na rozdfl od Strejcovy, vypi§eme onen 130. 2alm 
Strejcdv, jeji doslova i do noty mi t6z Komensk^, l ) ale podloiime 
rau zaroven i novy preklad Komensk6ho. Zni pak zalra 130. takto: 

„Za odpusteni hrichft". 



3 — i , — i — » — . — » — 3 - 



f»TT»-,a 5B^i U, = r^^ 9^E^ 



9 9 ■ q- 



<5>- 



Strejc: „Vni-ramn6 sv6 u-zko-sti dnem i no-cf vo - l£m, ja-ko 
Kom. : „Z bid hlu-bi - ny za - lo - stn6 mfij Bo - ie, ▼ truchlosti vzheda- 



1-^zi^z f-^^^^^gE^^ -- » .jazz CT-g^^ ^ 



j£z 



zhrozne pro-pa -sti te - be Pa-ne vzyvam; hlas me-ho na-fi- 

je k to - b$, mocu6 o-chra - ny z v£ - so - sti £&- ddm: m6-ho vo- 



[|J=i^S^gEg^=^EJE^g gE^ 



ka - ni pust v sv6 svate u - si be - ze vse-ho me-sk& - nl 
la - ni rafi ne - pro - die - ne" hlas pfijraa mne k re- to - v£ - ni 



-&- 



4: 



=tst 



v tento cas nej-tez - sl u 
pfi - sp£ - ti : nebt jest cas." 

Pfezpiv&me-li si text KomenskGbo k tomu „gallick6mu a n£p6vu, 
shleddme skutecne „podivu hodnou lahodu" ve shodS slova s n^pevem 
ci ? hudebn6 deklamaci, ]ei daleko pfekondvd pfedeSlou „rytmo- 
Hietrickou a . Kouzlo teto lahody v torn z&lezf, ie dlouh6 a kr&tk£ noty 
dokonale srovn&vajf se netoliko s pHslu§nymi dlouhynii a krdtkymi sla- 
bikami, jaki ud&vd Komensky, alebri i zdroven s ceskyin pfizvukem 
slornym. Tut podal tedy Komensky dokonaty vzor hudebn6 deklauiace 
cesk6! A tak t6sn6 pftl6h£ text k ndpfivu, ie zdd se, jakoby n&pev 
mhmi s textem byl se zrodil v mysli Koinensk&io, jak se skutecne 
telo pH nasich pfsnfch ndrodnfch. Bezdeky vzpoumel jsem tu pfi- 



^ Take Steyer ye sv6m sv. Vacl. kancion£le. 



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48 

padn6ho soudu BartoSova: „Z£kladnfm iivlein na§f prostondrodnf 
prosodie jest pravidelnS strfd&nf slabik pffzvucnych a bezpHzvucn^ch, 
kter62 m£lokdy se d& vtesnati v kazajku „klassickych u troehSjfi, dak- 
tyl&v atd. a l ) Skoda, #2e Komensk^ ani tohoto pfekladu nedokonal, 
„co2 jinym dotkati zftstavil," jak s&m dolozil. — 

Vsak nikdo po n&n bohuiel Uto klasickG osnovy nedotkal, *) 
ba nikdo po nem ani nepracoval a nesklddal ni slovesnS, ni hudebne 
podl6 pravidel Nudo2ersk6ho a jeho, kterd skutecne sm&fovala ke 
klasick&nu zdokonalenl jazyka i n&pSvu posvdtn6 pisne cesk6. Mfsto 
zdokonaleni nastal upadek elm (Idle 2alostn6j§f, jeho2 po dnes ne- 
nialou merou svedkovS jsine sami. V dlouholete zapomenutf upadla 
ona „podivuhodn& lahoda", k nfz NudoSersky a Komensky povznesli 
mluvu a plseii ceskou, a naSemu veku teprve nastivd dotkati, coz 
jinyin zfistavili, dotkati netoliko psahnodii, alebri i vftbec klasickou 
pfsen posv&tnou, pokud se to ji2 nestalo. 



4. 
Uber den sogenannten medialen imperativ des Gotischen. 

Yorgetragen von prof. A. Ludwig am 3. Mai 1886. 

Unter den warheiten der sprachwiszenschaft, ' welche nie ver- 
geszen und immer von neuem betont und eingeschftrft werden miiszen, 
nimt die prioritat der form vor der bedeutung wol die erste stelle 
ein. Sie ist das wesen des kampfes, den wir seit 1870, (eigentlich 
schon seit 1867 mit unserer abhandlung c uber die entstehung der 
a-declination etc/) eroffnet haben. Der satz: dasz man erst dann 
etwas von einer sprachlichen form weisz, wenn man dieselbe in einer 
andern als der regelmaszigen conventionell gewordenen bedeutung 
nachgewiesen hat, wenn die apriori fest stehnde abwesenheit eines we- 



l ) Obzor (brfi.) 1886. st. 51. 

*) Pozdejsf vyd6nf zait&fii nebyla lee nov^ otisk neb nove* vyddni Strejcov^ch 
zalmfi s fraocouzskymi napevy se skricen^m textem, neb obecn^ preklad 
b obecnyini napevy cfrkevnfmi. Tak Steyer ve 42 ialmech, od Strejce pfe- 
vzatych, nezmeniv textu, ani napevu, vynechal pouze slohy, k. pf. v z. 4. 
(die pisma sv. IX.) slohy 6. 7., pak 13.— 20.; v 2. 8. (t. j. 26.) dvS poslednf 
slohy; v 10. (t. j. 31.) m* jen 5 sloh, Strejc 19, v 4. 11. (34.) 5 sioh, Strejc 
Had. Rovnez tak i sv. jansk^ kancion&l. 



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49 

sentlichen connexes der form mit der bedeutung (richtiger 'verwendung*) 
tateachlich dargetan ist, widersprach direct den bisz dahin herschenden 
anschauungen oder wenigstens den als selbstverstandlich geltenden 
bestrebungen und den zilen, welche bei beurteilung nnd erklarung 
sprachlicher formen verfolgt worden waren. 

Obwol nun eigentlich die grundanschauung, von der wir ausz- 
gegangen waren, sich nicht bestreiten liesz, wurde doch ihre ausz- 
ffinrog angegriffen und nahezu allgemein verworfen. Verworfen aber 
nicht widerlegt. Und wir glauben, dasz es heutzutage keinen gelerten 
gibt, der kritik und methode mit consequenz in theorie und forschung 
verbindet, welcher unsere anschauungen im wesentiichen nicht teilen 
wurde. 

An disen mer negativen grundsatz sehlieszen sich entscheidende 
positive folgerungen. Statt der frliher angenomenen mit einem schlage 
vor sich gehnden bildung der schemata, die wir paradigmen nennen, 
sind wir eine stufenweise entwicklung derselben anzunemen gezwun- 
gen. Das disponible formenmaterial reichte nicht von allem anfange 
fur das bedurfnis ausz, und das bedilrfnis selber war nicht zu alien 
zeiten ein gleichm&sziges und das gleiche. Eine formenreihe muszte 
schon vollstandig entwicklet gewesen sein, warend die andere noch 
liicken zeigte ; eine und die andere form war bereits auf ein bestimmtes 
engbegranztes bedeutungsgebiet beschrankt, warend andere in ihrer 
entweder ganz urspriinglichen allgemeinheit verwendbar waren, oder 
doch nicht auf die letzte (zu verschiedenen zeiten eben verschieden 
beurteilte) bestimmtheit gebracht worden waren. Das bedurfnis nach 
moglichster bestimmtheit muszte sich erst entwickeln, es hat sich 
nachweisbar im laufe der jartausende entwickelt, und hat im Eranisch- 
Indischen sprachkfeise die hochste stufe erreicht, die nur hie und da 
dnrch spatere lautgesetze wider beeintraehtigt worden ist. Im Sam- 
skrit (aber auch anderswo) trit das ringen der sprache nach moglich- 
ster bestimmtheit im staten kampfe mit der lautzerstorung merfach 
in bemerkenswerter weise zu tage. Es hat also lange zeit, und noch 
jetzt nachweisbare, unbestimmte formen gegeben, deren rolle in der 
geschichte der grammatik von der groszten wichtigkeit ist. 

Erst langsam wird die sprache annahernd und auszerlich ein 
homogenes ganzes; am vollkomensten homogen aber erst wider nach 
vollstandigem aufgeben alles foimenmaterials. Dasz die sprache so 
lange wenigstens, als sie in aufsteigender ban sich bewegt, kein 
homogenes ganzes darstellt, versteht sich leicht ausz dem umstande, 
dasz sie gleichzeitig von verschiedenen generationen gesprochen wird. 

R-: FUoMfie, d^jepls a filologte. 4 



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50 



Wo also der process des aufbaus in lebendigein flusze sich befindet, 
wird man zwei ja drei verscliiedene sprachformreihen (paradigmen) 
nebeneinander bestehnd finden. So iin altesten Samskrit Hiezu 
komt noch, dasz formen auf einem scharf abgegranzten gebiete, dem 
pronomen, dem adjectiv, in einem bestimmten oft widerkerenden 
complex sich oft erhalten, nachdem sie bereits auszerhalb dises com- 
plexes langst durch andere ersetzt worden sind. In bestimmter ge- 
brauchsweise, die zur redensart geworden, findet disz gleichfalls 
statt; die grammatik nennt disz oft ganz auszerlich adverbium. Wir 
wollen hier nur als beispil das a-paradigma des altesten und des 
spatern Samskrit hersetzen und zwar vom regelrechten bisz auf das 
alteste zuruckgehnd, wie sich dasselbe reconstruieren laszt: 



as (i-bhti) 


asjfbhft 


as (e-bhft) 


as (e-) 


Boeot etfyioi) 


a 


a 


a 


a 




am (i-kf) 


am (rkr 


am (e-kr 


am te- 


Boeot ei[v] 


ena 


1 ena ena 


Urn 
lenam 


am 


(lit. Slav.) 


aya 

(&i pron.) 


ai (pron.) 
aya 


ai 


A • 

ai 




&t 


at 


at 


at 


faatv 
laatl 


asya 


/(e) 
I asya 


/(e) 
I asya 


((e) 
I asya 




e 


it 


Uni 


I (am) 




f [-e pron. 
1 -&s 


f [e pron. 
1 ~&s -dsah 


1 [-e pron. 
\ -as -&sas 


f f-e pron. 

1 -as 


-e 

-as 


-an 


-ftn 


r-an 

l-e 


| -ans 
I -e 
altpr. aveat. pron. 


( -ans 
I -e 


-ais 


|-ais 
I -ebhis 


i -ais 
\ -ebhis 


/-ais 
I -ebhis 


-ais 


-ebhyas 


-ebhyas 


-ebhyas 


-ebhyas 


-ebhyas 
(ebhis) 


-ebhyas 


-ebhyas 


-ebhyas 


-ebhyas 


-ebhyas 



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51 



-an&m 


-Am-& 
( Au 
I anam 


f -ara-a 
\ -anam 


-€«U 


-esu 


-efiu 


au 


au a a 


au a 


ayos 
abhyam 


ayos a 
abhyam a 


ayos k 
abhyam k 



-am-a 



-e£u 



am 



-am 



-e§u 



ayos am ? Horn, a/wpo itopsva 
abhyam am ? %sqgiv au auya 

Mit ausznabme des an erster stelle stehenden paradigma's hat 
keines wol je auszschluszlich geherscht. Setzt man die geschichte 
des paradigma's bisz zum griechischen fort, so wird die continuier- 
lichkeit der entwicklung offenbar. Da man aber dise zu verfolgen 
unfahig war, so behauptete man, dasz bisz jetzt die bestimmung der 
reihenfolge , in welcher die Indoeuropaeischen sprachen selbstandig 
geworden sind, eine unmoglichkeit ware. Ein klaglicheres armuts- 
zeugnis hatte sich die sprachwiszenschaft kaum auszstellen konnen. 

Die zerstorung der laute schafft lautarmere formen ; es ist nun 
so gut wie ausznamslos die regel, dasz an dise lautarmeren formen 
die allgemeineren an specifischem inhalt armeren bedeutungen geknupft 
werden, warend in die an lautmaterial reicheren formen auch ein 
grosserer bedeutungsinhalt gelegt wurde; hiedurch entstand die fiir 
den anfang der forschung natiirliche tauschung, das plus an lautfulle 
stehe mit dem specifischen plus an bedeutungsinhalt in directem 
zusammenhange, eine tauschung, welche die erklarung natiirlich vollig 
?on der richtigen spur ableiten muszte. Das, von dem standpunkte 
der sprechenden ausz betrachtet, practisch natiirliche wurde in ein 
tatsachlich wesentlich begrttndetes verwandelt; disz ist die grundlage 
der Boppisch Schleicherisch Curtius'schen methode. 

Wenn wir nun mit festhaltung der eben auszgefurten gi-undsatze 
betrachten, wie die yei-schiedenen genera des verbs passivum, neutrum, 
reflexivum, subjectivum, intransitivum, activum (objectivum), causale 
faetitivum chai'akterisiert werden, so finden wir auch auf disem ge- 
biete die indecidiertheit der form als das prius. Die trennung der 
transitiven von der intransitiven bedeutung der wurzel wird meist 
definitiv dadurch, dasz eine besondere form die eine uberniint, sei 
es, dasz disz vom medium (Griech. u. Sanskrt), oder von einer be- 
sondern derivierten verbalform geleistet wird (Germ., Slavolett., Era- 
iittch, Indisch). 

Das Griechische hat neben dem activum (vgl. iyslQCD, iyQtjyoQa 
n. a.) dem medium auszer der des reflexiven subjectiven die function 



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52 

des intransitiven des neutralen und des passivums zugewiesen. for^fu 
fatapcd (psftoiica (pofieco nivopai itovico, daneben aber eine neutral- 
passive form fiir den aorist (u. futur.) entwickelt, deren charakter 
bekanntlich ein i\ ist, warscheinlich jedoch iyt, da bei Homer die 
formen des conjunctives TQccnsi-o-fisv tQccnei-e-rs darauf hinfuren. 
Eine besondere causale form hat es nicht entwickelt; nur zufallig 
vereinzelt finden wir in q>ifio(iai <po(Ha> den typus vorbereitet, der 
von der Germanischen sprachentwicklung an durch das Lettosl. und 
Eranisch-Indische hindurch als der bevorzugte trager der causalitat 
auftrit. In (psQa (popta trit nur das moment der dauer hervor wie 
im Slavolett. das wider nach diser periode aufgegeben erscheint. 

Das Latein hat schwache spuren des alten medium mit verlust 
der demselben eigenen function (1. si. perf.). Statt dessen trit die 
auch den Keltischen eigentttmliche mediopassivform mit -r auf, ur- 
spriingl. wol unpersonlich. Auszerdem finden wir eine neutrale flexion 
mit derivativem e- areo (Lucr. facit are) candeo frigeo ardeo clueo 
etc. Zwar felt das e im perf. und partic. pass, aber der stamm ist 
doch nicht auf praesens und infinitiv beschrankt, wie die ableitungen 
acetum habena egenus albedo nitela candela frigedo (serenus vene- 
num, mit a arcanus) beweisen. Es ist nicht warscheinlich, dasz dise 
kategorie gleicher entstehung ist, wie moneo doceo etc. da im Griech. 
dise kategorie ganz felt. Sie schlieszt sich aber in unverkennbarer 
weise an die passivneutralen aoriste auf rj. Abweichend durare 
dulcire. 

Die causale form findet sich auch hier nur vereinzelt memini 
moneo vgl. reQaeofrai torreo; auch doceo setzt ein dec- vorausz in 
der bedeutung 'geschickt sein' Sanskrit daks. 

Im Gotischen finden wir das medium als passivum; die falle, 
die als medialformen, gelten sind wol alle als passiva aufzufaszen. 
Anszerdem altnord. f heiti' vocor gegeniiber f heit' voco. Hier im Go- 
tischen und im Altnordischen flhden wir zuerst eine neutral passi- 
vische foim entwickelt na (no na), welche weder im Griech. noch im 
Latein in diser function auftrit (dd(iv7][ii etc. muszte freilich activ 
bleiben wegen dd[iva[ica). Dieselbe steht teils intransitiven gegen- 
iiber gaaukan : auknan, vakan gavaknan (selten) ; transitiven : andbindan 
andbundnan, dishniupan dishnupnan, brikan bruknan, letan letnan, 
giutan gutnan, skreitan dis-skritnan , galukan galuknan, fraliusan 
fralusnan, gatairan gataurnan, skaidan skaidnan; causalen: fulljan 
fullnan, usgaisjan usgeisnan, gatandjan intundnan, gasvinthjan gas- 
viuthnan, fraquistjan fraquistnan, bisauljan bisaulnan, afslauthjan afs- 



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53 

lauthnan, afdauthjan afdauthnan, gabigjan gabignan, ushaubjan ushauh- 
nan; von adjectiven gastaurknan urrumnan minznan mikilnan veihnan 
managnan etc. So auch im Altnordischen ; Angels, weicht ab. 

Nun besitzt das Gotische und das Germanische ttberhaupt eine 
verbalform, welche Griech. yofiico Lat. moneo entspricht, und ver- 
wendet dieselbe in causalem sinne. Daneben hat es (Got. Althochd. 
Altnord.) eine form, deren stamm sich als -ai zu erkennen gibt; 
sichtbarlich entsprechen derselben weder im Lat. die verba auf eo ere 
noch im Griech. die auf sm siv. Doch unterscheidet sich hier das 
Althochdeutsche von den beiden andern sprachen. In disem entspricht 
eine grosze anzal von verben den neutralen zustands verbis des Latein 
rubeo rubere rotSn, torreo dorrfcn; so angfin (angi) sm&hen slevfin 
welhen weichen blinden warmen kalten grawen swaren grozzgn heizzfin 
harten heilen (gahailnan) arstummfin tumben (afdumbnan) hwizzfin 
etc. im Altnord. dagegen bleikna bleichgn, kolna kuolfin, kwikna ar- 
quecken, sortna swarzen, thorna (thurr) dorren. 

Es entspricht aber eine anzal Gotischer ai- verba Lat. verbis auf 
ere: vitan vidSre, thahan taceo, silan sileo, haban habere, munan 
moneo (? intrans.), lubains lubere; lauter verben, die mit auszname 
des wol nicht hiehergehorigen moneo nicht den verbis auf ere gleich 
zu stellen sind, welche Gotischen verbis auf -jan entsprechen. 

Die Althochd. verba intrans. neutr. auf fen sind also wie die 
Lat. auf ere im gegensatz zu den transit, auf den stamm des Griech. 
neutralpassiv aor. zurttck zu fiiren. Sie ersetzen dein Althochdeut- 
sehen den fast ganzlichen mangel an n-formen*). 

Das Lit. Lett. Preuss. weist (beide erstern) in der 2. 3. si. me- 
diales -ai mit verlust der function auf; Preuss. dasselbe in 1. 2. 3. si. 
and 3. plur.; neu entwickelt ist wie im Altnord. und Slav, ein durch 
suffigierung des pron. gebildetes medium. Auszer der causalform, die 
sehon das Got. hat, hat es ein factitiv (inu inti) entwickelt; aber die 
dem Althochd. entsprechenden verba eju ejau 6ti und in 6jau 6ti 
zeigen keine neutrale bedeutung (oder nur selten wie tingiu eti faul 
sein). Das Slavische hat auszer einer medialen form ved6 und dem 
soffigierten pers. pron. 3. ps. und der causalen form, sowol die e *- 
passivneutrale als auch die n-form ogluchn^ti oglu§ati erstere jedoch 
keineswegs auszchliiszlich in diser verwendung. Im Eranisch-Indi- 



*) Uber -i (naemi etc.) 2. 8i. perf. des AJthd. als mediale form s. uusere abh. 
'tiber die 2. si. perf. ind. im Germanischen'. Sitzungsber. der kdnigl. bohm. 
Gesellsch. der Wissensch. v. 7. Juli 1884. 



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54 

schen verschwinden beide letzteren kategorien; die n-formen haben 
kein betimmtes gebrauchsgebiet, und von -6 stammen haben wir nur 
praesens var&yati. Dagegen trit ein neues passivum auf, welches 
jedoch sich gegen die neutral-bedeutung nicht vollig abschlieszt. In 
spaterer zeit erst ist der accent (mit auszname des intensivs auf -y6) 
das absolute charakteristicum des passivs. Medium und causal form 
beschranken alliniihlich vollkommen den gleichzeitig intransitiven uml 
transitiven gebrauch der wurzelverba. 

Das passiv (formell medium) des Gotischen ist zwar in der ma- 
nichfaltigkeit der personal-endung wenig entwickelt, doch in ser reich- 
licher anwiendung iiberliefert. In den sparlichen quellen, die uns zu 
gebote stehn, finden wir es weit uber zweihundertmal angewandfc. 
tJber die eigentumliche erscheinung, dasz iin sing. 1. und 3. person 
durch die 3. vertreten sind, haben wir schon in einer fruhern abhand- 
lung bemerkt, dasz dieselbe sich ausz dem lautgesetze des Got. 
erklart, dem zu folge auszlautendes ai zu a wird ; biudai wie die 
1. si. hatte lauten miiszen, muszte zu biuda werden (wie biudazai 
biudadai zu biudaza biudada bodhasai bodhatai nsvfa[&]cci xevfrecai), 
was mit der 1. si. act. zusammenfiel. Altnord hat ai zu i werden 
laszen: heiti vocor. So verwandte man die 3. si. als die allgemei- 
nere gegeniiber der 2. si. 

Der ganze plur. hat nur eine form biudanda itsvfrovzai bod- 
hante. In einer friiheren abhandlung haben wir gleichfalls nachge- 
wiesen, dasz es eine 2. plur. medii im Griech. zu der zeit der selb- 
stiindigwerdung desselben nicht gegeben hat, und dasz die 2. plur. 
dhve dhvai dhvam im Avesta und im altesten Samskrit sich noch 
als infinitive nachweisen laszen. Es ist also undenkbar, dasz dise 
formen friiher bereits in diser conventionellen verwendung vorgekomen 
waren. Dieselben hiitten auch im Gotischen die formen biudadva 
oder biudadv biudadu geben miiszen, fur deren schwinden sich kein 
angemeszener grund angeben liesze. Folglich beweist auch das Go- 
tische die richtigkeit unserer dort aufgestellten behauptung. 

Fragt man nun wie in solchen fallen die sprechenden sich ge- 
holfen haben mogen, und siht man sich nach analogen fallen um, so 
sind es vorzuglich zuniiclist das Latein und das Altirische, die wir 
in ahnlicher lage finden. Mit dem medialpassiven r liesz sich iu 
keiner der beiden sprachen eine 2. si. und plur. bilden. Weder dicis 
noch dicitis lieszen ein ansetzen eines r im Latein zu. Wie neuer- 
lich ganz richtig gezeigt worden, gebrauchte man dicere urspriinglich 
(mit dicere als inf. act. hat dises allerdings nicht zu schaffen), und ver- 



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55 

sah denselben erst spater mit dem insigne der 2. si. : diceris. Denn eine 
so befriedigende fonn wie diceris hatte man nicht gegen alle analogie 
des so notwendigen charakteristicums der 2. si. verlustig gehn laszen. 
Die sprache beginnt mit dem undeutlicheren, unvolkomen oder gar 
nicht charakterisierten und schreitet zu groszerer bestimmtheit und 
dentlichkeit fort. Dise erklarung rechtfertigt denn auch unsere langst 
fur 2. plur. dicimini aufgestellte behauptung, dasz es dem griech. 
infinite -ipavai entspricht. 

Das Altirische verwandte im sing, wie es scheint eine modifi- 
cation der 3. fur die 2. und begntigte sich im plural mit der activ- 
form, bisz im laufe der zeit das pron. der 2. plur. -bar wegen des 
r auszerlich zur farbe des passivs stimmend, an den praesensstamm 
gefiigt wurde. 

Das Griechische, dessen selbstandigwerdung in eine weit friihere 
sprachperiode fallt, befand sich in einer ganz andern lage. Zu jener 
zeit, wo (Kelt.) und Altirisch ihr medialpassivisches paradigma er- 
ganzen muszten, waren ofFenbar die formenreihen schon geschloszen 
und es gab keine unbestimmten formen mer. Im Griechischen jedoch 
ist es gerechtfertigt, wenn wir annemen, dasz ehe man die form efo 
dem activ nachbildete, eine und die andere allgemeine fonn nach 
bedurfnis in einer eng begranzten bedeutung angewandt wurde. Am 
nachsten ligt nun die anname einer form a«, die obwol sie direct 
nicht mer nachweisbar ist, dennoch existiert haben musz. Indirect 
laszt sie sich jedoch mit voller sicherheit dartun. Wir haben namlich 
neben den formen 

auch sQapai ovopai 

eoccaca ovoaai 

BQarai ovoxai 

Von beiden letztern war der stamm unzweifelhaft s$a$ und 6vo6 y 
ausz disen stammen laszen sich aber zunachst die obenstehenden drei 
formen nicht regelmiiszig ableiten. Denn wenn auch %Qaoai ovoaai 
ausz sQaaoai ovoaaai entstanden sein konnten, so muszten wir dann 
auch BQaQpai ovoopcci squGxcu ovoaxai haben, die ihr <r nicht hatten 
verlieren konnen, vgl. rjaaGtica rjaacrcci rjaccGtcci. Folglich konnen 
&Qa§uu ovofiai etc. nicht ausz s^aa-pca ovoG-fiai entstanden sein. 

Zur erklarung miiszen wir ofFenbar von der form auszgehn, 
welche dasjenige element besitzt, dessen vorauszsetzung unauszweich- 
iich ist, das a\ denn dasz der praesens vom verbalstamm sich durch 



fUCl 

xl%BOai 


Mo" 
pcci 

didoaai 


rid-stai 


didoxai 



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56 

den mangel des <r unterschieden hatte, ware eine bei der untrenn- 
barkeit der elemente ag und og unzulaszige willkUr. Also die formen 
sQccoai ovoaat miiszen den auszgangspunct der erklarung bilden; und 
die analyse musz sie trennen in cQccg-cu 8vog-ai. Die vorauszsetzung 
eines iqag Svog ist unauszweichlich, und somit die weitere folgerung, 
die sich darausz ergibt, gleichfalls. Es kann nicht eingewandt werden, 
dasz dieselbe zu etwas auf Griechischem sprachgebiete nicht nach- 
weisbarem fiire; da die unnachweisbarkeit des «i nur relativ nicht 
absolut ist. Es ist namlich nicht nur als absolut gewis anzusehn, 
dasz das Griechische dises element beseszen haben musz, sondern es 
findet sich auch in fallen wie iveyxai slxai u. a. als zweite medii 
wenn auch imperativi. Dasz dise infinitive waren, wie in activ Ivsyotov 
slnov etc. ganz offenbar solche urspriinglich waren, ist dabei ganzlich 
irrelevant 

Es musz also eine zeit gegeben haben, in welcher einem para- 
digma 

Ti&spai didopui 

u&sacu didoaca fyattcu ovocsai gleichmaszig gegenfiberstand, d. i. 
Ti&exai d (dotal 
wir haben wie in unsern Altpreuss. quellen at fflr 1. 2. 3. si. 

Dasz dann im laufe der zeit fyccoai ovoaca exclusiv in bezie- 
hung zu ttfoaai dldoacu gesetzt wurden, ist ein ser natiirlicher vor- 
gang. Diser hatte aber die folge, dasz man mit beziehung auf tt&spai 
rtosrcu dldoticu dldorai ein SQa^uti fyarcci ovopai ovorai schuf. Nicht 
anders haben wir im altesten Samskrit. 1. yajasfe 2. yajasfe 3. yajasfe, 
oder 1. huvfe 2. huvfi (&cahuvfinica satsi) 3. huvfi. Die griechische 
form ist aber abgesehn von dem altera sprachzustand, den sie vertrit, 
dadurch wichtig, dasz ai sich in der 2. si. findet und die 2. ps. die 
einzige form eben ist, in welcher jener uralte sprachzustand erhalten 
geblieben ist, warend -6 in dem altesten Samskrit nur mer auszerst 
selten als 2. si. erscheint. Dasz nun eine form, welche erste zweite 
dritte person sing, gleichmaszig umfaszte, auch einer beschrankung 
auf einen numerus nicht unterligen konnte, ist klar, und somit die 
berechtigung erwiesen, als auszfullform fiir das noch lUckenhafte pa- 
radigma im altesten Griechisch ein nevbai anzunemen. Im laufe der 
zeit bestimmten jedoch offenbar die activformen mi si ti onti ihre 
medialen gegenstttcke mai sai tai ontai und auszer ai (iveyxai im- 
per.) und d«« (niQ&ai activ; iyQtjyoQ&ai neutralem iyorjyoQa ge- 
geniiber), welches jedoch an und fiir sich gar keine beziehung zum 
medium besitzt, konnen wir in vai- -[isvai -acci einem -v[i] -f*ev[«] 



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57 

gegenuber ebensowenig eine mediate function erkennen, als etwa in 
einem Vedischen infinitiv auf ki e se syai tavai tave oder altpers. 
tanaiy gegenttber vedischem -tani. Ja selbst in -dhyai des Veda ist 
die mediale bedeutung nur schwach entwickelt. 

Wir hatten beinahe bei fyaiuu, auf die jetzt beliebte erklarung 
derselben ausz Qiifuu vergeszen ; qp = Ssk. ram. Nun stehn schon 
beide verbalwurzeln in der bedeutung einander vollkomen fern; in 
ram ligt (vgl. Lit.) das zur ruhe komen tiberhaupt, eventuell erst 
das der leidenschaft, in eQapai ist nichts weniger als disz zu verstehn 
es bezeichnet den leidenschaftlichen drang, das gefiil des mangels von 
etwas als unentberlich vorgestelltem oder gefultein. Dasz durch dise 
erfindung das ganze genus hiehergehoriger verbalstainme (&yu\uii 
xtfccpcu dvvapai etc. ovo^ai cipotf- aQoa- aldog- etc.) nicht beseitigt 
wird, ist klar; aber das ist ja eine der schonen seiten der modernen 
sprachwiszenschaft, dasz sie nur immer das nachste von dem, was 
ihr unbequem ist, sich vom halse schaflft, und in der wal der mittel 
nichts weniger als bedenklich ist. Die eben besprochene erfindung 
ist eine vollig verwerfliche erfindung. 

In anbetracht des ursprfinglichen mangels einer 2. pers. plur. 

med. steht also das Gotische einerseits den drei alteren sprachen 

Griech. Lat Kelt, andererseits den zwei jiingern sprachen Esanisch 

und Indisch gegenuber, da wir nicht wiszen, wie Lettoslavisch in 

seiner altesten periode in disem punkte sich geholfen hat. Offenbar 

ist das Gotische den drei alteren sprachen gegenuber seinen eigenen 

weg gegangen, nnd warscheinlich gilt disz auch in beziehung auf 

Eranisch-Indisch. Wenigstens laszt sich gegen die vollstandige identi- 

ficierung yon z. b. biudanda[i] 2. pi. mit biudanda[i] 3. pi. kein 

iwingender einwand erheben. Freilich, ware unsere einmal aufgestellte 

erklarung von Ind. a-dhyai (gamadhyai) ausz am-dhyai richtig, so 

liesze sich, da der infin. am im Germ, einmal musz vorhanden ge- 

wesen sein, biudanda als solcher auffaszen und das Gotische hatte 

denselben auszweg ergriflfen wie das Eranisch-Indische, und nur eine 

andere modification der bekannten infinitivform angewandt. Es unter- 

ligt keinem zweifel, dasz adhyai sowol ausz am-dhyai als ausz at- 

dhyai (addhyai und da das erste d fttr die positionslange iibei-fliiszig 

ist adhyai) entstAnden sein kann; fur letzteres liefert den beweis das 

griech. €6&ai das aus ez-dai zu erklaren ist, da infinitive auf -at 

auch im Veda nachweisbar sind. 

Fflr am-dhyai haben wir aber keinen directen beweis biszher, 
und das einzige (abgesehen von einem weiter unten anzuftirenden 



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58 

moment), was man zur befurwortung der anname einer solchen form 
anfuren kann, ist, dasz dadurch die 1. plur. med. des Gotischen eine 
leichtere erklarung finden wiirde. Im Veda findet sich der infinitiv 
-a-dhyai zufallig nicht fur die 2. plur. verwendet; wir finden ihn die 
1. (2. selten) 3. si. und vereinzelt die 3. plur. vertretend. 

Auch bei der 1. plur pass, entsteht die frage ob ihre form ein- 
fach sei es der 3. oder, wofern die 2. einen von der 3. verschie- 
denen ursprung hat, diser entlehnt ist, oder ob wir dieselbe von der 
bereits vor der abtrennung des Griech. von dera urstock vorhanden 
gewesenen form (Griech. -fftt<ri>a(Y) — wegen gleichklangs mit -eefrcu 
differenziert — ; Eran. madafi maidfe; Sansk. mah&i mahS) ableiten 
durfen. Die erklarung ausz -masi-dhyai (nach dem maszstabe des 
Sanskrit, gegen dessen anwendung hier kein bedenken erhoben werden 
darf) misdyai msda kann wol auf nda gefiirt haben, naraentlich wenn 
man beriicksichtigt, dasz wol noch lange das an die active endung 
angefugte element dhyai als ein halbselbstandiges gefult wurde, also 
die veranderungen, welche masi in diser combination erlitt, mit denen, 
welchen das freie active masi unterlag, gleichen schritt hielten. Denn 
man darf nicht ubersehen, dasz die bildung der 1. plur. medii eine 
ser rohe auszerliche ist. Vielleicht kann man auch darauf gewicht 
legen, dasz das Gotische so wenig eigentlich gar nicht bemuht ist, 
durch beisetzung eines pronomens der durch die dreifache homopho- 
nie entstehenden undeutlichkeit abzuhelfen, was erklarlich, wenn die 
homophonie erst auf dem wege unmerklicher ubergange entstanden 
ist; dises moment, das auch fur selbstandige entstehung der 2. pi. 
(s. oben) einiger maszen spricht, ist besonders dadurch gewjchttg, 
dass die homophonie der 1. u. 3. si. wo sie nicht durch den unrait- 
telbaren zusammenhang unschadlich gemacht ist (Luk. 15, 19. 21. 
16, 4. Kor. 4, 3. 15, 9. Phil. 3, 8. 9.), durchausz durch hinzusetzung 
des pronomens der 1. pers. si. behoben wird: Mark. 10, 38. 39. 
Joh. 12, 32. Kor. II. 12, 15. Tim. II. 4, 6. Rom. 11, 19. Kor. I. 
10, 30. 15, 9. II. 12, 20. 

Wir haben oben im vorbeigehn bemerkt, dasz das sogenannte 
medium des Gotischen (nicht nur formell sondern auch) tatsachlich 
in seiner bedeutung auf dem passivum beruht. Denn unter den mer 
als zweihundert fallen passiver bedeutung ist die zal der falle einer 
medialen so vollig verschwindend und zum teil zweifelhaft, dasz man 
wol zu den groszten bedenken berechtigt ist. Dennoch ist die an- 
name eines medialen imperatives 3. si. und plur. allgemein. Wol 
hat Grimm sich iiber die betreffenden falle immer zweifelnd geauszert ; 



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59 

aber Bopp hat, bewogen durch die formelle ubereinstiramung mit den 
medial en imp. 3. si. u. plur. des Samskrit, zuerst mit bestimmtheit 
dise ansicht aufgestellt. Ausz Bopp hat dann Scherer dieselbe in 
seine auszgabe der Grimm'schen grammatik herubergenomen. 

Es ist Bopp nicht entgangen, dasz der gebrauch der betreffenden 
fonnen ein rein activer ist und die anname eines mediums eigentlich 
nicht zulaszt; wenn es Mark. 15, 30. heiszt: 'atsteig af thamma 
galgin' und 32. atsteigadau nu — (etym. nn%€ arsixitG)), oder 
Matth. 27, 43. 'trauaida du gutha, lausjadau nu ina af thamma gal- 
gin' so ist die active verwendung der form vollig unzweifelhaft. Auch 
Kor. I. 7, 9. r ith jabai ni gahabaina sik, liugandau' ist activ; denn 
es geht wol f unquenidam jah viduvom' vorausz, aber es ist klar, dasz 
our auf das erste auf das masc. rucksicht genomen ist als auf das 
allgemeinere, wie auch ausz dem folgenden Tmtizo ist auk liugan thau 
intundnan' hervorgeht. Das gegenstiick dazu ist Luk. 20, 34. 35. 
f thai sunjus this aivis' (worunter manner und frauen verstanden sind) 
'liugand jah liuganda; ith thaiei vairthai sind jainis aivis niutan — 
ni liugand ni liuganda' vgl. Luk. 17, 27. Bopp nimt nun zu der 
hjpothese seine zuflucht, das medium werde als activ verwandt. Wir 
werden sehen, dasz dise hypothese uberfluszig ist. Denn bei der 
formellen ununterschiedenheit des mediums von dem passivum, welche 
ja auch die zugeben miiszen, welche die existenz eines medialen ge- 
brauches des Gotischen passivs annemen, miiszte der mediale impe- 
rativ auch passive verwandt werden. Sehen wir uns aber urn, so 
finden wir als pass, imperativ am haufigsten den optativ verwandt, 
der ja auch im activ den imperativ vertrit und mit demselben wech- 
selt: 2 ps. Rom. 12, 21. gajiukaizau; 3. ps. Mark. 7, 10. af dauth- 
jaidau; Luk. 1, 60. haitaidau; 3, 5. letaidau; Rom. 14, 16. vajamer- 
jaidau; Kor. I. 11, 6. skabaidau; Eph. 4, 31. af vairpaidau; 5, 3. 
nainnjaidau; Tim. 5, 16. namnjaidau, 2. plur. Kor. I. 15, 33. afairz- 
jaindau; 3. plur. Thess. 5, 23. gafastaindau ; Tim. 3, 10. gakiusain- 
dau; Neh. 7, 3. uslukaindau. Da aber das praes. auch als futur 
gebraucht wird, so finden wir auch praes. ind. als imperativ: 3. si. 
Luk. 2, 23. haitada; 3, 5. usfulljada gahnaivjada; Kor. II. 11, 10. 
faurdammjada. Nirgends ein -adau -andau. 

Auszerdem ist zu beachten, dasz die alten sprachen durchausz 
eine 3. si. act. imper. besitzen, dagegen die 3. pi. m. des Griech. 
Avesta Samskrit erweislich specielle bildungen sind, die erst spater 
entstanden dem bestreben, nach vervollstandigung des paradigmas 
ihre entstehung (im Griech.) oder die zuweisung diser ihrer function 



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(im A vesta u. Samskrit) verdanken. Der mangel einer 3. si. imper. 
act. im Gotischen ware also ebenso auffallig, wie das vorkomen eines 
imperativi medii 3. si. pi. befremdlich. 

Fragen wir nun wie es mit der notigung auszsieht, dise formen 
wenigstens als mediale formen zu betrachten, so ist anzuerkennen, 
dass dau (adau), welches bekanntlich auf dam zuriickgeht, uberhaupt 
nur im Samskrit als tarn und zwar als medial nachweisbar ist; -ndau 
(andau) d. i. urspriinglich -ndam zwar im Samskrit gleichfalls -ntam 
nur medial, im Griech. -ovt&v (dial, -ovrco) und Latein -onto -unto 
jedoch als activ erscheint. Denn Griech. -to 3. si. imp. konnte wol 
auf -raw zurtickgefiirt werden, (und somit gleichgestellt werden Sam- 
skrit tam), aber mit rucksicht auf das zunachst stehende Latein, 
dessen -to wie Osk. beweist von t5t komt, ist disz gerade zu unraog- 
lich. Es ist aber viel glaublicher, dasz das Gotische zu Griech. 
und Lat als dasz es zu Samskrit stimmt. Denn fur die activitat von 
-dau haben wir den evidenten beleg ausz dem Gotischen selber, 
der doch mer gelten musz als die belege ausz dem fern stehnden 
Samskrit, fttr -ndau aber auszer dem Gotischen die belege ausz dem 
Lat. und dem Griechischen. 

Aber auch das Avestische und das Samskrit stimmen geradezu 
gegen die Bopp'sche anname. Denn wir sehn deutlich, wie Eranisch- 
Indisch dazu gekomen sind, eine 3. si. plur. imp. medii zu besitzen. 
Um n&mlich das paradigma des imp. med. zu vervollstandigen, hat 
man in der vor Eranisch-Indischen zeit eine 3. imper. act. si. neu 
geschaffen; man hat ein parti c. fut. pass, auf -tu verwandt So haben 
wir dhfttu als partic. fut pass, und als 3. imper. si. act 

Der syntaktische gebrauch (es komt die form auch noch als 
verbum finitum in der bedeutung dessen was sein musz, was gewis 
ist, und auch im relativsatze nicht als specifischer imperativ vor) 
erweist disz vollstandig. Weiterhin bildete man die reine analogie- 
form -ntu filr die 3. plur. So wurden die alten activformen -tam 
-ntam iiberflttszig, und in das medium hiniibergezogen, ein vorgang, 
der im Samskrit keineswegs vereinzelt da steht So wird das Sam- 
skrit und das Avestische geradezu zum zeugen des gegenteils. 

Und gehn wir zuriick, so finden wir, dasz das Gotische seiner- 
seits gleichfalls einen fortschrit dem Latein gegenuber bekundet Wol 
finden wir namlich die form -ro[r] im Griech. stricte auf die 3. si. 
imp. act. beschrankt, aber dise beschrankung hat offenbar erst in der 
zeit speciell griechischer sprachentwicklung statt gefunden; denn im 
Latein wird -to[t] sowol auf die zweite wie auf die 3. imper. ange- 



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wandt; ja es gait wol auch fttr 2. plur. und die form -tote ist wol 
nur speciell Latein. angleichung an das -te des imperativs. Denn 
im altesten Samskrit finden wir -tAt fttr 2. u. 3. imp. si. act. ange- 
wendet, und die grammatik weist demselben auch die 2. plur. zu, 
gewis auf tatsachliche belege hin, wiewol sich solche in unsern hymnen 
nieht finden. 

Man sieht also, dasz die sprache mit der form -tat so zu sagen, 
nieht fertig wurde, es gelang nicht, dieselbe auf ein moglichst be- 
stimmtes bedeutungsgebiet zu beschranken. Das Gotische oder rich- 
tiger die vor-Germanische sprachentwicklung half sich, indem sie 
-tit an -ntam angleichte und eine offenbare ledig willkiirliche analo- 
gieform -tarn schuf. Die nach-keltische sprachentwicklung hat also 
im activum die formen yorbereitet, welche die nach- 
slavolettische sprache ins medium uberfiirt hat. Dafur 
ist das Gotische der lebendige zeuge. 

Und hierin ligt das interesse, welches dise an sich unbedeu- 

tende frage bildet. Es bleibt aber noch ein zweifel ttbrig, den wir 

beseitigen muszen; man konnte fragen: begrtindet nicht der umstand, 

dasz das Gotische den optativ vom indicativ des passivs an den per- 

sonalsuffixen durch denselben auszlaut -au zu unterscheiden fur gut 

befunden hat, eine praesumption fur die medialpassivische natur dises 

au? Streng genomen ist fiir die frage durch die darlegung der be- 

deutung und verwendung des imper. 3. ps. im Got. der function der 

form der 3. plur. im Lat und Griech. und der uberfurung beider 

ins medium im Sanskrit und Avasta, die dort mit der schaffung neuer 

activer formen eng zusammenhangt, der boden bereits entzogen; und 

es wurde dieselbe notwendig die laugnung der identitat der zusam- 

mengestellten formen vorausz setzen, warend ja doch die hier be- 

kampfte anname auf der ansicht von der identitat derselben gegriindet 

ist (denn niemand kann doch die identitat von -unto -ovrov -antam 

laugnen); allein die frage und der zweifel ist auch an und fur sich 

unbegriindet. Denn wer kann behaupten, dasz irgendwelche elemente, 

welche historische personalsufiixe des mediums von denen der haupt- 

zeiten differenzieren sollen, etwas specifisch mediates an sich haben 

muszen. Gibt es schon in den personalsuffixen der hauptzeiten in 

der altera sprachperiode zum beisp. im Griech. nichts was zur cha- 

rakteristik des mediums unumganglich und durchausz herschend ware, 

so noch viel weniger in denen der nebenzeiten, und wenn es dem 

Eriniscfi-Ifldischen gelungen ist, endlich das -6 (-ai -cu) in den per- 

sowlsu ffixen der hauptzeiten durchzufuren, so felt doch ein sei es 



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62 

fun das medium oder das nebenzeitliche charakterisierendes element 
in den medialen nebenzeiten und modis ganzlich. Da nun das pas- 
sive moment im Gotischen durch die urspriinglichen personalsuffixe 
auszreichend gekennzeichnet war, so nam man ausz der ersten si. opt. 
act und ausz dem imper. 3. si. pi. als historischen modis das bequeni 
sich anfiigende -au (d. i. am). Dasz ein 'specifisch mediales element' 
iiberhaupt ein non-ens ist, versteht sich doch von selber. 



5. 
pavlace Dalimilovy kroniky. 

Cetl prof. M. Hattala due 17. kvStna 1886. 

Die kap. 92, v. 49 do 52 kroniky t6, hrozil krdl Pfemysl Otakar II 
Cechflm pfed poslednf vypravou svou proti Rudolfovi habsbursk6inu 
nejspfSe 1 ) takto: 

Az sS z vojny vrdcu, 
zav&l&ju Cechom veliku pr&cu: 
Chcu Petrin pavlaku postrieti 
i na prazk&n moste nebude Cecha vidfiti. 
Pravy smysl hrozby t6 nenf na jev6 podnes, ackoli se ho jii 
i prvy z vydavatelft Dalimilovy kroniky, Pavel Je§in, dom&hal 1620 r. 
ve vyklade nSkolika „nesrozumitedlnej§fch a slov jejfch, stojfcfui na 
konci jeho vyd&nf. Die str. 242 totiito pavlaha znamend pry „le§enf 
k stinadlu pHpraven6 u . 

Na vyklade torn mimo he m. k pfestal J. Jungmann ve Slovnfku 
sv6m (s. v.), ale chybnS se doloJil Jesina skratkem: Peijn ad Dal. 
m. Je&in ad Dalimilum. 1 v jeho Historii literatury Sesk6*) a die nl 
i jinde dost&vd se JeSinovi dlouhGho *, jak6ho sobe nepf&l ani on 
s&in, dav na str. 7 dotcen6ho vyd&nl Dalimilovy kroniky vytisknouti 



1 ) Naraftm tfm hlavnfc na nedostatek opravdu kritick6ho vydani dot£en6 kro- 
niky, 6eho£ i ve pricing Rukopisu krdlov6dvorsk6ho tak velice litovati mime, 
jak to v obrand jeho zevrubneji vylozim. Transkripce nasledujicich verifi 
lisi se od nejvfc uzivane podnes hlavnS jen oznacovanfm mekkych soulilasek 
I a r, znamym uz dost i po Zbytcfch rymovanych Alexandreid staroceskych 
a Pridavku k nim, vysl£m tez 1881 r. 

2 ) Podruhe vysl6 v Praze 1849, str. 30 a 574. Na prv6 z t£ch stran najdes 
i pfedlouby n&pis Jesinova vydiini vyse citovanclio. 



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63 

prijmeni sv6 takto : ®eff tn, kde by j m. i nielo beze v§f pochyby stdti, 
kdyby se Junginann a jinl nemylili, piSice Je§fu m. Jesin. 

V. Hanka die druh6ho ze svych vyddnf t6ze kroniky (v Praze 
1853, str. 7) byl sobe vSdom omylu pr&ve dok&zanSho; ale dopustil 
se jinych i tfin, ze nedbaje nic o Je&ina a Jungmanna, spatf uje v po- 
dact a lesenf povlecenG, pavlac;" co2 jen neurcitostf a ned&slednosti 
vynik£ nad zapfeny yzor, vyklad Jesinuv. V texts totiito sam^m 
anebo na str. 182, citovanS v „objasn6nf nepovSdomejSich slov" pod 
.povlaka" na str. 222, dal i Hanka „pavlaku u vytisknouti. Co se 
konecne neurcitostf v^kladu jeho tyce, t6 se snadno doinysll ka2dy, 
srovna-li vyklad Jesinftv s Hankovym. 

J. Ortha 1 ) nejspfS auktorita Jungmannova prijmSla k tomu, ie 
se driif Jesinova vykladu „pavlaky tt a dlouh^ho i ve jin6ne jeho. 

Fr. Palacky a nejnovejsi vydavatel Dalimilovy kroniky, J. Jirecek, 
oeuznali 2£dn6ho z vykladfl pfedeSlych ani zminky hodnym a Palack^ 
nepostaral se nijak o jiny, ackoliv o povaze ne§tastn6ho Otakara II 
mnohem obsfrneji a horliveji rozjfmd nez o kter&nkoli z ostatnlch 
Pfeniyslovcfi, brine jej v pov§echn6 uvaze o n&n*) nejr&zn&ji pr£v6 
proti tern vycitk&m, kterych se mu od Dalimila a Neplacha dostalo. 
Xejtrpcejsf z nich vSzf patrne ve hrozbS, o nib je pr&ve fe£ a samo 
sebou se rozumf, ze se tykd ceteho n&roda cesk6ho. Kdyby ji tedy 
P. byl vylo&l n&leSite, byl by nem£lo pHspel k objasn6nf prav6 povahy 
niilacka sv6ho, Otakara II. Ddle dobfe napsal P. jiz o 44 rokfi. dfrv 
o kronice NeplachovS 3 ) zvldSt i to, Ze pry v ni „zu den Jahren 1266 
and 1277 ganze Erzahlungen aus Dalirail entlehnt sind a . TGhoZ mfnenf 
jsou totiz i nejnovej§f vydavatel^ kroniky pr&v6 fecenS, hl&sajfce 4 ) 
ponekud urciteji, ie „Neplach od r. 1265 vydatnS u2il Dalimila". Ko- 
necne pfelozil on pod 1277 r. a sice na t&n2e miste kroniky sv6, 
ktereho se P. dokl&dd na str. 16 Dejin, citovanych tu pod c. 2, sku- 
tecne tak6 vyse vytcenS verse Dalimilovy takto: „Przyemisl Thuringis 
et Misnensibus promisit, quod, si victor fieret, terram eis Boemie 
perpetue possidendam traderet; montem eciam Petrinum promisit post 
regressum sanguine nobilium se rufoncaturum.* Poslednf z t6ch vet, 



') Dalimilova chronika Sesk4 v nejdavnejsi Stent navrdcena od V. Hanky. Pro 
studujicf stfednich skol historick^mi a gramatickymi poznamkami opatril 
J. 0. V Praze 1874. str. 179. 

*) Dejiny narodu ceskeho. II, 1. V Praze 1874. str. 168 do 201. 

3 ) WOrdigUDg der alten bohmischen Geschichtscbreiber. Prag 1830. str. 162. 

*; Fontes rerum bohemicarum. Ill, 447. Die tech dokladain se konecnS i Ne- 
placha sam£ho. 



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64 

umyslne vyznamenan& tu leZbtfmi literami, hodi se zvl&Stg k objasnenf 
„pavlaky a Dalimilovy. Palacky toho vSak nespozoroval, ,pfestav ve 
vy§e dotcenS uvaze (str. 161) na citov&ni verSft Dalimilovych, o nichi 
je pr&ve fee, a na rymovan&n pfekladS jejich n&meck&n. 

V torn je sice slovo purpur \6i bez m&la tak temnym jako ori- 
ginal jeho, ale nasvSdcuje ono pfece ponekud aspon tomu, ie ani 
Dalimil nemlnil svou pavlakou, die jin^ch rukopisft jeho kroniky po- 
vlakou nic jin6ho nei n&necty rfm&t purpurou svou, t. j. vlastne 
Sarlat zn£m6 barvy a metaforicky krev. 

NenaSel sem ovSem podnes pavlaky ani povlaky m. Sarlatu 
v iMu6 z pamdtek star6 ceStiny; ale nepochybuji pfece nikterak 
o torn, ie jich pfedkov6 nafii skutecnS u&vali vedle nacku, farlatu 
a snad i jinych slov tehoZe smyslu. Z vice dftkazft toho minSnf pfe- 
stanu tu na n&sledujfcfch. 

PrfdavnS jm6no pavlatittf vyfietl a vyloiil ui Fr. L. Celakovsk^ *) 
ze Ctenf zimnieho fiasu, rukopisu XlVho v6ku, raimo pravopis takto: 
„z pavlaky delanit}, iarlatovj, purpureus. U pavlacite rticho obleiechu 
jej. — Vynide Je2i§, nesa trnovii korunu a pavla£it6 rucho (Jan 19. 
Cten. zimn,) u Doklady ty patH do 2ho a 5ho verSe citovan6 kapitoly 
Evangelia sy. Jana, znlce ve VulgatS takto : „ Veste purpurea circum- 
dederunt eum ; exivit Jesus, portans coronam spineam, et purpureum 
vestimentum. a Ze pfedkov6 naSi ttkali i pavla&ntf m. lat. purpureus, 
o torn kodnoverne svfedcf prosaickd Rozmluva sv. Anselma s p. Marii 
o umufienf P&ne, jejf2 konec dal ui A. Patera vytisknouti 2 ) z ruko- 
pisu, chovan6ho ve zdejsf knihovnS universitskS pod signaturou XVII. 
E. 8. Na konci strany prv6 a na po64tku druh6 103ho listu jeho 
toti2 obrdcen je ver§ 1 a 2 vySe vytcen6 kapitoly proti Pilatovi samSmu 
mimo pravopis takto : „ Vede jeho Pil&t k £idom, ubicovav jeho a oblek 
jeho u pavla£n6 nicho a trnovii korunti korunova jeho. a KonecnS ve 
2 vyddnf v^tecn6ho Siowniku JQzyka polskiego, vzoru Jungmannova, 
najde kaMy, koho se tyce, dosti dokladfl. toho, ie u star^ch Pol&kfi 



*) Dodavky ke slovnfku J. Jungmanna. V Praze 1861. s. v. Vaclav Hanka roz- 
jimal i zvlast o Ctenf zimnieho casu (Rozbor starocesk6 literatury. II. V Praze 
1845. str. 33 do 42) ; ale ze se nerozpomenul ani 1853 r. jestg na pftdavne 
jmeno pavlacitfa to vysvita jiz" uplne* ze pfedeil6ho mfngni jeho o pavlace 
Dalimilov6 a hodi se nevsednS k n£lezit6mu ocenenf linguistickych vMo- 
mosti jeho, nechvalne" znamych u2 odjinud. 

2 ) K objasnSni nalezenych od n6ho zbytkft t6Se Rozmluvy, yynikajicf zna&ne 
vgkem nade vsecky ostatni z vynesenych na jevo podnes (Cas. mus. 1880 r. 
str. 344 do 356). 



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65 

byla i patdoka v obyceji in. lat. purpura vedle pffdavirfch tvarfi 
jejich paivloczny, pauloczany a pmdoczysty. 

Co se pak inetaforickSho sinyslu „pavlaky a tyce, k objasnenf 
a potvrzenf jeho zvl£§te se hodi ta ueomylud pravda, ze CechovG 
a Moravaue rddi mini krev i sainym jm^nein barvy jejf, zpfvajfce ') 
na pf. i takto: „Cerven& ji polfvala, do sdtecku utirala" ; nioravsky: 
^ervend ju polfvala, do g&tecka utirala". Die Jungmaunova slovnfku 
(s. v. terveny) vsak i obecne se flk£ podnes: „Dal mu, az cervend 
vyskocila" atd. 

Die V. V. Tomka 2 ) „hora Petiffn pfipomlnd se jestS za casu 
krile Vdclava I. tak6 co popraviste" a sice pod r. 1250, kter^ho ten 
kral „dal popraviti mecein na PetffnS Ctibora, nejspfSe dvorsk^ho 
soudce za kr£tk6 vlddy Otakarovy. — Nekteff z Vrsovicft byli 1108 r. 
tez na PetrfnS stln&ni." 

KonecnS o slovese chtiti hodnovgrne dokdii v obranS Rtikopisu 
kralov£dvorsk6ho proti A. Vaskovi a jinym, ze ho stard cestina mnohem 
casteji potfebovala k opisov&nf budouciho casu nei nynSjsl. 

Die vseho toho tireba verSfim, o kter6 n&m hlavnfe jde, pfedne 
takto rozumeti: Zbrotfm Petfln krvl ceskou tak, vlastnS pak: D£m 
na Petirfn6 tolik Cechft postlnati, Ze na mostS prazk6ni nebude videti 
zadn£ho z nich. 

Jak se d&le m& hrozba ta ku vy§e vyt£en6 Neplachov]fmi 
slovy, o torn at rozjfmajl historikov6 nasi, mohouce ostatne jisti byti 
tfm, ze jim ochotne pHsp&ji ku pomoci, sec pr&ve budu, vezma v livahu 
k obrane Rukopisu kr£lov6dvorsk£ho jeste i ozvSnu t6 hrozby, o kterG 
dosud byla fee, ve ver§i 237 do 244 Alexandreidy bud6jovick6 *) 
a v pfsni o k. Otukarovi a Z&visi. 



l ) Prostonarodni deskd pisne a fikadla. Sebral a vydal K. J. Erben. V Praze 
1864. str. 149, c. 238. Pod tfm Sfslem odkazuje mis Erben ku moravskym 
a slovenskym variantfim takto: „Sus. 537; Kol. I. 295. a Ze Susilovych vy- 
ddni pfsni moravskycb mfnil E. nejspiie druhd, vysld v Brae* 1860 r. Tarn 
vsak nenf nic podobn6ho deskd pfsni ani na vytdend strand ani pod tymze 
cislem, ncz jen pod c. 114 a na t£ze strand cteme skutecne" verse nad 
carou citovane. Tfsen 16, stojfcf na vytcenem od Erbena miste* KolldroYa 
vydani N£rodnfch zpievanek, podoba sc sice ceske, ale nenarazf na policko- 
v£ni ddveete do krve nijak. Ani odjinud nemam Z£dn6 vddomosti o torn, 
Ze by i rodaci moji, mluvfce o krvi, pfestavali na dotcendm epithete* jejfm. 

*) Dejepis mdsta Prahy. I. V Praze 1855. str. 117, 179 a 244. 

*) Zbytky r^movanycli Alexaudreid staroceskyeb. V Praze 1881. str. 77 a 78. 
DruM z tech ozvdn cte se ve Vybofe z literatury ceske (II, 440, 22 a 23). 

Jr.: FUo*ofie, dSjopU a filologle. 5 



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66 

J. Jirecek dolo2il se ]ii ov§em i tech ozv6n obou na str. 195 
svazku 111 Pramenft, citovanych uz i v^se, cili ve vetSim ze svych vyddni 
Dalimilovy kroniky; ale neprispel tfm vice k objasneni hrozby pr&v6 
recent neili v mensim, die nShoi pavlaka znamend pry to co povlaka 
(str. 202). Tak sluje totiz podnes die Jungmannova slovnlku vice veci 
velmi rozlicn^ch a ponSvadz J. Jirecek nedal na jevo nicira, kterou 
z nich mini, nevynikd vyklad jeho nad Hankfiv ani urcitosti. 



6. 
O prvotnim sidle a znaku rodu Lobkovsklho. 

Pfedlozil prof. August Sedladek dne 8. brezna 1886. 
S 1 tabtUkou, 

prvotnim sidle vladyk, potom pdnflv a konecnS vladar&v 
a knliat z Lobkovic prondseny byly v letech pominulych rozlicn£ 
domnfenky, ale nejedny z nich byly na vr&tkych z&kladech. Ze pred- 
kov6 jich drzeli ves jednu tecenou Ujezd ved6lo se dobfe, ale ktery 
by to Ujezd byl, pro mnozstvi osad t6ho2 jniGna nesnadno bylo uhod- 
nouti ; tak6 tlm, 2e se skorem v jedn6 dobe dva rodovG heslo z Lob- 
kovic nesouci pHpominaji, spusoben u starsich nasich dfejepisc&v a ge- 
nealogfiv nemaly zmatek. 

Ze byla ves Ujezd na byvatem panstvi Nov6ho zdmku prvnim 
sldlem teto rodiny, o torn domnivali se nektef 1 proto, 2e jeden z pred- 
k&v ve dvou bllzkych osad&ch byi fardfem a ackoliv toto neni ddkazein 
pravdy, nybr2 jen vlre podobnosti, pfece podle m6ho rozumu dobre 
uhodli. Povdzfli se doklady z rozmanitych pamSti po zrnkdch snesenS, 
kter6 jsou nf2e uvedeny, snadno lze uhodnouti, 2e dotcentf, doinnenka 
o pftvodu p£n&v Lobkovskych k pravde pristupuje. PH torn i to po- 
vdziti jest, ze se oblfbenG jich prijnii Popel v n&zvu vesnice Popelova 
u sam^ho Ujezda leilcl ukryv£ *). 

V^vod pdn&v Lobkovskych lze stopovati a& na MarSe (neb 
Martina), jenz ii\ za cfsafe Karla. Z paineti neni o nem nic vice 
zn&ino, nez jedinfe to, Ze byl otcera tfi bratfi. Jeden z nich receny 
B 1 a I e k neb Blazej snad drzel po otci ves Ujezd a zenrfel z&hy z&- 



*) Ves Popelov pripomfnd se r. 1454 jako fcist panstvi LipskSho (DD. 23. 
E. 12 atd.). 



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67 

staviv vdovu, jez se vdala po druh6 za Mikul&se purkrabi na Lip6m. 
poz&stalost Bia2kovou povstaly nevole a rfiznice mezi vdovou 
a bratrem jeho MikuU§em, kter6 r. 1397 skrze dotcen&io purkrabf 
spokojeny. Neb tento zav&zal se, ie listy, kter62 vzal k sobe po smrti 
Blazkovfi a zbroj jeho MikuWSi vyd& a u Vdcslava far&fe Pavlovsk6ho 
poloii. *) 

Druhy bratr Vdcslav potvrzen byl r. 1374 dne 16. ledna 
(bjr posud jen klerikem) za fardfre v Pavlovicich a dlouhd teta tu 
setrval. Teprv r. 1401 vymSnil si mlsto toto za faru Drchlavskou 
a potvrzen dne 24. Mezna. a ) Za t6 doby byl si pomohl bratr jeho 
MikuldS k znamenitemu jmSni, pro6e2 Vdcslavovi na stard jeho 16ta 
ucinil polepSeni. Koupil r. 1408 osm kop platu komorniho na tvrzi 
a statku Pokraticfch a zapsal jej bratru sv6mu do iivota. 3 ) Tak6 
koupil plat 3 kop u Martina fecen^ho SvinS z Nemojcevsi a pfenesl 
jq r. 1410 na bratra sv6bo V&cslava. 4 ) Pfisobenfm t£ho2 MikulASe 
stalo se bezpochyby tak&, ze opustil Vdcslav Drchlavu vymeniv si 
tarn tuto za olUr sv. Katefiny v kostele Lobkovsk&n, v kterem^to 
urade potvrzen jest r. 1412 dne 30. kvetna. 5 ) Tu se mu dostalo 
r. 1413 na dichodech znameniteho polepSenl. Kdy zemfel, nenl n&m 
ZQ&mo. 

Mikul£§ aneb Mikulaj feceny Chud^ byl jak se zdd 
nejmladsi syn Marsfiv a urcen tak6 ke stavu knezsk6mu, procez se 
r. 1397 Nicolaus natus Marssonis de Vgezd prope Lipam clericus 
Pragensis diocesis nazyvd. Stav knSzsky opustil bezpochyby pro to, 
ponevadi bratr jeho Blazek bezdetek zemfel, ale vSdomosti, kterych 
nabyl na ucenl theologick&n, prospely mu nem&lo i pfi jeho zamSst- 
nini svetsk^m. Jii r. 1401 nach&zfme jej jako pfsafe urburnlho na 
Hordch Kutnych. Krdl Vdcslav jsa dvorein na Hor&ch Kutnych dovolil 
ma tehdd, aby mohl 12 kop platu komorniho na jakychkoli dedin&ch 
ikromfe mansk^ch) ke zHzenf a nad&nf nov6ho olt&Ie sv. Doroty 
v kostele farnim Litom6iick6m koupiti. Plat ten koupen jestS t^hoz 
roku na zboSf PokratickSm a koupenf stvrzeno krdlem Vdcslavem 
dne 1. prosince. 6 ) Nedlouho potom koupiv statek Miliceves u Zatce, 



") Acta jud. 1397. 5. Maj. 

*) Libri conf. 

*) Acta jod. 1408, 7—9 Maj. 

4 ) Lib. erect. Vffl. f. 105. 

•) Lib. con! 

*) Copiar. PrzemysL f. 42, 43. Prizndnl o torn stalo se u konsistofe r. 1406. 



(Lib. erect. XIII a f. 143). 



5* 



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68 

zacal pH s Mrzkein z De&tnice o pr&vo podaci v Radicevsi, co2 spo- 
kojeno teprv r. 1407 dne 19. prosince takov^m spftsobem, ie pr&vo 
podacnS pH MikuUsi a ndstupcfck jeho, p&nech Milicevskych z&st&- 
valo. ') Tehd£ mu jmchif pribyvalo, proce2 inolil tak6 v 1. 1408 — 1410 
bratru sv&nu Vdcslavovi na polepsenf jeho dftchodftv prispfvati. Na- 
zyvaje se je§te r. 1408 po vsi tTjczde 2 ) kterd, ji2 tehdd z drieul rodu 
vysla, pHjal r. 1410 heslo z Lobkovic, kter£ho2 se potomci jeho 
dosud pridniujf i jest pravde podobno, ze koupil Lobkovice asi r. 1409. 

Od r. 1410 pfipomfnd se nekolikr£te jako patron kostela a olt&re 
sv. Katefiny v Lobkovicich, *) r. 1414 byl tak6 pdnem na Velk6 vsi 
u Zatce a r. 1413 vyprosil si odumrf ve vsi Kojeticfch. 4 ) Kok 1417, 
kde2 povySen jest od krdle na lirad nejvyssfho plsate, a rok 1418 
byly pron obzvl&stfe Stastny, ponSvadi tu polo^en jest zdklad k pozdej- 
§lmu bohatstvi rodu Lobkovsk6ho. Z toho mu ov§em nevychdzel velky 
uiitek, ze mu kilter Sedlecky r. 1417 dne 1. unora nekter6 statky 
sv6 v 40 kop&ch zapsal, 5 ) a ie koupil t. r. (vlo2. 17, Wrezna) plat 
10 kop, zapsan^ na Repcicfch, Radimoviclch a Brtnici, 6 ) mnotaem 
dftleiitejSf bylo nabytf Hasisteina. 

Od kr&le Vdcslava posl&n jest v dubnu r. 1418, aby oblehl 
hrad HasiStein Jindhcha Rousa z Plavna, ktery byl krdli opovedel. 
Dobyl ho v kr£tk£ni case jako i jin&io z&mku, toti2 Hr&dku Stedr^ho 
u £lutic. 7 ) Jiz v prvni polovici mesice kvetna byl hrad v moci kr&- 
lovskych a dne 14. kvStna specetSn jest majest&t kr&lovslqf, jfmi za- 
ps£n Mikul&si z Lobkovic nejv. desk zeinskych a urbury Kutnohorsk6 
pfsafr hrad Hasistein velkym vojskem dobyty v 4000 kop&ch takovyin 
spftsobem, ie ma pdnu neb jeho potomkftm dedicne zftstati, kdyby 
po smrti kr&love vyplacen nebyl. 8 ) 

') Acta jud. 1407, 19 Decb. „Nicolaus dictus Chudy de Miliczewes". Nejak6 
prdvo k tomuto podaci obdrzel Mikul&s z Ujezda t. r. od Vachy ze Vsetat 
(Lib. erect. XIII a f. 149). 

') Nicolaus natus Marssonis de Vgezd nuncupatus Chudi. R. 1405 patnl 
Ujezd k panstvi Jestrebsk&nu (Rel. tab. II. 15). platu na teze vsi, kterf 
nepatfil k Jestfebi viz Lib. III. Vet urb. Prag. f. 75. Ves slove tuto a jinda 
Ujezdec a ponevadz se sklada dosud ze dvou casti, mohla srusti ze dvom 
vsi Ujezda a Ujezdce. | 

») Lib. conf. VI p. 283 VII A 3, B 1. 

4 ) Lib. conf. VII D 20, arch. c\ Ill 481. 

5 ) Ludewig Rel. MS. VI. 85, 86. Srov. arch. c\ II. 460. 
«) Rel. tab. II. 135. 

7 ) Tomkovy deje Prahy III. 620. 

8 ) Ludewig Rel. MS. VI. 86—89. List tento potvrzen kralem Zikmundem 
r. 1420 dne 30. fijna a jinym majesUtem (d. 1421, 3 ledna) vyplneno da- 



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69 

Odtud posl&n byl Mikul££ pfed hrad PHndu, odkud p&ni Osecti 
jii pfes 2 leta s kr&lem v&lcili. Sevfeni byv§e, prosili za milost. Kr&l 
Yieslav pfijal p&ny jen pod tou vyniinkou na milost, aby hradu Pfindy 
pfijmouce sumu z&stavnf, postoupili MikuliSi. *) Tento totii sumu 
zapisnou polozil a tak se v drienl z&pisn6 panstvl PHndeckGho dostal 2 ) 
Asi y ty easy obdiiei tak6 rozkaz, aby obehnal hrad Blansko za 
Ustim nad Labem leiicf, v jeho2 drienl se BohuSe ze Zv&rince na- 
chazel. *) Kromfe Pfindy zapsan6 zastavil kr&l MikuldSi tak6 Most 
v Cechdch a Nov^ Hrad s Sumberkem na MoravS, ponevadi je tak6 
Mikulris svymi pen£zi vykoupil. 4 ) KromS tSchto milosti uiil MikuldS 
i jinych darov&nf kr&lovsk^ch, kterymi se jeho pom6rn6 bohatstvi 
r. 1418 vysvetluje. Ji2 pfed r. 1410 obdritel od kr&le dva domy 
u Kutn6 Hory, pozd&ji jiny dftin a v§e zbo2i n. Petra Dobringera 
u Hory a asi v 1. 1416 — 1419 odumrt v§i po Lid6fi z Horek. 5 ) Tak6 
koupil r. 1419 plat 10 kop na zboil Sanovsk&n. 6 ) Radou kr&lovsk^m 
zflstal az do smrti V£cslavovy. 7 ) 

Ac byl pMl dffve novotdm Husov^m odch^lil se pfece r. 1418 
od strany pod oboji *) a od t6 doby byli LobkovStl vSt&inou pfivriienci 
anobri sloupy cfrkve katolick6. 

Pomdhaje v6rn6 krdli Zikniundovi, byl od n6ho pfi korunov&ni 
jeho (1420, 28. cervence) mecein sv. Vdcslava na rytffe pasov&n •) 
a potoin hojnymi milostmi darov&n. R. 1421 dne 2. bfezna potvrdil 
mu kr£l vesnic, listftv, platfiv a dluhftv na kldSterstvi Zderazsk&n, 
Sedleck6m, Ostrovsk^m, Kladrubsk&n, Slovansk6ra a Oseck£m. 10 ) Vzav 
pak kr&l Pfindu, Most a Nov^ hrad z ruky Mikul&Sovy pro svou po- 
tfebu, pfevedl vSechny sumy na nich zapsan6 na hrad Hlubokou a jej 
Mikul£§i r. 1420 dne 17. dubna a r. 1421 dne 29. listopadu za- 



rovanf Vacslavovo tak, ze dan jest Hasistein Mikulasovi v uslechtil6 manstvi 

(Tamze 89—90 a PaprockSho o st. pan 122.) 
') PalackSho deje m. a 280—281. 
*) Arch. c. I. 637. 
') Arch. c. 'D. 460. Ph'&in toho oblehani nezname. Za Blansko obdrzel Bohuse 

tvrz ltepfn. 
4 ) Arch. c. I. 637. 
*) Arch «. H. 463—464. Lider iil jestg r. 1415. (Arch. 6. III. 188)/ K tomu 

srovnej ttz list Kladrubsky ▼ arch. & n. 195. 
«) ReL tab. II. 148, arch. 5. in. 493. 
T ) Schlesinger BrQxer Stadtbuch n. 164. 
•) Tomkovy dSje Prahy IE. 623. 
•) Paprock^ o st. pan. 123. 
") Arch. c. L 499. Paprocky o st pan. 123—124. 



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70 

psal. 1 ) Zdroveii mu podHdil mnoh6 lovcf, litednfky lesni a obce panstvf 
Zvikovsk^ho, aby je k HlubokS driel a zpravoval. Zdroven rozk&z&no 
Vodnansk^m, aby ddvali MikuldSi uroky d6dicn6, roboty i oves, jako2 
od starod&vna k HlubokS d&vali. 2 ) Naproti tomu pftSel r. 1419 
o ufad nejv. pfsafstvf, k&yi byl krdl V&cslav zentfel a po dobyti 
Kutn6 Hory tak6 o ufad pfsafstvf urburnfho, kter^i dali Pra2an6 
(1421, 16. prosince) DiviSi ze Srbce. 3 ) Nezn£m6ho roku obdrfel z&pis 
na Blatno a Chomutov. 4 ) 

Co se tyce vdlecn^ch jeho skutkftv zn&mo jest, ie velel zem- 
sk6mu mlru kraje ZateckSho (1421) a u6asten byl s lidem sv^m pH 
obranfe mfesta Mostu. 5 ) Tak6C byl asi ucasten mnoh^ch v&le&nfch 
skutkfiv, z nichS n&m bojovnfci jm6ny svymi zn&mi nejsou. Nfejaky 
rok potom upadl v zajeti. Zikmund D6£fnsk^ z Vartenberka, p&n 
vrtkav6ho srdce a nesU16 mysli, pozval jej k sob6 na ptdtelsk6 po- 
sedSnf; kdy2 pak byli pfi kvasu, dal jej Zikmund jfti a uvrci ve 
v6zeni. 6 ) vybavenf jeho z vezenl staly se r. 1425 dne 23. brezna 
n&sledujfcf limluvy v mSste Freiberce. Povinen byl podle vfpovSdi 
opravcftv t6to smlouvy postoupiti v 6 ned&ich hradu Vrabince se vSi 
stfelbou a spi2f a prozatlm, nei by se to stalo, syna a synovce sv6ho 
jako rukojmG v moc BedHcha knliete Sask6ho postaviti, knlie pak 
m61 takov^ hrad Zikmundovi odevzdati. 7 ) A ponfevadi byl knlie 
Mikul&§e z vezenl vyrucil, zapsal se mu nazejtfi, ie mu postoupi 
iistu a z&pisu dluSnfho na 300 kop, kter^g mfel na MostskS. 8 ) V po- 
zdfrjSfch letech potfebovdn byl Mikul&S krdlem v rozlicnych jedn&nicta 
vefejn^ch a smirn^ch. 9 ) Zemfel r. 1435. 

Podle starod&vnS pameti rodinn6 byla manzelkou jeho Anna 
z Nechvalic, 10 ) avsak zd£ se, ie byl dvakrdte 2enat a druM manzelka 
jeho ie slula £ofie. R. 1411 vSnuje Mikul£§ z Ujezda pan! Zofce 



*) Tamze 539. Hlubokou mu byl v 800 kopAch jich dne 28. tinora zapsal (tamie). 

2 ) Arch. 5. I. 538. 

*) Arch. £. I. 208—209, Tomek IV. 201. 

•) Arch. gub. A. IV. 191, Paprocty. 

*) Schlesinger n. 174. 

c ) Theobald, ie m& Theobald dobr6 zpr£vy, zase se nasfm vypravoy&iim po- 
tvrzuje, ovsem ale jest jisto, ie ngkterym vecem nerozumel. Jestlize pravf, 
ze byl Mikulds prmucen postoupiti Zikmundovi Hasisteina, plati to zajist6 
o Vrabinci (Sperlingstein). 

*) Arch. Dr*2cTan. 

8 ) Schlesinger n. 191. 

•) Tomek IV. 482, 484 a j. 

10 ) Nauceni pana Jana z Lobkovic v arch. Roudnickem. 



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71 

40kop na dvoru sv6m vj3tra§kov6. R. 1412 prodal tfi dvftr nejak6mu 
Matejovi a proto pfenesl vfino to, ku kter^mu 70 kop pfidal, na de- 
diny sv6 v Zidovicfch. ') Dcera Anna vdala se za Kerunka ze Sule- 
vic^ *) synovS pak MikuiAS a Jan stali se praotci knf2at z Lobkovic 
v Cech&ch a svob. pdnftv HasiSteinskych z Lobkovic v Bavofich. 

Krome Marse a synfkv jeho zn£m jest t62 M a t £ j C h u d f. 
Ifi byl dobfe zn&m na Zatecku. Na desk&ch akt duchovnfho 
soudu z r. 1408 jest naps&no, ze „pan Matej Chud^ dal cubu panu 
Mikul&si rycht&H v Zatci, aby ji odevzdal panu Jakubovi kazateli 
Bflinsk6mu". Mat&j nach&zel se t6i mezi t&ni, na n&S M. Jan Hus 
ve sv6m vezenf vzpomfnal. *) R. 1434 byl ji2 rartev zfistaviv dceru 
Marketu, ktcra byla vd&na za Martina sladovnlka. 4 ) S te^kem asi 
jest totoiny s MatSjem z Ujezda, kter^ zaloiil r. 1405 oltdf v LibiSi- 
dch u Zatce. 5 ) Vedle n6ho pHpomfnd se Mikul£8 recent Chudy 
cisnlk, jeni zemfel pfed r. 1427. Vdova po n£m z&stalA KateHna 
vdala se po druh6 za Petra z Cbrastu rycht&re VStSfho mfesta Pra2- 
sk6ho. 6 ) O obou tSchto osob&ch nelze rfci, jestli a jak byli pfibuzni 
s Chudym z Ujezda. 

Pocdtek Ujezdsk^ch byl tak jako u Vchynsk^ch ze Vchynic 
a Trckfiv z Lipy skrovn^; k moci pomohly jim Stedrost a dobr6 
bospoddfstvf jednoho pfedka a prlzen kr&le V£cslava, kter^ vice pMl 
?ladyk&m neili pySnym p&nfim. Z t6ch pWcin a pon6vad2 se hesla 
?esnick6 §lechty casto mSnila, nesnadno urciti, 8 kter^mi rody Ujezd- 
stf byli jedn6 krve a z kter6ho vStSiho rodu se vyplodili. 

V knf2ecl knihovnS na zdmku Roudnick&n ulo2en jest diploinatif 
rodu LobkovskSho, dilo v ka£d£m spfisobu dfikladn6 a vz£cn6, kter6 
se z nekolika tlust^ch svazk&v skldda a s velikou pill sneseno jest 
V teto sbirce spathije se v&t§f <&st zprdv svrchu dotcen^ch v pln6m 
jich mini a protoi tak6 za povinnost svou ni&ine, snfisku tuto jakoito 
vybornou pomftcku k tomuto spracovinf uv&d6ti. 

Ve spojenf s jinymi painetmi mohl by se z tohoto diplomat&fe 
vyvod rodu LobkovskGho a2 do 13. v6ku stopovati, kdybychom znali 
rodiny s niin stejn6 krve a 8tejn6ho pflvodu. K pozn&ni toho, ponevadi 
z hesel vypdtrati nemoino, vede jedin6 stejnost znamenl rytifskjfch. 



l ) Reliq. tab. H. 84, 94. 

*) Schlesinger n. 227. 

') Tomek m. 584. 

«) Lib. IE. Vet. urb. Prag. f. 155. 

*) Lib. erect VL f. 444. 

«) lib. m. V. u. Pr. t 2. 



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72 

V severnfch Cechdch jest peceti star^ch pram&lo a i tu malou c&sf 
dekujeme knllovskSinu sask£inu archivu v Dr&ZcTanech a archivu 
Tfebonsk£mu. 

Z&hada tato vcde n4s k popsdnf heraldick£inu rodinn^ho znaku 
Lobkovsk6ho. Jak se ovsem rozumf, neinyslfme na nyn6j§f kniieci 
znak, n^brZ na ten, kter£ko uzfvali Lobkov§ti jsouce v stavu pansk&n, 
a Hasistein§ti z Lobkovic tuSfm posud uSivajf. Na torn spatfuje se 
stft rozd&eny kff2em z hora a na pfic na ctvero polf; dve z nich 
maji §tlt Zerotfnsky orlici, na dvou ostatnfch spatfuje se dfevnf znak 
Lobkovsk^ totii cerven6 pole na bftem. Av§ak toto jest pouhyin 
Stftem a nikoliv znameniin rytlfsk^m. Jako ktenot spatfuje se pfedm§t 
cerveny, kteryZ se obycejnS za toulec, ac neprdve, vykl&d& a jehoS 
pojmenovati prozatfin pomfjfme; z n6ho vynik& b!16 pstrosf p6ro. 
Ponevad2 Stit znainenf rytifskt&o neobsahuje, lze tu pfihliifeti jedin6 
ke ktenotu, ponevad^ se za caste i ktenot jako rytifsk6 znameni 
vyskytuje. *) V rozlicnych dob£ch m61y tyto dv6 vSci, totte p6ro a ten 
domnety toulec tak£ rozlicnou podobu a spfisobu. Promluvmei na- 
pfed o p6ru. 

P6ro toto pStrosi jest podle pfesn6 heraldiky nesmysl a to proto, 
ie se to a takov6 p6ro, jak se nynf a od konce 14. v6ku maluje, 
z kovu udSlati a na Stft pfibiti nemohlo. *) Nejtepe se to spatff, 
srovn&li se pozd6j§f znak Harachovsky s tim, kterf jest v HI. dile 
Hrad&v na tabuli II. 25 vyobrazen. 

Na peceti Jana z Lobkovic a na HasiSteinS, kterou r. 1467 dne 
19. linora k delenl bratfi z Vfesovic pfiv6sil, 3 ) neni pera pstrosov6ho, 
n^brz spatfuje se tu rovn6 neohnute pero (obr. c. 1.). Je§t6 vice se 
odchyluje od nyn6j§fho spflsobu dotcen£ znameni na peceti Jana 
z Lobkovic (1449), kter& se nach&zf v archivu Tfebonsktfm. Spfisobou 
podob& se chocholce neb korunce z pefi na hlavdch ptacich (obr. 2.) ; 
i neni pochyby, ie m6 znamenati obvyklou a oblfbenou tehd& ozdobu 
pfilbice cili tak zvan^ chochol. Tento vyskytuje se velmi castojako 
ozdoba nejen pfilbici, nybr2 i r&znych rytffskych znameni. 

Jako prostou ozdobu pfilbice spatfujeme jej ku pf. na peceti 
Remunda z Honic (1343, 19 Novb. bibl. Prag. — obr. 10.) a na 
mnohych jinych. Oasto pficMzi s klenotem, stoje na obraze pravidelne 



l ) vgci te bylo by dlouhe mluviti, poukazujeme zatfm na lieraldiku, kterou 

pise pr. Martin Kolaf. 
') VSechna znamenf rytifska byly pfivodnS kusy plechu pomalovane a na stit 

pfibite; odtud pochdzi take dobre 6esk6 rdeni: na §tfte nositi. 
*) Archiv desk zemskych. 



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73 

za nfm. Tak jest ku pf. na peceti Petra ze Stetfna (1350, 25 Jul. 
arch. Bfevnov.) za kacerem (obr. 7.), na peSeti Petra z Ki*asonovic 
(1390, 11 Decb. arch. Dr&kfan.) za pfedmetem vr§i se podobajfcfm 
(obr. 9.) na peceti Markvarta z Veltrub (1393, 3. April, arch. Bfevnov.), 
za vencem (obr. 11.), na peceti Vlcka z Kozfho (c. 1400, arch. Tfeboii.), 
s dvema stfelama (obr. 13), na peceti Mikul&se Friberk&fe z Knffova 
(1423, 25. Novb. arch. Hradec), za poduskou neb kotlem (obr. 15.), 
na peceti Hefmana Sirotka ze Zhorce (1455, 7. April, arch. Hradec), 
za hadem v podobe litery S (obr. 16.). K toinuto poslednfmu dru2i 
se jin& pecet tehoz Hefmana (1449, 13 Novb. arch. Dr&Man.) na nii 
jest S ozdobeno dvema chocholy nahofe i dole (obr. 14.). Za cast6 
se tak6 spatfuje chochol jako ozdoba rytifskGho znamenf, jako ku 
pf. na peceti MikSe (vlastne Kunrata) Zubdka z Kladrub (1398, 29. Jul. 
arch. Bfevnov.), pfi podkovS (obr. 8.), na peceti Pernolta z Hradce 
(1352, 29. Novb. bibl. Prag.) s rybou (obr. 12.), na peceti Odoiena 
z Kamyka (1418, 6. Febr. arch. Hradec.) na lodce (obr. 21.). 

DoinnSty toulec podobd se na peceti JanovS r. 1467. (obr. 1.), 
k nddob6 vespod uzk6 a nahofe s Sirokym krajem; zfetelng jest vi- 
deti na peceti JanovS r. 1449. (obr. 2.), 2e jest to klobouk pfevr&ceny- 
Pan Jan dal si vyryti na peceti sv6 bezpochyby ieleznf klobouk 
u Cechft nekdy obliben^, ktery2 se tak6 na obr. 6. nad samou helmou 
a krome toho na mnoh^ch pecetich spatfuje. I jest na snadS, ie b^val 
ktenotem u Lobkovskych klobouk Mezn^ aneb jakykoliv klobouk, 
ktery^to rytec peceti podle sv6 umelosti aneb zkuSenosti nestejne vy- 
ryval. Sotva asi v&z&n byl rytec typickym znamenim a tak6 nevfedel 
pravnnk o prad&lovi, kterSho zvl&Stnfho spftsobu ktenot mfval, kte- 
rfmit obema vecmi se jedine rozlicnS odchylky v znamenlch a ne- 
obycejnd rozmanitost v star6 heraldice a sfragistice vysvetlujf. Na 
pecetich pak, kter£ jsme videli v mnohych archivech, vyskytuji se 
pfedmfity kloboukfim podobnS u velik6 rozmanitosti. Tak ku pf. jest 
na peceti Petra z Vacovic (1437, 20. Jun. archiv Tfebon.) bud koflfk 
aneb hmozdff bez paltfky (obr. 4.), na peceti Petra z Suchodola 
(1372, 19. Novb. arch. Maltez.) zajiste klobouk Zelezny obr&ceny 
(obr. 5.). Zdhadn6 jsou klenoty na peceti Petflka z Chotefiny (1429, 
1. Jan. arch. Tfebon.), neb nad helmou turnSfskou tehdd obvyklou 
spatfuje se zn&my cesky zelezny klobouk a nad tim znanienl na spdsob 
obr£cen£ho klobouku, jaky nosfvali mu2stf v 15. v£ku ("obr. 6.). Tak6 
Jaroslav ze Sternberka (1345, 20. Maj. arch, zemsky Moravskjf) mil 
nad pfilbici zelezny klobouk s sirokou stfechou. Rovnez z&hadn6 jest 
znamenl, kter6 nosil nad pfilbici JeSek z VysoSan (1349, 10. Maj. 



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74 

arch. Kfriovn.), neb se podob& kofllku s Sirok^m ozdobn^m pruhem 
(obr. 17.). Takov6 spftsoby jest i kl6not MikuldSe Safr&na z VeselS 
sed. na Bfezi (1478, 7. Mart. arch. Tfeboii. obr. 18.). Zfetelitf jest 
choddcf klobouk s pefim na ozdobn6 peceti, kterouZ pefietil BoreS 
z Oseka (1428, 18. Jun. arch, musejnf obr. 20.). £e se konecne 
pftlbice i v 15. v6ku druhdy vyobrazovala jako koflik aneb klobouk, 
dosv6dSuje se peceti BornS z Slabec (1450, 27. Juli. arch, gub.), na 
ni2 se krom6 dotcen6ho znanieni ii pfilbice, hv£zda jako klenot 
spatfuje (obr. 19.). 

Toto posledni vede n&s k pops&ni peceti (obr. 3.), kterouS pe- 
cetil Mikul&S ze Lhoty fecen^ Masov purkrabe na D66fn6 (1436, 
30. Mart. arch. mus. srov. Arch. c. VI. 489). Na peceti teto, kterou 
nSjak^ venkovsk^ umSlec podle sv6ho nejlepSiho umSnf vyryl, an to 
u chocholu jen na ctvero p6H privedl, jest na §tft6 pfilba kolci na 
spfisob pHlby Bornovy ze Slabec (obr. 19.) z nii vynikd chochol 
smSle pfes kraj Stftu a£ na kraj peceti. DotSeny Mikul&S byl ctyri 
leta pfed tlm (1432, 6. Jan.) purkrabf na Lit^Si *) a po ty vSechny 
easy ve sluibdch pdnfi z Vartemberka na Dedfn§. I neni pochyby, Ze 
mfel ngjak^ statefiek v okoli Lipsk^m. Mo2n& Ze poch&zel ze vsi 
Lhoty (Palack^ho pop. 70), kter&2 spustla v 15. vfeku, pro6e2 se mlsto 
Lhotskem naz^valo. 2 ) I nenf pochyby, Ze vladyka tento, jeho2 pHjmi 
Masov snad s blfzk^mi MaSovici souvisf, byl jednoho pfivodu a jedn6 
krve s pdny Ujezdskymi. 

Stejn6ho znaku a bezpochyby tak6 pftvodu s Ujezdskymi a Masov- 
sk^mi jsou vladyky z Z&hoff. PfivodiSte jejich jest Z&hoff neb 
Zdhoffn (n&n. Soor), vesnice na nSkdejSfm panstvf Sloupsk6m leifcf, 
]eZ se roku 1454 jako ves pustd pHpomfnd. Na peceti, kterou r. 1387 
Zdislav Stoiek zZ&hoff k listu archivu Novohradsk6ho pfivesil, 
spatfuje se pHlbice a nad nf klobouk obrdceny s vynikajfcfm chocholem. 
TfZ Zdislav jsa ve sluibdch pana Jana z Michalovic, jen2 m61 velk6 
statky u Eamenice a BeneSova za Ceskou Lfpou, odstfiboval se s p&nem 
sv^m do Boleslavska, i provdzel ho r. 1387 dojiinfch Cech, kdyi tu 
mel nejak6 me§k£nf strany panstvi VeleSfnskSho. Od r. 1390 ai do 
r. 1418 vyskytuje se jako drSitel Krnska a tudli jako patron kostelfiv 
v Z&mosti, Podkrnsku a Cejkdch, pH torn byl regentem panstvf Micha- 
lovsk^ch. 8 ) Bohunfik zZdhofi (snad syn jeho) dostal se skrze 



l ) Arch. 5. HI. 603. 

*) DZ. 42. J. 12. 

*) DD 23. E 12, lib. conf. Driel tak6 (1414) dv&r v Dymokuh'ch. 



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75 

manielkn svou EliSku, vdovu po PHbfkovi Tluksovi z Boiejova, v drienf 
LibkovS vody a vWdl na Krnsku je§t£ r. 1430. l ) R. 1454 pHpomlnd 
se Zdislav z Krnska, jen2 zenrfel pfred r. 1464 bezd£tek. Zbozi 
jeho vSechno v Krnsku i Dymokufich spadlo na krdle. *) V n&jak&n 
pHbuzenstvl s pfedeStyini byl Matesko zZ&hofi, kter^ se vletech 
1436 — 1456 v rozmanitych pamfetech pfipomfnd. Za erb u2ival Stitu 
na pfrc pruhovanGho a v torn pruhu tr6 hv&dicek neb rfiiifek. *) 

Na peceti BuSka z Tachlovic r. 1431 (v arch, gub.) spathije 
se t6z klobouk s chocholem, tak ie se znamenl toto k hrnci s kvfetinou 
podobd. 4 ) 

T6hoi erbu byli tak6 dva bratfi Otik a OldHch z Bratfence 
sedenim na Valkeftcich (von Bratrzencz zu Elkersdorf gesessen). Vy- 
skytuji se v listt archivu DrAzdansk&io (1387, 22 Juli) jako hlavni 
jistci, zapisujice s rukojm&ni v okolf Mostu a Oseka osedtymi dluh 
n£jaky mincmistrovi FreiberskSmu a jeho manielce. Na §tit6 OtikovS 
spatiruje se kolcl pfilbice s chocholem. 5 ) Odkud v§ak rodina tato 
posla jest zdhadou. R. 1407 2il jestS Otik „z Bracence odjinud 
z Kozlova", maje u soudu dvorsk6ho pH s Jiftkem z Rochova od- 
jinud z Truzenic. 6 ) R. 1391 dne 5. prosince ucin&ia byla smlouva 
o hlavu n. Stanika Penty z Bratfence u pfitomnosti vladyk osedtych 
z&padne od Zatce a v okoll ValecskSin. T ) Nemohouce z tSchto kusjfch 
zpr&v ani polohu Bratfence urciti, mft^eme tlra m6n£ stopovati, jestliie 
byli vladyky z Bratfence v n6jak6m pfibuzenstvf s XJjezdsk^mi. — 
S Bratfenskymi uftvali 8tejn6ho znaku 1410—1418 Oldfich z Ho- 
led£e a 1414 — 1441 Janek z Holedce. 8 ) 

Tak6 na MoravS jsme na§li tentyi znak, toti2 kolcf pfilbici 
s chocholem. Nosili jej na §tfte r. 1392 HereS z Trpenovic a r. 1440 
Mikulgg Cig£n z Racic odjinud z Celechovic. 9 ) U tSchto lze mysliti 



») Lib. conf. rel. tab. II 24. 

*) DD 16. F. 91. 

*) Arch. Tfebon. arch. 6. I 249, II 310, m 534 DD 16 £ 183. 

*) Busek z Tachlovic byl r. 1416 purkrabf na Hauendteind, syn jeho Busek 

pHpomin& se r. 1464. (Arch, kapitul. lib. conf. arch. S. II 471). 
s ) Dotcend yes Elkersdorf pftpomind, se v manskych knihtfch Dra^cTansk^ch 

(Eop. XXX. f. 134 b.) r. 1400 jako manstvi k hradu Oseku, na nem£ mfila 

v£no Mark&a vdova po Borsovi z Dfenic. Takgf se vyskytuje v seznamu 

ten na t£m£e panstvi r. 1454 sepsan6m. 
«) DD. 18. F. 46. 
*) Archiv musejni. 

•) Arch. Dr&zcTan. lib. conf. arch. c. Ill 509, arch. Lounsty. 
*) Archiv zemsk^, Moravsk^. 



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76 

jen na nahodilou podobnost a nikoliv na ngjakou souvislost s vlady- 
kauii Ujezdskymi. A tak lze mysliti pfi torn nedostatecn&n poctu 
pam6tf a pecetf jen na spojitost s vladykaini Lhotskymi, Zdhorsfrfmi, 
Tachlovsk^mi a Bratfensk^mi, Urn m£ne se dopdtrati pfedkflv v prvni 
polovici 14. veku. Zdali sem patfl Martin z Lovu purkrabe Lipsky ?*) 



P£n8 JindHchovo z Ryiemberka pojedndni o rodfc 
pdnftv Svihovsk^ch. 

Pfedloiil prof. August Sedlafcek dne 8. bfezna 1886. 

Od sklonku 15. veku b^valo obycejem urozenych p&n&v p&trati 
po svych pfedcfch a poctem jich, udatenstvfm a bohatstvfm se hono- 
siti. NeklamnG toho dukazy nachdzejf se nejen v kostelfch t& doby 
a v kaplfch,**) n^br2 i v psan^ch pamStech, dskdch i listech. Dokud 
dsky zemskS ve sv6m staroddvn&n spfisobu stdly, byly takofka v§e- 
obecnyra slechtick^m archivem, v neuiz si ka2d^ pfedchfidce sv6 a2 
do doby krdle PFemysla II. vyhledati motal. Po r. 1541, kdy2 tento 
ktenot krdlovstvf dokonalou zkdzu vzal, pocltili urozeni ztr&tu tuto 
tfin h&fe, elm vice si byli navykli odlucovati se od m6§tanftv a svo- 
bodnfk&v. Jako drahocennou paindtku m61i nektefl tak zvan6 rej- 
stHky z desk***) a i ty dali sob6 v obnovenS dsky vloiiti, pon£vad2 
podl6 staroeesk^ho pr£va desk nic nemohlo pfesvSdciti. Sbfrky tako- 
v^ch rejstfikfi m61i Bohdanectf z Hodkova, B^chor§tf z RaSkovic, 
Cetenstf z Cetn6, DubanSti z Duban, Kapltfi z Sulevic, Robmh£pov6 
z Such6, SobSticti z Sobetic a pdni z Talmberka. Ano nSkteff m61i 
i vypis&v z desk drahnS, jako ku pf. Zajfcov6 z Hazemburka. 

Av§ak krome desk bylo jestfi drahng pamStf v kUStefich, z nichi 
se edst do dne§ka dochovala, ale dobrd edst naprosto zanikla. I bylo 
tak6 obycejem u vz£cnych rodin, 2e mfvaly fundatorstvi na n6jak6m 



*) Tyz se pfipomfna v listech d. 1336, 23. Apr. (Emler. Reg. IV. 56) a 1337, 

24. dubna, H^nka Berky z Dub6, jfmz se m6sto Bela z nova yysazuje. Lov 

byla osada blfzko Jestfebf. 

**) Zejmena na RaW. Z 16. vSku pochazeji znaky na BradS, Housce avLedSi. 

***) Viz ku pf. Emler Reliq. tab. I. 405 (G 16, G SI), 406 (H 17), 415 (B 28, 

C 18, C 22, D 2) atd. 



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77 

kl£stefe aneb aspon pohfeb v n£m, tak ie pokldddni za dobrodince 
kl£stera a proto tak6 pfibShy rozlicnS, kter6 se v jich rodu ud&y, 
do kneh kldsternich zapisovdny. Tak ku ph meli Hrabisici Osek, 
Svihovsti Plzeii a Klatovy, Markvartici Turnov, HradiSte a Svetlou, 
Zajicov6 Sv. Dobrotivou, p&ni z Rozemberka Vysni Brod a Tfebon, 
p£ni ze Strakonic Zlatou Korunu, p&ni ze Svainberka Sthbro a Be- 
chyni, p&ni z Kolovrat Rocov atd.*) 

Konecne byly pomuckou k sestavov&ni starych vy V odftv a rodin- 
nych pameti archivy slechtick6, z nichz se do dneSnfho dne jen ne- 
kter£, a to m&lo ktery upln£, zachovaly, jako ku pf. Roiembersky, 
Smiricky, Svambersk^, Kravafsk^ a Ludansk^ v Tfeboni, Hradecky, 
Slavatovsk^, Cerninovsky a Krajifovsky v Hradci, Lobkovsky v Roud- 
nici a u Prazsk^ho mfstodrfttelstvi, Vartembersky v museum, Kolo- 
vratsky pfi spr&ve c. k. panstvf. Av§ak mnohem vice jich bylo za 
Paprock£ho. Ty£ poznal totiS z dotcen^ch sblrek jen dva, totii Var- 
tembersky a Lobkovsk^,**) z nichi se dostal onen zase do Cech pfes 
Berlin. Za Paprock£ho bylo jestS drahne painetf v archivu Zajicfiv 
z Hazemburka a pdn& ze Sternberka, Hodejovskych, Roupovsk^ch,***) 
kterg bud nekde v cizine shnily aneb v nezn&m6m likrytS snad po- 
hozeny jsou. f) A pH torn jest povdiiti, ie Paprock^ jen malou 
cdst t6chto pamfetf poznal ; ale i z toho, co se n£m u n6ho zachovalo, 
a z toho, co dnes pfed rukama m&me, lze poznati, jak6 byly v^born6 
pomucky jeste na poc&tku 17. veku a jak velice ublfzila v t6 pricing 
kronika H&jkova, kterd mnoh6 i rozuinnS badatele, jako ku pf. Bfe- 
zana, Balbina i j. zavedla. Tim vz&cnejsi jsou spisy, kter6 jen slo- 
zeny jsou z povesti a dotcenych rodinn^ch pameti, mezi kterymii 
spisy nejstarSi jest pojedn&ni, kter62 napsal bohatyrsk^ p&n Jindrich 
Smhovsky z RySemberJca a z Svihova. 

Vdcslav Btezan, neobycejnS pilny, stfrzlivy a povdzlivy badatel, 
byl prvnim, ktery po Paprock^m pameti rodinn^ch a to hojnS uzil. 



*) Sledy toho vidSti jests dobfe u Paprockeho, krome toho ozyvd se pamatka 

tech veci v listech ktesternfch. 
**) Listy Vartemberske na str. 262, 267, 272 a 343 o st. pan. jsou V museum, 
kdeito ngkterc jine* v rodS VartemberskSm jmenovane se ztratily. Z Lob- 
kovskych otistfinych na str. 119—126 stav. pan. se jen nSktere v originale 
zachovaly. 
***) Ku pf. na Str. 72—93, 334—336, 345, 358, 397 atd. 
t) Ku pf. list d. 1310, 10. Decmb. Budislava z Cizkova, kteryz otiskl Schtfp- 
pach Henneberger Urk. p. 50 n. XCI. 



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78 

A<5 i on nifomn^m a jalov^m povidkdm Hdjkov^m vefil, pfece bdddnf 
svoje hlavnS na listinAch a spolehlivych pamfitech zakl&dal. Jak se 
zd&, propracoval tak6 n&kolik pamStf, kter6 byly v rode Svihovskych 
a na Rdbi zfistaly a naSed mezi ninii zajfmav^ trakUt JindHch&v, ne- 
lenil a opsal si jej do slova a tak se zachovala tato vz&cn& painef 
v archivu Tfebonsk6m. Ponfivadi jest to kopie z 17. v6ku, nedokU- 
d&me nic o jejf spftsob6, pHpomfnajfce jen to, ie plsmo upomfnd na 
ruku] Bfezanovu, kter^ okolo r. 1613 zpr&vy sv6 o Svihovskych 
spisoval.*) 

Otec JindHchfiv P&ta z Ryzemberka s&m synu vStlpil ldsku 
k pamttem rodinnym, neb on s4m byl p&n mysli bohatyrsk6, kteroui 
jsme nejl6pe pocitili, divajice se na mohutn£ dila jeho R&bi aSvihov. 
V R£bsk£in kostele posud jest pam£tka svedcfcf o torn, ie pan P&ta 
v pametech rodu sv6ho cftal. Na svornfclch teho2 kostela spatfuji se 
znaky rodin, z nichS si Svihovstf brali manzelky aneb do nichi dcery 
vd&vali, jako p&nii z Rozemberka, Sternberka, Velhartic, Hradce, 
Rozmitdla, MeziHcf a knf2ectvi VratislavskSko. Tak6 JindHch okr£§lil 
podobn^m spftsobem kflr kaple §vihovsk6, dav na mfstS arabesk z 
dob Putovych vymalovati znaky Katefiny knezny Opavsk6, Salom^ny 
knSiny Zehansk6, sv&j, VorSily kn62ny Monstrbersk6, znak Sternbersk^ 
a jeSte jeden nezn&m^, aby tu z&stalo svedectvf o vzneSen6m jeho 
pftbuzenstvi ; neb kneina VorSila (f 1545) byla manzelkou jeho. 

JindHch, syn Pfltflv, narodil se nSkdy na sklonku 15. stoletf 
a ztrativ otce sv6ho r. 1504, hned pHStfho roku (1505, 1. Decemb.) 
se s bratiffmi sv^mi Bfetislavem, VilSmem a V&cslavem rozdSlil. Ob- 
driev 8 Prdchnf i polovici Svihova za dll svflj, pilnS o torato hradS 
d61al a stavel, tak ie za toho casu pokl4d&n byl za pevnost nepfre- 
inoZenou. Od r. 1511 byl hofinistrem dvoru kr£lovsk6ho a r. 1522 
a 1523 nejvySSfm kancterem. Se jm6nim svyra nehospodaril dobfe, 
neb ke sklonku iivobytf sv^ho svoji polovici na slavn^ch sfdlech rodu 
sv6ho R&bi a SvihovS i s tlin obsfrnym panstvlm, kter6 k nim pa- 
tirilo, prodal, zbaviv se pfed Mm i nekteryck menSfck statkftv a tak 
mu zftstalo jedinS panstvi HorazdovskS s Pr&ckni. Zemfel v podletf 
r. 1551. 

Pan JindHch byl kn6h velmi milovny a v f&dech starych se 
dobfe znal, pon£vad2 si dal uinoh6 n&lezy z desk zemsk^ch opsati. 



*) PH yydani zmeneny formy ku pf. streycflw v strycft a podobnS, poueyadi 
y originalu zajiste straycuow psano bylo. Take i jinak uzito jen naseho 
pravopisu. 



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79 

Knihy takov£ ukazov&ny r. 1546, kdy2 m£li p£ni z ValdSteina a ze 
Sternberka pH o staro2itnost rodftv sv^ch.*) Poslednfm poHzenlm 
svym d. r. 1550 v pondSU po sv. Vavftnci odk&zal statek svfij synftm 
svym Janovi, VAcslavovi a Michalovi, av§ak tak, aby byli povinni 
sestru 8vou Bohunku s osobami, pan! a pannou stavu rytffskGho a dS- 
veckou chovati a stravou a cel£dkou opatrovati. **) ZnSni dotcen6ho 
pojedn&ni jest takov6: 

„In nomine domini nostri Jesu Christri crucifixi qui nos redemit 
suo praeciosissimo sanguine Amen etc." 

„Ve jm6no p&na na§eho Je2fse Krysta ukffiovan6ho, kter^S n&s 
vykoupil svou pfedrahou krvf amen." 

„J4 JindKch z Rygmberka chtS tomu rdd, aby budoucim mym, 
synfim a potokftm mym, nevySlo z pamfeti, odkud jest pokoleni na§e 
a rodu m£ho od poc&tku poslo, tak jak jsem pak to s pilnostf v pravdS 
po starych listech kldStersk^ch i z knih tech kldStera KlatovskSho, 
tu, kdei pohfeb jest byl nad&ni pfedkftv mjfch, vyhledal. Kter62to 
knihy na R£bl jsou i tak6 listovG mnozf tehoi kl&Stera, kteffi vy- 
zndvajf, ze jsou byli fundatorov^ prvni a pravi p£ni z RySmberka 
z Sk&ly;. Scala pak cesky slove febttk a Ryzmberk ObrovA hora. 
A tak6 v kldStefe Bfevnovsk6m v listech tech, kter62 na sv6 vysady 
maji a nad£nf jejich z&kona, a potom v Svetci, kdei p&ni PlichtovS 
svfij poMeb maji, ve dskdch tak6 se to najde, jak2 toho v^pis z desk 
na R£bf jest" 

„A byl jest od starod£vna ten obycej, kde jest kdo sedSl, Ze 
jest se odtud psal. I stal jest se rozdfl mezi pfedky m^mi pfrede 
dvSma sty lety, ze jest se jich ctyfimezcftma spolu pojednou o statek 
dSlilo, ale jednoholi otce synovS byli, cili ode dvou bratrft neb strycftv, 
toho najfti nemohu, nei kter£inu kter^ dil se dostal, to jsem na§el 
po dsk&ch i po listech, i kde jsou sedSli. Nei kteH jsou pfednl misto 
driteli v rodu na§em, psali jsou se z Ryimberka a z Skdly, z Rdbf, 
je^to slove cesky z PotenSteynu; ale z kterGho jsme my pokoleni 
a rodu z t6ch po§li bratrfi a strycft? PoSli jsme od t£ch, kteH jsou 
se z Skdly psali, je2to z mnoha t6ch, kdyz jsou vSickni zemf eli, pHSel 
jest rod na jedin^ho pana P&tu, ktery2 sloul Svihovskjf, jehoJto man- 
ielka byla panf Bohunka z Lomnice a z Mezirfcf, sestra pana Jana 
z Lomnice, nejvy&Sfho hejtmana markrabstvi Moravsk6ho a sestra 



*) Paprocky o st. pan. p. 227. 
**) DZ. .10 C. 3. 



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80 

manMky pana Jindficha z Hradce, nejvysSiho purkrabi Pra2sk£ho, 
s nf2to splodil Vitema, Jindficha, Bf etislava a Vdcslava a dcery Kate- 
finu a Johanku. Katefina panu Zdenkovi Lvovi z Ro2mitala nejvys- 
simu purkrabi Pra2sk£mu, Johanka panu Janovi z Sternberka, ktery byl 
purkrabi Karlsteiuskyin, d&ny jsou. Kteryito pan Pftta Svihovsky potom 
znamenitS Svihov a Rabi ustavel a zdelal a byl nejvyssim sudf za 
slavn6 pauieti kr&le Vladislava a rod svflj, jezto v&lkami byl ochuzen, 
zase jest vyzdvihl a z milosti bozf dr2el jest Svihov, Rdbi, Horaicfo- 
vice, knfzetstvf Kozelsk6, arcibiskupstvl RoudnickS, Stfelu, Bezdekov, 
HerzStayn, jinych pak pustych z&mkiiv a tvrzl mnoho a k tern jest 
m$l zbozi mnolid a hojnost dostatkftv. Kde£ pak po otci sv£m panu 
Vil6movi Svihovsk6in, kteryz jest byl hejtmanem nejvysSfin polnfm 
u clsafe Zigmunda a dSdem m^m, je2to u cisafe Zigmunda tolik vy- 
naloiil, ie mu m&lo zfistalo, i z&nci jemu zdobyvdni byli, v§ak se 
clsare pfedce pfidrSel. I to tak6 vynalozil, co2 jemu clsaf Zig- 
mund dal, kdy2 jest pfed nlm v z&pasy chodil s n^jak^m NSmcem, 
kter6ho2 jsou na fetSzich vodili, jeito 2adny jiny s nlm choditi ne- 
smel, 10.000 fl. a dal mu je z rozkdzdnf cisafsk£ho knlze z Jilichu, 
kdyg tlm Nemcem pfed cisafem o zem dal. T&i i jin6 rytffskG skutky 
v§elijak6 pfed cisafem Zigmundem nad jinymi provozoval v Uhflch 
i v Turclch s nlm byvaje. KterehoSto pana Vil^ma man2elka byla 
panl Skonka neb Skolastika z Zerotfna. Ten pan Vil£m mel jest 
bratra pana Jana z Ryzmberka a z R&bl, kteryz toho casu nejvyssim 
komornlkem byl krdlovstvi Cesk£ho, a pan Jan mel jest syna s pan! 
Annou z Hradce pana Vil6ma, ktery2 tak6 po nem byl jest nejvyssim 
komornlkem za krdle Ladislava a krdle Jifiho. A po nich jest byl 
nejvysSi sudi pan Pfita Svihovsky, otec mflj uapfed psany. Ji2 pak 
pro dalsi zprdvu a vyrozumeni, abyste se zpraviti vfedeli, tito jsou 
byli, od ktertfhoz jsme kmene a pokoleni posli" : 

,Nejprv6 16ta oc Boleslav kni2e (5esk6 a bratr jeho Cristannus, 
kteryz se nepsal, nez za p&na, jakz obycej byl, ie stars! bratr toliko 
misto knlzeci drzel. A tak potom ten Krystannus se v listu najde, 
kterdz jest vysada dana na zbo2i Nezamyslick£ a Bfeviiovsky kldster. 
Stoji datum per inaniis di. Cristanni de Scala, fratris illustris ducis 
Boleslai t. j. toho listu vysadnfho stoji datum skrze nice pana Kry- 
stanna z Sk&ly bratra osvfcen£ho knizete Boleslava. Jehozto Pra- 
chensko bylo, neb jest na nSkolikero knizectvi zem6 Ceskd rozdelena 
byla. A potom ten pofadek v rodu a pokoleni nasem stal od Kry- 
stanna a2 do Bfetislava a ten Bfetislav m61 syna Theobalda, pak ten 
Theobald byl jest fundatorem kld§tera Klatovsk£ho, v kter£m2 jest 



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Lit* Fartky. Prsg 



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81 

i pohfben a dll svfij jest mfil Plzensko. kter6m2to v kronyce 6esk6 
mnoho ps&no jest, kterak jest pfed Mediolanem (byl) a co pfisobil 
za cisafe atd. A tak Theobaldus mel Bfetislava a ten Bfetislav pojal 
sobd knliete VratislavskSho deem za manzelku a Uhl s Svakrem 
svym s Jindfichem knfzetem Vratislavskym do Rus a tu jest dobyl 
Bus a tu pak osadil syna sv6ho v Rusfch, jnki v kronice o torn ovsem 
ob&rneji ps&no stoji . . ." 

ki sem sah& opis Bf ezan&v, kter^2 po na§em zd&nf nenf liplny. 
Neb schdzf tu obycejnS v stanfeh zipisech ukoncenf a vyvod nenl 
z 13. veku do vdlek husitskych doveden. Pravde dosti podobno, ie 
mSl Bfezan pfed sebou zlomek opisu, kteryZ se naSel na R&bf, kdyz 
tento hrad pan Vil6m z RoSemberka koupil, coi se i tfm stvrzuje, 
£e se ve vypsdni jeho Svitiovsk^ch v^pis&v z knih klASterft Klatov- 
sk£ho, Plzensk6ho a HoraidovskSho nenach&zf. Takov6 seps&nf na- 
chdzf se toti2 v archivu Hradeck6m v pfekladu n6meck£m, kter^z byl 
zdelAn v pozdfrjSfch dobich pro n6kter6ho z Cernfnfiv. 

Pan Jindfich dotykd se rozdflu pfedk&v svjrch 24. pfed 200 
lety, tedy kdysi na poc&tku 14. v$ku aneb snad na konci v£ku pfed- 
ch&zejfcfho. Pocet jich stvrzuje se i pametmi, kter62 nynl po nice 
mime] neb na rozhranf obou stoletl iilo 5 bratff z Ry^emberka 
s syny sv^mi, 2 bratff KornberSti a stryci jich V^rovstl a Dolanstf 
a jestli byl zdpis tak napstfn, ie se ze vSech spolkflv propoustfy'f, 
zajistg i synov6 s otci jmenovdni byli.*) Ke sklonku 14. a na po- 
citku 15. v6ku objevuje se velkf pocet t6ch, kterii nosili na £tft6 
znak Ryiembersk^, jakoi vyloieno obSirnfi M. Kol&fem v Pam. arch. 
Vm. 81. 

V6c tuto dotcenou, jako i n&sledujfcf, ie by se Rdbf jinak Pot- 
steinem jmenovalo, poznamenal jii Palacky (D6j. II. a. 369), ndm se 
vSak zd£, ie jest to pouh6 zdinf Jindfichovo. Neb jisto jest, ie hrad 
R4bf nepovstal pfed prostfedkem 14. veku a ie osudy jeho, jako 
i panstvi Budetick6ho (tak slulo pfivodnS R&bsk6 panstvl) velice se 
rozch&zely s osudy p&nfiv z Potfiteina. 

O VilSmovi z Byzemberka docft&me se v na8em pojedn&nf za- 
jfmavg v6ci, kter& sv&ici o neobycem6 jeho sfle. AvSak nejen tu z po- 
v&ti, n^brf i z verohodnych a souSasn^ch zpr&v dovld&me se, ie se 
cizozemci neob}cejn6 sfle a obratnosti Cechftv divili (Doklady hojn6 



*) Nemlng v£zn6 je i to, ze melo dot^enych 5 p&nfiv (viz Emler. Reg. n. 604) 

Bpolecnou pe6et s n£pisem: 8. filiorum Dipoldi. 
».j VUotfoAe, dfyepia » filologlo. 6 



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82 

na ce8t& pana Lva z Ro2miUla a z Blatn<§. Srv. t&i Paprockgho o st. 
pan. 113). 

Dotyk& se tak6 pan Jindf ich obdarov&ni knlZete Boleslava, kter6 
ucinil nezn£m6ho roku kl&teru Brevnovsk6mu. T6ho£ obsahu jest 
podezfela, listina d. 993, 15. Jan. a otist&nd v Erbenovych regestech 
na str. 33, avSak konec neni tu takovy, jakoz svrchu psdno, nfbri 
znl takto: n Datum per manum domini Cristani, fratris illustris ducis 
Boleslai. u Vynech&no jest tu heslo de Scala a ponevadi tu nelze my- 
sliti na nSjaky podvod, podobd se pravde, ze m£l JindHch pfed 
rukama nfejaky vytah ucinen^ z nejstarsich nad&nf kldStera Bfevnov- 
sk6ho, k nemuz heslo de Scala z domyslu pridano bylo. S tfm se 
srovn£v& i to, ie se pH temi nadanf darov&ni lijezda Nezamyslick6ho 
pKpomind, ponfivadi byl tento kl&steru teprv Bfetislavem (podl6 po- 
dezfelSho listu d. 1045, 18. Oct) darovin.*) 

Konecne cteme v casto psan6m pojednanf, ze Bfetislav syn Bfre- 
tislavfiv pojal za manzelku dceru kni2ete Vratislavsk6ho. Ze o torn 
byla povest v rode a snad i nejakd pisemnA pam&t, stvrzuje se tlm, 
ie se nach&zi slezskd orlice tak6 v kostele R&bskSm. Ye vypisich 
z d&vn^ch pamStf kl£§tera Klatovsk6ho, kter6 se v Hradci Jindfi- 
chove v nemeck&n pfekladS nachdzeji, cte se sice cosi podobn£ho, 
ale tu nazyvd se Vratislava dcera Jindficha knfZete Vratislavsk6ho 
man2elkou Vil6ma syna D6poltova,**) kdezto man2elkou Bfetislavovou 
slove tarn Mafena n Tochter des Fiirsten aus Reussen". Toto souvisf 
se zprdvy Jindfichovou, ie usadil Bfetislav syna sv&io v Ruslch.***) 
Ob6 tyto zprivou nejsou nicfm doloZeny. Onano povstala snad z ne- 
dorozum&nf, pcmevadz snad nekde o nejak6 manzelce z rodu Rousuv 
z Plavna ps&no bylo, tuto nelze ani tlm vysvfetliti, ie se nSktefi 
z Drslavc4 Rousy nazj^vali, pon6vad£ se jm&io to jii r. 1188 vy- 
skytuje. 



*) Daniel Adam z Veleslavfna (Vyd. Rozumovo I. 16) pise o Kristanovi: n nic 
se o nem nepise, krom ie v priyilegium klastera Bfornovskgho ChristannuB 
de Scala se jmenuje." Znal tedy jiz legendu, kterou objevil Balbfn v TH- 
boni. V starych legendach pravych pripomintf. se jen jednou Kristan, vlastnl 
bratr knizete (Fontes I. 280). heslu de Scala srovnej Nau&tf Slovnfk 
pod slovem B KrisCan tf . 
**) JeitS jina odchylka spathye se u Paprock6ho o st. pan. na str. 96. Zdali 

tu neni nejake* zmateni s DSpoltici z rodu Premyslova? 
***) Srovnej Paprock6ho o st. pan. na str. 107. 



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83 



Vyvod osob, o nichi Be v tomto dlankn mluvi: 

Bfetislav z PlznS 1193—1238 



Bfetislav 1228—1257 



Cernin 1228 



Dgpolt z Zbiroha 1251—1282 f j. 1297 



Vilem z Skaly Bfetislav Protiva Oldfich Depolt z Malesic 
1287—1318 1287—1321 1287—1291 1281 1297—1321 



Yil&n 1337, 1343 



Vfldm 1356—1877 



Bfenelc 1362—1406 



Pfita 1362—1400 



Vilem 1405—1452 

f Skonka z 2erotina 

t Markka z Sternberka 

P&ta f 1504, 21. Jul. 
? Bohonka a Lomnice 



Jan f 1450, 14. April 
\p Anna z Hradce 



Puta t 1413 



Vilem mladii f c. 1479—1480 



Bfetislav t 1566 Jindfich t 1551 Vilem 

^ Vorlila z Minstr- ip l.Anna z Kle^ 
berka f 1545 noveho 

2. Anna z Gat- 
steina. 



Vacslav f *. 1505 



8, 

©ber eine neae erkl&rang der perfecten auf -ui -vi 
des Lateinischen. 

Vorgetragen von Prof. Dr. A. Ludwig am 3. and 31. Mai 1886. 

Ausz dem nachlasze des verstorbenen Prof. 6. Gurtius (zuletzt 
ebrenmitgliedes der kais. Akademie der Wiszenschaften in Wien) hat 
Prof. Windisch vor kurzem eine abhandlung in den schriften der 
kon. Sachsischen Akademie der Wiszenschaften publiciert, in welcher 
versucht wird das perfect auf -ui und -vi des Lateinischen auf eine 
oeue weise zu erklaren. Der verfaszer wendet sich zunachst gegen 
Bopp, den er auf grundlage der von Mommsen gegen ihn erhobenen 
einwande bekampft, wie wir zu zeigen hoffen teilweise mit recht teil- 
weise mit unrecht Bopp leitet namlich beide perfecta von einer 
verschmelzung des stammes mit dem perfect fui ab, so dasz eigen- 

6* 



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84 

tlich die erklarung diser form zugleich die sammtlicher ui- und -vi- 
praeterita ware. 

Unstreitig verlangt die Boppische erklarung, wofern sie nicht 
ganz verworfen werden soil, die trennung der falle, in welchen dem 
bildungsconsonanten der lange charaktervocal a (e) I vorauszgeht von 
denen, in welchen nach consonanten ui auftritt. Dise letzteren falle 
vertragen Bopp's erklarung nicht und es ware zeitverschwendung, 
dieselben weiter zu erortern. Anders steht es mit den fallen der 
sog. 1. 4. und einigen wenigen der 2. conjugation. Der unterschied 
zwischen Gotischem salbodedum und Althd. salpotum ist nicht vil 
geringer, als der zwischen einem vorauszzusetzenden am£-fuvimus 
und einem tatsachlich vorhandenen ama-viinus; in beiden fallen ist 
das fur das urspriingliche selbstandige wort charakteristische fallen 
gelaszen, weil nachdem die bedeutung und die function des compo- 
situms conventionell fest stand, man dasselbe naturgemasz so weit als 
es angieng, entlastete, ein process, bei dem lautgesetze oft gar keine, 
immer nur eine secundare rolle spilen. Wo z. b. das charakteristi- 
cum y iiberfltiszig wird, wird auch dises entfernt, amasti amastis 
amarunt amasse amaram etc. aber man wird kein lasti fiir lavisti 
kein larunt lasse fiir laverunt lavisse finden. Ob fuvi zunachst zu 
huvi wurde, ist ganz irrelevant, und eben nicht festzustellen. Auf 
mihi sich zu berufen hat Gorssen wol deshalb unterlaszen, weil hier 
das h wol beliebt worden ist, urn dem doppelten labialen anlaute zu 
entgehn, wie im Sanskjt; Zend, mavoya zeigt aber, dasz mihi und 
mahyam sich unabhangig von einander entwickelt haben. Es ist ein 
starkes versehn, wenn Gurtius ein indogermanisches (?) mahyam 
glaubt annemen zu konnen. Das specifisch Indische h soil einmal 
wider Indogermanisch sein! Nur so viel ist richtig, dasz der iiber- 
gang von f in h im Italischen iiberhaupt moglich war, und disz kann 
auch fur den vorligenden fall gemigen. 

Was die bestatigung diser genesis von pf avi (evi) Ivi durch 
osk. umbr. formen betrift, so scheint es durchausz nicht zwingend 
wegen des neu gefundenen manafum (der hochst fragmentarische text 
ist in nichtsweniger als vertrauen erweckender weise . interpretiert) 
die alte erklarung von manaflfed aikdafed aufzugeben, so wenig als 
piafei 1. si. sein musz. Es kann ser wol 3. si. sein. Aber wir glau- 
ben, dasz das verstandnis der oskischen sprachreste noch nicht so 
gesichert ist, dasz wir uns auf dise als auf zeugen fiir oder wider 
eine erklarung lateinischer formen (wenige falle ausgenommen) be- 
rufen konnen. 



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85 

Der unterschied zwischen amafiivi und amabam konnte sich 
leicht ausz dera ursprunglichen auszlaute der nominal (sei es infinitiv 
— vgl. die Samskrit perf. periphr. — oder particip-) formen erkl&ren 
laszen; amabam kann ausz einer form ama[n]t-bam amabo ausz 
ama[n]tbo (ama[n]t-fuam ama[n]t-fuo) entstanden sein wie saluber 
ansz salut feri- (saho-l-bhari). Amavi dagegen wird von dem alten 
verbalstamm der a conj. (praes. ftyati verbalst hi) abgeleitet worden 
sein. Dasz ai in a auch im Lat. ubergeht ist bekannt, man vgl. 
auszerdem Gnaevos und gnavos (noenum non, taniacae und tmvta); 
amfti-fiivi, oder nach der art des Zend-Sanskj-tperfectuni periphrasticum 
am&iam amaiom fuvi. 

Der einwand, dasz die verbalwurzel fu (bhu) erst in relativ spa- 
terer zeit den grad von abstractheit erreicht hat, der sie geeignet 
gemacht hat als hilfszeitwort aufcutreten, laszt sich in doppelter weise 
beseitigen, erstens durch den hinweis, dasz fu im Latein im Osk. und 
im Umbr. bereits unzweifelhaft disen grad der abstraction langst er- 
reicht hatte, zweitens aber, dasz es gar nicht fest steht, welchen grad 
Ton abstraction eine verbalwurzel erreicht haben miisze um sich zu 
diser verwendung zu eignen, und gerade wenn irgend ein element in 
eine untergeordnete so zu sagen dienende stellung gerat, vollzieht 
sich die abstraction «noch vil schneller, als in selbstandiger stellung. 

Um nun seine ansicht, dasz die perf. -ui -fivi -Ivi -evi von par- 
ticipialstammen des perf. abzuleiten seien, zu begrlinden, musz Curtius 
sich vor allem nach proben von solchen participiis umsehn. Da ist 
freilich nicht vil zu finden; cadaver soil so ein altes partic. pf. von 
einem cadare sein, das neben cadere soil existiert haben, eine ser 
wenig glaubliche vermutung. Und warum ware das wort fiir c aas* 
nicht von dem einfachen cadSre gebildet worden? 

Nun werden beispile angefurt von nebeneinander vorkomen von 
verben in der form der 1. u. 3. conj. (specere suspicari), wozu zu 
anserm erstaunen auch formen wie dubitatim cogitatim etc. gezalt 
werden, lauter nominalformen mit suffix -ti -&ti -tAti. Erweitert ge- 
wonlich zu expulsio dubitatio cogitatio. Dann wird pulvis pulver 
angefurt; aber die wurzel ist hier pulv palv (pullus palleo plavti falo 
etc.). Noch schlimmer ist es, wenn Curtius sich auf die adjectiva 
auf -uos beruft. Es ist uns nicht klar, wie Curtius von disen ad- 
jectiven zu den participien gelangt; so vil aber ist uns ohne Curtius 
klar, dasz dieselben mit dem partic. pf. absolut nichts zu tun haben. 
Sie beruhen auf einfachen u-stammen, und von adjectiven diser form 
zalt das Lit mer als anderthalb hundert (vgl. strainus strenuos). 



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86 

Das Latein hat gewonlich em -o angesetzt, in ein paar fallen aber 
hat es das -u fallen gelaszen, so in resed-s neben residuos, perpet-s 
neben perpetuos; dazwischen ligt resedu perpetu. Dasz u-stamme 
ebenso wie i-stamme behandelt werden konnten, zeigt alituum, wel- 
ches auf einen stamm alitu- zuriickgeht, also offenbar auch pedes 
eques etc. als u-st&mme zu betrachten. Daher im gen. plur. pedi- 
tum, nicht peditium; virtutum nicht virtutium, weil das suffix sich 
zerlegt in tu-&tu. So ist der gen. plur. fratruuui ganz gerechtfertigt, 
wie fratruos fratruelis zeigt, abgesehen von dem Gotischen. Die 
frage, wie es korae, dasz in einem falle das althergebrachte i oder 
u schwand, in dem andern die grundlage der spatern specifischen 
i- u-declination ward, kann nur durch eine streng genetische darle- 
gung der geschichte dises toils des formenmaterials gelost werden, 
nicht aber durch die den tatsachen in cynischer weise honsprechende 
behauptung von urspriinglich diphthongischen st&mmen. Aber an der 
verstocktheit der groszen auctoritaten geht das alles wirkungslos 
voruber. 

'Nachdem wir auf dise weise fur das suffix -ves, in schwacher 
form us in Italien hinreichenden boden gefunden zu haben glauben* 
— so fart Curtius fort; man steht wie versteinert, iiber diese auf- 
faszung des biszher geleisteten; denn das einzige, was Curtius mit 
einem schein von berechtigung vorbringt, ist cadaver, d. i. ein ver- 
meintliches oder vermutliches particip von einem nicht nachweisbaren 
und ser verdachtigen verbalstamm; und das ist der Tiinreichende 
boden* ! 

Nun geht es daran, das partic. pf. im Umbrischen nachzuweisen, 
ein wenig versprechendes beginnen! Da hat sich wider Bucheler, der 
sich begreiflicher weise widerholter anerkennung erfreut, auszgezeich- 
net, indem er gezeigt habe, dasz subocau suboco unmoglich diselbe 
form sein konne, solche ungleichheit der form wie xaXio xaXS konne 
nicht als ein nebeneinander bestehn, eine these, die Curtius gleich 
auf der niichsten seite selber auszgibig widerlegt. Aber wie dem 
immer sei, subocau passt jetzt ftir nichts so gut, wie fur ein partic. 
perfecti, subocau suboco bedeutet also imxexlrjxcog ImxaXdi; da aber 
dise redewendung doch Curtius selber etwas curios erscheinen mochte, 
so wendet er es zu einem veneratus oro. Und so konrt denn Curtius 
zu dem schlusze: *hier haben wir nun, glaube ich, unser Perfectpar- 
ticip leibhaftig und in unverandertem urspriinglichem Zustande vor 
uns. Der abfall von auszlautendem s wird niemand auflallen . . .* wem 
biszher nichts aufgefallen ist, der wird sich daran sicherlich nicht 



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87 

stoszen. Warum nun dise form als particip soil verloren gegangen 
sein, bleibt unerkl&rt 

Curtius nimt nun eine form des partic. perf. amaves und amave, 
coliies und colue an; man konnte ihm mit Eon. Richard III. sagen: 

What need'st thou run so many miles about, 
when thou mayst tell thy tale the nearest way? 

Der ganze langatmige versuch die existenz eines part. perf. act. 
im Italischen zu erweisen war vergeblich, und die anname, die wir 
in den oben angefiirten worten auszgesprochen finden, bleibt was 
eoliies colue betrifit eine mogliche anname, die aber zu unsicher ist 
am als grundlage einer erklarung dienen zu konnen, die vorausz- 
setzung von amaves als part. perf. dagegen eine ganz und gar ver- 
werfliche, da die form der a verba sonst (im Griech. Slavolett.) nur 
in spaterer zeit, im Sanskrt wie im part perf. bilden. Im Griech. 
wird disz part erst durch die secundaren x-perfecta moglich, die 
bekanntlich bei Homer noch ziemlich beschrankt vorkomen. Im Lit 
ist dise form ojens wertlos, weil sie geradezu vom praesens gebildet 
ist, und im Slav, ist sie auch gewis jung, und das v (dSlavti chv&liv 
etc) wol nur ein hiatus beseitigendes element. Den mangel des v 
weist auch Lit. Altpreuss. auf. 

Curtius statuiert nun drei verbalformen des perfects 

1. formen wie dedi cecidi scandi cepi emi odi 

2. s-formen dixi scripsi, die er von einem aorist ableitet, 

3. dann sagt er: 'dagegen bedurfte es fttr die abgeleiteten verba, 
villeicht auch fttr einige andere, einer erganzenden bildung. Hier 
griff, glaube ich, die sprache zu dem altererbten participium perfecti 
activi, verfur also gerade so, wie im Passiv.' Amavi ist also ganz 
gleich amatus sum. die hier angefiirten worte sind mit das starkste, 
was geboten wird. Ein partic. perf. act. von a- I- verbis wird als 
altererbt hingestellt. Was mit 'villeicht auch einige andere" gemeint 
ist, ist unverstfindlich, denn die zal der praet. auf -ui betragt tiber 
hundert, und sie sind ihrer genesis nach gewis gerade so alter als 
die e-praesentia, wie die zwei andern praeterital formen. 

Die form amave colue, schlieszt nun Curtius weiter, (doch wol 
amavfi coluS) hat sich nun in eine reihe rangiert mit perf. dede cepe 
scripse (doch wol dede cepe scripse); wie sich Curtius dises dede 
vorstellt, sagt er nicht, dagegen quantities er amave als zu 1. si. 
gewordenes partic. pf. Fttr die dritte person ward t angesetzt, und 
so war der keim zu einem paradigma geschaffen. Woher weisz Curtius 



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dasz fur die 3. si. ein -t angesetzt werden muszte? Die gleichheit 
der 1. u. 3. si. perf. ist ja die regel, und das t konnte erst komen, 
als bereits anderweitige ansatze zu einem paradigma vorhanden wa- 
ren. Man sieht hier die Curtius so gelaufige, unbefangene ignorie- 
rung des tatsachlichen verhaltnisses. Er stellt das als den anstosz 
gebend bin, was sich, da es aller analogic widerstreitet, ohne ein 
praecedens nicht begreifen laszt. Grm. Got. -da -dfes -da ist sicher 
urspriinglicher als Griech. -a -ag -e. 

Dasz urspriinglich auch das -it der 3. si, perf. lang war, wiszen 
wir ; woher bekommt aber Curtius sein amave, welches allein die spre- 
chenden allenfalls dazubringen konnte, in der form einen indie, perf. 
zu sehn? Denn die conjugation von participien ist im Indogerm. nicht 
ublich, und ein amavet steht durchausz nicht gleich einem amatus est 
Diser ganze vermeintliche process ist mit der auszersten unwarschein- 
lichkeit geschildert, denn man musz ja nicht vergeszen, dasz nach 
Curtius die v-formen als participforraen gelaufig, als finite verbal- 
formen unerhort waren; wie in aller welt hatte es jemanden einfallen 
sollen amavet zu sagen? 

Der glanzpunkt der erklirung ist freilich die der 2. si. plur. 
Nur so wird es klar, warum die zweite pers. isti hat: amavis-ti ama- 
vistis bieten eben die vollere form des particips. Auch das -ti -tis 
sind beide rasch abgetan, das eine ist -&a das andere -tis. Dasz die 
erstere erklarung vollig unsicher ist, ergibt sich schon darausz, dasz 
wir keine spur davon haben, dasz dises #« je im Griech. allgemein 
gewesen ware, und dasz wir ja im Got. Altnord. resp. -ta -ti haben 
miiszten, da voiles ai ja nicht abfallt. Was niitzt es also, wenn wir 
auf kosten der unwarscheinlichsten vorauszsetzungen zwar das s, 
aber keineswegs das ti erklart bekomeii? 

Endlich wird das s, welches in den v, und ui praet. sich nun- 
mer so vortreflich erklaren laszt, in den einfachen I- und si- praete- 
ritis eingestandner maszen unerklarlich, und es bleibt nichts fibrig 
als anzunemen, dises 8 ware ausz den -v- und -ui- perfectis in die 
andern iibergegangen. Da jedoch die verschiedenen perfecta nach 
den stammen und wurzeln, bei denen sie ai\gewandt werden, streng 
auszeinander gehalten, und nur auszerst wenig falle doppelter per- 
fecta bei einem stamme nachweisbar sind, so ist dise erklarung ser 
unwarscheinlich. Eine verquickung des s von -isti -istis mit dem 
s-praeter, ist aber ganz und gar verwerflich. Was wir also auf der 
einen seite gewonnen haben, miiszen wir auf der andern seite auf- 
geben, und konnen so des gebotenen keineswegs froh werden. 



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Wir wollen dagegen sehen, was ausz Mommsens erklarungsver- 
such sich machen laszt. 

Die zu gmnde ligende anname ist die, dasz es im Latein neben 
Yerbalformen auf &i- (ftja im praes.) solehe auf hu (auja im praes.) 
gegeben habe, ein verhaltnis, wie wir es im Lit. finden z. b. naudauju 
naudoju dusauju dusoju zalauju zaloju, wobei natiirlich durchausz 
nicht vorauszzusetzen, dasz alle verba auf ti (&ja) solehe parallel- 
formen beseszen haben, aber auch nicht, dasz es nur verba auf auio 
im Latein gegeben habe, was durch das Uinbr. besonders abgesehn 
yon alien andern momenten unmoglich wird. Das Latein habe nun 
tod dem verbalstamm der zeitworter auio d. i. von au (aui-) ein prae- 
teritum gebildet nach analogie von scandi Iambi etc. woraus -avl 
wurde, ahnlich wie Lit. von naudauju st. naudau naudavau bildet; 
eine bildung, die unstreitig alter ist als praet. naudojau von naudoti. 
Nemen wir an das Lit. bildete die 1. si. wie Altpreuss. mit ai, so 
hatten wir praeter. naudavai ganz in der weise des Lateinischen, nur 
dasz naudavau im Lit. bei seinem stamme gebliben und nicht zu dem 
8tamme -oju in beziehung gesetzt worden ist. 

Wie steht es nun mit den schwirigkeiten, die einer solchen hypo- 
these im wege sind, und wie mit den vorteilen, welche dieselbe bietet? 

Die erste schwirigkeit ist natiirlich die, dasz die conjugations- 
form, auf welcher die hypothese fiiszt, nicht (direct wenigstens) nach- 
zuweisen ist; zunachst nur postuliert wird, weil sie geeignet sei eine 
form zu erklaren, die sich sonst auf ein anderes element schwer oder 
gar nicht zuruckfuren lasze, warend es andererseits beinahe unmoglich 
ist, durch widerlegung aller andern versuche den beweis 
zu furen, dasz die hypothese als die einzig mogliche erklarung 
auch die einzig richtige sein mtisze. Wir haben nur in dem un- 
streitig etwas fernligenden gebiete des Lit. eine analogie entdecken 
konnen, einiges findet sich noch auf dem des Armen. und Altpersis. 

Im Latein wiirden die formen aegrotus und nodotus hieher ge- 
horen, als fur aegrautus nodautus stehnd. Curtius hat dieselben be- 
kanntlich in nicht uberzeugender weise als eine form von der art der 
Griech. verba pura -oq aufgefaszt. Da nun ein aegrau-I aegravl ge- 
genuber den andern zu erwartenden formen imperf. aegraubam aegro- 
bam aegraubo aegrobo im praet. ein a zeigen muszte, so ware es 
ganz leicht erklarlich, wenn # man schliiszlich dazu kam, auch von 
einem amaio [fur welches die moglichkeit einer ahnlichen bildung in 
vil weitere ferne geriickt war, dadurch dasz der stamm am&i- sich 
f&glich mit einem weitern [ai ei] I nicht so glatt verbinden liesz,] 



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ein praet. am&vi zu bilden. Es ist auch ganz wol moglich, dasz das 
praesens im indicativ sein u friihzeitig mer oder weniger einbttszte, 
dasz ausz aegrauio aegraio (wie amgio) geworden ist und neben den 
obgenannten formen nur noch vill. aegrOre aegrorem aegrfttus den 
charakteristischen diphthong beibehielten. Dasz dise formen uns 
befremdlich erscheinen, wird niemand als argument gegen die mo- 
glichkeit anfiiren, dasz dieselben einst existiert haben konnen. 

Was Mommsens hypothese nicht wenig begtinstigt, ist der urn- 
stand, dasz mit auszname von -oleo (ab- ex-) und einer anzal ein- 
oder zweisilbiger wurzelverba, iiber die wir gleich sprechen werden, 
zunachst nur zeitworter der a-classe dise perfectform besitzen; denn 
die zeitworter der I-classe sind, so weit denselben die perfectform 
-Tvi urspriinglich eigen ist, nur contractionen ausz -iao, (die intensiv- 
bedeutung besitzenden wie insanire superblre etc.) und gehoren zu 
den griech. bildungen -ma> (mit verlust des i buvaxam). Dasz na- 
mentlich verba, wie doceo moneo noceo torreo torqueo, kein evi 
zeigen, erklart sich ausz diser hypothese ganz von selbst, und (ab- 
etc.) olevi ist gerade genug urn zu zeigen, dasz die auszdenung diser 
form im wege der analogie auch auf dises gebiet moglich gewesen 
ware. Aber die rechte zeit es zu tun war gewissermaszen vers&umt 
worden. 

Die wurzel- und wurzelartigen zeitworter, welche -vi im perf. 
haben ohne rflcksicht auf den vorhergehenden nattirlich immer langen 
vocal sind: 

gn5vi, navi, pavi, [travi], flavi, stravi, hiavi; (creavi meavi 
beavi); Ivi (Itum), trivi, livi (Htum), sivi (sltum), quivi (quftum), scivi 
(scltum), civi (citus); 

nevi, levi, sevi (s&tus), flevi, plevi, sprevi, quievi, suevi, crevi, 
(vievi) ; 

da von der weitausz groszern zal derselben mit sicherheit ange- 
nomen werden kann, dasz das v denselben nicht stammhaft angehort, 
so ist es wol keinem zweifel unterworfen, dasz dieselben ihr perfect 
dem der derivierten verbalclassen mit a und I nach gebildet haben, 
da das partic. perf. act. bei den wurzelzeitwortern die schwache form 
vorauszsetzt. Andererseits haben wir in unserer abhandlung c Hber 
den sogenannten imperat medii im Gotischen > darauf hingewiesen, 
das verba der 2. conjug., wenn dieselben auch im perf. ui zeigen, 
doch in ihren derivationen oft einen langen e-stamm haben z. b. 
ac8tum habena egenus rubedo u. v. a., dasz also an und fflr sich 
kein grand w&re, weshalb sie gegentiber den a-verbis nicht ebenso 



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behandelt wfirden wie im Griech. die verba auf -A» gegentiber denen 
auf -*©. Die formen T>eavi meavi creavi hiavi flavi etc.* bildeten 
den tibergang zu f navi pavi straw'; formen wie 'insanivi ineptivi 
saevivi' zu 'mollivi vestivi' u. a. dise zu 'cupivi saplvf etc. zu 'trivi, 
divi (con- an-), Ivi, scivi, livi levi' etc. und so war fur r spr§, ne, se, 
qute, sue, ere, fle, pie' eine reichliche analogie vorbereitet. 

Wenn nun Curtius sagt, dasz mit Mommsens hypothese sich alui 
neben alo nicht erklare, so ist ja damit gegen das eben dargelegte 
gar nichts gesagt. Wer, mochten wir fragen, hat den beweis, dasz 
beide erscheinungen einen und denselben erklarungsgrund haben 
muszen, auch nur in einigermaszen befriedigender weise geftirt? 
A prima facie betrachtet ist disz durchausz nicht warscheinlich ja 
unmoglich; denn auf jeden fall muszte das u in alui ein wurzel- 
haftes element sein, warend es in amavi ein element des verbalstamm- 
bildenden suffixes w§re; disz ist aber ein bedeutender unterschied; 
und wenn Curtius weiter sagt, dasz 'man bei alui an ein dem verbal- 
stamm (d. i. hier doch wol die wurzel) inhaerierendes u nicht denken 
konne', so muszen wir bemerken, dasz disz rein sache der indivi- 
duellen denkweise ist, und dasz es leute doch wol geben konne, die 
umgekert sagen r da es sich nicht dartun laszt, wie in aller welt das 
u in alui dazukome das perfect zu bezeichnen, so bleibe nichts an- 
deres tkbrig als dise unmoglichkeit anzuerkennen, und die sache so 
zu wenden, dasz das u nur indirect, dadurch dasz es im praesens 
etc. verioren gegangen ist, das perf. anzeigt. Sicherlich ist a priori 
gegen einen solchen erklarungsmodus, wofern sich derselbe in eini- 
germaszen befriedigender weise durchfftren laszt, nichts einzuwenden, 
und ist auch anzuerkennen, dasz derselbe der Mommsen'schen auf- 
faszung ungleich mer analog ist als der Curtius'schen. 

Betrachten wir das vorkomen der perfectform -ui; dasselbe 
ist am wenigsten zalreich in der 4. I flection. Auch gehoren die 
fille nur zu den verbis, welche eigentlich der 3. conj. angehoren 
8ollten satio aXXogua, amicio zu iacio, -perio; dise u. a. falle liefern 
den beweis, dasz die perf. ui die neben praes. der -a-conj. vorkomen, 
nicht verkurzungen von avi sein konnen. Solche falle haben wir 
eilf: cubui tonui crepui necui sonui domui fricui micui plicui secui 
vetui. Daneben sind die f&lle ser haufig, dasz neben der a-form des 
verbs die form der 3. conjug. vorkomt; Curtius zalt sie fibrigens 
nicht vollstandig auf capio occupare aucupor, aio (agio) nego, rapio 
usnrpo, -spicio suspicari, fodio fodare, cello occillare, pello compel- 
l«re, confligere confligare, pagere propagare, serere reserare, legere 



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elegans, strepere obstrepare, crepere crepare, cumbere cubare, tonere 
tonare, sonere sonare, lavere lavare, calere calare; mit wechselnder 
lange Hquare llqui, dlcare dlcere, ducere edticare, occulere celare, 
l&bare labi, frangere refragari (vgl. fr&gor?). Vgl. Altn. aka, ek ek, 
ok, ekinn ich fare vehor, aka, ek aka, ek akadha, akadhr ich treibe. 

Am zalreichsten ist das vorkomen auf dem gebiete der e-conj. 
etwa sechzig falle, die warscheinlich die gesammtmasse der im ge- 
brauch gewesenen formen nicht darstellen. Wie ausz dem vorhergehnden 
ersichtlich, verteilt sich zunachst das ganze vorkomen des perf. ui 
auf zwei gebiete, das der e-conj. mit etwa sechzig, und das der 6-6- 
(i-u-) conj. (der sog. 3.) mit etwas mer als vierzig fallen, da die 
falle von ui-perf. der a- und der I-conj. vom historischen standpunkte 
der 3. conjug. beizuzalen sind. 

Unstreitig sind nun die falle wie monui docui, wenn auch ver- 
gleichsweise selten, doch die auffalligsten. Wir wollen tibrigens gleich 
hier bemerken, dasz bei einer groszen anzal von disen perfectis wol 
die analogie maszgebend war; disz gilt besonders von den perfectis 
der zustandsverba areo madeo u. a. [Ein schlagendes beispiel dafur 
ist fervui und pallui ; pall- ist ausz palv- assimiliert (slav. plavii germ, 
falaw falo lat pulvis neben pullus) ; hier ist das perf.-u nicht wurzel- 
haft] Wir konnen uns ein docui monui nicht ausz dem derivierten 
verbalstamme sondern nur ausz einem perfect eines stammverbs er- 
klaren. Wenn wir neben doceo disco und dec- haben, welches letz- 
tere (Samskrt dakSati dakSate mit zugesetztem S) geschickt sein sich 
schicken etc. bedeutet, und die perf. didicl und decui, so laszt didici 
keine adaptierung fur die causalform zu ; decui aber liesz einen modus 
zu, demzufolge eine perfectform von einem derivierten verbalstamm 
gebildet werden konnte; man tibertrug auf decui die farbung des 
wurzelvocals in doceo (vgl. Ssk. yajanam bhavanam etc. von dem 
unzweifelhaft direct yajanam bhfivanam etc. gebildet worden ist) ; nur 
so erklart sich die perfectform docui. Die keltische und die germa- 
nische form von de^iog zeigt ein v namlich hsv (ksv vorauszsatzlich) ; 
hier ist das v oflfenbar umgesetzt, und qus war die ursprungliche 
folge der laute. Das perf. monui musz zunachst ebenso d. L ausz 
einem menui entstanden sein ; ein solches findet sich nicht, wir finden 
nur memini (wie didici) ; aber wir mttszen es vorauszsetzen, und zwar 
als verktirzte form fur menenvi vgl. Altpreuss. menentvei Sanskft manu 
fiir mananu (wie neben vanu das altere vananu vananva tatsachlicli 
vorkomt, und villeicht manotar ausz mananutar zu erkl&ren. Ein me- 
nui ist tibrigens nicht befremdlicher als ein genui, welches gleichfalls 



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aosz genenui entstanden sein musz; darauf weist die Boeot. Thess. 
form ylvv Jon. yew-o- ausz ysvsw (yiweitn z=z ysvewtjrai Boeot. 
ytvtov-iuvog d. i. ytw(uvog und ahnl. mer). So erklart sich wol 
auch Miv&g, * enn mAn d* e deutschen worter mit ihrem doppel-n 
dazu hilt 

Wir haben necui und nocui. Die berechtigung des u zu er- 
weisen geniigt nequalia (und wol auch nequam: homo nequam f ein 
mensch zum zu grunde gehn'). Aber die form nocui kann nur da- 
darch entstanden sein, dasz man dem wurzelhaften e von necui die 
firbung des vocals des causalverbs (nocere bedeutete urspriinglich 
unzweifelhaft 'sterben machen', und necui interii) gab; das o gegen- 
ftber e ward der trager des causalbegriffes (ich mache jemandem 
[etwas] zu grunde gehn). 

Fur torreo torrui felt die e-form (tiQctectfrai), da das zeitwort 
auch die intrausitiv-neutrale bedeutung vertrit. Man konnte einem 
mollis (moldvis mordvis) analog ein torris (=torsvis) supponieren 
aber von mollis komt mollire transitiv wie lenire, grandire beides 
trans, u. intr. dulcire nur letzteres. Transitiv gravare levare levare 
dulcare.breviare, wo i verloren ist. 

Wenn wir nun neben alui abolevi haben, so scheint hier die 
absicht vorzuligen das causal-factitive, das intentionelle durch eine 
aiiszgesprochen derivative, und zugleich den charakter des derivat- 
stamme8 bewarende form nachdriicklich hervor zu heben. 

Von dolere eigentlich f weh tun' mag das einfachere verb dalio 
dalui dai-dakkeiv gelautet haben (wie salio salui); daneben komt 
freilich ddlare vor. Es bedeutete wol urspriinglich mit einem spitzen 
werkzeage, einem meiszel, einen schlag fiiren. 

Die falle mordeo tondeo tongeo (tetongi?) spondeo sind deri- 
nerte formen wie (pdeco von <pttog und so vile verba der 10. cl. des 
Sanskft, welche zwar die form aber nicht die bedeutung der causalia 
besitzen, wenn nicht etwa tongeo zu tango zu stellen ist. Hier 
konnten die alten perfecta der einfachen wurzeln memordi tetondi 
spepondi (od. mo- to- spo-) hertiber genomen werden (iptkeTv yttaro), 
was bei didici memini unbequem wenn auch nicht ohne alle analogic 
gewesen ware (vgl. pendeo und pendo). Torpeo und horreo werden 
wir spater besprechen, fur ersteres vgl. tirpti 'erstarren* Lit. (aber 
auch ( 8chmelzen'), fur letzteres den Ssk.-stamm harSu ; polleo konnte 
wol auf ein pollus von potis zurttckgehn, ist aber doch wol nichts 
ala porti-valeo, obwol es das perf. von valeo nicht aufweist. 



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Anders steht es mit einer zal anderer falle. Neben iaceo iacui 
habeu wir iacio ieci; da aber griech. lax- wol dazu gehort, so ist 
die stammhaftigkeit des u auch hier warscheinlich. Fur aceo (acesco) 
und acuo haben wir ein ein perfect acui; niemand wird hier wol die 
ursprtinglichkeit des u bezweifeln. So in arcui von arceo wozu arcu- 
(arquitenens) gehort. Frigeo und frigo gehoren wol zusammen, beide 
haben perf. frixi; (Altn. kala kol kalinn) frendeo und frendo oline 
scheidung von transitiver und intransitiver bedeutung haben frendui 
und frendi, warend pendeo und pendo gleichmaszig pependi aufwei- 
sen; trotzdem sie das eine intransitiv-neutral, das andere transitiv 
sind ; bei candeo und cando (incendo) candui candi (incendi) geschie- 
den. Falle wie llqueo liquor pareo pirio pateo pando ligen formell 
etwas zu weit auszeinander, als dasz man die betreffenden verba di- 
rect zu einander in beziehung bringen dtirfte. 

Auffallig sind neben specio (richtiger spacio) spexi, facio feci 
(lacio) -licio (lacui) -licui (und -lexi), vgl. aber osk. fefacust und la- 
queus; neben capio cepi rapio rapui sapio sapui (ausz rapii sapii, 
salui ausz salii?) nach analogie? 

Formen wie miscui compescui (vgl. promiscu-os pascu-os)' censui 
pinsui gehn unzweifelhaft auf u-formen zurtick. Neben [ce]culi finden 
wir das praet. [ante-]cellui ; nun ist das Lat cello keineswegs iden- 
tisch mit griech. xt'Ua, es geht zunachst auf celluo und dises auf 
celnuo; daher das praet cellui. Gegentiber von occului zeigt Griech, 
xaXv-nzco xQvnt<o. Molui geht auf eine wurzel malu mam marv zu- 
rtick; serui hat zwar im praes. kein u, aber in der derivierten form 
servare servos. Auch in furui ist das u wurzelhaft Wenn wir bei 
einer anzal von verbis mit -to -so im praet, -tui -sui finden, so ist 
disz ein beweis, dasz der dem bildungselement eigenttimliche vocal 
u war; denn das allgemeine bildungselement -o -e -u i- kann nicht 
als solcher betrachtet werden. So bei sterto stertui, depso depsui, 
texo texui, plecto plexui, necto nexui (vgl. Ssk. ak§u fur naksu netz). 
Sicherlich kann messui von metere auf ein messuo zuruckgehn ausz 
met-tuo. Es ist unzweifelhaft, dasz die sog. supina mit disen formen 
zusammen hangen; der zusammenhang von messui mit messum ist 
evident Hieher batuo (<pev) futuo statuo metuo; das adjectiv status 
ist ganz gewis auf ein altes statuos zurtick zu ftiren, wie Consus auf 
Consuos. Man sehe, was wir tiber die adj. auf -uos bemerkt haben. 
Gegenuber emo temno premo haben fremo gemo tremo vemo (vomo) 
ui, tiber welche sich vorderhand nichts sagen laszt. 



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Formen wie occalluerunt, percrebruit, induruit (daneben auch 
duravit), evanuit, innotui, macrui, maturui, obmutui, obsurdui, recru- 
dui, eviluit, (aber vesperavit inveteravit) bediirfen weder einer erkla- 
rung, noch laszen sie eine zuriickfumng auf die urspriinglich diser 
form zu grunde ligenden bedingungen an sich selbst bewerkstelligen. 
Etwas anders steht es mit den im folgenden zu besprechenden. Die 
hauptmasse der falle mit ui-perf. bilden die zustandsverba der e-con- 
jugation. Selten steht ein verbum der 6-S-flexion gegenuber mit 
transitiver bedeutung; warend einem -alesco kein aleo sondern nur 
transitives alo (altn. ala, ol, alinn gebaren dagegen elna got. alan 
61 aiins wacbsen ak&st&ai — altno. groa — verharschen, dktialvew) 
gegenuber steht, findet sich gegenilber fervesco ferveo und fervo ohne 
onterschied intransitiv; Kymr. berwi trans. Tcochen' Bret, intrans. 
(trans, poaza). Gegenilber candesco candeo transitiv cando (incendo: 
k'pro = Xapnoiuu) gegenuber putesco puteo griech. nv&uv f faulen 
machen' (tepere erwarmen biQpew warmen, &£q<d (Hqoiuii d-£Qrjvai?). 
Es liesze sich dergleichen noch erwarten von ardesco acesco aresco 
calesco madesco marcesco rubesco tabesco tepesco stupesco viresco. 
Vgl. liqueo liquefacio warend liquor beweist, dasz dises urspriing- 
lich transitive bedeutung hatte. Aber wie wir in unserer abhandlung 
fiber den medialen imperat. des Got. auszgefurt haben, die verteilung 
der intransitiv-neutralen und der transitiven bedeutung hangt von 
dem auftreten charakteristischer, eine auszgedente anwendung gestat- 
tender formen ab, und je alter eine sprachfamilie ist, desto armer 
i»t sie an solchen. Hier villeicht mer als irgendwo bekundet die 
sprache eine auszerordentliche elasticitat und contractilitat , indem 
z. b. das auftauchen der causalform das wurzelverb zum neutrum, 
ein auftauchen einer speciellen neutralform dasselbe wider zum tran- 
sitiven machen kann. Da iibrigens im Latein die transitiven und 
neutralen bildungen mit -facio -fio einen groszen anklang gefunden 
haben, so ist es naturlich, dasz die function der simplicia der 3. con- 
jag, bedeutend geschmalert worden ist. In manchen fallen kann die 
transitive bedeutung des activs nur die folge der bedeutungsdifferen- 
aerung der activen und medialen form gewesen sein. Es ist nicht 
deakbar, dasz ein verbum simplex activum z. b. 'hoffen machen' be- 
deutet habe, wie wir disz bei eknsiv (ndvtag piv § skxei) finden. 
Aber es begreift sich, dasz neben ikno^uxi ein ikmo so verwandt 
werden konnte; lokna aber beweist, dasz disz ein secundarer vorgang 
war. Und so forqfu laxa\kai /h?<ra> Pyeofiai etc. Ein merkwtirdiges 
beispil offenbarer unsicherheit ist horn, iyqtj yopte, eine unmogliche 



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mediale form fur ein iywyoQsts hervorgebracht durch die neutral- 
mediale bedeutung 'haltet euch wach'; oder steht es als modification 
fur iyQTjyoQd-if Denn man vergleiche g>£Qts. 

Wenn wir von torrui (torsui) horrui (horsui) auf torsu horsu 
zuruckgehn, so treffen wir im Germ, thaureus und auf Samskrt 
harihi; auch candu kann man mit Samskrt. chandu (<jcandu) zusam- 
menstellen. Die form -eo -ere wie wir dieselbe in deceo vorausz zu 
setzen haben im gegensatz zu doceo moneo, welch letzteren der 10. 
conj. cl. des Saniskft entsprechen, haben wir in unserer merfach er- 
wahnten abhandlung uber den sogenannten medialen imperativ im 
Got. untersucht. Es ist eine bildung [ahnlich wie die auf -fti (praes. 
&ya-ti], welche bald in scharf begranzter bedeutungssphare, bald in- 
different auftrit, wahrend die auf -ki -aya erst in ihrer schwachung 
aya die grundlage der causalform werden ; was die sprache urspriing- 
lich mit der form -ai grabhai- gar&i- beabsichtigt hat, laszt sich nicht 
erkennen, da ihre hauptrolle als denominativverbalform erst eine 
secundare sein kann. • 

Neben der e-form komt merfach die einfache form der 3. conj. 
vor: (cio) cieo, cluo clueo, tuor tueor, rido rideo, strido strideo, tergo 
tergeo, frendo frendeo, fulgo fulgeo, fervo ferveo; von disen komt 
frendo-frendeo mit dem praet. frendi frendui hier in betracht; es ist 
kein zweifel, dasz die praet. der iibrigen inclus. frendi fervi als die 
praet. der form der 3. conj. zu betrachten sind. So werden wir auch 
die praet. von frigeo ardeo luceo haereo algeo turgeo urgeo maneo 
mulceo mulgeo indulgeo torqueo augeo lugeo beurteilen. Mit einem 
worte die e-conj. hat abgesehn von den wenigen fallen auf evi keine 
selbstandige den conjugationscharakter bewarende perfectform, so wenig 
als die X. conj. des Sanskrit, warend allerdings Lit. Altpreuss. und 
Slav, partic. pf. besitzen, die sich jedoch als jung erweisen (Lit ejens 
Slav, evti), was auch von dem Slav, v gilt. Darausz ergibt sich, dasz 
was immer die bedeutung des e-lements gewesen sein mag, dieselbe 
im einfachen verbum, so weit nicht der unterschied des tempus in 
frage komt, gleichfalls eventuell musz enthalten gewesen sein. Da 
man aber annemen miiszte, dasz von sammtlichen verbis auf -o -eo 
participia perf. act. gebildet worden waren, wenn die form dem Ita- 
lischen uberhaupt verbliben ware, so ware die verhaltnismas- 
zig geringe zal diser perfecta befremdlich, da fttr die 
bildung derselben eine so auszgedente grundlage vorhanden 
war; noch komt dabei in betracht, dasz wir einer groszen anzal 
der wirklich vorhandenen -ui-perfecta kein hohes alter, 



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97 

(relativ gesagt) keine echtheit zuerkennen konnen, und dieselben 
nar als im wege der analogie entstanden betrachten muszen. 
Der schlusz, zu welchem wir gelangt sind laszt sich folgender- 
maszen resumieren : 

1. die perf. auf -ui und die auf -vi (avi etc.) laszen keine ge- 
meinsame erklarung zu; 

2. fur die erklarung der perf. auf -ui musz der Mommsensche 
standpunkt festgehalten, d. h. so weit nicht eine posteriore auszde- 
nung der form nach analogie und zur bequemlichkeit vorligt, musz 
das u als stammhaft, und als f el end im praes. angesehn werden; 

3. fftr die perf. avi Ivi ware der Mommsensche standpunkt 
gleichfalls zulaszig, wenn die vorauszsetzung auf welcher derselbe 
beruht, als gerechtfertigt sich erweisen liesze; so lange disz nicht 
der fall ist, bleibt die Bopp'sche unzweifelhaft zu recht bestehnd. 

Es ist merkwiirdig, dasz Curtius gar nicht der perfecta auf ui 
gedenkt, bei denen die wurzelhaftigkeit des u keinem zweifel ausz- 
gesetzt ist. Das u von langui acui argui delibui futui metui statui 
(vgl. messui messum) [minui] findet sich auch im praesens. Warum 
hat linquo liqui (vinco vlci) gr. Xelnm aber coquo coxi (*«*-), lictus 
coctus neben locutus (lap.) secutus (in)? Auch volvo solvo (das mit 
Ivhv nichts zu tun hat) gehort hieher. Ein sectus statt secutus hat 
es villeicht gegeben, kam aber wegen der homophonie mit sectus von 
secare ausz dem gebrauche. Es ist nun war, dasz nach dem conso- 
nanten g u auch schwindet, in ninguit unguit tinguit linguit (nicht 
wie es scheint in stinguit); urguet; aber es konnte auch das g fallen, 
so in fivere connivere vivere vixi aber connivi und connixi ninguit 
ningit niuit, ninxit. Wir finden also auch •falle, wo umgekert das 
praesens u hat, das perfect aber nicht; iiberall mit auszname von 
liqni conivi trit dann das s-perfectum ein. Zu liqui conivi kann man 
aber auch volvi solvi (solutus volutus) ziehn. 

Wir konnen uns jedoch nicht versagen auf das s-perfectum ein- 
zngehn. Die sans-fa^on identificierung desselben mit dem s-aorist 
idi^a mit dixi ist nur ein neuer ganz iiberfliisziger beweis des her- 
schenden gedankenlosen formalismus. 

Im ganzen spricht ein gewisser auszerlicher schein mer dafiir 
als die urheber selber ahnen. Obwol wir namlich langst darauf hin- 
gewiesen haben, dasz die stamme keine schattenhaften abstractionen 
waren, sondern in lebendigem gebrauche existierten, so ist in disem 
punkt gefliszentlich noch immer der alte irrtum in ehren gehalten, 
znweilen nur durch neue zutaten auszgeschmiickt. So hat man ent- 

Tf.:PUo»ofie, d^jepla a filologle. 7 



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98 

deckt, dasz das a des s-aorists im Griech. eigentlich gar nichts ist; 
der aorist wurde durch hinzufugung eines s gebildet xqbtio- das war 
der leibhaftige stamm, wozu ein solches unding niitze gewesen ware, 
ist allerdings nicht zu begreifen. Nun fugte man fur die 1. si. act, 
ind. das beriimte vocalische f* an xqstks^ und das dauerte, bisz das 

e e 

[i in a iibergieng, worauf man xQe^ag etc. bildete. Wie die resp. 
formen der iibrigen personen lauteten, solange das p florierte, und 
wie so diser urzustand gar keine reste hinterlaszen hat, das sind 
fragen, die einem modernen sprachforscher nicht einfallen. Diese 
erklarung, die als hochst scharfsinnig gepriesen wurde. und sovil 
wir wiszen zimlich allgemeiner billigung sich erfreut, ist aber geradezu 
plump, und ignoriert die erscheinungen auf dem gebiete der tatsa- 
chen Ydllig. Namlich es ist eine allgemeine bemerkung, dasz die 
1. si. iiberall, wo sie eigene formen besitzen, offenbar sich am spa- 
testen consolidiert haben. Denn gerade in den ersten personen si. 
herschen die groszten verschiedenheiten, die sich nicht durch irgend 
welche hypothesen beseitigen laszen. In unsern paradigmen steht 
allerdings die subjectsperson des sprechenden an erster stelle, und 
auf disen umstand auszschliiszlich griindete sich die oben geschilderte 
erklarung des aorist -a. 

Es hat aber einen stamm xqsiI> nie gegeben, und einen stamm 
TQexpcc erst von einem gewissen punkte der entwicklung an. Der 
stamm rgerpa komt merkwiirdiger weise in nach-griechischer zeit im 
serbischen zur anwendung von natdsvocu djioXe^ai etc. wurde ent- 
lehnt pedepsati polipsati und von disen zuriick gebildet die a-feminina 
pedepsa polipsa. 

Der s-aorist weist un Griech. formen mit aa und solche mit go 
6s auf; vom historischen standpunkte ist es nun klar, dasz wir nach 
denjenigen allgemeinen formen suchen muszen, welche den finiten am 
nachsten stehn; solche sind der eine zum teil imperativ gewordene 
infin. tQiipca und der ganzlich zum imperativ gewordene andere 
zgiilfov] denn villeicht werden disz doch einige leute zugeben, dasz 
in rgetpov kein tvam steckt, und dasz dasselbe eben nichts anderes 
sein kann als ein infinitiv. 

Die auszgangspunkte der Griech. er-aoristformen waren also die 
formen xqi^ai xQityov. Wie nun im einzelnen der process vor sich 
gegangen ist, das laszt sich nicht mer dartun; aber im allgemeinen 
wird man wol zugeben, dasz die abschw&chung von tQ^ai zu xQe^a 
ein hochst nattirlicher process war. Noch das Thess. weist in der 
3. plur. lxa£aw auf (vgl. dvefreixaiv itiovxaev; dasz as nicht zu at 



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99 

wird, ist sicher, dasz at im Aeol. zu ae wird, zeigen Boeot. inschrif- 
tea, u. vgl. auch Thess. xcctQovsav st. xccrgmlav. Aber die sonst 
allgemeine verwendung von formen mit -*- im optativ muszte fur 
den indicativ die schw&chung herbeiffiren. Dieselbe war eine reduc- 
tion auf das allgemeine schon vorher geltend gewordene formniveau, 
wenn auch ausz rein praktischer willkur. 

Dasz die 1. si. med. haj-at (so dita rjvsixa [dxosQGai]) lautete, 
kann als gewis betrachtet werden, schon deshalb, weil iza£d(ir}v un- 
zweifelhaft eine altere auszdrucksweise (wir sagen absichtlich nicht 
'form', weil in diser bezeichnung schon eine beschrankung differen- 
zierung vorauszgesetzt ware, welche in jener altesten griechischen 
sprachperiode nicht existiert haben kann) verdrangt hat; auszerdem 
weist Ath. V. wenigstens ein sak§e auf welches zu [*-]ra£<M genau 
stimmt. Es ist ser warscheinlich , dasz durch das auftreten von 
ha^a^v halm auf das activ beschrankt wurde. Von einem p einem 
sonantischem m kann also fuglich hier nicht die rede sein. 

Die active 1. si. bildete man, indem man ha%*i zu &a£a ab- 
schwachte, man vgl. bodheyam und bodheya so wie duhtya, welches 
auf ein duhiyam act. (duhiyat duhiyan sind vorhanden) schlieszen 
laszt. Im Samskrt bildete man die 1. opt. med. si. ausz der 1. si. 
act. einfach durch abwerfen des m, und noch im Ait. br. finden sich 
beispile von -eyam bei medialen verbis. 

Dasz ra^ai einem xctf-ov gegeniiber als infinitiv ursprunglich 
mediate bedeutung hatte, geht ausz der verwendung desselben als 
medialer imperativ unwidersprechlicli hervor, und die oflfenbare incon- 
sequenz, dasz dieselbe form als imperativ mediate als infinitiv active 
verwendung erfaren hat, erklart sich hochst befriedigend ausz dem 
umstande, dasz die infinitive im Griech. nicht nur nach activ- und 
medial-bedeutung gesondert, sondern in letzterer auch mit einem 
gleichmaszigen suffixe versehn worden sind; als man den infin. med. 
idfae&ai bildete, wurde xa^ai auf den imperat. in der ursprunglich 
medialen bedeutung beschrankt, als infinitiv (stimmend im auszlaut 
zu vat \uvai) wurde demselben die active sphare zugewiesen, und 
*«{ov, dessen form zu singular war, dem imperat. act. zugewiesen, 
ftf welchen es in der tat keine andere auszdrucksform gab. So er- 
klart es sich, dasz tafa (=ra|a<ro) nicht impert. med. 2. si. wurde, 
sondern auf den indicativ beschrankt blib. 

Wir wiszen ausz Homer, dasz die -<*o -<*« formen in alter zeit 
zalreicher waren; wir finden sie aber nur mer dort in conjunctiv- 
artiger verwendung. Im Thess. scheint disz anders gewesen zu sein. 

7* 



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100 

Dort zeigen sich neben den oben bemerkten noch die forraen iveya- 
VUS606V ivoixodopeieow wo das € zu beurteilen wie in att. ion. 
Uyouv, oder wie das av anderer dialecte, welches ganz offenbar 
alter ist. Wie die iibrigen formen gelautet haben mogen, ist nicht 
zu erraten ; wenn es o- *-formen parallel denen auf a gab, so begriffe 
sich 3. plur. -tosv als differenzierung gegeniiber -<sov 1. si. Rgv. X. 
86, 5. findet sich bhuvam inf. als 3. imper. mk sugam duskrte bhuvam. 

Es verhalt sich mit dem a von yiyova nicht anders als mit 
dem von &%a stef-a. Von einem ip kann auch hier nicht die rede 
sein. Aber wSrend das Griech. yiyova auf ein yiyovai [urspr. fur 
1. (2.) 3.] zuriickzufiiren ist, (wir haben in der tat neben iyorjyog- 
fraei iyorjyoo&cu, das eben so wenig als mediale form gelten darf 
wie horn. a^pOm), musz fiir Ssk. Zend-a nach einer andern erklarung 
gesucht werden. Dise bietet Lit. -au des reduplicationslosen prae- 
teritums prantu pratau (part. prf. pratens) ritu ritau (ritens), die 
auf pratam rit&m d. i. auf alte infinitive, wie sie im Ssk. u. Eran. 
nicht nur zum perfectum periphrasticum verwendet wurden sondern 
auch sonst imperativisch oder indicativisch vidam duham <jayam ciki- 
tam; dasz am sich leicht zu &m verkurzt, ist bekannt, so die ital. 
infinitive acum acorn etc. Dasz dieselben von formen wie dadau 
nicht verschieden sind, ist gewis. Wir finden auch bhuvam als 3. si. 
im Bigveda. Also Ssk. 1. 3. jajana jajanam jajanfcm (daneben auch 
janam), formen, die mindestens nach-Italisch sind. Denn noch kennt 
das Italische kein cecinam cecinom cecinum, das doch wol moglich 
ware. — 

Es versteht sich nun von selbst, dasz dixi nicht einem iduga 
sondern einem dst^cci gegentiber gestellt werden musz. Ob mit recht 
ist jedoch ser zu bezweifeln. Schon die respectiven gebrauchsgebiete 
raten hievon ab. Nicht als ob der beweis essentieller vei*schiedenheit 
der beiden elemente sich in conclusiver weise furen liesze, es ist im 
gegenteile ganz moglich, dasz in ihren aitesten urquell der unter- 
schied beider formen schwinden wiirde, wenn wir dieselben tatsachlich 
so weit zurttck verfolgen konnten; aber die forschung musz sovil 
wie moglich stufenweise zurflckgefart werden, und kann ohne ihren 
wert gfinzlich zu verlieren die zwischenstadien nicht ignoriren. 

Es war (und er existirt noch immer) einer von den miszbr&u- 
chen in der grammatischen forschung, gegen die wir uns zuerst ge- 
wandt haben, dasz man um iiber den wert eines suffixes ins reine 
zu komen, dasselbe in abstracto abgetrennt ausz seiner concreten 
verbindung mit dem stamme betrachtete und beurteilte. Man trennte 



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101 

fund trennt noch) dadhiSe in dadhi und se; und se gait flir den 
tox i$o%r\v exponenten der 2. si. medii. Im gegensatze hiezu er- 
klarten wir, dasz die formen zunachst als ganzes untersucht und 
beurteilt werden mtiszen, und dasz man von denselben erst etwas 
wisze, wenn man dieselben in anderer als der regelmaszigen, con- 
?entionell gewordenen gebrauchsweise gefunden habe; dasz also die 
grammatischen und auch die andern suffixe ihre bedeutung erst an 
der fertigen form erhalten haben, v und nicht schon im besitze der- 
selben an den stamm getreten sind. Dise grundsatze, die vollig un- 
widerleglich richtig sind, und erst eine wiszenschaftliche geschichte 
der sprache ermoglichen (die sich sonst nur in lappischen tautologien 
bewegt), miiszen auch auf das paradigma des perfects angewandt 
werden. In einer fruhern abhandlung haben wir nachgewiesen, dasz 
es eine zeit gab, in welcher -ai (6), die alte mediale endung ohne 
unterschied der person auch im perfect angewandt wurde, da die 

2. si. pert im Althochd. auf eiu -ai zunick geht, und flir die 1. u. 

3. si. reiche belege existiren. Wir wiszen auch, dasz -se im praes. 
des Veda flir die 1. od. die 3. (seltener letzteres) steht; es ist also 
ebenso wenig essentiell suffix der 1. als der 3. als der. 2. person, 
und ist nur in disem letzteren sinne zu allgemeiner anwendung ge- 
kommen, so wie wir von -6 genau dasselbe beweisen konnen. 

Wenn wir also dadhiSe als 1. und als 3. si. jajniSe als 3. si. 
ohise als 1. si. etc. finden, so hort die berechtigung auf, hier dadhi 
als stamm, und se als suffix personale ad hoc zu betrachten, weil ja 
von demselben das nicht geleistet wird, was die theorie supponiert; 
die theorie wird im stich gelaszen. Schon das vorkomen von dadhise 
perf. 2. ohne ein entsprechendes dadhite als 3. beweiszt, dasz zwi- 
schen beiden formen keine wesentliche solidaritat besteht. Vgl. auch 
Got -da -dfts-da -ta -tos-ta. Wir sind daher umgekert durchausz 
nicht verpflichtet, wenn wir ein -se (das im Lat. ja si werden musz) 
ganz evident als nicht-personal-suffix finden, dises -si als verschieden 
zu betrachten von einem -se, von dem wir wiszen, dasz seine function 
als personalsuffix der 2. si. medii resultat eines in seinem abschlusze 
noch nachweisbaren entwicklungsprocesses ist. Mit andern worten 
dasselbe element, welches auf einem gebiete (z. b. Samskrit Avesta) 
zum personalsuffix geworden ist, kann auf einem andern gebiete 
(z. b. dem altera der Italischen sprachen) disen specialisierungspro- 
cess moglicher weise nicht einmal begonnen haben. Warend 
also im Sanskrit die formen dadhe dadhiSe von ursprunglich unbe- 
stimmter gebrauchssphare ubergiengen in eine combination 1. dadhe 



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102 

2. dadhiSe 3. dadhe, war es anders im Latein wo peperci und par[c] 
si legi und lexsi clepi u. clepsi emi u. empsi auch neben einander 
bestanden, aber mit der zeit als selbstandige perfectstamme auftraten. 
Die methode verlangt, dasz wir bei der erklarung des perfects bei 
dem perfect bleiben, dasz wir das wesentliche, die form, gegenuber 
dem unwesentlichen, der im lauf der zeit eingetretenen beschrankung 
der bedeutungssphare entscheiden laszen. Und zwar nicht nur nach 
der richtung des perfects und seines personaJsuffixes, sondern auch 
nach der des aoristes. Denn die reducierung des perfect -s auf das 
aorist -s geschahe nur unter dem einflusze der anschauung, dasz 
dises s etwas mit der bedeutung der vergangenheit zu tun habe. 
Wir sehen aber ein s im Samskrit perf., welches mit der perfect- 
bedeutung so wenig zu schaffen haben kann wie mit der der person. 
Folglich sind wir auch im Latein nicht verpflichtet, im perfect -s ein 
disem tempus wesentliches element zu erkennen; die reduplication 
ist aufgegeben worden, wie disz bei den perfectis auf -ui der fall ist 

Dises raisonnement wird verstarkt durch das vorkomen eines 
perfects im Germanischen, dessen r gleichfalls auf s zuruck geht 
Eben so kennt auch das Altirische ein reduplicirtes perfect mit s. 

Was nun die 2. si. istl (eistl interieisti vgl. fuueit) betrift, hat 
Schleicher fiir z. b. dedi dedisti einen stamm dedi und einen dedis 
angenommen, welche erklarung nach Curtius's urteil, f den vorzug des 
strengen denkens fiir sich haben' soil ; wir finden vilmer, dasz Schlei- 
cher sich das denken ganz erspart, und nur statt einmal zweimal 
'stamm' gesagt hat. Auch wird Curtius mit Schleicher's f strengem 
denken' ser schnell fertig. Er wendet nur ein f es fragt sich aber, 
wie laszt sich dise doppelheit (sic) erklaren?' Nun haben wir oben 
gezeigt, das Curtius wol das s zur notdurft (d. i. wenn man ihm 
alles zugibt, was er braucht) erklart, das tl aber durchausz nicht, 
und dasz ihm bei den andern als den ui- perfectis auch das s uner- 
klart und ungerechtfertigt bleibt. 

Dasz nun die 3. si. ursprtinglich der 1. si. gleich war, ist un- 
zweifelhaft (vgl. fuueit); ausz interieisti geht auch fur das Latein 
hervor, dasz die lange urspriinglich mediale form fur die 2. si. ge- 
golten hat Warum hat man dann ein -tl noch angesetzt? Dasz disz 
I auch fur die 2. si. gait, haben wir in unserer abhandlung uber die 
2. si. pf. im Germanischen erwiesen: salzan sialz 1. 3. sialzi 2. sallo 
salll (fur saldi sasaldl, sal ftir salde wie lac fiir lacte) skeidan 2. pf. 
skiadl = skiadiai sciscidr; izzan &zzi edi; sugan seac suge (sugi) 
sugsi. Die form fuueit setzt aber eine form fuueis vorausz, da er- 



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103 

stere gewis spater als die der 2. si. gebildet worden, und das Latein 
mit seiner differenzierung der 3. si. allein steht. 

Wenn wir die endung -isti betrachten, so erregt sie in merfa- 
cher beziehung unsere verwunderung. Nemen wir -ti fiir sich, so 
stimmt disz allerdings zu der medialen form der 1. si. I, und (alt 
-eit -et) zu der 3. si., wie dieselbe unzweifelhaft lautete, bevor sie 
durch das hinzugefugte t differenziert worden war. Aber ein ti (tei 
rat tfe t&i) in einer andern verwendung als fiir 3. si. erwarten wir 
nicht, da selbst im Veda -tfi bereits vollkomen auf diese beschr&nkt 
ist Auch blibe die vorletzte silbe -is- schwer erklarlich. Mit einem 
worte, wir begreifen nicht, wie dise auszerhalb aller analogie stehnde 
form dise anwendung gefunden haben kann. Eine briicke bietet die 
form, die Corssen anfiirt, interieisti; konnen wir namlich auch nicht 
das ti erklaren, so ist uns doch interieis- gegeniiber interiei und in- 
terieit verstandlich, und es ist nicht zu bezweifeln, dasz der singular 
ursprunglich flectiert wurde: [fuuei fuuei fuuei] fuuei fuueis fuuei; 
die dritte und erste werden wol am l&ngsten gleich belaszen worden 
sein; endlich: fuuei fuueis fuueit (Got. 1. -da 2. -dfis 3. -da sonst 
-dos -tos). 

Wenden wir uns einstweilen einer andern seite der frage zu. 
Die frage, wie die 2. plur. act. und medii gelautet haben in der ur- 
periode ist nur vom Samskrt ausz zu betrachten. Denn das Grie- 
chische hat seinem perfect die gewohnlichen praesenssuffixe verlihen, 
und mit auszname der 3. si. hat das Germ, dasselbe getan. Ausz 
dem schwanken aber und den abweichungen des Latein des Germa- 
nischen (2. si. t-s-i), des Zend und des Samskrt ersehn wir, dasz 
dises tempus seine flexion in einem vollig ungeregelten zustande in 
die sonderexistenz der einzelnen sprachen mitbrachte. 

Dasz das dhve der 2. plur. medii (im ?gv. nur dadhidhve vor- 
handen, das jedoch wol praes., im Av. nichts) in vor-Indoeranischer 
(in nach-Slavolettischer) zeit erst angewendet worden ist, ist voll- 
kommen sicher, so wie dasz das Griech. ofts damit nichts kann zu 
tun haben. Im activ haben wir im plur. gerade eine vollig unbe- 
stimmte form yayd dadf^d (im dual als 2. u. 3. yayd-thus yayd-tus; 
seda VII. 59, 7. Rgv. noch als 3. plur. villeicht alter sogar alg die 
betr. formen des Avesta, offenbar hatte das Samskft keine speciel- 
lere form) ; einmal komt im med. die 2. pi. dadrgadhve (eine evidente 
infinitivform) vor; fiir die dritte vgl. noch dadrire avest. &onhare, 
dare, dederunt dedere, aber auch Vaj. Samh. bh&ri d. i. bhft-ri gegen- 
bh4ti Rgv. I. 154, 6. u. unsere bem.) also nur durch negative mo- 



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104 

uiente wirkende form; es konnen also die formen der 2. plur. des 
Deutschen uud des Lateinischen nur in der periode der sonderexi- 
stenz beider sprachen entstanden sein. 

Wir meinen nun, dasz in der form der 2. plur. des Latein zwei 
etappen zu unterscheiden sind; -istis charakterisiert beides perfect, 
und zweite pluralis. Wir glauben nun, dasz anfangs letzteres nicht 
in diser weise der fall war. Es ist disz eine form, wie sie nicht 
mit einem schlage zu stande komt, wir glauben viliner, dasz man 
(ahnlich wie bei 2. plur. medii mini) anfangs sich mit isti begniigte: 
fuuei fuueis fuueit fuimus fuisti fuere. Allmahlich aber gewann die 
analogie zu den iibrigen 2 plur. das iibergewicht, und es entstand 
neben fuisti ein fuistis. Da nun die grammatische form in fuistis 
nach beiden seiten (wenigstens scheinbar) charakterisiert war, so 
fieng man an dasselbe fur die 2. si. zu verlangen, und da fuisti 
gegendber fuistis nunmer in der tat die farbung der pluralitat ver- 
loren hatte, des scheines der pluralitat entkleidet war, so ist es nicht 
zu wundern, dasz man dasselbe dem singular zugeteilt hat. Und da 
fuuisti gewis lange neben einem fuueis im gebrauche einhergieng, so 
erklart es sich, wenn die lange des ei in letzterm wenigstens in 
einem gewissen masze die quantitat des vorletzten i in isti beein- 
fluszte; denn dasz formen wie interieisti die regel gewesen waren, 
laszt sich nicht erweisen und ist unwarscheinlich. Das vorkomen 
derselben ist aber mit ein beweis, dasz es ein interieis gegeben hat 
Ohne ein solches vorbild, hatte man sich gewis mit dem langen 
schlusz-I als aequivalent fur das lange ei le in 1. u. 3. ps. begnugt 

Es ist auch ser warscheinlich, dasz der sing, mit sein«m langen 
e I die form der 3. plur. beeinfluszt hat ; doch wird wol urspriinglich 
der unterschied von activ und medium durch dedSre (Av. dare) und 
dedere dedtfrunt dederunt bezeichnet worden sein, da an eine will- 
kurliche sei es langung sei es kiirzung zu denken sich nicht em- 
pfiehlt; ded£ in dedSre ware Sanskrt dadi oder dada; dede-re dede- 
runt dagegen erinnern an cikethe perf. im Rgv. fur cikyethe, wo 
man ciky&the erwartet (vgl. mrjetham Ath. V.); alt cikyai-the hat 
sich eben in cyky&the und in cikyethe gespalten. Vgl. vavjdhete 
Ath. V. 5, 1, 5. gegen vavfdh&te Pgv., pasprdhate apasprdhetam 
(plsqpf.); mjjetham; Zend, ftonh&re activ, und aonMire medium. 

Das alteste element der 3. das wir nachweisen konnen (daher 
auch das ratselhafteste) war also -ri, das wir in fuerfi dederg haben; 
in der Eranisch-Indischen periode ward dasselbe nach analogie (wie 
ant£ ausz anti) fiir das medium in rfe verstarkt, und entweder in 



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105 

letzterer form allein duduhre oder combiniert mit ri angewandt du- 
duhrire; vill. ninyire fiir ninirire. Avesta hat -rfi an die 2. plur. 
angefugt, deren mangel wir ausz bawrarS c&khnarg ftoAharg etc. leicht 
ersetzen konnen; sie lautete ganz evident bawra c&khna ftonha, da 
wir offenbar die dualform Ata-re demselben processe verdanken. Daraus 
geht hervor das got. 2. plur. und du. ebenso wie Avest. sonderent- 
wicklungen sind, obwol Sanskrt 2. 3. du. dadjQathas dadr?atas gelautet 
haben muszen, ehe -us fiir die 3. plur. eintrat. Denn zwischen den 
zusammenstimmenden formen des Samskrt und Germ, steht Avesta 
mit den suffixen der historischen zeiten. Formen wie babhra konnten 
also bisz in die zeit der selbstandigen sprachen als 2. 3. du. plur. 
gebraucht werden (vgl. oben seda 3. pi.). 

Avestisch hat im medium ubereinztimmend fiir [2.] 3. du. und 
3. plur. -a als stamm angewandt (vavnarg donhare) maman&ite &on- 
h£ir£; aus den oben angefiirten formen geht hervor, dasz hier wie 
im praes. st. der nicht-a-conj. e-& spaltungen von fti (vgl. indicat. 
krnv&ite yataite — uiyavaitfe? — dag. uhyathe wo man uhyethe er- 
wartet) sind. Allerdings auch activ Avestisch vaoc&tare. 

Das Samskrt hat dagegen, wie -rfe, so auch -ri an eine einfache 
form -i angefugt (dhi-Se) dhi-re (arhire), was man mit A v. dare nicht 
n bezug auf den stamm identificieren darf. Ausz -ri entstand -ran 
= ri -f- an fiir eine art plusqpf. ajagmiran acakriran, asasrgram asrgram 
aduhrao abudhran -ram -ratam -ram -ranta -rate (lat. ront). Die ent- 
sprechenden formen des Avesta sind wol verloren gegangen, denn sie 
waren unzweifelhaft die alteren. Fiir Sanskrt waren aber formen wie 
dadnja dadfcri dadrcari zu vil und doch zu ungenugend, und so ge- 
wann die abgeschliffene participialform von -iv&ns: -ius -us schliisz- 
lich die function als 3. plur. nachdem sie offenbar urspriinglich prae- 
dicatsform iiberhaupt gewesen. 

Aber was ist fuisti ? Wir haben es in seine nachst altere bedeu- 
tungssphare zuiiickverfolgt, wh* haben gesehen, dasz die form fuueisti, 
selbst wenn dieselbe zu allgemeiner geltung gelangt ware, nicht die 
urspriingliche kann gewesen sein, wir wiszen auch, dasz die verwen- 
dung als 2. plur. nicht die urspriingliche kann gewesen sein. Die 
absolute vereinsamung der form ergibt sich auch ausz dem oben be- 
merkten; Griech. German, vervollstandigen die flexion der 2. plur. 
pi durch die gewonliche form der 2. plur. warend Samskft eine alte 
infinitivische form verwendet, welche Rgv. VII. 59, 7. noch als 3. plur. 
rorkomt; es bleibt also nur die identificierung von didicisti mit Isla- 
fae&ai vavfdhadhyfti tibrig. Obwol man nun behaupten kann: didi- 



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106 

cisse sei zusammengesetzt ausz didici-esse ('ein sein, das in einera 
erfaren haben besteht') ja sogar didicistis zerlegen konnte in didici 
estis, f ihr seid ein erfaren haben,' so ist es doch evident, dasz wir 
uns durch letztere erklarung das verstandnis des daniit unzweifelhaft 
zusammen hangenden didicisti versperren, da man von disem wol zu 
jenem, nicht aber von jenem zu disem gelangen kann. 

Die sicheren zusammensetzungen mit formen von esse beziehen 
sich durchweg auf offenbar secundares didiceram didicissem didicero 
didicerim, und laszen eine andere erklarung nicht zu. Disz laszt 
sich jedoch nicht von didicisse behaupten ; wie esse (fo-re fose) laszt 
sich dises trennen in didicis-se, wovon didicis ser gut als identisch 
mit dem didicis von didicisti betrachtet werden kann. Wolgemerkt 
kann man hier nicht von einem doppelten perfectstamme im sinne 
Schleichers sprechen, weil die form als fertiges ganzes dem para- 
digma des perfects einverleibt worden ist, und der schwerpunkt offen- 
bar in der ursprttnglich wol iiberall vorhanden gewesenen redupli- 
cation lag. 

Wie wir zu dixi delfai stellen, so setzt stl-atH foccai ein (dixl 
genau entsprechendes) sl^ai hsai vorausz und beide konnen mit lat. 
-gront nichts zu tun haben, sowie -o&oi -occvu nicht 3. plur. von 
dvai sein kann, sondern analogieform zu de doavrt. 

Das element -ri ist es nun auch, welches im Italokeltischen 
in der medio -passiv-bildung auftrit. Dises -r der letzgenannten 
sprachgruppen kann ebenso wie das perfect -ri -r6 durchausz 
nicht auf ein -s zuriickgefurt werden; dagegen spricht schon das 
Oskische, aber noch vil entscheidender das keltische, wo an einen 
ubergang von s in r absolut nicht gedacht werden kann. Denn diser 
ist uberhaupt erst auf den gebieten der selbstandigen entwicklung 
der einzelsprachen aufgetreten. Da nun dises -r -ri ausz dem pro- 
nominalvorrate nicht erklart werden kann, so musz es gerade wie 
-dhi -Ih eine selbstandige verbalwurzel oder vilmer die uns bekannte 
selbstandige verbalwurzel sein. Ein r, das im Lat. Kelt. Ir. Ind. 
vorkomt, musz urspriinglich sein. 

Ein gelerter hat vor nicht langer zeit die form der 2. si. di- 
cere als die aitere und als identisch mit dem infinitive dicere er- 
klart, offenbar in nachamung unserer erklarung von dicimini, natiir- 
lich ohne von derselben erwahnung zu tun. Unsere eiklarung von 
dicimini (progredimino 2. si. Poen. V. 5, 2.) wird verworfen, weil 
die auffaszung von dicimini als particip trivial ist, und alles triviale 
sich der besondern gunst unserer gegner erireut. Aber duo cum 



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107 



faciunt idem, non est idem ; und wir wollen die sache genauer unter- 
suchen. Wenn wir die formen dicor, dicere, diceris (dicerus), dicitur 
etc betrachten, so ist eines unstreitig war : dasz diceris secundar mit 
dem charakteristicum der 2. si. versehn worden ist. Denn undenkbar 
ware es, dasz man urspriingliches diceris in diser weise behandelt 
hatte. Auch komt hier die imperativische verwendung von ferfi etc. 
in hervorragender weise in betracht. War urn, musz man fragen, 
wird gerade im Latein die passive form des infinitivs 
-I-ari Iri eri nie als passiver imperativ verwendet? Ja 
-mini ist als 2. pi. imperat. mit ein beweis der richtigkeit unseres 
einwandes; denn, warum hat man inf. auf I ftri etc. nicht ebenso 
verwandt? Dagegen ist die behauptung, dasz das r in dicere (2. si.) 
von dem mediop. r verschieden sei, durchausz unerweislich, und die 
erhaltung eines zu S gewordenen auszlautenden I ganz unzweifelhaft 
moglich, Andererseits ruht gerade auf dicor dicitur etc. der verdacht 
der unorganicitat, da hier das r an fertige formen gefugt erscheint. 
Es ist also gerade umgekert vorauszzusetzen, dasz dicere eben die 
form ist, welche die grundlage des mediopassivs gebildet hat, und 
die entwicklung folgende war: 



1. deicom fami 


dei- 


deico f&m (inquam) 


dei- 


deico fo 




i deicesi fasi 


ceri 


deicisi fasi 


ceri 


deicisi fasi 


deiceri 


3. deiceti fati 


farl 


deiciti fati 


far! 


deiciti fati 


farl 


etc. 




etc. 




etc. 





deico fo 



deicori fori deicore fore deicor for 

deicisPl ftsn /deiceri ** ri JdeicerS fare 

^ L •* |(deicis[i]ri fas[i]ri ?) *) jdeiceris f&ris [deicerus] 

kicitp] ftt[i] deicit[i]ri fat[i]ri deicit[i]re fat[i]re deicitur fatur 

Das bM-ri (gegen bhati des Rgv.) der Vaj-S. ist also formell 
identisch mit lat. farg, und -ri ebenso eine wurzel wie -#i in <pa&i 
^* etc. was namentlich auch der imperativ farg unmit- 
telbarnahelegt. Da aber -re -ri (-rie) des infinitivs gewis ausz 
s-formen entstanden sind, so sind dicere inf. und dicere 2. si. med. 
vollig verschiedene formen, was ubrigens schon durch das verhaltnis 
von dicere inf. act. und dicie-r inf. pass, unzweifelhaft ist. 

Man sieht in wie unkritischer weise bei der erklarung von for- 
men verfaren wird, indem regelmaszig f der baustein von den bauleuten 

*) Eigentlich unzulaszig, weil der Ubergang des 8 in r (deiceriri deiceri) nicht 
in eine entsprechende firtihe zeit angesetzt werden kann. 



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108 

verworfen wird, der als der eckstein zu dem gebaude gehort e . Weist 
doch schon die ganze form des Italo-Keltischen medio-passivs darauf 
hin, dasz dieselbe in der merzal der falle ein product der analogisi- 
renden sprachtatigkeit ist ; der auszgangspunkt ist daher mit notwen- 
digkeit in der form zu suchen, welche durch keine angleichung ent- 
standen sein kann. Den unverkennbaren stempel der urspriinglichkeit 
und selbstandigkeit tragen aber formen'wie fare und weiter dicere. 
Erklart man dise als infinitive auf -re, so hat man weiterhin nur die 
ausz der wirkung der analogie zu erklarenden formen, ohne auch 
nur im entferntesten angeben zu konnen, welcher andern form 
dieselben analog gemacht worden waren. Man sagt also 
den ast ab, auf welchen man sich gesetzt hat. 

Die vorstehnde entwicklung wird manchem, der an die inhalts- 
leeren aber an das denken ein minimum von anforderung stellenden 
auszfiirungen der modernen sprachwiszenschaft gewohnt ist, umstand- 
lich erscheinen. Aber verwicklungen ignorieren und sie zu losen 
bestrebt sein sind zwei ganzlich verschiedene dinge. Zu richtigen 
oder zu solchen vorlaufigen resultaten, welche auf dem wege zu den 
richtigen ligen, kann nur der gelangen, welcher in dem liechte der 
hochsten allgemeinsten als unzweifelhaft richtig anerkannten grund- 
satze die forschung bisz in das letzte detail fortzufuren versteht, der 
all die irrliechter, die nur zu zalreich rechts und links von der rich- 
tigen ban auftauchen, und ihm den kiirzesten weg — in den sumpf 
— weisen, unbeachtet laszt. Der weg zur warheit ist nur das fort- 
warende auszbeugen vor der allseitig sich andrangenden tauschung. 



9. 

Die rumanischen Gesetze und ihr Nexus mit dem 
byzantinischen und slavischen Recht. 

Vorgetragen von Prof. Dr. J. L. Pi6 am 8. November 1886. 

I. 

Im Sommer des laufenden Jahres erschien in Bucarest von Ni- 
colaus Blaremberg ein dickes Buch unter dem Titel: Essai compart 
sur les institutions, les lois et les moeurs de la Boumanie depuis les 
temps les plus recutes jusqu'a nos jours, Bucarest 1886, p. 808, 8°. 



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109 

Wenn es nun der Verfasser unternimmt unter demselben Titel eine 
wenn auch kurzgefasste Abhandlung zu schreiben, so ist es schon ein 
Zeugniss, dass er von der Arbeit des Herrn Blaremberg wenig erbaut 
gewesen: das durch seine Voluminositat sowie den hohen Preis im- 
ponirende Buch des H. Blaremberg ist eigentlich eine Ablagerung 
oder Sammelplatz verschiedener, zumeist in franzosischem Auszug re- 
producirter und dem XIX Jahrhunderte augehoriger Gesetzbticher und 
Documente, und ist demnach keine Rechtsgeschichte, namentlich, wenn 
man den verworrenen ersten Capiteln oder der aus Zacharia ent- 
lehnten Obersetzung tiber die Pravila des Mathaeus Bassaraba im 
Anhang des Buches, diesen stolzen Namen nicht zutheil werden lasst. 
Trotz diesem Mangel fand das genannte Buch namentlich beim grossen 
Publicum eine gtinstige Aufnahme, denn es wusste der nationalen 
Eigenliebe zu schmeicheln. 

„Wenn wir romischer Abstammung sind, miissen unsere Gesetze 
vorallem romischen Ursprungs sein! a horte ich ofters wahrend meiner 
letzten Reise in Rumanien wiederholen. Diese beliebte These pro- 
pagiert auch H. Blaremberg, indem er sich auf die bekannte Chronik 
HuruTs stiitzt, trotzdem dieselbe bereits von Rosier und neuestens 
auch von Tocilescu nach Gebtihr gewurdigt wurde und demnach in 
eraem wissenschaftlichen Werke nicht mehr beniitzt werden sollte. Die 
These selbst recommandirt sich aber durch ihre scheinbar correcte 
Logik; nimmt man jedoch in reifliche Erwagung, dass die romischen 
Colonisten Daciens Stadtebewohner waren, Handel, Industrie, Bergbau 
betrieben, die Rumanen dagegen bei dem ersten Auftreten in der 
Gesehichte als Landbewohner und Ackerbebauer erscheinen und laut 
ihrem Steuersystem (der quinquagesima) zu einem Riickschluss auf 
ein vorangegangenes Hirtenleben nothigen, so wird man ohne Schwie- 
rigkeiten zu der Conclusion gelangen, dass mit den veranderten Ver- 
haltnissen in dem Zustand des Volkes auch neue Rechtsprincipien zur 
Geltung kommen mussten. Die Franzosen sind ein eminent romani- 
sches Volk geblieben, trotzdem sie den Namen der germanischen Erobe- 
rer angenommen und das germanische Feudalrecht besonders ausgebildet 
iaben; und ebenso hangt das romanische Wesen der Rumanen nicht 
^on der Continuitat der romischen Rechtsprincipien ab ; eine solche 
These fur eine nationale Ehrensache zu halten ware ebenso, wie wenn 
wir Slaven uns dariiber aufhalten wiirden, dass wir soviel Land an 
las rumanische Volkswesen verloren haben ; beides ware wohl senti- 
mental aber nicht wissenschaftlich. 



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110 

Was nun die rumanischen Gesetze selbst anbelangt, so muss 
vor allem hervorgehoben werden, dass, abgesehen von den Verord- 
nungen der Voivoden in einzelnen Chrisovulen, in denen auch ein- 
zelne legislatorische Momente zu finden sind, — ein Anlauf zu einer 
Codification bereits in XV. Jahrhundert geschehen sein mag. So be- 
richtet z. B. D. Kantemir 1 ) conform mit den Chroniken, dass der 
Fiirst Alexander der Gute (1402—1432) „hat mit der koniglichen 
Wiirde(?), die er von den constantinopolitanischen Kaisern erhielt, 
auch die griechischen Gesetze, welche in den Buchern zcSv (iaaikutSv 
enthalten waren, angenommen, und aus den weitlaufigen Bttchern das- 
jenige ausgezogen, was anjetzt das Gesetzbuch der Moldau ausmacht. a 
Aehnlich wird auch von dem valachischen Voivoden Radul dem Grossen 
(1493 — 1508) berichtet, dass derselbe einen grossen Landtag berief 
(1496) und um den Unordnungen im Lande zu steuern, weltliche und 
geistliche Gesetze geordnet und zu halten befohlen hat. 2 ) 

Alexander der Gute trat seine Regierung an, als endlich mit 
Zustimmung der Metropolie von Halic und des Patriarchats von Con- 
stantinopel eine eigene Metropolie fur die Moldau (1401) errichtet 
worden war 3 ), und es ware nur selbstverstandlich, dass die neue 
Erzdiocese, um sich vollig von Halic zu emancipiren, eigener Kirchen- 
gesetze noch mehr bedtirftig war, als das Land der weltJichen Gesetze. 
Die Gesetzgebung Radul des Grossen fallt aber in die Zeit, wo der 
gewesene Patriarch von Constantinopel Nifon in der Valachei Zuflucht 
gefunden und die Stelle des Metropolitan versah 4 ). 

In den beiden eben genannten Fallen war eine Beriihrung mit 
Constantinopel gegeben und demnach auch eine Moglichkeit Gesetz- 
sammlungen aus der Kaiserstadt zu erlangen vorhanden; da sich 
jedoch von der besagten Gesetzgebung auf unsere Zeiten nichts er- 
halten hat, ist es eine offene Frage, welcher Art die genannte Gesetz- 
gebung gewesen ist. Es ist namlich von einigen Geschichtsschreibern 
hervorgehoben worden, dass in dem gegebenen Falle weniger an eine 



*) Demetrii Kantemirs Beschreibung der Moldau; Frankfort 1771. 
p. 233. 

•) Laurianii, Magaz. ist p. Dae. 1847. IV. 231. Istoria tierei Ro- 
manesci etc. . . facfi soborti mare . . . grai& — le de pravila si de lege, 
de tocmirea bis^ricii si de dumneziescile slusbe de domnie si de boieriT, 
si de monastirtf, si de bisericY, si de alte raduri de tdte. Si tocmi t6te 
obic^iurile pre pravili si pre tocm^lele svin(iilorft ApostolQ. 

3 ) roiy6HHCKift, KpaTKift oiepicb HCTopiH npaBOciaBHUxi aepKBefi, 
Mocraa 1871. p. 376. 

4 ) ibidem p. 356. 



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Ill 

Codification von Gesetzen, als an die Einfiihrung der Hofwurden und 
dee Hof ceremonials gedacht werden musse; 1 ) inBezug auf diese Hof- 
wurden ist jedoch ziemlich haufig dargelegt worden — die Hofwurden 
und ihre Function sind ebon das einzige, was vom ruinanischen Recht 
aosfuhrlicher behandelt wurde, und demnach an dieser Stelle als be- 
kannt vorausgesetzt werden kann — dass dieselben derjenigen Form 
entsprechen, welche wir sonst aus Bulgarien kennen, weshalb auch 
ihre Provenienz eher nach Trnovo als nach Constantinopel hinweisen 
wtirde. 

Die neue griechische Umarbeitung des grossen Justinianischen 
Codex, welche unter Leo dem Weisen unter dem Titel td Baadixd 
in 60 Biichern vollendet worden, ubte auf die umwohnenden, in erster 
Reihe slavischen Volker ebenso wenig Einfluss, als die Justinianische 
Gesetzgebung selbst; ja es ist eigenthumlich und significant, dass 
eben die Partie des neuen Codex, welche iiber die Agrarverhaltnisse 
handelt (das XV. Buch), nicht einmal im Byzantinischen Reiche selbst 
zur Geltung gekommen ist, (und vielleicht deswegen sich auch nicht 
erhalten hat) wie man mit Recht vermuthet, da selbe die Horigkeit 
der Bauern (das Colonat) aus dem Justinianischen Codex tibernoramen, 
trotzdem dieselbe in Wirklichkeit nicht mehr existirte. 

Es ist namlich bereits in den gelehrten Abhandlungen iiber das 
byzantinische und byzantinisch slavische Recht von Zacharift und Hube 
die Vermuthung ausgesprochen worden, die Gesetzgebung namentlich 
der isaurischen Kaiser stehe unter slavischem Einfluss ; neuestens ist 
darch die kritischen Arbeiten der gelehrten Byzantisten Vasiljevski 
and Uspenski 2 ) ausser alien Zweifel gestellt worden, dass die slavische 
Invasion wahrend der Volkerwanderung entscheidend auf das byzan- 
tinische Kaiserreich eingewirkt Tiabe, indem durch die Ansiedelung 
der Slaven auf den Staats- und Privatdomanen ein neuer Mittelstand 
— Freibauern (enoixoi) und Zinsbauern (itaQoixoi) — entstanden 
ist, der durch seine Steuer und Militarpflicht den Staat in den Stand 
setzte, noch ein weiteres Jahrtausend dem fremden Anpralle zu trotzen. 

Diese neuen Verhaltnisse fanden auch in der Gesetzgebung 
Leo's des Isauriers, namlich in der ixloyrj x&v v6(ia>v und dann 
vopog ysapyixos Iovtftividvov Ausdruck, und sind zum grossen Theil 



') tyaneivov, 'IgzoqIo. rijg ndlai daxiag, 1818, II 66. 

*) BacHibeBCKift, 3aK0H04aieibCTB0 HKOHo6opiieBij XypHan» mhh. Hap. 
apocB. IIeTep6ypn>, 1878 t. 199. 200 item: Maiepiaiu 41a BHyipeHHOft 
iCTopiH BicaHTiftcKaro rocy4apcTBa, ibidem 1879. t. 202. — YcneiiCKaro, 
K¥ icropiH KpecTtHHCKaro 3eHaeBAa4tHia bi Bachhtui, ibidem 1883. t 225. 



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112 

auch in den 6 nQo%siQog vopog des Basilius Macedo iibergegangen. 
Zu eben dieser Zeit geschah die Christianisirung der unabhangigen 
sudslavischen Volkerschaften, und die dadurch entstandene Verbin- 
dung mit Constantinopel hatte nicht nur die Annahme der kirchlichen 
Satzungen der orthodoxen Kirche zur Folge, sondern wirkte auch 
auf das offentliche Leben der Slaven, denn das Hofleben der slavischen 
Herrscher lehnte an das Byzantinische Muster an, und mit dem Nomo- 
kanon kam zugleich auch die Kenntniss der weltlichen Gesetze des 
griechischen Kaiserthums ins Land, wovonnamentlich die letztgenannten, 
als den slavischen Verhaltnissen entsprechend, leicht Eingang finden 
konnten. Die ersten slavischen tJbersetzungen des Nomokanon (xa- 
vovsg sind die kirchlichen, vdpoi die weltlichen Gesetze) entstanden 
jedenfalls in Bulgarien; die alteste davon 1 ) ist die tJbersetzung des 
Nomokanons des Patriarchen Johannes Scholasticus, eines Zeitgenossen 
des Kaisers Justinian, welche bald nach der Bekehrung der Bulgaren 
zu Stande gekommen sein muss. In diesem Nomokanon befindet sich 
auch ein weltliches Gesetz : 3aKom cownmh modern Kohctahthns bcjih- 
iraro, in der kurzen Redaction (§§ 32) eigentlich eine slavische Be- 
arbeitung der Ekloge, in der grosseren Redaction nebstdem auch die 
Gesetze Moses enthaltend. Ein ahnliches Gesetz, welches ubereinstim- 
mend auf serbische Redaction zuruckgefuhrt wird,*)ist: EiiarostftHsro n 
xpHCToxioEHBsro i|&f>a HofCTHHHaHA 3AKONk <* 3aniicaN?H, eine Compilation 
in §§ 33 aus dem vopog yea>Qyixog (§ 13—25), der ixXoyr) (§ 28. 31) 
und der Novelle des Kaisers Const. Porph. v. J. 922 (§ 11); die 
grossere Redaction dieses Gesetzes ist viel ausfuhrlicher und enthalt 
Partien aus den Novellen der Kaiser Justinian, Leo, Andronicus, 
der Ekloge des Leo Isauricus, dem Nomos Georgikos und dem Pro- 
cheiron des Basilius Macedo. — Dagegen findet man in dem russischen 
Nomokanon oder Kormcaja Novellen des Kaisers Justinian — 42. Titel 
der 1653 gedruckten Kormcaja, Novellen des Alexius Komnenos (Titel 
43) dann: rp&ACKTH 3akohi (oder Bach/hha Koctlnthna h Alba EKaroYecTHBunx* 
i|Apb 3akoh*l) namlich das Procheiron des Basilius Mac. (Titel 48) und 
3AKOM qspA AeoNA oder die Ekloge (Titel 49). 3 ) 

*) BocTOKOBa onHcaflie PyM. mjc p. 275. 

2 ) Hube, droit romain et Greco-byzantin chez les peuples slaves, 
Paris 1880. p. 21 sq. Bogiste, Pisani zakoni na slovenskom jugu, u Za- 
grebu 1872, 56 sq., — 3iireiH, 3aK0HHHKi de*aHa 4yinaHa, IIeTep6yprB, 
1872 etc. Hube 1. c. vertritt die Meinung, dass man aus der Beibehaltung 
der griechischen juridischen Terminologie auf das hohe Alter der tfber 
setzung schliessen kann. 

■) PoaeHKaim^i, O603pime Kopimefl KHHrH, IIeTep6ypn>, 1859, p. 78 
item Hube 1. c. 29. 



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113 

Abgesehen von dem sonstigen Einfluss des byzantinischen Rechts 
auf die russischen weltlichen Gesetze geniigt schon das Angefiihrte 
darzulegen, dass mit der Christianisirung die Kirchengesetze und mit 
diesen, vielleicht durch die angedeutete Verkettung der Verhaltnisse, 
auch weltliche Gesetze des VIII. und IX. Jahrhunderts aus Constanti- 
Dopel zuerst zu den Sudslaven und zumeist yon da zu den Bussen 
gekommen sind. Da nun von alien in der strittigen rumanischen Ab- 
stammungsfrage vertretenen Parteien zugestanden wird, dass die Ru- 
manen in einer engen Verbinduug mit den Bulgaren gestanden sind, 
ware jedenfalls vorauszusetzen, dass die beschriebene Art der sla- 
vischen Nomokanons auch den Rumanen bekannt gewesen sein muss ; 
wenig8tens wird es nicht gefehlt sein, wenn wir unter den: n pravil& 
si lege" des Radul des Grossen an die xavoveg xal v6(ioi oder an 
em Nomokanon von der Art der erwahnten slavischen denken, um so 
mehr, da die spatere Bedeutung des Wortes pravila *) dazu berechtigt. 

Die altesten Pravila, welche sich in Rumanien erhalten haben, 
sind slavisch geschrieben ; von den drei Exemplaren, die ich in Handen 
gehabt, befindet sich das eine in der Bibliothek des Klosters Putna, 
indem es urspriinglich vom Romaner Bischof Eustratie der bischof- 
lichen Kirche in Roman (1578), spater aber dem genannten Kloster 
geschenkt wurde; die beiden iibrigen gehoren heute dem Bucarester 
Museum an; das eine, von dem moldauischen Metropoliten Theofan 
(1618) zusammengestellt, gehorte urspriinglich der Metropolitankirche 
in Sncava, spater dem Kloster Bistritza an; das zweite vom Monche 
Mathaeus (1636) verfasst, gehorte fruher dem valachischen Kloster 
Bistritza an; es sind dies demnach zwei moldauische und ein vala- 
chisches Pravila. 

Von den eben genannten Pravila's habe ich namentlich die letzt- 
erwahnten Manuskripte naher untersucht und verglichen, und muss 
vor allem constatiren, dass dieselben sowohl untereinander als von 
den spateren gedruckten und in rumanischer Sprache verfassten ver- 
schieden sind, dass demnach ein jedes einer selbststandigen Redaction 
angehort 

Das von dem moldauischen Metropoliten Theofan stammende 
Pravilo (Ms. N. 296. Blatt 196 nebst einem rumanischen Anhang 
Blatt 69, index Blatt 4) fuhrt folgenden Titel : H3K02i^NTeM (oi}a ■ no- 



l ) Po3eHKann*T> ; 1. c. 60: der gew5hnliche Titel der Nomokanon 
lantet: Kflira naroieMaa KopMwia, penuie IIpaBHio aaKOHy, rpeuKHni 
autton HoMOKaHOHi. 

ft.: Fllosofio, d^jopU » filologle . >T 8 



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114 

cntuiCNYeu cna n ciBpiuenTeti ciro ajca. Ce a? pas ba&km tioero iv jca cut- 
peu?H Apjcienacnb Kvp Oe©$AN uhypoiioahy sgetiAii uoaack©h. Ear© npoH3BOAHX 
h AAjctio ©t npiiuro uoero cy*ssa'n?a • h ciybophx cli npABHAA mk ja e&acy 

IUUI6 IIOtlJMI • Bl ANH BArOYbCYHBArO N JCpCYOAIOBHBArO TANA I © pAJfA B06B©£U. 

If ato fipKZ ucqA h)h ^f h jA^e u bi ctaa (folgen die durchge- 

strichenen Worte: ly^KcoS bcahkaa uiiTponoAl* Bi cvyabcyih darauf mit 
spaterer Hand) uohacyhp bhcyphi|a. Auf dem ersten Blatt folgt der 
eigentliche Titel des Nomokanons : IIpabhao ci Eth> iioyhna6u cyujc aiiocav 
h cyujc cejub cic©p. npiUENMx h e?oh©cnm;c ©qi naum* © €ncK©'n*x h 
© epeex h © uhhx©*, h © Aio^e* uHpcKHjc ^Anosi^H bichkha. Dieser 
Titel entspricht einer spateren griechischen Bearbeitung des Nomo- 
kanons : y dQ%ri <fvv freco vofioxdvovog, xccvovsg td>v ccytcw 'AnoatoXmv, 
xal T(Sv kitxu Olxov[isvix<Sv Uwodcov icsq\ d(>%i£Qe<DV, Utpicnv, (LO- 
vcc%(5v, fi£ya0%rj(i(X)v xccl aXkcov (iovcc%cbv xal XaixdSv. Bei dem Mangel 
der nothigen Behelfe konnte ich jedoch nicht entscheiden, ob die 
Theofanischen Pravila eine selbststandige Bearbeitung des griechischen 
Originales sind, oder ob selbe an eine slavische Bearbeitung anlehnen. 
Die valachischen Pravila des Monches Mathaeus v. J. 1636 
(Ms. N. 287 fol. Blatt 396) fiihren folgenden Titel: CiYHHieHie no cb- 

CTABtJCX dfib €TIH*b BbCbijC BHNb • CljlNNblHX H EKCYbBHUH* llpABHA • OOTpH- 
XACHHO SK€ KbKHM H CA0X6N0, HSK6 Bl CqieNNOHMOKU^ nOCAt^NUM UA- 

«6©tib. Auf dem Deckel steht aber folgendes geschrieben : Cfio nnntx 

npABHAbNflO MAT«f6M CICTABA6NNVI0 El1CYpHI|K0tlY IIOHACYHp* 

npeAAHNfio a; rptuiMUH ofApHqie mcT^pea cot ^Yepiqi npOYYOjc bi a*yo 

TC€6 ^A*A8. llpH MAY46H EACApAE* HAYAANHKB KAAJC02£AIIAAHeCK0tl H npOYAA. 

TeKfqiHM ahyou ©t uTpoYBOpeMTA ^ptift. An welches Original die vala- 
chische Compilation anlehnt, konnte ich bei dem Mangel von Behelfen 
nicht mit Bestimmtheit angeben ; so viel aber ware doch noch zu er- 
wahnen, dass in diesem Nomokanon oder Pravilo bereits eine Remi- 
niscenz an die Ackergesetze (z. B. cicyabi u, taaba bT, o NAriutxi) 
zu finden ist. 

In die Kategorie der Nomokanons mit iiberwiegend kirchlichem 
Inhalt gehort auch das kleine valachische Nomokanon oder die Pra- 
vila mica des Mathaeus Basaraba v. J. 1640 : IIpabnaa a'ykya neve ah- 
penYiYopio J6 Anye, tokmhtc c$hhi|ha©p aiicaii, tokmhtc &e ? ciBoip* 
etc. Laut einer slavischen Zuschrift wurde dieses Nomokanon aus 
der slavischen Sprache in die rumanische iibersetzt von dem Monche 
Michail Moxalia, auf Gebot des Voivoden Mathaeus Basaraba und 
mit Zustimmung des Metropoliten Theofil; gedruckt wurde es von 



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115 

dem Hieromonach Stefan von Ochrida 1640: . . Cfio khni*b npeimca ©t 
caoscmm na baamu BKUKb uhpana uo?AAfe . h noTOti noBeaeiileu h h»- 
ARRCifeiih, npe cstTAAro kh*3a, lo Mat+€h Eacapaea Bocboam, h eca€B6- 
Nfeu np€«»ci|i€NKAro ApjcfeiMCKOiiA Kyp 064»$haa, iiHTponoAHTA kt>cch 3cmah 

OfrpOBXAXTNCKUA, TpVftNPCA «C€M A?b KptlOKA* CTe^AMb WpHftCKlH • H HA- 

NCYATBxou cfio wniro . . . . ^jcii . . . In einer ebenfalls slavischen Zuschrift, 
welche dem Vorworte angehangt ist, wird der Igumen des Klosters 
Govora, Meletii genannt, unter dessen Aufsicht die Pravila in dem 
genannten Kloster gedruckt worden : naii€yatobath cfio Knnr» rxeuvio llpA- 
BHiA mi* xyxaibcuk n cqieNNOiiNOi|e;ci, MeACTfio Mak6aohckoiib HrBuenn 

•Sf € XNT€AIIArO IIONACTHpA ToBOpA . . . 

Die grossen Pravila des Mathaeus Basaraba wurden ebenfalls 
in rumanischer Sprache zwolf Jahre spater (1652) in TrgoviSte in 
der Typographic der Metropolie gedruckt. Ihr eigentlicher Titel ist 
„Richtschnur des Gesetzes mit Gott. B Selbe enthalten nach dem Titel: 
alle kirchlichen und kaiserlichen Entscheidungen in alien geistlichen 
und weltlichen Angelegenheiten, nebstdem die Kanonen der hi. Apostel, 
jene der 7 Concilien und aller Partikular-Synoden ; weiter jene der 
Kirchenvater Basil des Grossen, Timotheus, Nikon, Nikolaus, wie 
selbe auf Befehl des Kaisers Johannes Comnenus von dem Diakon 
Alexius Aristenus verfasst, nun aber auf Befehl und Kosten des Me- 
tropolitan Stefan von Ugrovlachien aus dem griechischen in's ruma- 
nische ubersetzt und gedruckt wurden. Der tfoersetzer war laut einer 
Zuschrift an den Metropoliten, der aus Pannonien gebtirtige Monch 
Daniel, welcher die Arbeit mit Hilfe zweier Monche aus Chios, dem 
Ignatius Petritzi und Panteleimon Ligaridi zu Stande brachte. Der 
lange rumanische Titel aber lautet: 

JJUpenTApt Heym mi AUN^ev Kapi Ape toat* kbackata apxTepucK* 

■■ jfmp-LTiClUL A€ T0AT6 KilNNA np€»l|€l|lH BH MHp€N€ipH. llpABHAA C$HNI|H- 
1«P ADCAJI, AYiAe ? C1B WH TOA Y*A HAITBCTNHH . AbSr* AYeCTt WH AA6 C 
fr A AHMIH. BACIA B6A. ThIIO«€H NhK. NHKOAAe. OeCdAOr'l'A AUM?€l|l€A(Dp 

Ktocaob. Ckphcc uak hahhtc dm tokiihtb, kb nopBK niH ^BiqiTVp Eiiro- 
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8* 



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116 

Das ziemlich umfangreiche Buch (784 Seiten) zerfallt, wie bereits 
Zacharia 1 ) nachgewiesen, in zwei Theile oder besser gesagt in zwei 
selbststandige Nomokanons; der erste Theil (bis pag. 424 Kapitel 
417) enthalt das Nomokanon des Historikers und Notars Manuel Ma- 
laxus, der in Nauplia in Pelopones geboren, 1561 in Theben sein 
Nomokanon in altgriechischer, 1562 in neugriechischer Sprache ver- 
fasst hatte, indem er an das Nomokanon des Patriarchen Photius 
nach der Redaction des Zonaras anlehnte, und Revocationen aus der 
Ekloge, dem Procheiron etc. einflocht. Das zweite Nomokanon gehdrt 
der Redaction des Alexios Aristinos an, welche Redaction bereits im 
XIII. Jahrhundert auch in's Slawische tibersetzt war. Die Regeln Basi- 
lius des Grossen sind in den meisten Nomokanon's vorhanden, die 
Epithome des Timotheus, Nikon und Nikolai wurde mit in die Com- 
pilation eingeflochten ; p. 706 folgen Fragen und Antworten des hi. 
Anastasius, Patriarchen von Antiochia. Nebstdem ist daselbst ein 
Bruchstiick der Ackergesetze, wie solche in den Pravila des Vasili 
Lupu ausfuhrlicher enthalten sind, und zwar correspondirt Kapitel 
295—396 mit § 1—11, Kapitel 345—346 mit § 12—16 des moldau- 
ischen Gesetzbuches etc. 

Die moldauischen Pravila, sonst die Pravila des Vasili Lupu 

genannt erschienen bereits 6 Jahre fruher (1646) in der Typographic 

des Klosters Trei Svietiteli in Jassy und fiihren folgenden Titel: 

> > 

jeiw hie yKAii|€. k» shka, iuh kh t6st& KeiiYVMiia. h»m BftCHAfe bohboasa. 

IUH ArftlNYAk IfLp&N M0AA0K6H, W$ UV2IT6 CKpHflTtfpll T&MI1YHT* tfVfL AJfftlSA 

H/ienicKA. npe ahuba Pouahrck'l. 

Das moldauische Nomokanon oder Pravila ist also ebenfalls eine 
directe tJbersetzung aus dem Griechischen. Dasselbe ist viel kleiner 
(185 Blatt) als das valachische, und enthalt am Anfang Ackergesetze 
(neNTftK nAvrapn) in 16 Kapiteln, § 252), welche an die Ekloge und 
das Nomos georgikos anlehnen und Pflichten der unterthanen aber 
freizugigen Bauern, Diebstahl, Feldschaden etc. behandelri; dann folgen 
die im Titel angedeuteten Pravila ImperateSti, in 78 Kapiteln, wo von 



l ) Zacharia, Historiae Juris Greeco-Romani delineatio, Heidelbergae 
1839 p. 98; desselben: Rechtsquellen in der Walachei, in der kritischen 
Zeitschrift fttr Rechtswissenschaft und Gesetzgebung des Auslandes. Hei- 
delberg 1840 XII. 414; desselben: Die griechischen Nomokanones, Peters- 
bourg 1877 p. 18. Confer: Kopitar, Zwei Nachtr&ge zur Anzeige der rus- 
sischen kormczaia kniga, II, die valachische Pravila in den: Jahrbttcher 
fttr Literatur, Wien 1424. XXV. 148 sq. 



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117 

die ersten 15 Kapiteln an das Procheiron anlehnend, die Criminal- 
gerichtsbarkeit behandeln worauf das eigentliche Nomokanon folgt. 

Hiemit Mtten wir die rumanische Gesetzgebung, soweit sie mit 
der eigenartigen nationalen Entwickelung der Rum&nen zusammen- 
hangt -7- die Gesetzgebung des XIX. Jahrhundertes wollen wir nicht 
mehr beriicksichtigen, da sie eine importirte Bliithe ist, — erschopft, 
mussen aber alsogleich und an erster Stelle erwahnen, dass auch 
diese Gesetzgebung mit dem rumanischen Nationalwesen nur insoferne 
zusammenhangt, als dieses Nationalwesen durch die orthodoxe Reli- 
gion und den anfanglich slavischen Ritus mit den orthodoxen Slaven, 
und mittelbar oder unmittelbar auch mit Byzanz in Verbindung stand 
und durch kirchliche Institutionen sowie durch das Beispiel eines con- 
formen Staatswesens beeinflusst wurde. 

Die Pravila oder die Nomokanons selbst tragen zwar theilweise 
die Namen der jeweiligen HeiTScher, blieben aber trotzdem mehr oder 
weniger auf das Gebiet der kirchlichen Satzungen beschrankt. Sie 
warden nach slavischen Bearbeitungen oder griechischen Originalen 
compilirt von gelehrten oder ungelehrten Monchen, deren Compila- 
tion sich theilweise nach dem Grade ihrer Bildung, theilweise aber 
nach dem zufalligen Yorhandensein der entsprechenden Quellen, d h. 
bereits fertigen Nomokanons oder sonstigen Schriften der hi. Vater 
gerichtet haben mag, denn wir konnen den Monchen nicht zumuthen, 
dass sie besonders viel herumgefahren waren, um die ausgezeich- 
neteten Vorlagen fiir ihre Compilation zu finden : was gerade in dem 
einen oder anderen Kloster an Manuscripten vorhanden war, bildete 
wohl die Vorlage, und wurde je nach Einsicht, Zufall oder Vorliebe 
des Schreibers in die Compilation aufgenommen. Eine mehr vorbe- 
dachte Voraussicht, eine bestimmteReihe weltlicher Angelegenheiten, 
welche die brennendsten im t&glichen Leben waren, mit in die Codi- 
fication einzubeziehen, und damit nicht nur den kirchlichen sondern 
auch den weltlichen Gerichten das nothwendigste Behelf an die Hand 
zu geben, konnen wir nur bei den Pravila des Vasili Lupu consta- 
tiren; aber auch da ist fremdes Material zusammengetragen worden, 
wie wir ja sonst in den gesammten Pravila's nur hochst wenige Re- 
miniscenzen auf einheimische Verhaltnisse vorfinden. Das, was am 
meisten noch an die einheimischen Verhaltnisse anlehut, ist das Verbot 
verschiedenailigen Aberglaubens , Zauberei 1 ) und ahnlicher Sachen; 

*) In dieser Beziehung ist interessant z. B. in dem Valachischen 
Pravilo v. J. 1636 dor Absatz ti : o Bb/iffBa* . . . bklxbu oyE© r^iOTce hx€ 

CtCOUli C€B« Bk^AdXHBtti6H f H T*£L NAOyY^IIMH HtKUUH ^NAMeNMH nOKVHIA- 



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118 

sonst findet man nur seltene Anklange und das zumeist in der Be- 
nennung oder der Nomenclatur, wie solche durch die Cbersetzung 
selbst geboten war. 

Da nun durch die Pravila eine Regelung der landesublichen 
Verhaltnisse in den beiden Furstenthumern nicht zu Stande gekommen 
ist, so ist es wohl selbstverstandlich, dass ftir die in den Pravila nicht 
vorgesehenen Verhaltnisse andere Normen gelten mussten, welche 
zwar nicht codificirt, trotzdem aber nicht weniger rechtsgiltig waren; 
es berichtet dariiber bereits Kantemir 1 ) wie folgt: B Dem ohngeachtet 
haben die verschiedenen Gewohnheiten, welche sie (die Rumanen) 
wahrend ihrer Herumirrung von den benachbarten Volkern ange- 
nommen, nicht abgeschafft werden konnen, wie denn in Ansehung der 
Erbfolge, der Testamente, Theilung der Erbschaften, der Grenzen und 
Dienstpflichten, der liegenden Griinde, fast eine jede Nation auf dem 
Erdboden verschiedene Gebrauche hat. Es ist daher bei den Mol- 
dauern ein zweifaches Recht entstanden, ein geschriebenes, welches 
sich auf die Schlusse der Kirchenversammlungen grtodet: und ein 
ungeschriebenes, welches man eigentlich das Herkommen der Nation 
nennen konnte; wie es denn auch in unserer Muttersprache mit dem 
sklavonischen Worte Obytschaj, welches Gebrauch und Gewohnheit 
bedeutet, benannt wird" — tiber dieses Gewohnheitsrecht oder Obycaj 
wollen wir aber in dem nachsten Absatze sprechen. 



n. 

Das eigentliche einheimische Recht in den beiden Ftirsten- 
thttmern war das Gewohnheitsrecht, rumanisch „obiceitt B oder auch 
„obiceiul pamfentului," in den slavischen Urkunden „3akoni noftAKn 

loqie ?p*TH BOYAVipM etc. In dem moldauischen Pravilo v. J. 1618 ist ein 
npfaiMo ® sipv«qiNX m ri^i h ^sift* : c&t ofso niifw bl xpcTumx fee 

€{t€THY€CKAA J*AA Ap*L2KAI|l6* N er#k BAjeT CAM|A NO 3**0 JO ^ NeftA&Tk MIY- 

tojkc ft ^ A^woy cBoero. hh orm>, hah TptEOKiiue n*yto, bihhmaatxc h 

rHACy KOypATOU I BpANAtl. H HHbIM I1THI|AM H AHCHI|AII . . . H ;p*NfA CAM|K 

ti aoyn* h %B*3AAtib. h ;;ban?a ckotom ... In den Pravila des Math. Ba- 
saraba von J. 1652 Titel toh: neHTpv uopTYAi &c c* ba a$aa CTpnroio, 
KipVA m ^hki BbAKOAAKi . . . rpi^CKi oyNfH OAueNH nenpHY n»qH KSII &e 

M^AT€ OpH KMWb UOpl OAM6NIH, MVAI|H £6 J|lYpAY€H UOpifi JJHY C€ CKOAAl 
ft€ CI $AKl CTpHrOH . . . • 

*) Kantemir, Moldau 233 — 4. 



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119 

3cuataro h^aia" ') genannt : es ist dies das leibhaftige „jus valachicuin" 
welches ebenso in Ungarn wie in den Furstenthtimern in Geltung 
war und die Rechtstellung der Rumanen als freie Leute bedingte 
and bestimmte. In letzterer Beziehung konnen wir fiir Rumanien — 
uber das valachische Recht in Ungarn hat der Verfasser an anderer 
Stelle au8filhrlich gehandelt, — das deutliche Zeugniss der Urkunde 
anfiihren: „&a xhk6ti caoboaho ha boxockomi 3AKOMt. a npo xoaoiictbo 
nrro aa cuo^f NecuncTi o^chouhnath." 3 ) 

Der eben citirte Ausspruch der Urkunde, dass das „ valachische 
Gesetz" nur freie Leute kennt und das „chlopstvo u oder Leibeigen- 
schaft ausschliesst, klingt etwas seltsam mit Hinsicht darauf, was wir 
sonst uber rumanische Bauernverhaltnisse zu horen gewohnt waren. 
Es moge also in kurzem der Bericht der osterreichischen Verwaltungs- 
deputation v. J. 1720 tiber die Bauernverhaltnisse 3 ) in der kleinen 
Valachei erwahnt werden, wie selbe bei der osterreichischen Occu- 
pation vorgefunden wurden: „Hier zu Lande finden sich die wenigsten 
Leibeigene, und diese so von den Klostern und Bojaren dazu prae- 
tendirt werden, sind der Zeith hero auch ineist in solche Sclavitat ge- 
zwungen worden, par exempel, wann der Landesfurst vieles Geld auf- 
geschlagen und es der Bauer nicht zu bezahlen hatte, oder wann ein 
groszer Muszwachs ware und Ihm die Lebensnotwendigkeit ermangelt, 
bei welchen also beschaffenen Zeithen demselben sein Edelmann, der 
es sonsten wol wo nicht anderst, wenigstens ausz Charite zu thuen 
schuldig gewesen ware, in beiden Stiickhen ausgeholfen mit der Kon- 
dition, dasz der armbe Mann sich und seine posteritet Ihm auf ewig 
Leibeigen untergeben." Aus diesem Bericht erhellt, dass die Un- 
freiheit oder Leibeigenschaft des rumanischen Bauers zeitweilig als 
abusus vorkam, keineswegs aber gesetzlich normirt war, ja dem Ge- 
setze direct widersprach. Wo Bauern oder ganze Dorfer den Klostern 
oder den Bojaren geschenkt wurden (satfi calugirescu, boerescti) so 
wurden, wie aus zahlreichen Urkunden zu ersehen ist, nur die Ein- 
ktinfte, welche der Bauer nach altem Herkommen an den Staat ab- 
zufahren hatte, nicht aber die Bauern in persona verschenkt; dass 
dabei Bedruckungen des Bauers vorkamen, ist wohl wahr, aber war 
nicht gesetzlich; und selbst bei harter Bedrtickung, wie z. B. die 
kaiserliche Commission bei der tJbernahme von Bukovina 1782 berichtet, 



*) Hajdeu, Archiva istorica I. 116. 1480. 

*) Melchisedek, Chronica Romanului, Bucuresci 1874, I 112, 1444. 

*) Hormuzaki, Documents VI. Bucaresci 1878, 315. 



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hatte der rumanische Bauer bios zwolf Tage Robot per Jahr als 
Norm (bei sonstigem Abusus) ziT leisten. Die Dorfer welche nicht 
verschenkt waren, wurden gemeinhin ftirstlich (satti domnescti) ge- 
nannt, was etwa so viel bedeutet wie das ungarische castrenses. 
Der Adel selbst aber, oder die Bojaren, waren eine Schopfung aus 
der Zeit der Griindung der Furstenthuiner, denn uin Bojare zu sein, 
brauchte man ein Privilegium des Vojvoden, so dass die Verschieden- 
heit der Stande nicht im nationalen Wesen, sondern in der Entwi- 
ckelung des Staates gelegen war, und das jus valachicum auch in 
den Fttrstenthiimern urspriinglich allgemein als fiir freie Leute geltend 
angenommen werden kann. 

Letzthiu habe ich das Axiom ausgesprochen ; wenn die Rumanen 
aus dem Gebiete des ungarischen Konigreichs in die FClrstenthumer 
eingewandert sind, wie dies wenigstens fiir die Moldau historisch er 
wiesen 1st, so miissen sie auch die Principieu des rumanischen Rechtes, 
wie es uns fiir die Rumanen in Ungarn bekannt ist, mitgebracht 
haben und es muss daselbst geschichtlich zu finden sein ; es ware dies 
principiel namentlich fur die Valachei zn erweisen, falls deren Griin- 
dung aus der Fogaras durch Radu Negru geschichtliche Basis haben 
sollte. In dieser Beizehung wurde mir jedoch ofters widersprochen ; 
man meinte: ja in Siebenbtirgen sind wohl die Rumanen autochton 
gewesen, aber der valachische Staat wurde von der Balkanhalbinsel 
aus, iiber die Donau her begriindet, wobei man namentlich das heu- 
tige Bulgarien im Auge hatte. Dies ist ubrigens auch keine neue 
These; meines Wissens hat dieselbe zuerst der Grazer Professor 
Krones 1 ) ausgesprochen, indem er meinte, es seien wohl in dem Tra- 
janische Dacien Reste oder Bruchtheile romischen Nationalwesens auch 
nach der Raumung der Provinz geblieben, dieselben hatten aber keiue 
massgebende ethnographische oder culturgeschichtliche Bedeutung : die 
Masse des rumanischen Nationalwesens hatte sich in Moesien aus- 
gebildet und sei dann gerauschlos iiber die Donau gewandert; neu- 
estens ist als eifriger Verfechter dieser These der Warschauer Pro- 
fessor K. Grott aufgetreten 2 ), und auch in dem besagten Werke Bla- 
renbergs finden wir Anklange davon. 



1 ) Krones, Geschichte Oestereichs I 123 (Ausgabe vom J. 1876). 

2 ) K. Tporb : MopaBia h Ma4bHpu ci noiOBHHU IX 40 Haiaia X. BtRa, 
IIeTep6yprB 1881. p. 41 — 45; HOBUft HtiieuKift Tpy^x lemcnaro ciaBHCTa, 
IIeTep6yprB 1886, p. 6. — In dem Momente, wo ich diese Zeilen der 
Druckerei ttbergebe, kommt mir das neue Buch von Paul Hunfalvy in die 
Hande: Neuere Erscheinuugen der rumanischen Geschichtsschreibung. Es 



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121 

Die ebeD erwahnte These klingt recht hiibsch; es fehlt nur zu 
erweisen, wie so sich die romisch sprechende Bevolkerung im alten 
Mosien, welches bekanntlich wahrend der Volkerwandening ebenso- 
viel gelitten, wie das Trajanische Dacien, hatte wahrend der Stiirme 
der Volkerwandening daselbst erhalten konnen (wenn sie dort iiber- 
hauptjeso zahlreich gewesen), und man musste nunmehr das rumii- 
nische Volkselement nach der Volkerwandening in Mosien historisch 
nachweisen, — denn die etwa zehnjahrige Periode, wo das neu- 
entstandene zweite bulgarische Reich valachisch genannt wird, kann 
man nicht als Beweisgrund anfuhren, bevor man nicht meine dies- 
bezuglichen Erorterungen widerlegt hat; ubrigens kann ich in dieser 
Beziehung mit einem neuen Argument dienen. 

Da ich in dem letzt verflossenen Sommer in Rumanien weilte, 
war ich genothigt, einen Ausflug nach Bulgarien zu unternehmen, urn 
einiges fiber das bulgarische Gewohnheitsrecht von den Bauern zu 
erfragen ; bei dieser Gelegenheit traf ich mit Leuten aus dem Hoch- 
gebirge aus der Umgebung von Slivno und Kotel, welche Gegend 
beinahe ausschliesslich von Viehzucht im Gebirge lebt, zusammen, 
und benutzte die Gelegenheit einiges zu erfragen, da ich bei der be- 
messenen Zeit nicht Gelegenheit hatte selbst hinzufahren. Nach dieser 
information differirt die Art der Viehzucht in dem Hochgebirge des 
Balkans von der rumanischen Viehzucht im Gebirge ziemlich ent- 
schieden. In dem ganzen Karpathengebirge, von Altorsova bis nach 
Mahren hinein wird in dem Gebirge vorwiegend Schafzucht getrieben, 
die Nomenclatur fiir die Schafzucht und was damit zusammenhangt 



ist selbstverst&ndlich, dass das neue Buch die Altans&ssigkeit der Rum&nen 
bektapft und zugleich politische Motive hervorkehrt. In dem historischen 
Theile liegt der Schwerpunkt der Argumentation in der Partie tiber die 
Nomenclatur; der Verfasser bestreitet abermals aufs entschiedendste das 
Vorhandensein rum^nischer ursprttnglicher Nomenclatur. — Ohne mich auf 
die Einzelnheiten einzulassen, will ich bios bemerken, der Verfasser moge 
einen Ausflug ins Hochgebirge von Siebenburgen wagen, und er wird finden, 
dass die unzahligen Berggipfel, Pojana's, Thaler, Bache, Quellen etc. beinahe 
ansscliliesslich rum^nisch benannt sind — ich kann das aus dem im letzten 
Sommer in das weitverzweigte Hochgebirge im Stiden von Hermannstadt 
abermals best&ttigen; habe bei dieser Gelegenheit nachzutragen, dass audi 
in dieser Partie der Transilvanischen Alpen die Sennen auf Art derjenigen 
im Bihargebirge gebaut sind, was mit der ethnologischen Conformist tiber- 
ein8timmt. Was Herr Hunfalvy gegen mein Citat aus Schmidels Bihar- 
gebirge tiber die Magyarisirung der Nomenclatur vorbringt, ist gar nicht 
tiberzeugend, umgekehrt aber kOnnte ich aus persOnlicher Erfahrung viele 
Belege fftr Schmidels Ausspruch vorbringen. 



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122 

ist bei den Rumanen, Ruthenen, Polen und Slovaken und mahrischen 
Valachen beinahe dieselbe, es ist die sogenannte „valachische a Nomen- 
clatur, welche ich an anderer Stelle bereits behandelt habe. In dem 
Hochgebirge des Balkans, urn Slivno herum, werden dagegen vor- 
nemlich Kuhe und Ziegen in dem Gebirge geziichtet, Schafe kommen 
wenig vor; die Nomenclatur fur die Viehzucht im Gebirge differirt 
aber entschieden; die Sennhiitte oder stina heisst im bulgarischen 
mandra von dem griechischen ftavfya welches einen geschlossenen 
Raum, dann aber eine Hiirde fur Vieh bedeutet ; der Baca oder baciul 
heisst mandra ein, etwa der in der Mandra beschaftigte ; der alteste 
Hirt oder der erste cioban heisst im bulgarischen Kechaj a: aus dem 
tiirkischen entnommen ; kethuda (ket = Haus, huda = Herr), in der 
neutiirkischen Form kjaja, kaja, kehaja, kihaja = Vorsteher des Haus- 
haltes, Obmann, Aufseher; die ubrigen Hirten heissen oviar; das 
rumanische unt — Butter heisst bulgarisch maslo, der ca? oder 
weicher Ease heisst sirenie, die urda heisst premosirnie, die 
iinfiica oder jintifa heisst surovatka, also alles slavische Benennung; 
bios kaSkaval fiir die Benennung von brtnza ist vielleicht ruinani- 
scher Provenienz als Benennung filr harten Schafkase, (moglich auch 
eingewandert), und auch das Wort kaSla als Benennug fur die ganze 
Senne findet sich im rumanischen Worterbuch unter der Form c&$\h 
in der Bedeutung Maierei, Schafheerde — in dem rumanischen Ge- 
birge habe ich das Wort jedoch nicht gehort. 

Da nun die Rumanen in dem gesammten Earpathengebirge in 
der Sennwirthschaft den Ton angegehen haben den Ruthenen, Polen, 
Slovaken, mahrischen Valachen, ware zu erwarten, dass sie eben 
auch den Bulgaren in dieser Beziehung den Ton angegeben hatten, 
waren sie eben da einst zu Hause gewesen, oder waren sie iiberhaupt 
hergekommen ; dass aber dem nicht der Fall ist, ist um so auffallender, 
als weiter gegen Sudost, in Macedonien, Albanien, Thessalien ja bis 
nach Arkadien in der Morea die Griechen nach dem Berichte Leake's 
einen jeden Hirten im Gebirge Vlach nennen, moge er schon ein 
Macedovlache oder ein albanesischer oder selbst ein griechischer Schaf- 
hirt sein, was eine Ahnlichkeit mit der Benennung der mahrischen 
Valachen hat. Diese Vertheilung der Nomenclatur bekraftigt aber 
wieder nur das, was der Schreiber dieser Zeilen mit anderen Beweis- 
mitteln wiederholt constatirt hat, n&mlich dass die Urheimath der 
Dacorumanen das Karpathengebirge, die Urheimath der Macedorumanen 
aber das Pindosgebirge gewesen — der Balkan blieb von ihnen frei 



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123 

und ihr zeitweiliges Herkommen aus Thessalien wahrend des Sommers 
hinterliess keine Spuren unter den Bulgaren. 

Uber das jus valachicum selbst ware aber an erster Stelle her- 
vorzuheben, dass dasselbe nicht nur auf die Person sondern auch 
auf Grundbesitz Bezug hatte, und namentlich weil es die Art des 
Grundbesitzes bestimmte, konnte es unter den Macedovlachen nicht 
entstanden sein, kommt auch bei ihnen iiberhaupt nicht vor, eben 
weil sie keinen Grundbesitz hatten, ja bis heute nicht haben ; urn- 
gekehrt aber muss constatirt werden, dass es, seit dem wir die Daco- 
rumanen kennen bis auf den heutigen Tag, selten einen Rumanen 
gibt, der keinen Grundbesitz hatte und wir konnen ohne Bedenken 
sagen : das jus valachicum, welches wir historisch in den Karpathen- 
landern antreffen, ist dacorumanischen Ursprungs, eben weil nur die 
Dacorumanen Grundbesitzer gewesen sind ; dasselbe ist im Karpathen- 
gebirge entstanden, und konnte nicht uber die Donau heruberwandern, 
weil es jenseits der Donau nicht zu finden war und sich iiberhaupt 
nicht entwickeln konnte, eben weil es bis auf den heutigen Tag 
kaum einen Macedorumanen giebt, der Grundbesitzer ware. 

Das am meisten charakteristische in Bezug auf das jus vala- 
chicum waren aber die valachischen Knezi und Keneziate sowie die 
quinquagesima, welche urkundlich so haufig vorkommen; sind nun 
die Rumanen von dem Karpathengebirge herabgestiegen, so miissen 
diese Institutionen in den Furstenthumern in irgend einer Art zu 
finden sein, oder es miissen wenigstens Spuren davon vorhanden sein. 

Die altesten Kneziate werden noch vor der Begriindung des va- 
lachischen Ftirstenthums in der kleinen Valachei z. J. 1247 in der 
bekannten Urkunde des Konigs Bela genannt, namlich Keheziatus 
Joannis et Forkasii und Kenezatus Lytrioy woivode. 1 ) Die vala- 
chischen Urkunden kennen wir heute leider nur zu einem geringen 
Theil ; doch auch in denen, die wir kennen, finden wir fiir die altere 
Epoche die Knezen in derselben Bedeutung. Wir lesen namlich in 
einer Urkunde des Voivoden Mirca z. J. 1387.*) NtKoetii* Kwtaif huh 
Coit^imoif Tocno^cTBA tiH, wo also der Enez neben dem Bojaren ge- 
nannt wird; es raiissen auch darunter freie Leute gedacht werden 

l ) Fej6r IV. 1. 447. 1247 totam terrain de Zewrino, cum alpibus 
id earn pertinentibus, et aliis attinentiis omnibus, pariter cum kenezia- 
tibus Joannis et Forkasii usque ad flumen olte, excepta terra Kenezatus 
Lytrioy woiwode, quam olachis relinquimus, prouti idem hactenus tenue- 
nmt . . . 

*) BeHeiHHi, Biaxo6oirapcKie rpamoTU, IIeTep6ypn», 1840 p. 26. 



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124 

nach dem Wortlaut der Urkundden : a mk cct bemh itiKoe aio^fe cso- 
boamh KN63H. 1 ) In den spateren Urkunden finden wir bereits den 
Verfall der Institution des Kneziatus: in Ungarn und in Galizien 
sind die Knezen nach und nach geadelt worden und verschwinden 
unter dem kleinen Adel, in Ruraanien sinken sie zu unterthanen 
Bauern herab, indem sie ihr Keneziat veraussern, vielleicht in Folge 
zufalliger Verarmung, vielleicht in Folge der imraer raehr eindrin- 
genden und nivellisirenden byzantinischen Staatsform. Das erste ahn- 
liche Beispiel wusste ich z. J. 1532 aus einer Urkunde des Radul 
Voda 2 ) anzufiihren, wornach 7 Briider ihr gemeinsames Keneziat um 
40.000 Aspera aus freiem Willen verkaufen und unterthan werden: 
noiie^h Tor ceiio bhiu p6Y€HH n bcyhnh, a omh ckt bum bna^h. Tepe 
liposome ci hhjwou ^ospORomt ee3 mc cahna cha6ctTk> BOAtpou rjBa uh... 
Ein ahnlicher Fall wird z. J. 1589 angefuhrt, wo ein Vecin derfruher 
Knez gewesen (KM63CTBOBMI) seine Freiheit und sein vaterliches Erbe 
um 1200 Aspern verkaufte; 8 ) ahnlich wird in einer Urkunde v. J. 
1610 fur die Zeit des Michail Voda berichtet: (ceiw bhxh nph kmg3h 
(sic), 4 ) ahnlich in einer Urkunde v. J. 1604: peveiio cexo a Te* eeYiw 
ex c» 6HXH kn€3 . . .*) drei ahnliche Falle habe ich bereits an anderer 
Stelle angefuhrt. 6 ) 

In den moldauischen Urkunden erfahren wir bios von gewesenen 
Knezen, moglich auch darum, dass nur Besitzungen gewesener Knezen, 
also durch Kauf erworbenes Gut geschenkt wird, von den bestehenden 
Knezen aber in den Urkunden nicht gesprochen wird; so z. B.: in 
der Schenkungsurkunde des jKlosters Homora v. J. 1427 7 ): Tpeile 
c€ao Kje Buah Kmasb cram ; ahnlich z. J. 1438 . . ein Dorf . . wo der 
Konigsrichter (knjas) Michael gewesen. . 8 ) item z. J. 1471 . . r^t bnah 
km»^ob€ biaowl h &aiiYioii . , welche z. J. 1479 noch einmal in einer 
Schenkung des Bisthums Roman genannt werden. 9 ) — Zu bemerken 
ware, dass in dieser Urkunde der Terminus Knez durch 2udec ersetzt 



*) Ms. des rum. Nationalmuseums N. 18 p. 67. 

2 ) ibidem p. 75. 

3 ) BeBejHfTB, 1. c. p. 229. 

4 ) ibidem p. 259. 

5 ) Ilarianu, Tesaura ist. pentru Romania, Bucuresci 1863. I. 391. 

6 ) tiber die Abstammung der Rum&nen, Leipzig 1880 p. 193. 

: ) Originalurkunde im Archiv der Kirchengftterdirection in Czer- 
nowitz. 

8 ) Wickenhauser, Geschichte der Stadt Czernautz, Wien 1874, p. 65. 

9 ) Melchisedec, Chronica Romanului I. 143. 134. 



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125 

wird: m ■•acns ma xvAwiif . J) welcher Terminus auch in anderen 
Urkunden gebraucht wird, wie z. B. in der Schenkungsurkunde des 
Klosters Moldovica v. J. 1446 ka« By* xti^e upci* . . 2 ) oder z. J. 1586 
wo als Zeuge angefiihrt wird Kpci* lno^eii . . • ©t BMouHpei|iN 3 ), also 
ein noch bestehender Knez oder 2udec. In der spateren Zeit werden 
die Dorfrichter auch vornicil de prin sate 4 ) genannt; dagegen aber 
tindet man wieder Zigeunerknezen : 1428: tI* vemt^N i|iiram. bha3i> 
ioimm') und ahnlich 1458: KM3i> ai|Hr;mcKH. 6 ) 

Aus diesen nicht besonders zahlreichen urkundlichen Berichten 
erhellt jedoch mit vollkommener Sicherheit, dass die in Ungarn de 
jure yalachico bestehenden Enezen und Kneziate auch in der Valachei 
and der Moldau zu finden Bind, laut den Urkunden von 1247, 1387 
and 1586 als bestehend, in den fibrigen Fallen als im Erloschen 
begriffen, also bis zu dieser Zeit bestanden; ein Nexus ist daher 
evident. 

Bei weitem nicht so einfach gestaltet sich die Frage tiber die 
qninquagesima oder die Zahlung des funfzigsten Schafes als landes- 
berrliche Steuer, welche in Ungarn fiir die Rumanen so charakte- 
ristisch ist. In den beiden Furstenthiimern giebt es wohl eine Abgabe 
von Schafen, welche oirit (obym bama) heisst, und welche zu den 
ausgiebigsten gehorte, denn nach Kantemirs Mittheilung T ) bezogen 
die moldauischen Fiirsten einst aus dem einzigen Kimpolung, wo noch 
heutzutage vorwiegend Viehzucht getrieben wird, allein 24000 Schafe 
an jahrlicher Abgahe oder Steuer, und noch fur seine Zeit (1711), 
wo das Land bereits viel gelitten, machte die Steuer noch 10—20.000 
Rthlr. aus ; in der kleinen Valachei wurde zu beinahe ebenderselben 
Zeit (1720) nach Mem Berichte der kaiserlichen Verwaltungscommis- 
sion 1 ) vom Oirit 30.000 ungarische Gulden erzielt und diese Steuer 
eben ftr die ausgiebigste erklart — nur dass in beiden Fallen der 
oirit als Zehend erkl&rt wird und demnach das zehnte Schaf die 
Steuerabgabe bildet. 



l ) ibidem p. 135. 

*) Originalkunde im Archiv der Kirchengttterdirection in Czernovitz. 

*) Melchisedec, Chronica Romanului I. 220. 

4 ) Melchisedec, Chronica Husiloru, Bucuresci 1869, p. 44. 1747. 

*) HajdeG, Archiva istorica I. 121. 

*) BeHeiiHt, 1. c. p. 91. 

*) Kantemir, Beschr. d. Moldau 248 — 9. 

*) Hormozaki, Documente VI. 313. 



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126 

Wenn wir in dieser Beziehung die (Jrkunden zu Rathe Ziehen 
werden wir in den alteren Urkunden das einfache: obyh bams d. h. 
Steuer von Schafen finden, und in den spateren den Ausdruck ropf mm 
on 0Kei|i ruman. gorjtina oder gojtina de oi, wobei jedoch bemerkt 
werden muss , dass die gorStina nicht nur von Schafen, sondern auch 
von Schweinen gezahlt wurde — wie dieselbe jedoch eingehoben 
worden ware, erfahren wir aus den Urkunden nicht 

Die deciina UecATHiia), desetina, (<Jece oder dijma) wurde laut 
Urkunden von Staatswegen nur vom Wein (on ehna, de vinfi) und 
Honig (on wYOiii, de stupl) eingehoben. 1 ) Als ausgiebige Steuer 
vom Hausvieh wird noch der v&c&rit oder Hornviehzehnt genannt; 
in der Moldau war nebstdem, ich glaube aus der spateren Zeit noch 
im Gebrauch der cniiyn w* q\ KpaBH h 3a <dbi|h, so dass von dem 
Hornvieh und Schafen noch eine Naturalabgabe unter dem Namen 
sulju, d. h. Fleisch fur die ftirstliche Kuche, abgefiihrt wurde. 

Von den Feldern zahlte man den pogonarit (vom Pogon */, 
galben); 2 ) vom Heu war eine Naturalabgabe bis in die spateste Zeit 
im Gebrauch: g&l£ta de fin, ratfjia ci clmom., auch jarbarit. Die 
Geldsteuer, #in, BHpi, Ilij scheint in verschiedenen Zeiten verschieden 
gewesen zu sein; die cam&na oder fum&ritultt, n. die Kaminsteuer 
(55a ahucbTh, auch tjx join) scheint spaterer Provenienz zu sein; die 
Weinsteuer, d. h. vom ausgeschenkten Wein oder der v&dr&rit ist 
alten Ursprungs, die Abgabe vom getrockneten Hammelfleisch (mas- 
charit) (ejpii obi|a) scheint neuen Datum's zu sein. An grosser und 
kleinen Landesrbbot (cxyskba) ware zu verzeichnen; das Getreidemahen, 
das Heumahen auf den furstlichen Wiesen und das Heueinfuhren 
(ctMOKoci, cubobo^i) das Baumfallen (on» uiyiiy, on apbi) die Ar- 
beiten auf den fiirstlichen Weingarten, Muhlen etc., der podvod und 
povoz (cal de olacD) etc. Ebenso bildeten eine statte Einnahme die 
Geldstrafen vom Gericht, namentlich die mow und die AvnerosNM, 



*) BeHeiHin> 1. c. p. 329. 1654 .... BHHapiimo. orb ! (10) Be*pe J 
BeApa. HacTt rocnoACKa. Kaxo edt 6wn> o6maioji m cTapaa aaKOHa orb 
uaHnpe»c4e Bpeiw .... item Archiva ist: I 113. 1447: 114. 1459; 114. 
1466; Melchisedec, Huj, 123, 1658, 128. 1662/ fthnlich in den Archival - 
urkunden. 

2 ) Vielleicht ist unter pogonarit das slavische: orb noiio zu ver- 
stehen; das Ki6iapcTB0 (m>6rb =: modius, Ktlbel,) k5nnte ebenfalls eine 
Naturalabgabe von Feldfrtlchten bedeuten, obzwar Venelin 1.. c. p. 71. 
darunter eine Abgabe von Stutten (kobhit>) zu verstehen meint. 



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127 

Auf Privatgiitern batten die Bauern noch den Zehent vom Getreide, 
Wein, Honig, Heu und Obst nebst Frohndiensten zu entrichten ! ). 

Wenn wir diese in kurzer tlbersicht aus den Urkunden auf- 
gezahlten Bauernpflichten in den Furstenthiimern mit den Pflichten 
der rumanischen Bauern in Ungarn vergleichen, inussen wir auf den 
ersten Blick und in erster Reihe constatiren, dass die Pflichten der 
Bauern in den Furstenthiimern viel grosser und zahlreicher sind als 
jene in Ungarn; und da die Pflichten oder Giebigkeiten und Steuern 
die Tendenz haben mit der Zeit zuzunehmen, nicht aber abzunehmen, 
mussten wir schon vom theoretischen Standpunkte den Schluss Ziehen, 
dass die quinquagesima ein um sehr viel alteres Steuersystem ist, 
als das Steuersystem in den Furstenthiiinern, und zwar um so viel 
alter, dass man versucht ware es fiir den Urzustand eines Steuer- 
systems zu halten, nicht nur im Vergleich mit dem Steuersystem in 
den Furstenthiimern, sondern auch mit dem sonst aus Ungarn be- 
kannten Steuersystem. 

In zweiter Reihe konnte man anfiihren, dass das Steuersystem 
in den Fiistenthiimern vornemlich auf Abgaben in Natura urspilinglich 
berechnet war: die Abgabe von Schafen, Borstenvieh, Hornvieh, von 
Bienen, von Weingarten, Feldfriichten, Wiesen etc. 

Die ausgiebigsten Abgaben sind noch immer vom Viehstande, 
woraus folgt, dass auch in den Furstenthiimern die Viehzucht wie in 
Ungarn von dem Volke viel gepflegt wurde. Den Procentsatz bei den 
Abgaben von Viehstand konnen wir nach den Urkunden in alterer 
Zeit nicht fassen, aber wissen bestimmt, dass auch diese Abgaben eben 
so wie die Abgaben von Felderzeugnissen sich bereits am Anfang des 
XVEQ. Jahrhundertes zu einem Zehnt gestalten, also fiinfmal hoher 
verden, als das Steuerprocent in Ungarn. 

Die decima finden wir zuerst in den Gesetzen Moses (Levit. 
XXVII. 30 sq. Norn. XVIII. 21 sq.), und von da ist sie augenschein- 
lich von der christlichen Kirche iibernommen worden. Als weltliche 
Steuer erscheint sie zuerst in der Gesetzgebung der isaurischen 
Kaiser, und namentlich in dem vopog yecoQyixog L 20 : y Edv yscogydg 
jMQttTfig &£(pfoag avav yvcSprjg tov %coQodotov xoftcchrjG'fl td dgdyfiara 
wov cSg xXintrjg akkofrQiMfrrjasTai itdorja tijg imnaQitlag atJrov. 
and ebendaselbst I. 21 : (ioqtItov fii(fog departa d v . xcoQodotov p&Qog 



l ) Melchisedec Huj p. 71. dejma — din producte: din p&ne, din 
vinil, din stupl, din ftnaje, din live4i cu pomi . . .; daneben der Zehnt 
ran Kohl und Fischfang; an Frohndienst gab es in der Valachei 3 Tage, 
in der Moldau 12 Tage per Jahr. 



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128 

dsfidtiov iv 1 .) Spater kommt die dsnarrj auch in der xslqcc (XXVII. 
2) vor. Aus dem vdfiog ynopyixog iibergieng der erste diesbezugiiche 
Paragraph (I. 20), der den zweiten allenfalls schon voraussetzt, in 
das dem Kaiser Justinian zugeschriebene Gesetz (i|apa noifCTHimaiu 3a- 

KOMh <d 3ARNCail!H) I AI|I6 AftJIATftJIk pa^tAHTk CN0HI6 A€C€TNH0I6 RpOII* 
SOAK HUOfqiArO MSf, H CMORfe ®JUI*C6TI>, JS S»6N6TCe BRO TATk 6 Bl- 

cero nxo^a HHBHaro. 2 ) Den zweiten Paragraph aber finden wir in dem 
9. Absatze des ycTaBt o 3eMCKHrb flt.aax'B, welcher dem russischen 
Fiirsten Jaroslav zugeschrieben wird: JtecaTHna hhbh: duramen y 
^eeflTb CHonoBi 9 a HM*H>ni;eify seMJiro ^ecaTiaft choot . . . 3 ) 

Durch diesen Vergleich ist es bereits evident, dass die byzanti- 
nische decima von Feldfriichten durch die Aufhahme in das bereits 
besprochene sogenannte Justinianische Gesetz, sowie in das sogenannte 
Ackergesetz des Fiirsten Jaroslav in den siidslavischen Gegenden so- 
wie in Russland Eingang fand: und es ist wirklich charakteristisch, 
dass in derselben Zeit, wo aus der decima der Kirche in Westeuropa 
ein ausfuhrliches Zehntsystem sich entwickelte und selbst im Sachsen- 
spiegel Eingang fand, in Bohmen, bei den baltischen Slaven und in 
Polen der blosse Kirchenzehnt bestand, dagegen bei den Sudslaven 
der Zehnt westwarts bis an das adriatische Meer, wo er in dem Statut 
von Vinodol und Polica Aufnahme fand, sowie in Russland 4 ) auf 
verschiedene Gegenstande auch bei btirgerlichen Pflichten Anwendung 
fand, ja auch in Ungarn ziemlich verbreitet gewesen ist, denn unter 
der decima des Corpus Juris sowie der Urkunden kann nicht aus- 
schliesslich der Kirchenzehnt verstanden werden. 

In Bulgarien, das uns hier am meisten interessirt, wird der Zehnt 
in einer Urkunde des Klosters Ryl v. J. 1379 erwahnt, und zwar von 
Bienen, Schweinen undSchafen: Aecencape nveMTii cbhhmiIh h oryIh 5 ); 
sonst sind aber die bulgarischen Urkunden ziemlich sparlich, als dass 
wir etwas ausfiihrlicheres erfahren konnten, Auffallend ist es dagegen, 



l ) Leunclavii, Juris Graeco-Romani II. 258. 
*) 3ireii> 1. c. p. 6. 

8 ) BacwbeBCKiil 3aK0H04aieibCTB0 HKOHo66oueBi, Kypnarb mrh. Hap. 
IlpocB. 1878. CO., p. 116. 

4 ) Dodatek miesi^czny do Gazety Lwowskiej, Lw6w 1872 I. p. 46, 
Documenta dotycz^ce dawnej ekonomii Samborskiej, 1442 : dccimas etiam 
dabunt, prout in terra Rusiae apud christicolas est conductum . . wodurch 
die decima als russisch und dem polnischen Rechte fremd statuirt wird. 
Nach den russischen Urkunden kommt der Zehnt sowohl von den Feldfr&chten, 
sowie von dem Viehstand, sowie von den Bienen vor. 

5 ) AnpwoBi, 6oirapcKia rpaMora, Oaecca 1845. 84. 



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129 

dass die Rumanen in der Marmaros in einer Urkunde v. J. 1378 
eben von dem fraglichen aber sonst in jener Gegend jedenfalls tibli- 
chen Schweinezehnt eximirt werden: „de porcis et frugibus more 
hactenus observato deciina non solvatur," l ) wodurch die quin- 
qaagesima als eine von der sonst landesiiblichen decima unabhangige, 
unbedingt auch altere Steuer erscheint; ja man ware versucht, auf 
directen bulgarischen Einfluss dabei zu denken, da ja die Ausdehnung 
des ersten bulgarischen Reiches auch auf die ostliche Halfte des 
Karpathenlandes nicht bezweifelt werden kann. Dagegen unterlagen 
bereits die Rumanen in Siebenburgen dieser Decimation a ) namentlich 
dort, wo sie auf herrschaftlichen Giitern angesiedelt waren, und in 
den rumanischen Colonien in Galizien finden wir die quinquagesima 
ebenfalls im Verschwinden, und zwar zu Gunsten eines hoheren Steuer- 
aasmasses. 3 ) 

Auf Grundlage dieser Thatsachen konnten wir nun getrost den 
Schluss Ziehen, dass die beiden rumanischen Furstenthumer, mitten 
unter den Landern gelegen, wo das Decimationssystem bestand, die- 
sem System nicht nur unterlagen, sondern dasselbe noch weiter aus- 
bildeten; die quinquagesima blieb intact bios in der Marmaros, im 
Severiner Banat (Karansebes) und in Hunyad — dort ist ihre Heimath ; 
wo sie in fremde Gebiete hingelangte, dort unterlag sie fremden, 
byzantinisch-slavischen Einfluss. 

Noch einige Worte: die gorStina scheint dem byzantinischen 
n Sgixrj zu entsprechen und urspriinglich eine Abgabe von der Weide 
im Gebirge zu bedeuten; darum ist sie auch auf die Schweinezucht 
ausgedehnt, wogegen der Schweinezehnt in Byzanz %oiQode%axla ge- 



*) 4yiHiiiK0BHTB, Hdop. qepra Yrpo-Pycciuixi. n. 19. 

*) Kemeny, Knesen und Kenesiate, Mgz. Sieb. 1846 II 316: ovium 
quinquagesima, item redemptio pecorum et apum ... in aliquibus sessi- 
onibas . . . valachicalibus dantur porci cespitales, et apes . • • 

*) Stadnicki, wsiach tak zwanych Woloskich na p6lnocnym stoku 
Karpat, ve Lwowie 1848 p. 30: Dorf Boberka 1537 . . . omnes census 
pecuniarios daciasque omnes porcorum et agnorum atque omnium proven- 
tuum . . mit denselben Worten in dem Privil. des Dorfes Ternowa Dolna 
p. 34. 1537; ibidem p. 84. 1544 Dorf Boguszy: greges ovium non ha- 
bentes . . . dnodecim grossos et unum popr^g, qui vero oves babent, a 
singalo centenario tres mutones seu agnos et duos caseos va- 
lacbicos . . . vigesimum porcum . . . Shnlich im Privil. des Dorfes Biela- 
zorowa p. 89. 1531; ibidem p. 78. 1548, DorfDolzyca: quindecim grossos 
de quolibet medio laneo, unum caseum valacbicum . . . popr^g . . . de- 
cimum porcum quolibet anno, et de grege ovium vigesimum agnum.. 

Ti. i Flloaofie, d^jeple a £lologic. 9 



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130 

nannt wird ; dan und bir ist bei den umwohnenden Slaven zu fiuden ; 
podvod, povoz ebenfalls ; fum&ritti entspricht dem polnischen podymne, 
rus. flHMOBe bulg. nepnapun (^JtsQ-nvQog Einheber der Rauchfang- 
steuer) im byz. xcutvoXoyiov etc., sulja entspricht dera pecus macta- 
bilis, wie es in Ungarn in natura abgefiihrt wurde, oder als Kuchenne 
in Polen in Geld reluirt erscheint etc. 

Wenn wir aber das in diesem Absatze in kurzem gesagte zu- 
sainmenfassen, konnen wir constatiren, dass die fur das jus valachicum 
charakteristischen knezen sich auch in den Fiirstenthumern verfolgen 
lassen, die quinquagesima wohl nicht genannt, aber die Steuer von 
den Schafen die ergiebigste Steuer bis auf die neueste Zeit in den 
beiden Fiirstenthumern bleibt; die ungarischen Rumanen bewahren 
beide Institutionen ungeschwacht, in den Fiirstenthumern unterliegen 
dieselben dem nachbarlichen Einflusse: dort wo ihre Resistenzkraft 
grosser ist, dort ist ihre Urheimat, aus dieser Urheimat sind sie ex- 
portirt und verlieren nach der Entfernung ihre Widerstandskraft. 

m. 

Als Charakteristik der nationalen Organisation und zugleich 
auch der politischen Stellung der Rumanen in Ungarn ware hervor- 
zuheben, dass in der Marmaros, von wo aus die Begiiindung des 
moldauischen Staates in der Mitte des XIV. Jahrhundertes zu Stande 
kam, fur dasselbe Jahrhundert sich eigene Voivoden constatiren lassen, 
die man ohne Vorbehalt fiir rumanische Nationalvoivoden halten 
kann *) im Severiner Banat kommt in ahnlicher Stellung der Banus 
vor;*) die doppelte Voivodenwurde in Transilvanien, sowie das zeit- 
weilige Auftreten von Voivoden im Bihargebiete (in Kreise jenseits 
der Theiss) ist nach den bisher bekannten Urkunden zwar undefinir- 
bar, konnte aber mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf die politische 
Stellung der Rumanen in diesen Gebieten zuruckgefxihrt werden. 

Der moldauische Staat wurde dadurch begrundet, dass der ru- 
manische Nationalvoivode in der Marmaros, Bogdan in die halbode 
Moldau iibersiedelte 3 ) und ein neues Staatswesen daselbst begrun- 



x ) Abstammung der Rumanen p. 146; das gleichzeitige Auftreten 
der Voivoden in den einzelnen valachischen Distrikten (kraina), also in 
gleicher Bedeutung mit dem Krainik ist bereits eine Abschw&chung der 
ursprtinglichen Bedeutung des Wortes. 

2 ) ibidem p. 151. sq. 

3 ) Thurocz III c. 49. Huius (Ludoyici) etiam tempore, Bogdan Woy- 
oda Vlachorum de Marmarusio coadundatis sibi Vlachis eiusdem distric- 



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131 

dete ; dieser Voivode Bogdan ist bereits eine historische Person, sein 
Grabmal befindet sich in der Klosterkirche von Radautz, *) und es ist 
demnach ausser alien Zweifel gestellt, dass der Voivodentitel der 
Moldau zugleich mit dem ersten Voivoden aus der Marmaros heniber- 
gekommen ist. In der kleinen Valachei wird bereits 1247 der vala- 
chische Voivode Seneslaus erwahnt, zu dem selben Jahr fiihrt der 
knez Lytrioy den Voivodentitel, und z. J. 1285 wird der Voivode 
Lythen erwahnt, 2 ) doch wird die Begriindung des valachischen Staats- 
wesens erst dem zu Ende des XIII. Jahrhundertes aus der Fogaras 
ausgewanderten Voivoden Radu Negru zugeschrieben, der zwar keine 
historisch (aus gleichzeitigen Quellen) beglaubigte Personlichkeit ist, 
uber den aber eben am siidlichen Abhange des Fogaraser Gebirges, 
wo die Wiege des valachischen Staates (Kimpolung, TirgoviSte) gewe- 
sen, so viele locale Sagen.im Volksmunde leben, dass man eben durch 
den Verkehr mit dem Volke den Eindruck gewinnt, dass diese Volks- 
sagen, obzwar sie oft anachronistisch klingen (z. B, Griindung von 
Kirchen durch Radu, welche architektonisch spateren Ursprungs sind), 
doch nicht in neuerer Zeit dem Volke beigebracht worden sein konnen, 
um die Chroniken zu bekraftigen, sondern umgekehrt, dass die Chro- 
niken aus der Volkssage geschopft haben. 

Der fragliche Voivodentitel ist slavischen Ursprungs : Kirchensl. 
!okio#i, rus. BoeBOja, poln. woiewoda, bohm. vSvoda etc. und be- 
deutet den Heerfuhrer, Fiirsten; in dieser Bedeutung ist das Wort 
in das rum. voevod, ung. vajvoda, vajda, das neugr. fioefiodog uber- 
gegangen. Uber das Alter des Wortes wird wohl kein Zweifel ent- 
stehen — es ist urslavisch, als Fiirstentitel (wenn auch vielleicht 
nicht ausschliesslich), aber jedenfalls alter als das importirte kn§z. 3 ) 



tos, in terram Moldaviae . . . hahitatoribus destitutam, clandestine re- 
cessit ... 

*) Die Inschrift des Grabsteines lautet: uhsoctia bo»i6A Icob de- 
falk BoeBo^a rocnoftftph %emn uoaaabckoh • cub-l boiwiba soeBOfthH. 

ZUpiCH CM rpOBl CR06MH llpftA*A8. CT»pOM» BOrftABB B06B0A* B MtT fSI|IIB 

utai|N rcB. B3j, ch rpoBu yhbh mahct^i KiK. Confer auch: Melchisedec: 
Man&stirf ji biserici antice din Bucovina, Bucuresci 1383 p. 291. 

*) FejSr IV. 1. 147. 1247. . . ad flumen olte, excepta terra Kene- 
zatus Lytrioy waiwode . . terra Szeneslai woiavode vlahorum . . . Fej6r 
V. 3. 274. 1285. Lythen voyvoda . . aliquam partem de regno nostro, 
ultra alpes existentem, pro se occuparat . . 

3 ) Das Wort Kn§z kommt in den mir bekannten rum&nischen Ur- 
taraden in der Bedeutung Fttrst nur einmal vor und zwar als Titel des 
polnischen K&nigs Sigismund: 3anncKH o^eccnaro o6mecTBa 1860 IV. p. 

9* 



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132 

Als Epitheton wird den rumanischen Fursten der Titel Gospodar 
und Gospodin beigelegt, beides Worte ebenfalls urslavischen Urspnmgs ; 
der moldauische Titel Gospodar erscheint conform mit dem Titel der 
russischen und litauischen Fursten, das Epitethon der valachischen 
Fursten, gospodin, erscheint in alien slavischen Sprachen in der Be- 
deutung von Herr und erscheint auch als Epitethon der Fursten (wird 
sogar zur Benennung Gottes angewandet), ohne jedoch in einein be- 
stimmten slavischen Lande in ausschliesslichem Gebrauche zu sein. 

Ebenso wie die aussere Titulatur entspricht aber auch der Inhalt 
der Fiirstlichen Macht bei den Rumanen den alten slavischen Ver- 
haltnissen: Die fiirstliche Gewalt ist patriarchalisch absolut, und es 
wird demnach nicht auffallen, dass z. B. Kantemir die Gewalt des 
Fursten in der Moldau in ahnlichen Redewendungen schildert, wie 
der um ein halbes Jahrtausend altere bohmische Chronist Cosmas. 

Die Banuswurde (bah) kommt nur im rumanischen und serbisch- 
kroatischen vor; in der Valachei ist der vel band der erste unter den 
Grosswurdentragern und ist eigentlich Statthalter der Voivoden in 
der kleinen Valachei, daher auch eex ban kpaa€bckh genannt. 

In der Landesorganisation der Rumanen in Ungarn ist an an- 
derer Stelle die Eintheilung des Comitats resp. des Banats von Ka- 
ransebes in Districte nachgewiesen worden; rumanisch wird der 
District jinutti, in Fogaras und im Burzenland auch j6ra genannt; 
daneben kommt auch die Kraina in dem Banat von Karansebes, in 
Hunyad, in der Mormaros sowie in den rumanischen Colonien in Gali- 
zien vor. l ) 

In den beiden Furstenthumern finden wir, abgesehen von der 
Eintheilung der Valachei in die eigentliche Valachei und das Banat 
von Krajova oder die kleine Valachei, und in der Moldau in die j6ra 
din sus und die j£ra din jos, eine analoge Organisation : jinutti, ent- 



325, 1510 flcutftuioro KHincaTe naHa jKHrMOirra, Kopoit noJCKoro .... 
— Sonst kommt das Wort in weiblicher Form KMtrHNA als Titnlatar der 
Frauen der Grossbojaren, statt des sonst ublichen fcvniJitcA, manchraal 
auch promiscue mit diesem in dei'selben Bedeutung. Cber den Knez als 
Dorfrichter ist bereits oben die Rede gewesen. 

*) Abstammung der Rumauen pag. 148. 159 ; tiber die galizische 
Kraina namentlich bei Stadnicki, wsiach wotoskich, Lwow, 1848 p. 10, 
28, 56 etc. item in der Rewizya praw i przywilej6w ekonomii Samborow- 
skiej in dem Dodatek miesi^czny do Gazety Lwowskiej, Lw6w 1872. etc; 
es werdea in dem Capitanat Sanok die Kraina Sobienska, kraina Olszan- 
ska, kraina Strwiqzska, in dem Capitanat Sambor die Kraina Rozlucka, 
Kraina Lipecka genannt. 



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133 

sprechend dem ungarischen Comitat, heisst in der Moldau urkundlich 
Volost, in der Valachei Sudstvo ; Die Volost zerfallt in einzelne Okol, 
das Sudstvo in Plasy; ausnahmsweise kommt auch der Terminus 
Derzava 1 ) vor. 

Das moldauische Furstenthum ist auf russischem Boden ent- 
standen, und zwar nicht uber die Nacht, sondern allmahlig, denn es 
werden bereits 1160 und 1164 2 ) in dem Gebiete der heutigen Moldau 
Ylachen erwahnt, und es muss die Staatenbegriindung der Moldau 
durch den Voivoden Bogdan, ahnlich wie jene in der Valachei durch 
Radu Negru, als ein Akt der staatlichen Emancipation oder Selbst- 
standigkeitserklarung, welche in den seit langem von Rumanen colo- 
nisirten Landern eben durch die Ankunft der beiden Voivoden bewerk- 
stelligt wird. 

Bei der allmahligen Ausfiillung eines Gebietes durch eine neue 
Volksmasse, sowie bei dem allmahligen Zuriickweichen oder Ver- 
schwinden der alten Bevolkerung wurde der alte staatliche Organis- 
ing nicht einfach hinweggefegt, denn die neuankommende Bevolke- 
rung fand in demselben Platz und richtete sich, so gut es ihrem 
nationalen Wesen entsprach, heimisch ein, wodurch das alte System 
wohl beeinflusst, aber nicht verwischt wurde. Diese Proeedur konnen 
wir namentlich in der Moldau verfolgen: das Wort Volost ist ur- 
slavisch ; bereits im Kirchensl. bjiactb findet es sich in der Bedeutung 
provincia (serb. in der Bedeutung potestas), im russischen bojioctb 
als Gebiet, provincia, polnisch wto^c in der Bedeutung von Bezirk, 
Besitzthum, Herrschaft, im bohm. (vlast — vlasti) wieder in der Be- 
deutung regio — woraus folgt, dass das Wort in verschiedenen sla- 
vischen Idiomen eine theilweise Veranderung der Bedeutung erfahren, 
aber in der russischen Form und Bedeutung auch in der Moldau, 
auf einst russischem Boden, zu finden ist. Das Wort Okol ist eben- 
falls urslavischen Ursprungs: Kirchensl. okokb, altserb. okoxhna, rus. 
in der Form OKOMija (sonst okojib) in derselben Bedeutung; das 



*) 3anncKH Ojec. o6m. I860, p. 324. 1434: mhcto BaciyH h bo- 
ioctb, mo k Tony MHCTy cjyxaeri, h 4ep»aBy ot TyTOBy h Tp*r& Bpi. 
ia4iCKUH <tb yceio boioctiho h mhcto TeKyvB <tb yceio bojocthio . . . 
item Melchisedec, Cron. Rom. I. 160. 1529 . . .. ejiio ceao » mwei|KOK> 
ItpwLK* . , . etc. Confer das bulgarische ApuMBA in Safafik, Pam&tky 
dfarniho pisemnictvi Jihoslovanfi, v Praze 1851 p. 38. 1253, II. 23. 
1259—1278. Daneben auch 36UA, mpn ib. p. 3. 1186—1196. 

») Nicetas Chon. p. 171. 1160, Cinnamus 6. 260. 1164. 



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134 

poln. okot bedeutet Umkreis, bohin. okoll — Umgebung nur Aus- 
nahmsweise in der alten Bedeutung. 

Der Terminus Sudstvo (c&&ctbo — c&A6i|i) kommt in derselben 
Bedeutung wie in der Valachei meines Wissen in altslavischen Ur- 
kunden nur eininal vor, und zwar in der Schenkungsurkunde des 
Stefan Nemanja (1198—1199) an das Kloster Chilandar, fur das 
Gebiet von Prizren und zwar bei der Aufzahlung der geschenkten 
Vlachen: <■>&!> kimjcl (maobo co^tbo h tophrcBo, 1 ) sonst ist aber das 
Wort urslavisch, ein Richter existirt in einera jeden Gebiete. Die 
Valachei gehorte einst zu Bulgarien; ob nun der Terminus aus der 
altbulgarischen Nomenclatur, die wir wenig kennen, ubernominen, 
oder ob er neu gebildet wurde von den Rumanen, wiisste ich nicht 
documentarisch nachzuweisen. Das Wort Plasa (kirchensl. njuca, rus. 
nojioca, poln. plosa, bohmisch plasa) ist bei alien Slaven zu finden, 
jedoch in der Bedeutung von Feld ; hat hiemit seine alte Bedeutung, 
welche sich im rumanischen bewahrt hat, in den einzelnen Idiomen 
mit der Zeit verloren, so dass nicht festzustellen ist, aus welchem 
Idiom es iibernommen wurde. Zu bemerken ware noch, dass die auf 
die Landesorganisation oder Landeseintheilung beziigliche Nomen- 
clatur in den slavischen Landern ebenfalls bedeutende Variationen 
aufweist. 

Der Mittelpunkt der Volost und des Sudstvo, sowie des Okol 
und der Plasa war die Burg (rpaji) 2 ) oder die Stadt, wo die Behorden 
ihren Sitz hatten; wie in dem slavo-rumanischen Recht in Ungarn, 
sowie bei alien Slaven wurde auch in den Furstenthumern das Gebiet 
sammt den Dorfern als zur Burg gehorig betrachtet, was urkundlich 



*) Miklosich, Monum. Serb. p. 6. 

8 ) Wir lesen z. B. in der Chronik Urekias c. XII. (JeionHCHqwe 

EfBpift H0I40fiift I. 128) Z. J. 1475: Y6TAT6A KftlYhUI& KB l|IMKT KB TOT, 

T6 ce kIhwl i|iNBTBH flvTMiii . . . Diesc Cctate Kracuna, ais Mittelpunkt 
der Volost Putna lag in der Foksaner Gegend, unweit von Odobesti; 
nach dem Berichte Kantemirs (Beschr. d. Moldau p. 57) sowie nach der 
Beschreibung des Bischofs Melchisedek (Notice istorice fi archeologice, 
Bucuresti 1885, p. 109 — 110) ist daselbst bis heute auf einer Anhfthe 
ein Erdwall als das einzige Uberbleibsel der alten Stadt oder Burg zu 
finden, wodurch die Analogic mit der Bauart der altslavischen Burgen um 
so evidenter wird. Einen ahnlichen Burgwall (runden Erdwall) untersuchte 
ich selbst in den letzten Ferien oberhalb der Bartholomaeuskirche in 
Kronstadt — das slavorumanische Brasovia des Burzenlandes vor der 
Ankunft der Deutschen (vergl. daruber Gazeta Transilvaniei N. 161). 



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135 

ausgedruckt wurde: ceno • . npHmweii Kh aKoxv 1 ) ; diese Dorfer, soweit 
sie sich in der Folge als solche erhielten, waren zum Unterschied von 
den Bojarendorfern, welche vor der Schenkung jedenfalls auch zum Okol 
unmittelbar gehorten, in unmittelbarer Abhangigkeit vom Staat (ceiiose 
Ehc% e*x* raiflpTiH , . oder npABH miapckh*) d. h. sie wurden von den 
Beamten der Burg verwaltet, zahlten an die Burg Abgaben und ver- 
richteten Robot; die Einnahmen oder Einkiinfte flossen unmittelbar 
n die Staatskassa und bildeten das Ordinarium in den Einkunften 
der Rammer — alles wie in Ungarn und in den slavischen Gebieten. 
Die Zahl der Beamten in den Burgen als dem administrativen 
Centrum war ursprunglich unbedeutend, vermehrte sich aber mit der 
Zeit ansehnlich. In der Moldau war die gewohnliche Benennung ftir 
den obersten Beamten der Volost: P&rc&lab (nipKiitABi), ein Name 
der nur aus der ungarischen Form : Porcolab 2 ) deducirt werden kann, 
eben sowie der Terminus ftir die Stadtverwaltung, §>oltuz (hioxtv3) 
und P&rgar (niprAp) ebenfalls nur auf die ungarische Wortform Sol- 
t£sz und Polgdr zuriickgefuhrt werden kann. Daneben findet man in 
der Moldau als obersten Beamten der Volost auch den Starosta 3 ) 
(crip octa) welche Benennung in dem angrenzenden Polen sowie in 
Kleinrussland urkundlich in der Bedeutung Capitaneus castri ge- 
brauchlich ist. In der Valachei ist der oberste Beamte der s^dec 
(c&^€i|-& oder co^ai|a) entsprechend dem Terminus Sudstvo ; der Name 
Parc&lab 4 ) kommt nur theilweise vor. Die in Ungarn ubliche Benen- 



*) Die citirten Ausdrticke Sind haufig zu finden in gedruckten (z. B. 
Melchisedec, Chron. Rom. I. 23. 1606; I 195; 1569; I. 279 1622. Ar- 
chiva istor. I. 50. 1575; I. 78. 1608 etc.) sowie in ungedruckten (am 
markantesten in einem Chrysovul des Radul Voda bei Gelegenheit einer 
Schenkung an das Kloster Solka) Urkunden. 

2 ) In Ungarn ist das Wort historisch eine Seltenheit, es wird z. B. 
z. J. 1297 (FejSr Yin. 5. 537) in der lateinischen Form Purcgravius, 
z. J. 1401 (Tej6r X. 3. 35) in der ungarischen Form Porcolab erwahnt, 
ist aber aeit dem aus der lebenden Sprache verschwunden ; in den slavi- 
schen L&ndern findet man das Wort h&ufiger in BOhmen in der Form 
pnrkrabi, seltener ist es in Polen in der Form burggrabia. 

*) Archiva istor. I. 181. 1595; I 117. 1603; I 93. 1636 etc. Mel- 
chisedec Chron. Rom. I 171. 1546, BeHeiHffB 1. c. 61. 1420 etc. und 
ebenso in ungedruckten Urkunden; in manchen Urkunden wird der Sta- 
rosta neben dem Pftrcalab genannt, wie z. B. Melchisedec Chron. Rom. I 

126. 1466. . . NH nipKAAAEOBC ©T MKIIII|A AMH CTJf>OCTH ©T TOrO BOHOCTH; 

sonst wird das Wort zur Bezeichnung des Vorstandes der Innungen in 
den Stadten gebraucht. 

4 ) BeHeiHHX 1. c. p. 36. 1418; 55. 1429; 161. 1534 (bcihkh we 
npwMa6i no n,apcK0ny rpajy); 162. 1534; 164. 1537; 243. 1604; 



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136 

nung Capitaneus in der Form C&pit&n (kmntani) findet man eben- 
falls in den Furstenthtimern, doch is es nicht einleuchtend genug, ob 
dieser Titel nicht erst in der Folgezeit zur Bezeichnung einer milita- 
rischen Wurde entstanden ist. Der bei den Siidslaven gebrauchliche 
Titel Zupan, den man bis nach Bohmen und Polen verfolgen kann, 
der, in Ungarn in der Form Ispdn fortlebt, kommt in der Valachei 
bios als Titulatur der Grossbojaren oder der ersten Wiirdentrager 
vor z. B. skviiah Ntroe Re* A(oro$eT.. etc.; in der Moldau wird diese 
Titulatur hochstens den Frauen der Grossbojaren (rctfiiaiiHija) beigegeben 
(die Grossbojaren fiihren die einfache Titulatur Pan (nam) wie selbe 
in Polen und Bohmen gebrauchlich war), in Russland kommt das Wort 
nur ausnahmsweise vor, und das noch in tlbersetzungen, welche von 
den Siidslaven heriibergebracht worden sein konnen. — 

Bei der anfanglichen kleinen Anzahl der Bearaten in der Volost 
oder Sudstvo wurde wie in den slavischen angrenzenden Landern 
dadurch Aushilfe beschaffen, dass einzelne Bojaren im Namen des 
Fursten im Lande herumreisten um zu Gericht zu sitzen, oder son- 
stige Obliegenheiten zu verrichten, was in den alteren Urkunden 
haufig durch die Formel ausgedriickt wurde: on Eoitpi h ot* ca^n 
rBAUH nocHAACMux^ no MiiiiocTtxi h no ca^sk6wl reaim ; in der Folge 
wurde die Zahl der Beamten bei weitem grosser, wie in alien be- 
nachbarten Landern. 

Nach den eben hervorgehobenen Grundprincipien der rumani- 
schen Administration geht klar hervor, dass dieselbe an das jus 
valachicum im Principe anlehnend, doch in Folge der Ausbreitung 
des rumanischen Nationalwesens auf slavisches Gebiet entschiedenen 
Einfluss aufweist, daneben aber auch ungarische Reminiscenzen be- 
wahrt; specifisch romisches, als Reminiscenz der romischen Colonie 
Dacia Traiana findet man aber nichts. Ebensowenig romische Remi- 
niscenzen haben sich auch in dem Militarwesen erhalten, denn die 
Kraft der romischen Truppen bestand in Fusstruppen, die Kraft der 
rumanischen Truppen in Reiterei 1 .) 

sonst wurde das Wort in der Valachei auch in der Bedentung von Dorf- 
richter gebraucht (porcolabi pagomm ; conf. Hormuzaki Docum. VI. 326); 
fur das Gebiet Czernez kommt urkundlich der Titel Capitaneus vor (Hor- 
muzaki 26 VI. 335 etc. 

*) In den Galizischen Krajina's pflegte gew5hnlich der Knez zn 
Pferde als BogenschUtze zu dienen (in uno equo cum sagitis et arcu) t 
bios iu dem Dorfe Tarnoya (Stadnicki 1. c. p. 32. 1444) sollte der Knez 
zwei Bogenschutzen stellen ; sonst wird von einer Kriegsabgabe der Bauern, 
welche nach valachischem Recht angesiedelt waren, gesprochen: Dodatek 



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137 

Die erste Reminiscenz iiber das militarische Auftreten der Ru- 
manen finden wir in den Nibelungen und da erscheinen sie bereits 
als Reitervolk. Aehnlich berichtet der bereits an anderer Stelle ci- 
tirte rumanische Chronist Miron Kostin iiber die ungarischen Ru- 
manen, dass dieselben zu Pferde in den Krieg Ziehen: „z samym xia- 
z§ciem na konie wsiadajq na wojny", und ebenso schildert Verantius 
die Rumanen in den Furstenthiimern: „Equestres plerumque militant, 
pedestrium copiarum nullus usus, nisi ad lacessendum hostem in 
montanis." Die von Kantemir (p. 211) erwahnte allgemeine Wehr- 
pflicht zu 1000 Mann aus jedem jinut oder volost erinnert an die 
altrussische Institution des THCaijKOfi und dieses an das byzanti- 
iiische %ikta(f%os\ dagegen wird die Eintheilung in Centurien oder 
sutas bereits in der Marmaros erwahnt, wo der centurio auch Voi- 
vode genannt wird; analog ist der russische cothhex, ahnlich auch 
die byzantinische Institution dqovyyog ix ray^dxov (rdy(ia als Gegen- 
satz zu dem alten > ifux\ namlich eine Truppe von 200 Mann. Der 
in Kantemir erwahnte Dienst in der Burg ist den Rumiinen bereits 
ans Ungarn bekannt; die Institution der Grenzwache, die Pancir's in 
den moldauischen Bergen, die cTpaaapH (straz) in der Valachei, ist 
in ahnlicher Form auch bei den angrenzenden Slaven zu finden, kann 
iibrigens noch aus der ungarischen Periode datiren, denn da bildeten 
die rumanischen Districte eine Art Militargrenze ; die Institution der 
cil^raji erinnert in manchem an die in Ungarn iiblichen Servientes 



In einem ahnlichen Gegensatz zum altromischen Wesen steht 
auch die rumanische Familienverfassung. Nach altromischem Brauch 
theilte sich die Familie nach dem Tode des pater familias; nach 
slavischem Brauch rechnen wir die Hauscommunion oder die Zadruga 
erst dann, wenn auch nach dem Tode des Vaters die Sohne in ge- 
meinschaftlichem Besitz verbleiben, und die Leitung des gemeinschaft- 
lichen Vermogens einem von ihnen (gewohnlich dem altesten) an- 
vertraut wird. Diese sonst bei den Slaven ubliche Institution war 
aoch bei den Rumanen in den Furstenthiimern vielfach verbreitet, 
ist heute jedoch in Erloschen. Die ersten Spuren davon habe ich 
wahrend eines in den letzten Ferien unternommenen Ansflugs in die 
Oegend von Argij, bemerkt, indem mir auffiel, dass haufig in einem 



mie8. do Gaz. Lwow. 1872. III. 254. 1572: de pecuniis quoque, quae 
eipeditione bellica occurente ex villa ipsa collegi solet . . item : Dodatck 
tygod. do Gaz. Lwow. 1860. p. 136: a czasu trwogi woienney po groszy 
sz&c (woyenszczyzny). 



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138 

Hause drei bis vier verheiratete Frauen arbeiteten; daneben fand 
ich oft, dass in einem gemeinsamen Hofraume drei, zuweilen auch 
vier Hauser erbaut waren. Da ich in einem Postwagen eingezwangt 
sass, konnte ich an Ort und Stelle nicht Nachfrage halten, erfuhr 
jedoch spater, dass die Sitte der ungetheilten Briider noch existire, 
daneben aber die Theilung nach dein Tode des Vaters oder auch noch 
bei seinen Lebzeiten vorkommt. 

In der Bukovina kara ich der Sache wieder auf die Spur. Nach 
meinen Informationen war die Institution der ungetheilten Briider 
oder die Hauscommunion fruher vielfach verbreitet, in Folge der 
neuen Gesetze sei jedoch die Theilung an der Tagesordnung ; doch 
wurde mir einmal speciel ein Haus im Dorfe Krasna, Bez. StroiSnic 
genannt, wo drei Briider ungetheilt unter der Fiihrung des altesten 
Bruders wirthschaften. Falle wo Briider auf deinselben Hofraum 
eigenes Haus haben und einen abgesonderten Tisch fiihren, jedoch 
genieinschaftliche Feldwirthschaft treiben, wurden mir mehrere ge- 
nannt. — 

Der wirthschaftende Bruder, der „baditz& a (slav. gazda) verfugt 
iiber alles : cum a <Jice baditzS, (wie der baditzS, sagen oder anordnen 
wird) meint man im Hause, wenn etwas verkauft werden oder ge- 
schehen soil. Wenn die Tochter aus dem Hause heirathen, bekommen 
sie das zestrea oder dzestrea (:=: das Schwesterliche, die Mitgift), 
namlich Vieh je nach dem Keichthum der Familie, Kleider und eine 
Truhe mit Leinwand; wie in den slavischen Landern wird es den 
Schwestern ubel genommen, dass sie seit 1869 auch Antheil an Feld 
verlangen. Wenn ein Bruder aus dem Hause heirathet, namlich in 
ein anderes Haus, (se m&rit&), bekommt er nur so viel, wie eine 
Sch wester, an Grund und Boden hat er keinen Antheil; wenn seine 
Frau stirbt, er nach derselben nichts geerbt hat und in sein Vater- 
haus zuruckkehrt, kann er auf den gleichen Antheil (parte, oder parte 
frafeasc&) Anspruch erheben, wie die noch ledigen oder im Hause 
verheiratheten (sa insurat) Briider; hat er jedoch nach seiner Frau 
geerbt, so ware es ungerecht, wenn er noch den briiderlichen Theil 
(parte) verlangen wurde. 

Kommt es zu einer Theilung, so vollzieht dieselbe entweder der 
Vater bei seinen Lebzeiten, indem er den heiratenden Sohnen auf 
demselben Hofraume ein neues Haus baut und 'Feld abtheilt, oder 
es macht dies nach seinem Tode der alteste Bruder; das vaterliche 
Haus bekommt der jungste Sohn. Eine amtliche Verlassenschafts- 
verhandlung vermeidet man in der Kegel ; nur wenn einer von den 



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139 

Brudern mit seinen Antheil nicht zufrieden ist, dann erst nimmt er 
die Intervention der Gerichte in Anspruch. 

Diese wenn auch wenige Momente eines alten Gewohnheits- 
rechtes, die ich auszuforschen im Stande war, entsprechen dem sla- 
vischen Gewohnheitsrechte, wie dasselbe auch in dem Karpathengebiet 
und zwar bei den Slovaken und ungarischen Ruthenen bis auf den 
heutigen Tag in Kraft ist; ich hatte an einer anderer Stelle 1 ) Gele- 
genheit nachzuweisen, dass die Principien dieses bis jetzt in Kraft 
stehenden Gewohnheitsrechtes nicht nur in haufigen Urkunden sondern 
auch in Verboczy's Tripartitum wiedergefunden werden ; heute konnte 
ich nachtragen, dass die kleinrussische Communion, wie sie sich bei 
den ungarischen Ruthenen bis heute erhalten hat, auch in den klein- 
russischen Urkunden zu finden ist, wo der ungetheilte Besitz durch : 
xepxaJH nocnoiiHTe oder nocnojurroio pyicoio ausgedruckt wird; 2 ) ja 
bis nach Nowgorod am Ilmensee kann man die Hauscommunion (iue- 
Meno) 3 ) verfolgen ; der bruderliche Antheil hiess ji$jn> und zwar 

pOBHHfl Jl$lTh. 

Aehnlich wie in den hier angedeuteten Fallen, sowie auch bei 
den ubrigen Slaven, findet man die Spuren der rumanischen Haus- 
communion auch in den rumanischen Urkunden: die fratres indivisi 
der ungarischen Urkunden sind die e^athc M6pA^€H6MH (bo rgkh) ; 4 ) 
Theilungen, pA3^tx€iiHe wird urkundlich oft erwahnt. 5 ) Das Vaterliche 
Erbtheil (bona avititia) werden cdtmhiu h a*ahiu, in rumanischen 
Urkunden auch coyhnx uih uoume genannt, ahnlich in den russischen 
Urkunden: OTipiHy cboio h jt^HHy, (omH3H0e); sonst heisst OTTOHa 
das vaterliche unbewegliche Vermogen, ahnlich wie im polnischen 
ojczyzna das nach dem Vater unter den Brudern zu gleichen Theilen 
getheilte Erbe genannt wird; im bohm. sind die dSdiny otnS in der 



1 ) Rodovy byt u Slov&kft i uhersk^ch Rusfnfi, Cas. 6es. Mus. 1878. 

2 ) C6opHHKT» naieorp. chhmkobx, Bhjho 1884. p. 8. 1523, 19. 1531 etc. 
z ) ByciaeBX, Hct. XpecTOMaria 557: bei einer Theilung: TouiKyft 

oto scero nieHeHH. 

4 ) Archiva ist. I. 6. 1490, BeHeiHHi 1. c. 138. 1514; Tocilescu, 
Revista II 209. 1600, etc. Ebenso in ungedruckten Urkunden; den Ter- 
minus nji6M6MHi)H fand ich in einer ungedruckten Urkunde des Klosters 
Sncevica v. J. 1598. Zu bemerken ware noch, dass es auch Gebrauch 
war, Gtttergemeinschaften zu schliessen, wie in den westlichen Nachbar- 
landern, Conf. Melchisedec, Bibl. D. Sturdza, Buc. 1885 p. 12. 

*) Melchisedec, Bibl. Sturdza p. 5. 1491. Melchisedec, Chron. Rora. 
L 166, 1546; Archiva ist. I. 42. 1549. 3anHCKH OAec. o6m. II. 564. 
1554; IV. 342. 1603 etc. 



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140 

Griinberger Handscbrift ein Pendant zu der russisch-rumanischen 
Diction der Urkunden, und ahnlich bei den ubrigen Slaven. Wie in 
Ungarn sind aucb die rumanischen urkundlichen Theilungen nur 
Theilungen von Dorfern zu 2, 3, 4 oder audi mebr gleichen Theilen. 
Der einzelne Theil heisst jv***; docb scheint auf den jungsten wie 
in Ungarn besondere Riicksicht genomraeu worden zu sein ; ') der 
Antheil der adeligen Frauen am Erbe in Ungarn, Rumanien*) und 
Russland konnte vielleicht dem Einflusse der Isaurischen Gesetz- 
gebung (der Ekloge) zugeschrieben werden. Ubrigens wird sich viel- 
leicht ein reichhaltigeres Material in dieser Frage in den Privat- 
urkunden der Bojaren, welche heute beinahe unbekannt sind, finden 
lassen. 

Der Terminus Ob§cina (©eyhiw) 3 ) kommt in den Furstenthumern 
urkundlich einigemal bei Reambulationen vor, bedeutet jedoch bios 
Gemeindeland, Hutweide, also etwa in dem Sinne, wie in Bohmen 
oder in Polen (gromadzkie gronty) oder in Ungarn. Die sudslavische 
obcina (oeKhmj a^ne) kann urkundlich nicht fixiert werden, obzwar 
die gemeinsame Verpflichtung der Bewohner eines jeden Burggebietes 
in Bezug auf Landesrobot und Steuerpflicht auch in den Fursten- 
thumern so ziemlich evident ist. Die Solidaritat des einzelnen Dorfes 
bei Steuerzahlung, wo einer fur alle und alle fiir einen haften 4 ) 
konnte auf byzantinische Einflusse zuriickgefiihrt werden ebenso wie 



*) Staduicki 1. c. 69. 1557. Kniaztwo Strwi$2ek . . si ipse haere- 
ditatem tamquam junior obtinere voluerit. 

2 ) Dodatek mies. do Gazety Lwow. 1872. I 154. Rewizya praw etc. 
1766 tegoz woytostwa ad extinctionem Familiae utriusque sexus, id est jure 
Vallachico posessorami . . . Ebenso wie das polnische Recht steht dazu 
auch das rumanische Gewohnheitsrecht im Widerspruche, so dass hier 
das jus valachicum als das jus der Pravila in RUcksicht genommen 
werden muss. 

3 ) Melchisedec, Chron. Rom. I. 210. 1604. I. 248 etc. 

4 ) Hormuzaki Docum. VI. 309. 1720: . . . auch die ungerechtig- 
keit kombe so weith, wann an ein Dorff Etwasz aufgeschlagen wurde, 
dass der Exekutor den nachsten besten Bauren einen mehr oder weniger 
ausz solchem Dorff, in Entlassung anderer nach denen Geburgen und 
W&lderen ergrieffen und selben mit grausambkeit dahin bezwungen hat 
durch hergebung all des Seinigen das quantum ffir das ganze Dorff allein 
zu entrichten . . Der Vorschlag zur Verbesserung der Lage lautete dahin, 
man solle entweder ,,einem jeden Bauersmann oder wenigstens dem ganzen 
Dorff eine fOrmliche Quittung extradiren", damit die Bauern wenigstens 
nicht gezwungen sind dieselbe Steuer zweimal zu zahlen, wobei also die 
Haftpflicht des ganzen Dorfes als altbestehend belassen wird. 



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141 

das jus vicini, welches in den Furstenthiimern ebenso wie in Ungarn 
bei Realitatenverkauf eine so grosse Rolle spielt. 1 ) Die Haftpflicht 
des ganzen Dorfes oder mehrerer (10 — 12) Dorfer fur einen began- 
genen Diebstahl oder Mord*) ist eine weit verbreitete Institution und 
kommt bei den umwohnenden Slaven unter dem Naraen poruka vor. 

Der Madchenraub, in den rumanischen Urkunden boaoy6iii€ ahbkoy 
(in Bezug auf den Thater A6RHi|onoxHi|iHT€Ah), war eine viel verbreitete 
Sitte, welche in dem byzantinischen Reiche bereits durch das Pro- 
cheiron (Tit 39 cap. 40) verboten wurde ; dieses Verbot wurde friihe 
in die slavische Sprache ubersetzt und findet sich als Anhangsel an 
das sogenannte Justinianische Gesetz (noxmueme, Kocxmueine) 3 ) und 
wird auch in Rumanien unter die schweren Verbrechen gerechnet, 4 ) 
welche dem Gerichte des Fiirsten vorbehalten waren. 

Trotz dieser Ahndung von Staatswegen muss der Brauch doch 
ziemlich stark in Schwung geblieben sein, denn es berichtet daruber 
Verantius 5 ) wie folgt: „In contrahendis vero observandisque matri- 
rnoniis, omnibus est idem mos, eadem lex, sed ignobilibus largior 
licentia. Virgines £nim, quas ii in thori consortium habere exoptave- 
rint, frequentius rapiunt, quam datas accipiunt, existimantes, id esse 
honestius, foreque inter sponsos firmiorem necessitudinem , quam 
si sponte, aut ad primas petitiones a parentibus exhibereutur, qui 
deinde, confecta jam re, dolere sese dissimulantes, haud aegre per 
amicos et utrorumque consanguineos reconciliantur." In der Bukovina 
existirt, wie man mich versicherte, die Sitte noch heute , dass in den 
Fallen, wo die Eltern des Madchens ihre Einwilligung zur Heirath 
versagen, der junge Mensch seine Geliebte entfuhrt und in einem 
nahen Dorfe so lange verborgen hallt, bis die Eltern die Einwilligung 
geben. Bei den Hochzeitsceremonien ist es aber, ahnlich wie in Ga- 
lizien, auch in der Bukovina bei den Rumanen Brauch, dass wahrend 



*) Zachariae, Geschichte d. griechisch-rSmischen Rechts, Berlin 1877. 
p. 212 etc. 

*) Hormuzaki, Docum. VI. 325. 1720. Pro securitate regionis respon- 
debunt semper et iuxta antiquara consuetudinem et libri Pravila dictamen, 
decern duntaxat aut duodecim circumjacentes pagi inter quorum limites 
homicidium, furtum vel expoliato contingit. Conf. BeHejum* 1. c. p. 272. 
1618, wo ein ganzes Dorf, da es nicht filr eine gestohlene Stutte Ersatz 
zu leisten im Stande war, in Untertbanigkeit geriet. 

J ) Bogisi6, Pisani zakoni na slovenskom jugu, Zagreb 1872 p. 63. 

4 ) Archiva Ist. I. 124. 1427 etc. 

5 ) Verantius, de situ Transilv. Mold, et Transalpinae, in den Monu- 
menta Hung. hist. Scriptores II. 138. 



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142 

des Hochzeitstanzes die Braut sich verbirgt und mit Gewalt dem Brau- 
tigain zugefuhrt werden muss. 

Diese kurze Skizze wird hoffentlich genugen, um init ziemlicher 
Evidenz darzulegen, dass das an anderer Stelle ausfiihrlich behandelte 
jus valachicum sich am reinsten in dem Gebiete der ungarischen 
Krone oder besser gesagt in den transylvanischen Karpathen erhalten 
hat. In den Fursteuthuinern lassen sich seine Hauptprincipien wohl 
wiedererkennen, aber es muss zugleich auch constatirt werden, dass 
auf diesem urspriinglich nicht ruinanischen Boden slavische, byzanti- 
nische und ungarische Einflusse zur Geltung kommen — ein deut- 
licher Beweiss, dass der Herd oder Ursitz des Valachischen Reehts 
(ebenso wie auch der dacorumiinischen Nation) in den transylva- 
nischen Karpathen gewesen, die Furstenthumer aber fur dasselbe ein 
neuer Boden sind, auf dem durch bestehende Verhaltnisse, Nachbar- 
schaft etc. seine voile Kraft abgeschwacht wurde. Nach meinem ur- 
sprunglichen Versprechen sollten wohl bei Besprechung der eben 
behandelten Fragen des rumanischen Reehts zugleich die altslavischen 
analogen Verhaltnisse mit in Rechnung gezogen werden; da jedoch 
die Behandlung der slavischen Verhaltnisse einen zu bedeutenden 
Raum beanspruchen wird, habe ich es vorgezogen diese kurze Skizze 
vorauszuschicken, um die altslavischen Verhaltnisse selbststandig be- 
arbeiten zu konnen — ich beschliesse also hiemit die Reihe meiner 
einander ergiinzenden Abhandlungen in der rumanischen Frage mit 
der Bedeutung, dass diese rumanischen Verhaltnisse eine gebuhrende 
Wurdigung finden werden in dem ersten und zweiten Bande der 
nun vorbereiteten Arbeit, welche unter dem Titel Slavische Alter- 
thumer in den niichsten Jahren zu erscheinen anfangt. 



10, 

„2alt<4£ PodSbradsk^" a „Kronika desk*", rukopisy 
b^val^ kaihovny OleSnick^. 

Zpr&vu o nich podal Ferd. Tadra dnc 22. listopadu 1886. 

Neddvno obohacena jest krdl. vefejnd knihovna DrdidanskA zna- 
menitym darem krdlovym, knihovnou totiz 01e§nickou, kterdz po 
nekolik stoletf snahou majitelft svych rozmno2ovdna vzdor pozdfejSfm 
pohromiim znucny pocet knih zachovala, totiz asi 30.000 svazkfi, skoro 



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143 

veskrz starych a vzdcnych knih, mezi nimi asi 1250 prvotiskft a 300 
rukopisfi. Po smrti v^vody Vil6ma Brunsvick^ho zdfidil totii nynejSi 
knil Sasky Albert velkou cdst majetku jeho v Prusk6m Slezsku, mezi 
jinym tez z&mek a panstvl 01e§nick6 (Oels), byvaty majetek a po 
dlouh^ cas sidlo potomkfi kr&le Jifiho PodebradskSho, v6vod Minster- 
berskych. Bohaty archiv zdraecky dostal se po delSfin vyjedn&v&nl 
zemsk&nu archivu slezsk6mu ve Vratislavi, knihovnu pak OleSniekou 
daroval krdl vefejnS knihovne v Dr&Manech 8 vyhraienim sob6 pr&va 
majetku a s v^minkou, aby spisy jednajfci o v&lecnictvl, d&le hudeb- 
niny, mapy a rytiny, jako2 i dubiety bud privdtni knihovne kr&lovsk6 
aneb knihovne pobocnl linie — pokud by si toho pfdly — odevzddny 
byly. - 

pfivodu a d&jin&ch knihovny 01e£nick6 jest ndra jen mdlo 
zndmo.*) Zdklad k ni poloZen od potomkfi krAle JiHho, v6vod Minster- 
berskych, brzy potom, kdyz byli OleSnici za panstvl Pod6bradsk6 od 
kr£le Vladislava vymSnili (r. 1495) a zde hlavnl sfdlo sv6 ucinili. 
NejspfSe bylo jii dflve neco knih zde shrom&zdSno, k tern pak pfi- 
pojeny knihy v majetku rodinnSm se nach£zejfcf, pozd&ji pak knihovna 
ze zdmku B6rutovsk6ho (Bernstadt, Berolstadium). V6vodov6 Minster- 
berstf starali se o rozmnoienf knihovny, podobnS i pozd&jsf majite!6 
panstvl 01e§nick6ho. Posledni v6voda Minsterbersky Karel Bedftch 
zemfel r. 1648 a Olesnici zdSdil po n6m mangel jedin6 dcery jeho 
Marie AlibSty, v6voda Sylvius Wirtembersky, jehoz rod ai do r. 1792 
v drifeni Olesnice zfist&val. Knihovna rozinno2ov£na koupf, odkazy 
a dary; zvl&§tnl zminky zasluhuje odkaz lifednlka kni2eclho KriSto- 
fora Schroeera (r. 1705), poz&st&vajfcl hlavne z knih pr&vnick^ch 
a o neco pozdfiji odkaz dvornlho rady knfieclho Pavla z Bornefeldu, 
obsahujlcl nejvlce knihy historick6. Knihovna spravov&na byla fddne 
od bibliotekdfft, z nich2 zasluhujf jmenovit6 uvedeni byti rektor Skoly 
01esnick6 Martin Benj. Goski v prvnfch desitiletlch 18. stoletl a Kri- 
stian Bedfich Giinther, kter^ k naHzeni vSvody r. 1787 sepsal katalog 
rukopisfi v knihovne se nach&zejfcfch. 

Nisledkem znacntfho rozmnozenl knihovny byly dosavadni mfst- 
nosti nedostatecny a na po&Ltku 18. stoleti vyk&z&ny knihovn6 nov6 
pekn£ mlstnosti v tfetfin patfe z&mku Olesnick&io. Knihovna Oles- 
nickd patfila nynl k nejznamenitipfm sbirkdm slezskym. Mlstnosti 
jejf zdobeny byly na jedn6 strane sblrkou obrazfi muSskych clenfi 

*) Pouzil jsem: Joh. Sinapius, Olsnograpbia ; S. V. Kroll, de bibliotheca Sil. 
Olsnensi (lit. I. & II.) a zprav vrchnfho bibliotekaf e DraztfanskSho p. Forste- 
manna. 



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144 

rodiny knI2ecf v iivotni velikosti; mezi nimi byl obraz krdle JiHho 
Podebradsk6ho (s ndpisem: Georgius de Cunstadt et Podiebrath, rex 
Bohemiae XIV.), dale Viktorina, syna kr&le Jiffho, Jachyma a jinych 
vdvod Minsterberskych, t6i obrazy knf£at z rodu Wirtembersk^bo, 
i obraz clsafe Ferdinanda III. z r. 1639. Po druh6 stranS byly obrazy 
inanzeiek knfZat OleSnickych a jinych Zenskych clenfl rodiny knfzecf, 
Ui jin6 men§f obrazy poprsnf. Nade vchodem do knihovny byl ndpis: 
„Domicilium sapientiae, aeternitatis capitolium." Knihy postaveny 
byly die obsahu v sedmi oddelenfch, na nichz byly ndpisy ukazujfcf 
na obsah knih, k. p. nad oddelenfm historickjfm : „Historia oculus 
eruditionis et sapientiae" a „Historici reddunt principes immortales", 
nad oddelenfm zemepisnym: „ Omnia climata perlustrare summa vo- 
uptas" atd. 

Vedle knihovny bylo museum, sbfrka pftrodnin i v£cf um&ych 
a vzdcn^ch, starych i novejSfch; nade vchodem ndpis: „Delicium et 
voluptas naturae et allium curiosarum."*) 

Roku 1792 zemfel v6voda Karel Christian Wirtembersk^ a za- 
nechal panstvf 01e£nick6 sv6 jedin6 dcefi Bedfisce, kterdifc provd&na 
byla za Bedficha Augusta v6vodu Brunsvick6ho, jeho2 rodu OleSnice 
takto se dostala. Az posud uchov&na byla knihovna OleSnicka vsech 
§kod a ztrdt, tak ie ani ve v&lce tficftilete nicehoi neutrpela. Bohuzel 
v§ak, ie doba n£m tak bllzkd nemohla uchovati to, co pfeckalo doby 
mnohem krutejsf. Ve v&lk&ch francouzskych, v nich2 rod Brunsvicky, 
zbaven byv zem6 sv6, cinn6 licastenstvf mel, nedb&no o knihovnu, 
spr&vu jejf nem61i vice mu£ov6 veci znalf, lee sluhov6 z&mectf, kteri 
nejenom ie knihy vzdcn6 neopatrovali, ale sami mnoh6 z nich roz- 
prodali a jinak rozptylili. Roku 1809 kdzal s&m v6voda Bedfich Vil6in, 
shdneje penfze k vypravS vdlecn6, museum 01esnick6 a n£kter6 knihy 
vz&cnejsf rozprodati. Kolik knih a kter6 spftsobem tlmto rozptyleny, 
nemfiiem ov§em urciti, ie to byly knihy vz£cn6 a rukopisy, to do- 
kazuje „Kronika Ceskd", rukopis pergamenovy s mnoh^mi obrazy 
knf2at a kr&lfi ceskych, ktery tei pH t6 pffleiitosti byl prod^n a po 
nekterych letech (1833) dostal se koupl od soukromnlka v majetek 

*) „Adest. . . . rerum fossilium, mineralium, conchyliorum, pectinum, arte prae- 
paratorum, picturarum, ludente curiose natura productorum, instrumentoruin 
quoque matkematicorum, denique omnia fere antiquorum incolarum hoi us 
terrae e terra effosae rei sepulcralis urnarumque ad Maslensem ducat us 
Olsnensis pagum detectarum tanta curio sitas, concinnitas, venustas, raritas 
et multitudo, ut rerum elegantiam, si contemplatorem spectayeris, exspec- 
tationem rerum obiectarum obtutus, obtutum admiratio stuporque superent". 
S. \V. Kroll, de bibliotheca SileB. Olsnensi lit. I. p. 15. 



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145 

nniversitni knihovny Krakovsk6, pdcf bibliotektf e tamnfho JiHho Sa- 
muele Bandtkie-ho*). Mu4 tento, jsa jeStS spr&vcem Skoly u sv. Dacha 
na Nov6m M£st& ve Vratislavi, obr&til pozornost svon na knihovnu 
OleSnickou, hlavn£ na rukopisy slovansk6 tarn se nach&zejfcl, popsal 
n£kter6 a upozornil na jich cenu, ano dopisoval v W pHcinS jin^m 
ucenc&m slovanskym, zejm&ia Dobrovsk6mu, jako2 pozd&ji jefitS o torn 
se zmfnime. 

V pozd&jSl dob$ naSeho stoleti byla knihovna OleSnickft zkou- 
m&ni v6deck6mu skoro nepf Istupna a proto uvlt&na 8 pot&&enim zpr&va, 
ie krtd saskf veSker6 knihy a mkopisy posud v OleSnici se nach&- 
zejicl daroval knihovnS Dr&2dansk6. Sem byly tak6 roku letoSnfho 
pfevezeny. Pouiiv delSfho pobytu v Dr&2danech o letoSnich pr&zd- 
ninAch prohl6dl jsem t62 n£kter6 mkopisy b^val6 knihovny OleSnickg, 
kter£ mi byly sprivou knihovny k voln&nu nahl6dnuti pfedloZeny, ac 
posnd ani srovn&ny ani zarad£ny nejson, coi jeStS detef doby vy2a- 
dovati bude.**) Dokud tak se nestane, nelze ani s jistotou ftci, kterS 
mkopisy v katalogu Guntherovg zapsang sem skutecnS dod&ny byly, 
n£kter£ se zajiste budou pohfesovati. 

Chci podati zpr&vu o dvou rukopisech b^val6 knihovny 01e§nick6 
nynl v Dr&2danech se nacMzejlcfch : 1) 2alttf PodSbradslcf. 2) Kro- 
nika <5esk&, co se prvnlho tffe, hlavng o obsahu jeho historickgm. 

1) Zalt&f Pod&bradsk^ z roku 1396 (star* sign, knihovny 
01eSnick6 R. I. 1. no. 3.), znara jest sice ve sv&6 v6deck6m, posud 
vSak nebyl podrobngji popsin.***) Jest to krtanf kodex pergamenov^ 
28 cm. vysoty a 20 cm. giroty, m& desky d*ev£n6, okovan6, potaien6 
ceraou sametovou, nynl ovSem odfenou ldtkou, Wbet strfen^, listfl 
poeitan^ch 182. Misty jest i uvnitf inkoust vybledty a otfonf a celf 
zevnejSek ukazuje, ie bylo knihy t6 v kniiecf rodinS Pod6bradsk6 
zhusta uilv&no, jako2 dokazuji tak6 i podpisy nfckter^ch v6vod Min- 
sterberskych na vnitfrni strand pfedni desky se nach&zejfcf, (ku pr. 
Heinrich $erjog ju SDWnftcrberg 1555, Sari $erjog ju 2Rftnftcrbcrg 1574, 
fymxid) ffienjd $erjog ju 3»ttnfterberg 1627, Sari ftriebrtd) $. j. 9». 
1640 a j.). Kym a kde rukopis ten psin byl, o torn nenalezl jsem 



*) Viz zpr*YU J. Jire&a v Pam£tk*ch. 1869. str. 237. 
**) Pft t6to pfflefttosti vzd£v£m srde£n6 dfky vrchnimu bibliotek&H p. Fflrste- 
mannovi sa pffkladnou vskutku ochotu a laskayost 
***) KrtUkou zpr&yu podal o n€m Dobroysky ve bv6 w Gtesch. d. bfthm. Sprache, 
str. 184. die Bandtkieho. — P. J. Safaftk v Rozboru St6. 1. n. str. 114. 
t& podiyi kritk^ popis „2altdf e Pod6bradak6ho di 01esnick6ho u a konsta- 
tnje, co se textu t^6e, ie se sromivi 8 zalttfem Vitenberekym. 

Ti,i FUoMfie, d^j«pU a Alologle. 10 



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146 

Mdn6 zminky; z nSkter^ch vyobrazeni erbu rodiny Pod6bradsk6 
a Wartenbersk6 a z naskytujiclho se v modlitb&ch na konci pf idanych 
pohlavf 2ensk6ho ve formulfch : j& hfSSnice, j& hubenice atd. s dobryin 
dfivodem zavfrati lze, ie isMH tento ps4n byl pro pan! A14betu, 
manMku p. Jana Bocka z Kunstatu a dceru Petra z Wartenberku 
a Kosti, od nfi se dostal nejspfSe panu Viktorinovi, otci kr&le JiWho 
z PodSbrad.*) 

Na pfednich i zadnfch listech kodexu jsou pozd£j§f pttpisky 
a sice na 1. Iist6 genealogie domu BraniborskSho : Incipit genealogia 
antiquorum heroum usque ad Ursulam primogenitam Alberti mar- 
chionis Brandenburgensis." Konci: „Albertus marchio Brandenburg, 
genuit Ursulam, ex qua Henricus sen. dux Monsterbergensis genuit 
Albertum, Georgium, Johannem, Carolum, Ludovicum, Margaretham, 
Magdalenam et Zdenam filios et Alias". Na druh6 strane tehoi listu 
jest: B Genealogia ducum Inferioris Glogoviae". 

Drulrf list, papfrov^, pozdeji vlo2en^ obsahuje zbe2n6 pops&ni 
kodexu jazykem nSmeck^m, napsan6 zmfnSn^m prv6 Bandtkiem. **) 

Na list6 3 — 8 jest cesk6 kalendarium s tanoh^mi jnieny cesk^mi, 
pfsmem star^m i pozd6j§f pfrfpisky. Pfi ka£d6m mSsfci jest po strane 
mal6 vyobrazeni v kruhu, zndzoriiujfcf hlavni zam6stn£ni v meslci 
torn. Poznamendvdm, ie v fad6 m^sfcft klade se dftve „czrwnecz" 
a pak „czrwen tt . CastSji, obycejnS pH dni, kdy neni zaps&n z£dny 
svat^, nalezd se pozn&mka „den wywrzeny". 

Na 1. 9. pofiind text zaltdre, psany ve dvou sloupcfch, obycejne 
po 20 fadkdch, inkoustem cern^m, pfsmem velikym mezi liniemi; 
ku konci kaM6ho 2almu jest pismem cerven^m pfips&na pozn&mka, 
pfi kter6 pfrleiitosti David 2alm ten sloMl. Velk6 zacdtecnf pismeny 
ver§& jsou barevnS, vMy jedna cervend, druM modrd. Zac&tek, nej- 
spfSe jeden list, scMzl, tak 2e pofilnd nds 2alt£f poslednlmi slovy 
druh6ho 2almu a sice : „rozhorzy se wkratcze | hnyew geho. blazeny | 
wssyckny gyz vflfagy | wen. Chwala otczy | Hospodyne czo wz | plozeny 
gsu genz | mye mutye. mnozy w | stawagy proty mnye | Mnozy prawie 
dussy | mey nenye gemu spas | senye vboze geho. Ale | ty hospodyne 



*) Viz dlanek SafaHkftv v Rozboru stc. 1. str. 115. 

**) Beschreibung des bohmischen Psalters der Podiebradischen Familie. Konci: 
Die Richtigkeit dieser Angabe kann ich bezeugen, jedoch liber den Werth 
der Sprache nicht nrtheilen, weil ich kein Bohme sondern ein Pole bin. 
Verstehen kann aber jeder Pole den Bdhmen u. vice versa. Bresl&u den 
22 Marz 1809. Georg Sam. Bandtkie, interpres juratus, Hector der Schule 
zum h. Geiste in der Neustadt zu Breslau. 



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147 

przygy | mately moy gsy sla | wa ma a wzwyssege | hlawu mu. Hlasem | 
mym k hospodynu w | zwolach y uslyssal mye | z hory swatey swey. 
Jaz | sem spal y sen popadl | my e y wstal sem nebo || hospodyn przygal 
mye | Nezbogym se tysycze ly | du obkliczegycze mye | wstan hospodyne 
spas | sena mye uczyn bozye | moy tt atd.*) Pod prvnim sloupcem textu 
jest cervenfe pftpstao : „Tento zalm uczynyl Dawid | kdiz byezal przyed 
swym | synem Absalonem a gest | od bozyeho wzkryessenye." Pod druh^m 
sloupcem prvnl strany: „Tento zalm uczynyl Dawid | kdiz absalon sye 
byl obyes|sil za wlasy tehdy Dawid pro|syl za Absalona a gest 
o bozye | smrty". 

Na 1. 21. a. vynechdn jest prvnl sloupec ; snad mlsto to urceno 
bylo pro obraz, kter^ ale nebyl udSldn. 

Na 1. 25 a. jest velkd inicialka H a v ni obraz panny kle&cf; 
text zacfnd : „Hospo | dyn o | swieta | ma a | spase | nye me koho sie 
wzbo | gy Hospodyn zaslony | tel zy wota meho ot ko | ho se wstrassy 
atd. a 

Na 1. 35 a. na sloupci druh6m inicialka R, v ni obraz mu2e 
ukazujiciho na svuj jazyk. B Rzekl | sem strz | yeczy b | udu czi | est 
sw | ych ab | ych nezawynyl w yazyku mem" atd 

Na 1. 46 a. jest inicialka C; na druh6 pak stranS inicialka R, 
obe s malyml obrdzky. 

Na 1. 57 a. velki zlacend inicialka S a v ni obraz ryby, kterd 
cloveka po2ir&. „Przyssel sem na wysost | morzku a burze poto | pyla 
mye. Usylowach | wolagye zmlkly uczy | nyeny gsu dasny mee" . . . 

Na 1. 70 a. inicialka V a obraz mu2e, ktery tluce dv&na paliS- 
kama na kotle. 

Na 1. 82 b. inicialka S (pyewayte), v nl obraz mu2e zpivajfclho. 

Na 1. 95 a. inicialka R s obrazem boha otce a syna; „Rzekl 
hospodyn hospodynu memu, sed na prawyczi mey a . 

Na 1. 134 a. koncl ialt&fr slovy : „ W tye hospodyne na | dyegy 
sem gmyel, ne|budu pohanyen na w|yecznost a . 

*) Kladu sem text tehoz mfsta z rukopisu bible DrazcTansk6 podobnS z konce 
14. stoletf, kteraz se jakoZto skvost zvl&stni ceny v knihovnS chov£ a ukazuje. 
Oba pfeklady se od sebe znafcnS rilzni. „Kdiz sie rozplapole w kratcie hnye | w 
geho. blazeny wssickny gyzto uffa|gi wen. Hospodine czo suu sie rozmno|- 
zyli gyz mutye mie, mnozy sie | pozdwihugi proty mnye, mnozy prawie dussy 
mey nenye spassenye| ubuozie geho Ale ti hospodine przigi|matel muoy gsi 
slawo ma a wzwyssi | gess hlawu mu. Hlassem mym k hospodynu wzwuolach 
y aslissal mie shuori|swee swate. Yaz gsem spal y zespal g|sem sie" atd. 
(fol. 294. odst. 3.) Ani nej stars! ialtaf knihovny klementiuske se ne- 
shoduje. 

10* 



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148 

Tuto sye dokonawa | zaltarz pod lety Bo | zyho narozenye T y s s y c z 
Trzysta Dewade|sat let a ssest leth. 

Na tem2 listfi na druh&n sloupci: „Tuto se poczyna leta|nya 
na sedm zalmow tt . 

Na 1. 150 a. prvnf sloupec dole : „Tuto se poczinagi hodi | ny 
za Y886 dusse wyene [sic] a nayprwe nespor zadussnye". Na druh&n 
sloupci inicialka P 8 obr&zkem. 

Na 1. 172 b. „Tuto znamenay mocz | swatych zalmuov po | die 
nalezenye swateho | Augustina", t navedenl, pfi kter6 pfileiitosti se 
kterf 2alm ftkati mi; konti se na lists 174. a. 

Miniatury nahofe uveden6 jsou p6kn6 a majf znacnou um&eckou 
cenu. Co se feci t/ce, nemohu sob6 ovSem n£jak6ho soudu dovoliti, 
m&m ale za to, ie „ialtdf Podebradsky u mnoh6 zvlAStnosti obsahuje 
a ie by prozkoumdni jeho i z t£to strinky bylo Zddoucf.*) 

Na 1. 174. b. za&najf opfit pozd&jft pftpisky, psan6 asi r. 1545. 
Jest to tak zvan^ 8 Letopis id&rskf krat&i; zacind: A. D. 1251 
d. Boczco comes Berneczensis et Nide atd.**) a jde a2 do r. 1420 na 
lists 176. a. Listy 176 b. a 177. a. jsou pr&zdny. 

Na 1. 177 b.: Elenchus Ulustr. familiae Ser. pr. D. D. Georgii 
Bohemiae regis ac Dominae Kunegundis de Sternberg oc., quo scilicet 
anno et die. . . Deus quenquam in hanc vitam ingredi jussit". 

Na lists 178 jest pak pokra£ov&ni Letopisu t$&xsk6ho od roku 
1420 a sice v8e s nepatrn^mi odchylkami od vyd&nf ye Fontes r. boh. 
Kdeito ale znim6 dosud rukopisy i vyd&ni konci rokem 1511, jdou 
z&pisky nafie ddle a sice do r. 1575 na 1. 180. Pod&v&m tento do- 
datek v hlavnich vScfch: 

„A. 1512 fer. VI. in vigilia ss. Philippi et Jacobi natus est 
eidem (Carolo) quartus Alius Georgius in castro Olsnensi. 

1515 XVII. Januar. natus est eidem quintus filius Georgius ibi- 
dem, qui et mortuus est eadem die sepultusque in ecclesia paro- 
chiali ibidem. 

1535 die Sabbati in vig. Palmarum (29. Martii) nata est primo- 
genita filia d. Henrico, filio Caroli, ex 111.* principe d. Margaretha 
ducissa Mekhelbergensi, nomine Anna. 

1540 die 5. Aprilis nata est eidem duci Henrico filia Salomena 
in castro Olsnensi. 

1542 die Sabbati 29. Aprilis natus est eidem duci Henrico primus 
filius Henricus ibidem. 

*) Srovnej uvedeitf jii &l*nek Safattkftv v Rozbora str. 115. 
**) Srovnej vyddni Emlerovo ve Fontes r. boh. II. 660. 



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149 

1543 sabbato 16. Junii eidem natus est filius secundogenitus in 
castro Olssnensi. Is postea ipso die divae Mariae Magdalenae (XXII. 
Julii) Karolus nomine baptizatus. Qui vero cum a baptismate ex ec- 
clesia parochiali domum versus in castrum portabatur, improvidenti 
casu portantis a pulvino, cum jam in aulam castri advenissent, in 
terrain cecidit, in alteram supervixit diem. Postmodum die lunae (XXIII. 
Julii) decessit, ex quo uterque parens gravissimum animi dolorem 
Inctamque concepere. 

1545 die Mercurii post Quasimodogeniti mense Aprili in castro 
Olsnensi natus est eidem Henrico filius Garolus. 

1545 XXII. d. Maii natus est 111. d. Joanni, filio ducis Garoli, 
primogenitus filius Garolus Christophorus ex Magn. d. Ghristoffori 
baronis de Schittlowicz filia nomine Christina ... in castro Olssnensi. 

Dotud ps&no vSe jednou rukou ; jinou rukou pak je&tS jest 
pripsino : 

1548 dominica Oculi (IV. Martii) nata est Henrico duci filia 
Katharina in castro Bernstadt, postea dominica Judica baptizata. 

1575 XXVII. Augusti natus est in arce Sternberga 111. principi 
d. Carol o duci Monsterbergenui in Silesia Olsnensi, comiti Glacensi, 
ex. IU. Katharina, nata ex antiqua familia baronum a Bercka, domi- 
norum in Duba et Lippa, primus filius Henricus Venceslaus. 

Na 1. 181. b. pfipsal s4m v6voda JindHch V&clav II.: 

,A. 1592 VII. Octobris natus sum ego filius in arce Olsnensi 
d. parenti HI. d. Carolo duci Monsterbergensi, domino in Sternberg. 
Jaischwicz et Mezibohr, Sac. Caes. Mtis. consiliario et supremo Supe- 
rioris et Inferioris Silesiae capitaneo, ex 111. ducissa Elisabetha Mag- 
dalena Lignicensi et Bregensi domina, matre clementissima ; XV. Oc- 
tobris s. baptismate iniciatus Henricus Venceslaus dictus. 

Berolstadii 3. Martii 1627. 

Henricus Venceslaus H. dux Monsterberg. 

S. Caes. M. consiliarius et belli dux supremus. m. p. 

1617. 7. Novembris nuptias celebravi Olsnae cum Ulustr. ducissa 
Anna Magdalena comitissa Palatina Rhenensi, filia primogenita Georgii 
Gustavi comitis Palatini ad Rhenum et ducissae Mariae Elisabethae.*) 

Na konci jest nSkolik lista vytrhino, ktert byly popsdny. 

2) Kronika ieski (start sign. R. I. r. no. 2.), krisn^ per- 
gamenov^ rukopis, 38 cm. vysok^ a 28 cm. Sirok^, m& desky dJe- 



*) Sroyn. Grotefend, Stammtaf. d. schles. Fttrsten bis 1740. 



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150 

ven6, kbii potaienS a okovan6. Na pfednf desce jest vytiaceno: 
„Kronika Czechft od poczatku yasyku czeskeho, yak gest zemy czesku 
osadyl Czech a s biatczimi [bratffmi] svymy az do krale Ferdynanda. 
Anno 1527. Montag nach Andreae". Text ps4n jest pfsmem ozdobnym 
a zretehrfm ve dvou sloupcich. Z pfedu i zadu vytrhino po ne- 
kolika listech, tak ie jich celkem jest jen 97 ; i vnitf nebylo kroniky 
uSetfeno, na lists 41 vystffien jest obraz, mezi listem 94 — 95 vytriten 
jest celf list. Na zachovan^ch listech nalezd se 17 obrazft kniiat 
a kr£lfl fieslrfch, dosti p6kn6 proveden^ch, ale sob6 velmi podobn^ch. 

Rukopis tento neu§el rovn62 pozoraosti Bandtkieho, kter^i nemoha 
sdm urciti, jakd kronika by to byla, obr£til se o radu k Dobrovsk&nu, 
jerau2 i nekter6 \fp\sj z kroniky poslal. Dobrovsk^ odpovfedSl listem 
danym v Praze dne 5. cervna 1810, z neho2 Bandtkie v^tah t^kajfci 
se kroniky do ni vlo2il. Dobrovsk^ pf§e : Nun noch iiber die Chronik 
zu Oels mein Urtheil : Ich nehme alles zur Hand was wir haben und 
kennen ; allein es ist weder Kuthen noch Hajek und sonst hat keiner 
von diesem Umfange eine Chronik geschrieben ausser Mikul&§ Konac, 
die zwar H£jek anfuhrt, wir aber nicht kennen d. i. nirgends finden 
konnen. Die mitgetheilte Stelle habe ich auch mit Pulkava verglichen 
und noch die Stelle vom J. 1164 betreffend die meiste Ahnlichkeit 
gefunden, selbst im Ausdruck. Ohnehin sind alle anderen nur Aus- 
zuge aus Pulkava bis 1330, mit welchem Jahre er schliesst". 

BliiSfm porovn&v&nfm textu kroniky 01eSnick6 nalezl jsem n&- 
sledujici : 

Kronika OleSnickd sest&v& z vice fidsti. Prvnf &Lst (ai do listu 
58) jest Pulkava, vsak stilisticky znafinS, vficnS jen na nfckolika milo 
mfstech pozm&ninf. Kompilator s&ta pravl vpfedmluvfi k teto predni 
cisti kroniky sv6, ie jest to kronika Pulkavova, a kterd£to i nynie 
jest zopravovina a v ceStinu lepSf na mnoh^ch mlstech zm6n6na a .*) 
VScn6 opravy kronikdf e naSeho jsou velmi spor6 ; znamenal jsem jen 
nekolik m&lo mfst vice zmSnSnych. To pak poloSil kompilator n&s 
na mist6 vypravov&ni Pulkavova zpracov£ni sv6 die Dalimila, jeho2 
misty slovnS pf epsal, nekde pouiil i Aene££e Sylvia a bezpochyby 
jest£ jinSho pramene, mne nezndmeho. ZmSny tyto nach&seji se 
vesmSs jen v pfednf c&sti kroniky Pulkavovy a sice do r. 1130; 
ostatni <&st shoduje se ai na nepatrne odchylky slovnS s vyd&nfm 
Proch&zkovym. 



*) Vzato z Krakovsk6ho pfepisu kroniky nasi, o n£mz pozdgji. 



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151 

Zac&tek kroniky nasi sch&zi, pocind r. 967 a sice: n A s jeho 
povolenlm (Mlada) kl&ter sv. Jiff na hrade Prazsk&n ustaviela jest 
a potvrzenie na to vzala, aby ona tu saina za abatySi vyzdviiena byla. 
PromSnil jest tak6 jm&io jejie pape2 a nazvina jest Maria neb 
Harzij a tu v torn kl&stere z&kon sv. Benedikta poznavSi abatySstvie 
do smrti diiela, mnoho pannen Slechetn/ch k sob6 pftvinuvSi oc. . . a 

Kr&sng plsmo raky prvnf jde a£ k listu 33, odtud pak ps&na 
jest kronika na§e rukou jinou az do konce. 

Kronika Pulkavova koncf na lists 58. b. a sice : „Leta t6hoi 
umfela jest krdlovna A12beta, iena kr&le Janova, m&tie Karlova cfsafe 
prvniho cesk6ho. A tak na Zbraslavi podlee otce sv6ho pochovina. 
Paan Buoh se smiluj nad du§f. Amen. 

A tak jest konec t£ch kronik oc. a 

Hned na to pak: „Tuto kronykn konal pan Bene§ rytierz 
z Horzowicz", coi se ovSem vztahuje ji2 na druhou cist kroniky 
01esnick£, totii k vypsini historie cfsafre Earla IV., kterti pocind na 
lisle 59, kdei jest t£2 obraz cfsafe Karla sedlciho na trfinS s korunou 
na hlave, zezlem a jablkem v rukou. Kronika Pulkavova a cist tato 
spojeny jsou n&sledujfcfmi daty ze iivota kr£le Jana: 

a L6ta bo2iho 1340 oslepen byl kr&l Jan. 

L. b. 1341 zaloZen jest Karttis. 

L. b. 1344 zvolen jest prvni arcibiskup. 

L€ta t6ho2 zaloien novy kostel Prazsky a takee mansiondfi 
ustaveni. 

T6ho2 16ta stalo se zaloienie biskupstvf Litomy§lsk6ho. 

T6ho2 I6ta obofil se most praisky den sv. Blaieje. 

Na listfi 63. b. druhym sloupcem pocfnd tfretf dfl kroniky 01e§- 
nick6, totli tak zvanl Staff letopisovS ceSti od r. 1378. Exem- 
plar n£§ konfif se r. 1469 slovy: „A tak 6echov6 pfilnuvSe k baSte 
(Dh. Brodu) siln6 k nf §turmovali a t6 dobyv§e spdlili a tudy na 
mesto spiie dodali. Ale v t6 bitvS a u toho Sturmu tak6 kr&le 
eesk6ho celedi" || (dobfe mnoho jest zbito. St. Let. str. 201.). Ostatnf 
jest vytrMno. Textu tohoto Letopisft cesk^ch u2il Palack^ pfi vyddnf 
sv6m (znamend jej pfsmenou N) ne sice z rukopisu naSeho, kter^i 
jemu zn&m nebyl, ale z pozd$j§fho pfepisu kroniky na§f nynl v c. k. 
stttnfm archivu Vldensk6m se nal6zajfciho. Pfepis tento shotoviti dal 
knfie Karel Minsterbersty pro sv6ho Svakra, Adama mladSfho z Vald- 
Stejna, jemuz jej listem sv^m dan^m dne 30. listopadu r. 1607 v£- 
noval. Pfepis ten srovnivi se v textu uplne s kronikou na§i.*) 

*) Bdhm, Handschr. des k. k. Haus-Hof- u. Staatsarchivs, Btr. 77. — £e ru- 
kopis ten aping se srovn£v& a kronikou nasi, konstatoval feditel archiyn 



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152 

Jiny pfepis kroniky nafil, bezpochyby tak6 uplnS toto&tf, jest 
ona n Kronika 6esk& a , o nii jsem se prv6 zminil, jei se nynl nalezA 
v universitnl knihovng Krakovsk6. Oba pfrepisy kroniky nafil jsou 
iipln6 a z pfedmluvy vysvite, ie kompilator pflvodnl seps&ni , za kter6 
m&m nynfcj&i exempli Drdfrfonsty, vSnoval „osvicen6mu knlieti a p&nu 
p. Jindfrchovi z Boil milosti knf£eti Mftnsterbersk6mu v Slezl Olefi- 
nick6mu a hrabfiti Glacztymu." Byl to nejsplfie Jindftch n., kterf 
se narodil r. 1507 a pro nihoi ji kompilator n&fi snad k uceni historii 
cesk6 y jeho mlad^ch letech sepsal. Pravlt y pfedmluvg mimo jin6: 
„Kteni2to kroniku ceskii na rozkaz^ni V. Knii. Mil. s mnohym na- 
psAnfm, rozli&rfm usilim, iittfm myfilenlm, itenlm mnoh^ch a roz- 
licn/ch kronik cesk^ch ustavicn^m pracnfc jsem v tyto jedny knihy 
sebrav V. Knii. Mil. jakoito p&nu sv6mu najmilostivSj&fmu k velik6mu 
V. M. potSfieni oddal. a 

Pfi bliifiim srovn&ni yldlme vfiak, ie kompilator n&S nedal sob& 
pfi spisov&ni pftlifi velkou prdci. V6cn6 zm&iy hlavnlch jeho pramenfi 
— jak jii praveno — nejsou caste ani znadn& Co se prvni cdsti — Pul- 
kavy tfce — chci zde upozorniti jmenovitfi na jedno mlsto od kroniky 
Pulkavovy znacnfcji se odch^lujlcf, totii na vypravov&ni phbihfi za 
Boleslava III. a Jaromira, kter64 sestaveno jest die Pulkavy, Dalimila, 
a Aene&fie Sylvia, v c&sti pak tykajici se vypuzeni Poland z Prahy 
pftpomlnd nSkterfmi slovn^mi shodami Hdjka, tak ie mimo uveden6 
jeSt6 na jinf s H&jkem spolecn^ pramen souditi se dd. Ackoliv n£& 
kronik&f klade hlavni dfcji&tS pffbShu tohoto die Dalimila do hradu 
Pra2sk6ho, pfid&v& k tomu, ie Polan6 pfestrafienf i z mesta vypuzeni 
byli, kter62to spojeni obou druhfl povSsti jinde nenach&zfme. Jako2to 
uk&zku slohu a zpracov&nl kompilatora kroniky 01efinick6 pod&v&m 
vypravovdnl to v pln6m znSnf. 

8tnrti tihoZ knieSete (Boleslava II.) a o synu jelio Boledavovi 
tfetim, jenZ byl Jcni£etem deskym XVI. 

Boleslav dv$ a tfidceti leth kniietstvi £esk6 zpravuje mnoh^mi 
ctnostmi i vitSzstvim stkviel se jest, a z sveta zfiel 16ta 999 sedmy 
den unora m&sice. Manielku jest mel velmi filechetmi jmenem Haymu^ 
s tu mil dva syny, Boleslava a VAclava. Ale Vdclav v mlad^ch letech 
od zimnice jsa strdpen umfel. Kdy2 se pak k smrti bliiil Boleslav 



stttn. p. J. Fiedler die yypiskft jemu ode mne zaalan^ch, za kterouito 
laskavost jemu srde£ne dfky yzdayam. 



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153 

starf, povolav k sobS syna Boleslava pfred svii 2enu i pred jinymi 
jako yimf otec napomfnal jej k dobr6mu a mnoh^m ctnostem ucil i pro- 
sil, aby mrzkfch a ohavn^ch hHechuov se varoval, Boha se nade vSe 
verou a milosti v b&zni jeho stoje pftdrial. A tak mnoh& naufenf 
jemu vydav knfzetstvl desk6 tak6 jemu k zprivS porucil a s6m Stasng 
iivot svuoj dokonal a pochovAn jest slavnd v kostele Pra2sk6m. 

Toho 16ta syn jeho Boleslav po smrti otce knfzetstvie pHjal. 
Ale nevedlo mu se tak Stasng jak otci, neb nAramnd skiip^ byl, 
Czechom do polsky slu2by a jin^ch potfeb d&vati zanedb&val a proto2 
o polsku zemi pfi&el, tak 4e PoUci vidiice jeho nedbalost dobyli su 
ma zase tvrzl mnoh^ch a coi tarn Cechov bylo, vSecky su zbili. 
A jednoho velmi chytrgho clovSka jmenem Mezka vzali su sobfi za 
vejvodu, kter^ito IstivS m&sto Krakov sobfi opanoval a vSecky fiechy 
t n£m zbil. Potom tthl jest na ngj knlie Boleslav s sv^m vojskem 
a 8 svii Skodu pHmSft s nlm ucinil jest Mezi Urn ten jistf Mezek 
jsa velmi \stivf a nevfcntf pfilahodil jest k sob£ dary rozlicn^mi 
a fecmi pochlebnymi piny VrSovsk6, jen2 sii byli pfednf radda knf- 
iete £esk6ho a s nimi srozum£nie maje pozval jest Boleslava lstiv6 
do Krakova na hody pro ucin&ni i stvrzenf pokoje a smluvy mezi 
sebu. On jsa ji2 prve sviedom lsti a nev&ry jeho, nechtel jest k tomu 
povoliti ani k nemu jeti, ale potom n&vodem tfich VrSovic6v namluviti 
se dal, ie jest slibom jich i Mezkov^m vbie za pftm&fm do Krakova 
pfyel. Ale vsak k buduclm v£cem prohfcdaje toho noopustil, ie zemi 
svu slovutn<y§fm zemanom porucil prose, stalali by se jemu jakA 
prihoda aneb lest od Mezka, tehdy syna jeho Jaromlra aby za knie2e 
misto n£ho sob$ vzali I taki jsa na hodech v KrakovS od Mezka 
jat jest a ocl zbaven, t6£ i dvofanee jeho ukrutnS zmordovini su 
kromi Vrsovicov i jich feledi, kteffi su o t6 neSlechetnosti a zrade 
vSdfli i tiiastni ji byli. Ti sami do Cech se vrttivSe, jakoby z veli- 
k6ho nebezpecenstvl utecenfm vysvobozeni byli, tak sob6 finili, zjevn^ 
slib i pftsahu od Mezka zruSenu b^ti vypravujfce. Kdyi jim toho 
vtfili t£m£r vSickni lidee, oni pod tlm Jaromlra syna Boleslavova, 
d&dice zemi, myslili zahubiti a Cesk6 kniietstvie sobfe osobiti. Tehdy 
Kochan, jeni mezi VrSovici toho Sasu raddii, zbo2fm i vzpcnostl naj- 
vyg§f byl, uhledav pHhodn^ cas pozval jest s raddou jin^ch pritel 
sv^ch k 8ob6 na lov pdna a kni2ete sv6ho Jaromlra a vymluvivSe jej 
pod tou lsti zavedli su jej do velmi hustoho lesu na jednu vysokii 
horu i javSe jej uv&zali su ho na jedno velik6 dfevo a pofcali k nSmu 
jako k cfli stfileti chtfce jej a2 do smrti ustfteleti. Tehdy pHhodilo 
se jest bo2im zpuosobem, jak2 pov&t jest, ie by vidin byl jako svaty 



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154 

Jan Krtitel od Jaromfra, an suknf hunemi zastfrg jej od strel, tak 
ie i&dn& jerau neuskodila. V tiii tak6 hodinu zen6 Jaromirove velmi 
n£bo2n6 u videnf jest ozn&meno, aby muzi sv&nu v nebezpecenstvi 
smrti postavenemu ryclilii pomoci pfispela. Tak6 kniie Jaromir mel 
jest s sebii v torn lese dva lovcf svd, jeden slul Hrziwecz a druhf 
Howora. Hrziwecz s Vrsovici drzal, ale Howora pdnu sv&nu veren 
jsa a uzfev co se s nim dfcje, rychle na kuoii vskociv bezal z lesov 
odtud a vokrik ucinil, vSem lidem takovii zradu prohlaSuje. Kterizto 
ihned v sv6m odeni vsedSe na kone nev6d61i v kteru stranu honiti, 
ale Howora svfcdom jsa toho mlsta vece jim : Nu jii j& pobihnu napred 
a budu tnibiti, vy nemeskajtez za mnu pospie§iti a zpravite se po 
m6m tnibenie. Tot Howora beie daleko napred trubil a v torn nei 
se naddl vbShl jest mezi VrSovice, oni jav§e jej rozk&zali tovarySi 
jeho Hrziwczowi, aby jej hned ob6sil. Vyprosil sob6 na nich Howora jii 
swti smrt znaje, aby mu popf 61i tfikrdt jeSt6 zatnibiti. A tak po prvnlm 
trubenf promluvil smutne flea: Beda mn§ neboh6mu, ie tak bfdne 
zahyniiti mdm, tob£t milf kmotfe svShiji a ponicfm statek i sv6 d6ti. 
Oni tu stojfee posmievali se jemu a tycenec na hrdlo jeho uvrci 
i podruh6 zatnibiti rozkdzali. Zatfm Pra2anee a jinf lidee slySiece to 
trubeni k tomu mfstu pHblfiovali su se. Howora odtrubiv jii podruhg 
jal se za duSi svii bohu modliti, tak ie velmi dliih^ paterz Hekal, 
neb v torn niramnfc pilnu svii potfebu znal, az kmotr jeho Hrziwec 
pobfdl ho, aby na dub v$5e vlezl a jiz posledni zatnibil. On potfetie 
dldho trubil, tesklivfe se vuokol sebe ohtedal. V torn hned Prafcanee 
na n6 vynikSe vokrik ucinichu a sstihajfee mnoh6 z nich na b&hu 
zbili sii je a n6kter6 zjimali. Kochan tehdfcS nev6d61, kolik Mr doma, 
neb utfkaje strachem vlezl pod n&jakii skdlu a ledva se tak ukryl. 
I odv&zali sii hned knf2e sv6 zdrav6 od toho dfeva, naznamenavse 
to mfsto. Ten pak Howora popadl jest na bShu Hrziwcze kmotra 
sv6ho a z ponuknutf jinych tfmz lvcencein a na teini dubu, na 
kter6m£ sdra mel viseti, ob6sil jest jej. Tu vSickni Howorovi z vSrnosti 
p&na sv6ho dekovali a jednu ves pod Velisku horou d&licnS jemu 
otdali. Na torn pak mfstS, kde2 knieie pfivdzdn byl, dfevo to srubivSe 
oltdr sii veliky z kainenf ucinili a potom kl&§ter sv. Jana EHitele 
zaloienie tu jest postaven i hojnS nad£n, v nemi jest mnoho mnich6v 
feholy sv. Benedikta za dliihS easy pf eb^valo a nazvali sii ten kl&ster 
Welijss, kdez nynie na torn mlste hrad jest a tiin jm6nem slove. 

Leta Bo2ieho tisicieho prvnfho, kdyi sii se ty v6ci tak daaly, 
Mezek polsk^ veyvoda skrze raddu a ndvod zradnych t£ch Vrsovicov 
sebrav velik6 vojsko vtrhl jest do Cech a pohubil velmi Skodnd zemi 



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155 

hradu Pra£sk6ho tak6 dobyv, potom oblehl jest Prahu a dve lethS 
u nf leze hladem jest ji obdr£al krome Yysehradu, ten jsa dobre 
opatren i silne br&nen y moci Jaromlra jest zuostal. Mil jest pak 
Jaromir druhgho bratra starsieho, jmenem Oldficha, kter6ho2 byl 
otec GindHchovi cfsari ke dvoru dal. Ten ac byl skrze dary Mezkovy 
od tehoi cfsare u vezenf drzdn, vsak potoin slySe o Mezkove zrade 
tajne od clsafe propu§t6n jest, aneb jakoi nfckteff chtf ute£enfm vy- 
syobozen. I pf i§el jest do Cech na hrad Dievin [sic] dobfe ohrazen^, 
tu se k n£mu sebrali mnozi vernf Cechovee radiece se spolu, kterak 
by mohli Poldk6v z zeme prazdni b^ti. I takz osadili su hory, kter62 
su najbli2 od Prahy majice strflz na nicli. A nalezSe jednoho casu 
pastuchu s hradu Pra2sk6ho smluvili su s nfm, slibivSe mu dobr^ 
koldc ddti, aby jim hrad zradil. On slibiv to uciniti rozkdzal jira 
rano v lese coi najbli2 mohii od hradu cekati, a2 by on jim tnibenim 
HavSstie dal. Tehdy jedno jitro vstav ten jisty pastucha tim ran&jie 
zbudil vr&tn6ho a k£zal sob6 most spustiti, jakoby mil st&do na pole 
bn&ti, i v§ed na most jal se coi najviec mohl trubiti. Cechovee stojiece 
na 8tr£2i a slySiece to tnibenie hned rychle vyskocivSe z toho lesa, 
Uerfi jest z t6 pficiny Strahov nazv&n a do dnes kilter na torn 
mfste postavenf tak slove, i vbihli sii na hrad praZsky na ubezpecilee 
Poteky a prostfed hradu se postavivSe hfmotn^m triibenlm a nemo- 
tornymi hlasy zkfikli sii vSickni rkiic: Poltici bezi, nuz po nich <3e- 
ehovee. Uslysevse oni to hrozng tnibenie a hlasy ceskg zdisili su se 
pMifinu hrozii a strachem, tak ie hned nechavSe vSeho odSnf a br&- 
n&iie nSkteH nazi na b£h se jeden pfes druh6ho otdali leckudys po 
stran£ch s hradu pad aj Ice. A nikterf zin&meni jsiice pro n&hl6 chv£- 
ttni a Uacenf s mostu padajfc lilavy sii sl&mali, jinl zinordovdni a roz- 
licnym bShem zhubeni. Odtud taki ten jisty nectny Mezek vejvoda 
jich s mdlem nekter^mi zase do Polsky utekl. PfestraSeni pak jsuce 
jinl Polaci, kteiii v meste byli, tfmto u&nkera, tei v&ckni na bih 
se vydali. PraianS zase posilnini jsiic t&hii sii po nich a mnohi 
z nich zmordovali a tak su je ven z zeme vypudili. Knfe2e Oldfich 
hned nazajtf ie do Prahy sjel a v kniietstvie Ceski se uv&zal. K n6mu2 
Kochan napfed jmenovan^ s jin^mi VrSovici pHvinul se jest, cine se 
veren jemu a mluve zle o Jaromfrovi knfMi a prosti jej tak velmi 
k bratru osocil, ie on potom zapomnSv nad nlm bratrski milosti 
oci vyliipiti jemu k&zal a to proto, aby potoinne pred nlm kufzetstvie 
to svobodni drieti mohl. NaHekal jest 2alostiv6 Jaromir pro tu vec 
na bratra a fka: Viem, ie sdm od sebe toho mi necinlS, neb si mne 
proti sob6 v ni2&dn£ nevife neshledal, ani z ceho kdy obvinil, nei 



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156 

postupujeS po nevSrn&n a lstiv&n Kochanovi, radfmf, stfeJ se s&m 
zrady jeho, vie§, iet suknfc bliiSie nei koSile netyvA. Nemiidry jest, 
ktoi pro dalek6 bliiSlch pffitel bez hodn6 pftciny zbyvd. DoSla jest 
tato f*ec VrSovice Kochana, nelibS ji nesl a vdy kdei mohl pfed knf- 
2etem OldHchem bratra tupil, o jeho smrt ukl&daje. V torn nSkterf 
cas Jaromfr pro potfebu na z&chod sedl jest, on stfeha jeho vzem 
voStip a v§ed pod z&chod jej sedicfho hanebn& a zradnS proklAl 
a tak nevinn6ho z svSta zprovodil. 

Voldfichovi knfzeti bratru Jaromfrovu mnozf u&nkovee, nfe- 
ktefi k&ranie a n&kteft chv&ly hodnf se pokl&dajf a mezi jin^mi 
i toto, ?e jeden £as, k&yi se yracoval s lovu skrze jednu ves jeda 
domuov, uzrel dievku sedlsku, ana u stadnice Saty p#fe, jm6nem 
Boienu, jen2 latinfc Beatrix slove. Byla jest pak u&lechtilS postavy 
a ctn^ch mravuov. I jat jsa krAsou jejie a rozmlouv&nim stydliy^m 
a tich^m v milovinie jejiem rozpilil se jest. A pHjev domuov hned 
vypravil posly sv6 po ni a vzal ji sob£ za manielku, a£ ma toho 
i p&ni odpierali radiece, aby radSe bohatou a vysokSho rodn z jin^ch 
zemi sobS pojal. On jim tu odpov&T dal : Rad&jie pr^ chci se s CeSku 
sedlku snieti, ne£ kr&lovnu nfonecku za ienu mieti, t&hnet se ka2d£ 
srdce k jazyku sv&nu. Protoi NfcmkynS m6n£ bade pfieti lidu m6mn, 
neb ona svii (eled bade mieti a n&necky m6 d£ti uciti bade chtieti. 
A kdeit jest jazyka rozd£lenie, ihned tu bfv& zemfc jist6 zkaSenie. 
To2 bySte musili vidy sob6 k nl feSnfky jednati, chttjlc nfckdy o st6 
potf eby s nl rokovati. A protoi knfJe OldHch sdav se s td filechetnu 
Boienu zplodil jest s ni syna velmi zdaH16ho a mazn6ho, jehoi jmeno 
nazval Bfetislav, jako by fekl zvuk chv&ly, neb jeho slovutnost 
a sl&va podnes zvucf vzdcnfe mezi lidmi, o n£m£ se doleji povie". 

D o d a t e k. 

Kdy2 jii zprAva tato vytiStSna byla, zapfijiena mi do Prahy 
„Kronika CeskA" nynf Krakovski nahofe dotieni; mohu tedy jen 
kr&tkoa zpr&vu o ni podati. DomnSnka mi, ie rukopis nyni Dr&2- 
dansty jest pftvodnfm sepsdnfm kroniky na8f, die nShoi shotoveny 
pozdSji oba nahofe uveden6 pfepisy t. nynSjSf Krakovsk^ a Videisk^, 
se potvrdila. Kronika Krakovskd sepsina nejspiSe r. 1531, kterfito 
letopocet nalfed se nad vyobrazenfm krile Jifiho Pod£bradsk6ho. 
Pismo rukopisu KrakovskGho neni tak p£kn£ ante tak zachovate jako 
v kronice Dr42dansk6, zvliStfc pokud se tfte pfedni 64sti t6to; vy- 
obrazenf knfiat a krdlfi Ceskych s arabeskami po krajich listft jest 



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157 

t nf vice nez v Dr&2dansk6, v nich ve vSech jevf se jii vyvinut^ 
sloh renaissancni, kterf tez — a£ ne je$t6 v t6 mfte — jevl se 
i y obrazech kroniky Dr4ftfansk6. Text se shoduje iipln£ s textem 
kroniky Dr&2chnsk6 a tudli i s textem kroniky Vide&sk6. VSecky 
tfi exemplify „Eroniky CeskG" jsou nim vzdcn^m dfikazem, jak velik6 
niklady panstvo cesk6 vedlo na skvostn6 rukopisy historie doraicf. 



11. 
PHspfivky k nejstarSi £esk6 hymnologii. 

Pod6?& K. Koirid, dne 6. prosince 1886. 

Kdy2 vydal se pisatel tohoto pojedninl pfed 16ty na vyzvMy 
ku hledinl a ocen&nl n&pgvfi staro&slqfch zpfivft posvdtnych, ucinil 
tak nikoliv beznad£jn£, alevSak nemohl pfrece ubr&niti se t$5 jak6si 
bteni, ie to bnde price na vf sledky chudiiki a proto i nevd66ni. 
Dalt se rffom teto price do tihoru, o nfimi nevfcdfcl, zda zdrodniti 
se di, fi nic. Dnes tomu jinak. Ta price nebyla mama, n6br2 ob- 
jevila v uhoru sv6m nejedno zrno dobr6, ba vyborn6, jii v dob6 pra- 
start, a krom& toho i nejednu stopu a nad&ji, ie zrni takov6ho bade 
bidav^m casern naSim jeStS vice nalezeno. A vskutku horlivl badatele 
v nail starov£k£ literature objevili a na sv&tlo vynesli od t6 doby 
jii op6t fadu pfsnl a zpSvft staroiesk^ch, s nipfivy notovan^mi i bez 
not, je2 dosv&Utajf, ie tehdejSf domnfinka naSe, jen ostychavS prone- 
seni, pravdiva jest a platna. Dnes mfrzeme Hci ji4 na jisto, ie pfred- 
ko?6 na&i ji2 ve XIV., ba fcisteinS ji2 ve XIII. stoleti mfeli pom§rn6 
bobaty sklad posvitn6 pisnS £esk6, jei vynikala tjtfi tak6 slovesnou 
a hudebni upravou, samostatnou pracf a tvofivostf, dosvedcujic, jak 
znacna byla vzd&anost pJedkft nafiich ji2 tehdy. Tim bolestnSji 2eleti 
jest nim toho, ie mriz nisledujicich bouft husitsk^ch tento nadSjny 
rozkvfct pohubil a zarazil, tak ie soused^ naSi Polici nisledkem toho 
nfe pak pfedstihli, ai prve od nis u&li se, n&m pak mnoho pfiSlo 
na zmar. 

Ve sv^ch „D6jinich staro£esk6ho zpfivu posvitn." podotkli jsme 
na konci, ie „neni obsah ttch dSjin vycerpin, alebri jeSt6 stile zbude 
elm jej doplnovati". A tak nyni vskutku se dSje. Jednfm z nejdftle- 
fitfcjSfch pramenfi staro£esk6 hymnologie, novfi objevenych, jest ru- 
kopis vySebrodsk6ho kliStera, cisleui 42. oznaceny, jeni byl ji2 z ne- 



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158 

jedn6 strdnky od dfimysln^ch badatelfi ocenfin. 1 ) A pfece i ndm zbfv& 
je§t6 nem&lo dodati k oznaceni jeho dfileZitosti pro na§i hymnologii, 
zejm6na vzhledem k jeho ndpfcvfim. nich platl zajiste, co J. TruhUfr 
(1. c. 53.) o jednom z nich pravil: „Co kone6n6 vzdcnost rukopisu 
vy§ebrodsk6ho znamenitfi zvySuje, jest Sfastnd ndhoda, ze pH naSf 
pfsni zachov&n n£m t6Z ndpSv jejiV) CoZ jest, zndme-li toliko text 
pfsnf starych bez ndpSvft? Tut zn&me toliko pfll mysli, pfll ducha 
staroceskSho ; bez nich nezn&mo, na jakych kffdlech povzn&Seli sv6 
mysli k nebesk^m vySindm a k nejvy§§fmu povoldnl sv6mu. NdpSvy 
ty ddvajl ndm nazfrati do nov6ho my§16nkov6tao svSta pfedkft, jsou 
tedy podstatnou, doplnujicl c&stf recenych pisnf naSich. E nim slug! 
pfihlfieti tlm vice, ze celym duchem sv^m li§f se od naSich modernich 
ndpSvfi, nepomSrnS v^Se stojlce nad nimi. K ndpSvfim pak rukopisu 
vy§ebrodsk6ho zejm6na zfetel mlti ndm slusi teZ proto, Ze zn&ne 
urcitS £as a zpfisob jejich vzniku. Stojff na titulnlm listfe rukopisu 
psdno : „Iste libellus et comparatus per fratrem Przibiconem monachum 

et sacerdotem professum in mon. Altovadensi et est scriptus 

et notatus totaliter consummatus anno Domini 1410". 

Tento urcity rok jest ndm bezpecn^m svMectvfm, Ze spr&vnS 
jsme soudili 3 ) na 6as, kdy vznikl asi „star§i kancion&l jistebnicky u , jeni 
casu vzniku sv6ho neuddvd. Jestif mu docela podoben plsmem, pravo- 
pisem, jazykem a notami. Go do obsahu jevf se mezi ob&ma rukopisy 
ta zajfmavd okolnosf, Ze se vz&jemn& doplnujl v jeden celek, Ze se maji 
k sob6 asi tak, jako nyn6j§l ^Ordinarium missae" a „Graduale a . Ob- 
sahujet vySebrodsk^ kodex v sob6 stal6 texty meSnl, jich2 obsah se 
nemenf (Kyrie, Gloria, Praeface, Sanctus), kde2to jistebnick^ zavlr* 
v sob6 meSnl texty prom6nliv6 (Introity, Graduale, Offertoria a Com- 
muniones 4 ) pak zpevy k proceslm, prosy a n6co jinych zpfevft. Jsou 

*) Jos. Jire6ek v pojedn.: „Z rukopisu kidstera Vysnobrodske*ho u . 6as. 5es. 
Mas. 1885. str. 565. a si. Jos. Truhlai v pojedn. : „Milostna pfsen desk* 
z po&tku XV. stol." Cas. Ses. Mus. 1882. str. 44. a si. — G. M. Dreves 
S. J. ve sv^ch spisech. jeina konci udame. 

2 ) ProtoS pravem dl tei Jos. Jirecek o jine" (1. c. 571): „Nejdulesitejsf pfi 
pfsni t6to moment jest, ze nam Vysnobrodsky kodex dochoyal inapevjeji." 

8 ) Viz: „Dejiny posv. zpevu staroSesk." 1881. str. 15. 

4 ) Co znameni tedy udanf p. Drevesovo v „Cantiones bohem. a na - str. IS., 
ze obsahuje „eine Reihe lateinischer Lieder der vorbeschriebenen an sser- 
liturgischen Art? tt Jsout to po fade mesnf texty, tedy po vytce 
liturgicke, a to nikoliv „weder nach den Festzeiten, noch nach irgend 
einem anderen ersichtlichen Eintheilungsgrunde geordnet." Po&n&t kniha die 
cfrkevniho roku s meinlmi Introity, Gradualy a d. na 4 nedele adventni 
(1 schazi;. Atd. 



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159 

tedy oba rukopisy dflle2ity ku pozndni tehdejSfch liturgickych fddft 
a zpev& v Cechdch. l ) Ve vy§ebrodsk6m 2vldste znamendine onen bo- 
hatSf liturgicky obsah meSnf, jen2 pfed snemem tridentsk^m v cirkvi 
yftbec platil, ale tfmto snSmem byl pak skrdcen, zejm6na interpolo- 
vand Kyrie, Gloria, 2 ) Sanctus 8 ) a t&Z n6co gradualn^ch alleluja, 
konecne antifony a prosy. 

Pro staroSeskou hymnologii md pak tento kodex tu zvld§tnf 
cenu, ze potvrzuje nSkterd uddnf nase o staroceskych pfsnlch; ale 
kromS toho zavfrd v sob& te& nSkolik vzdctnych ndp6v& staroceskych, 
je2 odjinud zndmy ndm nejsou, a poucuje nds o prv^ch pokusech 
tehdej&ch pfedkfl naSich v diafonii ci dvojzpgvu. Pohffchu nemohl 
pisatel tohoto dftleiiteho pramene ksv^m dSjindm posvdtn^ho zpSvu 
starocesk6ho pouZfti, jefto na svStlo vynesen byl teprve, kdy2 kniha jii 
se tiskla. Proto2 bylo ndm tehdy lze toliko nSkolik dodatkft skrovn^ch 
z nf pHpojiti k d&jindm, VSak nynl bylo ndm lze do krdsn6ho rukopisu 
toho osobnfc a zevrubnfc nahlSdnouti nadobycejnou laskavostf vysoce 
dftstojn6ho opata kld§tera vy§ebrodsk6ho Leop. Vafikdfe, jeni ndm 
za tlm ucelem tento kodex neobteSoval si zapfijciti. Jsmet jemu za 
tnto ldsku zvldStnlm a hlubokym dikem zavdzdni. I lze ndm tudiz 
nynf fecen6 d&jiny doplniti zevrubnym vypsdnlm a ocenenfm toho ma- 
teridlu, jejz poskytuje ndm k tomu konci vy§ebrodsk^ kodex. ObSlrny 
popis rnkopisu a slovesn^ho obsahu jeho podali fecenl badatel6 J. 
Truhldf a J. Jirecek (1. c), Truhldf i transskripci jednoho ndpevu. 
StrucnS t62 Dreves v „Cantiones boh. a str. 20. K popisu titulniho 
listu 4 ) dodati jest ndm, ze zde poukazuje pfsaf i na obsah knihy 
Uquerens in eo sc. libello querat secundum tabulam subscriptam se- 
cundum compptnm (t. j. computum) . . . ."). Pak pocind uddvati tento 
obsah, z n£ho2 vyrozumfvdme, ze ta kniha pocind vlastnS svScenim 
paskdlu, zpevem „Exultet u . Z toho pak jest patrno, 2e tedy listy 



') Z vysebrodsk6ho dovid&ne se ku pf., ze konalo se procesi netoliko „ln 
die resurrectionis". o „Bozira t$le u , na Hromnice a v neddli kvStnou, 
alebr£ i o nanebevstoupeni P£n6 a v den nanebevzeti Panny Marie. Pfi 
vsech konali tre* stad Ci zastavenf. 

2 ) Ku pf. Gloria „cum cancione „Dies est laetitiae"; Gl., „in quo carmen 
nPrimogenitus." 

a ) Ku pf. „Sanctus de novo sacerdote", v nemzto dteme interpolaci : „Cernere 
cupientes, ubi Xstus tractat cristum, sacerdos Dei filium a etc. . . . Jin6 
,Sanctus in sumrnis festivitatibus" s interpolaci „Deus Pater, judex ju- 
stitiae" obsahoje se jiz v prastarem tropafi kapitolni kuihovny prazske 
u 8v. Vfta z r. 1235. 

♦) C. C. M. 882. str. 46/6. 



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160 

e, f, g ozna£en6, je2 ntoledujl v rukopise hned po obsahu, nen&le- 
ieji k vlastnl knize, alebrf byly k nf jen pHvAzdny. RovnSi takovym 
pftdavkem jest i ostatek knihy od listu 143., jeni psAn jest tou2 rakou 
PKblkovou, jako listy e, f, g. (Viz Jirefek 1. c. st. 568). Na t£chto 
tfech vsunutych listech Sterne dvS cesk6 pisnfi: 



» ' 



D Vstalt jest Buoh z mrtv^ch" a „ Jezu Kryste, StSdrf knfee a ; ') 
pak latinskou pisen „Hodie Christus nasci voluit*, o nii vece plsaf: 
„Cancio*) in nativitate Xsti ad primam missam ante introitum can- 
tetur." Na listfe /') jevl se s notovan/m n&pfevem plsefi „Laus Do- 
mine resonet omni cum jubilo". NalistS/ 2 ) dlouhi pfse& „Salve 
regina glorie, emundatrix ftorie" a d. prvnf cesk6 pteni „VstalC 
jest Buoh tt dl Hus ve sv6 postile (Sebr. spisy II. 132.), ze byla roku 
1409 clrkevnS zakdzdna. KteraldS tedy mohl ji r. 1410 mnich kl&tera 
vy8ebrodsk6ho napsati a pojati do liturgick6ho zpSvniku? — Skoda, 
ie neuddvd tei ndpfcvl Text jeji jevl se zde takto: 

„ Wftal geft Buoh z mrtwych fwu moczy | o flawnye do pekla 
kroczy | aby z temnofty | y z zalofty | duffyczky fwemu otczy poslal | za 
nyezz gyty zadal | y na tort dal fwu duffy myloftywye. if Na welyku 
nocz tu nedyely | zborzyl pekelnu poftely | mocnye bez potaza fwaza | 
przykaza | gemu tarn oftaty | aby on na wyeky byl f czlowyeky J f hrzyef- 
nymy plamen hltage. if Odtud wywedl duffye yate|adama ewu otcze 
fwate | z pekla ohnyweho | placztyweho | a chtye gye wefty do radosty | 
f welyku mylofty | kdez andyele gey chwale bez przeftanye". Ad, 

Na listfe g* obsahuje se \6i plseft „Ad honorem et decorem 
matris Domini", je4 pH Seskych plsnlch uvidl se SastSji za pramen 
melodie. VSak zde notovan6ho nipfcvu nenf. Za to shledivime zde 
celf n£p6v pisnfc „Doroto, panno cist£ a , odjinud n£m nezn&my, 
pak celf n£p6v plsnfe „Otep myrhy", odjinud docela nezn4m6. 
E tfemto dv&ma pfsnlm chceme proto t6i obrdtiti hlavnf ztetel svttj 
v tomto pojedndnl. plsni „Otep myrhy a pojednal sice jii J. Truhl&fr 
(1. c.) obSirnS, vSak pfece tfeba jest, bychom se k nf jeStS jednou 
vrdtili a vedl6 potfreby opravili a doplnili, co bylo o nl jii ud&no. 
K tomu pak phpojfme jeStS n6co o jin^ch plsnlch cesk6ho pftvodu. 



l ) 



K t6to plsni bohuiel nepodAva* zde pisaf napevu. Text jeji jest i odjinud 
jii znantf. Jest to ten, jeji prazska synoda r. 1406. schvalila. Vic o torn 
u Jirefika 6. 6. M. 1. c. 667. 
') Kdykoliv se dte ▼ latind t jako c, pfie tak6 nas pisaf c 



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161 



1. „Otep myrrhy" (na lists 13&> a sled.). 

teto plsni jest tidm pfredevSfm rozhodnS vyjddHti mfnSnf, 2e 
skladatel jejf, snad s&m pisar jejf Pribik, nikterak nechtSl podati mi- 
lostnou pisen svetskou, n6brz jinotajnou pisen duchovnl. J. Truhlar 
(1. c.) prohlaSuje ji sice rozhodng za svetskou, dokl&daje o jinotajn6m 
pojmutl jejlm, ie „by nebylo zcela nemozno nfcsilnou ov§em inter- 
pretaci patmou povahu tuto (t ,veskrz sv6tskou B ) porusiti ve prospech 
tasnicivf duchovnlho". (Str. 47.) 

AlevSak proto piece zftstivfime pH jinotajn6m pojmutl bez 
nteill. Uvdzil jsem vSe dobfe, 61m p. Truhldf* dosved&ti se snaftl 
sveteky t&z jejf; ale uv&iil jsem t£2 jeSte jin6 okolnosti, a ty vedly 
mne pflmo k jinotajn6mu v^kladu, dflvody p. Truhldfrovy pak ho 
nevylucovaly. Tak6 transskripci notovan&io ndpSvu jest ndm opraviti 
a doplniti. E tomu pak pHpojlme t6z usudek svftj o hudebni cen6 
tohoto nipevu. Za tlm licelem pfedevSlm tfeba jest, abychom zde po- 
dali rtrnf opis a otisk origindlu t6to kr£sn6 pisne. V rukopise jest 
veskrz notovina na systemech pfitilfnov^ch, nikoliv itytlinovfch. V§ak 
fe po stejn6m ndpSvu majf prvd sloha (V) s druhou, pak tfeti se 
ctvrtou, podloJime druhou a ctvrtou slohu bez not. Takto staiena 
a sprivnS pfepsdna jevf se ta pisen takto: 



fc ' J» "*»* m J gj ™ g -g gfr^fe 



-& — « — »~ 



L * O-tep my - ry myet moy my - ly my - lu - get mye 
& f Moj myly *) mnye byel czerwen, krafen ya - ko le - te - 



*^, »gJglg«<p»_ P -^n^ ^: 



-& — & — <9- 



fwe wffye fy-ly, a ya ge-ho zmy-le - le - ho, pnzt 1 ) netbam 
czny den yafhy. To dyw z dywa, zet fem zy - wa, #nzt sye me 



l ) = pron#. 

*) Tady mi rnkopis: 



pki ag f*_ :)»: 



3Bt 



-»- 



( . . . „my) ly mnye byel czer - wen . . » u 

VidSti je z toho a z nSkolik jin^ch pttkladfl, ie n&§ bdsnfk s postern 
slabik a not nebral to pftsne\ 

».: FOwofie, dJjepta a filologle. 11 



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162 



F g i ^ . ^ng «>l l ' * — * g * ^ H J£r 

nycz na gy - ne - ho. 3. V Wftanucz y pogda to 
fr -de - czko znyma. 4. if Gc-hozt ma du-sze my 







-vsK — ^^ ^ « l g |- 



poptam so-bye £>nzt me fr * deczko mdle rzkucz ba - ty - czku zmy- 
wy-dye-ly fte, zda kde tu gye, my -loft fyl - na xa- 



le ly - czku zew my fwu twarz fo - ko - ly-czku. 5. if Kdy* dyech 
do ft pyl-na, k nyemuzt ma my - si ne - myl - na. 



prawye od puol - no - czy, ftrzyet mye ge - den z ge - ho 



^^— g gg~j ?r - ^ *—*>—* e T^ e^pt 



mo - czy, tak ne - zna - my wzezrzew na mye we - oet 

•) 



^P 



:*£ 



:j®sl: 



przenef mye w fwem pramye. 6. tf Teh - dy ya nan wzezrzyech 



E—fy g n-p- o ^—v— b ^ — ^^ag ^r 



i nye - czy domnych fye fwe-ho pa - ny-cze,rayech:kam 

c — T =^ ^ ^= ltS ~^ * gg = g j ===:: fl 



ko-ho? a on: to - ho, gehoz ty hie - dasz prze-mno-ho. ,,, ) 
Drive nez o pfsni sam6 promluvlme, jest ndrn neco Hci o na§f 
transskripci notov6. Original rad ovSem star6 mensurovan6, veskrz cern6 
noty, B longa, brevis, semibrevis" zvan6, pak svazky dvounotovfi, jez 

*) Toto |? stoji v rukopise ovsem jiz pfed a notou (na slabiku le), viak ni- 
koliv omylem, alebrS die tehdejsfho zposobu psani. Stojit ve „spatin", ni- 
koliv na line, ukazujic tlm, ze path k nejblizii notS teliofc „spatia* t. k h 
notS na slabice lycz. Docela patrnS se to jevf v faralelne' hudebne" fraze 
na slovo pyln&j kde2to |? stoji dokonce jii pfed slovem „£&dost" t6i ve 
„spatiu a , alevsak pH slabice pyJna, kara vlastne" patft, se opaknje. Prvni 
)? jest tu w kustodem u Si „strazcem u drnh6ho. Toto f, jest nam take ne- 
klamn|m dokazem, ie ke vsem ostatnim h notam nepatfi, ze tedy na takovych 
mistech zcela spravnS Sterne a udavdme toho tritonsk6ho diblika. 

*) Od t6to c noty stoji v rukopise kliS na p&e* line" a pfipsana jest jeitfc 
iesta lina. 

*) Transkripci textu, vzornS spoMdanou, ? iz v p. TruhlafovS pojedn ani (L c). 



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163 

Blahoslav naz^yd „spojen6 a nebo B sv&zan6\ (Muzyka, kap. 6.) 
Royn& neni y rukopise spojovacfch oblouckft nad skupinami not 
(= neumami). A pfece jich nezbytnfi tfeba jest, m^li se pisen 
zpfyati; a byla by Skoda, kdyby se nedal ten krisn^ n4p&v bez 
pfek&iky tak vfrele zazpfvati, jak zajist6 pfivodce jej zplval. Tu 
rldil jsem se die nabytych zkufienostf tfm hlavnfm pravidlem, ie 
nelze neumatickych ozdob a radostn^ch projevft zpevnych (stredovfekd 
jubily B ) bez potfeby trhati, byf bychom i na rozpacfch byli, jak 
ntkterf z nich zazpfvati, (ku pr. ve slov6 „myry lt ). Staff na nich 
nebyli. Z rukopisu samSho pak zjevno jest, ie patf f k sobS tft noty 

teta caste skupiny: — g ^ Jest to zJejmS viddti ye slovech 

fwe (na 2. fcdku rukop.), leteczny (na 5. *.), srdeczko (na 7. f.), 

fokolyczkn J(ll. f.) a j. Svazek not znamend ov§em dve 

noty krajnl. Stardho g klice na 4. line neueua vysvetlovati. 

PHkroefme nynf k odfivodnSnf sv6ho usudku, ie tato pfsen jest 
jinotajna, vyjadJujfc nfiinou touhu y6rn6.duSe po spojenl 
3 milickem sy^m, Je2iSem Eristem. 1. Tato pfsei obsahuje se ye 
sbfrce pfsnf posv&tn^ch; pfed nl a po nf poMeny jsou pfsne po- 
8v4tn6. NejbliiSf jsou : pf ed nf B Regina coeli laetare" (velikonocnl), 
po ni „Stalaf se jest v6c divnd a (v&iogni), pak pfsen o sv. Dorot6. 
Tak6 pozd&j&f dvfi pfsnS „ contra omnes status," a „ contra Wide- 
fistas* jsou duchoynf, nikoli sv6tsk6, — 2. Celf stfedovSk drie se, 
jak dobfe dotftek i p. Truhldf, y^kladu allegorick6ho, vedl6 nShoi 
Snlamitou minena jest cfrkev neb i vfcrni du§e kfestanska, Sala?- 
mounem 2enich jejf Kristus. A rukopis n&§ pfece pochdzf z roku 
1410! a jeho pfsen „Otep myry tt nenf lei yolnfcjSf bAsnickou para- 
fr&si na slova „velepfsne Salamounovy", ]ei obsahujf se v Eapit 3, 
y. 2. — 4; 1 ) k niiii pak skladatel na ozdobenf sv6 bAsnfe pouiil t£z 
yerfifi: kap. 1, 12; kp. 5, 10; a kp. 6, 2. Takov6 parafrasov&nf zname- 
nAme i pozd&ji y 8taro6esk6 literature, zejm6na v pfsnfch na fcalmy, 
pak na evangelia a epiStoly sloienS. 2 ) OstatnS zpomfnd toho pan 



') TruhlAf udav* k tomato titftu kapitolu IL My citajeme die Vulgaty. Die 
nf fyeme ▼ kap» 1, 12. takto: „Mily muj jest mi kytiSka myrrhy, kte- 
rai mesi prey mymi odpo&vati bade." Kap. 5, 10: »Mily muj jest bfly 
a Serve ny, vyvoleztf a tisfcft." Kap. 6, 2: „J& (nilezfm) m6mu milemu 
a muj mity (nfteft) mp& (Die pfekladu Frencl-Desoldova). 

*) Pamatujme, del i Komensty sloiil na 8 kapitol „velepfsn£ Sal." .osmeru 
pisniiku" jinotajnou. velepisni Salam. di t&& vykladem, ze se v ni „pod 

11* 



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164 

Truhldf s4m, ze veleplsen Salamounova je zHdlem t6to bAsng, a cituje 
tez verge n£mi udan6. Rovnez tak pftpadnS dokUdd : Ne2 nejen tyto rfizn£ 
jednotlivosti, nybrii celek lyrick6 pointy vynat jest z prosluU „Plsne 
plsnl"; nebot vskutku jest nafie bdsen sloSena docela zp&sobem 
a ducjiem „Plsn6 plsnl", jejfi „lyricka pointa" vrcholf v nejvfelejSf 
touze dude krestanskg po dokonal6m spojenl s „MiUckem du§l a 
v nejsvfitSjSi Svdtosti Oltdfnl, jeni vyiaduje Wsky nejvySSl, z ce!6 
du§e a ze vSech sil finoucl. torn nabyl jsem pfresvedeenf 3. z ma- 
lick6ho pffdavku na konci cel6 b&sue, jeji p. Truhldf snad pfehl6dL 
Jestit v rukopise na konci po slov§ „pfemnoho a touz 
rukou je§t6 pHps&no rubrum: „Giefu Kryfte ftyedry*. 
K plsni „otep myrrhy" mela se tedy jeStS pridati a pfipojiti zn4m£ 
pfsen o nejsv6t6j§l Svdtosti OltAfnf „ Jezu Kryste, StSdry kneze" ; 
neb toto rubrum nemohlo znamenati pramene ndp6vu nasi plane, jezto 
opatfena jest vSecka bez toho svym ndpevem a tento n&p6v od n£- 
p6vu pisnS „Jezu Kryste 1 ) docela se H51. OstatnS pramen nip6vu 
citov&vali pJedkov6 v cele plsnS, nikoliv na konci. Ze byla pisen 
„Jezu Kryste, St. kn. a tehdy obecne zn&ma i rozSlfena, jak vfme, 
proto snad ji plsafr toliko citoval. (Na list& e b jest bez toho rukou 
jeho celd vyps&na, v§ak bez n&pSvu). A prdvS tento pftdavek jest 
ndm bezpecn^m dfikazem, Ze b&snik plsnS „otep myrrhy" cht£l sloiiti 
plsefi jinotajnou docela v duchu obecn6 clrkve; neb co bisnlk v t6to 
pisni obrazng 1161, to plsnl druhou (Jezu Kr. St. kn.) skutkem se 
stdvi, vroucl touha duSe po dokonal6m spojenl s Kristem plsnl k nejsv. 
Svdtosti OlUrnl „Jezu Kriste" naplnuje se. Majl se tedy obfi pisne 
k sobg asi* tak, jako pfrprava na hody k hodfim, jako star^ z&kon 
se sv^m touiebn^m vol&nlm po Kristu k nov6mu z&konu, v n&mi 
BoZskf Spasitel tyto tuibj svym narozenim naplnil a *permanentnf 
inkarnacl" *) v nejsvfit. Svdtosti Olttfni stile napliiuje. 

Obsahujet se pr£v6 v tomto dokonal&n spojenl v6rn6 duSe s ne- 
besk^m „chot6m a 3 ) v t6to Velesv&tosti nejvfctSl tajemstvl vlry a l&sky 
Bo21 k lidem ; coi divu tedy, 2e p6vec Boil k vyjddf enl t6to nejvySsl 



pftkladem Salamouna, kr&e isr. a „choti jeho dcery Faraonovy vypravnje 
milost srdeCni mezi v6£nym zenichem Kristem a nevfatou jeho cirkvi. A 
d. . . (Viz jeho amster. kancion&ek z r. 1659. na str. 203. a 217. si.). 

*) Viz jej ▼ m^ch n D§jinach posv&tnSho zpSvu staro6esk. a na str. 77. 

2 ) Tak naz^vaji svatf Otcov6 cirkevnf nejsvgt Sv^tost olUfnf v^slovnfi. 

*) Efez. 5, 25—32. Ostatnfi srovnej k tomu ialmu 44. vr. 11. 12.; zjevenl 19, 
7. 8.; 21, 2.-6.; 9.— 10.; IL Kor. 11, 2. a j. pak tak6 liturgii cirkevnl, 
▼ nfz obrazu tohoto hojnou m§rou se uiiv^. 



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165 

lisky a touhy sv6 po Kristu vyvolil tei nejiivejSf a nejvzneSenejSf 
obraz krestansk6 symboliky, velepfsen „SaIamounovu" ? Jednalf v torn 
die pfikladu cfrkve Kristovy, je2 tuto „velepfsen a ne- 
pfijala a nevfadila do „kanonu" pfsem svat^ch jako 
pfsen svfctskou, milostnou, n£brz jako jinotajnou. 

ie pak ob6 recent pfsnS vskutku majf se k sob6, jak udino, 
k tomu stacf porovnati obsah obou. 1 ) Dotknouti sluSf konecng i toho, 
ie „canticum a nazyvali tehd&i vezdy toliko duchovnf pisnS, nikdy 
syetskg, jei nazyvali cantio nebo carmen. 

VSak tento jinotajn^ v^klad na&f bdsnS „otep myrrhy" pranic 
nemenf na jejf libovonn6 krdse b&snick6, jii Truhldf trefhS oznacil 
rka, n ie skladatel n&§ . . . cizl ldtku svou nejen vnS uchvdtil a uvedl 
v zajetf na pfidS cesk6, nybrf v nitru sv&n znova zpracovav, jaksi ob- 
rodil na plod v^tecn^ a zddrny." (Str. 50. 1. c.) Jestit na§e bdsen 
skutecnS parafr&se, provanuU duchem netoliko v pravdS b&snickym, 
alebri i samostatnym a ryze fieskym, jak zevrubnS a dfimyslnS dovodil 
Truhlih Tut jevi se netoliko Msnicky rozmSr „cist£ ndrodnf" alebrz 
ryze ceskd dikce, je4 nema na sob$ pout a z&pon ani zdvor cizlho 
jazyka, afc obsah vypfljcen od jinud. Vsak b&snfk „nepfelfval pouze 
cizf ldtku ve formu jazyka ceskGho, nybri pochopiv ducha poesie 
dom&cf, zvldStnostf jeho dobfe setftl." *) Jest to nejkr£sn£j§f 
skvost ndrodniho b&snictvf cesk6ho z on6 doby. 

Co takto fefeno o bdsni, platf podobnfi i o n&pSvu. Prostudovav 
tento n&pfiv, nemAlo byl jsem pfekvapen v^sledkein, ie jest to v^tvor 
nem6n& um&lecky soumfcrn^, dokonaty a kr&snft nei text jeho. A jako 
v textu znamenali jsme dvoji smfcr a dvojlho ducha tvftrcl silou bdsnf- 
kovou v jeden ladn^ celek sloucen6ho, tak vidfiti lze i na ndpSvu. 
T&5 tvfirfcf sfla spojuje v n&m dva rozli£n6 smfiry v jeden kr&sn^ 
celek origin&lniho n&pevu. Lzef pozorovati na tomto ndpfevu docela 
patrnfc jednak vliv zpSvu clrkevnfho, alevSak i vliv n&rodnfho ducha 
staroceskGho. Jestit sloven v hypolydickG toning z upomfnek zpSvu 
cirkevnlho i n&rodniho. Rozlo21me-li totii ce\f n&pSv na jeho hlavnf 
melodick6 frdzy, shledime, ie jMrem ci tresti jejich jsou tyto tH : 

1. lydiclrf kvintovf postup a n&vrat: faJichaf ' s velkou kvartou h — /; 

2. sestup k plagdln6 kvartfe hypolydick6 a ndvratna horu: fdcfga; 

3. nadmSrn^ v^stup nad authentickou dominantu c, tedy nad pravi- 

') Celou pfsen „Jezu Kryste, stSdry knfcze" viz v JirefikovS Hymnologii na 
Btr. 89., neb ye „Vyboru staroSes. literat. tt II. na str. 21. a j. 

*) Truhltf L c str. 60. kde£ i obsirny rozbor kr£sn6ho b£snick6ho rozmSru 
t&o pfsne\ 



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166 



delny okolek hypolydick6 toniny ve frAze : cdedehahc. Prvnf z ttchto 
friz byla pfedk&m nasim zvldStt milA, jak patrno jest z toho, ie ji 
casto uifvali tak6 k jin^m pfenlm posvdtn/m i proston&rodnfm. Docela 
z teto fr&zy sloiena jest ku prfkiadu stard pisefi: 



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na- ro - dil se jest nam dnes, a - by nas po - jal do ne - bes. ttl ) 

V teto pfsni znamendme vfibec pfekvapujfcf podobnosf ceteho 
n&pSvu s n&pevem prv6 a druh6 slohy pfsnS „otep myrrhy". D&kazeni 
pak, ze tuto melodickou Mzu pfedkov6 nasi velice si oblfbili, jsou 
star6 ndrodnf pfsnfc, kter6 obsahujf se ve vz&ctn6 sbfrce J. Kadav6ho : 
„Slovensk<5 spevy". 2 ) Zejm&ia cfsla 22. 21. 19. a 20. t6to sblrky 
majl n&pevy, docela z teto lydickS fr&zy utkan6, tak ie ani ten B di- 
abolus musicae", velkd kvarta h—f (respective cis — g) nesch&zf. Ba 
pr&vS tento interval, triton, zd& se mi die nabyt^ch zkuSenosti, ie 
jest jeden z typick^ch znakft star^ch ndpSvft ceskych. 3 ) Obsahujet 
se i v Su§ilov£ sbirce ndrodnfch pfsnf moravskf ch, jakoi i v prastar6 
pfsni XIV. nebo XV. stoletl n And&iku rozkochany. u 4 ) Ba v t6to 
plsni shled&v&me celou tuto frdzu, vyjma jedin6 prvou notu /, ac 
tento n£p&v jest sloien v dorickS toning, od hypolydick6 podstatnfc 
rozdllnS. Die ud£nf Fejfallkova pocfnd takto: 



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g g" 



<y pli 



B An - d$ - If - ku roz - ko - cha- n^, na - de vie-cky pfe - y^ - bor-n^." 

Pak ale sestupuje n&pev do authentick6 kvinty dorick6 toniny. 

Druhi inelodickd fr&za : fdefga, jest p&vodu liturgick^ho, cff kev- 
nlho. Na dfikaz toho stacf, bychom zpomn61i tohoto verSe z „Te Deuni 
laudamus": 



1 ) Viz ji v nrfch Dejinach 1. c str. 158., kdei ptadposlednf nota musf byti 
g, jako zde. 

2 ) V Turd. Sv. Martinu, 1880. sosit 1. 

a ) Srovnejme k tomu, co psano o torn v Dejinach posv. st£. zp. na str. 168/9. 

a zvlaitS na str. 176/7., kdei tritona ▼ SeskSm ptivodnim nap&va ahledivame 

t6z nSkolik. Viz poznamku 1. na str. 6. 
4 ) Uvefejnil ji Fejfalik v „Abhandl. dr. kais. Akad, d. Wissenwh." Wien, 1862. 

39. Bd S. 742. 



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167 



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(Cantos firmus.) 



Treti hlavni fr&za : cdedchahc jest patrne vytvorem skladate- 
lovym, jen2 vyronil se z jeho mysli, nejvys roznfcenS touhou po ,nebe- 
sk6m choti*. Proto povzn&sf se na techto rafstech nad obycejny a pra- 
videlny okolek hypolylick6 toniny (c— c) vyssfm vzletem o celou tercii 
po dvakr&te. Toto vftsf vzruseni a rozniceni mysli bylo zajiste tak6 
pficinou, ze ozdobil n&pgv techto sloh (5. a 6.) delsfnii neumami na 
slova „moci tt a „panycze tt ; jimit projevuje touiebnS povzdechy 
(=pneuma,) velmi trefne. VSak touha velik& pftsobf tak6 bolestng 
strad&if. I tomu b&snfk zvl&stnf v^raz d&v& melodickou frdzou slov: 
„batyczku zmylelyczku", a: „zadoft pylna a . Jedine touto fr&zou vy- 
jadruje skladatel elegick^ r&z, jen2 vlastnS pftnileif podle pravidel 
star^ch tonin Sest&nu „tonu a hypolydick&nu. ! ) Vsak nAS hudebny 
Msnfk dal sv6 hypolydick6 pfsni celkem jin^ saraostatny riz jednak 
prostosrdecn6 radosti (fr&zou prvnl), jednak velik6 v&nosti (fr&zou 
drahou), jednak spojenim obon neb i vSech tri friz. A tfmto spo- 
jenim, tuSlm, dal skladatel nej!6pe na jevo typus 6esk6 mysli, je2 
ami tak6 velebn6 a hlubokg pravdy pojfmati s prostosrdecnou radosti. 
Proto nic nepochybuji o torn, ie hudebn^ b&snik t6to pfsnfi netoliko 
byl Cech, alebri tak dokonale kryji se slova s n£p£vem, ie text 
i nipev musely vyplynouti z jedn6 hlavy, z jednoho srdce, z jed- 
noho pgra. „B£snikem a skladatelem jest jedna a t&2 osoba", jak2 
i p. Truhltf (1. c. si. 56) se domnivA, a to osoba nevSednS vzdilanft. 

Jak rozdfln^m jevf se n&m tento pravideln^, limSrn^ a d&stojny 
n4p£v t6to pisni oproti n£p6vu on6 pisne, skutecnS milostnG, jiz 
nvefejnil p. Truhltf z mnichovskSho rukopisu v C. C. M. 1885. 
str. 112/3.! Jest jeSt6 starSf ne2 „Otep myrhy", anat pochAzi ze XIV 
stoletf. A pfece jak nepokojn^ a neupfr&han^ n&pfiv objevuje se 
v nSm zraku a sluchu naSemu! N&pSv, jen£ vymyki se z hudebn^ch 
zikonft a pravidel on6 doby a2 takovou mSrou, ie se nic neStiti 
proflukl6 dibliky „in musica" triton a diapente poloftti vedle sebe, 
transskripce-li sprivna jest, takto : 



') Paraatujme toliko na sesty ton ialmovy, nebo na Benedictus v VI. tonu. 
Vizme k. pf. sesty ialmovy ton v BlahoslavovS Muzyce (z r. 15G9.), [expl. 
musejnf sign. 58. G. 12. na lists 33 a]. 



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168 



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na tvoj mi - lo - sti a£ s6 mo - i e sta - tL a 



Aneb vizme tyto ver§e, v nichi jevf se ndm i neumatick6 
ozdoby, ba dokonce ji2 i sexty, na onen 6as neobycejn6: 



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czko. u atd. 



Tut jevf se veliky rozdll v ndpevu, v melodick^ch Mz&ch i v ryt- 
mick6m skladu obou pfsnf, eoi tak6 nemalou mSrou sv&Icf pftvodu 
a licelu obou pfsnf venkoncem rozdfln6m, dosv6d£ujfc tak6 n&§ alle- 
goricky vyklad plsne „Otep myry". Ovsem prihl6dneme-li bliSe 
k duchu pfsne rukopisu mnichovsk6ho, shleddme, ie upomfnd silnfe 
na pl^c tfl Marif u hrobu PdnS. VSak t6to pffbuznosti nebudeme se 
zajiste na onen cas diviti, alebrz za dftkaz vzniku jejfho prdv£ v on6 
dob6 povaiovati. Ale znamenejme tak6, ie autor t6to pfsnfc hrdze 
pfivodnfho pramene mocn6 protrhl a svym zvldStnfm duchem a umyslem 
daleko je pfekrocil. vytvoHv dflo samostatn6, jei takto podstatng se 
li§f od pfsnS „Otep myry a i od ndpSvu 2en u hrobu Pdn6. 

Zajlmavo jest t£2, porovnati s tlmto ndpfivem onen, jeji Komensky 
sloiil k sv6 „osmer6 pfsniSce" na slova teze B velepfsn6 Salamou- 
novy. a I on vyvolil pro svfij ndp6v plagdlnou toninu, vSak nikoliv 
elegickou Sestou, alebrZ trudnejgf druhou, nii vece Blahoslav, ie 
„jest skladem smutn^ch a plactiv^ch zpev&, k zdrmutku a mysli po- 
nf2en6 vedoucfch" (1. c). A takov^ v pravdS jest i zpfiv ci ndpfcv 
Komensk6ho. Vyznfvdt v skutku mnohem bolnfeji ne2 pfedeSl^ nipev 
takto: 1 ) 



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„0 by mne m&J ze - nich v&bnf s mi-lo-sti svou mn6 sdm 



*) L. c. na str. 217. Viz n&pevu i Komenskem vice v m6m pojednini 
v „Cyrillu tt r. 1884. str. 61. si. 



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169 
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yd£c - ny po - h* - be - nlm fist srych po - ctil ! i m Jch te- 



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skno - stf mne yy ; pro - stfl!* 

Tato posledni slova n£m vysvStligi, proc Komensk/ dal sv&nu 
ndpevu tak truchlivy a bolny r£z. Pro trudn£ pomfcry sv6ho vn£j§iho 
iivota. 

2. „Doroto, panno tista" (na liste 162 b ). 

Nem6ne vzdctnon pam&tkon hndebnf jest i tato pfsefi, jejli text 
sice byl ji2 dobre znfcn i z jntfch rnkopisfl star^ch, vSak oikoliv 
n£p£v, jeni poprv6 na svfctlo vychAzf z mkopisu vy§ebrodsk6ho. 
Kdyi psal jsem sv6 „D£jiny posvatn. zpSvn starocesk6ho a , je§t£ jseni 
ho neznal, ba ani se nedomnfvaL, ie by mohl jeStt kde krfti se. *) 
Jest to vlastne 2ivotopisn& prosa o sv. Dorot&, fitvar to skladeb kostel- 
nich, jen2 byl ve stredov&ku velmi obliben, jak sv&dcf t6£ n£§ rukopis 
vy§ebrodsk£ v n£m2 obsahuje se jeSte vice pros, na vfctSi svttky 
sloienych. Nadeps&no jest nad pisnl: „Canticum de s. Dorothea 
boemice". Z toho soudim, ie jest pfelofena z latinsk^ho origin&u, 
jefto pH pfsni a otep myry a nadeps&no „Canticum boemicale" *). Tato 
jest tedy cesk&, ona toliko cesky podan& pfsefi. Text jejf modeme 
pfepeany, podal J. Jirecek v Cas. C. M. I. c na str. 570. N4m 
zb^v& pfihl&lnoiiti k n&p&vu pfsng, jeni jest tfm vz&ctn&j§i, ie od 
jioud posnd byl nezn&m. SloSen jest ve start frygick6 toning v nii 
cel4 melodie velmi kr&sne a nmfile jest provedena. Skl&d& se ze 
dvou dflfi: prv^ se zpfv£ k 1. a 2. tf, druhy k repetici. Jsontslohy 
trojdfln6 (f f a J*). Noty rukopisu jsou cern6 kosottverce (semi- 
breves), skoro veskrze stejn6. Pfepfseme-li je na nynejSl noty, zni 
n£pev takto: 



*) L. c na str. 10. 

*) Po sepsani tohoto pojednanf shledal jsem tento latinsk^ original skutecne 
ye spise „Cantiones bohemicae" (od G. M. Dreves S. J.) na str. 61—62 
Vsak cesk£ text nenl pouhy pf eklad, n6br£ docela volne spracoyani latin- 
sk6ho texto. — Bukopia tfebonskSho archivu z XV. stol. A 4. obsahuje 
na L 319. jinou plsen o sy. Dorote ^Dorothea mens at rea a , jii m£ take 
Mone („Latein. Hymnen des Mittelalters 41 IH Band) 8 n&peyem docela 
rozdiln^m. 



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if Do - ro - tho pan - no czy - fta 
V Twe kra - fy y twe czy - fto 



twnoy hod 
ty ne -moz 



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czty czyerkew fwa - ta, nebs ty dyew - ka wy - bor - na, Bo - hem 
za - dny wy - pfa - ty, gy - myzs ty o - zdo - be - na, Kri - ftem 



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zwo - le - na ! 9* Ra - du - gy - czy fye f cho - tem sw^m, fpo - mo- 
fnu - be - na. 



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zyz nam tam fmut-nym 



k wyeczne ra - do - fty '). 



Neobycejnd architektonika t6to podivn6 melodie sv&dcf jednak 
o neobycejn6m vzruSeni mysli skladatelovy, jednak t62 o pftvodu do- 
m&cfin. Neobycejna jest; neb skladatel v nl protrhl ponta prayidel 
star^ch cirkevnich tonin. Melodick6 fr&zy jejf nejsou start frygick£ 
toninfc obvykl6, zablhajlce do lydick^ch a dorick^ch, reperkuse jeji 
e — c nenl t6mSf ani zn&ti, okolek stupnice pfrekrocen na horu i dolfi 
o ton. _Ba skladatel vzl6t& hned pri prv&n slovfi nejv^Se az na 
hofejSf /, ale hned a rychle zase sestupuje a2 pod okttvu na zA- 
kladnf ton e, jako by se byl pri torn vzletu vzpamatoval, ie nem& 
pri frygick6 toninfe v takov6 v^Si horovati. A v skutku jii nad ton 
d nevystupuje, za to £asto sestupuje k z&kladnfmu tonu, ba i pod 
nej, a dod&vd tfm zpftsobem nipfivu, mocnS nacatemu, r£z dumavy 
ci rozjimav^, jeni ovSem k zivotopisn£mu llcenl v/born6 se hodi. 
Tut patrnS pHrozeni, neurval* sila ukrocena a v pravideln^ tok 
mezi brehy uvedena zjemnujfcfm duchein a vlivem cirkevniho umenf, 
cfrni od libezn6ho, uhlazen6ho nipSvu pfedesl6 pisn6 podstatne se 
liSi. Tot sv^dci o pftvodnfm a samostatn6in nlzu n&p£vu a 6esk6m 
pftvodu skladatelovd, je2to rdznost s jemnostf zde zdruiena v jedno.*) 



1 ) Original jest na p&tilfaov^ch systemech v C kUti napofad notovan bez 
repetice, jffcto jsme pHdali my, ponevadi drnhy if pravfi tak jest notovan, 
jako pntf. Text obsahuje 12 trojdfln^ch sloh. — Neamy nejsou y ruko- 
pise dznaceny< oblondky; tyt my jsme pfidali, usoudivfie sami, ktere* noty 
path k sob*, jako y pfedesle" pfsni. — Text podavime pravopisem original u. 

2 ) K tomu srovnejme, iet i n&sledojfcf pfsen „Stalat se jest vec divni" a Hu- 
sova „Jesus Christus nostra sains" v teze nadmfirne* v^ice horovati po- 



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171 

Proc skladatel ndpfrru volil prftyfc frygickou toninu, jei jest 
,stupnice zpfivA prfsn^ch, tvrd^ch, trpk^ch*, jak vece Blahoslav ye 
8v6 „Muzyce? -1 ) 

Tot asi vyrozumfiti lze ze slov prv6 Ro.; „spbmozi2 n&m 
smutnym". Zde pftdfclil skladatel na 2. slabiku slova smutnym do- 
konce dlouhou neumatickou fr&zu, hluboko sestupnjfcf, jez na tomto 
mfstg vyznfvd ovsem jako dlouh^ povzdech smutku a ialu, kontra- 
stujlc ostfe proti nadoby£ejn6mu vzletu na pocdtku. Je2to vSak ne- 
zn&me skladatele tohoto nipfrvu XIV. v&ku, nelze n4m tak6 po pfr- 
cinfe tohoto neobycejn&io vzruSenf jeho mysli pAtrati. 

Pravfme, ie pisen ci prosa tato pochizf ze XIV. vfeku; nic ne- 
pochybuji, ie tak6 n£p£v. Zn&niat jest jii z rukopisil vfcku XIV. 
a takg vySebrodsk^ text svedcf svym pravopisem, ie opsin jest 
z pfedlohy XIV. stoletf. Jen tak lze vysvfitliti velmi nestejn^ a ne- 
stdty pravopis jeho znacnfc zabfhajfcf do starSf doby. Tak na pf. zA- 
jmeno jeji pfie tfmto ctver^m zpfisobem : giegie, giegye, gegie, 
gyegie; slovo rftie pfSe: rozye, jednou ale: ruoze; nejrftzn&ji pfie 
jm&io P£n£ takto: Jezu crifta, ^ezucrfftem i Krfftem, jednou 
dokonce prastar^m monogramem : M ^. Za t klade z pravidla y, mfsto 
f pfie jeStfe casto ff, zridka $, naopak mfsto i klade tak6 jen f, 
a skoro veskrze zachovAvA jeStS stard perfecta. 

Zajfmavo jest porovnati tento n&pg? s n&pgvem Rubfna a Pu- 
sterpalka v „Mastick£H a *), jeni jest tak6 frygick^, ale jak roz- 
dfhtf od naSeho. Kdeito n&p£v Rubin&v zni docela liturgicky, 
jak dovodili jsme v n D6jinich B (1. c. I. 185.), vyzul se skladatel 
na§( prosy z tSchto umfctych vazeb a vytvoHl melodii duchem samo- 
statnym, podriiev toliko vn6j§f roucho clrkevnf toniny. Za to v pfsni 
„Od cfeafe nebesk6ho a (ze XTV. stoletf) znamen&ne podobnG, ba 
skoro stejng melodick6 frAzy v t6ze toning frygick6, jako v pfsni 
,Doroto a (od slova „vyborri£ a ). Viz ji v B D6jinAch posv. zpfcvu stc. 
str. 178). 



cinajf a ku podivu tbl milostnA pfsen ZaviSe, jejffto xlomek naiel Jos. 
TruhUf a otiskl t Cas. 5. Mas. 1885. st 112/3. V ttto t6i frygicke pfsni 
jest hojnfi takov^ch horajfcich po&tka y nadmSrnS v^si. Dacha jest elegi- 
ektiho, velmi bolestn&o, pftvodu litargick6ho, vsak pH torn t6i plna pfi- 
rozen&o, originalnSho v^buchu bolestL Zajimav^ to pffkiad mocn6ho vlivu 
zpfivu cfrkevnfho na um&16 napSvy sv6tsk& 

l ) Zde nda>£ y ambita ci okolku tfetfho „tonu u jin6 n zpasoby zpfvini" 5i 
melodick6 frdzy, jak nynf pravfme, k tomu tonu, nei nase samorostld pfsefi. 

*) Ve w V^bora tf z liter, ces. L 67. 



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172 



3. Ostatni ieski pisn$. 



PKhl6dneme mistnSji jeSte k tfcm pfsnfm rukopisu vySebrod- 
sk6ho, jei maji cesk^ text, nebo byt i latinskg byly, pfrece cesk6ho 
jsou pftvodu. Neni sice mezi nimi 2£dn£ nov&, v5ak potvrzuje a do- 
plnuje se jimi, co jinde o nich jsme udali. Jsout to zejmgna pisnfc: 
„Stalat se jest v6c divn£ a , „ Jesus Christus, nostra salus B a dvojhlas 
pfsnS „Surrexit Christus hodie a . K tomu pfid£me n4p6v lat. sekveoce 
„Stabat mater" a nfckolik drobotin. 

a) „Stalai se jest vec divni". Tato start v4no6nf pfsei 
byla na poc&tku XV. stoletf jii obecnfc rozSffena, je2to obsahuje se 
v nSkolika rftznych rukopisech on6 doby. 1 ) V§ak divnd v6c! Kaidy 
rukopis pod&vd ji ponSkud jinak, a ani dva notovanS n&pSvy jejich 
neshodujf se vespolek. NejdokonalejSf b£snick^ utvar jevl se na nl 
ve vy§ebrodsk6m rukopise, jak2 uk&zal ji2 Jirecek (£. C. M. 1. c. 
568,9). Tak6 ndpev se tu pod£v£, bohuzel ale kus/, takto: 

H ^ <» fi2 1 ^ P ^ 



* 



„Sta fta - lat fye gieftwyecz dyw-na pan-na fy - na 



&*'•& ^ I ^ ^ P g 



po - ro - di - la be - ze wlTye ftra - fty tye - le- 



& ^ & 

fne tot geft . . . 

D£le bohuiel pfsafr noty nevypsal, aS liny notov6 a text jdou 
ddle, tak ze nelze n&m ani z&kladni toniny urc;ti, be schizi fin&lnf 
nota. Tolik vsak z podanych not prece znamenime, ze jinfi jest tu 
tonina, nezli y n&p6vu mladSfho kancindlu jistebnick6ho, jii otiskli 
jsme v sv^ch „D6jin&ch u (1. c. str. 150.). Porovnime-li tento n&p&v 
s n&pevem vySebrodsk^m, shledime, Ze sice stejnfc poclnajl Jubilus* 
i pfsen, a£ vySebrodslrf o kvartu v^Se, vSak od slova „panna a ne- 
srovndvajf se, a£ podobny si pfrece zftstdvajl. VySebrodsk^ sestupuje 
dokonce od / az na spodnf c pod okt&vu, m& tedy okolek toniny 
znacne sirsl nei jistebnick^, jen2 ve vlastnf pfsni ani oktdvy nedo- 
sahuje. Jevl se tedy ve vy§ebrodsk6m op6t samorostty projev a v^lev 
srdce, jen2 opfet nedbal pflsnd pravidel 8tar6 toniny, jako jeho blf- 



l ) Viz me „Dejiny etc. 14 160 si. 



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173 

zenec v prede§16 pfsni „Doroto a . Phdame-li k tomu, ie i zde zname- 
n&me tritenus h — / v neumatick&n „jubilu a (ve slove „porodiZa tt ), 
jehoz v jistebnick&n neni, tedy bude o4m opet lze prohlfisiti tento 
variant n&pevu za vyron mysli cesk6, vdnocni radostf vzru§en6 a mile 
dojate. Takovymi a je§t6 delSimi neumatickynii „jubily tf poclnajl 
v tomto njkopise mnoh6 a prosy a , ku pf.: „Ey . . . ey aetas jam aurea 
incipit" ; — »Sol ... sol de Stella oritur" ; — ,Ur . . . Ursula speci- 
osa* a j. To stopovati mfiieme i v melodick£ frdze na slova „beze 
vsl strasti t61esn6 a . Jakou nfehu mysli dal skladatel na jevo 
sestupem n&p&vu patrnS do plagilng kvarty na ta slova opustiv ple- 
savou vysi dftvfejSf! I tato neznost mysli je znakem cesk6, slovansk6 
mysli, tak ie zd& se mi n&pev jistebn. kancion&lu, v nemz tohoto 
sestupu neni, byti origindlem necesk^m, ale vy§ebrodsk^ nipfiv ceskym 
variantem. Vidno, ie konecny soud o n&p£vu t6to pisne zfistaviti jest 
n&m budoucnosti. 

Ze by latinskd pisen „Patrata sunt miracula" byla origindlem 
textu, 1 ) pochybuji; alespon k naSim n&pgy&m se nehodf, jeJto k nim 
dobre nepH16hO a b&snick6 metrum cesk^ho textu nejen jin6 jest, 
nez latinskgho, alebrZ i dokonalejSi, jak vidfiti jest i z rukopisu 
samgho a jaki i Jirecek uk&zal. A privfc rukopis vysebrodsky do- 
svedcuje, ze pfivodni b&snickou formou pfsnS nafii jest sloha trojdiln£, 
jlz tak6 pozd&jSi vydavateM kanciondli se driteli. Cely text viz 
u Jirecka (1. c). 

b) 9 Jesus Christus nostra salus". — Ceho jsme se o pravem 
ndpevu t6to pisnd Husovy v „D6jin£ch u (na str. 161.) mohli jen 
dftvodne dom^sleti, dotvrzuje nim, nynl rukopis vySebrodsk]^. Nikoliv 
ndpSv „bratrsk^ a jest pfivodnl n£pfcv t6to pisne, alebri ndpSv 
mladSfho jistebnick6ho kancion&u vyjma druh^ verS a nSkolik not 
v poslednlm verSi, jiji bylo n&m tarn beztoho teprve obdobnS rekon- 
struovati. Z nfcdedujicf pisnfc v „D6jindch a (1. c. 164.) „Ot6e Boie 
vsemohuci", pozn&v&me pak, ie v kancionile vy§ebrodsk6m pfred 
sebou m&me pfivodnl n&p&v dorick^; neb tento ndpSv docela se 
shoduje (vyjma ctyft vedlejSf noty) s n&pevem pisnS „Otce Bo2e v§e- 
mohuci", o nfi kladou vSickni, ze zpivd se jako „Jesus Christus 
nostra salus". V rukopise vySebrodsk6m *) prdve m&me tento pftvodui 



*) J. Jiredek y 6. 6. Mus. 1. c. 

*) UtrakriBt kancionil v Olomouci r. 1559. mi v^slovnS nadeps£no: „M* 

svou noto. Zpfvej bez ydzan^ch" (t. not r= bez neumatickych jubilfi). 
a )Na listd 169»>-170». 



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174 



n&pSv i 8 celym textem latinsk^m. A jedinS zde obsahuje se celf 
a sprtvne. Protoz treba jest, abychom jej zde tak6 otiskli. Notace 
jest v n6m stejna, jako v pfedeStych. *) Pfepf§eme-li ty cern6 noty 
na nynfy'Sf a vypigeme-li tak6 slovn6 skratky, znf pisen takto: 



\ i"< * ' 



& &** a - 



3G&Z 



EC 



g <9 



Je - sue Chri 



8tus no - stra sa 



lus, quod re - cla - mat 



ZJBH 



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JW j * y *i + Z 



g. *K- 



om - nis ma 



las, no - bis sa - i me - mo - ri - am 



^ * _ g. 



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de - dit in pa - nis ho - sti - am. Jfc E — 



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ya ju - bi - la 



vo-ces at - tol • li - te 



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H»- 49- 



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u - to ere - a - to 



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^a: 



F^f 113 ^ 



ri sym - pho - ni- 
(a-f) (g-o) 



^g 



^ gl -^~ 



=c 



18 



ym - pnidia 



tis, Christum ze - la - te." 



Co jsine znamenali zvl&tnlho pH n&p&vn pisnft „Doroto, panno 
£istd a , pozorujeme pH tomto n&p&vu jeStS vfitSi mfcrou. Skladatel 
v n&m jefitfi vice uzdu pouSti sv6mu pftrozen6mu nadSeni pro tu 
nesmlrnou Wsku Bo2f, ji2 pozoruje ve Velesv&osti T61a Pink Nic 
nedb& obvykl6ho okolku doricW toniny, ani£ obyiejn^ch melodick^ch 
friz, je£ cfrkevnfm umdnim a zvykem v t6 toning se ustdlily. Hr&ze 
jejf pror&M plesem a£ na tercii nad nl a dokonce i pod nl (ve slovfe 
jubilate); v neumatick6m jubilu pak (na Ro) vyl6v4 radost srdce 
sv6ho bohatymi neumami na zpftsob gradu&hriho „alleluja tt , v nichito 
hlavni nipfiv jeSt6 jednou, ale Siroko rozvidi. Jevl se n&n zde tedy 
\M samorostl* sila skladatelskft jako v pisni „Doroto", talc 2e ne- 
sch&zf ani ten povSsUtf triton, ta ceskd friza: chfcf (ve slov6 
ympnidiatis na konci). VSecky tyto v^sledy naSeho bdddni utvrzuji 
n&s v torn, ie i skladatel pfedeS16 pisne „Doroto, panno cist& u byl 



l ) Oblou&kft vice not spojujicich v rukopise ov&em nenl 6ern6 ligatary zna- 
menajf toliko dv6 noty krajni. 



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175 

Cech, je2to pH pisni „Jesus Christns, n. salus", neni o £esk6m 
autoru 2&dn6 pocbybnosti ; neb n&5 rukopis a tudii i n^pev pochdzejf 
prive z doby skladatelovy. 

DalSl text ttto pisnS podle rukopisu jest: 

2. f ,0 quam sanctus panis iste, 
la solus es Jesa Christe (ihft jpe), 
panis dbus sacramentum, 



quo nunquam majus inventum. 

4. f Ave Deitatis forma 
Dei unionis norma, 
In te quisque delectetur, 
qui te fide speculator. 

9* ut est Eya etc. 

& f Non augetur .consecratus, 
nee consumtus fit mutatus; 
nee divisus infractatur, l ) 
plenus Deus in atatura. 

Jjlr ut est Eya etc. 

8. f Salutare medicamen, 
peccatorum rclevamen 
patce nos, amal (?)*) leva, 
due post obi est lux ewa. 

Tfc at est Eya etc. 



3. if Hoc donum suavitatis, 
caritasque deitatis, 
virtus et eufcaristia, 
communionis gratia. 

5. if Non es panis, sed es Deus, 
homo libatur reus, 
qui in cruce pependistL 
et in caine defecisti. 

7. X Esca digna angelorum, 
pietatis lux sanctorum, 
lex moderna compro Davit, 
quod antiqua figuravit 

9. y AtA quam magna tu fecisti, 
dum te Christe impensisti, 
panis et vini specie 
ofEancm (?) in facie. 



10. if Caro cibus, fangwis vinum 
eft my8terium divinum. 
- * . Huie sit laus et gloria 

in saeculorum saecula. 

Jjlr ut est Eya jubilate 

Z v£rn6ho opisu tohoto videti lze, 2e byl trochu nedbale po- 
Hzen, jak svSdci naSe poznimky, pak „vers B 8 n £. a 10. VSak z nich 
tak6 znamendme, ie \M metrkk^ sklad s&m neni bezvadny, neni 
pHsnfi pHzvucn^. 

e) V tomto rukopise jcvf se tak6 dvojhlasn6 zpdvy, ktert zna- 
men&me tak6 v jistebnickgm mladSlm kanciondle, o milo pozd$j§im. 
Jsou to patrnfi pbkusy v diafonii, cili v tak fecen6 B ars discantandi". 
Toto umeni, vynatezati druhy Mas k zdkladnfinu zpfevu („cantus 
firmus tt ) poclnalo ve Francii ji2 v XII. stoletf. I mfiiseme dftvodne 
doutfSleti se, ze bylo v CecMch ji2 ve XIII. stoletf zn&mo, jezto 



& ) Ma snad bfti: „in fractura.' 
*) Snad: »a malo*. 



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176 



morav8ky dominikan Hieronymus de Moravia v pariisk6in kliStefre 
dominik£nsk6m napsal tarn ve XIII. stoletf pojedndnf o tomto B nov6m 
umenl," l ) Co bylo jii tehd^z nejd&le£itej§fm z&konem tohoto umenf, 
t. protihyb, shled&vdme skutecnfi i v dvojzpevich rukopisu vy§ebrod- 
sk6ho. Rovn62 tak i mensurovini not, jehoi objevila se odtud ne- 
zbytnd potfeba. Ob6 znamendme zejm^na v „prose a de resurrectione 
„Surrexit Christus hodie a na listfi 151*. Kazdy Was je psin na 
zvU§tnim syst&nu notov6in, jeden nad druhym. Oba majf E klic, 
hofej§( na ctvrte, dolejSl na tfetl link V syst&nu hofejSim jest ve- 
psdno: „fuperior nota a ; ve spodnfm: ^inferior*. Noty jsou stejn6 
jako v pfedeStych, jen ie ji2 vedle not „breves a tu jevl se jii 
i „semibreves tf , ale „i minimae", v§e cern6, pak i ligatury, v£zan6 
noty. Cantus firmus jest v hofejSfm hlase, je2to v^slovnS ve druh6m 
jeho syst6mu veps&no stoji: Juperior nota prima". Pfepsdno zni 
takto: 

superior nota 
-a. — ^t g i g — — 



^L 



E 



3ac 



3*5 



-< 9 6> 



Sur - re - xit Chri - stus ho - di - e, 
inferior 



le - lu - ja 



^ 1/ 



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-+»- 



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Buprrxor prima 



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hu - ma - no pro so - la - mi - ne. 



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inferior 



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§s 



^=W^=5=ZE 



-*9 (O^- 



P 



.« » 



rj e > & - 



Vidime > ie jest tu protihyb tak pfrsn& proveden, ie se oba 
hlasy dostaly a2 do sebe do kffiku, z ceho2 patrno, ie musi spodni 
hlas poclti mal^m / a vrchnl hlas soprinov^m /. 2 ) OstatnS 2e jest 



i^i£ 



IBC 



al - le - lu 



i 






It 



') Ambros. Geschichte d. Musik H Bd. S. 319. 

*) G. M. Drevea (y Cantiones bohemicae", Leipzig, 1886. na str. 197.) roze- 
psal oba hlasy toliko o jednu oktavu, tak ze konec mu dopadl takto: 

Viak nakonci 
sly hlasy vidy 
k sobd, nikoliv 
tak od sebe, jako 
zde, proto mam 
za to, ie zaverek a 
^ opismfij je sprav- 
ny. Die naseho 
udani se konfif: 



i 



i 



=3=* 



=P 



=ec 



al - le - lu - ja 



i 



x=3=£=± 



ZSK. 



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177 

to skutecn6 jen pokus v „discantu tt , pozn&v&me z toho, ie v n6m 
vlastne cantus firinus t6to prosy ani nenf, n6br2 libovolnS vymySleny ; 
neb cantus firmus, jen^ tak6 n&§ rukopis na lists 172* poddvd, jest 
tento : dffgaehage|gfed | efedegff edc. 

Jako jin6 n&pSvy cesk6, pocfnd i tento ndpev nadmSrnS hypo- 
lydicky horovati u vysce, jei vyraykd se jii z inezf sv6 toniny o celou 
kvartu nahoru podobnS jako v pfsni „Stalai se jest v6c divnd", 
„Doroto, panno cistd", nebo tak6 ve sv£tsk6 milostn6 pfsni XIV. 
veku „Jiit jnne v§6 radost ostdvA, 1 ) jejfz nipSv z mnichovskSho 



') Jak skromng a krotce vyjfm* se oproti bujn6 a neupfrahanS melodii t6to 
pfsn& jin& staroccskd milostnA, jez divnou nahodou zachovala se nam 
y nemeck&n rukopise z r. 1519. Pozorna mne na ni u£inil p. Dr. Em. 
Bohn ve Vratislavi ve sve* soukrome* na vzactn£ hudebniny bohat<$ knihovnd. 
Tento foliovy kodex jeho zavfra y sobe" na liste" 48* ftyihlaene' spracovan^ 
hymnn8 „Ave maris ftella", v nemz „cantus firmus" jevi se die pravidla 
v tenorovSm hlase. Timto zakladnfm zpSvem jest — svfctski pisen ceska. 
jez kn podivu vepsAna jest i s textem do tenoroveho hlasu, deho posayad 
nikde jsme neshledali. Podav£ se tu ovsem y starych mensurovanych notach 
bilych, jez opiieme-li, zni pisen takto: 

„Wy mie we - netz wy mi we - netz wy 

ha - ni - czko mi - la me fr -de - czko, me 



Pi: 



» 



-g ^i » ^ 






-W9 &~ 

mi we - netz we wffem ze - le - ny. tt 

fr - de - czko 

Jak prostinky jest tento dorick^ napev! Jsa tvaru i dncha pftenS litur- 
gick£ho, yytyofen jest zpasobem prvnlho zalmov6ho tonn beze vif zna£- 
nejsf modulaee. Die udanf Dra. Bohna psan byl ten kodex ve Slezaku. 
Proti tomn vizme z rnkop. mnichovskeho aspon jeden vers dlouhgho n£- 
pevu frygick6ho, po zpusobu sekvencf sloSeneho : 

+ - + 



jp^f-F-^f^-f r ■< \ j ,ij ^ 



„srd - ce bo - li ail - n£ ve kr - vi pla - va - j6, u 

(6. 6.M, 885. str. 113. Posledni tfi noty, ktere* schazejf, H [•) 

mohli jsme die analogie sourodych versa snadno dopluiti. Jaky tu rozdfl ! 
Jak tu autor horuje na hofe a hned zas bolnd touii v dole melodickymi 
frazemi, jei nemalo upomfnaji na napev horekujicfch ben u hrobu Pane" 
y starych hrach velikonodnfch ! 

Th : Flloaofie dfyepb a tilologie. 12 



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178 

rukopisu uvefejnil J. Truhldf v C. C. M. 1885 (1. c.) I to ukazuje 
patrnS na spolecn^ cesk^ pftvod jejich. 

Podobn6 „diskantujfcf" pokusy jevl se tak6 na 1. 114 ve 
versiclu: „Domus mea a protihybem i soubeinjfm pohybem. Na 
1. 147 b veps&n jest druhf hlas prosy „Ey . . . ey etas iam aurea in- 
cipit vigere" do t6ho2 notovSho syst&nu, jako prv^. Tak6 prosy „Ex 
legis observantia" na 1. 149 b ) a „Oy ywo flagrans numine" (na lists 
150*) pod&vajf se tu z £dsti dvojhlasnfc. 

d) Pfi zndm6 prose „Ave hierarchia" jest prips&no: „In aductu 
ad misfam Borate". Tot jest n&m vzdctn^in od jinud nezn&mfm 
svSdectvfm, ie CechovS jiz tehddz rordtnl pfsnd pfede mSf rordtnf 
zplvali, av§ak latinsky, a tyto latinsk6 zpSvy ie pozdfiji (od XVI. 
v6ku) teprve do ceStiny preklid&ny byly, jak se delo i s mnoh^mi 
zp6vy jinymi. l ) Jestit recend prosa „Ave hierarchia" jedna z t£ch, 
jichi ndpfev nejcasttji opakuje se v naSich zpSvfch ror&tnich a jin^ch. 
N&pSv poddvd i vySebrodsky rukopis stejn^. (Viz jej v „D6jin£ch a , 
1. c. 108). Toliko na ttech mfstech ve vedlejSich noUch jevf se v nfem 
uchylky. 

e) „Stabat mater dolorosa". Tuto zn&mou sekvenci ne- 
pod&v£ rukopis vySebrodsky (na listech 139 b a si.) s obecn^m n£- 
pSvem liturgick^m, ale s tfm, jej2 otiskli jsme ve svfch „D6jin£eh a 
posv. zp. stc. die bratrsk6ho kancion&u z r. 1598. Tento n&pSv USf 
se i ode vSech jin^ch, jich2 bylo k t6to sekvenci hojnfe sloieno. Ze 
souhlasu na§eho rukopisu s bratrsk^mi kancionaly soudim, ie tento 
n&p6v jest pftvodu cesk^ho, bez pochyby jii ze XIV. stoletl, jeZto 
tehdy tato sekvence u n&s jii se zplvala. A ponfcvadi byla jii v prv6 
polovici toho vfcku do ceStiny pfreloiena, 2 ) dftvodnfi && se souditi, ie 
tento tkliv^ n&pSv platil tak6 tomuto pfekladu, nikoliv liturgick^ 
ndpSv latinsk6ho origin&lu, jak jsem se dom^Slel v „D6jin£ch a (1. c.). 8 ) 

f) Konecnfi vytknouti sluSl n&m na tomto mfstS tei plsen 
w Mittitur archangelus fidelis", je2 pod£v& se s nfipSvem na 1. 145 b . 
Jestit to skladba arcibiskupa pra2sk6ho Jana z JenSteina jak objevil 



l ) Tuto domnSnku vyslovil jsem jii v „D£jin£ch posv. zp. st5. tt na str. 118. 

*) DSjiny 1. c. 136. 

') Znamy synod&lntf statut o z£kazu ysech fceskjch pfsnf v kostele mimo 
znaine* ctyH (z r. 1406) nesvSdSf proti hojn^mu zpgvu fceskych pisni 
v tehdejsf dob6, n^bri naopak pro nfcj, ie se konal. Protoi divfme 
se, jak maze kdo moznost jeho „a limine" odmftati. Skoda, 2c onen statut 
nejmenoval vsecky zak&zane pfsn^ zvldstnfc. 



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179 

G. M. Dreves S. J. 1 ) Tji autor uvefejnil text i n£p£v z toho 
i z jistebnickgho rukopisu a s varianty jinych rukopisQ ve svem 
dile: „Cantiones bohemicae" (1886) na str. 123. a 189.)- Horlivy 
arcibiskup Jan slozil tuto pisen na ucteni svatku navstiveni Panny 
Marie. Znduiot, ze tento sv&tek on pr&ve ustavil, ba pro nej „s&ni 
take slozil a napsati kazal hymny, modlitby a sluzbu mesnl", jak di 
soneasny jeho iivotopisec ve a Fontes rerum bohemicarum. tf *) Zninio 
jest, ze tato pisen byla pak prekl&i&na a do cetnych kancion&lft pri- 
jata mezi pisne adventni.*) Na jejf n&pev skladali pak i jin6 pisn£, 
jako ku ph J. Musofil Sob. tri adventnf pfsne ve sv6m kancionile 
z r. 1580 a j. 



Zavlr&me pojedndnl poukazujfce k tomu, ie o latinskfch zpevfch 
rukopisu, poknd json pflvodu a prdce cesk6, pojednal ji2 G. M. 
Dreves v fe&n^ch spisech, kde2 podal i text i n&pfivy tech pfsnf, 
pokud jestS nebyly zn&my. Dotyk&m jen toho je§te, jak hojnou 
merou ve XIV. stoletf interpolovali tak6 u n&s liturgick6 texty stdl6. 
Tak hojn&, ie i z4v£recn6 „Benedicamus Domino" takov^m ozdo- 
benim obmyslili. Ctemet na poslednfm lists vy§ebr. rukopisu 176* 
toto „Benedicamus Domino de s. Wenceslao u : 



iei m g <» KJOr 



jfju < g «g q 



Bt - ne - di ' cd - mus reg - nan - ti, cunc-ta m n - do ere* 



132— g *"*»*„<* *1 » 



-» ^- 



^ 



an - ti, Yen - ce - sla - um sic de - co - ran - ti, pro mar- 



& 



-& ~&~ — & r < f & tr - 



ty - rio prae - mi - an - ti, oi- vem hunc ce - lo col - lo - can- 



**m» m* m " "* *^ *-y & ~*~ 



ti do - ml - no, do - mi - no, al - le - lu - ja. 



') Viz jeho monografii „Die Hymnen Johanns Ton Jenstein," S. 108., kdei 
pojednava se o duchovnich zpdvfch tohoto velehorliveho arcipast^f e. — Kdo 
objevi nam, co Arnoit slo2Q? 

») L464. 

*) Via d?S ? Jire5kov£ hymnologii na str. 68. 



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180 

Z t6to pfebohate a veleradostn6 interpolace hypolydick6 po- 
zn&vdme, jak vysoce ctili pfedkovS nasi tehdy paindtku velikSho 
patrona a dSdice sv6ho, sv. V&clava. — Nezbyvd, ne2 dodati, ie 
mdme za to a pevne doufdme, ani tyto pfispevky k nejstarsf hymno- 
logii cesk6 ze nejsou poslednf, alebii dal§f piln6 pdtrdnf ie bohd£ 
objevf ndin jich jeSte vice a dokize svetu, jak vysoko stdl ndrod 
cesk^ ve XIV. stoletf na str&Si kfesfansk6 osv&y. 



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OBSAH. INHALT. 



Seznam prednaiek roku 1886 ko- Verzeichniss der im Jahre 1886 

nanych sir. IV* abgehaltenen Vortrage .... S. V. 



1. Rybitka Ant., VL Martin Faberius Rakornicky 3 

2. Tmhldf Jos., bohosluzebnych pfsnfch k poctS HusoyS v XV. a XVI. 

Y&ku sloienycb 7 

3. Konrdd K. f staroceskS psalmodii 22 

4. Ludwig A., fiber den sogenannten medialen Imperativ im Gotischen . . 48 

5. Haitala M., pavlace Dalimilovy kroniky 62 

6. Sedldiek Aug., prvotnim sidle a znaku rodu Lobkorickgho. S 1 tabulkou 66 

7. SedteZek Aug., PanS Jindfichovo z Ryzemberka pojednani o rodS panftv 

Svihovsk^cb 76 

8. Ludwig A. Dr., fiber eine neue Erklarung der Perfecten auf -ui -vi des 

Lateinischen .83 

9. Pit J. L. Dr., Die rumaiiischen Gesetze nnd ihr Nexus mit dem byzan- 

tinischen and slaviscben Recht 108 

10. Tadra F., B £alt4f Pod$bradsky tf a „Kronika ceskd", rukopisy borate 

knihovny 01esnick6 142 

11. Konrdd K. y Pfispevky k nejstarsi ceskg hymnologii 157 



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VESTNIK 

krAlovsk£ 

CESKtf SPOLECNOSTI NAUK. 



TRlDA FILOS. - H1ST0R. - FILOLOGICKA. 



ROftrfK 1887. 



-$&>- 



y fRAZE. 

KAkladem krAloyske CeskS SPOLECNOSTI wauk. 

1888. 



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SITZUNGSBERICHTE 



DER KfifllGL. BOHMISCHEM 



GESELLSCHAFT DER WISSENSCHAFTEN. 



PHILOS. - HISTOR. - PH1LOLOG. CLASSE. 



JA1GA1 1887. 



-<*»>- 



J^RAG, 

VERLAG DER KOnIGL. b5HM. GESELLSCHAFT DER WISSBHSCHAFTRN. 
1888. 



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IV 



HARVARD COLLEGE LIBRARY 
v DEXTER FUND 



Seznam prednasek 
o zased&nich tffdy pro filosofii, dejepis a filologii 

roku 1887 konanych. 

8E3 



Dne 10. ledna. 

J. Jirecek: vyznamu slova vra2ba v rukopise Kralodvorskem, 
V. E. Mourek: Zpr&va o rukopisnem zlomku pergamenovem v Praze 
novS objevenem B Die Klage a . 

Dne 24. ledna. 

Winter: kHSovnickem zbo2f pfed vdlkou tricetiletou a po nl. 

Dne 7. tinora. 

Dr. A. Rezek: objeven^ch nove zdpisclch Vil&na Slavaty. 
Dr. Fr. Kamenfcek: v^prave arciknlzete Ferdinanda k Sigetu roku 
1556. 

Dne 21. unora. 

Fr. Pruslk: PHspevky ku kritice textu Dalimila. 
Ferd. Menclk : Dopisy Albrechta z ValdSteina k P. Coroniovi, rektoru 
koleje Jesuitsk6 v Jiclne. 

Dne 7. brezna. 
J. Simek: Balbfnove „Bohemia docta a . 
A. Sedlaxek: Knlzecl archiv OleSnick^. 

Dne 21. bfrezna. 
A. Patera : legenddch nove nalezenych o sv. Katefinfi a o sv. Markete. 
Fr. Prusfk: Simonovi HAjkovi a jeho Tabula barbarolectica. 



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Yerzeichniss der Vortrage, 

weiche in den Sitzunp der Classe fur Pbilosopbie, Geschichte und Plilogie 

im Jahre 1887 abgehalten wurden. 
8ES- 

Den 10. Januar.' 

J. Jirecek: Uber die Bedeutung des Wortes vrazba in der Konigin- 

hofer Handschrift. 
Dr. V. E. Mourek: Bericht iiber ein in Prag neu aufgefundenes Per- 

gamenbruchstiick „der Klage." 

Den 24. Januar. 

Winter: tJber das Vermogen des Kreuzherrenordens vor und nach 
dem dreissigjahrigen Kriege. 

Den 7. Februar. 
Dr. A. Rezek: tfber neu aufgefundene Aufzeichnungen des Wilhelm 

Slavata. 
Dr. F. Kamenicek: tlber die Expedition des Erzherzogs Ferdinand 

nach Siget im J. 1556. , . 

Den 21. Februar. 

F. Prusfk: Beitrage zur Textkritik des Dalimil. 
F. Mencfk: Correspondenz Albrecht's von Waldstein an den Rector 
des Jesuiten-Collegium's P. Coroni. 

Den 7. Mftrz. 

J. §£mek: tJber Balbin's „Bohemia docta." 

A. Sedl4cek: tlber das fiirstliche Archiv zu Oels. 

Den 21. M&rz. 

A. Patera : ftber neu aufgefundene Legenden uber die heil. Katbarina 

und die heil. Margarethe. 
Fr. Prusik: ftber Simon Hdjek und dessen Tabula barbarolectica. 



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VI 

Dne 18. dubna. 
A. Patera: listech B. Balbfna z 1. 1678—1688, jei zaslal Krist. 

Weissovi, rektoru Zitavsk^ho gymnasia. 
Fr. Pruslk: rukopisu knihovny Frantisk&nskG (zdej§f), v nSmz ob- 

sa2eny jsou duchovnl rom&ny o AseneSe, o 2ivote Josefove a Ada- 

movi a Eve. 
Dr. J. Emler: Dve nekrologia Krumlovski. 

Dne 2. kvfctna. 

J. Siniek: K d&jin&m pfevratft Kutnohorskych v XV. veku. 

Dne 6. 3ervna. 

A. Patera: zbytclch starocesk6ho „Zrcadla clovecieho spasenie" 

z druh6 polovice XIV. vfiku. 
Fr. Pruslk: plzensk^m rukopise postilly Husovy. 

Dne 20. dervna. 
J. Prdsek: Solonovi a Damasiovi. 

Dne 4. Servence. 

M. Hattala: Proti Gastonovi Paris o nikopise Kralodvorsk6m. 
Dr. E. Kov&f : Pffsp6vky k studilm zografsk^m. 

Dne 31. Hjna. 
Dr. R. Dvorak: arabsk&n b&snfku Abul-Alovi. 
Dr. V. E. Mourek: cestfi sv6 anglick6. 

Dne 14. listopadu. 

Dr. Jar. Celakovsk^: o registrlch kanceldfe hrabat Kladskych z let 
1472—1505. 

Dne 28. listopadu. 
F. Menclk: 2ivot6 Daniele Krmana. 

Dne 12. prosince. 

Dr. J. Prd§ek: Dlu2no-li i pf es nejnov&jSf utoky prikl&dati authentic- 

nost Athensk6 Periegesf PausaniovS. 
A. Rybicka: Dodavky k studii kulturnf: ceskSm zvonafstvf. 



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VII 

Den 18. April. 

A. Patera : tJber Correspondenzen B. Balbin's an den Rector des Gym- 
nasiums von Zittau, Christ. Weiss, aus d. J. 1G78— 1688. 

Fr. Prusfk: tJber ein Manuscript der (hiesigen) Franziskaner-Biblio- 
thek, in welchem die geistlichen Romane iiber Asenes, uber 
Josefs Leben und Adam und Eva sich befinden. 

Dr. J. Emler: Zwei Krumauer Nekrologien. 

Den 2. Mai. 

J. Simek: Zur Geschichte der Umwalzungen in Kuttenberg im XV. 
Jahrhunderte. 

Den 6. Juni. 

A. Patera: Cber neu aufgefundene Fragmente einer altbohmischen 

Handschrift .Zrcadlo clov&cieho spasenie." 
F. Prusik: tJber eine Handschrift der Postilla des Hus in Pilsen. 

Den 2a Juni. 
J. Pr£§ek: tJber Solon und Damasius. 

Den 4. Juli. 

M. Hattala: Gegen Gaston Paris uber die Koniginhofer Handschrift. 
Dr. E. Kov£f : BeitrSge zu Studien iiber den Zografschen Evange- 
lientext. 

Den 31. Oktober. 

Dr. K. Dvofdk: tJber den arabischen Dichter Abul-Ala. 
Dr. V. E. Mourek: (Jber seine Reise nach England. 

Den 14. November. 

Dr. J. Celakovskf: tJber die Kanzleiregister der Grafen von Glatz 
aus den Jahren 1472 — 1505. 

Den 28. November. 

F. Mencfk: tJber Daniel Krman's Leben. 

Den 12. December. 

Dr. J. PrdSek : Darf man trotz den neuesten Angriffen Pausanias Pe- 

riegesis Authenticitat beimessen? 
A. RybiSka: Erganzungen zum Culturstudium uber bohmische Glok- 

kengiesserei. 



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PREDNASKY 

"V SEZENICH T&IS 



PRO 



FILOSOFH, DEJEPIS A FILOLOGII. 



VORTRAGE 

IN DEN 

SITZTTNOEN DEB C L j£± S S E 

fCr 

PHILOSOPHIE, GESCHICHTE UND PHILOLOGIE. 



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flikladem kjal. 6e»k$ •pol. nauk. — Tjsketu dra. Edr. Urtgra r Pru« 1887. 



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Prager bruchstttck einer pergamenthandschrift 
der Klage. 

Mitgetheilt tod prof. dr. V. E. Monrok am 10. Jiuner 1887. 

Mein collega, herr prof. Fr. Prusik vom k. k. akad. gymnasium 
hat in den vergangenen ferien die pfarrbibliothek zu St. Adalbert in 
Prag durchgestobert, welche die reste einer ehemals jesuitischen 
buchersammlung enthalt und aus Wiirzburg stammen soil. Dabei 
stiesz er am 2. august auf ein altdeutsches fragment, welches er, 
da der gegenstand auszerhalb seines faches liegt, mir zur berichter- 
stattung fibergab. Mit iibereinstimmung aller betheiligten factoren 
ist das mscrpt. nunmehr ins eigenthum des konigl. bohmisehen Ian- 
desmuseums ubergangen und mag daher im folgenden mit M be- 
zeichnet werden. 

Das bruchstuck enthalt 352 verse der Klage und besteht aus 
zwei pergamentblattern von 195 cm. hohe und 14 — 14-5 cm. breite, 
welche als schutzdeckel einer incunabel (Sermones quadragesimales 
a fratre Philippo de monte calerio ord. min.) vom jahre 1510 bei- 
gebnnden waren. Die deckel des buches selbst sind offenbar schon 
seit langer zeit weggerissen und die auszeren seiten der pergament- 
blatter waren daher ganz mit schmutz bedeckt und haben, wie sich 
anch nach entfernung desselben zeigte, besonders in den unteren 
ecken stark gelitten, so zwar, dasz einzelne stellen (namentlich der 
ersten seite) fast ganz unlesbar geworden sind und selbst nach 
anwendung von reagentien — fur deren freundliche vermittlung ich 
dem professor der k. k. bohm. polytechnischen hochschule, herni 
A. Belohoubek zu danke verpflichtet bin — nur einzelne buch- 
staben zu entziffern ermoglichten. Auch im bug und der naht des 
einbandes ist die membrane ein wenig, wenn auch nicht bedeutend, 



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beschadigt. Sonst ist jedoch die schrift, namentlich auf den beiden 
inneren seiten, recht gut erhalten und zeigt auszerst sorgfaltige, 
saubere zuge, deren charakter, wie mir auch die gewiegten kenner 
mittelalterlicher schrift, herr prof. J. Emler und herr musealbeamte 
A. Patera bestatigen, auf den schluss des XIII. Oder den anfang 
der XIV. jahrhundertes hinweist. 

Das msrcpt. ist zweispaltig, setzt die verse ab, wobei jeder 
ersten zeile eines verspaares ein groszer anfangsbuchstabe in einiger 
entfernung vorgesetzt, jeder zweite vera dagegen einger&ckt ist. Jede 
spalte enthielt, wie die vergleichung mit dem bekannten texte der 
Klage ergibt, 46 zeilen, von welchen jedoch die zwei untersten 
abgeschnitten sind. Es standen also und zum groszten theile er- 
halten sind auf der ersten seite spalte a. v. 1779 — 1821 (nach 
Bartsch's zahlung,*) sp. b. 1825— 1868 \ ste. II. sp. a. v. 1871—1914, 
sp. b. 1917—1960. Auf ste. III. sp. a. v. 2339—2382, sp. b. 2385— 
2428; ste. IV. sp. a. 2431—2474, sp. b. 2477—2520. Zwischen bei- 
den erhaltenen blattern sind also 376 verse, dh. acht spalten auf 
zwei blattern verloren. 

Die innenseiten der membranen zeigen ganz deutliche spuren 
von vorgezogenen linien, die in wagrechter richtung genau 0*4 cm. 
von einander abstehen und am linken rande jeder spalte von je drei 
senkrechten, von einander ebenfalls 0*4 cm. entfernten linien ge- 
schnitten sind. In die quadrate der zweiten senkrechten reihe sind 
die groszen anfangsbuchstaben der ersten halbverse eingeschrieben. 
Die linien haben auch unter chemischer reagenz keine spuren von 
irgend einem pigment gezeigt, und waren daher offenbar nur mit 
einem harten farblosen stifte gemacht, der in das pergament noch 
jetzt erkennbare furchen vertieft hat. Die tinte war, wie auf den 
besser erhaltenen innenseiten zu sehen ist, schon schwarz. 

In der zweiten spalte der ersten seite ist vor dem ersten verse 
oben ein rothes D eingetragen, das die hohe von zwei verszeilen 
einnimmt, und durch die auf dieser stelle sehr dunne membrane auf 
die andere seite durchgedrungen ist. Ein ebensolches D findet sich 
auch auf seite II. sp. a. (vor der 19. und 20. zeile) und sp. b. (vor 
der 5. und 6. zeile.) — Auf seite III. sp. b. ist vor der 31. und 32. 
zeile der raum fur ein initial-M, auf seite IV. sp. b. vor der 3. und 
4. zeile der raum fur ein initial-S freigelassen, die buchstaben je- 
doch vom rubricator nicht eingetragen. 



*) Ausgabe der Klage vom j. 1875. 



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In bezug auf das auszere der schrift ist noch folgendes 
hervorzuheben : Wahrend der vocal % regelmassig ohne den punkt 
geschrieben ist, erscheint er in einzelnen wortern mit einem feinen 
schiefen striche (acut) ausgezeichnet : v. 1797 nfe, 1895 kfnt, 1896 
u. 2487 ie, 1898 mfnfv. Das adverb 6 ist viermal (v. 1932, 1939, 
2385, 2387) mit dem zeichen * gekront. 

Der vocal u ist, wie auch sonst gewohnlich, nicht ausgeschrieben, 
wo ihm ein w folgt oder vorangeht: v. 1937 frowen, 1938 schowen, 
2343 triwen, 2509, 2513 triwe, 2504, 2511 (und sonst) iw'; v. 23G4, 
2369, 2374, 2387, 2406 wrden, 2418 wrdenf, 1861, 1905, 2414 wnden, 
1853 verchwnden, 1859 verwndet, 1885 wnfchlichen; ebenso audi 
1836 wfe, 1846 wfef, 2498 v'wftet. Sonst wechseln die zeichen v 
und u im inlaute ohne regel (chvnde: chunde; kvnic: chunic), im 
anlaute erscheint bloss v. — e ist abgefallen in 2510 fwi 2515 wi. 

Von consonanten ist fch consequent durchgefiihrt ; w wird, 
wenn es am anfange einer durch grossen anfangsbuchstaben ausge- 
zeichneten verszeile steht, getrennt geschrieben als Vv. — Eigen- 
thumlich ist die form des z, welches, mit seltenen ausnahmen (zb. 
v. 1936 im worte zv, 1939 im worte ez, v. 2363 im worte z«, wo es 
die gewohnliche form hat) in gestalt einer arabischen 7 (ohne den 
querstrich) gehalten ist und mit dem oberen ende die zeile so tiberragt, 
wie ein f oder 1 *). Grosse anfangsbuchstaben erscheinen auszer in den 
schon erwahnten versanfangen ungerader zahl auch noch bei den eigen- 
namen, aber nicht consequent, da dieselben eben so oft mit kleinen 
anfangsbuchstaben geschrieben sind. 

Abkurzungen enthalt die schrift sehr wenige. Beinahe voll- 
standig durchgefuhrt ist das bekannte * fur er (selten fur fir) sowohl im 



*) Nach Konnecke'8 Bilderatlas zur Gesch. der Deutsch. Nat. Liter, findet sich 
dieselbe form des z, u. zw. die schriftzeile ebenfalls ftberragend, in der 
Mttnchener handschrift des Hohenliedes von Williram (XI, jahrhdt), in der 
Vorauer handschrift der Kaiserchronik (XII. jahrhdt), in der Milstatter 
handschrift der Genesis und des Physiologus, in der Mttnchener handschrift 
des Wernher von Tegernsee (XII. jahrhdt), im Donaueschinger bruchstttcke 
des Eilhard von Oberge (XII. jahrhdt), in der Berliner handschrift der Eneit 
von Veldeck (XIL od. XIII. jahrhdt), in der Mttnchener handschrift des 
Tristan und des Parcival (XIII. jahrhdt), endlich in der Wiener handschrift 
des Weinschwelg von Sttszkind (XIII. jahrhdt). 

Nicht tiber die schriftzeile ragend erscheint es auch in der Heidelberger 
handschrift des Rolandliedes (XII. jahrhdt), in der Nibelungenhandschrift C. 
nnd in Strickers Karl (XIII. jahrhdt). — Meist wechselt es Obrigens mit 
der regelma8zigeren form ab. 



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6 

auslaute, als auch im inlaute der worter. (Doch findet sich auch 1829 
verwitwet, v. 1853 verchwnden, 1859 vmvndet, und ahnl. geschrieben.) 
Nebst dem erscheint der wagrechte strich iiber dem ende der worter 
— meist in folge schnellen schreibens in ein nach unten gehendes 
hakchen auslaufend — in doppelter bedeutung: meist fur n (niema), 
iema) oder en (chom); dagegen in der conjunction unt (und, ge- 
schrieben vn) fur den auslautenden dental. 

Der name Kriemhilt, der iibrigens nur einmal vorkommt, ist 
mit einem deutlichen apostroph (Crimh') gekiirzt. 

Die praeposition ze ist immer mit dem nachfolgenden worte zu- 
sammengeschrieben ; sonst sind alle worter getrennt, ja selbst wirk- 
liche composita (wie 2354 cruce stap, 2382 bette reste) aus ein- 
ander geschrieben; doch steht auch 1885 ellenwit, 2400 fperschefte. 

Am ende einzelner verse findet sich (selten, im ganzen etwa 
zehnmal) ein punkt als unterscheidungszeichen, aber nicht unten an 
der zeile, sondern in der raitte der schrifthohe, und ohne bezug auf 
den zusammenhang des inhaltes; er scheint aus einer vorlage her- 
iibergenommen zu sein, welche die halbverse durch punkte trennte. 

Schreibfehler sind in dem auszerst sorgfiltigen manu- 
scripte sehr selten. In v. 2393 ist das wort befund? wiederholt; 
v. 2449 steht be$etzet statt besetzen, welches der reim verlangt; v. 2371 
Hawart den ftarchen statt des sinngemaszen nominativs. Vielleicht 
ist auch v. 1792 fi fprache statt fprachen, nur als schreibfehler 
anzusehen, obzwar der abfall des n auch anders erklarbar ist la 
v. 2491 ist der name „Dietriches tt verschrieben, aber vom schreiber 
selbst, wenn auch undeutlich corrigiert. 

Was orthographische, tiefer einschneidende eigenthum- 
lichkeiten betrifft, ist folgendes zu bemerken: 

Vocale: Statt wo, welches regelmaszig mit v oder ft bezeichnet 
ist, steht blosz u (v): v. 1838 trwg, 2394 mvfen, 2398 scht?f. Sogar 
fiir das umgelautete He auch nur v: v. 1956 kvnen, 2386 u. 2492 
mvde, 1871 Rvdeg 4 — Dem entgegen reimt mit zv im v. 2399 dv, 
v. 2496 nv. 

Statt iu erscheint einmal das specifisch bairische o%r. 1917 
trovtinne.*) 

Von umlauten ist nur ae (aus k) und e (aus a) regelmaszig 
geschrieben. Doch blieb ohne umlaut v. 2362 knger; (und gegea 
1813 marcgraevinne steht 1825 marcravinne.) Alle iibrigen umlaute 



*) cf. Weinhold, Mhd. Gr. §. 126, B. Gr. §. 101. 



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(mit einziger ausnahme: 1798 ze freuden) blieben ohne besondere 
bezeichnung. So steht v. 1902 chwnne, 1910 lucel, 2354 cruce ftap, 
2361 furften, 2282 vb\ 2442 vngl(u)ke 1781 tvr (dagegen v. 1930, 
35 tvr, und 1911 ffir, 1936 fvr!) — 1783 troften, 1929 groze. 
Ebenso steht f&r He regelmassig blosz ft (v): 1865 Rvdeg', cf. 1884, 
2351; 2379 gvtlichen, 1808 chvne cf. 1811, 1896; 2498 v'wftet. — 
Endlich v. 2431, 2473, 2511 frovde, 2443 frovden. 

Ein groszes schwanken herrscht in der bezeichnung des irrati- 
onalen lautes in praefixen und suffixen. Es findet sich gi in v. 
1943 gifchaehe, 2353, 2370, 2418 gileit, 2458 gigebn; dagegen das 
e vollig ausgestoszen ofters vor I, w und n: 1900 gliche, 2442 
Tngl(u)ke; 1788 gnvc, 1861 gnefn (dagegen 1875 genefn), 2360 gnaden, 
2485 vngnaden 2451 gnaedichche ; 1893, 2446 gwant, 1903, 2487 
gwan, 2464 gwalt; sonst iiberall ge. 

Die bildungssilbe ie erscheint regelmaszig in ihrer ursprung- 
lichen form: 1812 chunic (hier freilich statt inc), cf. 1889, 1926, 
2364; 2500 kuniginne; 1946 manigem, cf. 2354, 2365, 2441; 2451 
gnaedicliche ; aber dagegen doch einraal als ec: 2357 innecliche. 

In der endsilbe en ist nach kurzem stamme das e regelmaszig 
ausgestoszen: 1855,6 gebn, lebn cf. 1907; 2457,8 1891,2; 1941,2; 
2473,4 ; — 2387,8 begrabn, habn, cf. 2393,4 ; 2405,6 ; 2445,6 ; — 1789,90 
erflagn, clagn, cf. 1867,8; 1855,6 geflagn, tragn, cf. 1927; — 1949,50 
clagn, fagn, cf. 2471,2; — 1901,2 degn, gelegn, cf. 1811, 1819, 1820 
2339,40; 2519,20; 2513,4; — 1861,2 gnefn, wefn, cf. 1875,6; — 
2515 difn; 2481,2 v'lorn, gefworn. Nach r auch nach einer langen 
stammsilbe in 1843, 1866, 2419, 2377 warn. — Sonst ist das e noch 
ausgestoszen in v. 1828, 2448 magt; 1829 verwitwet, 1841 zefamne, 
1920 bezerz; 1951, 1953, 2427 chlagten 1865 bechlaren; und apo- 
kopiert am ende des wortes: 1956 braht, 1939 waer. 

Dagegen hat noch den volleren laut erhalten 1790 viant — und 
da die form niem dh. niem«w die regelmaszige ist, so darf man wohl 
auch hieher zahlen 1795, 1876 niema, 1914 iema. 

Consonanten: Sehr schwankend ist die bezeichnung der 
gutturaltenuis, namentlich im anlaut Es steht c, cA, k dafttr pro- 
miscue: 1782, (1887) clagt, 1790, 1949 clagn, 1850 clage, 1868 
v'clagn, 1947 geclaget, 2427 clagten; aber 1951, 1953 chlagten; 
1955 chlieben — 1909 Crimh', 2354 cruce ftap, 2469 crone; aber 
1832 chrachenden, 1843, 1849, 2348, 2426 christen; — 2416 chnehte; 
— 1783, 1855, 2347, 2397, 2458 chunde, 1885 chvnde, 1799 chun- 
deft, 2456 enchunde, 2513 chunnen; aber 1904 kan; — 1784, 1958 



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8 

churzer, 2381 chunden (dh. bekannten); — 1812, 2372, 2447, 2448 
chunic, 1889 chvnic: dagegen 1926 kunic, 2398 kvnic, 2364 kvnige, 
2500 kuniginne; — 1801, 2419, 2485, 2518, 1845 chom, dagegen 
2377 komi* 1808 chvne, 1876 chvn > ; dagegen 1811 kflne, 1956 
kvnen; endlich 1826, 1840, 1895, 2467 kint. 

Im inlaute schwankt die bezeichnung zwischen k, ch, eh: 2442 
vngluke; 2368 reke: dagegen 1857 reche, 2437 rechen; 2417 diche, 
2365,6 sarche, ftarche; 2371,2 ftarchen, tenemarchen ; 2502 dvnchet; 
endlich 1881,2 ecke, flecke. 

Im auslaute tritt nach der regel c Fiir etymologische tenuis 
und media ein; doch flndet sich auch offenbar unter dem einflusze 
des folgenden lautes: 1788 lag ir (: 2490 gelac!), 1838 trug man 
(: 1931 trvc!) 

Die gutturalaspirata schwankt im auslaute zwischen h und ch: 
1779, 2452 doh: 1838 idoch; 1788 (und nebstdem noch sechsmal) 
noh: 1879, 1941, 2424 nocA; 1830 (in einem und demselben verse!) 
ich und iA (ersteres dann noch sechsmal, letzteres fiinfmal); 1827, 
2502 mih: 2441, 2453 mich; 1797 dih; immer (im ganzen sieben- 
mal) sich; — 1843, 2508 dvrh: 2413 dvrch; 1881 nach, 2350 dar- 
nach: 1894 nah; immer (elfmal) ovch; immer (fiinfmal) sach; 1842 
gefchach. 

Im inneren des wortes steht immer h (so niht, iht, 2405 
folhem). 

Die labialen und dentalen bieten wenig auffallendes. 

Im anlaute steht zweimal streng oberdeutsche labialtenuis: 1781 
plfit (: 1879 blfite), 1826 pafen; sonst ttberall 6; im auslaute die 
tenuis regelmassig fiir etymol. media und tenuis. — Die bezeichnung 
der labialaspirata schwankt im anlaute, wie auch sonst, zwischen / 
und i?: 1785 fvnden: 1839 (und noch funfmal) vant; 2344 vinden; 
cf. 1790 viant, 1798, 2431, 2473, 2511, 2443 frovde; 1882 flecke, 
1887 geflizen, 2456 fro; 2415 veig', 2491 veft*, 2493 venft* u. a. 

Die dentalaffricata ist viermal durch c wiedergegeben : 1910 
lucel, 2354 cruceftap, 2396 cit, 2469 cepter; zweimal durch tz: 2449 
befetzen, 2450 ergetzen; im eigennamen Etzel durch einfaches z : 
2389 Ezel, 2434 Ezelen. 

Die „8charfe lingualfricativa 11 * ist nicht nur wie regelmassig 
im auslaute, sondern auch im inlaute ebenfalls mit einfachem z be- 
zeichnet: 1779,80 vergezen, gefezen (ebenso auch 2509,10); 1887 
geflizen, 1920 bezerz. 



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9 

n ist apokopiert (wenn es nicht blosz schreibfehler ist) in 
v. 1792 fi fprache. 

Die flexionsformen bieten nichts auffallendes, ausser v. 
2450: got mage ivch wol ergetzen. — Die form mage ist em 
interessanter beleg fur die n seit dem **/,, jahrhundert obd. auftre- 
tenden versuche, die anomale praesensform mac, maht durch schein- 
bar regelmasziges mage, magest zu verdr&ngen."*) 

Den inhalt unseres fragmentes bildet auf dem ersten blatte 
die auffindung der leichname des Glselher und G6rn6t und die 
klage fiber denselben ; auf dem zweiten blatte die beschreibung, wie 
die gefallenen belden einzeln, und ihr gefolge dann gemeinsam zu 
grabe bestattet wurden, wie Etzel iiber seine vereinsamung klagt 
and Dietrich ihn zu trosten bestrebt ist. 

Der text stimmt der versfolge nach mit dem von Bartsch in 
seiner ausgabe ermittelten wortlaute zeile far zeile tlberein. Im 
einzelnen ergeben sich aber doch unterschiede, die nachstehend ver- 
zeichnet sind. (Auf die verszahl und lesart von M folgt in der 
ereten klammer Bartsch's text, in der zweiten die mit M ftbereinstim- 
nienden lesarten der ubrigen handschriften, so weit sie vorhanden 
sind. Rein orthographische abweichungen, zu denen ich auch die 
ialle des im suffixe en unterdriickten irrationalen e zahle, sind nicht 
angegeben.) 

1779 mvfe (: miies) (muose A) | 1782 plflt (: bluot) (= Db) 
- 1782 clagt (: klaget) (=b; A chlagt) | 1783 troften (: troesten) 
droften b) — 1788 gnvc (: genuoc) | 1790 viant (: vient) (vint D) | 
1792 fi fprache (: spr&chen) | 1795 (ni)ema fo (: niemen sam) (A 
nieman; Db so) | 1796 waere fo ere (: waer so feren) (BDG waere; C 
ere) | 1808 chvne (: kttenen) (d kuene) | 1810 fpilman (: spileman) 
(=D) | 1812 fo w«re (: so waer) der iunge chun(ic) : (der junger 
ktinec) (waere BAd; iunge ADbd) | 1813 mar(c)raevinne (: margrftvinne) 
(marchraevinne A) | 1825 marcravinne (: margitvinne) ; absatz wie Db 
| 1826 pafen (: basen) | 1828 magt (: maget) (= Bb) | 1829 ver- 
witwet (: verwitewet) (= ABb) | 1832 kein absatz (= ADb) | 1836 wfe 
(: wuofe) (wffe B) | 1838 trug (: truoc) | 1839 Gunttfn (: Kriemhilde) 
(Gunthern Db) 1 1843 warn (: w&ren) (= AD) 1 1844 engele (: engel) 
(= Cd) | 1846 wfef (: wuofes) (wffes B) | 1848 rieten im die (: t&ten 
nu die) (= Db) 1851 kein absatz (= Dab) | 1857 finen (: sines) 
(= Bd) | 1858 rvdeg^f (: Medegfires) (Ruedegers A) | 1861 le d' 



*) Whld., MGr. §. 409; AGr. §. 378, B Gr. §. 326. 



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10 

wnden (: der wunden) | 1863 Yvan (: wande) (= ADabd) | 1864 zefinen 
(: zuo sinen) (= C) | 1865 Rvdeg* von bechlaren (: Ruedegfcr von 
Bechel&ren) (Ruedeger ADabd; Bechlaren Bb) | 2090 warn (: w&ren) 

(zzD) | 1867 Rvgern (: Ruedegftre) (Ruedegern Aa: — geren Db) 

I 1871, 1878, 1780 sach (: sah) | 1873 Rvdeg*: (: RuedegSr) (Ru- 
deger ab) | 1876 niema : (: niemen) (=A) | 1877 denne (: danne) 
(= C) | 1883 niend* (: ninder) (= B) | 1884 wan (: want) (= ACDabd) ; 
rvdeg^f : (Rfledegfcres) (Ruedegers Aa) | 1885 wnfchlichen (=rwunsch- 
Ilche) (= A) | 1887 geflizen (: gevlizzen) (gevlizen B) | 1888 clagt 
(: klaget) (chlagt AB); dester (: deste) (= Dab) 1 1889 chvnic (: kunec) 

I I 1890 ze dem (: zem) (zu dem Db) | 1893 gwant (: gewant) | 1900 
alle gliche (: al geliche) (alle AD) | 1903 gwan (: gewan) | 1904 er- 
wenden (: wenden) (= Db) | 1905 den (: dfnen) (= D) | 1908 hete 
(: het) (hette D) | 1910 lucel (: lutzel) | 1911 fpanne (: spannen) 
(= ADb) 1 1914 denne (: danne) (= ADba) ; iema (: iemen) (= A) | 1917 
trovtinne (: triutinne) (trautin b) | 1919 mitfinnen (: sinne) (=Dab) | 
1920 ein bezerz hete, (: het ein bezzerz) (ein bezzerz hette Db) | 
1926 ovoh gebot d' kvnic (: do gebot iz der kunec) (ouch gebot, Db) 
| 1930 im (: in) (=AD) | 1935 fi in (=sin) (=ADbd) | 1936 zv 
im (: zuo zim) (AD abd) | 1937 frowen (: vrouwen) | 1938 schowen 
(: schouwen) 1 1938 waer (: waere) (wer Db) | 1946 manig(em) (: m&- 
negem) (mangem b) | 1948 da enwaf (: dane was) (=ADb) | 1949 
vn (: unde) (= AD; und B) | 1951 die chlagten (: klageten) (= die 
chlaiten Db) 1953 chlagten (: klageten) 1 1954 mvre fte . . . (: mftwerfteine) 
(mwer Bd) 1 1956 kvnen (= Db) 2340 taten fi (: tet man) (daten sy 6, taten 
die D) | 2343 mohte (: moht) | 2347 chunde erz (: kund) (= A) | 2349 
in (: den) (= Db) | 2351 Rvdeg'e (: Ruedegfire) | 2352 gileit (: geleit) | 
2354 manigen cruce ftap (: manegen kriuzestap) (Cimtze ftap Db) j 
2357 innecliche (: digeliche) (innichliche D innekleichen b) | 2360 gna- 
den (: gen&den) | 2361 kein absatz wie ABDabd \ 2362 do (: die) 
(=: D) | 2363 zed* (zer) (zu der Db) 2364 kvmge (: kiinege) | 2365 
beftattet in manigem farche (: bestatet in manegem sarke) bestat Db 
bestattet C; manigen ACa)|2370 gileit (:geleget) (=AD)|2371 Ha- 
wart den ftarchen (: der starke) (Hawarten den starcken Db) | 2372 
d f chunic von tenemarchen (: der ktinec von Tenemarke) (den chunich 
von Tenmarcken Db) | 2375 beftattet (: bestatet) (= Cb bestattet) 
2377 hohgezit warn kom (: hohzit w^ren komen) (warn AD J) 
zed* ABD bd, zuo der) | 2380 (il)te fi (t iltes) (= AJ eilte Db) | 
2382 zv (ir) (: zir) (z= AD ab) | 2383 kein absatz tcie CD ab | 
2385 begrvp (: begruob) | 2386 mvde mvfe sich (: mttede muose) 



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11 

(mist sich Db) | 2391 ez mohte (: ez enkund) (iz incecht D) | 2392 
wolde (: wolt) (wold Da, wolde C) | 2393 befunder befunder (: sunder) 
(= AD Jh) | 2394 mvfen (: miiesen) (— A); grap (: grab) | 2396 zete- 
lich'cit (: ze etslicher zft) (etlicher Da) | 2398 kvnic schvf (: kunec 
scuof) (shuf B) | 2400 alle fant (: alle samt) | 2401 gruobe (: gruoben) 
(= ADJ bh) | 2403 alf (: also) (= Dbh); die (: di) (= ADJ b dh) | 
2414 it (: die) (= ADJ bd) so (nur in Db) 1 2416(ovch = Db) 2418 gileit 
(: geleit) | 2419 alle (: all) = ABDd; warn (: wiren) (=AB) | 2423 
zedeheinen (: zeheinen (=AD) | 2427 clagten (: klageten) | 2431 
frovde (: freude) 1 2432 def and'n (: sandern) (= ABD abd) 1 2433 lebnde 
(= D) | 2434 ezelen (: Etzeln) (Etzelen d) | 2435 vng(v)thchen (: un- 
guetliche) (=b) | 2436 enthcUt eine abweichende lesart^ die jedoch 
leider nicht zu enteiffern ist; es scheint zu stehn: ze(iet)wed* fin* (hant) 
(: ze wedere siner hant) (ze iedweder ADd) | 2438 leider icieder ww- 
Usbar; vielleickt: wid* (hern dietn)chen (: wider Dietrich) (wider 
hern Db; Dietrichen Dad) | 2441 Manigen (: manegen) (b mangen) 
| 2442 vngl(u)ke (: ungelticke) | 2443 Vn aller frovden ane getan 
(: aller freuden getftn) (und aller Db) | 2444 dietrich (: her Dietrich) 
(= ABDd) | 2445 groze (: gr6z) (= B) | 3446 fin (: sine) | 2447 ze- 
dienft (: ze dienste), (dinst Db); gwant (: gewant) | 2448 chunic 
(: kunec) mvgt (== BD bd) | 2449 helden noh (: heleden wol) (noch 
ABDd) | 2450 mage (: mac) | 2451 gnaedichche (: genaedeclfch) | 
2455 kein absatz wie ADab | 2456 ich enchunde (: ine kunde) (ichn 
D, ichen Aab) ; fro (: vro) | 2457 folde lh (: sold ich) | 2458 gigebn 
fgegeben) | 2459 inoht mir daz (: moht mirz) (mir daz Db) | 2463 
flaht (: slahte) | 2464 gwalt od' werlUicher (: gewalt, werltlicher) 
(= Oder weltlicher Db) | 2467 un (: unde) (= Bbd) | 2468 folde 
(: sol) (solte Ab) | 2469 cept* (: zepter) (= AD) | 2470 so (: vil) 
(= Db) | 2472 d'ene (: dine) | 2473 frovde (: vreude) | 2478 ichn 
rfchen wenne (: ine ruoch wenn) (ich en ADbd); wenne AB) | 
2479 wanden troften (: wolden troesten) (wanten Db trosten D) 2480 
dehein (= Db) | 2484 Vvan er het (: wand er hete) (hete B) | 2482 
het (: hfete) (= ADbd) | 2485 vngnaden (: ungen&den) | 2487 gwan 
(: gewan) | 2488 chunic (: ktinec) | 2489 alrefte (: aller ferste) (D al- 
rerste) | 2490 nid* (: nidere) (= ABCD bd) | 2492 mvde (: miiede) | 
2496 beitet ir nv (: beit ir nu) (bitet AD) (baitent b) | 2498 Vwftet 
f: verwfiestet) (= A ; verwhstet B, verwuestet D) | 2500 helich div 
kvniginne (= Helche diu ktineginne) | (helch b) | 2502 dvnchet (Db 
dancket) 2503 rvm (: rftme) (raume Db ruomen C) | 2506 mm frovn 
(: mine vrouwen) (min Db, vroun Bb) | 2507 Vvande (: wand) (= C) 



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12 

| 2509 triwe (: triuwen) (= Ad) | 2510 fwi (: swie) | 2511 frovde) 
(: freude); (ouch fehlt wie ADbd) | 2514 g'n (: gerne) (=b) 2515 
Vvi (: wie) | 2520 dannen (: danne) (= BD). 

Was nun das verhdltnis unseres bruchstiickes zu den tibrigen 
bekannlen 11 handschriften der Klage anbelangt, kam zun&chst die 
frage in betracht, ob dasselbe nicht blosz ein weiteres stuck eines 
von den zwei nur in fragmenten erhaltenen mscrpten ist, namlich 
des Beromiinsterer (O) oder des Niirnberger bruchstuckes, welches 
Bartsch mit N, Edzardi mit P bezeichnet. 

Dies ist jedoch schon aus dem ganz auszerlichen grande un- 
moglich, weil nach Bartsch's und Edzardi's beschreibung beide er- 
wahnten bruchstiicke ein ganz anderes format haben. O ist namlich 
in 4°, P in folio. Nebstdem enthalt G theilweise dieselben verse, die 
auch in M vorliegen (1783 — 1800) und der text desselben gehort 
einer offenbar abweichenden umarbeitung der Klage an ; in P dagegen, 
welches nach Edzardi's beschreibung mit M viel iibereinstimmung 
zeigt, sind die den ungeraden verszeilen vorgeriickten initialen roth 
durchstrichen, was in M nicht der fall ist. — M ist also ein bruch- 
stuck einer selbststandigen, bisher unbekannten handschrift. 

Die vergleichung der lesai ten ergibt auf den ersten blick die 
nachste verwandtschaft derselben mit den handschriften 2)6, mit welchen 
M die meisten eigenartigen lesungen gemein hat. 

Neben anderen, weniger wichtigen ubereinstimmungen mogen 
besonders die lesarten der v. v. 1839, 1848, 1888, 1920, 1926, 2349, 
2357, 2414, 2416, 2436, 2438 hervorgehoben werden. Schlagend 
beweist den engen zusammenhang von MDb namentlich der alien 
drei handschriften gemeinsame fehler in v. 2371: „Hawart den 
ftarchen* dh. der accusativ statt des vom contexte verlangten no- 
minativs, welchen M in der apposition des folgenden verses (d'chunic 
von tenemarchen) noch erhalten hat, wahrend Db weiter gehen und 
auch die apposition in den ace. setzen. 

Dadurch] stellt sich M in die kategorie der von Bartsch zur 
I. hauptklasse gezahlten mscripte der Klage (ABDJNbdh), welche 
nach seiner darstellung die erste umarbeitung eines alteren verlorenen 
originals des gedichtes enthalten ; innerhalb dieser kategorie, die er 
in drei gruppen theilt (I, ABd, II. DNb, III. Jh) gehort M zur 
zweiten gruppe.*) Daraus erklart sich, dass M nicht selten auch mit 



*) Auch Edzardi, der die handschriften der Klage (Iberhaupt in drei gruppen 
theilt, aber im urtheile uber ihr gegenseitiges verhaltnis wesentlich mit 
Bartsch ubereinstimmt, stellt DPb zusammen. (I. ABJdh, II. CGa, m. DPb) 



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13 

den eigenthiimlichen Iesarten von ABd fibereinstimmung zeigt, und dasz 
das zusammentreffen mit den lesungen von C, welches nach Bartsch 
(mit Ga) den text einer zweiten bearbeitung iiberliefert,*) ira ganzen 
nur selten und nur nebensachliches betreffend, daher wohl auch nur 
als zufallig anzusehen ist. 

Mit D stimmt ubrigens M auch in der auszeren ausstattung der 
schrift insoweit uberein, als D (nach Edzardi's beschreibung) eben- 
falls zweispaltig ist, die verse absetzt, jeden zweiten vers einruckt, 
jedem ersten verse solcher paare eine initiate vorsetzt. In diesen 
auszerlichkeiten stimmt ferner auch P mit D und M. 

Dementgegen unterscheidet sich unser bruchstuck doch auch 
sowohl von 2), als von P und b wesentlich und zw. schon durch die 
orthographie, die nach Edzardi's darstellung (s. die einl. zu seiner 
ausgabe ste. 6., 7., 9.) tief eingreifende abweichungen ausweist. 

Vor b hat M uberhaupt das nach dem charakter der schrift 
und der sprachformen sich ergebende hohere alter voraus ; auch fehlen 
in b die verse 2389 — 94, welche sowohl in D als auch in M ent- 
halten sind. 

Auch zu D, welches Bartsch in das XIII — XIV jahrhrdt. setzt, 
kann M nur im verhaltnisse des zeitlich vorangehenden stehen, weil 
es die verse 2474—6 hat, welche in D fehlen. Nebstdem wiederholt 
D aus versehen in v. 1910 die endworte des v. 1909 „von in drin", 
kann also auch deshalb nicht als vorlage von M gelten. 

Endlich hat M einige Iesarten, welche in keiner von den iibrigen 
handschriften, also auch nicht in D enthalten sind. Namentlich 
sind als solche hervorzuheben : v. 2397 vol Venden (: wol); v. 2472. 
d'ene (: dine); v. 2478. ichn rvchen; v. 2500. helich div kvniginne 
(: Helche diu kiineginne). 

M stellt sich daher auch aus inneren grunden als ein selbst- 
standiges mscript dar, und mit rucksicht auf die sauberkeit der 
schrift und vollkommenheit des gebotenen textes ist nur zu bedauern, 
dass das fragment von so geringem umfange ist. 

Zum schlusse mag hier der diplomatisch treue abdruck des 
*extes folgen, so weit er zu entziffern war. 



*) Auf die principielle frage ttber da3 gegenseitige verh&ltnis der beiden re- 
censionen (AB und C) einzugehen ware natiirlich hier umsoweniger am 
platze als das bruchstuck M bei der geringen aazahl der erhalteuen verse 
keine neuen anhaltspunkte zur eutscheidung derselben bietet. R. Hennig 
hat das verhaltnis in der besprechung der ausgabe Edzardi's (Anz. f. d. 
Alt. u. d. Lit I. 3. Marz 1876) eingehend dargelegt. 



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14 

(Links sind die verszahlen nach Bartsch, rechts nach Edzardi 
beigeschlossen.) 

L a. 

S o mvfe manf doh v'gezen 
1780. d* wirt waf gefezen 

V.. 1 ) di tvr in daz plfit 2005. 

f . . . e clagt d' belt gvt 
Da. in mem troften chunde 

f . . (w) *)art in churzer ftunde 
1785. F v . den d f edel wigant 

G . felh' vo Burgonden lant 2010. 

D a er da wolfharten flfic 

bi un lag lr nob gnvc 
D ie er ovch het erflagn 
1790. do begunden fi it viant clagn. 

H er dietnch vn hildebrant 2015. 

fi fprache owe daz din lant 
V on dir nv erbelofez lit 

owe daz di(n) golt git 
1795. N v . . ema fo dv taete 

dv waere fo ere ftaete 2020. 

D az dih def nle geduhte vil 

fwaz dv zefrevden vn zefpil 
D er werlde chundeft machen 
1800. d . 3 ) bift vo hohen fachen 

C hom vnz an din ende 2025. 

v(nf) habent dine hende 
D er leide hie fo vil getan. 

da . 4 ) (n)ie tvmb* helt began. 
1805. S ic(h) rechen alfo sere 

d 4 )...ec od f mere 2030. 

S l(v)c mir din ellen (m)aere 

d* chvne Bernaere 



*) Die schrift hier und in den folgenden zeilen teilweise verschwommen. 
*) Eingeklammert sind die buchstaben, deren lesung nicht ganz sicher ist 
*) Das pergament ist hier durchlochert. 
4 ) Die schrift verschwommen. 



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15 



*) . wan waere daz ergan 
1810. (alf) lm net d* fpil man 

D er (k)fine degn ') . . . 2035. 

fo waere d* lunge chun . *) . er 
V v . . . en der mar . revinne man 

(m) . . . ate tr(vg)en Ji daz an 
1815. Do . . . ebec en 

b...(vjdeg( , e)... 2040. 

Er . (b)te fi zew(ib)e 

ze (hb)e 

Z e ch fi den degn 

1820. nv v(b) . . elegn 

1 r mm 2045. 

ich 



/. b. 

1825. D iv marcravmne gothnt 

div lft mm' pafen kmt 2050. 

D a von erbet fi mih an 
nv lft div magt wolgetan 

V erwitwet leid' al zefrv 

1830. nvne weiz ich aad'f waz lh tv 

Ine... 1 ) (e)z got v'enden 2055. 

mit chrachenden henden 
M an hvp den helt msere 
er waf ein teil zefwaere 
1835. E r enpfiel in wid' 1 ).-. 

vor wfe (er)doz do(aV d f fal) 2060. 

V on wiben vn von mannen 
idoch trug man in dannen 

D a man Gunth'n vant 
1840. div kmt von Burgonden lant 

H lez man zesamne bnngen 2065. 

daz gefchach vf den gedmgen 



*) Das pergament durchldchert. 

J ) Hier und im folgenden die schrift Yollstandig verwischt. 



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16 



D vrh daz fi warn chnften 
lr engele vil wol wiften 
1845. V var lr fele folden chora 

wart e wfef lht Vnoui 2070. 

V on herzenlichem leide 
daz neten lm die beide 

D le chnften vn die heiden 
1850. ir clage waf vnbefcheiden. 

D o vant man Gernoten 2075. 

fo fere v'fchroten 
M it em* verchwnden 

gem den bniften vnden 
1855. V vaf fi wol ellenwit geflagn 

fwie wol zefcherme chunde tragn 2080. 

D er reche finen fchildef rant 

in het div rvdeg'f bant 

V erwndet also fere 
1860. daz d* helt mht m'e 

led* wnden mohte gnelh 2085. 

da von nivfe er tot wefn 

V van in het beftanden 
ein helt zefinen handen 

1865. R vdeg* von bechlaren 

da fi in fturme warn 2090. 

od 

vch het er Rv(g)ern erflagn 
den man nimm (,) v'clagn 



1870. 



//. a. 

D o fach d f alte hildebrant 

die gabe in gernotef hant 
D le lm het Rvdeg' getan 

het ez d 5 helt v'lan 2100. 

1875. V vaz ob er waere genefn 

mema dorfte chvn* wefn 
D enne d' herre Gernot 

man fach un noch daz fw't rot 



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17 



V on blfite naz an fin* hant 2105. 

1880. do fach meift' Hildebrant 

N ach def fw'tef ecke 
fcharten noh flecke 
E r da mend* ane vant 

wan div rvdeg'f hant 2110. 

1885. C hvnde wnfchhchen gebn 

er het allez fin lebn 
G eflizen fich vf ere 

man clagt m deft* mere. 
D o fprach d f chvnic nche 2115. 

1890. zedem herren dietnche 

S olde dirre helt lebn 

fo het ich allez mm gebn 
A n mmem fvne wol gwant 

nah den vo Burgonden lant 2120. 

1895. H ete daz kfnt geraten 

die le daz befte taten. 
S am het ovch mm fvn getan 
dem het ich mlnfv lant Ian 
D er waere wol fo nche 2125. 

1900. daz fi alle ghche 

H eten troft an den degn 

nv lft fin chunne hie gelegn 
D az befte daz er le gwan 
owe daz lh niht erwenden kan 2130. 

1905. D me wnden vn den tot 

vil tvgenthaft' Gemot 
D ef nivz mir mm lebn leiden 

ez hete wol gescheiden 
C nmh' hagenen vo in drin 2135. 

1910. niwan daz lucel wibef fin 

D ie lege fflr die fpanne gat 

an lr tumben herzen rat 
S o hant fi finne in'e 
denne lema d* vf ere 2140. 



1915. 



Tf . : Fllo»ofie, dg«pit a filologle. 



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18 



II. b. 

A n mm* trovtmne fchin 

daz fi fo wife wolde fm 
D az mit finnen em hht* man 2145. 

1920. em bezerz hete getan 

D o hiez er Gernoten 

den fchvldehaften toten 
V vegn vf mit handen 
d* vo alien fchanden 
1925. H et gewendet linen mvt 2155. 

ovch gebot d' kvmc gvt 
D az man m tragn folde dan. 

wol gewahfen waf d 5 man 
A n groze vn an lenge 
1930. div tvr wart im zeenge 2160. 

D a man die toten vz trvc 

fe do waf er fnel genvc 
D er edel vn d' niaere 
fwie fwaere ab er nv ware 
1935. D o fi in brahten vz d' tvr 2165. 

zv im giengen dar fvr 
D le ere gerenden frowen 

die in da wolden fchowen 
E z waer in ft gezem baz 
1940. vo fchulden wil ich fprechen daz 2170. 

D o er hete noch daz lebn 

got d' woldef in niht gebn 
D az in daz hep gifchaehe 
daz m deheiniv fehe 
1945. B i gefundem fmeni libe 2185, 

er wart von manigem wi . .*) 
G eclaget harte fere 

da enwaf et ny niht m'e 
N lwan weme vn clagn 
1950. die tvmben daz wil ich iv fagn 2180. 

D ie chlagten mit den wifen 
die toren mit den grifen 



*) Die schrift verwiBcht. 

/Google 



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19 



C hlagten algemeine 

daz fich die mvre ft . . *) 
1955. M ohten chlieben her dan. 2185. 

do braht man den kv(nen) . . .*) 
V errer an die wite 

d (m) ch ..... . 

Do 



1960. 



III. a. 

2339. Si baten got d f fele pflegn 2590. 

fam taten fi Blodhne dem degn. 
D ef werden Botelungef fun 
waz mohte her dietrich nv tvn 

V van alf ez tnwen tohte 

fwaz man d* vinden mohte 2595. 

2345. D le meffe folden fingen 

die hiez er balde bnngen 
A lfo chunde erz da fchaffen 

den chnften it pfaffen 
D en heiden d* ovch m gezam 
2350. darnach man do zehant nam 2600. 

D en gvten Rvdeg'e 
nut dem vil michel ere 

V vart gileit in fin grap 

do fach man manigen crvce ftap 
2355. D a den pfaffen an d' hant. 2605. 

fwaz man lr vnd f ftole vant 
**) le baten innecliche 
got von himelnche 

V n fante Michahele 

2360. zegnaden lr aller fele 2610. 

D le da furften hiezen 

mht lang* fi do hezen 
S ine braehten fi zed 1 erde 
die kvnige wrden werde 



*) Die schrift verwischt. 

**) Das pergament durchlOchert. 

2* 



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20 



2365. B eftattet in manigem farche 2615. 

hagene d f ftarche 
V njm gefelle Volk* 

vn dancwart d* reke her 
D le wrden do alle dri 
2370. l ) . . herren gileit nahen bi 2620. 

H awart den ftarchen 

d* chunic von tenemarchen 
I nnc vn Irnfnt 
die dn wrden ovch damit 
2375. B eftattet herhchen 2625. 

die dar vz and'n nchen 
Z ed f hohgezit warn kom 

d* wart ovch da war genom 
M it gvtlichen dingen 
2380. m *) . . . (l)te h alle bnngen 2630. 

D le ch(un)den vn die gefte 

zv *) (n)g(em) bette (re)fte 

D az (vole) 2 ) 



III. b. 

2385. £ man begrvp die heren 2635. 

it mvde mvfe fich meren 
£ die and'n wrden begrabn 

die mvfen ovch lr.reht habn 
E zel vn dietnch 
2390. die beneten do fich 2640. 

E z mohte mema v'enden 

wolde man die ellenden 
A He befun(d f ) befund' begrabn 

fi ravfen em grap habn 
2395. So tief vn alfo wit 2645. 

daz man ez zeetehch' cit 
V ol v'enden cbunde 

d f kvnic fchvf fa zeftunde 
D az die lantlivte dv 



l ) Das pergament durchldchert. 

•) Die schrift verwischt. 

a ) Lesbarer oberer rest der abgeschnittencn zwei zeilen. 



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21 



2400. gnffen alle fant zv 2650. 

V n grvben erne grvbe fit 
fiben fperfchefte wit 

V n alf tief in die erde . . 
ich wane limn* w'de 

2405. Mit folhem iam' mer gegraben 2655. 

die chnehte wrden vf erhabn 
Daz gefinde von dem nne 

die Gunth' vn die fine 
M it in brahten in daz lant 
2410. niwen tvfent man d* vant 2660. 

A n den fich erfte hvp div not 

den hvten iam' daz gebot 
D vrch lr ellende 
fo wnden fi lr hende 
2415. *) an vant da veig* mere 2665. 

mit leide vn ovch mit fere 
A If ich iv diche han gefeit 

fo wrdenf m daz grap gileit 
D o f i alle zeftete warn chom 
2420. do wart erfte v'nom 2671. 

V on den die giengen von dem grabe 
div aller meifte vngehabe 

D er fi zedehemen ftunden 

da vor noch ie begvnden. 
2425. Ez waf em grimmez fcheiden 2675. 

von chnften vn von heiden 
Die clagten alfo fere 

daz man imm* m'e 



2430. 



IV. 



2431. Sit in frovde mht gezam. 

mem def and'n war nam 
D er die noch lebnde (warn**) 2685. 

Ezelen man ge(barn) 



*) Ranm fur ein nicht eingetragones M. 

**) Hier and anter den folgenden versen ist das pergament rauh and die schrift 
nor nnsicher zn entziffern. 



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22 



2435. V ll vng(v)thchen (vant) 

do er ze wed' (fin* hant) 

D er gv(ten) rechen mht enfach 

wid' ( . . r . dietn)chen er do fprach 2690. 
D en f . . . ften von b'ne 
2440. (ia) het ich noh vil g'ne 

Man(i)g(e)n def lh mich (a)nen mvz 

mir hat mm vngl(u)ke bfiz 
Vn aller (fr)ovden ane g(e)tan 2695. 

dietnch fprach ia fult lr Ian 
2445. I (w*) groze vngehabn 

fin fmt mht alle noh begrabn 
Die iv zedienft fint gwant 

her chunic ia mvgt ir iw* lant 2700. 

M it helden noh befetzet*) 
2450. got mage lvch wol ergetzen * 

G naedichche d' leide 

ir habt doh noh vnf beide 
M ich vn hildebrande 2705. 

bi iv in dem lande 
2455. V vaz hilfet daz fprach er do 

ich enchunde nimm' w'den fro 
V n folde lh tvfent lar lebn 

w' chunde mir den mvt gigebn. 2710. 

d' wer moht mir daz geraten. 
2460. die daz mit willen taten 

D le fmt leid' gelegn tot 

waz fol mir nv mm golt rot 
O d' dehein* flaht richtvm 2715. 

gwalt od' werlthcher rvm 
2465. D az lft an mir v'dorben 

mine man fint erftorben 
D ar zv kmt vn wip 

warzv folde mir d* lip 2720. 

C ept f od* crone 
2470. div mir e fo fchone 

Stvnt in alien minen tagn 
d'ene wil ich nimm* mer getragn 



*) Schreibfehler. 



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23 



2475. 



F rovde ere vn w'dez lebn 2725. 

(daz) wil ich allez vf gebn 



IV. b. 

2477. Sit ez mir allez miffezimt 

ichn rvchen wenne mih d' tot mmt 2730. 

*)i wanden troften lm den mvt. 2735. 

2480. daz enwaf dehem gvt 

V van er het zevil v'lorn 
vb' in het gefwom 

S mef hbef vnheil 

lm waf d' aller meifte teil 2740. 

2485. S m f vngnaden choin 

wand ez lm allez waf benom 
D az er def beften ie gwan. 

d* chunic weinen began 
S am do erf alrefte pflac 2745. 

2490. ein teil ovch nid* gelac 

H era die**) chef veft* mvt 

vor mvde d' helt gvt 
S ich in em venft* lemte nid' 

hildebrant d' fprach fid f 2750. 

2495. D em herren ditnche zv 

herre wef beitet lr nv 
D a rat ih fprach d* wigant. 

fit Vwftet lft daz lant. 

V vaz fuln wir nv dannne 
2500. daz helich div kvnigmne 

I v gap vil edel dietnch 

daz dvnchet mih nv rsetlich 
D amit rvm wir daz lant 
iw' ellen vn mm hant 2760. 

2505. D iv bede fu . . (b)erateu 

mm frovn ..rraten 



*) Raum fiir ein nicht eingetragenes 8. 

**) Schreibfehler, nachtraglich ttber der zeile corrigiert, aber die correctur 
undeutlich. 



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24 



V vande wir fin*) . . .en beide 

wir fuln durh vnfer leide 
D er tnwe niht v'gezen 2765. 

2510. fwi nid' fi gefezen 

I w' frovde vn div mm. 

doh fuln wir imm' die fm 
D le ftaet* tnwe chunnen pflegn 2769. 

daz tvn ich g'n fprach d* degn 2774. 

2515. V vi fol lh vo difn leiden 

mit eren mm gefcheiden 
S it lh den fchaden han genom 

owe waz leid* maere chom 
M vz hm wid' vf den wegn 
2520. von dannen em degn 2780. 

e 

zv 



Historia uera expeditions anni 1556, sea de rebus 

gestis per Vngariam sab Serenissimo Principe Ferdi- 

nando, Austriae Archiduce, authore Petro Raymundo 

Amadono, Med. Doctore. 

Sdelil prof. Dr. Kameni&ek v BrnS dno 7. tinora 1887. 

. Roku 1556 dostal kleStenec Ali, pase Budfnsk^, rozkaz od sul- 
tAna Solimana II., aby se zmocnil pevn6 tvrze Szigetu v Uhffch, na 
prav6m bfehu freky Dunaje. Dne 24. kvStna t. r. byl skutecne Sziget 
obleifen a se zndmou tureckou houievnatostf obl&iAn. Obhajci Szigetu, 
Marku Horwdthovi, dostati se m61o pomoci se dvou stran: V Chor- 
vatsku a cdstecn6 i ve Styrsku sebrali vojevftdcov6 Ferdinandovi, 
Mikul&S Nadaidi a MikuldS Zrinsk^, vojsko citajfci asi 7000 mu£&, 
s nfin2 vytrhli od jihoz&padu na poinoc do Uher. Ale bylo jim za- 
staviti se hned u pohranifiu6tao mgsta uhersk&io Babofie, je2 bylo ob- 
sazeno od Turkfiv a tvorilo Wfc ku pevnosti Szigetu. Nadaidi 
a Zrinsk^ Babocu oblehli, aby se jf rychle zmocnili. 



*) Die schrift hier und in den vorangehenden zwei zeilen zerflossen. 



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25 

Druhou poraoc krdl Ferdinand I. vypravil pozd&ji z Vfdn6 pod 
vfidcovstvfm sv6ho druhorozen&io syna arcikni£ete Ferdinanda v poctu 
asi 9000 mu2fi. 

Osudy obou ttchto pomocn^ch sborfi jsou sice nSkolikrdte a od 
cehrfch dfejepiscft dolicovdny, ale nestalo se tak nikdy zpfisobem 
uspokojujfcim a dosti jasn^m. 

1. Ve pffcinS prvnl v^pravy dluzno pHpomenouti v nejv6t§f 
strucnosti nfisledujfcf: Kdy2 byla Baboca od Nada2di-ho a Zrinsk6ho 
obleiena, pHt&hl Ali s Setnym vojskem od Szigetu oble2en6mu mestu 
na pomoc a svedl s vfidci Ferdinandov^mi pfed jmenovan^m mSstein 
bitvu. Bitva u Baboce, Sili jinak bitva na Hcce Rinyi nazvand, v nf2 
pry vojevfidcov6 Ferdinandovi Nadaidi a Zrinsky zvftSzili nad vojskem 
tureck^m, byla od posavddnfch historikfl povaSovdna za malou h&danku, 
nebo aspoii za ud&lost, s nii spojeny jsou n£kter6 zdhady. Tak k. p. vf 
se, ie vfidcov6 vojska'Ferdinandova bojovali v bitvS t6 proti nepffteli 
znacne siln6j§fmu (pravf se a4 30.000 muM) a pfece zvit6zili. Po vftezstvi 
sv&n, ac mohli prondsledovati Turky, neucinili tak, nfbri odtAhli ku 
Velik6 KanfZi na stranu sev. zdpadnf a sice pr^ z t6 pHciny, ie ne- 
bylo u BaboSe dosti potravin pro vojsko. Av§ak NadaMi sdm uddvd, 
ie tak6 ku Veliki Kanfii bylo potfeba dov&ieti zdsoby z jin^ch zemf, 
totii ze Styrska a z Chorvatska. Bylo by tedy byvalo mnohem v^- 
hodn6j§fm dovdMi zdsoby ku Baboci, mfestu pohrani£n6mu, nei ku 
Velik6 Kanfii ; okolnost ta byla by niSla tak6 tu v^hodu, ie tureck6 
vojsko mohlo b^ti po bitv6 u Baboce prondsledovdno a t6m6f zni- 
ceno. A proc nezmocnili se pak vfidcovS Ferdinandovi Baboce po 
tak slavn£m vftgzstvf, jest nem6n£ zdhadno. Tomu divf se v6t§ina 
badatelfiv historfckych a innozf z nich pHmo to vyt^kajf za taktickou 
chybu, )ii se vfidcov6 Ferdinandovi dopustili. 

2. Nein6n£ nedokonale jest tak6 popisovdna v^prava arcikn!2ete 
Ferdinanda do Uher na pomoc oble2en6mu Szigetu. Ani doba, ve 
kter6 se uddla, nenf posud jednotnfi stanovena, ani nenf dostatecnfe 
zndm pochod vojska a pocet jeho, vfidcovG, vdlecn6 podniky atd. 
Isthuanffi rfizni se znacnd od Fessler-Kleina, oba od Bucholtze a ode 
v§ech rftznf se op6t Hammer-Purgstall i mnozl jinf, tak ie vftbec ne- 
bylo dosud fddn^ho poddnf o uddlostech na prav6m bfehu Dunaje 
v DhHch roku 1556 zbehlych. Bucholtz vypravuje sice uddlosti ty 
na zdklade nSktenfch listft sam6ho arciknfiete Ferdinanda ku krd- 
lovsk6mu otci, ale listy ony tvoff zprdvy pouze zlomkovit6 a nepo- 
ddvajl dostatecn6ho svStla vfibec, o bitv6 pak u Babofie zvldSte. 



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26 

Schdzel dosud pramen, kter^ by v t6 pHcinS uplnfi vyhovoval 
a v&echny zdhady vysvStlil. 

Pisateli tSchto fddkfi podaKlo se ndhodou nalfeti v zemsk&n 
archivu brnensk&n pod cislein 813 ve sblrce Bo6kov6 rukopis, ob- 
sahujfcf podrobnou zprdvu o v^pravfe arciknfJete Ferdinanda do Uher 
r. 1556, pfi cem2 zdroven d6je se zmfnka o bitv6 u Baboce, zminka 
velice dfilefttd a die vseho pravdivd. Zminenf rukopis, jeho2 nadpis 
nahofe jest uveden, napsdn byl od mu2e vzdelan6ho (MDra.) i zd- 
roven ticastnfka t6 v^pravy. Venovdn jest biskupu 01omouck6mu 
Vil6mu Prusinovsk&nu, aby pr^ aspon on o tech uddlostech pravdy 
se dovedfil, nebot prf i sainSmu krdli Ferdinandovi I. poddny byly 
nepravS zprdvy o uddlostech v Uhffch okolo Szigetu. 

V rukopise torn se dovlddme, ze v bitve u Baboce vojsko Na- 
da2di-ho a Zrinsk6ho, tedy vojsko kfestansk6, bylo vlastn§ porafceno 
a proto ie neinohlo prondsledovati Turky, ani zmocniti se Baboce. 
Vyprava pak arciknfZete Ferdinanda do Uher a osudy jejf jsou zde 
vypsdny tak podrobnS, ie den ode dne pochody vojsk stopovati mft- 
2eme. Rovn62 pfesne stanoven jest pocet vojska a hlavnf vfidcovS. 
Podrobn6 pojedndnf o v§ech uddlostech t6ch uvefejnSno bylo ve „Sbor- 
nlku historick&n"*), k n6mu2 tuto poukdzati si dovolujeme. Zde budii 
popfdno mlsta pouze diplomatick6mu pfepisu listiny cel6 i s „veno- 
vdnfm," aby dal§fmu vedeck&nu zkoumdnf pHstupnou se stala. ' — 

Historia uera expeditionis anni 1556, seu de rebus gestis per Vnga- 

riam sub Sermissimo Principe Ferdinando, Austriae Archiduce, authore 

Petro Baymundo Amadono, Med. Doctore. 

Anno salutis 1556 ineunte uere contra inducias Solymannus, 
Turcharum Imperator, pro suo more, Sygedum, oppidulum cum arce 
adiacente, obsideri mandauerat, Ea nimirum fiducia fretus, quod 
circumiacentia munita loca omnia per fraudem et proditiones, non 
autem aperto Marte occuparat. Sperabat se facile oppressurum si- 
gedenses, (sic) praesertim cum subsidia a Christianis eo mitti non 
possent, turn propter Strygonium, Vesprimum, Caragnam, occupata 
a se loca, cum in primis propter Baboscham, arcem munitissimam, 
nostris maxime oppositam. Auxiliares copias miserat quidem Rex 
Ferdinandus: sed quia ipsa Baboscha iter ipsis praecluserat, ultra 
progredi non poterant, nisi prius ea expugnata et hosti erepta. Ve- 



*) 1886. 



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27 

runtamen cum aliquandiu strenue oppugnassent Regii, tandem a multi- 
tudine turcarum circumuenti cedere coacti fuerant, ut paulo post 
narrabitur. (pag. 1.) 

Ideo Ferdinandus, Ferdinandi Regis filius, contractis pro tem- 
pore ex Bohemia, Austria et Vngaria copiis, parua manu hostem 
exultantem et tota iam ferme Vngaria grassantem, aggredi atque 
reprimere ausus est. Itaque Vienna Sempronium, inde Schaprim, 
Canisam paucis diebus, ad VII. idus Septembris cum exercitu per- 
uenit Est Canisa arx cum gemino uico adiacente, natura muni- 
ti8sima. Ibi ueterani milites, qui apud Baboscam (sic) cum turcis 
conflixerant, delitescebant, subsidia expectantes noua. Etenim cum 
hinc ipsi arcem obsiderent, illinc hostes earn tuerentur, ac in dies 
plures accurrerent turcarum agmina, extra arcem auctiora facta, 
regiis a tergo imminebant, ita ut tandem magis obsideri, quam ob- 
8idere uiderentur. 

Accessit, quod quidam ex ipsis coryphaeus Regiorum quendam, 
qui forte oberrabat, subito ex insidiis inuaserat; at is glande plumbea, 
quam bombarda manuaria exploserat, ipsum aggressorem transfixit et 
prostrauit. Quod cernentes hostes, tanta ira perciti fuerant, ut omnes 
(pag. 2.) in Regios frementes ferrentur impressionemque facerent, nee 
Regii cessere. 

Itaque duces acie instructa, copias infestis signis castris educunt 
clas8icumque canunt. Commissum est proelium atrox, animis utrinque 
exacerbatis. Regii uero etsi pauciores essent, tamen animo praesenti 
erant, fortiterque dimicabant. Sed quia regius exercitus medio fere 
loco constitutus erat inter arcem obsessam, ex qua ingentia tormenta 
in ipsos explodebantur et hostium copias, ita ut utrinque oppugna- 
rentur, nempe a fronte et tergo, Duces Christianorum receptui ca- 
nunt, ne hostes contempta regiorum paucitate, tandem animos 
efferrent, uixque milites accensos a proelio reuocant. Soluta itaque 
obsidione, Regii milites ad Canisam usque, quae duorum dierum 
itinere a Baboscha distat, confugerant, subsidia expectantes noua, ut 
antea dictum est. In eo proelio Regiorum equitum lx desiderati 
dicuntur, peditum uero plus minus centum. Attamen hostium in ea 
dimicatione caesorum longe maior numerus fuit, ut postea ex trans- 
fugis cognitum est. (fol. 3.) 

Turcae suos sepeliunt, nostros autem inhumatos relinquunt. 
Sed ad exercitum redeo. 

Ferdinandus igitur coniunctis copiis castra apud Canisam me- 
tatus, per duodecim dies inibi moram traxit. Sub quo hi nobiliores 



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28 

Duces et principes uiri cum suis quique turmis et cohortibus mili- 
tabant: Julius Comes ab Hardek, aulae Principis Proetorem agebat, 
hoffmarschalk uulgo. Andreas uero Teuffl, equitum Magister ad 800 
ducebat grauis armaturae equites ad Principis custodiam; ad idem 
sagittarios pedites (quos uocant hackschutz) quadringentos habebat 
Illustris Bratislaus a Bernstain, Marschalcus item Boemiae et Johannes 
a Weisbrach, singuli cum centenis equitibus, suis impensis, in gra- 
tiam Principis, castra sequebantur. Alii item uiri nobiles, quos re- 
censere longum esset Johannes a Celting austriacas ducebat turmas 
— erant grauis armaturae septingenti pugnatores. Totidem Styrii et 
Carinthii equites itidem grauis armaturae. At Carolus a Zerotin et 
Sigisraundus a N. ambo simul duces omnis equitatus. (pag. 4.) Boe- 
mici constituti erant. Sub his militabant mille quadringenti equites, turn 
Boemi, turn Silesitae, cum etiam Moraui, grauis armaturae omnes in 
sex distributi signa. Princeps Plauius ducentos ducebat itidem grauis 
armaturae equites. Antonius Turkerus quadraginta etiam grauis ar- 
maturae equites suo stipendio miserat, cum aliquot leuis armaturae 
equitibus Vngaricis, quos hussaros ipsius gentis senno uocitat. Porro 
hi ad septem et amplius millia erant, quorum Duces hi existebant: 
Thomas Nadasdy, Vngariae Prorex, Nicolaus Serynus Comes, Croatiae 
Praefectus, Franciscus Dhay, Franciscus Bathiany, Ladislaus Pamphy. 
Peditibus Germanis omnibus praeerat Johannes a Pellway. Duodecim 
ueteranorum signa apud Canisam inuenimus. His accesserant duo 
signa stipendiariorum, qui nobiscum descenderunt ex Austria. Coacto- 
rum uero ex Styriensi ditione per censum regium, quatuor signa, 
altera post die, quam ibi castra posuissemus, accesserant. At Vngarici 
pedites, quos Heyducos nuncupant, sexcenti fere erant. Gens belli- 
cosa, laborum, frigoris et inediae patientissima, periculorumque con- 
temptrix (fol. 5.) ut paucis dicam, gens et laboribus et bellis asperrima. 
Bini ordine incedunt, maxima ituri in proelium vigeni trigeni ac uix 
amplius quadrageni, singula sequentes signa. His acinacis, securis, 
hastula, scutum, bombarda et arcus arma sunt. Primipilos eorum 
saepius quidem uidi, sed tameu nomina non notaui ; nee nomina dant 
sua, neque stipendio, sed spe praedarum militant. 

Haec sunt Ducum necnon Primipilorum nomina cum copiis ipso- 
rum, prout in tantis meis occupationibus, aegrorum turbam curans, 
animaduertere potui. 

At quarta die, postquam castra apud Canisam metati essemus, 
in duo diuiditur exercitus. Nam Francisco Sfortiae, qui tribunus 
militum existebat, octo signa peditum Germanorum, equites septin- 



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29 

genti grauis armaturae, leuis uero Hussarorum signa aliquot, Heyduci 
centum committuntur. 

Erat arx natura et arte munita, nobis uersus Baboscham per- 
gentibus a sinistra a Canisa distans xxx fere passuum millia, Ca- 
ragna nomine, qnara antea turcae per quorundam incuriam occu- 
pauerant. Regio exercitui terrori erat, nee pergere (fol. 6.) poteramus, 
d(mec capta et diruta foret. Nam hostes a tergo et fronte habuis- 
semus et commeatus facile intercepissent Itaque Sfortia cum bis, 
quas antea ennmeraui, copiis ad banc eadem die pen-exit. Ea die 
ad decern passuum millia dictae arci appropinquauere, castraque po- 
suere. At Dux ipse cum equitatu ad arcem properat eamque circum- 
uagatur lustrans ac locum situmque explorans. Inde perspecto loco, 
per noctis tenebras, grandes admouentur colubrinae. 

Postera die propugnaculorum ac moeniorum pimnae necnon 
specn, quibus turcae Regios glandibus plumbeis et pilis uerberare 
poterant, grandioribus machinarum globis ferreis diruuntur, ita ut 
sine periculo ipsis insidere non possent. Insuper sagittarii sese'ad 
fossas proripiunt, eminus glande plumbea ipsos infestantes. Inde 
antequam signum daretur, in fossas insiliunt pedites. At fossae ipsae 
et arduae ualde erant et aquis repletae, quin et pilos praeacutos, 
binos ordine positos habebant, qui sibi inuicem crucis in modum 
firmiter adhaerebant (fol. 7.) quominus quisquam impune transire 
posset. Nihilominus milites beneficio scalarum, quae explicari in 
dorsi modum et contrahi possunt, fossas superant, cumque uix eorum 
decern arcem haberent, quidam uexillifer, uexillum, uictoriae signum 
inuehere ausus est, atque ex loco editiore oppugnantibus ostentauit; 
quo factum est, ut citra trepidationem, qui ad expugnationem desti- 
nati fderant, in arcem impetum fecerint. At turcae, qua possunt, se 
tuentur virtute. Congressus fit into muros ac subinde nouus ingruit 
hostis adeo, ut a multitudine superati, animos vna cum armis abii- 
ciunt, obsecrantes se seruari, ac in captiuitatem abduci. Sed frustra. 
Nam tantus furor Germanorum animos occupauerat, ut etiam, quos 
Dux ipse seruare nitebatur, eos e latere suo rapi transfodique uidere 
cogeretur. Quin etiam quidam concisus fuit, cuius opera, turca 
quidam locupletior, Christianum habitum ementitus esset, ut hoc 
modo cruentas uictorum manus euaderet, magnoque postea auri pon- 
dere (fol. 8.) sese redimeret. Ipsi itaque hac tam subita potiti 
uictoria, praedas agunt. Inter equos et supellectitia armaque tur- 
cica pro numero caesorum, parum auri argentique inueniunt. Nam 
turcae suis rebus diffidentes sua aurea argenteaque numismata 



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30 

deglutiuerant, aut haec uictoribus inuidentes, aut certe sperantes, se 
in seruitute inter excrementa sua reperire posse ; quae res ipsis hand 
secus, ac olim hierosolymitanis internecionis causa fuit. Siquidem 
Regii milites siue forte inter resecandam excaesorum cadaueribus 
adipem, siue ex mulieris rarae uenustatis indicio, quae seruata fuerat, 
iinpulsi, reseratis caesorum uisceribus, demuni quandam uim argen- 
teorum aureorumqne numorum inuenerunt. Vnde postmodum nulli 
parcitum est. Ea dies cum sequentibus duabus data est refection! 
militum, quarta die arx solo aequata. Machinae aeneae maiores, 
quos falconettos duplos uocant, quinque sunt inuentae; manuariae 
uero grandiores, (fol. 9.) quos hackos uocant, centum. 

Redeunt ad Ferdinandum uarii, uaria narrantes, nam quidain 
ex regiis cecidisse lx, quidam xvi, quidam uero plures, quidam 
parciores. Sed postea compertum est, xvi tantum desideratos esse, 
uulnerati sunt plus minus lx, quos ope chirurgica curandos sategit 
datis sumptibus Ferdinandus. 

Turcae, qui arcem defendebant, ducenti fuerant. Comprehensus 
est a militibus speculator ibidem a turcis missus, quern naso, labiis 
et auriculis mutilatum circumcirca occisorum cadauera et arcis en- 
dera traxere, hocque modo deturpatum ad suos remisere. 

Haec tarn subita uictoria tantum trepidationis reliquis incussit 
turcis, ut statim Baboscham, Kalmanscham et Gerescallum, arces 
munitas, ablatis rebus suis et subiecto propere igne, deseruerint 
suaeque saluti fuga consuluerint. 

Quibus fugientibus obiicit se ter inclytus ille Sygedensis prae- 
fectus, multisquae prostratis, magnam praedae partem eripit (fol. 10.). 

Decima tertia die, postquam ad Canisam uenissemus, castra 
Baboscam uersus mouimus, sed tripartito exercitu. Sfortia siquidem 
cum suis, quos secum ad Caragnam duxerat, recta ad Schergum 
arcem porrexit. Carolus uero a Zerotain (sic) cum Boemorum 
duabus tantum turmis et Hussarorum tribus millibus, quibus ipse 
Serynus Comes praeerat, Praesenscham arcem, tertiis a Canisa castris 
peruenit. Ferdinandus cum reliquis copiis medium inter utrosque 
iter tenens, ad Schergum etiam uenit, ibique cum potiore exercitus 
parte castra metatus est. 

Quarta dein die Presenscha Baboscham uersus perrexit Carolus 
et Serinus Comes cum suis quisque turmis, quas paulo antea re- 
censui. Eo cum aduentaremus primum mirari arcis pulchritudinem, 
dein arduas ipsius fossas. Erat enim natura et arte munita in 
Rhynna amne sita, quae se se circa (fol. 11.) earn in profundas, pa- 



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31 

tentesque paludes diffundit, ita ut a tribus mundi plagis tota fere 
cingatur, solum ab occidente continenti adhaeret. Sed ea pars pro- 
fmidissima fossa, muris, propugnaculisque defensa est, nee minus fere 
inaccessa, quam in alliis partibus. Arx ipsa quadrangulari figura 
bene et aequaliter circumscripta, tota lateribus extructa ad pulchri- 
tudinem, magnificentiam et vim hostium sustinendam excogitata uide- 
batur. Regis Matthiae quondam, Reginae Johannis coniugis pridem 
sedes. In ipsa machina aenea maxima reperta est, quam hostes, 
fugam arripientes, trahere non poterant, sed puluere tormentaiio in- 
farctam reliquerant, ut postea flagrante arce desiliret inutilisque red- 
deretur. Sed integra inuenta est et ab igne intacta. Hanc arcem 
anno ab hac expeditione secundo hostes proditione quorundam occu- 
pauerant 

Reliquum itaque diei consumpsimns in huius arcis contempla- 
tionem (pag. 12.), quam etiamtum flagrantem inuenimus. 

Postera die castra mouerunt Sygedum uersus Carolus et Serynus 

Comes, ac primum Calmanscham, quam solo ab hostibus aequatam 

etiam inuenimus, contenderunt. Arx limo tabulatisque constructs, 

' nee ullo modo cum Caragna aut Baboscha conferenda. Veruntamen 

sepulchris turcicis circa ipsam erectis prae caeteris conspicua. 

Haec arx a Sygedo uix octo passuum millia distabat. Quo cum 
aduentaret Carolus et Serynus Comes, ex arce Sygedensi primum explo- 
duntur grandes colubrinae laeticiae. Ergo : dein Praefectus ipse obuiam 
Regiis Ducibus prodiit Harbatt Marco, hoc est, Marcus Croata a gente 
sua denominatus, obscuris quidem parentibus natus, sed animi magnitu- 
dine magnis Ducibus haud impar. Longo corpore, gracili et erecto, aetate 
uirili, barba ac caesarie promissa et (fol. 13.) inculta nigricante, fuluis 
oculis amplioribus, superciliis nigris in arcum protensis, uultu seuero 
imtis tamen in suos et humanus, in hostes autem saeuus et ferox, 
con8ilio pollens, laborum et inediae patiens, heroicum gerens animum, 
pro patria, pro religione pugnans intrepide. Cui hoc recte tribui 
posset, quod prudentia singulari, maximo cum animi, turn corporis 
oigore praeditus sit et in primis solers in prouidendis, ac patiens in 
expectandis rerum occasionibus extet. 

Reliquum diei datum est quieti. 

Postera die ex consilio Marci ad arcem S. Laurentii, mediam 
fere inter Sigedum et Quinque ecclesias (ex qua ob propinquitatem 
turcae saepe Sygedenses infestabant) copias duxit Carolus et Serynus 
Comes; ea demum celeritate eo contenderunt, ut prius uisi ab hosti- 
bus fuerint, quam aduentus nunciaretur. (pag. 14.) 



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32 

Ipsi itaque tarn subito nostrorum aduentu consternati, relicto 
prandio et mensis humi paratis, fagam arripiimt, contra sui centn- 
rionis uetitum. Qui cum ipsos retinere uellet, talia audiuit responsa : 
Ev tua in uerba iurauimus, tibi ut pareremus ad arcis defensionem. 
ueram ut temere nosmet ipsos neci dederemus, nequaquam nostrum 
fuit propositum, Eue enim Christianoruni inuictum exercitum, cuius 
finem non possumus uidere, aduentantibus subinde nouis turmis, qui 
nos ut canes trucidabunt. Huius rei tristissimura nobis exemplum 
dedere, qui arcem Caragnam tuebantur, infelices socii nostri. His 
dictis in portam irruuut. At christiani arcem illaesi occupant, eadem- 
que die in castra apud Sygedum posita redeunt, relictis ad arcis 
custodiam ducentis fere heyducis. 

Tertia die Sygedum arcem diris (pag. 15.) tormentorum aeneo- 
rum fulminibus lacerani uisitant singuli, quae sicut et Baboscha in 
profundis extructa paludibus est maxime uero a Septentrione ad 
orientem et meridiem usque, ab oriente ad occidentem in longum 
protensa. Ei parti iunctum erat oppidulum pontibus subliciis, fossis- 
que ab arce diremptum, quod continenti iunctum erat, sei fossa unica 
uda munitum. Ex hac parte hostes irrepere ceperant aggeribusque 
ductis cuniculisque effossis primum oppidulo imminebant. Ideo in- 
colae cernentes se focos tueri non posse, ex Marci consilio se se cum 
uxoribus et liberis in arcem receperant. Videre ibi licuit fedum 
(sic) miserandumque spectaculum. Hinc II. cuniculi profundi agge- 
r esq ae in obliguum ducti cum gaiiis passim interiectis spectatores 
nos buc illucque ductabant. Inde nonnulli palis suffixi sudibus in 
acutis horridum reddebant spectaculum (pag. 16.). Inde occisorum 
sepulchra, inhumatorum cadauera, nebiculae, ruinae et rudera inco- 
larum se se extra arcem proripientium miseriae lachrymas fere ex- 
cutiebant, inde arcis ipsius deformitas indignationem mouebat Si- 
quidem nullus angullus in ea expers fulmineorum globorum fuerat; 
uidi ingentes duos ferrearum pilarum cumulos, quae ab hostibus in 
arcem aeneis tormentis immissae erant. Attamen minima ipsaruui 
pars collecta erat. Vidi etiam turrini globis fereis infractam ad 
fundamentum usque. Tanta acrimonia oppugnauerant obsessos nebi- 
culae primum appropinquantes, ut incolae cernentes, se moenia tueri 
non posse, focos incenderint, in arcemque confugerint. Inde hostes 
arcem aggressi, haud segnius oppugnabant, ita ut tandem superata 
altera fossa, ceruicibus obsessorum iara imminerent Hinc torris 
illius ruina. Verum ignes graecos in ipsos emiserant, ut plurimi 
(fol. 17.) deusti fuerint, reliqui uero cesserint in subiectamque ad 



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33 

meridiem syluam, relicto in aggere immani aeneo tormento refugerint. 
Inibi com longius repulsi obsidionem coutinuare nihilosecius decre- 
uissent, non parum ipsorum animos costernauit Marci memorabile 
fecinus. Qui cum cerneret, se extrema adhuc obsidionis necessitate 
premi, deuote gerens ipsemet uexillum cruce signatum, cum suis 
omnibus, quotquot arma ferre poterant, dispositis prius praesidii loco 
mulieribus, hostes incautos inuasit; pluribus caesis illaesus cum suis 
se se mature recepit. Denique in ipsos hostes conglobatim inse- 
qaentes tormenta aenea ad hunc antea euentum composita explosit, 
quibus maiorem, quam antea stragem addidit, hocque modo consilium 
ipsius fortuna probauit. Quibus malis obtriti consternatique hostes 
de capienda arce desperauerunt, castraque Quinque ecclesias uersus 
fugientium more mouerunt multo maiore parte suorum amissa (pag. 
18.) ac relicto iusto commeatu, quo ipsi Sygedenses sunt potiti. Hoc 
itaque modo soluta fuit obsidio; obsessi etiam eo tempore periculo 
magis, quam metu liberati fuere. 

Sed ad narrationis seriem redeo. Quarta demum die quiesce- 
bamas in castris apud Sygedum securi fere, nihilque formidantes. 
Et ecce circiter mediam noctem, luna radiante, horribilis auditur cla- 
mor. Sex enim turcarum millia nostra castra inuadere tentabant; 
interceperant etiam uafre nostros uigiles, uix quatuor passuum milli- 
bus a castris hoc scilicet usi stratagemate : Quatuor ipsorum ad 
uigiles Vngaros, qui erant. 50. accesserant, sermonem atque cultum 
gentis imitantes ; ipsos hortabantur, seduli uigilantesque essent, prope 
enim hostem adesse. At interea, dum inuicem colloquuntur, reliqui 
hostes omnes circumueniunt uigiles, excepto unico, qui ad castra 
peruici cursu uix elapsus aduolauit, uoceque sublata omnes excitauit. 
Quem statim subsecuti sunt hostes ad castra usque coelum clamo- 
ribas replentes. Sed diuina prouidentia ianuam in castra tandiu 
ipsis praeclusit (pag. 19.) dum classicum caneretur in annisque esse- 
mus. Quod cernentes, paucis e suis amissis, fugam arripiunt Sed 
quia ex captiuis acceperunt duces, numerosum baud procul latitare 
exercitum, ut si nostra, qui impetum fecerant, inuadere castra potuis- 
sent, uel nos relictis castris, hostem fugientem insequeremur, nos 
omnes circumuenirent; reliquum noctis mansimus quidem in armis, 
castra tuentes ; uenim castris nemo exiit, praeter paucos heyducos, 
qui statim postea redierunt. Vbi uero diluxit, pedem reuocamus, 
praemissis impedimentis Et Calinanscham, inde Baboscham redimus, 
quam solo aequari iusserat Princeps. 

Th : FUwofie, d^jepis t filologlo. 3 



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34 

Per idem fere tempus, dum Turcae apud Quinque eeclesias 
magnum conflant exercitum, atque simul omnes fere undique con- 
currunt, ut scilicet nos multitudine obruerent, Adamus Gallus, Jau- 
rini tarn Praefectus, memorabile ausus est facinus: Qui contractus 
tumultuarie copiis per (pag. 20) Danubii tractum nocte concubia Stiy- 
gonium contendit, tandiuque inter virgulta, urbi proxima, cum suis 
in insidiis latuit, dum oppidi portae reserarentur, datoque signo, pari 
fortuna ac consilio, ipsas inuasit, caesisque iis, qui in excubitu erant, 
urbe potitus est atque interfectis plus quingentis uiris, earn diripuit 
et incendit. 

Ex qua ingentem egit praedam. Quicquied enim lupi rapaces 
ex locis antea relictis abstulerant eo ceu in locum tutum secure com- 
portauerant. Et quod ipsis durius fuit, cum gazis, liberos et uxores 
amiserunt. Qui arcem Strygoniensem tuebantur turcae, multis quidem 
bombardaruin pilis eos impetebant, sed tamen uix octo ipsorum desi- 
derati sunt, nee multi sauciati. Pueri omnes turcarum, qui nonum 
excesserant annum, cum matribus, Christianis mysteriis initiari nolen- 
tibus, occisi sunt, reliqui in fide catholica educantur. 

Idem Adamus Gallus, paucis ante (pag. 21) mensibus, conductis 
trecentis fere carris, quibus miles importaretur, citato cursu ad Albam 
cum suis uenerat: earn antelucano tempore, expositis militibus circum- 
sederat, atque in proximis urbi conuallibus, suos se continere iusserat. 
Ipse cum ducentis Heyducis armenta, quae illic pascebantur, quasi 
praedabundus agere; at turcae, qui praesidii loco urbiimpositi erant, 
hoc cernentes, urbe erumpunt quadringenti, turn ut sua recuperarent, 
cum ut se de Heyducis ulciscerentur, quibus supra quam dici potest, 
infesti sunt, quod hi nulli eorum parcant, quern uicerint, sed simul cum 
libertate uita priuent et exuuiis eorum contenti sint. At Adamus cum suis 
Heyducis primum cedere, praedam relinquere, fiigam simulare, donee 
hostes ad insidias pertraxisset, nee amplius refugiendi in urbem copia 
daretur. Turn reliqui, qui in insidiis dispositi erant, subito eos a tergo 
adorsi, caedunt, sternuntque. Heyduci uero cum suo Duce (qui per- 
sonati alias erant) a fronte hostibus ingruunt instructa acie, quam 
utrinque in longitudinem quam maximam porrigi iusserat Adamus, ne 
quis eorum fuga elaberetur. Inde utrinque rem (pag. 22) strenue 
gerentibus Christianis, commissum est proelium, his pro uictoria et 
praeda, illis pro salute dimicantibus. Sed hostes undique circumuenti, 
virtute ac multitudine uicti, omnes ad unum ante urbem trucidantur. 
Inde in urbem irruere statuerant; sed a quibusdam non solum territi 



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35 

sunt, uerum etiam prohibits, cum reuera ea potiri potuissent Nam 
reliqui, qui in urbe erant turcae, metu perculsi, facile concisi, aut 
in fugam uersi fuissent Christiani hac spe frustrati nihilominus praedam 
agunt ingentem. Ad octo bouum millia ipsos abduxisse fama perua- 
gata est. 

Ex Baboscha rediimus in castra Principis absoluta feliciter 
nostra excursione, quae posita erant inter Schergum et Presenscham ; 
ibi etiam uigiles noctu prope castra ab hostibus rapti fuerant, nocte 
ea, priusquam rediissemus. Tertio etiam die ante, quidam immani sup- 
plicio, ut commeruerat, affectus fuit; nempe circa truncum, humi 
fixum, cursitando, circo ferreo per medium uinctus, circum circa ia- 
centibus prunis assatus est. Erat Germanus, Germanis natus parentibus, 
maternam, vugaricalem, necnon turcicam callens linguam, qui Christum 
abnegauerat (p. 23) sed probe omnes aditus per Vngariam norat 
hostesque ductabat, non sine magno incolarum discrimine ; ita ut per 
hunc multae arces ab ipsis captae, pagi incensi, populique rapti in 
captiuitatem fuerint. Multos etiam mortales diuendiderat, singulosque 
cam singulis equis commutauerat. Ideo depraehensus, dignas suae 
malignitati8 poenas dedit. A Marco Croata, apud Sygedum in con- 
flictu captus, atque ob rarara corporis molem Regi Viennam missus 
erat Inde manibus post tergum reuinctis, super equo in prominenti 
sella, uersa ad caudam iumenti facie, ad exercitum Ferdinando re- 
missus fuerat. Mentiebatur se ignorare linguas Christianorum, ne 
qualis esset, agnosceretur. Sed cum turcae obnixe apud Begem in- 
starent, primum duo drachma™ m ami millia, dein mox duplum, tan- 
dem ingens pretium offerentes, eius rei suspicionem, quae erat, facile 
imecerunt Ideo in quaestionem datus, suam infandam nequitiam 
retexere coactus est, quae tanta fuit, ut nullo auri pondere liberari 
debuerit; atque haec de illo. 

Tertia die, postquam eo rediissemus, captiui indicarunt, inter 
(pag. 24) Begia castra et Danubium Janizarorum manum latitare, 
reliquum uero exercitum iam nos insequentem apud Baboscham ne- 
quicquam grassari. Turn Princeps circumlustrare castra fossis et agge- 
ribus ea praemunire satagens; qui ubi per campum propter castra 
equitaret, cum ipso equo humi prouolutus est, nihilominus illaesus 
mansit Postera die omnes in aciem eduxit copias uersus earn plagam 
ad quam hostis esse praedicabatur, multifariam hostes prouocans. 
Yeruntamen nequaquam ausi sunt in aciem prodire ac copiam pugnandi 
facere etiamsi paucis ante diebus ipsorum Dux, quern Beglerbekum 



S 



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36 

uocabant, Ferdinando dira per internuncium interminatus fuerit Sed 
erant turcicae laruae. 

Postera die recedere uisum est, siue ut bostis illaquearetur et 
inter munitiones traheretur, cariturus omni commeatu, siue sibi 
a multitudine timentes hoc fecerint Duces, non certo diffinire possim. 
Ad octoginta millia turcarum exercitum excreuisse fama erat, cum 
tamen uix sexdecim millia pugnatorum in nostro essent exercitu. Prae- 
terea canum ululatus (pag. 25) iugis nostrum fere admonere uidebatur 
exercitum. 

Ad haec non erat operae pretium manus cum hoste conserere, 
turn quia nos multitudine obruissent, cum in primis, quod plures 
hostes perituri essent fame et frigore, nos scilicet insequendo, citra- 
que omnem Christiani sanguinis effusionem quam proelio. Inde ad 
Muram Drauumque, confluentes amnes, contendit exercitus cum omni- 
bus garis fit impedimentis. At hostes ne nihil effecisse uiderentur, 
postridie nostri diccessus a Schergo castra uacua et a nullis defensa, 
facile inuadunt paucis obtruncatis rusticis, qui pabula a nobis relicta 
colligebant. Marcus Croata interea temporis hosti negotium facessit; 
quippe qui octingentos stipendia camelis comportantes incautos, loco- 
rumque ignaros, inter Sygedum et arcem Sancti Martini aggressus strauit, 
captisque duobus ducibus, quos Weydas uocant, et paucis aliis uiuis 
praedam egit (pag. 26) ingentem onansque cum suis domum rediit 
incolumis. 

Apud commemorates amnes duobus diebus commorati summus, 
nee unquam ausus est hostis exiguum aggredi agmen ; ita secedebamus, 
ut hosti semper pugnandi copia fieret. Tantus denique erat ipsorum 
apud nos terror, ut magis irritari, quam formidari uiderentur. Attameta 
tertia die princeps pontes, qui super utroque amne constructi erant, 
cum ducentis equitibus transiit. Inde per Styriam Viennam rediit, 
dans prius Carolo, caeterisque Ducibus in mandatis, ut cum reliquo 
exercitu Jaurinum uersus proficiscerentur. 

Quocirca ex eo loco Canisam rediimus ad noctem, quae nobis 
clarior, an hosti perniciosior fiierit, nequeam dicere. 

Tanta siquidem imbrium uis ac uentorum saeuiebat, ut certatim 
bacchari uiderentur, tentoria dericientes nostra; omnes etiam ignes, 
quod molestissimum erat, restinguerent, cum tanta frigoris uehementia, 
nt nemo fere consistere poset; nee pauci frigore contabuerunt (pag. 27). 
Nee equis pabulum ullum omnino suppetebat ita, ut plurimi conciderint 
inedia, frigore et laboribus consumpti, maxime uero Turcici, qui fri- 



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37 

goris impatientissiuii sunt. Pars itaque exercitus ad eum peruenit 
locum, quamuis sero admodum, pars in sylua, per quam transitus 
nobis erat, mansit. At hostes tarn prope insequebantur, ut pars nostri 
exercitus uideretur. Sed ex hoc loco pedem represserunt ad insidias 
se trahi formidantes, parumque sibi tutum putantes inter hostium 
munitiones uersari. Inde Scharwarum uersus, exquo Budehellum uicum 
XXX passuum millibus a Jaurino distantem, dein Alteburgum uersus 
contendit exercitus. Ibi dispersi per pagos stipendia praestolati summus. 
Inde plerique stipendiis acceptis, domum se receperunt. Non pauci 
etiam in praesidia locorum hosti obnoxiorum sunt destinati. 

Dedicatio. 

Dlustrissimo Principi ac Dno. D. Wilhelmo, Dei Gratia Episcopo 
Olomucensi et Primati Morauiae, Domino Cleraentissimo 1 

Vlysses apud Homerum Thersiten corripiens, inter caetera, quae 
probro et crimini ipsi dabat, haec duo potissimum obiiciebat: n (hidenoT 
h noXi(up evaQiftpog, ovd' Mffovkog,"*) quasi qui alterutrius aut 
utriusque expers sit parnm idoneus rebus gerendis inueniatur, indi- 
gnusque sit, qui grauioribus negotiis se immisceat, deque his uerba 
faciat; quod ne mihi obiici posset, opportune sese occasio obtulerat, 
cum Illustris Archidux Austriae Ferdinandus expeditionem in hostes 
fidei susciperet, vt quibus mea fides in curandis uariis languoribus 
probata erat, iisdem in non leui discrimine meam nauarem opel- 
lam (sic). — 

Ad haec operae pretium ducebam, quam quaeque vrbs munita 
foret aut castellum, quam firma propugnacula, quaeque censenda essent, 
usu percipere. 

Nam etsi aeque munitas urbes atque amplas, arcesque plurimas 
antea uidissem, quarum contemplator extiteram, non poteram tamen 
recte dijudicare, quot, quantisque ex quantoue spacio machinarum 
pilis redstere possent, nisi reipsa inter furentia mauortis(?) tela haec 
animaduertissem; nempe cum aliae diruerentur (pag. 29), aliae 
succenderentur, solo aequarentur aliae. Qui cum postea rediissem, per 
nonnullos adductus eram, ut res gestas per Vngariam oculata fide 
annotarem. Quod etsi minus commode fieri posse uiderem ob tantam 
rerum nostrarum mutationem, necnon iter in Prussiam, cui accinctus 



*) Nenf ritovAno doslovnS, ponSvadi jsme vStu onu v IliadS nallzti nemohli. 



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eram, uix e tantis laboribus et periculis respirans. nihilominus per- 
suasus fueram in itinera banc historiam exarare. Maxime uero, com 
ex quibusdam accepissem, falsissimos de hoc bello rumores uel ad 
principes summos peruenisse. Ideo ardentius haec cunctis innotescere 
cupiebant quidam, quo uanioros perspexerant tales rumores a qui- 
busdam sparsos. Ceterum, cum quidam ex me efflagitarent, ut in 
lucem aederem, quo pluribus innotescere^ non potui facere, quin sub 
auspiciis eius fieret, cuius nomine plus ponderis ipsi accederet bi- 
storiae. Itaque subiit mihi tua Gelsitudo, subiit nobile stemma tuum, 
cui hasce meas in scribendo primitias et *p«m>*rpatfftara dicarem. 
Quae etsi non sint culto scripta sermone, saltern uerissima esse glo- 
riari possum, quod et potissimum studui (pag. 30) et praecipua hi- 
storiae uirtus existit. Venit mihi in mentem tuae Celsitudinis non 
solum, quod eius amici et propinqui primas fere partes in hac militia 
tenerent. Verum etiam plurimis antea rebus praeclare gestis contra 
turcas illustrati fuerint. Inter quos Generosus Sigismundus, fortissimus 
heros, consobrinus tuus, necnon N. Zawissius plurimis expeditionibus 
clarissimi, militiam hanc ornauerant, expeditionumque diuersarum duces 
per Vngariam imperterritos a multis iam annis sese praebuerant Ad 
haec etiam ut meum nomen turn militiae ducem mihi fuit author tua 
Celsitudo, turn temporis in primo adolescentiae flore quidem consti- 
tuta, sed tamen ob eruditionem morum integritatem necnon maturum 
in deliberando consilium inter graues (pag. 31) uiros non ultimas 
partes tenentem. 

Porro hanc historiam exaraueram quidem statiin post meum ex 
Vngaria reditum, ac quibusdam legendam, describendamque comniu- 
Dicauerara. Verum nunquam hactenus praelo (sic) commisi, nee com- 
mitere in animo habebam; sed quia Chronolographus quidam remm 
Vngaricalium, cum huius belli meminit, ad hanc meam historiam 
lectorem remittit, non abs re existimaui fore, ipsam demum in lucem 
aedere. Quam ut benigne clementerque dignetur suscipere tua Celsi- 
tudo etiam atque oro. 

Tuae Celsitudini deditissimus ac humillimus 

Petrus Baymundus, Doctor 
Tuae Celsitudini 8 physicus. 



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Albrechta z ValdStejna dopisy k P. Val. Coroniovi, 
rektoru kolleje Ji£insk& 

SdSlil F. Meofcfk due 21. unora 1887. 

Albrecht z Valdstejna pfed rokem 1618., jako pdn Vsetfnsky na 
8V]fch moravskych statclch, pHjfmal cast6ji ndvStSvy otcftv z kolleje 
OlomouckS. Mezi jin^ini tarn pftchdzel hfY&f ucitel Vft Pachta 
a rektor P. Valentin Coronius. Jii asi tehdy jim sliboval, ie zalozf 
vlastnim n&kladem kollej novou, aby odtud se pracovati mohlo po- 
katolifienf moravsk^ho obyvatelstva. Co bylo poufofm slibem, usku- 
tecnil r. 1622, kdyi stal se majitelem rozs&htych panstvf Smifick^ch. 
Jicfn stal se hlavnlm nifestem jeho panstvf, a jesuitfim se lfbil proto, 
ie tu od pradtfvnych dob bylo sldlo vyzn&nf podobojf, a mohli tudfi 
v sain£m stfedu sv^ni smSrem pracovati. ValdStejn jim hned zprvu 
vyhradil poiitky ze sv6ho statku Smrkovic, dv6 mile od Ji6fna le- 
zfcfho, jako2 i z HoHnevsi, a dal jim dvfir Jaro§ov s lesem poblfi 
mSsta se nach£zejicfm. Zdroven je vybfdl, aby vyhl6dli sobfi misto, 
kde by kollej se vystavSti m61a, a nablzel jim mlsto v cel&n m£st£ 
nejvyhodnejsf. Oni vyvolili sobfe vSak misto na zdpadnf stran6 mSsta 
leiicl hlavnS proto, aby byli poblf2 farniho kostela, kter^S ve svou 
moc dostati chtfili. Tomu ovSem ValdStejn odporoval, a ve sv^ch 
dopisech k prvnfmu rektoru Coroniovi psal, ie k tomu nikdy nesvolf, 
a kdyz Jesuits obtfiie cinili, a2 i hrozby vyslovoval. V listech t6ch 
pozndvdme nejen velik6 z&inSry ValdStejnovy, aby povznesl vzd£lanost 
na panstvlch svych, ale vidlme, jako z jinych jeho listfl, kterak byl 
hospoddfem znamenitym, vsfmaje si i matych, pro zdar hospod&fstvi 
viak dflleiitych vecf. Jsouf proto dopisy tyto cennymi, ackoliv vfitsf 
je§t6 dulezitosti nabyvajf pro dfejepis mistnf, najmS mesta Ji&na. 

O dopisech, kter6 posilal ValdStejn k rektoru Coroniovi, zminuje 
se }ii Balbin v d£jin£ch kolleje jicinsk6 pravfe, ie je vidSl v archivu 
tamnlm ; zachovalo se jich nSkolik, av§ak pouze z let 1623—1625. 
a psiny byly jazykem ceskym. Skutecne uv&df Balbin z nSkter^ch 
maty v^tah, a jeden dopis poddvd cely. Aby vysv&lil, ie ValdStejn 
cesky psal, pravl, ie nemSl tehdy zvliStniho sekreUfe, jako m61 
pozdeji, a s£m i nadpisy listfl psal. 

Ze ValdStejn cesky ps&val, toho dfikazem jsou i listy z let po- 
tomnlch kde tu a tarn pozn&mky sv6 cesky pfipojoval, ac jinak dopis 
ps4n byl sekretefem. Neco ovSem jin6ho jest, ie psal cesky rekto- 



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40 

rovi kolleje jesuitft, ktefl skoro vykradnS latiny uzivali. Z toho 
dfivodu taky prohldsil A. V. Maloch, ie origin&ly listft byly latinskt*, 
a ie vfrok Balbfnftv jest pfepjatjf ; o jin^ch pHtindch dobrych, z ob- 
sahu listft plynouclch se rfejmS nevyslovil. Nicm6n6 znajfce Balbfna 
a jeho vSrohodnost pfid&v&me se k jeho slovfira pNpomfnajfce, ie asi 
na dopisech tech zcela dobfe rozeznal ruku pisatelovu. OvSem i nyni, 
kdyby origindly byly po nice, vfcc snadno rozfeSiti by se dala; ale 
nevlnie, kam se z kolleje jicfnsk6 podely. V archivu m&sta Jicfna 
choval se pfepis 22 listftv a P. Sidbn, kter^ materialy k dSjin&m 
mSsta sbfral, opsal si je je§t6 jednou. AvSak kdyz archiv byl roz- 
h&zen nesvSdomite a hokyMHtra proddn, ztratily se tfra zpftsobem 
i dopisy, a i z pfepisu Sidonova zachovalo se jen sedm dopisft 
z roku 1623. Ztr&ta ta nahraiena byla ponekud tfm, ie Balbfn cel£ 
sblrky ve sv6 historii hojnS pouiil. 

Byli jsme velrai pfekvapeni, kdyi hledajfce v c. k. dvornfm 
archivu ve svazku 413. pfipadli jsme na maty seSitek, ve kter&n 
vSech 22 listft jazykem cesk^m a nSkolik z nich mimo to i latinskym 
napsdno jest. Pfepis s4m jest ze XVII. stoleti a poch&zl bez po- 
chyby z kolleje ji&nskg. Poukazujeme na okolnosf zajfmavou, kterou 
slova Balbfnova natyfvajf je§t6 vice vdhy. Cesk^m jazykem psino 
22 listft; polovice z nich jest i v latinsk&n pfekladu. Jsou-li la- 
tinskS origin&lem, nad bylo tfeba 6esk6ho ptekladu, jesto piece 
kaidy jesuita jazyku latinskSmu rozurael. Z l&sky k cesk&nu jazyku 
jist§ ne, ani snad k vftli ceskym clenfim niiSlho fidu. Co ddle vedlo 
pfepisovace k tomu, aby jedendct listft latinsk^ch vynechal, za to 
vsak i tu neuveden^ch dopisft pfeklad cesky napsal? Ndinitka totii, 
ie by snad tuto n6kter6 listy se ztratiti mohly, neobstojf proto, ze 
4&dn^ list ze seSitu nevypadl a vypadnouti nemohl. Proto klonfme 
se k n&hledu Balbfnovu a pod&vajfce vefejnosti dopisy pKd&vdme 
k nepfehledn^m sblrkdm nemeckych dopisft Valdstejnovych i cesk£ 
dopisy jeho. 

1. Reverende Pater! 

Pokudi toho statku ujfti nechcete, tehdy j& nic jin6ho nedim. 
Ten lotffk Kordule 1 ) kfivdf, aby mu m§l nechdn bejti; nei toliko se 
komora ke mnfc za nej pHmlouvala, j& sem ale se resolviroval, ze 



') Jan Purkhart Kordule rytff ze Sloopna odsoozen r. 1623. polovice jmtei 
sv^ho, a Valditejn zamf sleje jii tehdy statek HofenSves ukoupiti (jak se 
stalo r. 1624.) chtfl jlm nadati kollej Jidinskon. 



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41 

ran n6co jin6ho pode mnou koupiti dovolfin, co snad bude mocti 

lep§f ne2 Hofenoves bcjti. Ale budeli ran£ s takovejmi podvody za- 

chizeti, tehdy ani teho neud£l£m. Co se JarSovskyho ') dvoru do- 

tejce, o ten se j£ jii s nfm dobfe srovnim; nei pokudi Hofenovsi 

njfti nechcete, tedy ani dvoru, ani nic jinSho vim nenech&m. A s tfin 

zfistdvAra V£§ 

volny 

A. z ValdStejna. 

Z Prahy, 20. Maji A. 1023. 

2. R in Ckriito P. 

ie Hofenoves se panem Trckou prosmSSovati 2 ) za ty dv6 ves- 
nice chcete, to r&d vidfm, a netoliko k tomu povoleni sv6 ddvim, 
abyste to ucinili, nei vds za to velice proslm, abyste s tlm neod- 
kUdali. T€i vis zaklfndm, abyste z Ji&na se nehejbali, nebo jestli 
odtud pryc se odeberete, tehdy ty fundacf tak nechiin. sob6 vim 
oznamuji, ie dili pin bfth zejtra do Yfdnfi se vyjeti strojfm, nei zase 
asi ve dvouch ned&lich v Praze budu. A s Urn zfistivim viS 

voln^ 

A. z V. 

Z Prahy, 2. Junii A. 1623. 

3. R. in Ch. P. 

Psal jsem vim pf edeSle iidajfc, abyste Hofefiovsi nepostupovali, 
nebo pon£vad2 v gruntech panu Trckovi leif, tehdy tlm sniieji od 
n£ho ty vesnice, kter6 by vim k Smrkovicfm nileiely, dostanem. 
Budeli toho potfeba ukazovati, tehdy ji Korduli jin^m statkem opa- 
trfm. Vis pak zaklfnim, abyste se z Jiclna nehejbali, nebo netoliko 
strany fundacl kolleje, nei taky in spiritualibus na vSech statcfch 
budu Mdati, abyste jak radou, tak pomocf va5f panu Kotvovi *), kte- 
r&ioi jak se navritlm do Jiclna vypravlm, assistiro vali ; nebo tu 
muslme v&ecko z gruntu znova uciniti, pon$vad4 kde sou ti prae- 
dikanti byli, kn&ii katolick^ by se vychovati nemohli. Nez mim 
intenci dobrou, tak ie netoliko opatitenf dobr6 jim zpfisobfm, nei taky 
biskupstvf, alumnatum a domum pauperum, t62 nfekolik Spitilfi fundi- 
rovati budu, o cem a2 do naSeho shledini zanechivim a prosfm, abyste 



l ) Jarolfm Bukovsty m61 dvfir u Jiclna leifci Jarogov fe6eny. 

') protauiovati (v opisu SidonovS.) 

*) Ctibor Kotva z Freifeldu m&l stiti se biskupem v Jitfnd. 



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42 

sob6 tei na mne rejistHk ucinili, 6eho zapotfebi bude strany stavini 

kolleje. R&d bych, aby zatlm z dfichodti. Sinrkovsk^ch se kameni 

l&malo, tei na stavSni cihelny dfivi a jind materialia hotoyila a v zime 

aby sveieno bylo, tak na jaro aby se cihelnS stavSti mohla. A s tim 

zfistdvdm v&§ 

volny 

A. z V. 

Z Vidnfe, 7. Junii A. 1623. 

Kameni zdicf pro kollej, pon6vad2 ho mnoho potfebf bude, 
a toliko v zime nejlfp se voziti mfiiSe, musi se piln6 Idmati ddti a tim 
vie osob k tomu ldni&ni obrati. 

4. B. P. 

Nepochybnji 1 ), ne2 ie jste jii t64 teho dvoru dostali, a tak vedte 
va§eho mn6 pfede§le ozndmeni, ie Skoly v Jicfne pH sv. V&clave 
zacnete; pro£e2 vis prosim, ie na to pozor date, aby co nejvic mU- 
deie se tam dalo. J& sem Stablovsk^mu *) porucil, aby sto pacholat 
z jinych statkfi, kter^ch otcov6 nfitco maji, tak aby za stravu platiti 
mohli, se vybralo a do Skoly JicfnskG ddno bylo. Prosim, napo- 
minejte ho a to pilnS, a af na oufedlniky pozor dd, aby jim bohati 
toho neuplatili a potom aby chudejm d§ti vezmouc a oni nemajic cim 
platiti, na zkdzu nepMSli. Znaji mne oufednici doWe, ie s nimi ne- 



*) Non dubito, vos praedium accepisse, adeoque juxta priorem vestram infor- 
mationem ad me missam ad S. Venceslai sacrum diem scholas apcrietis; 
quaere vos multum rogo, adhibete curam, ut quam plurima juventus coUigatur. 
Ego Stablorskio imperavi, ut centum adolescentulos ex aliis meis ditionibus 
deligat ad vos Giczinium mittendos, quorum parentes copiosiores sint, at 
in victum filioruru aliquam partem sumtuum necessariorum suppeditare 
possint. Rogo admonete ipsum diligenter, invigilet locorum praefectis et 
capitaneis, ne, ut fieri solet, pecunia ipsis oblata divites patres filios suos 
in scholis liberent, et loco eorum pauperes in contubernium accepti solvendo 
non sint, ac mini vobisque pereant. Sciunt mei ministri, me nugari non 
solere, et que volo, serio Telle. De aedificiis collegii totius eadem incul- 
care opus non est; sumus solliciti; placet tamen vestra sollicitudo. Si alii 
religiosi ordines tam solliciti forent, multum mini decederet curarum. Rogo 
curate pro vobis laterariam officinam tempestive. 

Valete. 

A. V. 
Collinio 27. Aug. 1623. 

(Z Balbfnovy: historie kolleje. Jest to jeho vlastnf preklad, nebof 
mil po ruce dopisy ceske\) 

*) Vaclav Stablovsk^, regent panstvi; zemrel jii r. 1624. na Morave\ 



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43 

iertuji, pro zprfvu mohou jiti k tomu, kterej dvfe lite na Yjsehradi 
sedfcl. Co pak se staveni dotejce p. Jesuitfl, nenl potrebi soiiciti- 
rovati, nebo bez toho sou solicit^ kdjiby tak jinl ridovS byli, kterejm 
fimdaci del&m, by mn£ mnoho price ubylo. Ne2 co se cihelny do- 
tejce, prosim, dejte ji hotoviti, nebo tifi cihelny m&stsky pro stavSni 
200 domft t mest£ potfebovati muslm. A s tim zitst£v£m vis etc. 

Yolny 

A. z V. 
Z Kolina, 27. Augusti A. 1623. 

5. R P. 

Kdei mi strany na paplr nvedeni tf fundatf pi&ete, j4 s&m na 
to pamgt m&m, ale proc sem s tim je5t£ differiroval, pHcina byla, ie 
nejprv statky sv6 JMC. pod manstvf d£ti, v rid uv6sti, a potom jak 
tuto fandaci, tak i jin6 delati a dispositi vSech mejch veci uciniti 
chci. Co se krav a koni dotyce, zle ste udelali, ie ste to nyni ku- 
povali, nebo kdy minci spadne, lacineji byste toho dostati mohli. 
Procei mOZeteli to zas prodati, vidi nine se, ie dobfe ucinite. Jestli 
ste pak co z mejch dvor&v koupili, tehdy by(ste) to zas navr£titi 
mohli, nebo oufedlnfci mnfc sice z toho pr&vi bejti musf. A pou^vadz 
? zime z krav netoliko uiitku neni, nei n&klad na ne jde, tehdy lip 
udel&te, krav na jaro nakoupiti. 

Materialia k staveni cihelny vasi solm chystati a v zime voziti 
dejte, tak aby na jaro stavfena byti mohla, nebo na jin6 netoliko se 
nebezpecte, ale ani na me nemyslete, ponevad2 j& muoho staveti 
mosim, a jeSte sain pro jin& staveni asi 6 jinejch cihelen ud&lati. Co 
se skol dotejce, tehdy sem Stablovskymu porucil, aby co bohatsich 
poddanych ze v§ech panstvi asi 100 pacholat vybral, na ktero by 
jejich rodidov6 nakMdati mohli, aby se v JitcinS ucili. A s tim 
zfistev&m 

▼olnt 

A. z. V. 

Z Kolina, 1. Sept A. 1623. 

6. R. P. 

VaSe psani jsem dostal, a co se Skol dotejfe, rid sem tomu, 
ie chcete se o to pficiniti, aby tim spi§ vyzdviSeny byly. Co se Kor- 
duli dotejce, j£ mu snadno statek prod&m, kdy on toliko s svejm 
m&cem pocet ucini, jak mnoho peuez ma; nebo bez pen&z ani pro- 



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44 

d&vati ani kupovati nebudem. Md-li on tak mnoho penez, trebas za 
stotisic i viceji mu statek proddm. Co se fur k staveni dotejce, to 
s tezkosti bude mocti bejti, nebo j& jind mnoh& a velikd staveni m£m 
jak pro sebe, tak pro jin6 f&dy, a pro t6ch 200 domft v Jitcfne ne- 
bylo by mo2n&, aby poddani postaciti mohli. Ne2 ponevadi va&e pod- 
dany v Smrkovicich mite, tehdy ti budou za zdplatu rddi fury ciniti. 
Co se pak ty prosby dotejce, prosim, nechte tak, nebo j4 to 
pro lepSi nds obou deldm; nebo jd nechci, aby moji oufrednici co na 
ouverek prod&vali, a potom ti minili, ze za to penez z&dati nebudou ; 
a j& s£m sobe neveHm, mohl bych z hnevu nekdy ledacos uciniti. 
J& jsem fundaci dobrou ucinil, cehoz dokonce nelituji, nei rad torau 
sem a nad tim se t£§im. Ne2 del&m jin6 fundaci ranoh6, t£2 a tak 
musfra tolik62 na jin6 a ne na jedny sam6 mysliti. Vy sice dobfe vite, 
ie sem celf societatis a vd§ obzvldStni pHtel, nei koika nemusi 
vMycky na nohy, nei taky nekdy na mSSec upadnouti. A s tim 

zfist&v&m vd§ 

volnf 

A. z V. 
Z Kolina, 3 Sept. A. 1623. 

7. B. in Ch. P. 

PonSvadi nyni skoly v JicinS se zacnou, vidi mn6 se mf dva 
maly strejce tarn ddti, k nimi pripojim Sedlnick^ho *) a Stablovsk^ho, 
kteH se v Praze ucSi. Proie2 vis idddm, ie jim praeceptora zjedn&te 
a loiument, t64 stravu pfi nfckterfm mfeStanu v Jicfn£ opatflte. Nei 
kdy se o stravu jednati, t62 i o loSament, jednejte na H&skf tolary, 
nebo ponSvadi minci pfiskakuje, mohl by ten potom oSkrabdn bejti. 
Necht jim asi tfi neb nejvic cStyry krmS a pivo d6v£, summou to tak 
nafidfte, jako v konviktu se cbovajf. Vina jim tfeba neni, jsou mladf, 

zhorcili by sobfi jatra. A s tim z. v. v. 

A. z V. 
Z Kolina, 6. Septemb. 1623. 

MeStani vSichni at jejich d£ti do Skoly daji, a t6ch 100 pa- 
cholat z jin^ch panstvf at se k tomu pfipojf. Kde se t£ch sto pa- 
cholat, od kter^ch jejich rodicov6 platiti budou, na stravu dA, t62, 
prosim, to opatfte ; ne2 budou mocti jedni lip nei druzi chov&ni 
bejti, jak moJnost rodififtv jejich vystacovati bude. Rid bych t62, 
aby se pro n& asi 2 praeceptofi zjednali, nebo nebudou moci vsichni 
v jednom mistt bejti. 

l ) Flaminius Ferdinand. 



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45 



8. B. in Ch. P. 



Co *) se zaplacenf za ty krivy dotejce, rid sem tomu, ie jest 
se stalo ; mne jest na to i&dnf nenavedl, ne2 vase sanio psanf toho 
prfcina byla, nebo sera mfnil, ie mne o ty kr&vy, abych od zdplaty 
upustil, prositi chcete. A tak6 sem se proto na oufednlka Jicfnsk6ho 
dopisoval, aby zaplaceny byly, a temefr sem vie papfru o to pokazil, 
nez za to ty krdvy stAly. A tak nic o torn, nez o tomto, jak 
Macek frk&vii. 

Co se pak fundacf dotejce, tu j£ na paplr nikterak neuvedu, 
dokavad my veci pry, jak sem vim prvotnS psal, v hid neuvedu; 
procei daremn^ solicitirovAnl na ten cas jest. 

Co se pak vychov&nf sedmi p&terii dotejce, mne se zd&, ie ze 
Smrkovic netoliko sedm, nez sedmdesdt dosti vychov&nf nifti budou; 
a tak v tento druh^ rok nebudeli moci tak mnoho se staveti, at se 
stavf, sec se bude mocti bejti. J& m&m mnoh6 a velik6 fundacf pro 
rozdlln6 f£dy, musim tez na ty pozor mfti. A s tim z&st&v&m vas 

volny 

A. z V. 
Z Kolfna 8. Septemb. 1623. 

9. B. in Ch. P. 

Prosfm v&s, oznamte mn6, jestli ste pro ty, jak sem vim psal, 
hospodu zjednali; nebo bych, jak Skoly zacnete, je tam poslal. Co 
se pak t£ch 100 pacholat dotejce, feknete JarSovi, ie tomu chci; 
aby tarn na ucenf d&ni byli. Poznamendnl pak jich, jak jim fikajf, 
kdo jejich rodicov6 sou a z kter^ho panstvl sou, at se mne posle; 



*) Quod solutionem harum vaccarum concernit, gaudeo factum foisse; me 
nullu8 ad hoc stimulavit, vestra propria epistola causa fult hujus, autu- 
mabam enim, yos me, ut a solutione condescendam, rogaturos; et inde 
etiam officiali Gitzinensi in commissis dedi, ut exsolvantur. Caeterum plus 
certe chartae destruxi, quam vaccae constiterint, unde jam nihil de hoc, 
potius alio temonem vertamus. 

Quod fondationem concernit, hanc nullo modo chartae commendabo, 
nisi ilia, quae vobis jam antecedenter scripsi, in ordinem redegero; unde 
frustranea est pro hoc tempore sollicitudo. 

Quod autem sustentationem septem patrum concernit, videtur mihi, 
quod SmrkoYicium non tantum ad septem, sed septuaginta alendos sufficiat, 
et ita si non potuerit tantum sequenti anno aedificare, aedificet ubi potu- 
erit. Ego enim multas et magnas prae manibus habeo fundationes pro 
diversis ordinibus; etiam horum memor esse debeo. His maneo vobis etc. 

Colinii, 8. Sept. 



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46 

jim£ at se inspektor zrfdf, ktery na n£ pozor dA, aby domft neod- 
chdzeli (j£ mu s£m platiti budu), nybrz aby pfi ucenf z&stivalL 

Co se vaseho stavenf dotejce, tu vy budete dobfe ved&i, jak 
ciniti mite bez myho nablzenl, a poddanf z Smrkovic, t€i Horenovsi 
budou k toniu ffirami napomdhati mocti. Nebo z jinych mejch statkil 
poddanf vSichni nebudou mocti k zdmku, k mostu a k katedrdlnfmu 
kostelu mocti postaciti. A s tfm zfistdvAm 

A. z V. 

Z NSmeck^ho Brodu, dne 19. Sept 1623. 

Co se pana Korduli dotyce, kdy penlze pfred rukama budou, 
tebdy ]& mu rM, jak velkej statek bude chtfti, prod&m; nez bez 
penez nevlm, jak bychom smlouvu d£lali. J4 srozumiv&m, ze jest on 
vfcechno na Hofenoves dluzen byl. Kdyby mohlo bejti, aby tech sto pa- 
cholat asi ve dvouch neb tfech domfch loiirovali, kter^ pak by jejich 
rodicft pHtely neb zn&my v Jicfne meli, at u nich lozirujf. T6i prosfra, 
abyste Jarfiovi mfnenf mf fekli, aby vSech meSCanu pacholata vJi- 
£ln6 i na pfedmesti popsati dal, a ti, ktefl zddnSho femesla se ne- 
ucf, aby taky do skoly chodili. 



10. R. P. 

PonSvadz v kraji Chrudimskym, obzvl&§t6 pak v LitomySli 
a Mejte morovd r£na se hrubfe rozm&hd, tehdy proslm, mluvte s Jar- 
Sim, aby na vsech statcich mych jak v inestech, tak v m&teck&ch 
a vesnicfch nafidil, aby se v torn dobry f&d drzel. Pfedn6, aby tarn 
v ty mlsta i&Anf nechodil, i&dnyho odtad nepKjlmali ani nenocovali, 
a pokudz by z dopusteni Boziho do kteryho z mejch mist se dalo, 
aby porucil takovy dfim ihned zavfiti, zapecetiti, z&dny aby k nim 
nechodil, uei skrze vokno jim jlsti a plti pod&v&no bylo. A kdyby 
kdo z nich umfel, tehdy ti, ktefl by k tomu naffzeni byli, aby jej 
v noci pochovali. Ti takovf, kteff pochovdvati maji, budou tolikyi 
do t6ch domfl, ktery se zapecetSjf, jim jlsti a plti nositi a skrze 
vokna pod&vati, sami pak pro nakaZeni ne mnoho mezi jin6 lidi 
choditi. V Jicfne, proslm, ze sami p6ci o to mlti budete a oufrednf- 
kovi, co by v torn ciniti mel, casto pfipomlnati. A s tlm z&st&v&m 

v. v. 

A. z V. 
Z Nfcmeckyho Brodu, 20. Septemb. 1623. 



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47 



11. R. in Ch. P. 



Psani Va5e a difficultates, kterS strany stav&if kolleje v mfstfi 
torn od baumistra vim vyk&zanym, sem s nemalym podivenfm prijal ; 
nebo movirujete, ie proti poledni leii. J. M. clsaf p&n m& svy pokoje 
v Praze proti poledni, a pfedce chvdlu pdnu Bohu zdr&v bejti r&ci, 
jsouc dosti nddhernfi vychovdn. 

Ze fundamenta hluboko br&ny bfti musi, na torn nez£le2f; to, 
co nemMete v jednom roce vystavfeti, vystavfijte to ve dvouch. A po- 
ngvadz sem v&m tu pHlezitost dal, co sem jeste 2&dnymu jin&nu 
fadu neucinil, ani sam&nu biskupovi, totii ie na faf e bydleti a kostel 
ten k sv^mu pohodli miti ai do vystavfenf kolleje m&zete, mn6 se 
zdl, ie nem&te sobS nad cim ste^ovati. Abych ]& pak kostel farni 
v&n neb komukoliv jinymu d&ti mil, na to nemyslete; radgji bych 
ty fundaci tak nechal, nebo j& zddnymu farnich kostel & ddvati nechci. 
Naposledy vidl-li se vim, ac nerad na to pHch&zim, vSak vidy abyste 
se ste^ovati strany povStfi poledniho neniohli, tehdy vdm to mfsto, 
kde karmelit&ni bejti blfzko zftmku meli, pro kollej nech&m; nei 
neschvaluji to, nebo toto jak prv£ bejti m61o, bylo prdvS uprostfed 
roesta. Pakli i to se vdm nelibi, at yen zfistane na tern miste, jak 
prvnej&i baumistr disopice ud£laJ, se vystavi, to jest proti p&lnoci, 
pravimt naproti tomu mlstu, o kter^m pravite, ie nezdravy jest 
Pakli i to se vdm nelibi, )\i nevim tomu co ftci, jin6ho neb v£m ne- 
mohu d&ti. J£ vim, ie to cinfte pro usporeni na stav£ni domnivajfc 
se, ie tuto kostel hotov^ jest; nei zle cinite, nebo j& nikterak toho 
farnlho kostela neddm. A s tim zfistdvdm etc 

A. z V. 

Z NSmeck^ho Brodu, 21. sept. 1623. 

12. R in Ch. P. 

Ze t6ch sto pacholat ve dvouch neb ve tfech domich bejti nemfiie, 
v6Hm, nebo jsou spatny ; sem spokojen, at jsou v kolika chteji, toliko 
aby pH uceni v mestS z&stevali. Co se pak tech 5 neb 6, kter^ j& 
na uceni do Jicina ddti chci, dotejce, tehdy ji2 jak mfiMe, jim hos- 
podu opatfte; t6z at jen lozni §aty daji. 

Co se staveni vaseho dotejce, mdlo mne poteSujete pfedklddajfc 
jednu nesndz po druhy. J£ jiz nad tim ustevdm ; ffiry j& i&dnfm zpft- 
sobem neddm. ie pisete, ze ste ji tak vystaveli, ie by pftl kolleje 
tarn bydleti mohlo, nic toho vdecen nejsem, nebo j£ chci, aby fara 
pro fardfe, a ne pro kollej zftstdvala. Cihelny neddte-li sobS staveti, 



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48 

na jinf se nebezpecte ; nebo kde mn6 pfSete, ie na tisfce lidu k sta- 
v6nf potfebovati se bude, o torn dobfe ylm. Proto sem kollej jak 
statkem tak vetSfm deputatem k stavenf opatriti ustanovil, chtejf-li 
se tlm koiitentirovat a stavfiti ve jm6no bo2f; jestli pak ne, tehdy 
jd jinSho prostiredku ani pomoci d£ti nevfra. Nebo m£m jin6 mnoh£ 
fiindacl a stav&if, na kter&S mysliti muslm, pon£vad2 se jim ty pro- 
stfedky jako kolleji nepraesentirujf. A s tfm zfist£v&m etc. 

A. z Y. 
Z Nfemeckyho Brodu, 25. septemb. 1623. 

13. R in Ch. P. 

Co 1 ) se toho mlejnu 2 ) dotejce, sem taky spokojen, tei i strany 
uiitkfi vzlti az do novyho 16ta; nebot vidfm, ie kocka na nohy a ne 
na hlavu padd. Toliko at mne se z uzitkfi Smrkovsk^ch ty roli, co 
do vobory pojaty nebudou, obsejf na zimu. Co se pak penfa na 
stavSnf pivovaru 3 ) dotejce, t6ch jd ddti nemohu, nebo z t6ch utitkh 
tfchi dvorft snadno postaviti mocti budou. Ponfevadi vSecko to na- 
dobf se odtad vzfti k druhyinu pivovarti mocti bude, a ponSvadi 
bych chtel tu fundaci na papfr uvfsti, soudim za dobfe, abyste sem 
pftjeli a vSecky potfeby k uvedenf toho na papfr sebou pHnesli. 
A s tfm zfist&vdm A. z V. 

Z Prahy, 13. Junii 1624. 

14. R. in Ch. P. 

Co 4 ) se toho vod&v&nf dotejce, vpravdfc se na duchovnf yeci 
mdlo rozumfm, nei v&m to remittiruji; prosfm, disponirujte v torn 
jak se v&ra nejlfp vidf. 



') Quod molendinum conceruit, pariter contentus sum, uti mihi ratione usus 
fructus usque ad novum annum, video enim catum ad pedes, non autem 
ad caput cadere; modo mihi ex hoc usufructu hi Smrkovicenses agri, qui 
in vivario non sunt inclusi, ad hiemem seminentur. Quod autem pecunitm 
concernit, pro aedificio novi braxatorii, hanc dare nequeo. Ex his enim 
fructibus uti et ex his viUis facile aedificari poterit, cum omnis pensus ab 
inde ad novum braxatorium accipi poterit Quia autem fundationem charUe 
committere vellem, judicarem bonum fore, si hue veniretis et necessari* 
vobiscum ferretis. His maneo etc. 
Pragae 13. Junii 1624. 

») Mtyn Hofeiovsk^ u Vitinevsi. 

3 ) V MiliSevsi. 

4 ) Quod sponsalia haec coucernit, in veritate spiritualia non intelligo, sed 
vestro judicio relinquo; quaeso, disponite, prout vobis optimum facto 
videbitur. 



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49 

Pan arcibiskup jel do Vfdne, a panu Kotv&fi dokud v Jicfne 
residirovati nebude, se jeho unterhalt ned£v4, quia propter officium 
datur beneficium; cessante officio cessetur beneficium, a tak nevim, 
aby se toho ujimati cht61. Co se pak p&cky pro lid vojansky po 
tech dvou fl§sk^ch tolaHch, tak taky kontribucl mesfcny od knlzete 
z Lichtenstejna naffzenou, proslm, poructe odvozovati; nebo jd ne- 
mohu, ani v my motci nestojl z nf propouSt&i. S tlm zfisUvdm etc- 

A. z V. 
Z Prahy, 16. Oktob. 1624. 

15. R. in Ch, P. 

Oznamuji 1 ) v4m, ze sem pfed sv&tky se do VfdnS jeti strojil, 
ale odlozil sem toho az do 2. Januarii. Tu ihned tarn pojedu a po- 
nevadz se sotva v peti neb Sesti nedelich navrdtiti mocti budu, pro- 
sfm, ihned po novym let6 sto pacholat co nejlepsfho vyberte a je 
in domuin pauperum dejte; jin6 pak zase rodicfim jejich at se 
navr&tf. 

Psal sem vim a pfede§le iddajfce vfcdSti, jak se m&§tan6 v n&- 
boienstvf spravujf, ale nedostal sem na to 44dn6 odpovedi. feeknSte 
JarSimu aneb oufedniku Jicinsk6mu, aby jim ozndmili, ktery v svy 
pertinaci do velk6 noci zflstane, ie bude moci sobS jinde byt hledati. 



D. archiepiscopus Viennam perrexit, et d. Kotwarz, quousque JiSinii 
non resident, sustentatio non detur, quia propter officium datur beneficium, 
cessante officio cessetur beneficium; et inde nescio, an hujus rei causam 
in se assumeret. Quod autem commodatum duorum latorum imperialium 
pro militibus, uti mini menstrualem contributionem a principe Lichtenstein 
exscriptam concernit, mandate quaeso, ut promoveatur; neque enim pos- 
sum, nee in mea potestate est condescendere. His maneo etc. 
Pragae, 16. Octob. 1624. 
') Certiores vos reddo, me ante festa Viennam parasse, sed distuli nam iter 
usque ad secundum Januarii, qua illico proficiscar. Et cum vix intra sex vel 
septem hebdomadas reverti potero, inde quaeso, statim post novum annum 
centum juvenes seligite, eosque in domum pauperum date; reliqui vero 
parentibns suis iterum reddantur. Scripseram vobis nuper et primario qui- 
dem a vobis certior fieri volui, quomodo cives in religione proficiant, sed 
nullum responsum accepi. Dicite Georgio vel praefecto Gitzinensi, ut illis 
insinuent, quicunque usque ad Pascha in sua pertinacia perseveraverit, po- 
tent alibi suam stationem quaerere. Fundationem jam subscripsi, et 
inde Deo dante, in vere libenter haberem, si aedificare inciperemus. Quaeso 
commonefacite Georgium et praefectum, ut invigillent, ne pestis Gitzinium 
irrepat. His vos omnes bene valere jubeo. 
Pragae, 20. Dec. 1624. 

1*.- Filosofie, dSjeplt a filologie. 4 



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50 

Fundacf sem ji2 podepsal, a tak dili pin bfth, z jara bych rid 
abychom stav&ti zacali. 

Proslm vis, napomfnejte Jarse i oufednlky Jicfnsk6ho, aby pozor 
dali, aby mn6 se tam k Jicfnu mor nedal. A s tfm se vim ve v§em 
dobfe miti vinSuji. 

A. z V. 

Z Prahy, 20. Decemb. 1624. 

16. R. in Ch. P. 

Pfsi 1 ) Jar§ovi, aby vim t6ch 300 zl. zatim z dfichodu dal, 
a potom aby mu je zas mes(an6 zaplatili. Ji se druh^ den po nov^m 
litS do VidnS strojfm. Kid bych s vimi strany kolleje v Fridlandu 
mluvil; ponevadz P. provincial nynf zde jest, prosfm, pokudz mo2n&, 
pHjedte sem, nebo ji konecnfe 2. Januarii odsad k Vfdni se vyjeti 
stroilm. A s tfm ziistivim etc. 

A. z V. 

Z Prahy, 21. Dec. 1624. 

17. R. in Ch. P. 

Zapomn61 2 ') sem Vim v Praze pKpomenouti, abyste s Jarsem 
na necem jistym postavili, co potfebf k fundaci toho spitilu na 50 
osob v Jiclnfe bude, a odkad ten dfichod se assignirovati mi, Nebo 
ji nechci jak k stavenf, tak k fundirovini t6ho4 spitilu aby co pod- 
danl neb kdo jinej divati m61, nei z vlastnfch a samejch mejch dflchodft 
to vykonati chci. Protoi vis proslm, abyste s JarSem toho nfeco na 
paplr, odkad budou dfichod mfti, uvedli, a kdy ji do Ji&na pHjedu, 
mne to ukizali, i fundaci pro domo pauperum, ale separata mente 
od tyto Spitdlnl. 

Co se promenovini mfsta dotejce, kde dfim chud/ch a konvikt, 
t64 kde Spitil mi bejti, sem s va§fm dobrym zdinlm spokojen, mft- 
iete o torn baumistrovi 3 ) oznimiti. Nebo v pondfell pHStl mi se 



') Scribo Georgio, ut ?obis interim hos 300 fl. ex quaestura det, et cives eos 
iterum suo tempore exsolvant. Ego secunda die post no?um aanum Yien- 
nam me paro. Libenter vobiscum ratione coUegii Fridlandiae loquerer; ex 
eo, cum P. Provincialis hie sit, quaeso, quantum possibile, veniatig, hue. Ego 
enim certe secunda Januarii abinde Viennam profioiscar. Valete. 
Pragae, 21. Dec. 1624. 

2 ) Albert Bertold a JiH Adam z ValdStejna. 

3 ) Jan Baptista Marini. 



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51 

do Jicfna vypraviti a tu o vsecko, jak stavenf mfti bude, budete 
moci s nlm na mfste postaviti. Sedlnicky a ti dva my strejci 1 ) jak 
sem prvotnS s v&ni mluvil, at se v musice vok&lnf ucf, a ke nisi af 
miuistriruji. Co se religi dotejce, o torn sem tez Jarsovi porucil, 
aby mfeSfanftm ozndmil, ktett nebudou chtfti od jejich zatvrdilosti 
ustoupiti, aby sobe po velk6 noci jinde bytu hledali. A s tlm se v&m 
dobfe mfti vinSuji. 

A. z V. 
Z Kon opi&te, 31. Dec. 1624. 

18. R. in Ch. P. 

PiSi*) JarSovi, aby neprodlfval spravenim toho domu pro 2dky. 
Proce2 jak spraven bude, rid bych, abyste jich 100 vybrali a jin6 

*) Oblitus fueram Pragae vob commonefacere, ut cum Georgio systema aliquid 
ponatis, quid videlicet necessarium futurum sit, ad fundationem hujus hos- 
pitals Gitzinii pro 50 personis, et undo proventus pro illo assignari pos- 
sent. Nullo onim modo volo, ut vel subditi yel quicunque alius sive 
pro aedificio sive pro fondatione hujus hospitalis aliquid contribuat, sed 
propriis sumptibus id facere volo. Unde quaeso, ponite mihi cum Georgio 
systema ad chartam, unde hospitalarii proventus suos habere possent, et 
ubi Gitzinium venero, mihi ostendite, uti et fundationem pro domo pau- 
pernm, sed separata mente ab his hospitalariis. 

Quod commutationem loci concernit, ubi nempe domus pauperum et 
convictus, item ubi hospitale esse debet, sum cum vestro judicio contentus, 
etpotestis hac de re cum architecto loqui. Proximo enim die Lunae Gitzi- 
nium se expedire debet, et cum eo de omnibus, prout aedificium esse de- 
buerit, conferre poteritis. Hi duo mei patrueles prout yobiscum ante hac locu- 
tus fui, discant vocalem musicam et ad sacrificia missae diligenter ministrent. 
Quod religionem attinet, jam demandavi Georgio, ut omnibus insinuet, qui- 
cunque noluerit a pertinacia sua recedere, ut sibi post Pascha aliam sta- 
tionem quaerat. His yob bene valere jubeo etc. 

Konopistii, 31. Dec. 1624. 

(Dopis tento preloiil Balbfn a pojal do sve* historie. Pfeklad jeho 
formou zcela se lisf.) 
*) Scribo Georgio, ut non differat reparationem domus pro juvenibus, unde 
quam primum reparata fuerit, libenter haberem, ut illico centum seligantur 
reliqui vero domum remittantur. Ex his autem centum ne ullus sit origin e 
Gitzinensis, hi enim a suis amicis sustentari possunt. Ego quam primum 
Deo dante Pragam reversus fuero, Gi5inium venire intendo. 

Libenter etiam haberem, ut interim ratione fundationis domus pau- 
perum aliqua chartae mandaretis, uti etiam cum Georgio aliquod systema 
exquireretis, unde proventus hospitali pro 50 personis assignari possent. 
Nam praeter haec omnia aliud adhuc sat magnum seminarium fundare me- 
ditor. Sed de hoc ubi nos invicem reviderimus etc. 

Yiennae, 7. Januar. 1026. 

4* 



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52 

domfi pustili. V§ak z tech 100 at Z&dnf Jiclnsk^ rodic nejni, nebo 
oni mohou vychovdnl od svych pf&tel mlti. J£, dd-li p&nMh, jak zas do 
Prahy pf ijedu, na Jicin se strojlm ; r&d bych pak, abyste zatim strany 
fundacf na ten chudych dftm na papfr neco toho uvedli. T&i i s Jar- 
sem vychov&ni na spit&l 50 osob dflchod, odkad se assignirovat bude, 
vyhledali, nebo mimo toho jeste jedno seminarium dosti velky fun- 
dirovati minim. Ale o torn ai do shled&nl. A s tim zfistdvim 

A. z V. 
Z Vidn6, 7. Januarii 1625. 

19. B. in Ch. P. 

Dvoje 1 ) vase psanl sem dostal, na kter62 vim toliko toto za 
odpov&T d&v&m, ze Taxis *) jiz zdr&v jest a se mnou do Cech se vy- 
pravf. Zatlm pak prosfm, jiz brzy ten dim chudych dejte dopraviti. 
100 pacholat, ktefl se vdm vidl, avsak nepfijlmajic v torn rodicft Ji- 
clnskych, vyberte a jin6 rozpustte. Odsad v&ra neviin co nov£ho 
ps&ti, nebo sami nevlme, je-li pokoj £ili vojna. VSak k vojne daleko 
viceji se smSfuje neiSli ku pokoji. A s tim z&stdv&m etc. 

A. z V. 
Z VldnS, 29. Januar. 1625. 

20. R. in Ch. P. 

Z psanl 3 ) va§eho sem porozumel, ie pro domo pauperum tfi 
domy v JiclnS mlti z£d£te, ceho2 j& nikterak uciniti nemlnfm, nebo 



*) Dupplicem pagellam vestram accepi, ad quod unum respondeo, quod Taxis 
rursus bene valeat et mecum in Bohemiam revertetur. Interim rogo, nt 
quantocius domus pauperum reparetur. Centum juvenes, qui vobis apti vi- 
debuntur, inter quos autem nullus sit juvenis parentum Gitzinensium, seli- 
gite, reliquos vero remittite. Novi quid abinde perscriberem nescio, nam 
ipsi nescimus, an pax sit, num bellum ; quantumvis multo magis ad bellam 
quam pacem inclinet. 

Viennae 29. Jann. 1625. 

2 ) Po StablovskSm regent panstvf. 

3 ) Intellexi in epistola vestra, quod pro domo pauperum tres domos Gitxini, 
habere velitis, quod ego nuilo modo facere intendo. Malo enim, nt cives 
augeantur, quam mimantur. Unde his domibus, quas dedi, contenti estate, 
quia, ut brevibus dicam, alias dare non intendo. Illos vero centum juvenes 
judicavi statim post novum annum ibi futuros, interea contrarium reperio, 
et ego tamen demandavi, ut a novo anno sustentatio pro illis detur: unde 
peto ut hi centum juvenes illico illuc dentur, reliquos dimittite, ne subditi 
frustraneos sumptus in eos impendant. Quod hospitale concernit, ad illud, 



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53 

radSji chci, aby obyvatelft pKbejvalo nei ubejvalo. Procei se na tech, 
kter^ sem dal, kontentirajte, ponSvadZ na krdtce jin]fch ddti nemlnim. 
Tech pak 100 i&kb minil sem, Ze ihned o nov^m litfi tarn budou, 
a nyni vidim, Ze jestfe tam nejsou, a }& sein porucil, aby ihned 
o noyym lft£ jejich unterhalt pro n6 d&n byl. Procei vis i&d&m, Ze 
tech 100 neprodlenS tam ddte, a ostatek jich rozpustfte, aby poddanf 
na ne §pesi nevedli. 

Co se §pitdlu dotejce, ten a2 vystaven bude, teprv tam chudy 
dim, nynf pak na to mfsto po jednom korci chleba chud^m kaMo- 
dennfe se d£vati bude. A tak vds 2£d£m, ze tech 100 Mkft nepro- 
dlenS do toho domu ddte, neb j& jinGho d&ti nemohu a kdyby s tfm 
prodlivtao bejti m£lo, od mnohych v6ci by mn6 chut fudirovati je 
pokazilo. A s tfm zfistdv&m etc. 

A. z V. 
Z VfdnS, 3. Feb. 1625. 

21. R. in Ch. P. 

Psanf ') va§e v pHcinS nfejakSho nedorozumenf s Jarsem jest 
mn£ dod&no, kter64 sem jemu pro zprdvu poslal. Mne se vidf, Ze 
jest min&ji psdno bejti mohlo, ponevad2 ne dfitkliv^mi slovy, nez 
dokazov&nfm prdva kaMej sv^ho hdjiti mfi2e, a jd v jinym nikda sem 
nebyl, nei toho, co spravedlive kaM6mu ndlezf, jemu u£iti d&ti. Co 
se domu pro chud^ dotejce, nepochybuji, neb ze ji2 tam sou, nebo 
}i sem naffdil, aby od nov^ho lfta jejich deputdt jim d&n byl. A tak 



nbi exstructum faerit, pauperes dabo; nunc interim loco hujus omni die 
distribuetur inter pauperes panis ex uno modio. Exinde iterum peto, ut 
hos centum juvenes sine dilatione in hanc domum detis, aliam enim dare 
non possum. Et si ulterius res differri deberet, totum animum perderem ad 
alias fundationes faciendas. His maneo vobis addictus 

A. z V. 
Viennae, 3. Feb. 1625. 
*) Fagella vestra ratione alicujus disconvenientiae cum Georgio in manus 
meas pervenit, quam etiam Georgio pro aliqua directione submisi. Mihi 
videtur, quod minus scribi potuisset, cum non cavillosis verbis, sed potius 
demonstrationibus suum quisque jus defendere possit, et ego aliud nun- 
quam intendebam, quam cuivis suum dare, quod juste ci obvenit. Quod 
domum pauperum attinet non dubito, quin jam ibi sint, demandavi enim, 
ut a novo anno deputatus illis detur, unde si in domo pauperum necdum 
essent, magna subditis injuria fieret, si tamen in civitate pro illis solvere 
deberent. 

Tiennae, 15. Feb. 1625. 



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54 

kdyby tarn nebyli, velki kftvda by se poddan^m stala, kdyby za nfc 
pfedce v mestS platiti mSli. 

A. z V. 
Z Vidn6, 15. Feb. 1625. 

22. R. in Ch. P. 

Psanf l ) vase jest ran6 dnes doddno. Z n6ho sem i&Aosti vaS 
porozumSl, i ponevadi sem jii hejtmana v kntfectvf Fridlansk^m do- 
sadil, niuslte se k nemu strany toho fardfe uteci, a on at toho pfi 
panu arcibiskupu vyhled&vd. T6Z srozumfvdm, ie se do Rfina strojite, 
vinsuji v&m stastnou cestu i navr&cenf. J&, d&li pdnbfih, zejtra do 
Rf§e se ubirati budu ; jiz sem v§ecken lid napfed poslal. Kr£l Dene- 
marsky zase odjel. A s tim ziist£v&m etc. 

A. z V. 
Z Egru, 1. Sept. 1625. 



4. 
Die altb 6h mi sell en Bestfinde des Oelser Archivs 

von Prof. August Sedlaftek in Tabor vorgelegt am 7. Marz 1887 von Prof. Dr. Emler. 

Im Auftrage seiner kais. Hoheit, des Kronprinzen des deutschen 
Reiches wurde das bisberige Archiv des Herzogthums Oels im konig- 
lichen Staatsarchive zu Breslau deponirt und so ward es dem Unter- 
zeichneten Dank der besondern Bereitwilligkeit und Freundlichkeit 
der Herren Archivsbeamten moglich, die theilweise ganz unbekaonten 
Schatze dieses Archivs zu seinen Zwecken auszubeuten. 

Wie unten gezeigt werden soil, entstand dieses reichhaltige 
Archiv durch Vereinigung einiger Adels- und Herrschaftsarchive ; den 
Hauptstock bildete das Familienarchiv der PodSbrader Linie der Herren 



') Pagella vestra ho die mihi extradita est, ex qua petitionem vestram intellexi, 
et cum jam capitaneum in principatu Fridlandensi imposuerim, potestis 
ad ilium ratione hujus parochi refugere, ille autem, ut eum apud D. archi- 
episcopum conveniat. Praeterea intelligo vos Romam profecturum; praecor 
vobis felix iter et rcditum. Ego Deo dante eras ad Imperium concedazn, 
quo meum exercitum jam praemisi. Danus rursue discessit His maneo etc. 

A. z V. 
Egrae, 1. Sept. 1625. 



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55 

von Kunstadt, welches ursprttnglich auf der Burg Podebrad aufbewahrt 
wurde. Der in der Erwerbung von Gutern sehr strebsame und gluck- 
liche Konig Georg von Podebrad verwahrte dieses Archiv auf der 
Burg Lititz, weil ihra deren feste Lage mehr Sicherheit gewahrte, 
als das in der Ebene gelegene Stammschloss seines Geschlechtes. 
Auch Georg's Sohne, die Herzoge von Munsterberg beliessen die Fa- 
milienurkunden auf Lititz und trafen diessbeztiglich (1472, 3. Mart.) 
folgende Verabredung: 

t Item was unsere Briefe und Verschreibungen anbelangt, sie 
seien von Pabsten, Kaisern, Konigen oder anderweitige Briefe und 
Privilegien, die uns gemeinschaftlich betrafen, entweder fiber Frei- 
heiten oder Gtiter oder Schulden ausgestellt, darfiber haben wir uns 
verabredet, dass dtese TJrkunden in einer Lade mit 4 Schlossern auf- 
bewahrt werden sollen und ein jeder von uns soil einen Schlussel zu 
der Lade haben. Und diese Lade mit den Briefen soil auf der Burg 
Lititz zu unser alien Handen und Bedarf aufbewahrt werden und hat 
keiner von uns die Befugniss ohne Zustimmung der Andern diese 
Lade aufzusperren oder von Lititz wegffihren zu lassen. Was jedoch 
die fibrigen uns gehorigen Briefe und Verschreibungen anbelangt, so 
soil dieses beobachtet werden : die Briefe, welche irgend ein Gut be- 
treffen, das jemand zu seinem Antheile bekommen wiirde, die soil 
ein jeder in seine Gewalt bekommen". 

Als im Jahre 1495 die Burg Lititz in den Besitz Wilhelm's 
von Pernstein gelangte und auch das Stammschloss PodSbrad bereits 
im koniglichen Besitze war, wurde das Familienarchiv mit alien ein- 
Yerleibten Bestanden in die Burg zu Oels iibertragen und durch neuen 
und neuen Zuwachs vermehrt, so dass sich daraus ein reiches, leider 
aber nicht vollstandig geordnetes Regierungsarchiv des Herzogthums 
bildete. Dieses letztere war vielleicht auch die Ursache davon, dass 
dessen Sch&tze in Bohmen wenig benutzt, ja viele davon gar nicht 
bekannt wurden. Palaclrf, obwohl ein fleissiger Forscher, bekam kaum 
die Halfte der Urkunden, welche Bohmen und Mahren betrefifen, in 
die Hand. Eine hubsche Serie von PodSbradischen und Munsterbergi- 
schen Urkunden in bohmischer Sprache wurde von ihm im Archiv 
cesk^ abgedruckt; das iibrige Material, soweit es ihm zu Gebote stand 
und in Begesten verarbeitet wurde, befindet sich in seinem Nachlasse 
im Prager Museum. 



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56 



I. Deis Archiv der Herren von Castolovic. 

Als treuer Diener Karl's IV. gelangte Potho von Castolovic 
(f 1397) zu Macht und Ansehen. Seine Nachkommen erwarben, be- 
sonders zur Zeit der Hussitenkriege, da sie streng katholisch gesinnt 
K. Sigismund nicht unbedeutende Dienste leisteten, ein bedeutendes 
Vermogen. Von Glatz aus beherrschten sie nicht nur die Grafschaft 
und das Herzogthum Munsterberg, so wie auch schone Gfiter in 
Bohmen, die sie theils geerbt, theils durch Verschreibungen des stets 
geldbediirftigen Konigs erworben hatten. Ihre wahrscheinlich zu Glatz 
aufbewahrten Familienurkunden gelangten im Jahre 1440 in den 
Besitz der Herren von Lichtenburg und wurden schliesslich (1454) 
deni Familienarchive des Hauses Kunstadt einverleibt. Durch Ungunst 
der Zeitverhaltnisse giengen wohl manche von den Urkunden, sowie 
z. B. die von Sommersberg S. 1008 (d. 1387, 17. Jun.) abgedruckte 
verloren, doch ist das, was ubrig geblieben, immerhin bedeutend. Die 
bisher erhaltenen Stiicke sind folgende: 

1. 1342, 20. Jan. Prag. — K. Johann erhebt auf Fiirbitte Potho's 
v. Tsch. dessen Dorf Tschastolowicz zum Marktflecken (lat) 

2. 1352, 11. Novb. Karlstein. — K. Karl bestellt Boto v. Cz. 
zum Burggrafen von Botenstein (1.). 

3. 1361, 20. April Nurenberg. — K. Karl schenkt an Poto v. 
Schasclowicz heimgefallene Giiter im Werthe von 130 IP gr. (1.). 

4. 1361, 11. Decb. Nurenberg. — Derselbe schenkt Potho dem 
alteren von Cz. ein nach dessen Diener Ruzko heimgefallenes Gut (L). 

5. 1374, 15. Aug. Budissin K. Karl verschreibt Potho v. Cz. 
100 Sch. Gr. auf dem Rosszolle in der kleinen Stadt Prag. (deut.). 

6. 1377, 3. Febr. Prag. — Derselbe ertheilt demselben das Heim- 
fallsrecht nach Otto u. Peter Gebriidern von Bergow (d.). 

7. 1377, 16. Octb. Tangermunde. — K. Karl verspricht Potho 
Hauptmann in Brandenburg ober der Oder anlasslich des versproche- 
nen Dienstes mit 60 Gewappneten schadlos zu halten (d.). 

8. 1384, 11. Decb. Koblenz K. Wenzel bestellt Potho zum Haupt- 
manne in Luxenburg (d.). 

9. 1384, 23. Decb. Aschaffenburg. — Derselbe ertheilt demselben 
das Recht abgekommene Gtiter wieder zum Herzogthume Luxenburg 
einzulosen (d.). 

10. 1387, 15. Decb. — Johann von DobruSka verspricht das, 
was Puota v. Cz. als Suhne fur die Ermordung Znata's von Skuhrow 
aussprechen wiirde, getreu zu halten (bohm.). 



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57 

11. 1395, 5. Decb. Prag. K. Wenzel bestellt Potho v. Cz. zum 
Hauptmanne in der Lausitz (d.). 

12. 1400, 2. Jul. Puota v. Cz. verkauft Zinse im Dorfe Petro- 
riiky an Katharina von Hri§t6, Katharina deren Tochter und Otto 
you Hftstt (b.). 

13. 1426, 10. Jan. Trencz. E. Sigmund gestattet Puothen v. Cz. 
Hauptmann zn Glatz, daselbst Munzen zu schlagen (d.). 

14. 1429, 20. Aug. K. Sigmund versichert demselben eine Schuld 
von 5000 fl. (1.) 

15. 1431, 29. Jul. Ullrich v. Rosenberg, Wilhelm v. Hasenburg. 
Albrecht v. Kolditz, Alesch von Sternberg, Hinke v. Rotenburg, Jaro- 
slav von der Duben, Jan von Ausik bezeugen die Verpfandung von 
Glatz an Puotho v. Cz. (1.) 

16. 1436, 7. Jan. HaSek v. Walstein urkundet iiber die zwischen 
Anna Herzogin von Auschwitz und den Vormundern der Kinder nach 
Puota v. G. getroffene Verabredung (bohm.). 

Etliche Urkunden dieses Familienarchives verblieben auch nach 
den Podiebradischen Regierung in Glatz und gelangten hernach in das 
k. k. Statthaltereiarchiv zu Prag. Schliesslich mag noch zu dieser 
Gruppe Nro. 164. beigezahlt werden. 

n. Familienurkunden der H. v. Bergow. 

17. 1334, 13. Jan. Luxenburg. K. Johann befreit Otto u. Otto 
Gebrfider von Bergow rficksichtlich ihrer Giiter Welyn (Bilin) und 
Seeberg von der Gerichtsbarkeit der Zuden (1.). 

18. 1371, 25. Maj. Prag. K. Karl bestatigt diesen Brief dem 
H. Albrecht von Bergow (d.). 

Nach Regest I. 6. scheint es wahrscheinlich zu sein, dass diese 
Urkunden in den Bcsitz der H. v. Castolovic gelangten. Naheres 
ist nicht bekannt. 

in. Familienurkunden der H. von Lichtenburg. 

19. 1341, 9. Maj Prag. K. Johann bestatigt dem Hinko KruSina 
v. Luchtenburg einen fiber das Gut Nechanic abgeschlossenen Kauf- 
vertrag (1.). 

20. 1353, 10. Aug. Prag. K. Karl bestatigt die durch Heinrich 
von Leuchtenburg erfolgte Befreiung des Gutes Chlen von Lehens- 
diensten zur Burg Lititz (1.). 



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58 

21. 1409, 22. Maj. Chocen. Sigmund v. Lichtenburg schenkt 
das Dorf Skorynic seinem Burggrafen Johann KepySta von Rajsic mit 
der Verpflichtung Lehensdienste zur Burg Chocefi zu leisten (b.). 

22. 1440, 13. Sept. Glatz. Anna Herzogin von Auschwitz und 
die Vormunder der Waisen nach Potho von Cz. verkaufen Glatz, 
Miinsterberg und die Familiengiiter in Bohmen an Hinko Kru&ina von 
Lichtenburg (b. in llbersetzung bei Sommersberg Script, rer. Sil. 696). 

23. 1444, 17. April. Brieg Johann u. Heinrich Herzoge von 
Schlesien in Luben u. Haynau verschreiben eine Schuld von 2000 
Mark an Hinko Krusina (d.). 

24. 1449, 23. Sept. Dieselben geloben Hinko KruSina und Jan 
Zvolsk^ schadlos zu halten (d.). 

25. 1450, 14. Jun. Potenstein. Hinko KruSina v. Lichtenburg 
tritt Zinsen in Synkov an Mathias Mytsky von Hohenmaut ab (b.). 

IV. Familienarchiv der Ritter 6ouch von Z&sada. 

Diese zur Zeit der Luxenburger ziemlich begiiterte Familie ver- 
dankte ihre bessere Stellung dem Wohlwollen K. Wenzel's. Nach 
dem Ausstreben der mannlichen Nachkommen gelangten ihre Gflter 
in den Besitz Georg's v. PodSbrad. Bald geriethen diese Guter in 
frerade Hande, aber die mit ihnen iiberkommenen 2 Urkunden blieben 
im Besitz Georg's und seiner Rechtsnachfolger. Es sind dies folgende: 

26. 1385, 11. Febr. Prag. K. Wenzel ertheilt seinem Marschall 
Jesko Ciich das Testirungsrecht beziiglich der Gtiter Lobkovic und 
Mtekojed (1.). Vergl. dazu Regest. XIV. 113. 

27. 1416, 3. Jul. Prag. Johann Kyjata von Zdsada Hofineister 
der Konigin selbstschuldig und seine Burgen verschreiben eine Schuld 
an Johann von Chlum auf Svojkov gesessen und dessen Bruder 
Peter (b.). 

V. Burg Welischer Archiv. 

Die iiberaus feste Burg Welisch (Veli§) war ursprunglich Eigen- 
thum der Krone und sodann lange Zeit im Besitze der Familie von 
Wartenberg. Nachdem die Speziallinie, welche auf Welisch ihren Sitz 
hatte, ausgestorben war, herrschte hier kurze Zeit die Familie Wald- 
stein. Als das Haus Podfcbrad die Herrschaft Welisch abernahm t 
wurden alle dort befindlichen Urkunden, weil sie auf verschiedene 
sehr wichtige Rechtsverhaltnisse Bezug hatten, nach Lititz flbertragen. 
Einige von ihnen, welche far den Besitztitel ausschlagend waren, 
wurden der Landtafel einverleibt. 



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59 

28. 1327, 12. Mart. Prag. K. Johann verpfandet die Burg We- 
lnsch mit der Stadt Gytschin und zugehorigen D6rfern an BeneS d. 
alt v. Wartenberg (1.). 

20. 1337, 13. Jan. Breslau. K. Johann verkauft die Herrschaft 
Welisch als erblicheB Besitzthum an Johann von Wesel und Warten- 
beig GO- 

30. 1348, 27. Aug. Prag. — K. Karl best&ttigt diesen Ver- 
kauf (L). 

31. 1434, 5. Maj. Heinrich von Vesel6 und von Wartenberg 
verschafft seinen sammtlichen Besitz seiner Tante Machna von Vesel6 
(b. — tlbersetzt bei Sommersb. S. 1022.) 

32. 1437, 21. Mart. Prag. K. Sigmund ertheilt der Machna v. 
Wartenberg das Recht tiber ihre Giiter zu testieren (1.). Auch bei 
Sommersberg 1022 und in einer Raudnitzer Handschrift. 

33. 1438, 6. Jan. Machna v. Vesel6 und von Wartenberg iiber- 
gibt Welisch und andere Giiter an ihren „Bruder u HaSek von Wald- 
stein, Otto von Udrnic und Anna Buzlice, welche sie zu Vollstreckern 
ihres letzten Willens bestimmt (b.). 

34. 1439, 16. Mart. Olmiitz. K. Albrecht ertheilt dem HaSek 
von Waldstein das konigliche Heimfallsrecht auf der Herrschaft We- 
lisch. (b.) 

VI. Kun&ticer Urkunden. 

Als die Burg Kun6tick& hora mit ihrem weitlaufigen Gebiete in 
den Besitz Georg's und seiner Sohne gelangte, befand sich daselbst 
ein bedeutendes Archiv meistentheils kon. Verschreibungen, Cessionen 
u. ahnliche Urkunden enthaltend. Bei der Ubergabe der Heirschaft 
an Wilhelm von Pernstein wurden diese Urkunden eben wegen ihrer 
Wichtigkeit und weil viele von ihnen den Besitztitel nachwiesen, an 
den Kaufer iibergeben. Indessen scheint es, dass die tibergabe an den 
ordnungsliebenden Herrn v. Penistein nicht vollstandig erfolgte und 
folgende 3 Stiicke aus Versehen unter den Familienurkunden dem 
Herzoge von Miinsterberg verblieben. 

35. 1389. 21. Jan. (Hohenmauth). Zdeslav Hofrichter der Leib- 
gedingstadte , Dietlin Dechant bei Allerheiligen und Vertreter des 
Unterkammerers der Konigin, Peter Freiberger Richter und die Schop- 
pen zu Hohenmauth entscheiden uber Bezahlung eines auf dem Schnek- 
kenhofe versicherten Zinses an Anna Nonne zu Sezemic oder nach 
ihrem Tode an das Kloster (1.). 



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60 

36. 1460, 11. Novb. SobSslav von Miletinek und von Pardubic 
verpfandel die Veste Osic mit zahlreichen Dorfern an Buijan, Zdenko 
und Nicolaus Gebriider von Llpa (b.) 

37. 1469, 13. Jan. Georg von Miletfnek auf Pardubic selbst- 
schuldig und dessen Bilrgen verschreiben eine Schuld an Hinko v. 
Veselice (b.). 

VH. 2leber Urkunden. 

Ehe PodSbrad in den Besitz Bocek's v. Kunstadt gelangte, ge- 
horte es seinem Schwiegervater Hynek von Lichtenburg gewohnlich 
von Zleb zubenannt. Nach dessen Tode wurde es als Mannslehen an 
Bocek verliehen, wahrend die Burg und Herrschaft £leb der Wittwe 
Agnes (von Landstein?) verblieben. Die auf ihre Gerechtsame be- 
zuglichen zwei unten angeftihrten Urkunden mag sie bei Bocek in 
Verwahrung gehabt haben, wie es bei den damaligen Verh&ltnissen 
nicht selten geschah und nach ihrem Tode mogen sie, da sich die 
Rechtsnachfolger nicht rechtzeitig darum bewarben, auf der Burg 
PodSbrad verblieben sein. 

38. 1327, 6. Jun. — Abt Peter und der Convent zu Wilemow ver- 
kaufen das Dorf Zehub an Hynco von Zlebyn und seine Stiefmutter 
(?) Mechthildis (L Abgedr. bei Emler Reg. HI. 521.) 

39. 1352, 29. Febr. Pfsek. K. Karl bestatigt der Agnes, Wittwe 
nach Hinko von £leb den Besitz der Burg u. Herrschaft Zleb. (I.) 

VIIL Poind. 

Die weitlaufige Herrschaft Polna sonst den Herren von Pirken- 
stein gehorig gelangte im Jahre 1463 an Viktorin von Kunstadt und 
Pod6brad als Gemal der letzten dieses Geschlechtes, Sophia von 
Pirkenstein, wurde von ihm aber bereits im J. 1468 verkauft. Bei 
Ubergabe der Herrschaft an den KSufer mag ein einziges Stiick ent- 
weder aus Versehen oder weil es vielleicht auf Rataj aufbewahrt wurde, 
im Besitze Viktorin's verblieben sein. 

40. 1356, 6. April. Prag. CenSk von Lipa tritt Burg und Heir- 
schaft Polna an JeSek von Birkenstein ab, urn ihn far die verkaufte 
Herrschaft Birkenstein zu entschadigen (1.). 

IX. Reichenau. 

Die Herrschaft Reichenau gehorte zwar nie dem Hause Kunstadt, 
indessen gelangte doch ein Stiick, welches diese Herrschaft betrifft, 
auf unerklarliche Weise in den Besitz der Herzoge von Miinsterberg 



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61 

und wurde bei der vor langerer Zeit erfolgten Sichtung des Oelser 
Archiv's falschlich dem Glatzer Urkunden einverleibt; die Moglichkeit 
ist nicht ausgeschlossen, dass dieses einzige Stuck zu getreuen Handen 
Wznata's von Skuhrow deponirt und spater mit der Herrschaft Sku- 
hrow dem Hause Kunstadt ubermittelt wurde. 

41. 1364, 15. Octb. Zampach. Die Briider Cenko und Johann 
von Potenstein verkaufen ihre Gtiter Im Dorfe Slatina an Theodorich 
and Albert yon Reichenau (1.). 

X. Out Vsejam. 

42. 1390, 21. Octb. — Potho von Castolovic verkauft seinen 
im Dorfe VSejam gelegenen Hof an Jetfich Husovec von Husov (1.). 

43. 1466, 30. Jan. Milota von Vsejam tritt das Vorwerk zu 
Vsejam an die Bruder Zdenek und Heinrich von Chlum ab (b.). 

Ob das Gut VSejam ganz oder theilweise zu Ende des 15. Jahr- 
hundertes zur Herrschaft PodSbrad gehorte, ist nicht bekannt, wohl 
ist aber die Moglichkeit nicht ausgeschlossen. Seit Anfang des 16. 
Jahrhundertes erscheint es wieder als selbststandiges Gut. 

XI. Familienurkunden der mfthrischen Eunstadte. 

Ein ansehnlicher Theil der mahrischen Besitzungen, welche das 
Geschlecht von Kunstadt daselbst im 14. und 15. Jahrhundert besass, 
gelangte in den Besitz des PodSbradischen Hauses und mit ihm alle 
die Dokumente, welche zum Nachweise des Besitztitels dienten. 
Viele von ihnen betreffen Guter, welche zur Zeit der tfbergabe schon 
in fremden Handen waren. Ein Interesse hatten sie Mr die dama- 
ligen Besitzer als Familienreliquien; heitzutage bieten sie ein schatz- 
bares Material zur Topographie und Genealogie mahrischer Ge- 
schlechter, die Wichtigkeit nicht eingerechnet , welche sie fur die 
Landesgeschichte haben konnen. 

Es sind diess folgende: 

44. 1370, 9. Septb. — Gerhard von Budcovic verkanft das 
Dorf Lhotka bei Bysffic (1.). 

45. 1384, 16 Aug. Bilinn. — Markgraf Jost schenkt H. Er- 
hard von Kunstadt das Haus und die Herrschaft PySelec (d.). 

46. 1386, 27. Jan. Briinn. — Markgraf Jodok belehnt Erhardt 
von K. mit dem Stadtchen Napajedl (1. — auch bei Sommersberg 
S. 964.). 



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62 

47. 1386, 1. Febr. Kunovic. Markgraf Prokop bestatigt die 
von seinem Bruder fur Erhard v. K. geleistete Versicherung von 
4000 Mark auf der Herrschaft Mahrisch-Trubau (1.). 

48. 1386, 14. Sept. Prag. — Markgraf Jodok verleiht an Er- 
hard v. K. die Veste und Herrschaft T^nec (1.). 

49. 1392, 25. Jan. Brunn. Markgraf Jodok bestatigt dem- 
selben den Erkauf des Dorfes Zltoany Ujezd (L). 

50. 1395, 11. Mai. Brunn. Erhard von Kunstadt verpflichtet 
sich dem Markgrafen gegenuber, das wiederaufgebaute Schloss Boz- 
kovic sein Leben lang als Lehen zu besitzen (1.). 

51. 1398, 7. Mai. Brunn. — Markgraf Jodok verleiht an Er- 
hard v. Kunstat die Burg, Stadt und Herrschaft Mahrisch-Trubau (1). 

52. 1398. 7. Mai. Briinn. Erhard's Severs anlasslich dieser 
Schenkung (1.). 

53. 1400, 10. Jul. Prag. — Markgraf Jodok schenkt demselben 
das Dorf BSlovice (1.). 

54. 1402, 17. April Briinn. Derselbe schenkt demselben das 
Dorf Kornic (1.). 

55. 1404, 20. Jul. DiviS von Smolotyl verspricht Urfehde H. 
Erhard dem jttngern von Kunstadt (b.). 

56. 1412, 30. Jul. Tocnfk. — K. Wenzel ertheilt Erhard von 
Kunstadt gesessen zu Triibau das Recht zu testieren (1.). 

57. 1413, 5. Jun. Prag. — Derselbe bestatigt die Schenkung 
von PySelec (d. — vergl. 1384, 16. Aug.). 

58. 1437, 23. Feb. Ofen. — K. Sigmund verscbreibt dem 
Hyn&k Stoss die Dorfer Stfelice und Beinharty (d.). 

59. 1437, 6. Decmb. Znaim. — Herzog Albrecht ertheilt das 
Testierungsrecht dem Procek von Kunstadt und Opatovic. (1.) 

60. 1438, 10. Jan. Choc en. — DiviS von Chlum gesessei* auf 
Koschmberg verpflichtet sich unter Biirgschaft einiger Freunde, die 
von Heralt von Kunstadt aus dem Gefangnisse zu Triibau ausge- 
losten Gefangenen auf sein Verlangen wieder zu stellen (b.). 

61. 1446, 15. Febr. — Zich Kuiel von Zeravic quittiert seinen 
Vetter Johann Ku4el (b.). 

62. 1461, 5. Octb. Kremsier. — Schuldbrief des Johann Ku2el 
von Zeravic (b.). 

XII. Das Klosterarchiv von Vyzovic. 

Die Privilegien des Klosters Vyzovic (Smilenheim) wurden ent- 
weder unter den Familienurkunden der Kunstadte aufbewahrt, weil 



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63 

sie das Kloster gegriindet hatten und immer als seine Fundatoren 
and Patrone angesehen wurden oder gelangten sie erst nach der 
Verwustung des Klosters in das Podebradische Archiv. Das erstere 
scheint wahrscheinlicher zu sein, da die unten angefuhrten Urkunden 
nor Privilegien enthalten, nicht aber Verhaltnisse des Klosters dritten 
Personen gegenfiber betreffen und bei der Wiedererrichtung des 
Klosters dennoch in Verwahrung der Fundatoren verblieben. 

63. 1263, 17. Jan. Konig Pfemysl bestatigt die Gflter des 
Klosters Smilenhaim (1.). 

64. 1363, 25. Mart? 25. Decmb? Neudorf. — Johann Markgraf 
von Mahren bestatigt die Privilegien des Klosters Vyzovic (1.). 

65. 1412, 11. Mart Prag — K. Wenzel bestatigt die Privi- 
legien des Klosters Smilhaim (1.). 

66. 1422, 23. Aug. Nurnberg. Bestatigung derselben durch K. 
Sigismund (1.). 

67. 1454, 12. Novb. Bestatigung derselben durch K. Ladislav. 
(1.) Inserirt sind zwei Konigsurkunden Otakar's (1263) und Jo- 
hannes (1325). 

68. 1467, 9. April. Prag. — K. Georg iibertragt die Beschfltzung 
des Klosters Vyzovic an Johann Jiclnsky von Cimburg (b.). 

69. 1468, 12. Mart. Prag. — Derselbe verpfandet demselben 
sammtlichen Klosterbesitz (b.). 

70. 1470, 25. Novb. Prag. — Derselbe vermehrt die Pfand- 
samme urn 2000 ung. Gulden (b.). 

71. 1483, 7 Decb. Tobitschau. Vertrag iiber das Patronatsrecht 
zwischen Ctibor von Cimburg und Tovacov und den sammtlichen 
Agnaten der Familie von Kunstadt (b.)« 

72. 1512, 23. Mart Vyzovic. — Wilhelm Kuna von Kunstadt 
reyersiert betreffs des auf seine Person ubertragenen Patronatsrechtes 
aber das Kloster Smilheim (b.). 

XUI. Sternberger Urkunden. 

Folgende zwei Urkunden kamen in das Familienarchiv der 
Herzoge von Miinsterberg, nachdem Herzog Karl im Jahre 1572 in 
den Besitz der Herrschaft Sternberg gelangt war. Die Urkunden 
gehorten eigentlich nach Olmtltz, mogen aber bei den Ausstellern zu 
getreuen Handen verblieben sein. 

73. 1332, 1. Novb. Lukow-Margaretha Wittwe nach Zdeslav von 
Sternberg schenkt dem Kloster zu St. Clara in Olmtitz das Dorf 
Schernov bei Sternberg. (1) 



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64 

74. 1503, 28. Sept. Sternberg. — Wenzel Berka von Duba ver- 
kauft 8 Schock Zinses auf der Stadt Sternberg und dem Dorfe Ujezd 
an Wenzl Hanzl Altarist bei der Pfarre zu St. Mauritz in 01- 
miitz (1.). 

XIV. Das Pod&brader Archiv. 

75. 1338, 30. Jan. Prag. — Markgraf Karl erlaubt dem Bo- 
hun6k von Pist seinen Besitz daselbst zu verkaufen (1.). 

76. 1350, 10. Mai. Eger. — K. Karl schenkt an Thobias von 
Bechin und Bocek von Kunstadt heimgefallene Giiter in 5 Kreisen 
im Werte von 200 Schock (L). 

77. 1352, 4. Jan. JeSek von Wartenberg und von Vesel ver- 
leiht seinem Diener NevoS das Gericht zu Crathonow (Kratonosy 1.). 

78. 1353, 7. Mai. Prag. K. Karl verbietet die Arrestation von 
Unterthanen BoCek's von PodSbrad unter gewissen Bedingungen und 
Beschrankungen (1.). 

79. 1355, 27. Octb. (Nimburg.) Der Stadtrath von Nimburg ur- 
kundet tiber die Seitens Bocek's erfolgte Yerleihung des Hofes 
Babfn GO- 
SO. 1355, 6. Decb, (Kolin.) Der Stadtrath von Neu-Kolin be- 

zeugt, dass Boftek den Btirgern von Nimburg die freie Passierung 
eines Weges bewilligt habe (1.). 

81. 1362, 1. Febr. PodSbrad. — Bocek von Kunstadt bestatigt 
den Verkauf des Lehenhofes zu Sadskd, (1.). 

82. 1370, 27. Decb. PodSbrad. — Peschl Neumburger rever- 
siert bezuglich der ihm von Bocek in dem Haine Psdrky gewahrten 
Freiheit. (b. Die alteste Urkunde in bohmischer Sprache Uberhaupt 

83. 1375, 11. April. Gliding. CenSk von BudeSovic verpflichtet 
sich einigen Herren von Kunstadt das Gut BudeSovic von alien 
Lasten zu befreien (1.). 

84. 1376, 24. Aug. — Hanek von Kfifcinek verpflichtet sich zu 
Lehensdiensten auf der Burg Litic (I.). 

85. 1381, 9. Decmb. Budweis. — K. Wenzel gestattet dem 
BoSek von PodSbrad Vormunder fur seine Kinder zu ernennen (L) 

86. 1385, 23. Juni. Wenzel Krataf von Tfebestovic und dessen 
Burgen verschreiben eine Schuld an Bofiek von Kunstadt und von 
PodSbrad nnd Mathias PfaiTer zu Kfi (1.). 

87. 1389, 15. Mart. Prag. — K. Wenzel erklart das vonBo&k v. 
PodSbrad erkaufte Dorf Kunwald frei von alien Anspruchen judischer 
Glaubiger (1. — auch bei Sommersberg S. 965.) 



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65 

88. 1389, 3. April. Briinn. — Der Stadtrath von Brflnn ver- 
pflichtet sich zur Zahlung eines Zinses von 200 Schock an Bocek 
von Kunstadt (1.). 

89. 1389, 3. April. Brflnn. Der Stadtrath von Iglau verpflichtet 
sich zur Zahlung von 100 Schock Gr. Zinses an denselben (L). 

90. 1389, 3. April. Brflnn. Der Stadtrath von Znaim ver- 
pflichtet sich zur Zahlung von 100 Schock Gr. Zinses an den- 
selben (1.). 

91. 1391, 24. Febr. Prag. — Potho von Turgau und Hradiste 
bekennt, von Boiek von PodSbrad 212 ! / 2 Sch. Gr. von einer Bfirg- 
schaft herrflhrend empfangen zu haben (1.). 

92. 1393, 18. Octb. Podfebrad. — Marquard und Sezema Ge- 
brader von Jezefan verschreiben eine Schuld an BoSek von Kunstadt 
und Johann seinen Bruder (1.). 

93. 1394, 22. April. Brflnn. Markgraf Jodok verschreibt dem 
Bo£ek von Podfebrad 300 Mark Prag. Gr. auf den Gfltern Schon- 
strass und Cejkovic (1.). 

94. 1395, 13. April. Prag. Johann Markgraf zu Brandenburg, 
Stephan Pfalzgraf bei Rhein, Albrecht Erzbischof zu Magdeburg und 
9 bohmische Herren geloben Bofiek von PodSbrad Pothstadt in 3 
TVochen einzuantworten (d.). 

95. 1396, 11. Mart. Prag. K. Wenzel verspricht den vom un- 
garischen Konige Sigismund zwischen ihm und einigen bohmischen 
Herren abgeschlossenen Friedensvertrag zu halten (1.). 

96. 1396, 21. Octb. Martin von Malotic und seine Btirger ver- 
schreiben eine Schuld an Bocek von Kunstadt und seinen Sohn 
Johann (1.). 

97. 1398, 4. Septb. Budi§ von DaSic verkauft die Dorfer DaSic 
und Ko§t&iic an Bocek von K. und PodSbrad (b.). 

98. 1406, 5. Octb. Prag. Albrecht von Kolovrat und Kornhaus 
und seine Verbflndeten schliessen einen WafFenstillstand mit Bocek 
von Kunstadt gesessen auf PodSbrad und Johann von Kunstadt ge- 
sessen auf Kost (b.). 

99. 1408, 28. Mai. Ullrich FlaSka von Lazec bekennt, seinen 
Erbantheil an dem Gerichte zu Senftenberg von Bocek erhalten zu 
haben (b.). 

100. 1410, 10. Jan. Prag. K. Wenzel bewilligt die Erbeini- 
gung zwischen Bocek v. Kunstadt und den Waisen nach seinem 
Sohne Johann (L). 

T*. : PUotofie, dijepii a fllologlo. 6 



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66 

101. 1413, 9. Octb. Prag. Johann von Bezno Burggraf von 
Weisswasser unterwirft sich einem Schiedsgerichte in seiner Streit- 
sache mit Vitek von fiern&c, Dechant zu St. Apollinaris (b.). 

102. 1414, 9. Octb. Hynek KruSina v. Licbtenburg gesessen zu 
Opocno tritt einen koniglichen Schuldbrief fiber 500 Schock an Bo&k 
von Kunstadt ab (b.). 

103. 1415, 14. Jan. Prag. K. Wenzel befiehlt die von Bo&k 
von PodSbrad erkaufte Herrschaft Nachod sowohl der Hoflehen- 
als auch der Landtafel einzuverleiben, da der Verkaufer und seine 
Mitbiirger nur mit freien Landgiitern Gewahr leisten konnen (1.). 

104. 1415, 28. Jan. Prag. K. Wenzel schenkt an den Karl- 
steiner Burggrafen KuneS von Olbramovic die heimgefallenen Guter 
Pfredhradf und Osek (L). 

105. 1418, 30. Novb. PodSbrad — L6va von Pecka verspricht 
anlasslich seiner Entlassung aus dem Gefangnisse Frieden mit Bocek 
und seinen Sohnen zu halten (b.). 

106. 1437, 6. Jun. Prag. K. Sigismund verschreibt an Johann 
Kanka von Jeikovic einen Hof zu Doudleb (b.). 

107. 1437, 6. Septb. Bozkovic. Georg von Kunstadt und Kuna 
von Kunstadt schliessen einen Vertrag mit Johann von Cimburg und 
Benes von Bozkovic wegen Besitzes der Burg Bozkovic (b.). 

108. 1445, 19. Jan. Vertrag zwischen Kuna von Kunstadt und 
Georg von Kunstadt uber den Besitz der Burg von Kunstadt (b.). 

109. 1445, 24. April. Melnik. Konigin Barbara verschreibt 
die Stadt JaromSf wegen Ungehorsams ihrer Bewohner an Georg v. 
Kunstadt (b.). 

110. 1447, 16. Octb. Georg v. Kunstadt verpfandet Zinsen in 
mehreren Dorfern der Herrschaft Chotzen an Johann DomaSinsky 
von DomaSln (b.). 

111. 1448, 5. Octb. Burgermeister und Rath von JaromS? ver- 
sprechen anlasslich der Verpfandung der Stadt an Georg von Kun- 
stadt demselben Gehorsam zu leisten und verpflichten sich zu ge- 
wissen Giebigkeiten (b.). 

112. 1452, 13. Jan. Johanna von Zasada und Navarov tritt 
sammtliche von ihrem Vater Peter Couch ererbte Giiter an Georg 
von Kunstadt ab (b.). 

113. 1452, 31. Octb. HaSek von Waldstein ubergibt an Georg 
von Kunstadt nach erfolgtem Verkauf der Herrschaft VeliS alle 
diese Burg betreffenden Privilegien und Verschreibungen. (b.) 



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67 

114. 1453, 1. Mai Wien. Konig Ladislav ernennt Georg von 
Kunstadt zum Verweser des Konigreiches (b.). 

115. 1453, 2. Mai Wien. Konig Ladislav ernennt Georg nach 
Ablauf von 2 Jahren noch auf weitere 6 Jahre zum Gubernator des 
Konigreiches (d.). 

116. 1454, 7. Mai. Prag. Revers Albrechts Markgrafen zu Bran- 
denburg anlasslich der zwischen Friedrich Herzog zu Brieg und Zdena 
Tochter Georg's von PodSbrad beteidingten Heirath (d.). 

117. 1454, 26. Octb. Prag. Konig Ladislav urkundet fiber voll- 
fthrte Abrechnung mit Georg von Kunstadt und quittiert denselben. 
(b. — Abgedruckt im Archiv ceslrf I. 297.) 

118. 1455, 15. April. Wien. Nicolaus von Ujlak Herzog von 
Siebenburgen verspricht seine Tochter Hieronyma an Heinrich Sohn 
Georg's von Kunstadt zu vermahlen (b.). 

119. 1455, 17. April. Wien. Konig Ladislav bewilligt den liber 
das Vorangehende abgeschlossenen Vergleich (1.). 

120. 1456, 8. Mart. Erntft Herzog von Troppau verkauft sein 
Becht auf das Herzogthum Mflnsterberg an Georg v. Kunstadt (b.). 

XV. Reste des Regierungsarchives unter K&nig Georg. 

Zahlreiche Urkunden aus den Regierungsjahren Georg's von Po- 
dSbrad entweder von ihm ausgestellt oder an ihn gerichtet blieben 
nach seinem Tode im Besitze der Herzoge von Munsterberg, weil 
damals in Bohmen mit Ausnahme des auf der Burg Karlstein aufbe- 
wahrten Kronarchives kein selbstst&ndiges Regierungsarchiv bestand. 
Die betreffenden Stucke sind rein politischen Inhaltes und enthalten 
mannigfache Beziehungen zu Kaiser Friedrich und verschiedenen 
europ&ischen M&chten. Dire Durchforschung und Wiirdigung wurde 
Seitens des Unterzeichneten spatera Forschern vorbehalten. 

XVI. Zuwachs unter den Herzogen von MtLnsterberg. 

Seit der Erwerbung der Lande Glatz und Munsterberg wurde 
der Urkundenschatz des Hauses Kunstadt rasch und bedeutend ver- 
mehrt. Noch mehr war diess der Fall, nachdem dasselbe in den Besitz 
des Herzogthums Oels gelangte. Seit dieser Zeit horen die Beziehun- 
gen zu Bohmen und Mahren so ziemlich auf und der politische Ein- 
fluss, den hernach die Herzog^ auf Bohmen ausiiben, lasst sie mehr 
als schlesische Landstande, denn als bohmische Herren erscheinen. 

5* 



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68 

Die Beziehungen zu Schlesien mid den eigenen Unterthanen werden 
inniger und haufiger mid finden besonders in einer stattlichen An- 
zahl von Familien- nnd Privaturkunden Ausdruck. Sie betreffen mei- 
stentheils nnr das Herzogthum Oels nnd haben fur den bohmischen 
Geschichtsforscher kein oder nur wenig Interesse. 

121. 1456, 28. Febr. Zderaz. Paul Probst zu Zderaz tritt die 
Stiftsgfiter bei Brfix an Johann Hochauser von Hochausen ab (L). 

122. 1459, 5. Aug. Brunn. K. Friedrich erhebt den Prinzen 
Viktorin zmn Herzoge von Mfinsterberg und Grafen von Glatz (L). 

123. 1459. 19. Decb. Prag. E. Georg bestatigt einen zwischen 
seinen Sohnen und der Gemeinde von Kuttenberg gescUossenen Tausch 
fiber gewisse Einkfinfte daselbst (b. Gedr. im Archiv ceskf L 298.) 

124. 1461, 7. Jul. Prag. K. Georg fibertragt alle Pfendrechte 
an den Schlossern £ebrik, Tocnik und DobfiS an seine Sohne. (b.) 

125. 1462, 27. Sept — Melchior von Hochhansen tritt die 
Zderazer Pfondgfiter bei Brfix an die Sohne Georgs ab (b.). 

126. 1465, 24. Jul. Prag. Eonig Georg verpfandet einen Zins 
zu Svftkov (zum Kloster Opatovitz) gehorig an Prokop und Bohnn&k 
Gebrfider LiSka von Vysokd. (b.) 

127. 1470, 5. JuL Cdslau. K. Georg verpfandet seinen Sohnen 
60.000 Schock Pr. Gr. auf der Mtinze zu Kuttenberg (b. Gedruckt 
im Arch. c. I. 299.) 

128. 1471, 25. Septb. Ale§ von Jistebna tritt einen Schuldbrief 
Georg's von Kunstadt an Paul von Genstein ab (b.). 

129. 1472, 14. Febr. Prag. K. Vladislav urkundet, dass anlass- 
lich der Gerfichte iiber die angebliche Vergiftung K. Ladislav's, dessen 
Grab geoflhet, die Leiche besichtigt und kein Anzeichen von Vergiftung 
befunden wurde (b. Original und vidimirte Copie). 

130. 1472, 9. Mart. PodSbrad. Theilungszettel der Herzoge von 
Miinsterberg. (b. Gedr. Arch. 6. I. 300.) 

131. 1473, 17. Jun. Prag. Vergleich der Herzoge fiber die Til- 
gung der vaterlichen Schulden. (b. Gedr. Arch. 6. L 306.) 

132. 1474, 10. Aug. Prag. Vergleich zwischen K. Vladislav und 
Eonigin Johanna fiber deren Stellung als Eonigin und den Unterhalt 
ihres Hofes (b.). 

133. 1475, 28. Jun. Eolfn. Herzog Viktorin tritt die Herr- 
schaft Eolfn an seinen Bruder Heinrich den jungeren oder Hynek 
tauschweise gegen dessen Herrschaft BIStina ab. (b. Die Gegenur- 
kunde desselben Datums befindet sich im fiirstlichen Archiv zu 
Pless.) 



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69 

134. 1476, 1. Novb. Glatz. Herzog Viktorin urkundet ttber 
die erfolgte Versohnung mit seinem Bruder Heinrich d. a. (b. Gedr. 
Arch. c. I. 308.) 

135. 1479, 19. Octb. Prag. Vergleich zwischen K. Vladislav 
and d£n Herzogen fiber die Bezahlang der ihnen schuldigen Gelder 
(b. Gedr. Arch. c. I. 309.) 

136. 1479, 28. Octb. PodSbrad. Herzog Viktorin urkundot iiber 
den mit seinen Brfidern anlasslich gewisser Forderungen getroffenen 
Vergleich und die ihm versprochene Abtretung der Herrschaft 
Polna (b.). 

137. 1479, 22. Decb. Herzog Hynek tritt seine Rechte an 
dem Gerichte zu Kuttenberg an seinen Bruder Heinrich ab. (b.) 

138. 1479, 23. Decb. Ofen. K. Mathias entlasst H. Viktorin 
aus der Gefengenschaft. (b. Gedr. Arch. 6. I. 310.) 

139. 1482, 22. Novb. PodSbrad. Vergleich der Herzoge iiber 
verschiedene zwischen ihnen schwebende Diflerenzen (b.). 

140. 1484, 11. Febr. Anna v. Kovafi urkundet fiber die erfolgte 
Enlosung der Burg Potenstein durch Herzog Heinrich d. a. und 
erklart die Verschreibungen der Konigin Johanna auf dieselbe fur 
nichtig (b.). 

141. 1484, 16. Novb. Kolin. H. Hynek quittirt seinen Bruder 
Heinrich uber eine bezahlte Schuld von 2000 ung. Goldgulden. (b.) 

142. 1485, 12. Mai. Wien. Vergleich zwischen K. Mathias 
und H. Viktorin. (b. Gedr. Arch. 6. I. 313.) 

143. 1486, 27. Jun. Herzog Viktorin verspricht, seine Brfider, 
da tie bei dem Verkaufe von Poind mit ihren bohmischen Gtitern 
Gewahr geleistet, schadlos zu halten. (b.) 

144. 1487, 12. Febr. Prag. K. Vladislav urkundet uber die 
Einlosung der dem Herzoge Hynek bisher verpfandeten Herrschaft 
Kolin und Belassung einiger zu derselben Herrschaft gehorigen 
DSrfer zur Burg Podfebrad (b.). 

145. 1487, 12. Febr. Herzog Viktorin vergleicht sich mit 
seinem Bruder Hynek fiber die Herrschaft Kataj. (b. Gedr. Arch. 6. 
L 314.) 

146. 1487, 7. Juni Prag. Bla2ek Seilermeister von Nimburg 
nnd Wenzel sein Sohn reversieren fiber eine von den Amtleuten zu 
PodSbrad empfangene Wiese (b.). 

147. 1487, 22. Aug. Prag. H. Viktorin fibertr&gt an seinen 
Bruder Heinrich d. a. die Vormundschaft fiber seine Kinder und 
Gfiter. (b. Gedr. Arch. 6. I. 316.) 



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70 

148. 1487, 1. Octb. EunStick* hora. Peter's von RoMalovic 
Vergleich mit H. Heinrich d. a. iiber einen zu Pfelouc empfan- 
genen Hof (b.). 

149. 1488, 15. Decb. Wischau. H. Heiurichs d. a. Vollmachts- 
brief fiir den zu Eonig Mathias abgesendeten Zbynfek Bochovec von 
Bochov (b.). 

150. 1488, 29. Decb. Vergleich zwischen K. Mathias, Hans Her- 
zog zu Sagan und Heinrich Herzog zu Munsterberg iiber gewisse 
Herrschaften in Schlesien. (b. Gedr. Arch. c. I. 317.) 

151. 1490, 18. Aug. Leonard ehemals Abt zu Saar, wegen 
Verschleuderung der Stiftsgiiter abgesetzt verspricht Besserung (1.). 

152. 1493, 1. Mart. Prag. Heiratsberedniss zwischen Herzog 
Heinrich in Vertretung seiner Nichte Anna (Hynek's Tochter) und 
Heinrich von Neuhaus (b.). 

153. 1493, 21. Aug. Johann Bischof von Breslau urkundet uber 
das Glaubensbekenntniss E. Georg's (1.). 

154. 1493, 13. Sept. Vergleich zwischen Herzog Heinrich und 
seinen Sohnen einerseits und Eatharina von StriSnic andererseits 
iiber die Einlosung der an dieselbe verpfandeten Burg Nachod. (b. 
Von Palaclrf bereits beniitzt, von mir vielleicht aus Versehen mcht 
aufgefunden.) 

155. 1495, 28. April. Tauschvertrag zwischen E. Vladislav 
und Herzog Heinrich das Herzogthum Oels und die Herrschaft Po- 
debrad betreffend (b. auf der Hoflehentafel und Landtafel zu Prag 
einverleibt). 

156. 1495. 29. April. Ofen. E. Vladislav urkundet mit Namens- 
unterfertigung iiber die erfolgte Versohnung mit H. Heinrich (b.). 

157. 1503, 6. Jan. Breslau. Ursula Herzogin zu Munsterberg 
bewilligt die durch die Herzoge Albrecht und Earl geschehene Ver- 
pfandung von Munsterberg, Frankenstein und Reichenstein an Bohus 
und Johann Gebriider Eostka von Postupic (b.). 

158. 1507, 4. Sept. Vergleich zwischen den Herzogen Earl 
Albrecht und Bartholomaeus, Johann Euna von Eunstadt und Hynek 
Bocek von Eunstadt, das Patronatsrecht iiber das Eloster Saar be- 
treffend (b.). 

159. 1515, 15. Octb. Schutz- und Trutzbiindniss zwischen 
Herzog Earl von Munsterberg und den Prager StSdten in Vertretung 
der koniglichen Stadte in Bohmen (b.). 

160. 1525, 16. Mart. Earl Herzog von Miinsterberg verschreibt 
eine Schuld an Albrecht von Gutenstein (b.). 



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71 

XVII. Uneingereihte Stlicke. 

Wie bei vielen Archiven, findet man auch in dem Oelser Ar- 
chive einige Stucke, deren Provenienz nicht ersichtlich ist, nachdem 
das Haus Kunstadt mit den darin beruhrten Personen und Orten 
entweder wenig oder gar nichts zu thun hatte. Bei manchen von 
ihnen ist es nicht mdglich, ihre Beziehungen zu den Kunstadten zu 
entdecken, einzelne mogen in Glatz zur Zeit der Erwerbung dieses 
Landes aufgefunden worden sein, durften aber von uns, weil sie fiir 
die heimische Geschichte wichtig sind, nicht iibergangen werden. 

161. 1363, 17. Septb. Kuttenberg. K. Karl verleiht an Johann 
von Turgow die Gliter zu La2an (1.). 

162. 1405, 21. Decb. Bettlern. K. Wenzel gelobt dem Mark- 
grafen Jost vier naher bestimmte Stucke zu halten (d.). x 

163. 1412, 20. Novb. Tocnik. K. Wenzel bestattigt dem Hein- 
rich von Plauen aile seine Besitzungen, die er von der Krone Bohmen 
zu Lehen hat (d.)« 

164. 1420, 17. Sept. Caslau. K. Sigmund verpfandet an Johann von 
Opocno alle GQter des Klosters Bfevnov in Bohmen und Mahren (1.). 

165. 1448, 15. Jun. Hieronym von CeSelic verkauft die an ihn 
mittelst Theilungsvertrag ilberkommenen Pfandgiiter zu Rzen und 
HradiStfi an Johann Pelec, Abt des Klosters Ostrow (b.). 

166. 1469, 6. Novb. Johann Vratislav von Mitrovic tritt einen 
von Hanu§ v. Kolovrat zu Zbirow gesessen ausgestellten Schuldbrie 
an Ulrich von Drasovic zu HluboS gesessen ab (b.). 

167. 1502, 21. Febr. BohuS Kostka von Postupic tritt einen 
von ZbynSk Bochovec v. Bochov ausgestellten Schuldbrief an Alexius 
von Honbic ab (b.). 

168. 1515, 5. Octb. Nicolaus von Draiovic zu Cerhenic gesessen 
verschreibt eine Schuld an Hedwig Herzogin von Sagan zu Leipa 
gesessen oder im Todesfalle an ihren Gemal Sigmund von Warten- 
berg (b.). 

Ausser diesen rein bohmischen oder Bohmen und Schlesien 
zusammen betreffenden Urkunden enthalt das Oelser Archiv eine 
stattliche Anzahl von alteren Urkunden, welche Schlesien oder seine 
Nachbbarlander allein betreffen. In bedeutendem Masse ist hier die 
Grafschaft Glatz durch eine grosse Anzahl von Urkunden privat 
rechtlichen Inhaltes vertreten. Ftir die bohmisch - mahrische Ge- 
schichte hatten einzig und allein die Konigsurkunden, von denen 
man viele auch in den iibrigen Abtheilungen des Staatsarchives vor- 
findet, einige Wichtigkeit. A - Sedidtek. 



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72 



Dopisy Bohuslava Balbfna ke Kristianu Weisovi 
z 1. 1678—1688. 

Zprivu o nich podal Adolf Patera dne 18. duhna 1887. 

V papfrov6m mkopise mSstsk6 knihovny Zitavsk6*) (A. 70), ktery 
m& n&zev „Epistolarum clarorum virorum fasciculus HI" a obsahuje 
447 listft rftzitf ch ucencft, nal6z4 se pod c. 220—268 \Ai 48 pftvod- 
nfch dopisfi pilu6ho naseho historika XVII stoletf Bohuslava Balbfna, 
kter6 zasylal v letech 1678—1688 sv&nu pfiteli Kristianu Weisovi, 
rektoru 2itavsk6ho gymnasia. 

Kristian Weise narodil se dne 30. dubna 1642 r. v 2itav£, kde 
jeho otec byl gymnasialnfm ucitelem, studoval v ZitavS gymnasium 
a v Lipsku priva a»bohoslovi, stal se 1663 r. magistrem a 1668 r. 
sekretajrem hrabSte Leiningena, 1670 r. ufiitelem ve Weissenfelsu 
a 1678 r. rektorem ZitavskSho gymnasia, kter^Sto lifad spravoval po 
30 let a zenrfel dne 21. fijna 1708 r. Liter&rnS byl velice cinn^m 
a vydal pfes sto rftzn^ch spis4 a cldnkfi, z nichi n6kter6 byly ob- 
zvl£§t6 kritikou pochvalnS pfijaty. S Boh. Balblnem si pilnS dopiso- 
val. Prvf list Balbinftv ps&n dne 19. srpna 1678 r. a posledni 
dne 20. Hjna 1688 r., tedy nedlouho pfed smrti jeho, neb zentfel 
B. Balbln dne 29. listopadu 1688 r. Listy tyto jsou dosti zajimavS, 
neb se z nich dovid&me o mnohych uddlostech ze iivota Balblnova, 
kter6 n&m dosud nebyly zn&my. PatMcte listfi Balbinov^ch vydal bud 
cel6 neb cdstecn6 ji2 1716 r. v Budysin6 Kristian 6. Hoffmann a sice 
v knize ^Christiani Weisii, gymnasii Zitaviensis rectoris, viri celeber- 
rimi, Epistolae selectiores cum virorum doctissimorum Arnoldi, Bal- 
bini, Garpzovii, Clauderi, Gonringii, Neumanni etc. ad eundem litteris 
etc." na str. 290 — 326, kdez jsou t6i oti§t6ny ttyry listy, kter^ch ]\i 
neni v Zitavfc, a kter6 jsou v naSem vyddni pod cfsly XIII, XIV, XVII 
a XL VII oti&tSny; z Sehoi tedy patrno, ie se n&m tarn nezachovala 



*) Pfi t6to pHleSitosti dovoluji si vzdati sve* srde&ie* dfky velectenSmu panu 
bibliothekaH FUcherovi za jeho laskavost, kterou mi po Sas nrfch BtudH 
r. 1883 y 2itav6 prokazal, a ctihodnemu pinu J. MtiUerovi, jaTuni v Ochra- 
nov£, za jeho laskavou pomoc, kterouz mi pH korrektufe techto listfl 
ochotnS poskytnouti racil. 



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73 

celi korrespodence Balblnova s Kristianem Weisem. Tyto tifctSn6 listy 
Balbinovy ptepsal K. J. Erben a pfepisy jeho chovajl se nyni v krdl. 
cesk6 spolecnosti nauk v rukopise „Commercium literarium cum 
Boemis illustribus saec. XV— XVIII. Tomus I fol. 50— 68 a . 

Ve vydinf Hoflmannovfi nal6z4 se t62 13 dopisfi Weisov^ch 
k Boh. Balbfnovi a sice: 1. str. 60—61 (17. list. 1684), 2. str. 
68—69 (28. dub. 1685), 3. str. 71—73 (r. 1685), 4. str. 84—87 
(23. kvfit 1686), 5. str. 92—94 (5. cce. 1686), 6. str. 94—95 (7. 
ztff 1686), 7. str. 95—97 (26. z4H 1686), 8. str. 98—99 (17. frtfna 
1686), 9. str. 99—101 (20. list. 1686), 10. str. 117—119 (24. cce. 
1687), 11. str. 126-127 (30. led. 1688), 12. str. 127—128 (r. 
1688), 13. str. 133-134 (9. ztfi 1688). 

I. 

Clarissime domine et omni literarum genere exctdtissime! 
Salvtem et omne bonumf 

Provocasti me, vir clarissime, suavissimis Tuis, et munere in- 
super, lepido novo libello, partu politissimi ingenii Tui honorasti; id 
quod ego velut primitias sincerae amicitiae, et (si me senem ama- 
torie, sed graviter et caste permittis dicere) velut primum malum 
amoris reciproci, ut est, ni fallor, apud Theocritum, gratanter accipio. 
Sed heus Tu, amice integerrime, scito me ultionem cogitare, neque 
cessurum benevolentiae et amori in me Tuo, donee aut Te victum, 
aut me paria fecisse et superari a Te non potuisse, fatearis. Pro 
memoria mei tarn diserta et honorifica appellatione in libello Tuo, 
aliud hoc tempore non possum, quam agere et remittere gratias; 
leges Tu quoque nomen Tuum apud me, et habebis primos tres li- 
bros Miscellaneorum historicorum regni Boh., quos jam ad typum 
adorno Augustissimo Gaesari (si Dii siverint) inscriptos aut potius 
inscribendos. Primus historiam naturalem Bohemiae, alter populum 
regionis et origines, Czechi et Gzechorum in has oras adventum, 
unde et quando advenerint, tertius descriptionem Bohemiae regio- 
natim, et, ut ita loquar, civitatim, oppidatim, pagatim continebit. 
Alii deinde libri triginta numero de regibus, magistratibus, comitiis, 
foederibus, coenobiis, viris Sanctis et doctis, de stemmatographia no- 
bilitatis Bohemiae, aliisque huiusmodi sequentur, ut tres historiarum 
decades compleantur. lam enim totum me, hortantibus amicis, ad 
historiam transtuli, hie habito, his studiis oblector. Quod Alegam- 
bium attinet, non potuit ille de me quidquam scribere, cum primum 



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74 

post editam illam Bibliothecam lucubrationes meae lucem aspicere 
coeperint; at superiore anno auctior editus est Alegambii liber, in 
quo et lucubrationes meae (quae jam decimum numerum explent, aut 
superant) et nomen meum cum praeconio (quod me nondum meruisse 
existimo) leguntur. Redeo ad Te, vir clarissime, quern, ne vulnus 
acerbum refricare videar, consolari nolo; maximus bonarum artium 
fructus est, scire adversa fortiter ferre. Deus, qui homines amat 
infinite, hoc statuit. Dictum sapienti sat est Mitto reciprocum 
munus: Epigrammata mea, Origines Comitum de Guttenstein et Hi- 
storicam Epitomen. Habeto hoc bene inchoatae amicitiae monumen- 
tum et pignus, meque jam ut Tunm ama; non deero, si quid me 
posse putas, studiis Tuis adjuvandis, aut potius praedicandis. Im- 
pera, sodes, et facile puta! Gratulor novam dignitatem et ampli- 
tudinem studiorum rectoris in ilia urbe celebri, nee minus nobilissimo 
illi gymnasio de Te rectore! Vale, vir clarissime, (et etiam senem 
patrem, cuius nomen in fronte libri Tui scriptum video) cui in Te 
benedixit Deus, quamvis mihi non alias nisi per Te notum, reve- 
renter salutato. Iterum vale! 

Pragae, in Collegio Academico S. J. 19. Augusti 1678. 

Tuus 

Tuoque clarissimo nomini deditissimus 

Bohuslaus Balbinus 

e societate Jesu. 

n. 

Ornatissime et doctissime domine 
Christian* Weisi. 

Tremula et prope mortuali manu haec pauca Tuis suavisaimsi 
repono: ignea quaedam vis depasci primum coepit vitalia, atque 
inde natus laterum dolor, hinc ad d. 23. Aprilis Furiarum maxima, 
Pleuritis, subito me totum incendit, quam paene furvae regna Pro- 
serpinae, et judicantem vidimus Aeacum etc.; denique decern vitae 
horae 26. Apr. restabant, (habet enim truculenta bestia decretorios 
suos dies et horas) quibus, ni succurreretur, perirem. Trina vena- 
rum sectione occurrentem et latera transverberantem fugavi, et hi- 
lari quodam poculo sanguinis flammas exstinxi. En vivo! Gratu- 
lare, amice integerrime, et die bona verba, quod te posse (etsi pa- 
tris Tui, senis optimi, mors obturbet aliquid) dubitare non possum: 
nam virum Te judico ! Vivet bonus senex, cui Tu reciproce vitam no- 
minis et famae perelegante epistola reddidisti! Plura rerum et li- 



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75 

terarum, dum vires firmavero: nam vetant scribere morbi huius et 
yaletndinis magistri. Vale, vir doctissime, et bene coeptum amorem 
in me prosequere et ad extremum pertende. 
Pragae, 4 Maji 1679. 

Tuus sum eroque, dum vivam, 

Bohuslaus Balbinu8 

e soc. JESU. 

in. 

Clarusime et eruditi&eime domine, 
amice integerrirne! 

Jam pridem angebar animo, et timueram, ne Te sidus aliquod 
malignum afflasset, praesertim quod v. cl. Araoldus noster aliquid de 
morbo Tuo suspicando scripserat, et Tu nihil scribendo, non parum 
auxeris meum de Te timorem. Tuis nuper acceptis respiravi. Crede 
Christiane, malam, pessimam rem faceres et damnosam studiis no- 
stris (ridentem dicere verum, quis vetat?) moriendo: a Te enim jam 
literae accepere aliquam lucem, et habemus aliqua Te digna, et plus- 
cula in hoc aetatis et ingenii vigore expectamus. Mihi, sancte af- 
finno, nihil dulcius est audire, quam vivere eos, qui digni sunt vita, 
per quos studia nostra illustrentur, quae nos homines faciunt, nee 
sinunt vitam silentio transigere, ut pecora etc. 

Logicen Tuam magistri nostri academici, me porrigente, sursum 
et deorsum pervolverunt; petii sensum omnium: proba et obryza, 
ut ita dicam, omnia esse consentiunt, neque commendare satis pos- 
sunt. Pauculi, duo, nescio, quid leve optassent in ordine doctrinae, 
atque ut a facilioribus inchoasses; respondi: Tenere Te viam tritam, 
et ordinem disciplinae sequi, quern Aristoteles omnium academiarum 
magister tenuisset, cum quo vel errare pulcrum: honestus error est 
(si tamen error) magnos duces sequentibus. 

Jam de grammatica, quod promittis, gratissimum est Alvarus 
noster, quo dirigimur in scholis, saepe dormitat; ex Belgio scribunt 
nostrates, aliam ibi et multo absolutiorem grammaticam doceri; non 
vidi. Rudolfi Goclenii Observationes linguae latinae maximi semper 
feci: elegantissimam latinitatem docet sine affectatione, sponte fluen- 
tem, aquam cum aqua, lac cum lacte: Odiosa est enim omnis lati- 
nitatis affectio, quam (ignosce! quod sentio, scribo) in Vestris ali- 
quando et in nostris, universim in Germanis latine scribentibus, 
ItaJi et Galli irrident. At Tu, Weisi, styli genus sequeris placidum, 



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76 

procul affectatione, nomini Tuo conveniens, nitidum, illime, pnroque 
simillimus amni profluis, non turbidus, neque per confragosa decidis 
et praecipitas; ideoque Te semper, ex quo Tua legere coepi, 
amavi. 

Misisti Inscriptionum argutias, et Dialecticen iterato; ago gratias, 
at cur pretium non apponis? Ni faxis, cave et ictum expecta! Non 
Te peto, piscem peto, gladiatorum est Interim mitto quaedam pa- 
rerga academica; brevi plura missurus: jam enim peste divino bene- 
ficio depulsa, redeunt et anno sequent! laetius redibunt academica 
spectacula* In Septembri proximo habebis a me tertium Miscella- 
neorum; jam pervenimus usque ad umbilicum; ait ille. 

In Uteris Tuis proximis, (nisi me conjectura Mit,) innuere vi- 
deris, nescio quos amicitiae nostrae irasci, et nescio quern Samari- 
tanum, ut Tu loqueris, videre etc! Doce, quaeso, apertius, quid ista 
sibi velint, et qui libertatem studiorum nostrorum et commercia 
doctrinae circumscribant? Ego, vir clarissime, doctrinam omnem, 
et quidquid est eruditum, ubi ubi invenio, admiror, amo, exosculor; 
Aristotelem, Platonem, Gicerones, Virgilios amamus, quis Christianos 
inter se amore prohibeat?*) 

IV. 

Clarissime domine, amice integerrime! 

Vivo equidem, at senescens; atque ut me ipse vivere sentiam, 
sentio me amare; ingenium Tuum videlicet, vir clar., doctrinam, mo- 
destiam caeterasque animi dotes Tuas, quas, velut in speculo, saepius 
in lucubrationibus Tuis introspicio. Logicam (et ex ea Tibi nasci- 
turum nomen novum philosophi sine adulatione gratulor, Deus Te 
amet) obtuli legendam amicis, qui Te propter me amant; habebis 
suo tempore et a me et ab illis, quid sentiant. Ego vicissim mitto, 
quae ad manum fuerunt, Tibi pridem servata, nova et Vetera; addo 
librum II. Miscellaneorum. Tertium, qui adhuc a nigellis Cadmi 
filiabus tingitur et premitur, expressum mittam; Tu mihi pro pretio 
exemplar unum mitte de Tuis (Inscriptiones Argutas), nam unum» 
quod auri contra servabam, multis a me precibus extorsit illustris- 
simus heros Wenceslaus Sternbergius, apud quern sat longo tempore 
in funerea ilia pestis malacia sum diversatus. Tuum ilium de In- 



*) Eonec odHznut Po strand psano: n haec perlecta conscinde". 



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77 

scriptionibus partum, qui me cepit, atqae in eo animi Tui effigiem 
saepius intueri vellem, Teque in pluteo meo habitare. 

Noster cl. Arnoldus viget, valetque; nudius tertius Norimberga 
literas accepi, quam suaves, quam eruditas ! Et miratur, tamen nescio, 
quis ex amicis Arnoldi Norimbergensibus, me tarn esse propensum in 
homines Vestros; quid facerem? Amo eruditionem, doctrinam, bonas 
artes, humanitatem, animi cultum, et si Vos me amicitia Vestra 
dignum putatis, quid nisi respondeam? Sed hoc alias. 

Vale, vir clarissime; plura tempus non sinit: satis est hoc, ut 
ita dicam, in cursu et pedatu amicitiae ab anno intermissum com- 
mercium renovasse. Iterum vale I Rescripsi eadem hora, qua Tuas 
accepi. 

Pragae, in Collegio S. Clementis 18. Apr. 1681. 

Tuus vir. cl. 

paratissimus, et ex animo servus 

Bohudaus Bcdbinus 

soc. JESU. 

V. 

Quid*) autem ex Te audio de amicitia Gallica? Erras, egregie 
cl. Christiane ! Nihil nobis tale cum G. et in quo haec legisti, aut 
ignarissimus rerum fuit, aut maledicentissimus, quales in nomen 
nostrum innumeri. De regalibus inter papam et G. regem quaestio 
vertitur. Rex Galliae sibi permissum putat, vacante episcoporum 
sede, munia illorum genere et obire episcopates iurisdictiones, dividere 
etiam, et haec vocat regalia. Fuere ex nostris pauculi, immo unus 
tantum, qui regis factum defenderet, ceteris omnibus silentibus, et 
pontificis iram merito timentibus; haeccine sunt contra indulgentis- 
simum, ut scribis, monarcham? Nihil haec ad Germaniam, nihil ad 
imperium, nihil ad nos; nunquam hinc bello causa data est, cum 
regalia vel regalium jura extra Galliam obtendi non possint, neque 
unquam fuerint obtentui. Quis ergo nisi amens sit, nobis amicitiam 
illam velut grande scelus exprobret Atqui augustissimum (si is est 
indulgentissimus monarcha, qualem experimur) habemus in partibus, 
neque ullus, qui consilia regum et ducum bellique causas et vitia et 
modos inspexerit, haec amicitiae illi imputabit. Plura chartis com- 
mittere non ausi. Crede, vir clarissime, etiam illud Te a me amari, 



*) Po&tek tohoto listu odflznut. 



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78 

et me Tibi laeta omnia medullitus precari. Vale et redama! Viva- 
mus, bone Candide (Catulliane dicam) atque amemus, rumoresque 
senum morosiorum, qui scilicet amicitiam nostram reprehendunt, 
omnes unius aestimemus assis. 
Pragae, 15. Aug. 1681. 

Tuus, quem nosti v. cl. 

VI. 

Clarissime Weisi, amicorum candidissime ! 

Tandem post vacationes et vagationes autumnales Pragam re- 
diens conquiesco. Nam instar dulcissimae quietis esse existimo, ad 
eum, quem ames, literas dare. Enchiridion grammaticum Tuum 
aetati primae accommodatissimum video, proboque, sed nisi in scho- 
las et ludum puerilem inducatur, nullum, mihi crede, ex hoc opere 
gloriae fructum feres. Docti legere non curabunt, indocti et ignari 
non intelligent, et tandem, quae non intellexerint, contemnent; effice 
igitur, ut ludi vestri (nam nostri Grammaticam Alvari terunt) hoc 
libro tuo ad latinitatem manuducantur; sic optata feres, et famam 
aeternam merebere. — Rhetorica, quae promittis, utilius sine dubio 
vulgabuntur, et juvenibus studiosis iam maturioribus, qui suo natare 
cortice possunt, optatissima venient Sei*va Te, mi Weissi, orbi eru- 
dito, patriae, Tuis, ac mihi, qui Te et Tua veneror, et amo; neque 
in hoc judicio de Te falli possum, cum Tibi obnoxius non sim, ne- 
que Te nisi ex humanissimis epistolis, eruditis lucubrationibus, et 
stylo illimi, et non scruposo (ut aliquando fit) sine odiosa affectati- 
one fluenti noverim et amare acceperim. Mitto pro reciproco mu- 
nere tertii Miscellaneorum libri exemplaria duo; si plura pro amicis 
expetessis, mittentur. Annus sequens fertilior erit apud nos acade- 
micarum imaginum et disputationum, quas pro Te, (mi Weisi), col- 
ligam et mittam, quidquid erit, quo mens Tua tot inter labores 
refici possit. 

Quae de stylo Tuo adscripseras, excusando, quasi scabritiem 
quandam ex lectione philosophorum contraxisses, fuerit hoc antea, 
nunc certe laevigasti omnia, et fluis puro et vivo amni simillimus. 

Sed iam avocor a scribendo plura otiosus. Vale, vir eruditis- 
sime et suavissime Weissi! Servet Te DEUS! hoc est sincerum 
animi mei votum. Iterum vale et valeto! 

Pragae, ult. Octobr. 1681. 

Tuus in omne tempus 
Bohu8lau8 Balbinus S. I. 



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VII. 
Clarissime domine, amice charissimet 

Ex solitudine mihi redeunti ad homines (id enim apud nos re- 
ceptam, quotannis abdere sese in otium coeleste ad octiduum, et 
?itae interioris negotia componere) Tuae suavissimae redduntur. Gra- 
tissimus fait D. Menckenii Februarius (Actorum eruditorum), cujus 
exemplar alterum nomine Tuo Eoppilio in manum dedi (officiosissime 
et humanissime gratias agit); sed heus, vir doctissime, an Tibi et 
Menckenio me ingratum fore putas? Id tamen brevi intelligetis, me 
gratum, et (si id nimium videatur), memorem esse voluisse: primus 
enim apud Senecam (de Beneficiis) gradus est, beneficium non obli- 
yisci et confiteri accepisse. Excuduntur apud nos curiosa quaedam 
philosophica, ethica etc., ubi ex typo emerserint, habebitis primi. Ob 
earn causam nihil nunc ad Menckenium scribo, ut ditior postea cum 
munere compaream ; Tu interea, (ut cornice dicam,) fac me apud ilium 
DEUM, et quam ego famam doctrinae sustinere non possum ingenii 
et doctrinae imbecillitate, Tu praeconio Tuo addito sustenta et vide! 
Etiam Te munere corrumpere vellem: mitto Orationem stylo novo 
(qualem ego nihili facio, et in discipulis non probo), turn anagram- 
mata quaedam caeci adolescentis, profecto felicia; aliud nunc, quod 
mittere possim, ad manum non est. Significa, rogo Te, vir claris- 
sime, quod pretium exposcant Lipsenses pro illis suis, quas expri- 
munt typis Actiones Eruditorum; ego libens, quod indicaveris, pre- 
tium repraesentabo. 

Etsi Te nuper convivae Tui ex numero parientium esse cen- 
suerint, ego Te tamen, ignosce, ex numero vomentium reputo: tot 
(annis singulis) comoedias, tot tragoedias, tot applausus pangis, ut le- 
gitimum tempus ad concipiendum, gestandum et pariendum deesse 
videatur; vomis igitur et ex tempore; at vomitus iste Homericus est 
(qualem Homeri vomentis effigiem, et omnium reliquorum poetarum 
vomitum ilium excipientium nescio, quis pictor vetustus exprepsit) 
aut quarundam gallinarum, quae cum ova non pariunt, sericum 
vomunt 

Quod Historiam Aethiopicam Tibi multis de causis gratissimam 
pro Miscellaneis meis Menckenius miserit, gaudeo. At Tu mihi ni- 
mium religiosus, vel ut nostri barbari loquuntur, scrupulosus videris, 
qui an Tua sit, ac futura sit, dubitare incipias : optima fide, et sicut 
possides, possideto. 



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Ego in earn nullum jus obtendere possum; prius ilia Tibi missa, 
donata et tradita est, quam Tu me aliquid Menckenio missurum 
suspicari posses; nolim exspectes citari legem, de acquirendo rerum 
dominio; Davus sum et historicus, non jurisperitus ; tenet igitur 
prima donatio et superveniente altera irrita non redditur. Utinam, 
vir clarissime, augere Te potius et Tua possem! Certe nihil negli- 
gerem, sed et Menckenium, quern Tu mihi conciliasti, si in amicitia 
confirmatum jam esse sensero, missilibus, ut ita loquar, vincere non 
omittam. Mitto illi viro clarissimo libellum polemicum de eodem 
argumento auri; lis ista, ut vides, plures jam medicos involvit; libel- 
lum igitur perlectum Lipsiam mitte, et ut ante rogaveram, quiddebeam 
et quantum pro Januario et Februario nuper transmissis, significa et 
denique Menckenium suavissime, ut Tuus est mos, saluta et vale! 

Tuus doctissime et clarissime d. Christiane, utrum velis, ami- 
cus aut servus 

Pragae, fc. Apr. 1682. 

Bohuslaus Balbinus 
e. S. J. 

VIII. 

Vir erudiUteime, amice honor atissimet 

Risi albis dentibus, quae de Swidnicensi rectore commemoras; 
libenter ego Te collegio egredientem vidissem, sed ita, ut in me 
amplexusque meos incideres; gratior profecto visa Tibi fuisset ami- 
citiae nostrae serenitas post triste illud supercilium, et hiemem imo 
quoddam gelu verborum. Mi Christiane, non omnes genium habent, 
quern nos duo habemus, mitem, humanum, quales esse decet pios 
poetas etc., unde et humaniora studia et mansuetiores Musae dicun- 
tur; at multi bardi, blenni, blitei, beneseleni nullum eruditioni hono- 
rem habent, quia eruditionem contemnunt; desinamus haec conqueri: 
ipnorans ignorabitur. 

Mollerum Tuum nostri esse* memorem id vero gaudeo; atque 
utinam maior et melior facultas oblata fuisset, optimum juvenem ho- 
norandil Tui gratia facta sunt omnia. Liber de ss. et beatis mitte- 
tur, ubi a typographo manumissus fuerit. Emblemata acadwnica 
perelegantia nondum prodiere sed habebis : mitto, quae nuper defensa 
sunt. Doleo vices Tuas in educatione adolescentum peimolesta. 
Habes tamen illud commodum, quod ex varietate negotiorum enasci 
solet, ut careas diuturnis affectibus: non potes diu irasci, non din 



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tristari etc., cum semper nova negotia oriantur, quae nullum affectum 
nimium esse patiuntur, sed interrumpunt. 

Jam nihil est, quod scribam: Majum, et Junium expecto. Vale 
amice charissime et integerrime. 

Pragae e Collegio nostro, 7. Julii 1682. 

Tuus, Tuoque nomini et amori 

deditissimus 

Bohuslaus Balbinus 

e Soc. JESU. 

IX. 

Clarissime et charissime d. Weisil 

Schedulam potius quam literas mitto ad hortum properans, ubi 
invitatus expector. 

Accepi Majum,